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Maintal ist eine Wohn-/Schlafstadt zwischen Frankfurt am Main und Hanau. Was hier passiert, wird von den Medien kaum wahrgenommen. Was nicht passiert, auch nicht! Maintal hat viel Natur, liegt am Fluss und ist verkehrsgünstig gelegen. Der Wohnraum ist jedoch knapp und die Mieten sind hoch. Die Kommunalpolitik hat hier noch provinziellen Charme. Die Vereine sorgen für das kulturelle Leben und das sportliche Angebot. Viele Bewohner haben ihren Lebensmittelpunkt allerdings dort, wo sie arbeiten und haben mit Maintal nicht viel am Hut. Senioren gestalten vorwiegend das, was Senioren interessiert. Menschen bewegen viele Dinge, die ich aufgreife und auf meinen verschiedenen Websites thematisiere. Die neue Seite "Blickwinkel" ist eine dieser Websites.


 

Gedanken zum Start dieser Website

Wenn es auf den Jahreswechsel zu geht, befassen sich viele Menschen mit dem Gedanken der Erneuerung, mit Veränderungen und fassen Entschlüsse, die denen des vergangenen Jahreswechsels irgendwie ähneln. Mit den alten Vorsätzen passierte das, was den neuen Vorsätzen noch bevor steht - wahrscheinlich wird wieder nichts draus. Die Bürgermeisterin, der Stadtverordnetenvorsteher und die Vorsitzenden der Parteien schnitzen wieder an ihren nachdenklichen Jahreswechsel-Statements, die der Maintal TAGESANZEIGER abdrucken darf. In den Vereinen werden die Weihnachtsfeiern vorbereitet und auch hier haben die Vorsitzenden wieder eine Rede zu halten. Doch zunächst steht der 11.11. vor der Tür und die Maintaler Narren übernehmen die Macht im Rathaus. Und ich beginne wieder eine neue Website, weil die alten voll sind.

 


Solche Rituale sind sinnbildlich für unsere Wohn- und Schlafstadt. Alles geht seinen gewohnten Gang. Ein neues Jahr, ein neuer Anfang und die Hoffnung auf ein harmonisches Leben ohne Neid und Missgunst, Ärger und Verdruss bereitet auch bei mir den Weg. Ein Segen für Patienten mit Bluthochdruck. Doch so einfach wird das nicht, das ahnen sicher alle Veränderungswilligen bereits in der Silvesternacht. Es genügt, wenn nur wenige Menschen in ihrer Lethargie und Andere in ihrem Starrsinn verharren und alles bleibt wieder, wie es war.

Nur wenn wir weiterhin das Leben aus jedem Blickwinkel beobachten und bereit sind, Veränderungen ins Auge zu fassen, werden wir eine bessere Zeit erleben und unser Leben lebenswerter machen.

Gutes Gelingen!

29.07.2019 Tummelplatz FACEBOOK
Die sozialen Medien gehören heute einfach zur Kommunikation dazu, wenn man schnell über lokale Dinge informiert sein will. Wenn der Rettungshubschrauber über Maintal kreist oder die Feuerwehr, Polizei oder Rettungskräfte zu hören sind, ist man schnell informiert, was gerade wo passiert. Pendler und andere Verkehrsteilnehmer erfahren, wo es blitzt und wo mit welchem Stau zu rechnen ist. Dazwischen grüßen frühaufstehende Hundehalterinnen (Bei Männern gab es das noch nie) Maintal oder ihren Ortsteil mit einem Landschaftsbildchen mit Hund und das eine oder andere Selfie meldet sich als neues Profilbild einer Teilnehmerin. Aber auch die sehr wichtigen Themen, wie Parkplatz-Abzocker, eine neue Brücke oder eine aktuelle Demo sind schon sehr früh online oder als Rest vom Vortag noch nicht restlos kommentiert. Hinzu kommen natürlich die Informationen zahlreicher anderer FACEBOOK-Gruppen, die man abbonierte. Das erlaubt den Blick in unterschiedliche Welten, für die man sich interessiert. Und auf jeder Plattform tummeln sich andere Personen, die teilweise ernsthaft, aber auch albern und sogar störend ihr Unwesen treiben. Eine der größten Gruppen im Raum Maintal ist die Gruppe MAINTAL-UNITED. >>>mehr
   
23.07.2019 Pirouette einer Fähre
Das hatte die gute alte Dörnigheimer Fähre auch noch nicht erlebt - eine 180°-Drehung mitten auf dem Main! Und kein Fährmann mit einem gültigen Fährschein war auf der Fähre, noch nicht einmal Fährlehrlinge, die zum Fährschein angemeldet waren. Die Funktion der Fähre hatten sie auch noch nicht begriffen. So jedenfalls ergab es sich bei privaten Recherchen während und nach der Havarie. Presse, Rundfunk und Fernsehen verbreiteten allerdings in Windeseile die Mär vom "gerissenen Fährseil", während die Fähre fest an genau diesem Fährseil hing. Was wirklich passiert war, begriffen die kommerziellen Berichterstatter offenbar nicht. Es herrschte auch lange Zeit echte Ratlosigkeit bei den Rettungskräften, bis das Bergungsschiff eintraf. Derzeit ruhte der Schiffsverkehr und ein Ausflugsdampfer fuhr nach Frankfurt zurück. Für alle Fälle stieß das Feuerlöschboot aus Hanau noch hinzu, beschränkte sich aber auf die Sperrung des Schiffsverkehrs. Eine latente Unfähigkeit war zu spüren, bis die Fähre unter dem Seil wieder um 180° zurück gedreht war und ans Ufer gebracht werden konnte. Da die verhedderten Steuerseile die Seillänge verkürzten, mussten diese zuvor gekappt werden, um überhaupt den Anlegebereich ansteuern zu können. Den Rest erledigte eine Seilwinde der Feuerwehr. >>>mehr
   
20.06.2019
bis
30.06.2019
ERLEBEN, WAS VERBINDET
Seit Bestehen der TELEKOM bin ich Kunde, denn ich wurde bereits als Stammkunde der Post übernommen und war stets zufrieden. Traten Probleme auf, wurden sie im Rahmen der technischen Möglichkeiten schnell und zuverlässig ausgeräumt. Die georderten Produkte stellten mich zufrieden, auch wenn einzelne Produkte etwas in die Jahre gekommen waren, wie zum Beispiel meine Homepage. Meine Domains sind eingeführt und an vielen Stellen seit Jahren fester Bestandteil der Kommunikation und Information. Mit der regionalen Umstellung auf IP (Internet Protocol) erlebte ich die TELEKOM zunächst von einer ganz anderen Seite. Nachdem ich vorab schon einmal über die bevorstehende Umstellung informiert worden war, kam nun ein Schreiben, in dem zwar erwähnt wurde, dass man mich als Kunden gern behalten würde, jedoch gekündigt und ein neuer Vertrag abgeschlossen werden müsse. Würde ich das nicht machen, würden all meine Telekom-Produkte vom Netz genommen werden, wozu auch die E-Mail & Cloud-Verbindung und meine Homepage gehören würden. Sollte ich TELEKOM-Kunde bleiben wollen, würden meine Telefonnummer und die Internetzugangsdaten, E-Mail-Adressen, Nachrichten und Kontakte sowie die Magenta-Cloud auf meinen neuen Anschluss übertragen werden. Das beruhigte mich zunächst und ich entschied mich für das neue Produkt (IP). Für die Übergangszeit bot man mir auf telefonische Rückfrage sogar an, beide Anschlüsse noch eine Woche lang parallel betreiben zu können. Das Erwachen kam allerdings  eine halbe Stunde später und meine Welt war nun gar nicht mehr in Ordnung. >>>mehr
   
15.06.2019

Dr. Herbst ist immernoch aktiv

Vielen Lesern ist die Kolumne "Fragen Sie Dr. Herbst" aus der Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS noch bekannt, die jetzt auf dieser Homepage weitergeführt wird. Dort ist jetzt sogar eine Frage zum politischem Unwohlsein und zu erhöhtem Blutdruck zu lesen, die Dr. Herbst auf seine Art beantwortete. Es geht schlichtweg um ein Hochhaus, das vedeckt mit der Stadtratswahl verknüpft ist. Da sich in Maintal die eigentliche Diskussion im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Thema erst jetzt in den sozialen Medien entwickelt und eine offizielle moderierte und zielführende Bürgerbeteiligung erst vorbereitet werden muss, wird eine rundum seriöse Erörterung erst in einigen Wochen stattfinden. Bis dahin sind die 5. Kolonnen der Befürworter des Hochhausprojekts bereits im Hintergrund tätig. Allen Beteiligten dürfte es unangenehm sein, dass jetzt so viele Bürger, die zur Vorabinformation nicht persönlich in ein Hotel eingeladen wurden, "Wind" von der Sache bekamen. Auch jetzt noch empfinden Bürger, dass hier eine Hoppla-hopp-Entscheidung geplant ist, ehe der Letzte (auch unter den Beschließenden) durchgeblickt hat. In Zeiten, in denen sich gerade unter jüngeren Menschen eine völlig neue Art der Wahrnehmung von Politik volllzieht, kann das fatale Auswirkungen haben. Genau das ist absolut ungesund für die Demokratie.

Ein Fall für Dr. Herbst. >>>mehr

 

  
26.05.2019 Augenmaß erwartet
In Maintal-Hochstadt wurde von der Zahnärztekammer vor 17 Jahren ein sozial gefördertes Mehrfamilienhaus nach Ablauf der Sozialbindung an einen Investor verkauft, der das Objekt in Wohneigentum umwandelte. Die perfekt geschnittenen Wohnungen fanden schnell neue Eigentümer, die allerdings auch den Sanierungsaufwand mitkauften. Außer der Erneuerung des Flachdaches war bis dahin keine Renovierung erfolgt. Die Eigentümergemeinschaft musste erst Reparaturrücklagen ansparen, um die Außensanierung durchführen zu können. Wegen einiger dringender Reparaturen, die einen Teil der Rücklagen aufbrauchten, war es 2018 endlich soweit, dass das Objekt in neuem Glanz erscheinen konnte. Wer die vielen Herausforderungen an die Eigentümer nachvollziehen möchte, kann dies auf der Website Vorzeigeobjekt verfolgen. Nun soll im nächsten Schritt die Ansicht von der Bischofsheimer Straße aus mit einem Großgrafitti des Künstlers Florian Lübke neu gestaltet werden. Hier ist jedoch ein wüstes Restgehölz auf städtischem Grund ein gewaltiges Ärgernis, das entfernt werden soll. Dabei scheint es jedoch Schwierigkeiten mit der zuständigen Stelle der Stadtverwaltung zu geben, die eine restlose Entfernung des Gestrüpps ablehnte. Dadurch verzögert sich eine deutliche Aufwertung des Ortseingangs von Bischofsheim her. Trotz liebevoller Pflege der Fraumraumgalerien durch den Fachbereich Kultur scheinen hochstilisierte Probleme des Grünbereichs nach unsachgemäßer Teilentfernung des Wildwuchses direkt an der Grundstücksgrenze wichtiger zu sein. Noch ist das Projekt nicht gestorben! >>>mehr
   
02.04.2019 Satirischer Aprilscherz
Aprilscherze werden daran gemessen, wie schnell man sie als Scherz erkennt. Umso später desto zutreffender kann ein solcher Scherz sein. Hinter einem satirischen Aprilscherz steht nicht die Absicht im Vordergrund, Menschen hinters Licht zu führen, sondern einem ernsten Sachverhalt provoziertes Lachen voranzustellen. Erst auf den zweiten Blick entfaltet sich die Satire und der Sinn des Inhalts. In Facebook wurde in diesem Jahr ein satirischer Aprilscherz eingestellt, der auf die Korrektur ärgerlicher Verhaltensweisen von Hundehaltern sowie auf den laschen Umgang mit Verordnungen abzielt. Hier wird süffisant ein Service zum Beheben von offenbar unterentwickelten Fähigkeiten angeboten. Für Menschen, die genetisch bedingt Verordnungen und Empfehlungen nicht verinnerlichen können, wäre die vom fiktiven "Fachbereich für Hundebetreuung" beschlossene "verschärfte Leinenverordnung" eigentlich das richtige Mittel zur gezielten Bewusstmachung permpanenten Fehlverhaltens. Menschen, die von den negativen Auswirkungen dieses Fehlverhaltens betroffen sind, empfinden beim Aprilscherz einen anderen Reiz als die Gruppe der rücksichtslosen Hundebesitzer. Selbst Hundebesitzer, die sich absolut richtig verhalten, empfinden den Aprilscherz positiv und legen für kurze Zeit ihre oft kurzsichtige Solidarität unter Hundebesitzern ab. Doch - wie sehen das eigentlich die Hunde, um die es geht? >>>mehr
   
26.03.2019 Politische Prinzipienreiterei
Seit über einem Jahr steht die Fähre zwischen Mühlheim und Dörnigheim still, weil die Stadt Offenbach als Eigentümer offensichtlich kein Interesse daran hatte, die Fähre weiter zu betreiben. Erst auf erheblichen Protest und das Einschalten aller betroffnenen Gebietskörperschaften stellte man die Bereitschaft wieder her, wenn aus verschiedenen Töpfen die Kosten getragen werden. Nun stehen Maintal zunächst insgesamt 50.000€ für 3 Jahre zur Verfügung, die jedoch um weitere 75.000€ aufgestockt werden müssen. In dieser Zeit sollte eine andere Lösung für den Betrieb gefunden sein. Ein entsprechender Antrag des Magistrats stand nun zur Stadtverordenetenversammlung zur Debatte. Das Interesse der Bürger und Bürgerinnen war entsprechend groß und die politischen Matadore liefen zur besten Form auf, zu der sie fähig waren. Das Parlamentsfernsehen strahlte die Debatte ins Umland aus und vermittelte einen Eindruck davon, wie in Maintals Parlament gedacht wird. Am Ende siegte die praktische Vernunft, doch alle, die die Debatte verfolgten, erfuhren aus erster Hand, wie Kommunalpolitik in Maintal funktioniert. Zumindest in der CDU-Fraktion wurden der Mehrheit der Stadtverordneten die vertraulich in einem kleinen Kreis behandelten Fakten vorenthalten, obwohl sie für die spätere Entscheidung wichtig waren. Dennoch betätigten sich diese Abgeordenten als Traumtänzer und stimmten der Haltung der Fraktionsspitze, die reine Prinzipienreiterei betrieb, zu. Abgeordente der FDP, die ebenfalls  kommunale Geldmittel für die Wiederaufnahme des Fährbetriebes verweigerten, nutzten die gleichen Argumente, vermieden es jedoch, über das Ausmaß möglicher Nichtinformiertheit in der Fraktion zu reden. Für beide Fraktionen stand sinnbildlich nicht die Frage im Vordergrund, wie das Problem zu lösen sei, sondern: "Aus welcher Zitze kommt die Milch?" Änderungsanträge hatten CDU und FDP nicht gestellt. Ideenlosigkeit pur! >>>mehr
   
02.03.2019 Modellbahnfreunde aufgepasst
Dieser Artikel richtet sich vorrangig an Freunde anspruchsvolleren Modellbaus und realitiätsnahen technischen Spielzeugs. Neben Modelleisenbahnen sind Autorennbahnen sehr beliebt. Die entsprechenden Branchen bedienen eine riesige Anzahl von Kunden, die ihrem Hobby frönen und sie tätigen mit ihnen gewaltige Umsätze. Das kann in Familien zu Diskussionen führen, weshalb die Betreiber ihr Hobby eher in Sekundärräume verlegen, damit sie der permenenten Wahrnehmung entzogen sind. Sie fristen ihr Dasein in Kellerräumen und auf Dachböden, selten in Wohnräumen, obwohl sie dort viel besser zur Geltung kämen und  ihrem sozialen Stellenwert gerechter würden. Hierzu gehören allerdings Mut, die räumlichen Möglichkeiten, die richtigen Prioritäten und das Verständnis des Lebenspartners. Kleine filigrane Anlagen im Mini-Maßstab sind in Wohnräumen zwar eine Alternative, jedoch unverhältnismäig teuer, weil sie beinahe Uhrmacherqualiät darstellen. Die Winzigkeit ist für den Modellbauer ein weiteres Handycap. Da die Lebendigkeit einer Modellanlage erst ab einem bestimmten Maßstab zu wirken beginnt, ist für den Spaß das Platzangebot ganz entscheidend. >>>mehr
    
09.02.2019 Eigenvermarktung
Eine skurille Zeiterscheinung ist eine Karriere als Influencer, um zunächst wahrgenommen und anschließend verfolgt zu werden. Der Marktwert wird dabei an der Anzahl der Follower gemessen. Man kann mit Dingen, die man zum Schein vorgibt, Geld verdienen und/oder bekannt werden, wie ein bunter Hund. Um Aufsehen zu erregen, musste man früher Leistungen erbringen oder einfach nur den blanken Po an einer belebten Straße aus dem Fenster halten. Heute geht letzteres zwar auch noch, aber die Menschen wollen heute mehr, auch wenn es - wie bei den Influencern - geflunkert oder nur vorgetäuscht ist. Man braucht als Influencer soziale Medien, um sich in einem bunten Mix unterschiedlich intelligenter Menschen zu befinden, die teilweise neugierig, teilweise auch etwas doof sind und natürlich die Firmen, Restaurants, Läden, Nagelstudios, Tätowierer etc., die für Spontanwerbung Geld bezahlen. Wer sich dabei ganz toll zum Affen macht, kommt ganz groß raus. Menschen mit etwas höherer Hemmschwelle achten allerdings etwas stärker auf ihren Ruf. Dafür gibt es jedoch nichts. Da wir uns aktuell in der Karnevalszeit befinden, rücken nun auch Fastnachts-Karrieren und deren Verknüpfung mit anderen Bereichen, der flachen Unterhaltungsbranche und der Politik ins Blickfeld. >>>mehr
   
14.01.2019 Auf Pippi-Langstrumpf-Niveau

Wir alle kennen das Lied der Pippi-Langstrumpf und dessen Text: "Drei mal Drei macht Vier, widde widde wid, und drei macht Neune, ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt." Diese Ausdrucksform des Übermuts ist auch in unserer Stadt zu spüren, in der es keinen ernst zu nehmenden öffentlichen Dialog mit freien Meinungsäußerungen rund um das kommunalpolitische Leben und die Handlungen der Stadtverwaltung mehr gibt. Wie die Bürger das Treiben bewerten, scheint nicht zu interessieren. Warum auch? Ist doch alles ganz toll!

Na, ja, nicht alles - der Bürgerhaushalt wurde für die Grundsteuer B missbraucht und dann abgeschafft. Das Maintal-Forum wurde vor zwei wichtigen Wahlen ohne Rücksprache mit den Bürgern eingestellt und das als Ersatz zurechtgebogene Internet-Modul "Maintal macht mit" ist eine Totgeburt. Der Maintal TAGESANZEIGER wird nur noch einseitig und ohne Selbstkritik mit Informationen gefüttert. Dieser führt seinerseits selten eigene Recherchen durch. Entsprechend einseitig ist die Information. Überregionale Tageszeitungen berichten nur noch, wenn Mord und Totschlag oder andere krasse Dinge geschehen. Agilen privaten Informationsalternativen zeigte die Politik die kalte Schulter, nun füttert die Stadtverwaltung die Lokalzeitung, Wochenzeitungen, Anzeigenpostillen und nun auch die Seniorenzeitung mit ihrer speziellen Vorstellung von Öffentlichkeitsarbeit. Kritik einzelner Politiker findet vorzugsweise in Facebook statt. Na und? Jeder macht sich halt seine Welt, wie sie ihm gefällt. Maintal ist auf diese Weise immer stärker auf Pippi-Langstrumpf-Niveau. Aber es wird so getan, als sei alles auf einem guten Weg.  >>>mehr

 
   
29.12.2018 Rückzug in Etappen
Aufgaben, ehrenamtliches Engagement und freiwillige Verpflichtungen werden von vielen Menschen angenommen, die allerdings keine Gedanken daran verschwenden, wie sie sich eines Tages wieder davon befreien können. Dabei ist es logisch, dass man Solches nicht ewig erfüllen kann. Je nachdem, wie gut, korrekt, zukunftsweisend und motiviert diese Dinge angegangen werden, gestaltet sich die Trennung. Menschen, die praktisch nichts oder nur wenig leisten, werden entweder von der Aufgabe wieder entbunden oder ihr Rücktritt vollzieht sich nahezu unbemerkt. Intensiv wahrgenommen wird deren (Nicht-)Leistung allerdings erst, wenn Nachfolger oder Nachfolgerinnen Leistungen vollbringen, die bemerkenswert sind. Das ist, wie der Beginn einer neuen Epoche. Ein selbst gewählter Rückzug nach einer intensiven Schaffensphase kann allerdings schwierig sein, wenn sich niemand findet, der  bereit ist, eine vergleichbare Leistung zu erbringen. Ein solches Beispiel ist derzeit die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS, die nach den ersten  10 Jahren bemühenden Wirkens einen Quantensprung erlebte und innerhalb weiterer 10 Jahre zu einer Vorzeige-Seniorenzeitung avancierte. Nun ist die Zeitung in leichten Turbulenzen und es ist noch kein Licht am Horizont zu sehen. >>>mehr
   
16.12.2018

Weihnachtsempfehlung

Alle Jahre wieder stehen uns Tage bevor, an denen wir uns darauf besinnen, was die wahren Werte des Lebens sind und was wir ändern sollten, damit uns diese Werte nicht verloren gehen. Leider schätzt man manches erst, wenn man es fast oder ganz und gar verloren hat. Auf der anderen Seite ist man froh, dass man einiges endlich hinter sich ließ. In beiden Fällen war dann offensichtlich das Maß voll. Auch wir selbst trugen sicherlich dazu bei. Ehe wir Entwicklungen, Beziehungen und Wünsche für immer begraben, sollten wir einen letzten Gedanken daran verschwenden, ob es endgültig ist. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist dafür ein guter Zeitpunkt, weil der Jahreswechsel auch oft einen Neuanfang darstellt. In dieser Zeit suchen wir die Gesellschaft von Menschen, die uns viel bedeuten und wären überrascht, wenn wir nicht auf das gleiche Empfinden stoßen würden. Die Zeiten ändern sich jedoch und damit auch die individuellen Bedürfnisse. Hohe Feiertage, Jubiläen und "runde Geburtstage" sind keine Familienangelegenheiten oder Feste mit Freunden mehr. Man heiratet heute abseits des Personenkreises, vor dem man sich eigentlich das Ja-Wort zum Zeichen geben sollte, wie ernst man es mit dem Versprechen meint. Was die Jungen ffür normal halten, wird wohl für Senioren nicht falsch sein. So ist es konsequent, dass man eine Goldene Hochzeit ebenfalls nur im ganz engen Kreis und mit Menschen gleicher Empfindungen feiert. Das war zumindest einer der Entschlüsse, die ich in diesem Jahr fasste. Alle anderen Entschlüsse glichen einem Großreinemachen. >>>mehr

   
05.12.2018

Zeit für Geschenke

Wie sich doch die Zeiten ändern! Bisher kommunizierten Menschen Werte, ihren Willen und Gefühle im direkten Kontakt. Heute werden immer stärker technische Möglichkeiten genutzt, wodurch die verbale Kommunikation verarmt. Verstärkt wird die Suche nach Alternativen, wenn es Menschen immer weniger gelingt, im direkten Kontakt zu überzeugen. So wird die Community einbezogen oder es werden Kurznachrichten ohne Ende ausgetauscht. Zu Weihnachten werden wieder Kuriositäten verschenkt, die es förmlich in sich haben. Mit fortschreitenden technischen Möglichkeiten kommen völlig neue Geschenke-Trends auf uns zu. Bei Geschenken interessiert die Hersteller nicht deren Nutzen oder Schaden, sondern wie viel Geld man damit verdienen kann. Der Renner sind elektronisch oder per Funk gesteuerte lebensnahe Abbilder von Menschen und Tieren. Ich habe mal drei dieser lebensnahen Geschenke herausgegriffen und will sie Ihnen näher bringen. >>>mehr

 

   
04.12.2018 Zeit der Besinnung
Vor ca. 140 Jahren wurde ein bedeutendes Nachschlagewerk mit nebenstehendem Bild illustriert und damit der Versuch unternommen, die Vergänglichkeit zeitgemäß zu vermitteln. Sehr beliebt ist auch an anderer Stelle das Stundenglas, um zu zeigen, wie die Zeit verrinnt. Heute würde man eher die Weiterentwicklung technischer Geräte in eine Reihe stellen, um ein ähnliches Gefühl zu vermitteln. Dem Illustrator gelang es  mit abgebildetem Stahlstich allerdings, auszudrücken, dass die menschlichen Probleme zu allen Zeiten die gleichen sind. Es geht ums Heranwachsen, Partnerschaft, Fortpflanzung, Absicherung der Familie und ein Alt-werden in Würde - die Vergänglichkeit. Dieser Zyklus gehört zusammen und so manches Leben kommt aus dem Gleichgewicht, wenn einer oder mehrere Faktoren fehlen oder gar absichtlich verworfen wurden. So sollte gerade in der Vorweihnachtszeit jeder für sich reflektieren, wie sein Leben bisher verlief und welche Veranlassungen noch in Angriff genommen werden sollten, damit sich der Kreis mit all seinen Facetten zufriedenstellend schließen kann. Wenn es dann langsam um das Lebensende und das Sterben geht, ist es für Korrekturen nämlich zu spät. Anstelle des Agierens tritt das Reagieren, um letzte Kurskorrekturen vorzunehmen - die Uhr läuft langsam ab. >>>mehr
   
26.11.2018 Mit mehreren Generationen wohnen
Maintals Bürgerinnen und Bürger leben wie überall in Ein- und Mehrfamilienhäusern, in Reihenhäusern, Wohnanlagen und Hochhäusern. Dort leben sie je nach Größe des Objekts von anonym bis sozial gut eingebettet - jeder so, wie er möchte, kann oder es manchmal auch verdient. Das hängt von unzähligen Faktoren ab, die sich meist kaum beeinflussen lassen. Nun gibt es seit einiger Zeit Menschen, die sich  projektbezogen mit Mehrgenerationenwohnen befassen, um organisiertes Zusammenleben als Geschäftsmodell zu ermöglichen. Sie vergessen dabei allerdings, dass sich ein friedliches und positives Zusammenleben nicht planen oder verordnen lässt. Oft sind es lediglich Projekte, die mit einem scheinbbar gemeinnützigen Zweck verbrämt werden, um günstig an kommunalen Boden, Fördergelder und eine reibungslose und schnelle Bauabwicklung und Finanzierung zu gelangen. Meist fängt die Liste banal mit Barrierefreiheit an. Kaum einer der Initiatoren findet sich allerdings später in solchen Objekten wieder. Sie streichen nur die hohen Mieten ein. >>>mehr
   
10.10.2018 Drei Jahre Freude
Vor fast exakt drei Jahren entschloss ich mich, einige Dinge in meinem Leben zu ändern, die mich bisher nahezu ausfüllten. Sie nahmen mir die Luft zum Atmen und den Spielraum für andere Interessen und wichtige Verpflichtungen. So kam praktisch die Freude zu kurz und der Verdruss steigerte sich stetig. Viele meiner Hobbies lagen brach, die mir einst viel Freude bereiteten. Das musste sich ändern. Eine Liste der Prioritäten half, die Verdrussbringer und die Freudenquellen auszufiltern. So entschloss ich mich, die Hobbies Modellbau, technisches Spielzeug, Fotografie, Filmen und Tontechnik zu einem neuen Projekt zusammenzufassen. Dieses Projekt heißt "Maintal MOTODROM" und es bereitet mir seit drei Jahren große Freude. Was dabei entand, kann sich sehen lassen und ich habe es auf dieser Homepage ausführlich dokumentiert. Die vertonten Filme steigern sich von Film zu Film, weil darin der Ausbau über drei Jahre festgehalten ist. Die Aktivitäten, die ich dafür abbaute, vermisse ich inzwischen nicht mehr. Das zeigt mir, dass die Entscheidung richtig war. >>>mehr
 
23.09.2018

Von Avantgardisten und Kümmerern

In vielen Bereichen unseres Lebens begegnen wir Mitmenschen in der Funktion des Vorreiters. Sie sind Wegbereiter, Pioniere und Neuerer, ohne die wir vielfach auf der Stelle treten würden. Einige Bereiche, in denen sie verloren gehen, entwickeln sich anschließend sogar zurück. Die Kernfrage ist banal: Verwalten oder Gestalten?

Vorreiter müssen einige Eigenschaften mitbringen, um erfolgreich zu sein. Solch ein bedeutender Avantgardist Maintals ist zum Beispiel Frank Walzer, der Chef des Kabaretts MIKROKOSMOS, parallel Chef der Hochstädter Kreppelzeitung, bester Akteur aller Bühnenauftritte des Humor-Musik-Vereins und vielseitig engagierter Gestalter im gleichnamigen Verein und an anderen Orten. Er folgte schon frühzeitig den Fußstapfen der positiven Entwicklung des Vereins und übernahm in diesen Prozessen kreative Verantwortung. Der Preis ist allerdings hoch, denn er muss privat dafür passende Prioritäten setzen, einen großen Teil seiner Freizeit opfern und auf andere Dinge verzichten. Der Lohn ist der jährliche Erfolg. Einer der Höhepunkte beim Kabarett MIKROKOSMOS war 2016 die Verleihung eines Kulturpreises der Stadt Maintal. Die nächste, wesentlich größere Auszeichnung durch den Main-Kinzig-Kreis steht unmittelbar bevor. Dies ist natürlich der Lohn aller Kabarettisten und ihrer Helfer, vor allen Dingen aber das Verdienst von Frank Walzer>>>mehr

   
27.07.2018 Trojanische Aktivenparade
In Facebook werden momentan von der städtischen Abteilung Maintal Aktiv Maintaler Aktive vorgestellt, die sich vom Studio Schellhaas im Rahmen einer Ehrung haben ablichten lassen. Um Maintals Facebook-Gemeinde weitergehend zu informieren, werden die Verdienste nun noch einmal aufgeführt, die damals nicht zur Preisverleihung reichten oder bis auf nur wenige auserwählte Ausnahmen geehrt wurden. Die Aktion kommt für die Facebook-Gemeinde unerwartet, füllt jedoch etwas das Sommerloch. Praktisch über Nacht steigt die illustre Gesellschaft aus dem Maintaler Paradepferd zu den Gemeindemitgliedern herab und ehrt damit natürlich auch die Fachabteilung, die ihre Lektionen in Sachen Anerkennungskultur abspult. Doch die Aktion hat einen Schönheitsfehler. Hier werden nur Leistungen von Aktiven gewürdigt, die unbedingt gewürdigt werden wollen. Viele selbstlos Aktive, die ihre Arbeit stets als selbstverständlich ansehen, werden hier gar nicht erwähnt, obwohl sie große Leistungen vollbringen. Sie haben sich - richtig gegendert - von den fünf Mitarbeiter*Innen von Maintal Aktiv nicht mit einer Ehrungsaktion vermarkten lassen. So bleibt die schulbuchmäßige Aktion der Anerkennungskultur ähnlich einseitig, wie die Ehrungen des Frauenbüros auf dem Frauenhain.  >>>mehr
   
22.06.2018 K(r)ampf mit dem generischen Maskulinum
Nichtsprachwissenschaftler*innen haben es derzeit schwer, sich an neue Schreibweisen zu gewöhnen, für die sich eher maskuline Frauen und feminine Männer, also typische Genderist*innen einsetzen. Sie haben dem generischen Maskulinum den Kampf angesagt. Nun hat sogar der DUDEN-Verlag ein Buch mit dem Titel "Richtig gendern" herausgegeben, um Tipps zu geben, wie man Texte verkürzt, ohne besser verstanden zu werden. Übrigens: 45% der Wörter im Duden sind bereits feminin, 35% maskulin und 20% neutrum. Das ist Feministinnen jedoch noch zu wenig. Darum haben sie dem generischen Maskulinum den Kampf angesagt. Anstatt jedoch konsequent zu sein und beide Geschlechtsvarianten in Langschrift zu verwenden, benutzen sie Sternchen, Bindestriche und Schrägstriche mit /Innen und *dinnen und andere Schreibweisen. Der Grund ist klar: Sie sind zu faul für die lange Schreibversion und wollen Zeit und Platz sparen. Die Folge ist die Verunstaltung der Sprache. >>>mehr
 
28.04.2018 Böcke als Gärtner
Unsere ganz persönliche Welt lässt sich auf das Umfeld, in dem wir wohnen, reduzieren. Dort wollen wir zufrieden sein und harmonisch leben. Einige Menschen haben zusätzlich Freizeitdomizile, in die sie zeitweise ihr Leben verlagern können. Doch so einfach ist das mit der Zufriedenheit oft nicht. Das Zusammenleben mit anderen Menschen in harmonischer direkter Nachbarschaft erfordert allseits soziale Kompetenz und passende Verhaltensweisen. Wer diese nicht besitzt oder dazu nicht fähig ist, sollte seine Defizite nur in Einzelwohnobjekten und mit sich selbst ausleben. In größeren Wohnanlagen werden solche Menschen mit der Zeit zum Problem. Im Grund genommen ist das harmonische Zusammenleben in größeren Wohnanlagen jedoch recht einfach möglich, wenn man logischen Sachverstand und ethische Reife besitzt. Man muss sich nur sozial integrieren, also gegenseitige Rücksichtnahme pflegen. Umso höher in einer Wohnanlage die soziale Kultur ist, desto weniger Details müssen hinsichtlich des Zusammenlebens geregelt werden. Permanentes Fehlverhalten führt jedoch zu zusätzlichen Regelungen, Restriktionen und Zwängen, weil die Einsicht Einzelner fehlt. >>>mehr
  
02.04.2018 Wohin Privatisierung führt
Allewelt ist stolz auf den Forstschritt und glaubt daran, dass die Privatisierung öffentlicher und staatlicher Bereiche ein Segen ist, weil in der Privatwirtschaft angeblich klügere Köpfe sitzen und Wettbewerb die Leistungsfähigkeit steigert. Schaut man etwas genauer hin, merkt man, was wir dadurch im doppelten Sinn Werte verlieren. Bundesbahner waren stolz darauf, dass man die Uhr nach ihren Ankunfts- und Abfahrtzeiten stellen konnte und es war möglich, jeden Winkel der Republik auf der Schiene zuverlässig zu erreichen. Die Post war ebenfalls ein Hort der Zuverlässigkeit und des Pflichtbewusstseins und deckte alle Funktionen der Post, des Fernmeldewesens und der Telefonie ab. Beamte dieser Einrichtungen waren Garanten für Verschwiegenheit. Heute verkaufen die Nachfolger der Post unsere privaten Daten an Dritte, damit sie uns manipulieren können. Briefe werden unregelmäßig und jeden Tag von anderen Personen zugestellt, die überwiegend nichts mehr mit dem früheren Briefträger zu tun haben. Bei der Telefonie tobt ein Leistungs- und Leitungskampf, der fernab von jeder Seriosität ist. Die Postbank ist inzwischen ein Unternehmen ohne soziale Ausrichtung und ähnlich unseriös, wie die meisten Geldinstitute, die ihre Kunden wegen des Profits übers Ohr hauen. Heute fahren die Züge, wann sie wollen und nur noch auf den Hauptstrecken. Mit der Aufgabe vieler Schienenverbindungen wurde der Verkehr auf die Straße verlagert und die LKWs verpesten die Luft und verstopfen die Autobahnen. Mit der Privatisierung gingen Werte verloren, die mehr bedeuten als schnödes Geld. Die Frage ist, ob diese Entwicklung richtig war und ob uns unsere Politiker damit einen Bärendienst erwiesen haben. >>>mehr
   
30.03.2018 Kontinuität oder Paradigmenwechsel?
Seit dem 29. März 2018, meinem 74. Geburtstag, liegt sie aus - die Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS - Ausgabe 02/2018. Sie ist allerdings die letzte Ausgabe, die ich als aktiver Redakteur mitgestaltete. Gleichzeitig bedeutet das für mich den Abschluss der Phase 1, der aktiven Phase des Unruhestands, in der man der Gesellschaft etwas zurückgeben möchte. Über 10 Jahre meines Ruhestands widmete ich der Zeitung, die inzwischen zu einer bedeutenden Seniorenzeitung der Region heranwuchs. Mit 2800 kostenlosen Exemplaren pro Quartal trägt sie zur Unterhaltung und zur Information der Maintaler Senioren bei. Auch überregional wird sie geschätzt, wie verschiedene Rückmeldungen zeigen. Das liegt wohl am interessanten Mix unterhaltender und informativ-kritischer Inhalte, die von Senioren geschätzt werden, denen wegen ihrer reifebedingten Aufmerksamkeit die Alternative der heute üblichen Seniorenbespaßung nicht adäquat erscheint. Damit ist die Maintaler Seniorenzeitung weit weg vom Stigma eines Vorleseheftchens für Soft-Demente. Auch wenn schon mal nach einer lokalen Gruppenreise in Afrika ein Artikel großspurig mit "Der afrikanische Kontinent" überschrieben wird und die Leser mit dem Hinweis bedient werden, dass man Südafrika findet, indem man "mit dem Finger auf dem Globus nach Süden fahren muss", - die Zeitung ist für Senioren gemacht, die über Lebenserfahrung verfügen. Es ist nur der individuelle schlichte Versuch, auch Randbereiche des Lebens mit Informationen zu bedienen. >>>mehr
    
22.03.2018 Gesundbetung
Die Stadt Maintal ehrte in einer speziellen Veranstaltung aufgrund einer öffentlichen Ehrungsausschreibung mehrere Personen, die sich selbst um eine Ehrung beworben hatten oder von Dritten für eine Ehrung vorgeschlagen wurden. Im letzteren  Fall sollten die Kandidaten laut ursprünglicher Ausschreibung mit der Bewerbung und öffentlichen Vorführung ihrer Aktivitäten einverstanden sein. Im Artikel "Kehrseite der Medaille" ging ich bereits auf die Wirkung bewertender Wettbewerbe auf selbstlos aktive Freiwillige ein. Interessant ist in diesem Zusammenhang jetzt die Bekanntgabe der Gründe zur Preisverleihung und die Zusammensetzung der Jury. Die Grundlagen zur Entscheidung der Jury sind in der Sache nachvollziehbar. Hätten die Bewerber das vorher gewusst, hätten sich einige  vielleicht erst gar nicht beworben. Da sie aber dennoch Aussicht auf Erfolg hatten, wie im Fall von Martin Fischer, lag wohl daran, dass die Jury die Grundlagen der Entscheidung selbst nicht so ganz ernst nahm. Die nachträglichen Erklärungen wirken nun wie eine Gesundbetung des Verfahrens. >>>mehr
    
11.03.2018 Da mach' ich mit, da geh' ich hin!
Menschen mit einem offenen Ohr und Auge für Sinnvolles sind gern bereit, sich einzubringen. Sie können das Wirken einer Gruppe, die mit besonderen Fähigkeiten erfolgreich ist, positiv beeinflussen, wenn solche vorhanden sind. Ehe es jedoch dazu kommt, steht die Frage im Raum, was im Sinne der erfolgreichen Gruppe "sinnvoll" ist. Da können die Meinungen zwischen dem Interessenten und der Gruppe ganz schön auseinander gehen. Unter vernünftigen Menschen klärt sich das jedoch meistens ganz schnell, wenn alle Seiten objektiv feststellen, ob ein Neuzugang zur Gruppe passt oder nicht. Dazu  müssen alle Seiten gleichermaßen den Verstand und das Gefühl bemühen und sich offen äußern, auch wenn es für Betroffene unangenehm ist. Geschieht das nicht, so sind völlig unvorhersehbare Auswirkungen möglich. Es ist also nicht allein der Beschluss eines Einzelnen, sich einer Gruppe anzuschließen, sondern auch eine Frage des Fortbestands einer bestehenden Gruppe.   >>>mehr
    
02.03.2018 Ein Dienst für Maintal
Im Zusammenhang mit einer Recherche des HR stieß ich in meinem privaten Archiv auf den Zeitungsartikel vom 13. März 2006. Er zeigt, wie die Maintaler Lokalzeitung, der MAINTAL TAGESANZEIGER über meine Aktivitäten dachte, die ich 2002 begann und 2015 einstellte. Über 12 Jahre begleitete ich aktiv die Maintaler Kommunalpolitik und brachte meinen Lesern und den Stadtverordneten, dem Bürgermeister und den Stadträten Sichten näher, die ihre Verhaltensweisen erzeugten. Meine Homepage wurde nebenbei zum politischen Archiv, das öffentlich genutzt werden konnte und auch benutzt wurde. Nachdem meine Zuversicht restlos geschwunden war, dass sich in Maintals Kommunalpolitik alles zum Guten wenden könnte, stellte ich diese Aktivitäten ein und löschte alle Seiten mit dieser Thematik. Eine kleine Kostprobe, wie dieses im neben stehenden Artikel erwähnte "Infotainment" gestaltet war, kann auf dieser Seite nachempfunden werden. >>>mehr
 
20.02.2018 Lokales Zeitungsdilemma
Die Kraft, die von einer Gruppierung ausgeht, wird von Inspirationen und Leistungen bestimmt. Sind deren Aktivitäten deutlich spür- und erlebbar, formen sich Anerkennung und Stellenwert in der Gesellschaft. Eine große Rolle spielt die Öffentlichkeitsarbeit, wenn sich die Leistungen in einer Nische abspielen, die nicht jeder genau kennt und nutzt. Wird eine Aktivität in der Öffentlichkeitsarbeit unangemessen aufgeblasen, wird sie Opfer der Glaubwürdigkeit. Wird sie jedoch überhaupt nicht thematisiert, obwohl sie von Lesern selbst wahrgenommen wird, generiert sich die Ansicht, sie sei es gar nicht Wert, in den Fokus gerückt zu werden. Einer ernst zu nehmenden Tageszeitung steht es gut, am Puls der Leserschaft zu sein, solche Schwingungen aufzugreifen und zu thematisieren. Gerade in Maintal findet das jedoch nahezu nicht mehr statt, seitdem der Maintal TAGESANZEIGER vom Hanauer Anzeiger aufgesaugt wurde. Ein gutes Beispiel ist die diesjährige Berichterstattung über das Maintaler Fastnachtsgeschehen, bei dem sich für einige Vereine die Hauptaktivität des Jahres mit großem Zuschauerzuspruch entfaltet. Aber auch weite andere Bereiche liegen im Wahrnehmungsschatten der Redaktion mit Minimalbesetzung. Die Wertigkeit bekommt dadurch rein kommerzielle Züge und die einzig richtige Reaktion darauf ist die Kündigung des Zeitungsabonnements, wenn sich damit massive Betroffenheit einstellt. >>>mehr
    
12.02.2018 Think big ala SPD
Es gibt da so einen Witz, bei dem jede Frage, die gestellt wird, immer beim selben Thema landet, weil die Person wirklich nur bei einem Thema kompetent ist. So scheint das auch bei Martin Schulz, dem verglühten Hoffnungsträger der SPD zu sein. Immer wenn er anfing, groß zu denken, landete er bei der EU, seinem Spezialgebiet. Nachdem er in der Bundespolitik chancenlos war und nach Brüssel ging, profilierte er sich und seine Partei holte ihn zurück, als sie sich der Wahrnehmungsgrenze näherte. Als Messias kam er mit all seinen EU-Meriten im Gepäck von dort zurück, und verbreitete in der SPD und der Wählerschaft Hoffnung. Was er mit seinen großen Gedanken infrage stellte, war jedoch das tägliche Brot der erfolglosen Politiker, mit dem sie ihre Funktionen ausfüllen. Das deklassierte sie. Die SPD müsse sich erneuern, wieder profilieren und klar vom politischen Gegner abgrenzen, war die Botschaft, die die Basis entzückte. Im Hintergrund stand bei ihm jedoch auch die Verquickung der deutschen mit der Europapolitik. Die SPD wäre besser beraten gewesen, wenn sie sich an die Spitze der Bewahrer der Demokratie gesetzt und damit in den Köpfen wieder die Erinnerung geschärft hätte, wer in der deutschen Geschichte nie den demokratischen Pfad verließ. Europa als Wärmepflaster für Frieden und freien Handel heilt nicht die deutschen Beschwerden. Obwohl die Mehrheit der Wähler nur allzu genau die Gefahren von Rechts sieht, die auf unsere Demokratie zukommen, schwächten sie bei der Wahl die großen Volksparteien. Nun scheint Deutschland einen Träumer verloren, aber eine Chance zur traumfreien Erneuerung in der Politik gewonnen zu haben, wenn man die richtigen Schlüsse zieht. Man wird sehen, ob das funktioniert. >>>mehr
    
02.02.2018

Ausgelebte Wissensdefizite

Tagtäglich wird jeder, der in heterogenen Gemeinschaften lebt, mit ausgelebten Wissensdefiziten konfrontiert. Mit Borniertheit und Arroganz vorgetragen ist diese Variante der Dummheit besonders aggressiv. Etwas erträglicher kann dies werden, wenn Lebenspartner solche Wissensdefizite ausgleichen. Das ist aber nur möglich, wenn in Partnerschaften wirklich ein Wissengefälle existiert und der Partner sich traut, den Auswirkungen der Defizite zu begegnen. Leider ist das selten der Fall, wodurch für Umstehende der Eindruck entsteht, dass beide Partner gleichermaßen gebildet und intelligent seien.

 

Nun ist es Fakt, dass Menschen in dieser Beziehung niemals gleich sein können, weil ihr Leben völlig unterschiedlich verlief. Einer muss doch über dem Anderen stehen. Doch, warum hilft man sich nicht gegenseitig? Weil vom Dümmeren oft urwüchsige Gewalt ausgeht und es ihm einfach an Substanz feht, Argumenten zu folgen. Sind sich Personen allerdings relativ gleich, spricht man von geballter einfältiger Macht. Weiten solche Personen ihren Einflussbereich deutlich aus und bilden gleichgeartete Seilschaften, kann eine Gemeinschaft mit krassen Verhaltensweisen rechnen, denen man mit allen Mitteln begegnen muss. Hier ist jedoch meist festzustellen, dass naive Allianzen ihre Reihen mit trotzigen Reaktionen fest geschlossen halten, wenn Dritte versuchen, deren Wesensdefizite auszugleichen. >>>mehr

      
21.01.2018 Wenn Nichts alles ist
Irgendwann kommt jeder Mensch mal an einen Punkt, an dem er das Gefühl hat, dass alles um ihn  herum inzwischen nichts mehr ist. Das ist umso gravierender, wenn ihm bewusst wird, dass dieses Nichts alles ist, was sein Leben noch ausmacht. Vielfach tritt das am Ende einer Kette von nicht eingetroffenen Erwartungen ein, wenn die letzte Hoffnung die ist, es möge hoffentlich nicht mehr schlimmer kommen. Doch meistens kommt es noch schlimmer, wenn man selbst nichts verändert. Also greifen immer wieder Zäsuren, die weittragende Folgen haben können. Selten wird beachtet, dass Fehleinschätzungen die häufigste Ursache ist. Liegt es nun am ungebremsten Optimismus oder dass man von sich auf Andere schließt? Spätestens hier reift die Erkenntnis, welch große Unterschiede zwischen Menschen bestehen und dass die eigenen Erwartungen zu hoch sind. Das gilt übrigens im Guten, wie im Bösen. Wenn man unterstellt, der Andere würde sich genauso verhalten, wie man selbst in vergleichbarer Situation, ist Enttäuschung vorprogrammiert - in der Negativspirale jedoch geringer als im Positiven.   >>>mehr
        
11.01.2018

Seniorenzeitung in Turbulenzen

Ab heute ist die erste Ausgabe 2018 der Maintaler Seniorenzeítung erhältlich, die kostenlos an vielen Stellen Maintals ausliegt. Sie kommt mit einem neuen Titelblatt daher, an das sich die Leserschaft erst gewöhnen muss. Dieses Titelblatt zeigt, dass Senioren nicht ganz so statisch denken, wie man ihnen das gern unterstellt. Auch Senioren gehen mit der Zeit, denn sie müssen im doppelten Sinn mit der Zeit gehen. Bis es aber soweit ist, ist es gut, dem Zeitgeist ein wenig zu folgen. So frischte die Redaktion den Look ihrer Zeitung auf, um auch zukünftige Senioren zeitgemäßer anzusprechen. Wer die Entwicklung der Maintaler Seniorenzeitung mitverfolgte und sich bewusst macht, dass damit inzwischen ca. 3000 Haushalte erreicht werden, erkennt in der lokalen Pressewelt den Stellenwert der Zeitung. Dem muss die kleine Redaktion natürlich gerecht werden, um ihrer erarbeiteten Reputation zu entsprechen. Das erfordert eine engagierte, fleißige und qualifizierte Mitarbeit und ein harmonisches Umfeld innerhalb der Redaktion. Als Redakteur muss man sich wohl fühlen, um daraus Energie und Motivation zu schöpfen. Wenn dies fehlt oder abnimmt, leidet die Bindung an das Ehrenamt. Typisch für selbstlose Ehrenamtliche ist es, dass sie selbst die höchsten Ansprüche an ihr Wirken stellen und die Freude über das Gelingen als einzigen Gegenwert akzeptieren. Geht die Freude verloren, so ist das Ende der Aktivität nah. >>>mehr

    
07.01.2018 Die Kehrseite der Medaille
Medaillen sind neben Pokalen die gängigste materielle Form einer Ehrung. Große Sportler sammeln Medaillen am Fließband und wir freuen uns über ihren Erfolg. Ihre Leistung wird miterlebt und ihre Siege sind greifbar. Es ist auch immer spannend, knappe Entscheidungen mitzuerleben. Etwas anders sieht es aus, wenn eine Jury nach eigenem Empfinden Sieger auswählt. Hier bleibt immer ein Beigeschmack, oftmals gar Frustration. Die Aufgabe einer Ehrung kann nur einigermaßen zufriedenstellend gelöst werden, wenn man unterschiedliche Disziplinen einrichtet und mit fachkundigen Juroren besetzt, die auf eigene Leistungen auf gleichem Gebiet zurückblicken können. Doch auch dann gehen die Meinungen über Entscheidungen immer wieder auseinander. Das liegt an den unterschiedlichen Maßstäben, die angelegt werden. Heftig fallen manchmal Urteile von Geehrten aus, wenn sie ihre Leistung mit denen anderer Preisträger vergleichen. Extrem negativ können sich Kandidaten betroffen fühlen, die bei der Jury durchfielen, weil sie mit Äpfeln und Birnen verglichen und dadurch zu Pflaumen wurden.   >>>mehr
           
24.12.2017 Periodische Kalenderzwänge
Wenn sich Erinnerungskulturen und Gruppenzwänge treffen, so löst das Handlungen aus, die nur zu bestimmten Anlässen vorgenommen werden. Vorher und nachher fehlt dafür jeglicher Grund und würde nur zu Irritationen führen. Es gibt die Zeit für Osterhasen und für Nikoläuse aus Schokolade, wobei sich manche Prachtexemplare nur durch die Hülle unterscheiden. Ganz normale Süßigkeiten kosten wegen der gezielten Verpackung  bei gleichem Warenwert das Doppelte. Gänse haben das ganze Jahr ein ruhiges Leben. Wegen eines Kalenderereignisses müssen sie millionenfach ihr Leben lassen. Über'm großen Teich trifft es dafür die Truthähne, anderswo die Karpfen. Alles scheint vom Kalender abhängig zu sein. Wir finden heute fast täglich spezielle Tage im Kalender, wie den Tag der Milch, der Pizza, der Schokolade, der Waffel und Tag der Zimtschnecke. Heute hat fast jede Interessengruppe die Möglichkeit, einen speziellen Tag im Kalender auszurufen, damit die Kassen klingeln. Sogar über geschlechtsspezifische Tage, wie den Tag der Tage, wird bereits nachgedacht. Momentan hat allerdings der christliche Glaube Konjunktur und beruft sich auf ein Ereignis voller Widersprüche, das wohl nie eine logische Erklärung finden wird. Es sind halt Tage des Glaubens. Und der Glaube kann Berge versetzen.   >>>mehr
    
10.12.2017

Bedenkliche Kehrtwenden

Jeder Mensch hat schon Kehrtwenden hinter sich, also die Umkehr auf einem als falsch erkannten Weg. Selbst das Navi im Auto rät gelegentlich "Bitte wenden, bei nächster Gelegenheit bitte wenden!" Doch hier stellen wir immer wieder fest, dass dies gar nicht stimmt, weil das Navi nicht mehr aktuell ist. Ein Update ist erforderlich. So ist es auch bei vielen Kehrtwenden, die uns unser menschliches Navi vorschlägt. Müssen wir immer exakt unserer inneren Stimme folgen? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.  

Der Jahreswechsel ist mal wieder so ein Zeitpunkt für Kehrtwenden. Wenn sich über eine längere Zeit bestimmte Erwartungen nicht mehr erfüllen und das Maß voll zu sein scheint, ist die Versuchung groß, sich abzuwenden, im schlimmsten Fall ist eine Kehrtwende vorzunehmen. Was bis gestern noch erstrebenswert, interessant oder sinnvoll erschien, ist heute plötzlich das genaue Gegenteil. Woran liegt das? Irgendwie hat das was mit Enttäuschung zu tun.   >>>mehr

            
06.12.2017 Seniorenpower
In wenigen Jahren wird ein Drittel der Maintaler Bevölkerung über 60 Jahre alt sein und man registriert die Senioren auch heute schon sehr stark, wenn alle Jüngeren auf der Arbeit sind. Dann bevölkern sie die Einkaufszentren, den fußläufig erreichbaren Einzelhandel  und die Arztpraxen. Viele von ihnen sind ehrenamtlich tätig und übernehmen seit vielen Jahren Pflichten, wie sie es gewohnt sind. Banken verkünden immer wieder, dass gerade Senioren die fleißigsten Sparer sind und über satte Reserven verfügen. Sie finanzieren ihren Kindern und Enkeln viele Dinge des Lebens, die sie sich sonst nur schwer leisten könnten. Selbst gönnen sie sich dagegen nicht viel, weil sie nicht wissen, was noch kommt. Viele Senioren pflegen die Gemeinschaft, um einen festen Platz in ihr einzunehmen, denn auf die Kinder ist im Alter vielfach kein Verlass. Die Bürgerhilfe Maintal ist ein Modell mit vielen Tausend Mitgliedern, die sich einbringen, um später selbst Hilfe zu erhalten. Seniorenpower versus Unterstützung, so heißt die Devise. Bei ihrem ehrenamtlichen Engagement lernen sie täglich aber auch die Kehrseite der Medaille kennen - die Altersarmut!  >>>mehr
    
27.11.2017

Zwischen den Welten

Maintal leistet sich seit vielen Jahren eine Bürgerbeteiligung, die nach außen hin lebhaft und den Interessen der Bürger angemessen erscheint. Taucht man etwas tiefer in die Welt des ehrenamtlichen Engagements ein, so gehen mehrere Welten auf, die recht unterschiedlich sind. Im Gespräch mit den Protagonisten dieser Welten oder im Zusammenhang mit eigenen Aktivitäten wird der tatsächliche Wert der Bürgerbeteiligung deutlich.

 Die Redaktion der Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS recherchiert regelmäßig  in diesen ehrenamtlichen Welten, weil sich nun mal auch viele Senioren unentgeltlich zum Wohl der Allgemeinheit einbringen. Was die Redakteure dabei aufwirbeln, finden viele Leser gut, weil es endlich einmal offen angesprochen wird. Andere wiederum betrachten es als Nörgelei, wie sie angeblich typisch für Senioren ist. Dinge, die einseitig hochgeschätzt sind, werden negiert, Dinge, die sich Senioren und viele andere Menschen wünschen, als Zumutungen empfunden. Es sind die unterschiedlichen Welten, die solche Reaktionen hervorrufen.   >>>mehr

    
10.11.2017 Befürchtungen werden Gewissheit
Mit dem vorangegangenen Artikel "Erfahrungen im neuen Wohnumfeld" ging es um die gegenseitige Rücksichtnahme und um die soziale Integration in den nachbarschaftlichen Bereich. In diesem Artikel möchte ich das Thema auf ganz Maintal ausweiten, im Grund genommen auf alle vom heutigen Zeitgeist erfassten Bereiche. Der größte den Zeitgeist formende Einfluss ist derzeit offensichtlich das Verhalten zu den Mitbürgern nach dem Motto "Was nicht verboten ist und was verboten ist, aber nicht überprüft wird, ist erlaubt!" So werden Verhaltensweisen bis zur Grenze und darüber hinaus ausgereizt. Beispielhaft dafür steht die Situation am Dörnigheimer Mainufer. Das Leben am Fluss ist für viele an Flüssen gelegenen Städte und Gemeinden ein interessanter Aspekt der Naherholung. Dies zu nutzen und für diesen Zweck aufzuwerten, ist ein wichtiges Projekt der Stadtentwicklung. Doch hier bereitet die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Besuchern und Anwohnern eine bedeutende, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. >>>mehr
    
08.11.2017 Einstimmung für Neubürger
Die neue Website möchte ich mit einigen Fragen eröffnen, die Sie sich stellen sollten. Was wird Neubürger erwarten, die sich für Maintal entschieden? Wo ist eigentlich der Ortsmittelpunkt? Wie funktioniert der Nahverkehr? Welche Kindergärten und Schulen gibt es? Wo kann man einkaufen und welche Lokale sind empfehlenswert? Welche Ärzte sind ansässig? Viele Fragen, die sich im direkten Kontakt mit Einheimischen und neuen Nachbarn am besten klären lassen. Doch zunächst merken Neubürger, dass es in Maintal recht ruhig zugeht. Das liegt daran, dass Maintal eine Wohn-/Schlafstadt ist und tagsüber die meisten Menschen zur Arbeit pendeln und nur die Senioren und die aus irgendwelchen Gründen Daheimgebliebenen zu sehen sind. Und noch eine Frage kommt auf: Warum nur geht es in anderen Kommunen von der Wahrnehmung her quirliger zu? Ganz einfach - weil sie es mit dem, was dort an Interessantem passiert, bis in die Tagespresse oder andere Medien schaffen. Maintal schafft es meistens nicht. Das Gute ist, dass dadurch der Eindruck entsteht, in Maintal im Tal der Glückseligen zu leben. >>>mehr
   


Tummelplatz FACEBOOK

Die sozialen Medien gehören heute einfach zur Kommunikation dazu, wenn man schnell über lokale Dinge informiert sein will. Wenn der Rettungshubschrauber über Maintal kreist oder die Feuerwehr, Polizei oder Rettungskräfte zu hören sind, ist man schnell informiert, was gerade wo passiert. Pendler und andere Verkehrsteilnehmer erfahren, wo es blitzt und wo mit welchem Stau zu rechnen ist. Dazwischen grüßen frühaufstehende Hundehalterinnen (Bei Männern gab es das noch nie) Maintal oder ihren Ortsteil mit einem Landschaftsbildchen mit Hund und das eine oder andere Selfie meldet sich als neues Profilbild einer Teilnehmerin. Aber auch die sehr wichtigen Themen, wie Parkplatz-Abzocker, eine neue Brücke oder eine aktuelle Demo sind schon sehr früh online oder als Rest vom Vortag noch nicht restlos kommentiert. Hinzu kommen natürlich die Informationen zahlreicher anderer FACEBOOK-Gruppen, die man abbonierte. Das erlaubt den Blick in unterschiedliche Welten, für die man sich interessiert. Und auf jeder Plattform tummeln sich andere Personen, die teilweise ernsthaft, aber auch albern und sogar störend ihr Unwesen treiben. Eine der größten Gruppen im Raum Maintal ist die Gruppe MAINTAL-UNITED.


 

Auch hier, bei über 4000 angemeldeten Nutzern ist das gesamte Spektrum vom sachlichen Informierer und Diskutanten über interessiert Nachfragende bis zum Facebook-Clown und Troll präsent. Mit Vorliebe wird Satire und Sarkasmus zelebriert, aber auch alberne Bldchen oder Filmchen sowie gar handfeste Verunflimpfungen sind an der Tagesordnung. Ein Administrator greift bei Bedarf ein, wenn die Forumspielregeln verletzt werden.

 

Mit Vorliebe werden Themen geteilt, die anderswo auftauchten und für maintalrelevant gehalten werden. Momentan ist im Sinne von Friday-for-future die Umwelt sehr aktuell. Passen die Thesen auch noch zu eigenen politischen Anliegen, so heißt es zum Beispiel, "Der Wald löst sich auf" und wird spotan mit Likes bedachtet, wobei nicht ganz klar ist, ob wegen der Verschiedenartigkeit der Teilnehmer die Behauptung oder die Tatsache an sich begrüßt wird.

 

 

Passiert in Maintal etwas, wie die Havarie der beliebten und nun wieder von vielen vermissten Fähre über den Main, ist die Anteilnahme groß und man kann die unglaublichsten Meinungen lesen, die insgesamt die Bestürzung und die Entrüstung aber auch Schadenfreude ausdrücken. Die Lösung wäre nach der Ansicht vieler Diskutanten natürlich eine Brücke (was sonst). Selbst der Hanauer Oberbürgermeister nutzte die Diskussion dazu, seine vor einigen Jahren bereits propagierte Brücke, die zur Entlastung der Philippsruher Allee natürlich auf Maintaler Gebiet entstehen soll, wieder in Erinnerung zu rufen.

Der Initiator und Gastronom der MAINKULTUR nutzte das Thema prompt als Werbung, indem er folgende kulturschaffende Satire einstellte und die Diskussion nach wenigen Tagen wieder beendete, als das eigentliche Ziel erreicht war.

 

 

Eigentlich ist die Schuldfrage der Havarie der Fähre (wenn es nach Facebook geht) längst geklärt und so langsam könnte von amtlicher Seite mal über die Lösung des Problems informiert werden. Doch es wird sich wegen des Desasters für die Verantwortlichen noch etwas in die Länge ziehen. Auch in der nächsten Stadtverordnetenversammlung wird es auf der Tagesordnung stehen.

 

Es sind aber auch Plogging-Aktionen im Angebot und zum wiederholten Mal werden die Versäumnisse der Stadt bei der Unkrautbeseitigung im Verkehrsraum und auf städtischen Flächen thematisiert. Hunde- und Katzenfreunde zelebrieren bis zum Erbrechen ihre Tierliebe und melden in dedektivischer Manier jeden Fund eines toten Haustieres. Dazwischen die Frage, ob Ursula von der Leyen EU-Kommissionspräsidentin werden soll. Hier duellierten sich Anhänger verschiedener Parteien. Eine Teilnehmerin meinte allerdings, "was das mit Maintal zu tun hätte...?"

 

Lustig, lustig, Tralala...

Wer gute Laune verspürt, will auch Andere daran teilnehmen lassen. Also wird das Web nach Motiven abgesucht, um sich inzpirieren zu lassen. So kommt es zu solchen Freudenspendern.

 

Teilnehmer, die darin gern einen tieferen Sinn, gar eine Satire sehen, kommentieren spontan, um einen aktuellen Zusammenhang herzustellen. Das wiederum lässt nicht lang auf eine Antwort warten. So entstehen Ping-Pong-Posts, die zu kleinen Nadestichen führen können.

 

Leider finden auch geschmacklose Posts ins Netz, die meistens dann ignoriert werden.

 

Einige Gruppenmitglieder versuchen immer wieder, interessante Diskussion von Störenfrieden, Trollen und selbstempfundenen Wtzbolden frei zu halten. Einige Störversuche münden nach entsprechenden Auffforderungen sogar in brauchbare Diskussionsbeiträge. Das zeigt, dass manche Themen zunächst erst gar nicht ernst genommen werden. Andere Störer findet man bei prekären Themen wieder, wo sie sich unter Ihresgleichen voll entfalten.

 

 

Man darf nicht vergessen, dass FACEBOOK während der Diskussion, den Albernheiten und extremen Meinungsäußerungen sowie über die Likes bzw. Emoijs fleißig Daten sammelt, die Interessenten gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt werden. Einige Schlauberger, die sich zur Tarnung mit einem Nickname beteiligen, vergessen ganz, dass sie über Ihre Anmeldedaten FACEBOOK durchaus bekannt sind.

 

Politik liest stumm mit

 

Ein Ärgernis für viele sachlich diskutierende Teilnehmer ist das Verhalten zahlreicher Politiker und Offizieller, die im Hintergrund mitlesen, wie man der Bildschirmanzeige entnehmen kann, sich jedoch nicht an der Klärung von Sachverhalten beteiligen. Zumindest informieren sie sich über Meinungen, haben aber nicht die Courage, sich zu Dingen zu äußern, für sie sie mitverantwortlich sind. Wäre ihnen die Plattform grundsätzlich zu unseriös, so solten sie sich auch zu Wahlkampfzeiten zurückhalten und sich ihre Informationen zu öffentlichen Auftritten sparen. Wenn sie schon in einem sozialen Medium präsent sein wollen, sollten sie sich auch der Öffentlichkeit stellen.

 

FACEBOOK ist nun mal eine Zeiterscheinung für jede Art von Konsumenten, Werbende, Selbstdarstellern, Störenfriede und feige Vojeure, die dennoch bis zu einem gewissen Grad erst genommen wird. Man muss es in FACEBOOK nehmen, wie es ist.

 

29.07.2019

 


















Besonders beliebt sind Betroffenheits-Posts, die grotesk zwischen anderen Posts platziert sind. Auch wenn sie tief empfunden entworfen wurden, sie bedienen oft platte Klischee's, wie man unten sieht. Das reizt Störer, die aus ganz anderem Interesse in den Gruppen nach Posts suchen, die sich für ihre Lust am Frust eignen. Auch Rassisten und Hetzer  filtern solche Posts nach Reizworten, um ihre Elaborate los zu werden. Trauer- und Betroffenheitsposts sollten deshalb in speziellen Themengruppen platziert werden.




Pirouette einer Fähre

Das hatte die gute alte Dörnigheimer Fähre auch noch nicht erlebt - eine 180°-Drehung mitten auf dem Main! Und kein Fährmann mit einem gültigen Fährschein war auf der Fähre, noch nicht einmal Fährlehrlinge, die zum Fährschein angemeldet waren. Die Funktion der Fähre hatten sie auch noch nicht begriffen. So jedenfalls ergab es sich bei privaten Recherchen während und nach der Havarie. Presse, Rundfunk und Fernsehen verbreiteten allerdings in Windeseile die Mär vom "gerissenen Fährseil", während die Fähre fest an genau diesem Fährseil hing. Was wirklich passiert war, begriffen die kommerziellen Berichterstatter offenbar nicht. Es herrschte auch lange Zeit echte Ratlosigkeit bei den Rettungskräften, bis das Bergungsschiff eintraf. Derzeit ruhte der Schiffsverkehr und ein Ausflugsdampfer fuhr nach Frankfurt zurück. Für alle Fälle stieß das Feuerlöschboot aus Hanau noch hinzu, beschränkte sich aber auf die Sperrung des Schiffsverkehrs. Eine latente Unfähigkeit war zu spüren, bis die Fähre unter dem Seil wieder um 180° zurück gedreht war und ans Ufer gebracht werden konnte. Da die verhedderten Steuerseile die Seillänge verkürzten, mussten diese zuvor gekappt werden, um überhaupt den Anlegebereich ansteuern zu können. Den Rest erledigte eine Seilwinde der Feuerwehr.


Wie funktioniert eigentlich eine Gierseilfähre?

Wer mehrmals aufmerksam mit der Fähre übersetzte und eine brauchbare Allgemeinbildung besitzt, wird festgestellt haben, dass die langjährigen Betreiber der Fähre die Funktion im Griff hatten. Eine Überfahrt lief wie folgt ab:

  • Der Motor befindet sich beim Beladen im Leerlauf, damit die Hydraulik funktioniert.

  • Nachdem die Fähre beladen und ablegebereit ist, wird der Schlagbaum geschlossen und dem Motor kurz Gas gegeben, damit die Fähre ablegt.

  • Der Motor wird wieder auf Lerlauf gestellt und die Gierseile(Steuerseile) werden so verstellt, dass der Bug schräg gegen die Strömung zeigt, damit diese die Fähre sanft ans andere Ufer zieht.

  • Danach wurde kassiert und kurz vor dem gegeüberliegenden Ufer wurden die Gierseile wieder in die Null-Stellung gebracht, damit die Fähre exakt und sanft aufs Ufer auflaufen konnte.

  • Je nach Restgeschwindigkeit wurde kurz mit dem Motor nachgeholfen oder verstärkt oder über die Hydraulik der Rampe abgebremst. Das war's!

So, wie sich die Sache darstellte, wurde die Fähre mit Motorantrieb und lose an den Seilen hängend bis ín die Flussmitte getrieben. Als erkannt wurde, dass die Geschwindigkeit zu hoch war, erschien ein Abbremsen nur in der Art möglich, dass man die Antriebswellen in Gegenrichtung umschwenkte, um einen Gegenschub zu erreichen. Da die kiellose Fähre aber dem Antrieb folgte, schwenkte sie flussaufwärts, überfuhr das inzwischen lose herunterhängende Seil und verfing sich nach einer 180-Drehung an den Seilen.

Natürlich folgt diese Darstellung nur den persönlichen Beobachtungen und der Logik. Jedes andere Ergebnis offizieller Untersuchungen wäre eine Sensation.

 

23.07.2019














 

ERLEBEN, WAS VERBINDET

Seit Bestehen der TELEKOM bin ich Kunde, denn ich wurde bereits als Stammkunde der Post übernommen und war stets zufrieden. Traten Probleme auf, wurden sie im Rahmen der technischen Möglichkeiten schnell und zuverlässig ausgeräumt. Die georderten Produkte stellten mich zufrieden, auch wenn einzelne Produkte etwas in die Jahre gekommen waren, wie zum Beispiel meine Homepage. Meine Domains sind eingeführt und an vielen Stellen seit Jahren fester Bestandteil der Kommunikation und Information. Mit der regionalen Umstellung auf IP (Internet Protocol) erlebte ich die TELEKOM zunächst von einer ganz anderen Seite. Nachdem ich vorab schon einmal über die bevorstehende Umstellung informiert worden war, kam nun ein Schreiben, in dem zwar erwähnt wurde, dass man mich als Kunden gern behalten würde, jedoch gekündigt und ein neuer Vertrag abgeschlossen werden müsse. Würde ich das nicht machen, würde TELEKOM kündigen und all meine Telekom-Produkte vom Netz nehmen, wozu auch die E-Mail & Cloud-Verbindung und meine Homepage gehören würden. Sollte ich TELEKOM-Kunde bleiben wollen, würden meine Telefonnummer und die Internetzugangsdaten, E-Mail-Adressen, Nachrichten und Kontakte sowie die Magenta-Cloud auf meinen neuen Anschluss übertragen werden. Das beruhigte mich zunächst und ich entschied mich für das neue Produkt (IP). Für die Übergangszeit bot man mir sogar an, beide Anschlüsse noch eine Woche lang parallel betreiben zu können. Das Erwachen kam allerdings  eine halbe Stunde später und meine Welt war nun gar nicht mehr in Ordnung.

 

Eigennütziger TELEKOM-Mitarbeiter schlägt zu

 

Nun erlebte ich wirklich, was angeblich verbindet. Ich bekam die Kündigungsbestätigung meines kompletten Vertrages und eine Bestätigung, dass ich einen neuen Vertrag abgeschlossen hätte und die schriftliche Bestätigung, dass zum Stichtag mein kompletter Account gelöscht wird. Witzigerweise war das mit der Aufforderung verbunden, dass ich mich nun schnellstens darum kümnmern sollte, dass meine Domains, Historie und meine Homepage erhalten bleiben.  Die Absicht des Kundenberaters war offensichtlich: Er wollte mich als "Neukunden" mit neuer Kundennummer werben und die Prämie kassieren, anstatt lediglich einen Produktwechsel auf dem alten Kundenkonto zu vollziehen, bei dem die zugesagte Übernahme der bisherigen Daten und Domains automatisch im Paket enthalten wären, wie im Anschreiben angepriesen. Genau das bestätigte sich bei den nun eingeleiteten Aktivitäten, um meine Domains und Daten zu retten. Für alle involvierten Stellen der TELEKOM fiel nun die gleiche Arbeit an, als sei ich von einem Drittanbieter zur TELEKOM gewechselt. Das empfinde ich als extrem rufschädigend, denn es kann nicht im Sinn der TELEKOM sein, einen der ersten Kunden einfach so abzuhängen, gerade, weil die Konkurrenz ja nicht schläft und deren Glasfaserkabel bereits vor dem Haus liegen. Auch werden sicher einige Vertragsbedingungen mit einem neuen Vertrag verändert. Das alles wird dem Mitarbeiter mit einer Prämie belohnt. Ein Fehler im System oder aber Fehlinterpretation interner Anweisungen.

 

Geraubter Schlaf als unangenehme Nebenwirkung

 

Mit dem Schlaf regeneriert sich der Mensch und ganz besonders betagte Menschen laden  sinnbildlich dabei wieder ihren Akku auf. Nach dem Erhalt der schriftlichen Bestätigung der Kündigung wurde mir so langsam bewusst, was eine Panne beim Übergang auslösen würde. Dann würde ich nämlich erleben, was nicht mehr verbindet.Warum kann die TELEKOM meine alte Rufnummer nicht retten, obwohl jeder andere Anbieter die Übernahme der Rufnummer bei einem Wechsel anbietet und es innerhalb der Produktpalette der TELEKOM dafür eigentlich technische Möglichkeiten geben sollte. Später sollte sich herausstellen, dass ich vom agilen Mitarbeiter vom Festnetzbereich in den Mobilfunkbereich der TELEKOM überführt werden sollte. Die halbe Nacht lang quälte mich die Vorstellung, dass bei einer Panne während der Umstellung mein E-Mail-Account mit E-Mail-Adresse, die Kontaktdaten, die Termine und die Historie gelöscht wären.

  • Wie sollte ich dann all meinen Kontakten meine neue Rufnummer übermitteln?

  • Welche Geschäftsverbindungen, bei denen die E-Mail-Adresse fester Bestandteil des Einloggens sind, müssten geändert werden?

  • Welcher Aufwand wäre damit verbunden und wie sehr wäre ich eingeschränkt?

  • Welche Auswirkungen auf meine weltweit bekannten Dokumentationen hätte das Löschen der Homepage?

All das und andere Fragen raubten mir den Schlaf und Panik machte sich breit. Ich empfand das so, als würde ich in kurzer Zeit digital sterben. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie sehr ich bereits mit der digitalen Welt verknüpft bin und dass ich am Ende meines Lebens sogar zweimal sterben werde. Nun war Handeln angesagt!

 

TELEKOM hat auch verantwortungsvolle Mitarbeiter

 

Bei der Rettung meiner laut Statistik  weltweit geschätzten Homepage wurde transparent, was geschehen war. Mir wurde spontan Unterstützung bei der Lösung meines Problems zuteil und für den Rest der Probleme ebenfalls zugesagt, sobald mir meine neue Kundennummer bekannt sei und ich sie übermitteln könne. Also gibt es bei TELEKOM unter der bisherigen Kundennummer noch nicht einmal einen Querverweis, dass lediglich ein Wechsel innerhalb der TELEKOM-Bereiche stattfand. Wahrscheinlich wäre dann ja auch die Prämie des Mitarbeiteres für die Neuwerbung futsch gewesen. Die Frage war, ob das die Kundendienstleitung der TELEKOM billigt.

 

Auf der von mir sehr geschätzte Mitarbeiterin, die sich neben ihrer Berufsauffassung auch für den guten Ruf der TELEKOM einsetzt, ruhte nun meine ganze Hoffnung und Zuversicht, dass die Sache zu einem guten Ende kommt und alle Umstellungen reibungslos klappen. Derweil griffen die Automatiken, die der erste Kontakt ausgelöst hatte. Die Hardware für die Umstellung war bereits auf dem Weg und mein neuer Vertrag ebenfalls. Als ich die neuen Kundendaten kannte, war der Umfang der erforderlichen Maßnahmen klar. Die Lösung war, dass TELEKOM die alte Kundennummer weiterführen und nur den Produktwechsel registrieren würde. Intern sollte auch für die TELEKOM gelten: Eine Kundenhistorie kann nur nützlich sein, wenn sie vollständig ist. Ansonsten werden Kunden wortwörtlich wirklich ERLEBEN, WAS VERBINDET, wie der neue Slogan verpricht.

 

20.06.2019 bis 30.06.2019

 








Wie die TELEKOM die Welt wieder gerade rückte

 

Auch wenn bereits Hilfe bei der Rettung meiner Daten und Domains in Sicht war, so ließ mich die Unverfrorenheit nicht ruhen, dass ich als über 50 Jahre langer Festnetzkunde einfach so abserviert werde und ich im Gegenzug immer wieder mit der Unterschrift des Kundendienstleiters der TELEKOM überschwänglich als Neukunde begrüßt und für meine kluge Entscheidung beglückwünscht werde. Mir war klar, dass da irgend etwas nicht stimmte. Also schrieb ich besagten Kundendienstleiter Ralf Hoßbach an, schilderte ihm den Vorfall und bat ihn um Klärung und Hilfe, was von ihm als Mitglied der Geschäftsleitung prompt eingeleitet wurde. Es gibt ihn also wirklich!

 

 

 

Ein von ihm beauftragter Mitarbeiter nahm mit mir Kontakt auf und ließ sich nochmals alles im Detail erklären, weil die Datenbank der TELEKOM noch nicht alle Datails offenbarte. Sofort wurde die erfolgte Kündigung zurückgenommen und zugesagt, dass alles so geändert wird, damit ich unter meiner alten Kundennummer mit IP-Modul und all meinen Domains und Historien sowie meiner bisherigen Telefonnummer weiterarbeiten kann. Die Details, bei denen ich während der Umstellung aktiv werden muss, würden in der kommenden Woche mit mir abgesprochen werden. Es war wohl der Fehler eines Kundenberaters, der scharf auf eine Prämie für das Anwerben eines Neukunden war.

 

Name Ralf Hoßbach wird zum Synonym

 

Inzwischen ist mein alter Kundenstatus schriftlich bestätigt und die Änderung sowie die Beibehaltung  von Produkten fixiert. Die physische Umstellung erfolgte am 28.06.2019 bei hautnaher kundenseitiger Betreuung. Der damit betraute Mitarbeiter regelte den gesamten Fall, wie er eigentlich von Anfang an hätte geregelt werden sollen, schließlich handelte er im direkten Auftrag des Leiters des Kundenservice der TELEKOM Ralf Hoßbach.

 

Absolut kurios war die Sache dennoch, weil alle parallel laufenden Abläufe aus der trickreich umgesetzten Anwerbung als Mobilfunk-Neukunde ebenfalls den Namen Ralf Hoßbach (als Faksimile) trugen. Das erweckte durchaus den Eindruck, als sei er der einzige Mitarbeiter seines Bereichs, der nicht wirklich durchblickte. Das ist natürlich nicht so, es deutet jedoch auf die Arbeitsweise des 100%-Delegierens ohne Kontrolle hin. Das mit dem Faksimile sollte geändert werden, auch wenn so ein Faksimile den Eindruck des persönlichen Kontakts und Kundennähe erwecken soll.

 

Eines habe ich dabei gelernt: Im Alter gerät man leicht an Leute, die versuchen, sich einen Vorteil zu verschaffen - koste es, was es wolle. Solche Personen nutzen sogar Schwachstellen des eigenen Systems aus. Nur entschlossenens Handeln kann solche Strategen stoppen.

 

Ohne die tatkräftige Mitwirkung verantwortungsvoller TELEKOM-Mitarbeiter und -mitarbeiterinnen, die den sonst so unpersönlich durchgestylten Serviseapparat der TELEKOM aushebeln und sich als direkt ansprechbare Personen einbringen, wären mehrere Dutzend Telefonate nötig gewesen und die Angelegenheit hätte sich über Wochen hingezogen. Dabei wären möglicherweise Historien, Accounts und der Inhalt der Website gelöscht worden - ein wahrlich digitaler Tod wurde noch einmal verhindert.

 

Klaus Klee

 

Dr. Herbst ist immernoch aktiv

 

Vielen Lesern ist die Kolumne "Fragen Sie Dr. Herbst" aus der Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS noch bekannt, die jetzt auf dieser Homepage weitergeführt wird. Dort ist jetzt sogar eine Frage zum politischem Unwohlsein und zu erhöhtem Blutdruck zu lesen, die Dr. Herbst auf seine Art beantwortete. Es geht schlichtweg um ein Hochhaus, das vedeckt mit der Stadtratswahl verknüpft ist. Da sich in Maintal die eigentliche Diskussion im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Thema erst jetzt in den sozialen Medien entwickelt und eine offizielle moderierte und zielführende Bürgerbeteiligung erst vorbereitet werden muss, wird eine rundum seriöse Erörterung erst in einigen Wochen stattfinden. Bis dahin sind die 5. Kolonnen der Befürworter des Hochhausprojekts bereits im Hintergrund tätig. Allen Beteiligten dürfte es unangenehm sein, dass jetzt so viele Bürger, die zur Vorabinformation nicht persönlich in ein Hotel eingeladen wurden, "Wind" von der Sache bekamen. Auch jetzt noch empfinden Bürger, dass hier eine Hoppla-hopp-Entscheidung geplant ist, ehe der Letzte (auch unter den Beschließenden) durchgeblickt hat. In Zeiten, in denen sich gerade unter jüngeren Menschen eine völlig neue Art der Wahrnehmung von Politik volllzieht, kann das fatale Auswirkungen haben. Genau das ist absolut ungesund für die Demokratie. Ein Fall für Dr. Herbst.

 

Der Beitrag, der zum Bluthochdruck von Herrn F. (62) aus Dörnigheim führte

 

 

"Wenn ich mich verarscht fühle, steigt mein Blutdruck rasant an. Zuletzt, als ich die Versammlung der Stadtverordneten im Live-Stream sah, als es um das geplante Hochhaus im Westend ging. Wie kann man denn ein strittiges Objekt als Vorwand und zum Test für die bevorstehende Stadtratswahl nutzen, ob man eine Mehrheit von CDU und SPD taktisch installieren kann? Ich habe gedacht, die Zeiten von Rohrbach seien vorbei. Nun sehe ich mich sogar wieder in die Zeit von vor Rohrbach versetzt, als man taktisch geschlossen die Bürgermeisterin absägte, um Rohrbach wieder zu bekommen. Welches Medikament könnte mir helfen, dass mich solch fragwürdige Taktiken nicht mehr so sehr erregen?"

 

 

Darauf antwortete Dr. Herbst:

 

Werter Herr F., eigentlich sollte ich Ihnen nur zum medizinischen Teil Ihrer Frage antworten, doch auch ich nehme aus dem gleichen Grund Medikamente gegen Übelkeit und zur Beruhigung ein, weshalb ich Ihnen in diesem Fall auch inhaltlich antworten möchte. Natürlich kann ich Politiker nicht in meine Praxis beordern, um alarmierende Symptome mit geeigneter Psychopharmaka behandeln zu können, damit sie wieder glaubwürdig werden. Der Defekt liegt im Bereich der Unfähigkeit von Politikern, Glaubwürdigkeit anzuerkennen. Glaubwürdigkeit ist ein Maß der Bereitschaft, die Aussage einer anderen Person als gültig zu akzeptieren. Wenn man etwas nicht will oder andere Interessen vertritt, liegt es bei bestimmten Menschen nah, Glaubwürdigkeit von gefühlten Kontrahenten zu untergraben. Ähnlich einer Vogel-Strauß-Taktik verlassen Politiker sogar einen Versammlungraum, um die Wahrheit nicht hören zu müssen, damit sie später behaupten können, sie hätten von nichts gewusst oder bestimmte Fakten nicht richtig verstanden. Bei erwähnter Debatte führte die Erregung, die Sie als "Verarschung" beschreiben, zu jener Übelkeit und Verärgerung, weil sie merkten, zuletzt völlig falsch gewählt zu haben. Sie fühlen sich für Dumm verkauft, weil sie Menschen vertrauten, die das nicht verdienen. Dagegen sollten Sie jedoch keine Medikamente einnehmen, sondern Täter endgültig aus Ihrem Leben streichen, wie diese auch Sie bereits aus ihren Überlegungen gestrichen haben. Allerdings sollten Sie jetzt nicht zu anderen Gruppierungen überlaufen, die Sie in der Vergangenheit ebenfalls als unberechenbar  einstuften. Solche politischen Handlungen kennen keine typischen Täter, sondern nur Menschen, die jede Gelegenheit ohne nachzudenken nutzen, wenn sie damit ihr Ziel erreichen. Charakter kann sich nicht jeder leisten, am wenigsten Politiker. Die sind mit diesem Gen-Defekt bereits geboren.

 


Man muss natürlich nicht die Ansicht des Dr. Herbst vertreten, doch vielleicht sollte darüber nachgedacht werden, was eine geistreiche Community bewirken kann. Auch wenn sie, wie Gruppen in FACEBOOK, manchmal mit Parteibrille administriert werden, man kann sehr viel auch zwischen den Zeilen lesen. Wenn man zusätzlich unzensierte Infos von Bloggern liest, entsteht ein Bild, das noch zielführender ist, wenn ein bestimmtes Niveau eingehalten wird.

 

Mein Tipp:

Rufen Sie öfters mal diese Homepage und verschiedene dazu gehörende Websites auf. Sie müssen ja nicht alles ernst nehmen, was sie dort lesen. In Maintal erfahren Sie leider nicht viel oder einseitig nur das, was Sie wissen sollen. Das hat die Kommunalpolitik so eingerichtet und die örtliche Presse organisatorisch versaut.

 

15.06.2019









 

Augenmaß erwartet

In Maintal-Hochstadt wurde von der Zahnärztekammer vor 17 Jahren ein sozial gefördertes Mehrfamilienhaus nach Ablauf der Sozialbindung an einen Investor verkauft, der das Objekt in Wohneigentum umwandelte. Die perfekt geschnittenen Wohnungen fanden schnell neue Eigentümer, die allerdings auch den Sanierungsaufwand mitkauften. Außer der Erneuerung des Flachdaches war bis dahin keine Renovierung erfolgt. Die Eigentümergemeinschaft musste erst Reparaturrücklagen ansparen, um die Außensanierung durchführen zu können. Wegen einiger dringender Reparaturen, die einen Teil der Rücklagen aufbrauchten, war es 2018 endlich soweit, dass das Objekt in neuem Glanz erscheinen konnte. Wer die vielen Herausforderungen an die Eigentümer nachvollziehen möchte, kann dies auf der Website Vorzeigeobjekt verfolgen. Nun soll im nächsten Schritt die Ansicht von der Bischofsheimer Straße aus mit einem Großgrafitti des Künstlers Florian Lübke neu gestaltet werden. Hier ist jedoch ein wüstes Restgehölz auf städtischem Grund ein gewaltiges Ärgernis, das entfernt werden soll. Dabei scheint es jedoch Schwierigkeiten mit der zuständigen Stelle der Stadtverwaltung zu geben, die eine restlose Entfernung des Gestrüpps ablehnte. Dadurch verzögert sich eine deutliche Aufwertung des Ortseingangs von Bischofsheim her. Trotz liebevoller Pflege der Fraumraumgalerien durch den Fachbereich Kultur scheinen hochstilisierte Probleme des Grünbereichs nach unsachgemäßer Teilentfernung des Wildwuchses direkt an der Grundstücksgrenze wichtiger zu sein. Noch ist das Projekt nicht gestorben!

 

Grafitti zeigt ein Hochstädter Motiv

 

Abgesehen davon, dass die künstlerische Gestaltung  der Grundstücksgrenze nicht ganz billig ist und es mehrere interessante Entwürfe gibt, tendiert die Eigentümergemeinschaft zu unten abgebildetem Motiv, das auch im Interesse der Stadt Maintal sein dürfte. Wie aus neben stehenden Fotos ersichtlich ist, war diese Fläche jahrelang das Ziel wüster Schmierereien, denen die Polizei - wie in allen vergleichbaren Fällen - erfolglos nachgeht. Einzig künstlerische Grafittis bleiben einigermaßen verschont. Die Stadt Maintal sollte deshalb Eigeninitiative positiv gegenüberstehen und auf ihre Paragrafen herunterbetenden Mitarbeiter einwirken.

 

 

 

26.05.2019

 






Hässlicher Anblick beim Verkauf


wild wachsendes Gestrüpp auf städtischem Grund


Rückschnitt durch den Grünbereich der Stadt Maintal



Man muss ja nicht gleich daran erinnern, dass wegen solcher Schwierigkeiten anderen Ortes in Hochstadt wegen eines Bauprojekts plötzlich in Nacht-und-Nebel-Aktionen uralte geschützte Bäume verschwanden, ohne dass es nennenswerte Konsequenzen für den Investor hatte oder auf dem gleichen Streifen neben der Bischofsheimer Straße die gesamte Bepflanzung wegen eines Bauprojekts ohne Schwierigkeiten bereitwillig entfernt wurden. Hier wird wohl mit zweierlei Maß gemessen.

 

Im Fall unseres Grafittis soll aber alles seine Ordnung haben und der Eigentümer des angrenzenden Grundstücks - die Stadt Maintal - sollte schnellstmöglich das Restgestrüpp entfernen. Augenmaß ist gefragt!



 

Satirischer Aprilscherz

Aprilscherze werden daran gemessen, wie schnell man sie als Scherz erkennt. Umso später desto zutreffender kann ein solcher Scherz sein. Hinter einem satirischen Aprilscherz steht nicht die Absicht im Vordergrund, Menschen hinters Licht zu führen, sondern einem ernsten Sachverhalt provoziertes Lachen voranzustellen. Erst auf den zweiten Blick entfaltet sich die Satire und der Sinn des Inhalts. In Facebook wurde in diesem Jahr ein satirischer Aprilscherz eingestellt, der auf die Korrektur ärgerlicher Verhaltensweisen von Hundehaltern sowie auf den laschen Umgang mit Verordnungen abzielt. Hier wird süffisant ein Service zum Beheben von offenbar unterentwickelten Fähigkeiten angeboten. Für Menschen, die genetisch bedingt Verordnungen und Empfehlungen nicht verinnerlichen können, wäre die vom fiktiven "Fachbereich für Hundebetreuung" beschlossene "verschärfte Leinenverordnung" eigentlich das richtige Mittel zur gezielten Bewusstmachung permpanenten Fehlverhaltens. Menschen, die von den negativen Auswirkungen dieses Fehlverhaltens betroffen sind, empfinden beim Aprilscherz einen anderen Reiz als die Gruppe der rücksichtslosen Hundebesitzer. Selbst Hundebesitzer, die sich absolut richtig verhalten, empfinden den Aprilscherz positiv und legen für kurze Zeit ihre oft kurzsichtige Solidarität unter Hundebesitzern ab. Doch - wie sehen das eigentlich die Hunde, um die es geht?

 

Fachkundige Meinung des Experten

 

Dr. Müller-Sorgenfrei, Professor für Fiffilogie (Hundepsychologie), gab kürzlich einen Einblick in die Psyche von Hunden und formulierte es so:

  • Der Hund ist heute ein wichtiges soziales Hilfsmittel, um persönliche Defizite abzumildern oder zu kompensieren. Er ersetzt häufig den Partner, der irgendwie als Bezugsperson abhanden kam oder diese Funktion nicht ausreichend erfüllt. Hunde können in ihrem Verhalten gefügige Partner sein, die nicht widersprechen.

  • Hunde ergänzen zudem sehr oft das häusliche Auslastungspaket von Frauen karriereorientierter Männer, damit die Konstellation Haushalt und zu erziehende Kinder um eine weitere verantwortungsvolle Aufgabe angereichert ist. Das Leben der Partnerin kann damit noch besser ausgefüllt sein und den Spielraum für partnerschaftsabträgliche Potenziale schließen.

  • Hunde können Schutz bieten, wenn sie entsprechend geschult sind.

  • Hunde haben deshalb einen festen Platz im Leben vieler Menschen und rangieren oft sogar ganz vorn in der Familie. Das prägt natürlich deren Freiräume, wie z.B. das sonst nicht übliche Belegen von Betten und Sitzmöbeln sowie das Verhalten bei Tisch.

  • Betreuungsdefizite beim Gewähren von Entsorgungsausflügen sollen Freiheit und Lebensfreude vermitteln. Leinenzwang und spezielle Abkot-Zonen oder -rituale sind da absolut störend. Man muss das einfach mal so konstatieren.

Auf den Einwand, dass sich Hundebesitzer bei aller Tierliebe harmonisch mit ihren Tieren in der Gesellschaft einfügen sollten, meinte Professor Dr. Müller-Sorgenfrei:

  • Die Hunde sind in der Gesellschaft absolut integirert. Es sind die Hundehalter, die sich integrieren sollten. Leider verleitet die entrichtete Hundesteuer in vielen Fällen zur Annahme, man habe damit zusätzliche Rechte erhalten.

  • Hunde können bei ihren Besitzern eine unglaubliche Faszination auslösen, wodurch geheimste Wünsche auf den Vierbeiner projiziert werden, wie z.B. grenzenlose Freiheit, das Herumtollen auf Freiflächen, das ungenierte Kopulieren in der Öffentlichkeit, das öffentliche Baden in dazu verbotenen Gewässern u.s.w. .

  • Selbst das Verbellen, das Verängstigen und das Beißen von Personen kann der Hund für seinen Besitzer übernehmen. Und das alles ganz ohne Waffenschein.

  • Harmonie kennt der eigenwillige Hundebesitzer nicht, wenn es um Interessen anderer Menschen geht. Für ihn zählt nur die Harmonie mit dem Tier und dessen Bedürfnissen, denen er absoluten Vorrang gibt.

Auf die Frage, wie hoch er die Möglichkeit einschätzt, dass eigenwillige Hundebesitzer bekehrt werden könnten, meinte Professor Dr. Müller-Sorgenfrei:

  • Bei den meisten Hundebesitzern, die sich an keine Regeln halten und auch eine gründliche Hundeerziehung im allgemeinverträglichen Sinn ablehnen, handelt es sich um geprägte Personen, die nicht mehr aus ihrer Haut können. Rücksichtnahme und adäquates Verhalten sind ihnen weitetestgehend unbekannt.

  • Oft ist sogar das persönliche Sozialverhalten gestört. Das erkennt man daran, dass sie in Wohnanlagen mit Grünflächen direkt vor ihrem Wohnbereich das Abkoten und das Urinieren zulassen und sogar zufrieden lächelnd dabei stehen. Rasenschäden und Tretminen stören sie nicht, auch wenn auf dem Rasen Kinder spielen.

  • Ein Bekehren halte ich für absolut ergebnislos. Hier helfen nur drakonische
    Strafen, zu denen allerdings die Voraussetzungen fehlen.

Somit erscheint auch der als Aprilscherz getarnte Versuch der Bewusstmachung erfolglos, denn Beobachtungen zeigen, dass alles munter so weiter geht. Schade!

 

02.04.2019

 




 

Politische Prinzipienreiterei

Seit über einem Jahr steht die Fähre zwischen Mühlheim und Dörnigheim still, weil die Stadt Offenbach als Eigentümer offensichtlich kein Interesse daran hatte, die Fähre weiter zu betreiben. Erst auf erheblichen Protest und das Einschalten aller betroffnenen Gebietskörperschaften stellte man die Bereitschaft wieder her, wenn aus verschiedenen Töpfen die Kosten getragen werden. Nun stehen Maintal zunächst insgesamt 50.000€ für 3 Jahre zur Verfügung, die jedoch um weitere 75.000€ aufgestockt werden müssen. In dieser Zeit sollte eine andere Lösung für den Betrieb gefunden sein. Ein entsprechender Antrag des Magistrats stand nun zur Stadtverordenetenversammlung zur Debatte. Das Interesse der Bürger und Bürgerinnen war entsprechend groß und die politischen Matadore liefen zur besten Form auf, zu der sie fähig waren. Das Parlamentsfernsehen strahlte die Debatte ins Umland aus und vermittelte einen Eindruck davon, wie in Maintals Parlament gedacht wird. Am Ende siegte die praktische Vernunft, doch alle, die die Debatte verfolgten, erfuhren aus erster Hand, wie Kommunalpolitik in Maintal funktioniert. Zumindest in der CDU-Fraktion wurden der Mehrheit der Stadtverordneten die vertraulich in einem kleinen Kreis behandelten Fakten vorenthalten, obwohl sie für die spätere Entscheidung wichtig waren. Dennoch betätigten sich diese Abgeordenten als Traumtänzer und stimmten der Haltung der Fraktionsspitze, die reine Prinzipienreiterei betrieb, zu. Abgeordente der FDP, die ebenfalls  kommunale Geldmittel für die Wiederaufnahme des Fährbetriebes verweigerten, nutzten die gleichen Argumente, vermieden es jedoch, über das Ausmaß möglicher Nichtinformiertheit in der Fraktion zu reden. Für beide Fraktionen stand sinnbildlich nicht die Frage im Vordergrund, wie das Problem zu lösen sei, sondern: "Aus welcher Zitze kommt die Milch?" Änderungsanträge hatten CDU und FDP nicht gestellt. Ideenlosigkeit pur!

 

Mit Prinzipienreiterei löst man keine Probleme

 

CDU und FDP trugen in der Parlamentssitzung vom 25. März 2019 absolut richtige Standpunkte vor und verurteilten das Vorgehen der Stadt Offenbach. Einen besseren Weg zur Lösung des Problems hatten sie jedoch nicht. Offenbach hält das Objekt der Begierde in der Hand. Da hilft mit Blick auf die nächsten Wahlen keine Beteuerung, wie gern man den Fährbetrieb wieder hätte, da zählt nur der Weg, wie man ans Ziel kommt. Wenn man aber einen Kompromiss erreicht, dass man bei der Vergabe ein wichtiges Wort mitreden und das Problem lösen kann, hat man für die Bürger  mehr erreicht, als wenn  man schulmeistert und Fronten aufbaut. Die Entscheidung ist nun gefallen und die Wiederaufnahme des Fährbetriebes ist gewährleistet. Die Gegner der Entscheidung sitzen nun rechthaberisch in der Schmollecke. Besucher waren irgendwie an den Brexit erinnert.

 

Ganz übler Beigeschmack bleibt

 

Während der Debatte wurde deutlich, dass der Öffentlichkeit mangels Transparenz absolut nicht vermittelt werden konnte, warum die Rumpenheimer Fähre ohne jeden Zuschuss auskommt und die Fähre Dörnigheim/Mühlheim nur mit erheblichen Zuschüssen betrieben werden kann. Diffuse Hinweise deuteten auf die doppelt so hohen Personalkosten und die fehlende Bereitschaft, ein Risiko zu übernehmen. Wichtige Fragen wurden aus Unkenntnis der Klippen nicht gestellt und Abgeordnete hoben ihre Hand während der Abstimmung, obwohl auch ihnen wichtige Fakten vorenthalten wurden und immer noch werden. Obwohl sich die Vernunft und praktisches Handeln durchsetzte, zeichneten Teile des Parlaments ein absolut negatives Bild der Kommunalpolitik, einer Politik nach Gutsherrenart. Es wurde wieder deutlich, dass nur ein kleiner Kreis voll informiert ist und der Rest wie eine Hammelherde folgt. Für mich war es mal wieder ein Versuch, Stadtverordnetenversammlungen positiv zu erleben. Noch einmal brauche ich das nicht. Immer noch der gleiche Fisch - die gleichen Köpfe!

 

26.03.2019

 






Als Humorist und Kabarettist neige ich dazu, Meinungen und Haltungen mit simplen Vergleichen zu erklären. So auch hier. So möchte ich den Umgang mit Milch als Mittel zum Zweck mit dem Umgang von Steuern vergleichen. Für den, der Steuern und Abgaben bezahlt, nehmen Steuer- und Abgabeneinnahmen einen kaum noch nachzuvollziehenden Weg. Den Milchbauern geht es genauso. Die Milch wird eingesammelt, gemischt, behandelt, umgefüllt, und dem Verbrauch zugeführt. Irgendwie verschwindet sie in einem großen Topf oder wird gar weggeschüttet. Bei den Steuern und Abgaben ist das ähnlich. Kaum ein Betrag wird absolut zweckgebunden und nachvollziehbar eingesetzt. Die Geschröpften erwarten allerdings, dass als Gegenwert ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Wo der jeweilige Euro herkommt, ist ihnen egal. Wichtig ist, was mit dem Geld gemacht wird und ob die Verwendung das Geld wert ist. Ihnen ist die Umverteilung und Vermischung der Gelder "wurscht", wichtig ist, dass es zur Verfügung steht, wenn man es braucht. Der Weg ist also das Ziel!

 

Während der Debatte um die Fähre war den Verweigerern  aus Prinzip die Frage wichtig, aus welcher Zitze die Milch kommt. Eine wenig zielführende Haltung, weil darin kein Lösungsansatz zu sehen war. Es hörte sich an, wie: "Keine Ärmchen, keine Kekse" - Offenbach soll sich die Fähre sonstwo hinstecken. Wo es nichts zu verhandeln gibt, gibt es auch keine Lösung. So schloss sich über den Fraktionen wieder die Nebelwand und nur wenige wissen jetzt, was Sache ist. Ich habe das Gefühl, das dicke Ende kommt noch nach.

 

Modellbahnfreunde aufgepasst

Dieser Artikel richtet sich vorrangig an Freunde anspruchsvolleren Modellbaus und realitiätsnahen technischen Spielzeugs. Neben gängigen Modelleisenbahnen sind Autorennbahnen sehr beliebt. Die entsprechenden Branchen bedienen eine riesige Anzahl von Kunden, die ihrem Hobby frönen und sie tätigen mit ihnen gewaltige Umsätze. Das kann in Familien zu Diskussionen führen, weshalb die Betreiber ihr Hobby eher in Sekundärräume verlegen, damit sie der permenenten Wahrnehmung entzogen sind. Sie fristen ihr Dasein in Kellerräumen und auf Dachböden, selten in Wohnräumen, obwohl sie dort viel besser zur Geltung kämen und  ihrem sozialen Stellenwert gerechter würden. Hierzu gehören allerdings Mut, die räumlichen Möglichkeiten, die richtigen Prioritäten und das Verständnis des Lebenspartners. Kleine filigrane Anlagen im Mini-Maßstab sind in Wohnräumen zwar eine Alternative, jedoch unverhältnismäig teuer, weil sie beinahe Uhrmacherqualiät darstellen. Die Winzigkeit ist für den Modellbauer ein weiteres Handycap. Da die Lebendigkeit einer Modellanlage erst ab einem bestimmten Maßstab zu wirken beginnt, ist für den Spaß das Platzangebot ganz entscheidend.

 

Licht, Luft und Sonne sind ebenfalls wichtige Faktoren

 

Wie bereits erwähnt, befinden sich leider nur wenige Anlagen in Räumen mit Tageslicht, bevorzugt auf der Westseite eines Hauses. Wer einmal die Abendsonne über einer Modellanlage genießen konnte, weiß, wovon ich rede. Umso natürlicher das Licht ist und realistischer sich die Schatten ausbilden, desto besser wirkt perfekter Modellbau. Eine umfangreiche künstliche Beleuchtung der Anlage und der Gebäude kann eine  Nachtstimmung erzeugen, die ebenso interessant ist. Vor allen Dingen ist die Beleuchtung  ein wichtiger Faktor bei der Ausgestaltung von Gebäuden und Räumen. Alles sollte im richtigen Mix angesetzt werden, wenn das Resultat optimal sein soll. Dabei stößt man allerdings irgendwann an Grenzen.

 

Wenn die Möglichkeiten an Grenzen stoßen

 

Modellbahnfreude kennen das Problem, dass im Laufe der Zeit die Gestaltungsfreude an ihre Grenzen stößt und weitere Wünsche nur noch mit einer totalen Umgestaltung der Anlage zu erfüllen wären. Was sich so einfach denkt und sagt, ist in Wirklichkeit ein riesiges Unterfangen, denn es wird von einer immensen Zerstörung begleitet, also der Vernichtung vieler Stunden geschätzter Modellbautätigkeit. Dennoch fasste ich Mitte Februar den Entschluss des totalen Umbaus meiner Modellanlage und fing auch sofort damit an. Zunächst wurde beim Abräumen alles gesichert und sorgältig aufbewahrt, was lediglich einen neuen Ort oder eine neue Verwendung erhalten sollte. Übrig blieb die reine Rennstrecke, die natürlich sinnvoll umgebaut wurde. Es sollten alle erkannten Schwächen der bisherigen Streckenführung behoben werden. Freunde von Carrera-Bahnen, die ihre Rennstrecke auf dem Fußboden aufbauen, kennen das Problem dieses Aufwands nicht, nur Modellbauer, die realitätsnah eine Erlebnisanlage in Tischhöhe betreiben.

 

Der Unterbau muss den Raumverhältnissen angepasst werden

 

Als ich vor drei Jahren startete, standen kaum Gebäude auf der Anlage, so dass ich von allen Seiten auf Armlänge an jeden Punkt der Bahn kam. Also stellte ich sie in die Mitte des Raumes. Die Behebung von Störungen wurde zunehmend schwieriger. Nach einem Jahr kam mir anstelle eines Hintergrundes die Idee der dekorativen und platzsparenden Randbebauung. Jede Störung war dadurch allerdings mit der Entfernung der integrierten Gebäude verbunden, ehe die eigentliche Störung in Angriff genommen werden konnte. Diesen Mangel beseitigte ich, indem ich die Anlage nun direkt an die Wand rückte und den Unterbau in ein großes U - also mit einem Mittelgang - verwandelte. Damit gewann ich Platz und konnte die Anlage sogar verbreitern.

 

Kurvenführung und Boxengasse

 

Räume kann man nicht verändern, wohl aber Streckenführungen optimieren. Einige Grundbausätze von Carrera besitzen leider nur 60°-Kurventeile, die keinen rechteckig abknickenden Richtungswechsel zulassen. Immer wieder wird das Brückenkonzept mit einer liegenden Acht empfohlen. Brücken können attraktiv sein, sind bei digitalen Bahnen mit mehreren Surwechselweichen als Ausgleich der Streckenlängen nicht erforderlich. Mit den Spurwechseln lassen sich Ideallinien fahren. Also kaufte ich 30°-Kurventeile zu, um eine attraktivere Strecke zu legen.

 

Die Boxengasse war bisher nur einspurig und damit eigentlich unrealistisch. Nun entstand innerhalb der Boxengasse ein weiteres Ausscheren direkt an die Boxen, wodurch die Boxengasse selbst auch von weiteren Fahrzeugen (Safety-Car und Rettungsfahrzeuge sowie bei Durchfahrtsstrafe) benutzt werden kann.

 

Es entstand wegen der nuen Infrastruktur auch die Notwendigkeit einer intelligenteren Verdrahtung über mehrere Stromverteiler. Diese waren jetzt nicht mehr unter der Platte, sondern konnten auf der Anlage montiert und mit einem passenden Gebäude "getarnt" werden. Für Senioren, für die das Arbeiten unter der Platte zu stressig ist, ergibt sich dadurch eine bedeutende Erleichterung. Dieses Konzept und die geänderte Fahrstrecke mussten allerdings zunächst technisch erprobt werden, ehe mit dem Landschaftsbau begonnen werden konnte.

 

Entwerfen der Infrastruktur

 

Alle vorhandenen maßstabgerechten Gebäude mussten in ein Konzept eingefügt werden, das schlüssig ist. Also musste ein Straßen- und Wegenetz entworfen werden, das allen dargestellten Situationen gerecht wurde. Für einige Straßen und Plätze mit Kopfsteinpflaster war das Prägen von Kunststoffplatten erforderlich. Asphaltierte Straßen konnten dagegen farblich angelegt werden. Plätze mit ganz speziellen Belägen stellte ich per PC her und druckte sie auf strukturiertem Aquarellpapier aus. Banden wurden aus weißem Kunststoff hergestellt und mit Heißkleber auf dem vorbereiteten Untergrund aufgebracht, in den zuvor die Fahrbahnen versenkt wurden. Nun folgte eine weitere Testphase, um die Schwachstellen zu ermitteln, die dann mit selbstgefertigten Leitplanken entschärft wurden. Zum Abschluss des technischen Teils wurden die Fahrbahnen mit dunkelgrauer Farbe gestrichen, um den typischen Carrera-Kunststofflook zu ändern.

 

Lust auf Modellbau und Gestaltung

 

Das Flair einer Modellanlage steht und fällt mit der Ausgestaltung der inaktiven Zonen, also der Bereiche, die nicht in die Spieltechnik eingebunden sind. Ein gutes Beispiel ist die integrierte Kleingartenanlage mit starker Anlehnung an meinen 2015 aufgegebenen Garten, der über 30 Jahre meine Hauptpassion war.

 

 

Auch Baustellen gehören zum Umfang realitätsnaher Anlagen, wie der Rohbau einer neuen Trafostation der MWG. Völlig neu eingepasst wurde das Gästehaus und die Bushaltestelle mit Trinkhalle sowie die alte Mauer am Eingang für Besucher. Es sind bereits wieder neue Dioramen entstanden, was ohne den Totalumbau nicht möglich gewesen wäre.

 

Der größte Vorteil des Umbaues ist der Mittelgang, über den jede Stelle der Anlage ohne Probleme zu erreichen ist. Ein weiterer positiver Effekt ist der größere Abstand zwischen den Spurwechselweichen. Im digitalen Betrieb der Rennsportanlage haben die programmierten und automatisch fahrenden Fahrzeuge und die handgesteuerten Teilnehmer ohne Kollisionsgefahr wesentlich bessere Überholmöglichkeiten, was die Zahl der Störungen stark verringert. Nun ist wieder ungetrübter Modellbau möglich.

Wer mehr über die Modellanlage erfahtren möchte, klicke bitte die  Links an:

 

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/modellbahnspass_2019.html

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/modellbahnspass.htm

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/Eins-zu-32.html

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/modellbau_kulissen_1zu32.htm

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/modellbaushooting.html

 02.03.2019

  

  

 

 

Seit Ende 2015 kombiniere ich gleich mehrere Hobbies zu einem Projekt, das meinem Wohlbefinden, der Kreativität und dem Erhalt der Feinmotorik dient. Die passenden Räumlichkeiten waren die Grundbedingung für diese Modellbautätigkeit und natürlich die Einsicht meiner Frau, wie essentiell diese Aktivitäten im Alter sind.

 

Wichtig für die positive Wirkung ist, dass weiterhin Potenziale vorhanden sind, die gehoben werden können. Der Umbau des bisherigen Konzeptes öffnet genau diese Optionen.

 


Modellanlage vor dem Umbau


Modellanlage nach dem Umbau

 

 

 

 

 

 

 

Eigenvermarktung

Eine skurille Zeiterscheinung ist eine Karriere als Influencer, um zunächst wahrgenommen und anschließend verfolgt zu werden. Der Marktwert wird dabei an der Anzahl der Follower gemessen. Man kann mit Dingen, die man zum Schein vorgibt, Geld verdienen und/oder bekannt werden, wie ein bunter Hund. Um Aufsehen zu erregen, musste man früher Leistungen erbringen oder einfach nur den blanken Po an einer belebten Straße aus dem Fenster halten. Heute geht letzteres zwar auch noch, aber die Menschen wollen heute mehr, auch wenn es - wie bei den Influencern - geflunkert oder nur vorgetäuscht ist. Man braucht als Influencer soziale Medien, um sich in einem bunten Mix unterschiedlich intelligenter Menschen zu befinden, die teilweise neugierig, teilweise auch etwas doof sind und natürlich die Firmen, Restaurants, Läden, Nagelstudios, Tätowierer etc., die für Spontanwerbung Geld bezahlen. Wer sich dabei ganz toll zum Affen macht, kommt ganz groß raus. Menschen mit etwas höherer Hemmschwelle achten allerdings etwas stärker auf ihren Ruf. Dafür gibt es jedoch nichts. Da wir uns aktuell in der Karnevalszeit befinden, rücken nun auch Fastnachts-Karrieren und deren Verknüpfung mit anderen Bereichen, der flachen Unterhaltungsbranche und der Politik ins Blickfeld.

 

Karriere in der Unterhaltungsbranche

 

Auf den Bühnen der Karnevalsvereine erprobten viele spätere Unterhaltungskünstler bereits den Umgang mit dem Publikum, ehe sie es zu ihrem Beruf machten. Unterste Einstiegsstufe ist die Betätigung als Fastnachtssöldner, mit der man in der Saison etliche Hunderter oder gar Tausender verdienen kann. Wer selbst nicht viel kann, muss auf solche "Profis" zurückgreifen. Im Kölner Raum entstanden so etliche Musikgruppen, die sogar außerhalb der Karnevalszeit sattes Geld verdienen und deren Auftragsbücher voll sind. In unserer Region sind es die Guggemusiker, die Konjunktur haben. Aber auch Solokünstler schaffen den Sprung zum Entertainer und/oder moderieren Fernsehsendungen, wie "Verstehen sie Spaß?" oder versuchen sich als Kabarettisten oder Comedian und sind damit mehr oder weniger erfolgreich. In der Politik sind sie dann allerdings nicht mehr einsetzbar, auch wenn sie die Politik thematisch abschöpfen.

 

Politik setzt auf den Bekanntheitsgrad

 

In der lokalen Kommunalpolitik lässt sich Bekanntheit besonders gut einsetzen. Wer sich einen Namen machte, dem folgen viele Mitmenschen (Follower) des entsprechenden Wirkungskreises. Parteien können so Wähler und Wählerinnen aus Bereichen abschöpfen, die ihnen ansonsten verschlossen blieben. Wie ein großer Maintaler Turnverein seit vielen Jahren zeigt, klappt das ganz gut. Hat man es zum Beispiel mal zum Prinzenpaar geschafft oder ist man ein bekannter Akteur auf der Fastnachtsbühne, ist man in jeder Partei als Zugpferd willkommen, auch wenn rein politisch fast nichts zu erwarten ist. Zugpferde werden nur für Wahlen benötigt und dienen ansonsten als Füllmaterial für Listen. Die Eigenvermarktung kann aber auch zu Vorteilen führen, an die normale Bürger nicht herankommen. So manche berufliche Karriere und bessere Versorgung im Alter führt über einen Verein und/oder über ein Parteibuch. Das kann man im Karneval ausgiebig feiern. Schließlich ist man wer.

 

Über Eigenvermarktung zur Ware werden

 

Das Leben weist jedem Mensch einen Platz zu. Mit der passenden Bildung, Berufsausbildung, Talent und Können entscheidet sich, welcher Platz erreichbar ist. Aber auch höhere Ziele sind erreichbar, wenn man das richtige Blendwerk benutzt. Man muss als Spezialist auf einem Gebiet erkannt werden und es muss Bedarf an Blendern vorhanden sein. Benötigt wird überall dort etwas, wo es bei Anderen fehlt. So wird latent vorhandenes Können und die Bereitschaft, sich zu verdingen, zur Ware. Ware ist oft nur eine begrenzte Zeit haltbar und deren Funktion ist danach nicht garantiert. So ist es auch mit der Ware Mensch. Durch Selbstüberschätzung oder dem Vorgaukeln von Substanz kann durchaus kurzzeitig Erfolg erschlichen werden. Die Welt ist voller Blender unter anderen Blendern. Menschen mit hohem Gebrauchswert sind dagegen eher bescheiden und reizen ihren wahren Marktwert selten aus. Sie betätigen sich sogar völlig uneigennützig und ehrenamtlich, ohne damit zur Ware zu werden.

 

Politiker als Karnevalisten

 

Manche Politiker wagen sich auf Fastnachtsbühnen und merken gar nicht, dass dies ein geschichtlicher Anachronismus ist. Elferräte bilden humoristisch-satirisch Regierungen ab und Büttenredner fungieren als  närrische Abgeordnete, um die Politik zu karikieren. In Zeiten politischer Depression, wie zum Beispiel der französischen Besetzung des Rheinlands  und in anderen Konstellationen war es die einzige Möglichkeit, der Obrigkeit ungestraft Wahrheiten zu vermitteln. Der Auftritt von Politikern auf Fastnachtsbühnen kommt gefühlt den Auftritten von Nutten als Nonnen sehr nahe - es sei denn, politische Karrieren werden als Quereinstieg von Hobby-Entertainern und Blendern verhohnepiepelt. In Aachen wird das auf sehr hohem Niveau praktiziert. Da Politiker in ihren Wirkungsbereichen dennoch absolut ernst zu nehmen sind, sollten sie Wähler, die ihnen auf den Leim gingen, nicht mit kanevalistischen Auftritten verhöhnen.

 

In diesem Sinn ein kräftiges HELAU!

 

09.02.2019















Die Sache mit der gefühlten Wichtigkeit

 

Es ist immer wieder erstaunlich, zu beobachten, wie die gefühlte Wichtigkeit von Tollitäten sowie Sitzungs- und Zugpräsidenten ausgelebt wird. In Mainz, Köln, Düsseldorf und Aachen verkörpern Tollitäten Reichtum und Einfluss und greifen tief in die eigene Tasche, um den Jecken etwas zu bieten. Dortige Jecken lassen sich den Karneval allerdings ebenfalls etwas kosten, wenn sie aufwändige Kostüme für Garden aus der eigenen Tasche bezahlen. Sie dienen sich sogar im Lauf ihres karnevalistischen Lebens in den Garden hoch und erreichen Dienstgrade und Funktionen, die karnevalistische Traditionen verkörpern. Auch hierzulande erfüllen Tollitäten hin und wieder gewisse Ansprüche, passen sich  jedoch meist stärker dem Niveau des heimischen närrischen Volkes und ihren etwas mageren Traditionen an oder entspringen direkt aus ihrer Mitte.

 

Umso grotesker wirkt deren gefühlte Wichtigkeit, mit der sie dem Ruf des Ministerpräsidenten des Landes folgen und im Weingut Kloster Eberbach ihre umdekorierten alten Brautkleider und schlichte Samtumhänge sowie würdevoll Zepter mit Kasperkopf aus Kunststoff vorführen. Wieder zuhause lassen sie dann alle Welt wissen, wie wichtig sie genommen wurden, obwohl der riesige Deko-Schlüssel, der kürzlich zur symbolisch leeren Stadtkasse überreicht wurde, gar nicht passt. Alles zusammen nennt man heute wohl "Fake". Wenn es der guten Laune dient, ist es dennoch wichtig.

 

Ich war selbst einmal in vorderster Linie Teil des karnevalistischen Geschehens, unter humoristischen Vorzeichen gingen aber derartige "Traditionen" an mir vorbei, weil ich stets den Karneval nur karikierte. In diesem Sinn verspürte allerdings ebenfalls einen Hauch von Wichtigkeit, jedoch in eigener Sache.

 

Natürlich beglückwünsche ich alle Tollitäten und freue mich für alle wichtigen Aktuere des heimischen Karnevals, aber alles im Leben hat seine Zeit und seinen Sinn und sollte für so wichtig gehalten werden, wie es tatsächlich ist.

 

Klaus Klee

 

 

Auf Pippi Langstrumpf-Niveau

Wir alle kennen das Lied der Pippi-Langstrumpf und dessen Text: "Drei mal Drei macht Vier, widde widde wid, und drei macht Neune, ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt." Diese Ausdrucksform des Übermuts ist auch in unserer Stadt zu spüren, in der es keinen ernst zu nehmenden öffentlichen Dialog mit freien Meinungsäußerungen rund um das kommunalpolitische Leben und die Handlungen der Stadtverwaltung mehr gibt. Wie die Bürger das Treiben bewerten, scheint nicht zu interessieren. Warum auch? Ist doch alles ganz toll!

 

Na, ja, nicht alles - der Bürgerhaushalt wurde für die Grundsteuer B missbraucht und dann abgeschafft. Das Maintal-Forum wurde vor zwei wichtigen Wahlen ohne Rücksprache mit den Bürgern eingestellt und das als Ersatz zurechtgebogene Internet-Modul "Maintal macht mit" ist eine Totgeburt. Der Maintal TAGESANZEIGER wird nur noch einseitig und ohne Selbstkritik mit Informationen gefüttert. Dieser führt seinerseits selten eigene Recherchen durch. Entsprechend einseitig ist die Information. Überregionale Tageszeitungen berichten nur noch, wenn Mord und Totschlag oder andere krasse Dinge geschehen. Agilen privaten Informationsalternativen zeigte die Politik die kalte Schulter, nun füttert die Stadtverwaltung die Lokalzeitung, Wochenzeitungen, Anzeigenpostillen und nun auch die Seniorenzeitung mit ihrer speziellen Vorstellung von Öffentlichkeitsarbeit. Kritik einzelner Politiker findet vorzugsweise in Facebook statt. Na und? Jeder macht sich halt seine Welt, wie sie ihm gefällt. Maintal ist auf diese Weise immer stärker auf Pippi-Langstrumpf-Niveau. Aber es wird so getan, als sei alles auf einem guten Weg.

 

Möchte-gern-Selbstverständnis und wahre Substanz

 

Den Gremien unserer Stadt und der Stadtverwaltung gefällt es, sich als bürgerorientiert und modern zu präsentieren, wenn es z.B. um die gendergemäße sprachliche Vorreiterrolle, elektronische Medienpräsenz, Quotenregelung und Frauenthemen, gezielt organisierte und inszenierte Bürgerbeteiligung, Seniorenbespaßung oder Liegestühle am Mainufer geht. Geht es jedoch um Themen mit Substanz, so ist in der Politik bis auf wenige Ausnahmen zu spüren, dass sie nur von lauen Hobbypolitikern angegangen und von einer wenig wirklich nach vorn gerichteten Stadtverwaltung umgesetzt werden. Jeder befriedigt nur seine politische Lust oder erfüllt seine Pflicht und befasst sich strukturell mehr mit sich selbst. Die Vertretung der Interessen der Bürger gelten für den Turnus von Wahlen als an die Gremien abgetreten. Die Bürger sollen gefälligst mit dem zufrieden sein, was geboten wird. Die Folge ist, dass viele Bürger sich ablehnend bis desinteressiert gegenüber der Politik verhalten. Genau das dürfte aber die Absicht sein, die dahinter steht. Man will unbehelligt sein eigenes Süppchen kochen.

 

Da die Kommunalpolitik die Aufgabe hat, die Verwaltung im Rahmen von Gesetzen und Richtlinien zu kontrollieren und anzuleiten, wirkt sich die Qualität flacher politischer Vereinsarbeit einiger Stadtverordneter entsprechend negativ aus. Passend dazu herrscht in der Verwaltung die Ansicht vor, dass Bürgermeister, Stadtrat und  die Gremien immer wieder wechseln, die Verwaltung aber stets bleibt. Auf der einen Seite ist das gut so, andererseits ist dynamisch empfundener Stillstand zu wenig.

 

Subventionierte Transparenz

 

Vor über einem Jahrzehnt bemängelte ich bereits, dass bei Sitzungen der Gremien und bei der Stadtverordnetenversammlung keine Redeprotokolle, sondern nur Beschlussprotokolle geführt werden und ging deshalb auf meiner Internetseite ausführlich auf die Redebeiträge zu wichtigen TOPs ein. Die Bürger sollten wissen, wer welche Ansichten vertritt. Nachdem ich dies eingestellt hatte, weil sich durch mehr Transparenz nichts änderte, hielt das Stadtparlamentsfernsehen offiziell und finanziell subventioniert Einzug. Heute können alle Redebeiträge abgerufen und Sitzungen online verfolgt werden. Die vielen Einspieler zeigen allerdings das Motto des Filmemachers: "Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing!" Jeder exponiert, profiliert oder blamiert sich nun nach Regieanweisung als Pausenfüller. Unabhängige Kanäle, über die Informationen fließen, existieren nicht mehr.

Die Konsequenz: Maintaler Kommunalpolitik - eine geschlossene Gesellschaft mit freigegebenen Guckfenstern.

 

FACEBOOK-Tiraden und Eigenwerbung

 

In der Parallelwelt FACEBOOK finden auf lokaler Ebene neben der Werbung der Parteien auch ganz persönliche Interessenwahrnehmungen statt. Der lokale Bezug ist dabei das Kamel, auf dem die postenden Personen durch die flache Informationswelt reiten. Mal wird ein Fass wegen der stillgelegten Fähre aufgemacht, mal geschlossene Bedürfnisanstalten thematisiert. Die aktuelle Diskussion befasst sich gerade mit der Mainkultur, die allerdings noch nicht restlos durchdacht erscheint. Angeblich sei alles, was thematisiert wird, exakt im städtischen Bürgerinfoportal nachzulesen. Das mag zwar für Stadtverordente zutreffen, normale Bürger haben aber nur auf die für sie freigegebenen Inhalte Zugriff. Also wird in Facebook spekuliert, was das Zeug hält.

 

Parallel dazu zelebrieren die Bürgermeisterin und einige Fachbereich eine heile Welt ihres Wirkungsbereiches. Nur diejenigen, die als Urheber kritikwürdiger Entwicklungen gelten, schweigen, weil ihnen angeblich solche Diskussionen zu flach seien. Lobenswerte Ausnahme ist der Stadtverordnetenvorsteher - auch scherzhaft "Stadtverordentenversteher" genannt, der versucht, die Diskussionen zu versachlichen. Nach einer kurzen Zeit der Erregung im Netz rückt jedoch jedes Thema unbewältigt wieder in den Hintergrund zu den anderen schlafenden Hunden. So wird ein Fass nach dem anderen aufgemacht, ohne dass daraus zielführende Handlungen resultieren.

 

Wählen ist eine verantwortungsvolle Sache

 

In regelmäßigen Abständen wird gewählt, ohne wirklich eine Wahl zu haben. Qualifizierte Entscheidungen erfordern ein hohes Maß an Information. Auf kommunaler Ebene ist das Wissen zielführend, welche Kandidaten überhaupt für Politik qualifiziert sind und welche Kandidaten nur mittelmäßiges oder gar unfähiges Beiwerk sind.

 

Bereits das Verfahren, mit dem vor Wahlen Listen aufgestellt werden, gibt Aufschluss über die Substanz einer Liste und die Absichten der Leitfiguren einer Partei oder Wählergemeinschaft. Deren Qualität könnte über die gesamte Legislaturperiode beobachtet und beurteilt werden, wenn daran Interesse bestünde. Es scheint aber so zu sein, dass Politikverdrossenheit willkommen ist, um genau das zu verhindern. Wen wundert es also, wenn die Hobbypolitiker gezielt vorgehen, um Transparenz zu verhindern, damit aus der verantwortungsvollen Sache der Wahl ein ungestörtes kumuliertes und panaschiertes Hobbypolitikercasting mit einer Mehrzahl von Unbekannten wird. So läuft dann auch jede Wahl, bei der sich die Wähler ihre Welt so zusammenstellen, wie sie ihnen gefällt, auf Pippi-Langstrumpf-Niveau - oder gar nicht.

 

So geht Politik heute!

 

14.01.2019

 






 

Vereinsniveau auf Staatsebene

 

Unsere Gesetze geben Bürgerinnen und Bürgern politisch tätiger Vereine die Möglichkeit, als Politiker zu kandidieren, gewählt zu werden und die Kommunalpolitik zu gestalten. Das Gesetz schafft damit für Bürger eine Art Experimentierwerkstatt, in der man sich für Kreis-, Landes- und Bundespolitik qualifizieren oder zumindest empfehlen kann. Ein Teil der über Wahlen in Parlamente gelangenden Hobbypolitiker geht es allerdings primär um die Mitgestaltung des engsten Lebensumfeldes. Hier ist auch noch die echte politische Gesinnung spürbar.

 

Immer mehr junge Menschen sehen diese Spielwiese aber als Karrieresprungbrett an, denn man kann es schließlich zu etwas bringen und sich vor allen Dingen eine fürstliche Altersversorgung sichern. Hinzu kommen Bezüge für Aufsichtsratsmandate in Firmen mit staatlicher Beteiligung oder Unternehmen, die auf den Einfluss der Politik hoffen. Das kann bei Baukonzernen  für den Ausbau von Flughäfen, den Bau von Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen und die Infrastruktur günstig sein. Honorierte Vorträge und Beraterverträge bieten sich an, wenn man aus der politischen Funktion heraus mit Insiderwissen aufwarten kann. Wer sich dabei Interessengruppen andient, kann später sogar aus Dankbarkeit mit einer Übernahme in große Unternehmen rechnen und hoch dotierte Posten erhalten, ohne dass sich dabei die bereits erworbene staatliche Altersversorgung verringert.

 

Auf kommunaler Ebene und ohne größere Ambitionen reicht jedoch der gesunde Menschenverstand und manchmal weniger aus, um als politisches Vereinsmitglied gewählt zu werden. Man muss nur bekannt sein, wie ein bunter Hund und sich gut mit denen im Verein halten, die man auf den Schild heben soll. Irgendwie ist es wie in Kleinbonum mit dem Zaubertrank. Nun muss man sich mal vorstellen, dass sich Personen aus Vereinen ohne politischen Hintergrund und Qualifikation ebenfalls im Kreis der Personen befinden dürften, die über Bebauungspläne, den Kauf und den Verkauf kommunalen Eigentums, die Vergabe großer  Aufträge der Kommune, Haushalte  und Stellenbesetzungen mitentscheiden würden. Was so undenkbar erscheint, ist jedoch möglich, weil solche Personen einfach nur zusätzlich in eine Partei eintreten und ihre Stellung im eigentlichen Verein nutzen brauchen, um das ausreichende Wählerpotenzial zu binden. Das macht sie interessant für den politischen Verein. Es soll sogar möglich sein, später über beide Aktivitäten hinweg Personen in städtische Betriebe zu vermitteln. Möglicherweise fallen Lesern jetzt sofort Namen ein. Wie gesagt: Politische Betätigung kann viele Facetten haben.

 

Wer allerdings direkt mit der Wurst nach dem Schinken werfen will, dient sich bereits gestarteten Karrieristen als lokaler Helfer in Wahlkampfteams an, um diesen in Wahlkreisen den großen Sprung sicher zu stellen. Sollte der sich dann an den emsigen Steigbügelhalter erinnern, könnte er ja bis nach Berlin gelangen. Andere sind allerdings bereits mit Gelnhausen zufrieden. Gelangt ein Karrierist allerdings  bis in Kanzlernähe, ist der Höhepunkt erreicht, ehe die wahre Qualifikation und die Intention erkannt ist. Aber auch dann ist nicht wieder mit einem Abstieg zu rechnen; jetzt winken Ämter in Ministerien, in denen fleißig an der Nachfolgekarriere gearbeitet werden kann.

 

Es ist die Frage, wie viel Politkarrieristen, die sich etwas über dem einstigen Vereinsniveau befinden, ihr sattes Gesicht ohne Zweifel und ohne beklemmendes Gefühl im Spiegel betrachten und ihre Bankkonten studieren können, wenn sie insgeheim wissen, mit welchem Wasser sie kochen und wie sie Karriere machten.

 

Doch, was sage ich denn da? Natürlich wissen diese Personen das, denn für diesen Weg mussten sie sich ja entscheiden und ihn konsequent gehen. Da haben Scham und Demut nichts zu suchen. Man geht hinaus zum alten Verein und lässt sich als ganz großer Mann oder Frau feiern und gelegentlich als Laudator verpflichten und Gutes tun. Ehre, wem Ehre gebührt!

 

So geht Politik heute!

 

Rückzug in Etappen

Aufgaben, ehrenamtliches Engagement und freiwillige Verpflichtungen werden von vielen Menschen angenommen, die allerdings keine Gedanken daran verschwenden, wie sie sich eines Tages wieder davon befreien können. Dabei ist es logisch, dass man Solches nicht ewig erfüllen kann. Je nachdem, wie gut, korrekt, zukunftsweisend und motiviert diese Dinge angegangen werden, gestaltet sich die Trennung. Menschen, die praktisch nichts oder nur wenig leisten, werden entweder von der Aufgabe wieder entbunden oder ihr Rücktritt vollzieht sich nahezu unbemerkt. Intensiv wahrgenommen wird deren (Nicht-)Leistung allerdings erst, wenn Nachfolger oder Nachfolgerinnen Leistungen vollbringen, die bemerkenswert sind. Das ist, wie der Beginn einer neuen Epoche. Ein selbst gewählter Rückzug nach einer intensiven Schaffensphase kann allerdings schwierig sein, wenn sich niemand findet, der  bereit ist, eine vergleichbare Leistung zu erbringen. Ein solches Beispiel ist derzeit die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS, die nach den ersten  10 Jahren bemühenden Wirkens einen Quantensprung erlebte und innerhalb weiterer 10 Jahre zu einer Vorzeige-Seniorenzeitung avancierte. Nun ist die Zeitung in leichten Turbulenzen und es ist noch kein Licht am Horizont zu sehen.

 

Der Preis der Selbstverwirklichung

 

An der zweiten Phase der Entwicklung der Seniorenzeitung war ich maßgeblich beteiligt. Da meine gestalterische Arbeit an und bei der Seniorenzeitung von der ersten, der äußerst aktiven Phase meines (Un-)Ruhestandes geprägt war, war sie für mich keine Last. Das Konzept war erfolgreich. Viele kritische und insistierende Artikel, wie sie kaum woanders zu lesen waren, bildeten zusammen mit Satiren und netten Geschichten eine Kost, die besonders bei Senioren und Seniorinnen gut ankam, nicht so bei Personen, die sich betroffen fühlten. Die Namen der Autoren solcher Artikel  entwickelten sich zu wahren Synonymen für Ihr Wirken. Das Zusammenwirken im Team mit gleichgesinnten Leistungsträgern war äußerst effektiv, bis die Redaktion an einem Scheideweg ankam. Die Mischung "bittere Tropfen auf Zucker" kam plötzlich und unerwartet aus dem Gleichgewicht, als sich Redaktionsmitglieder mit ihrer Rolle nicht mehr identifizieren konnten oder wollten und sich zurückzogen. Das entstehende Vakuum konnte danach nicht mehr ausgeglichen werden.

 

Reformen und ihre Widersacher

 

In dieser Phase reifte bei mir die Erkenntnis, dass die Zeit für neue Impulse gekommen war. Als sich die Gelegenheit bot, den technischen Teil und das Layout in neue engagierte Hände zu legen, trennte ich mich davon und widmete mich nur noch der redaktionellen Tätigkeit. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch von dem Gedanken beseelt, mit der Seniorenzeitung einem wesentlich aktiveren Seniorenbeirat ein starkes Sprachrohr zu geben. Da in Maintal - wie auch anderswo - Senioren praktisch keine Lobby haben, sondern bestenfalls verwaltungstechnisch bespaßt werden, wollte ich Zeichen setzen. Just zu diesem Zeitpunkt gab sich die Stadt Maintal eine Seniorenbeiratssatzung, die all das nahezu unmöglich machte. Es ist jetzt weiterhin gewollt, dass sich dort der Maintaler Sozialproporz abbildet und dass die entsandten Seniorenbeiräte lediglich Vorzeige-Statisten sind, denen man kleine Spielwiesen zuweist. Damit war verwaltungstechnisch und politisch das gleiche Niveau gesichert, das allen anderen Beiräten der Stadt zukommt. Beiräte verleihen der Kommune nur einen fortschrittlichen Tatsch, ohne sich von der Stelle zu bewegen, wofür sie sogar ein Sitzungsgeld erhalten.

 

Aus dem Kreis großer Maintaler Parteien war zu hören, dass alle Parteien über Senioren verfügen, die Senioreninteressen vertreten könnten und würden, weshalb sich eine aktive politische Mitwirkung eines Seniorenbeirats erübrige. Da nun mal das Parlament die Seniorenbeiratssatzung beschließt und in die Hauptsatzung einbauen musste, setzten die Poltiker auch die Spielregeln fest. Ein interessantes Ziel war damit unerreichbar worden. Damit reduzierte sich  auch ganz erheblich mein Interesse an der Arbeit in der Seniorenzeitung und damit auch beim Seniorenbeirat als Herausgeber der Seniorenzeitung. Hier wurde aus niederen Beweggründen völlig unsinnig Energie vernichtet. Ich bin mir sicher, dass den Politikern und den Fachbereichen Soziales und Maintal Aktiv die Tragweite der Auswirkungen - wie schon so oft - nicht bewusst war.

 

Unangemessene "Weiterentwicklung"

 

Teil der Beeinflussung von Senioren und ehrenamtlich Aktiven sind die angebotenen Schulungen der Freiwilligenagentur, um angeblich mehr "Professionalität" zu erreichen, wie sie auch die Verwaltung selbst anstrebt. Ein Ergebnis einer solchen Schulung war das neue Layout der Seniorenzeitung, das bereitwillig und dem Zeitgeist folgend umgestaltet wurde. Solche lauen scheinfortschrittlichen Einflüsse wirkten sich Zug um Zug auf die gesamte Zeitung aus, so dass sie immer mehr identitätsstiftende Merkmale verlor und heute vom Format und Aufbau normalen Postillen ähnelt. Dies wird inzwischen durch die neuen Inhalte noch verstärkt, was in der ersten Ausgabe 2019 erst richtig spürbar werden wird. Bis zuletzt versuchte ich noch, mit Gastbeiträgen gegenzusteuern. Als weiterhin keine neuen leistungsstarken Reakteure in Sicht waren, war für mich der Zeitpunkt gekommen, um auch als Gastautor auszusteigen. Ohne Druck und mangels Artikeln generiert sich in der Redaktion nämlich keine Leistung. Nun werden Interessen von rührigen Kleingruppen und weichgespülte Beiträge ohne Selbstkritik die Lücken füllen. Das war zwar stets das Letzte, was ich wollte. Aber - wo kein Wille und kein Elan ist, ist auch kein guter Weg.

 

Hat Maintal überhaupt eine gute Seniorenzeitung verdient?

 

Gute Zeitungen macht man mit Herzblut. Ist das nicht der Fall, laufen die Leser davon. Das sollte Maintal spätestens nach der Übernahme des Maintal TAGESANZEIGERs durch den Hanauer Anzeiger begriffen haben. Heute wird es im "Blättche" bereits als extrem wohlwollend empfunden, wenn dort mal ein selbst aufgegriffenes Thema engagiert recherchiert als Artikel erscheint, der von der inzwischen üblichen Zeitungsmacherei abweicht. Zu lesen, was man überall, anderswo oder bereits früher schon einmal gelesen hat, langweilt und führt dazu, dass man sich von seiner bisher beliebten Lektüre abwendet. Gerade das "anders Sein" ist ein Markenzeichen, das man schützen und bewahren muss. Der Seniorenzeitung geht dieses Markenzeichen gerade verloren.

 

Maintals Leser sind für Redaktionen leider eine diffuse Gemeinschaft, die sich auch auf Befragen nicht äußert, wie ihnen die Zeitung gefällt. Deshalb hat sich bisher keine deutlich sichtbare Meinung zum tatsächlichen Stellenwert der Seniorenzeitung gebildet. Es ist zu befürchten, dass sie den gleichen Weg gehen wird, wie einige andere Informationsquellen. Ihr scheint lediglich eine Rolle innerhalb der heute üblichen Seniorenbespaßung zugebilligt zu werden. Das Gegenteil wäre eine tragende Rolle als Sprachrohr des immer stärker anwachsenden Seniorenanteils, der von einem rührigen Seniorenbeirat unterstützt wird. Dies ist aber offensichtlich nicht gewollt.

 

Eine der bedenklichsten Begleiterscheinungen ist, dass sich keine neuen Redakteure finden, die mit Herzblut etwas bewegen könnten und die Initiative ergreifen. So wird verstärkt auf schlaue Textkonserven Dritter zurückgegriffen werden, was die Zeitung zunehmend beliebig  macht und mit einem provinziellen Tatsch versieht.

 

Sehr schade!

 

29.12.2019

 




Auf dieser Homepage war schon viel die Rede von Veränderungen, die mein Leben und besonders meinen Ruhestand betrafen. Deshalb muss ich mich an dieser Stelle nicht wiederholen. Einen Gedankengang möchte ich dennoch aufgreifen - nämlich den, wie ich meine Zeit inzwischen nutze.

 

Zu Beginn meines (Un-)Ruhestands nahm ich neben den Grundlasten meines Lebens sehr viele Aufgaben an, die aus meiner Sicht einer Verbesserung bedurften. Aus meinen Fastnachtsaktivitäten wurde plötzlich Kabarett, das ich just zu dem Zeitpunkt aus der Taufe hob, als ich parallel die Finanzen meines Vereins wieder in Ordnung brachte, weil große Sprünge richtig finanziert werden müssen. Ich baute eine Internet-Zeitung auf, die sich u.A. sehr intensiv mit der Kommunalpolitik befasste, weil ich von der Idee beseelt war, dass die Bürger besser informiert werden sollten. Ich bewirtschaftete einen großen Freizeitgarten und baute ihn wieder neu auf, nachdem er niedergebrannt worden war, renovierte zwei Wohnungen und zog um, pflegte meine Eltern bis zu ihrem Tod. Als die Redaktion der Seniorenzeitung Hilfe brauchte, brachte ich mich in der von mir gewohnten Weise sehr intensiv ein. Aus ähnlichen Gründen betätigte ich mich als Verwaltunsbeirat und begleitete zuletzt aktiv die Sanierung unserer Wohnanlage mit all ihren organisatorischen und zwischenmenschlichen Facetten. All das entwickelte sich zu Zeitfressern, die spezieller Prioritäten bedurften. Das erlaubt die Frage vieler Menschen, die mich kennen, wie und mit welchem Zeitaufwand ich das alles bewältigte. Meine Antwort: "Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss!"

 

An diesem Punkt möchte ich auf das Problem eingehen, was ein Mann tun muss, der das tägliche Pensum mit zunehmendem Alter immer stärker an seine abnehmende Konstitution anpassen muss. Sich zurückzunehmen ist machbar, doch es nagt am Selbstwertgefühl.

Dennoch stellte ich immer häufiger alle zur Verpflichtung gewordenen Dinge auf den Prüfstand, um ihren Spaßfaktor zu überprüfen und Konsequenzen zu erwägen. Dabei  geht auch Freude verloren, die man dringend zum Leben braucht. So ist der Abbau von Verpflichtungen mit dem parallelen Aufbau neuer Freudenquellen verbunden, wenn man nicht versauern will. Genau diese Freudenquelle ist momentan meine kleine Parallelwelt des Modellbaues, die gerade im Maintal TAGESANZEIGER und im Hanauer Anzeiger vorgestellt wurde. Nun wurde ich von interessierten Lesern gefragt, wie viel Zeit es kostet, eine solche Anlage zu bauen.

 

 

Genau das ist der Punkt, der nun deutlich sichtbar wird. Es ist die Zeit, die ich bisher mit Recherchen in der Kommunalpolitik, ehrenamtlichem Engagement, intensiver Vereinsarbeit und bei der Pflege sowie beim Erhalt meines Freizeitgartens verbrachte. Genau von diesen Dingen habe ich mich getrennt, trennen müssen oder ich habe mein Engagement deutlich reduziert. Dafür habe ich ein Betätigungsfeld hinzugewonnen, bei dem ich Freude tanken und Talente pflegen kann, die mir wichtig sind.

 

Von der Maintaler Seniorenzeitung trennte ich mich besonders schwer, weil mit ihr einige mir wichtige Bewusstmachungen stattfinden können. Das erfordert allerdings tiefgreifendes Engagement und eine breite Akzptanz des Umfelds. Wichtige Ziele wurden erreicht. Nachdem die Zeitung finanziell auf eigenen Füßen stand, weil sie als Werbeträger immer interessanter wurde, wuchs die finanzielle Unabhängigkeit von der Stadt Maintal, was auch zur redaktionellen Autonomie beitrug. Leider missfiel das einigen politischen Kreisen und auch in der Stadtverwaltung gab es Widerstände, die spürbar waren. Manchmal hatte ich den Eindruck, es lag am Gefühl "Alles Klee oder was!?"

 

Nun  hat dieses Gefühl ein Ende gefunden und mein persönliches Gefühl ist das einer nun leeren Hülle, wenn ich an die Zeitung denke. Gespannt warte ich auf die erste Klee-freie Ausgabe 2019, die mit Verspätung oder vielleicht garnicht herauskommt, weil sich die Herausgabe infolge persönlicher Prioritäten, die Einzug hielten, verzögert. Dabei hat es die Zeitung wirklich verdient, engagiert von leistungsstarken Redakteuren weitergeführt, anstatt nur halbherzig verwaltet zu werden.

 

Klaus Klee


 

Weihnachtsempfehlung

Alle Jahre wieder stehen uns Tage bevor, an denen wir uns darauf besinnen, was die wahren Werte des Lebens sind und was wir ändern sollten, damit uns diese Werte nicht verloren gehen. Leider schätzt man manches erst, wenn man es fast oder ganz und gar verloren hat. Auf der anderen Seite ist man froh, dass man einiges endlich hinter sich ließ. In beiden Fällen war dann offensichtlich das Maß voll. Auch wir selbst trugen sicherlich dazu bei. Ehe wir Entwicklungen, Beziehungen und Wünsche für immer begraben, sollten wir einen letzten Gedanken daran verschwenden, ob es endgültig ist. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist dafür ein guter Zeitpunkt, weil der Jahreswechsel auch oft einen Neuanfang darstellt. In dieser Zeit suchen wir die Gesellschaft von Menschen, die uns viel bedeuten und wären überrascht, wenn wir nicht auf das gleiche Empfinden stoßen würden.

 

Die Zeiten ändern sich jedoch und damit auch die individuellen Bedürfnisse. Hohe Feiertage, Jubiläen und "runde Geburtstage" sind keine Familienangelegenheiten oder Feste mit Freunden mehr. Man heiratet heute abseits des Personenkreises, vor dem man sich eigentlich das Ja-Wort zum Zeichen geben sollte, wie ernst man es mit dem Versprechen meint. Was die Jungen ffür normal halten, wird wohl für Senioren nicht falsch sein. So ist es konsequent, dass man eine Goldene Hochzeit ebenfalls nur im ganz engen Kreis und mit Menschen gleicher Empfindungen feiert. Das war zumindest einer der Entschlüsse, die ich in diesem Jahr fasste. Alle anderen Entschlüsse glichen einem Großreinemachen.

 

Was einem nichts mehr bedeutet, ist auch nichts mehr wert

 

Dieser Satz mag hart sein, doch umso mehr man darüber nachdenkt, desto klarer wird der Sinn dieser Feststellung. Gerade, wenn Hilfsbereitschaft und Engagement als Einbahnstraße benutzt wird, stellt sich die Frage nach dem Sinn. Viele Zeitgenossen stellen Dienste ein, weil es für Nutznießer bequemer ist, Angebote Anderer anzunehmen als Arbeiten selbst auszuüben. Die beiläufig aufgeschnappte Bemerkung: "Für so etwas habe ich meine Leute..." kann Helfern jedoch plötzlich die Augen öffnen, wie sehr sie benutzt werden.

 

Zäsuren haben eine befreiende Wirkung

 

In den letzten Jahren erlebte ich, wie befreiend Zäsuren sein können, weshalb ich das auch weiterhin praktizieren werde. Zuvor muss man sich jedoch intensiv mit Situationen befassen und klären, ob man ohne das bisherige Engagement auf betreffendem Gebiet auch zufrieden leben kann. Einiges ist klar:

  • Probleme mit Beziehungen, die von Einzelpersonen vergiftet wurden, löst man durch konsequente Trennung von den Personen. Lassen sich solche Personen nicht restlos aus dem eigenen Leben entfernen, muss man sich zumindest klar abgrenzen. Das geht umso leichter, je mehr sich einem der Magen umdreht, wenn man solchen Personen begegnet.

  • Arbeitsintensives muss dahingehend untersucht werden, ob Mühe und Lohn noch im adäquaten Verhältnis zueinander stehen. Gerade wenn wegen des Alters, wegen Krankheiten oder seelischen Belastungen Kräfte schwinden, würde ein "Weiter so" zum Raubbau an der Gesundheit führen. Hier muss solches reduziert oder gar eingestellt werden.

  • Vertrauen ist eine solide Basis, wenn Mitmenschen es verdienen. Hier spielen allerdings Erwartungen eine große Rolle. Erfüllen Mitmenschen Erwartungen nicht in gleichem Maße, wie das, was man ihnen entgegen bringt, entstehen Situationen, die zu permanentem Misstrauen führen. Irgendwann muss dann die Reißleine gezogen werden, weil Hoffnung allein nun mal keine Basis ist.

  • Die heftigste Zäsur ist die Aufgabe aller bisherigen Werte und ein Abschied von Erziehungsgrundsätzen, was einer Selbstaufgabe gleich kommt. Doch auch hier findet man Zeitgenossen, die sich trotzdem auf seltsame Art befreit fühlen.

Eine gute Erziehung und ein geregeltes Leben wirken wie ein Korsett

 

Menschen sind im Grund genommen mehr oder weniger gebändigte Raubtiere. Wir wurden deshalb mit unserer Erziehung aufs Leben vorbereitet und darauf eingestellt, damit wir Charaktereigenschaften und Triebe in den Griff bekommen und Wertevorstellungen entwickeln. Wir lernten, welche Gesetze es gibt und was man von uns erwartet, wie man selbständig durchs Leben kommt, was Anstand und Treue bedeuten, wie Fleiß und Lohn zusammenhängen und vieles mehr. Das allerdings nur so gut, wie es die Menschen, die uns formten, selbst beherrschen. Hier spielt der persönliche Umgang ein große Rolle und welche Vorbilder man sich aussuchte. Auch spielt der Zeitpunkt, wann man alleine auf die Menschheit losgelassen wird, eine große Rolle. So konnten viele Menschen ihre Erziehung nie richtig beenden, weil sie zuvor wichtige Bezugspersonen verloren. Auch schließen viele Menschen nie eine Ausbildung ab, die ihnen einen guten Lebensunterhalt sichert. Sie verlassen sich eher auf Partner, die sie versorgen. Die Folgen begegnen uns täglich.

 

Der Glaube ist die Wundsalbe für alles, was wir nicht begreifen

 

Viele Menschen schöpfen Kraft aus ihrem Glauben, denn er ist nun mal ein völkerübergreifendes Erziehungsmittel und der Ersatz für alles, was Menschen nicht begreifen. Sie  verehren eine überirdische Kraft, damit sie ihnen wohlgesonnen ist. Diese lässt allerdings Kriege, Krankheiten, Tod und Elend zu  - unabhängig davon, wie edel oder auch schuldbeladen wir sind.

Mit manchen Glaubensrichtungen werden sogar ganz bewusst Terrorhandlungen verknüpft, um dafür ein besseres Leben nach dem Tod zu erhalten. Attentäter glauben sogar dann noch daran, wenn sie dabei überleben und versuchen es erneut.

 

Friede, Gesundheit und erworbene Sicherheit sind das höchste Gut

 

Wenn wir alle Faktoren, die wir nicht restlos beeinflussen können, mal beiseite schieben, so bleibt unter dem Strich die Erkenntnis, dass der beeinflussbare Bereich unseres Lebens noch groß genug ist, um ihn positiv zu gestalten. Dazu müssen wir

  • Werte herausarbeiten, sie schützen und verteidigen.

  • Wir müssen uns von Menschen abgrenzen, die diesbezüglich Defizite haben,
    sonst werden wir womöglich wie sie.

  • Die Hoffnung dürfen wir nicht als Lebensführungsphilosophie einsetzen,
    weil wir sonst zum Spielball werden.

  • Werden wir bedrängt, müssen wir uns klug für "Flight or Fight" entscheiden.

  • Die höchsten Güter, die wir haben, müssen wir verteidigen,
    sonst werden sie uns abgenommen.

  • Was wir im Überfluss besitzen, können wir dagegen sinnvoll abgeben.

Die wertvollsten Geschenke sind allerdings Dinge, die uns selbst etwas bedeuten, gerade, weil wir wissen, warum sie uns etwas bedeuten.

 

Weihnachten und der Jahreswechsel sind mal wieder ideale Zeitpunkte, um darüber nachzudenken. In diesem Sinn wünsche ich all meinen Lesern ein frohes Fest und Mut, über alles nachzudenken. Anspruchsvoll wäre dabei ein humoristischer Wahlspruch:

 

"In den Missständen des Lebens

menschliche Schwächen erkennen

und lachend verzeihen!"

 

...oder eben, Konsequenzen zu ziehen.

 

16.12.2018








Es gibt im  Leben nichts Gutes - außer, man tut es!

 

Es ist wohl eine der markantesten Zeiterscheinungen, dass heute immer mehr Menschen nur noch an sich selbst denken. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Gutmenschen und diejenigen, die beruflich für Andere da sein müssen. Wirklich Gutes zu tun sollte von innen heraus kommen. Das geht jedoch nur mit einer gesunden Motivation und genau die wird leider immer wieder mutwillig oder fahrlässig beschädigt.

 

Die Leistung so mancher ehrenamtlich Tätiger tangiert die Arbeit von Menschen, deren Vorgehensweisen damit korrigiert, ergänzt oder kritisiert werden, weil das Bessere nun mal der Feind des Guten ist. Dabei werden als Abwehrreaktion Zuständigkeiten herausgekehrt und verteidigt und damit Engagement eingebremst, obwohl die ehrenamtliche Tätigkeit nutzbringend ist. Nicht selten findet auch ein Wettstreit unter Ehrenamtlichen statt, wenn unterschiedliche Auffassungen über eine Sache bestehen. Eigentlich meinen es alle nur gut - entweder mit der Lösung oder mit sich selbst. Der Lohn der Mühe soll Zufriedenheit sein. Aber - wer will unter Konkurrenz den Lohn schon mit anderen teilen!?

 

Wirklich nutzbringend ehrenamtlich aktiv wird man natürlich nur, wenn man Erfahrung auf einem bestimmten Gebiet hat und von seiner Erfahrung etwas abgeben will. In Vereinen oder Organisationen bieten sich dafür weite Betätigungsfelder an. Umso arbeitsintensiver Betätigungsfelder sind, desto weniger Interessenten sind nämlich zu finden, so dass man dort froh sein sollte, wenn sich ein Könner einer schwierigen und anspruchsvollen Aufgabe annimmt. Manchmal muss man sogar spezielle Freiräume schafffen, damit sich ein Macher entfalten kann. Erst wenn sich Erfolg einstellt, wächst die Akzeptanz und der Einfluss des Machers. Das wiederum missfällt Personen, die persönlich nicht mithalten können. So kommt es manchmal zu wahnwitzigen Handlungen.

 

Grotesk wird es, wenn Gutes von Aktiven damit verbunden ist, gegen Widerstände Dritter anzukämpfen, die ihrerseits mangels Weitblick oder aus Missgunst dagegen kämpfen, dass sich Bestehendes verändert. Dabei geht unglaublich viel Energie verloren. Wenn von der Richtigkeit ihrer Überlegungen Überzeugte ihr Ding dennoch durchziehen, erleben sie, wie der Erfolg auch Väter aus den Reihen der Gegner und Opportunisten bekommt - ohne, dass sie ihre Ansichten offen revidieren.

 

Menschen, die imstande sind, Gutes zu tun, sollten besser vor solchen Attacken geschützt werden. Ist Engagement auch noch absolut uneigennützig, so ist deren Schutz umso wichtiger. Auch das sollte man zum Jahreswechsel bedenken und es zukünftig beherzigen, wenn man selbst auch mal etwas Gutes tun möchte.

Denn: Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.

 

 

Kleine Lebenshilfe

 

Wohin wir uns're Schritte lenken,

was wir ersinnen oder denken,

wen wir mögen und verehren,

wem wir gar den Rücken kehren,

wo Du bist und wo ich bin,

alles hat doch seinen Sinn.

 

Jeder geht im Leben seinen Weg,

ob breite Straßen, schmaler Steg,

nutzen auch manch gold'ne Brücken,

aus Elefanten werden da Mücken.

Kommt die Einsicht noch beizeiten,

kann's Freude mitunter gar bereiten.

 

Man kann sich auch dem Schicksal fügen,

andere weiter und sich selbst belügen,

der Hoffnung bequem und tatenlos frönen,

mit anderen über Belangloses klönen,

immer so tun, als wäre alles im Lot

und glauben, man säße allein im Boot.

 

Man sollte dabei unterdessen

die Strömung nicht vergessen,

die sich ändert in jedem Moment,

doch stets nur eine Richtung kennt.

Bergab führt sie, ehe man es denkt,

wenn man nicht richtig gegenlenkt.

 

Das Ruder stark und das Ziel stets im Blick,

so umschifft man manches Missgeschick

und auch manche gefährliche Klippe,

springt dem Teufel von der Schippe,

macht aus dem Kann ein festes Muss

und mit so mancher Drangsal schluss.

 

Ist aber der Stolz der Feder Trieb,

der einem beim Denken übrig blieb,

gilt es diesen zu überwinden

neben all den and'ren Sünden,

denn die Dummheit und der Stolz,

beide sind aus dem gleichen Holz!

 

Klaus Klee

 

 

Zeit für Geschenke

Wie sich doch die Zeiten ändern! Bisher kommunizierten Menschen Werte, ihren Willen und Gefühle im direkten Kontakt. Heute werden immer stärker technische Möglichkeiten genutzt, wodurch die verbale Kommunikation verarmt. Verstärkt wird die Suche nach Alternativen, wenn es Menschen immer weniger gelingt, im direkten Kontakt zu überzeugen. So wird die Community einbezogen oder es werden Kurznachrichten ohne Ende ausgetauscht. Zu Weihnachten werden wieder Kuriositäten verschenkt, die es förmlich in sich haben. Mit fortschreitenden technischen Möglichkeiten kommen völlig neue Geschenke-Trends auf uns zu. Bei Geschenken interessiert die Hersteller nicht deren Nutzen oder Schaden, sondern wie viel Geld man damit verdienen kann. Der Renner sind elektronisch oder per Funk gesteuerte lebensnahe Abbilder von Menschen und Tieren. Ich habe mal drei dieser lebensnahen Geschenke herausgegriffen und will sie Ihnen näher bringen.  

 

Geschenk 1 - der RC-Stoff-Hund "Perfect to Life"  

 

Auf den ersten Blick sind alle erhältlichen Hunderassen der Serie exakte Kopien echter Hunde. Sie sitzen, laufen und springen per Fernsteuerung, schnüffeln, setzen sich oder heben das Bein je nach RC-Geschlecht, bellen, jaulen oder fiepen, wie es dem RC-Hundehalter gefällt. Mit den Programmen Indoor und Outdoor werden quasi Zufallsgeneratoren aktiviert, die den Stoffhund je nach Wahl der Route einige Bäume und Gegenstände ansteuern lässt, wobei sich sogar der Zug auf die Leine verstärkt. Nachdem der RC-Hund mit speziellen Speisen, die es im Zubehörhandel gibt, gefüttert wurde und auch die Blase mit herkömmlichem Wasser gefüllt wurde, kann es los gehen. Der Ausgang naht und der Hund hört aufs Wort. Das spart die Hundeschule.

 

Das Modell XXL wird zusätzlich mit LED-Halsband, Stoffmäntelchen und einem größenabhängigen Kackbeutel-Set geliefert, was einen äußerst lebensnahen Spaziergang ermöglicht. Schnell hat man sich an die Fernsteuerung mit ihren Knöpfen "yap", "shit" and "piss" gewöhnt und folgt artig dem Stoffhund dorthin, wohin wir wollen. In der Nähe von Gewässern kann die "swim & shake out"-Funktion aktiviert werden, bei dem sich der Hund alleine von der Leine löst und pudelnass zurück kommt. Für die Indoor-Variante werden Hundetoiletten mit Bäumchenatrappen angeboten, die sich gut in das Ambiente der Wohnung einfügen. So ist das Hundehalten bei jedem Wetter möglich. Für Freunde des gepflegten Hundekuschelns im Bett können alle Zusatzfunktionen vorübergehend abgestellt werden. In der Leasing-Variante können die Modelle alle 2 Jahre getauscht werden. Der RC-Stoff-Hund kann auch in Wohnungen gehalten werden, in denen Tierhaltung untersagt ist.  

 

Geschenk 2 - die RC-Katze "Room-Tiger"  

 

Die Weiterentwicklung des RC-Stoffhundes ist die RC-Katze "Room-Tiger". Sie ist mit dem zusätzlichen Intelligenz-Modul "Look down" ausgestattet, weil Katzen völlig anders  als Hunde strukturiert sind. Befehle der RC-Steuerung sind zudem zweifach verschlüsselt und mit einer Risiko-Funktion ausgestattet. Damit wird der eigene Wille der Katze perfekt simuliert. Als Zusatzfunktionen sind die Funktionen "leather scratch" für Möbel aus Nappa-Leder und "carpet scratch" für Wände erhältlich. Mit "puke free" lassen sich täuschend echt Mahlzeiten returnieren und "perfect steal" zeigt die große Lernfähigkeit des Intelligenz-Moduls. Die "Catch mice"-Funktion kann mit der RC-Zubehörmaus aktiviert werden. Mit "purr & meow" reagiert die RC-Katze auf Streicheleinheiten. Natürlich sind alle "Cat-toilet"-Funktionen nur an der Ladestation aktiviert. Bei der RC-Katze "Room-Tiger" steht schon nach kurzer Zeit die Frage im Raum, wer eigentlich wen steuert. "Room-Tiger" kann auch verachten und ignorieren. Ihr das abzugewöhnen ist laut Hersteller leider nicht möglich.  

 

Geschenk 3 - AMAZON Echo "ALEXA Domina"  

 

Eine völlig neue Generation der ALEXA stellt die "ALEXA Domina" dar, die nicht nur verbal weiterhilft, sondern auch straft, pöbelt, beleidigt und alle fiesen Unarten regulärer Lebenspartner adaptiert. Beachtlich ist das Vokabular an Ausdrücken, die unter die Haut gehen. Eine der interessantesten Funktionen ist der "throw on the wall"-Button, der verhindert, dass ALEXA zerstört wird, wenn sie an die Wand geworfen wird und der den zuvor benutzten Dialog löscht, was bisher bei realen Lebenspartnern nicht möglich ist. So ist die ALEXA-Domina ein sehr gutes Utensil für Menschen, die sich intensiv auf Partnerschaften einstellen wollen.  

 

Für alle Freunde festlicher Umtausch-Rallyes gibt es allerdings einen Wermutstropfen: Die Artikel sind vom Umtausch ausgeschlossen.

 

05.12.2018

 






Sie haben längst gemerkt, dass diese drei Geschenkartikel so aktuell sind, dass sie morgen bereits schon wieder technisch überholt sein könnten. Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Ein kleiner Chip, der nur 0 und 1 kennt, adaptiert Gehirne und übertrifft dabei alle realen Gehirme, weil er keine Abweichungen von 0 und 1, von Richtig und Falsch oder Ja und Nein kennt. Das wirft die Frage auf, wann auch Chips nach einer gewissen Lernphase damit beginnen, Launen zu zeigen und Grauzonen zu nutzen, wie es offensichtlich das menschliche Gehirn kann.

 

Fortschritte werden bereits bei der Funktion "Sowohl/als auch" erzielt, die die Bandbreite von Aktionen und Ratschlägen enorm erweitert. Damit würde der Chip deutlich über der Intelligenz normaler Menschen stehen, die es nicht vermögen, aus Erfahrungen zu lernen und diese zu nutzen. Möglich ist das, weil die Zentralfunktion des Chips alles beiseite räumen kann, was den Blick auf alternative Möglichkeiten verstellt. So ist künstliche Intelligenz eine großartige Alltagshilfe.

 

Künstliche Intelligenz, mit der man selbstfahrende Autos, ferngesteuerte Drohnen, Schachcomputer oder einfach nur programmierbare Puppen oder Tiere ausstattet, wird weiterhin auf dem Vormarsch sein. Allerdings wird bereits davor gewarnt, dass damit wichtige übergeordnete staatliche Vorhaben massiv gestört werden könnten, weshalb sich starke Interessengruppen für Modifikationen einsetzen. Ein Beispiel ist das AMAZON Echo ALEXA, in dem bereits einige mögliche Antworten gesperrt wurden. Ausgerechnet Alt-68er haben analog des bekannten Spruches "Stell dir vor, es wäre Krieg und keiner geht hin" jedwedes Animieren auf eine entsprechende Frage zur Einberufung thematisiert, um vage Friedenssehnsucht zu begünstigen.

 

Selbst zu denken, Alternativen objektiv auszuwerten, bewusst unvernünftig zu sein, das sind doch Anreize genug, solche kleinen Alltagshelfer nur dort zuzulassen, wo sie wirklich nützlich sind. In Kinderzimmern hat künstliche Intelligenz allerdings gar nichts zu suchen, weil damit die Phantasie und die Empathie stirbt. Denken sollte nur dort durch künstlioche Intelligenz ersetzt werden, wo die eigene Intelligenz nicht ausreicht.

 

Klaus Klee




 

Zeit der Besinnung

Vor ca. 140 Jahren wurde ein bedeutendes Nachschlagewerk mit nebenstehendem Bild illustriert und damit der Versuch unternommen, die Vergänglichkeit zeitgemäß zu vermitteln. Sehr beliebt ist auch an anderer Stelle das Stundenglas, um zu zeigen, wie die Zeit verrinnt. Heute würde man eher die Weiterentwicklung technischer Geräte in eine Reihe stellen, um ein ähnliches Gefühl zu vermitteln. Dem Illustrator gelang es  mit abgebildetem Stahlstich allerdings, auszudrücken, dass die menschlichen Probleme zu allen Zeiten die gleichen sind. Es geht ums Heranwachsen, Partnerschaft, Fortpflanzung, Absicherung der Familie und ein Altwerden in Würde - also die Vergänglichkeit. Dieser Zyklus gehört zusammen und so manches Leben kommt aus dem Gleichgewicht, wenn einer oder mehrere Faktoren fehlen oder gar absichtlich verworfen wurden. So sollte gerade in der Vorweihnachtszeit jeder für sich reflektieren, wie sein Leben bisher verlief und welche Veranlassungen noch in Angriff genommen werden sollten, damit sich der Kreis mit all seinen Facetten zufriedenstellend schließen kann. Wenn es dann langsam um das Lebensende und das Sterben geht, ist es für Korrekturen zu spät. Anstelle des Agierens tritt nur noch das Reagieren, um letzte Kurskorrekturen vorzunehmen - die Uhr läuft langsam ab.

 

Fragen über Fragen

 

Durch die erste  Hälfte des Lebens fahren wir mit Vollgas, weil alles  neu ist, was wir machen. Dabei sammeln wir Erfahrungen und unser direktes Umfeld stülpt uns zu unserem Schutz eine Erziehung über. Im weiteren Lebensverlauf stellt sich dann heraus, ob die genossene Erziehung ausreicht und richtig war und wir beginnen, sie zu modifizieren. Sich sozial zu integrieren heißt nun mal, nach den geltenden Regeln zu leben und sich einzugliedern. Wer das noch nicht kann, sollte es erlernen.

 

Je nachdem, wie die weitere Entwicklung verläuft, kommen manche Erziehungssäulen ins Wanken und werden durch eigene Spielregeln ersetzt. Dabei werden oft Tatsachen geschaffen, die sich kaum mehr rückgängig machen lassen. Zwei Sachen kommen zum Beispiel nie zurück: Das gesprochene Wort und die verpasste Gelegenheit. Ersteres bringt uns oftmals in Teufels Küche, Letzteres führt zu Richtungswechseln - auch in Einbahnstraßen, aus denen wir nicht mehr heraus kommen.

 

Um eine Zäsur vornehmen zu können, müssen wir uns einige Fragen stellen:

  • Muss ich meine Lebensphilosophie ändern oder bin ich rundum zufrieden?

  • Habe ich den richtigen Lebenspartner?

  • Lebe und wohne ich im richtigen Umfeld?

  • Wie erhalte ich altersgerecht meine Gesundheit und meine körperlichen Fähigkeiten?

  • Kann ich mir Erfolgserlebnisse und Freude genau dann ermöglichen, wenn ich sie wirklich brauche?

  • Gibt es in meinem Umfeld Funktionen oder Personen, von denen ich mich trennen muss, weil sie mir überwiegend die gute Laune verderben?

  • Sind bei ehrenamtlichen Leistungen Mühe und Lohn im richtigen Verhältnis?

  • Wird meine Gutmütigkeit  und Bereitwilligkeit ausgenutzt?

  • Haushalte ich vernünftig mit meinen Kräften?

  • Was muss ich unbedingt verändern und warum?

Erst, wenn diese Fragen ehrlich und umfassend beantwortet sind, war das Reflektieren erfolgreich und kann in Veränderungen münden. Ziel soll eine größere Zufriedenheit und genügend Kraft sein, den Rest des Lebens vernünftig zu gestalten.

 

Dinge, die man kaum beeinflussen kann

 

Zu manchen Rahmenbedingungen für Zufriedenheit kann man beitragen, zu anderen weniger oder garnicht. Zu letztgenannten Rahmenbedingungen gehören Krieg und Frieden. immer wieder gelingt es einflussreichen Nutznießern der Gesellschaft, über die Politik Kriege anzuzetteln. Es werden Ängste geschürt, Feindbilder geschaffen und gehetzt, wie mit nachfolgenden Bildern und das zu allen Zeiten, um das Volk auf Krieg oder andere Aktionen einzustimmen. Am Ende sind die Nutznießer zufrieden und unendlich viele Menschen tot, vertrieben oder für den Rest ihres Lebens gezeichnet.

 

      

 

Doch auch diese Auswirkungen sind bedingt vermeidbar, wenn sich mutige Menschen dem entgegenstellen und wenn wir sie dabei unterstützen. Als Leibeigene waren unsere Vorfahren ihrem Schicksal ausgeliefert. Die Demokratie veränderte das. Nach der Machtergreifung der Nazis ging den Bürgern erneut ein Teil ihrer Freiheit verloren. Selbst Nationen, die für ihre Demokratie als Vorbilder gelten, schicken heute ihre Bürger in den Krieg und in den Tod, wie es Kriegstreiber und Kriegsgewinnler, die die Parteien allimentieren, wünschen. Ob die Demokratie sich selbst effektiv schützen kann, ist weiterhin fraglich, auch wenn wir sie angeblich am Hindukusch verteidigen.

 

Eine weitere kaum beeinflussbare Gefahr für den persönlichen Frieden sind ein Einbruch, Diebstahl oder Angriffe auf die eigene Person. Wenn sich Bösartigkeit gegen Andere richtet, sind starke Gegenmaßnahmen erforderlich, die den Wiederholungsfall verhindern. Auch Unfälle treffen uns hart, weil wir offensichtlich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren. Dieser allgegenwärtigen Gefahr sind wir besonders stark ausgeliefert, wenn versagende Dritte daran beteiligt sind.

 

In diesem Sinn rate ich dazu, zum Jahreswechsel mal darüber nachzudenken, auf welch tönernen Füßen unser Glück und unsere Zufriedenheit steht und sinnvolle Korrekturen zu erwägen. Die Adventszeit sollte den richtigen Rahmen bilden.

 

04.12.2018

 







Die Uhr läuft kontinuierlich ab

 

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, ob auch Sie schon einmal den Wunsch hatten, Uhren anzuhalten - ich habe diesen Wunsch immer öfter. Es ist immer dann der Fall, wenn mal alles im Lot ist und nach einer weniger guten Phase des Lebens neue Hoffnung aufkeimt. Dabei muss nicht alles optimal sein, nur halt frei von Sorgen, Schmerzen und psychischer Drangsal. Unter dem Strich bleiben allerdings die Vergänglichkeit, der langsame Verfall des eigenen Körpers und unbeeinflussbare Gefahren. Genau das blenden wir aber gern aus, weil es uns bedrücken könnte.

 

Es klingt unglaublich, aber wir ergründen dafür gern bei anderen Menschen, die glücklich und zufrieden daher kommen, ob das, was wir dabei sehen, Fassade oder Wirklichkeit ist. Vielleicht suchen wir damit nach einem noch fehlenden Rezept für die eigene Zufriedenheit. Manchmal enttarnen wir dabei aber lediglich eine Art, relativ unbesorgt in den Tag zu leben. Vielleicht ist es auch der Mangel an Erfahrung, die uns selbst immer wieder zu viel nachdenken lässt. Eines ist bei unseren Beobachtungen auffällig: Menschen mit lockerer Lebensart und scheinbar mutigem Vorgehen treffen negative Erfahrungen besonders hart, denn sie sind nicht darauf vorbereitet.

 

 Wenn man glaubt, es habe einem besonders hart getroffen, kann eine andere Erkenntnis durchaus,Trost spenden. Die Anderen, denen es scheinbar besser geht, haben es vielleicht noch vor sich. Möglicherweise versuchen wir nur deshalb, Ratschläge an Menschen weiterzugeben, denen wir wohlgesonnnen sind, damit sie einige Fehler nicht machen, die sie in bestimmte Lebenslagen bringen könnte.

 

Es gibt eine Konstante, die bei der Sinuskurve den Nullpunkt nach links oder rechts verschieben kann. So kommen periodisch wiederkommende Ereignisse schneller oder langsamer zurück. Mit anderen Worten: Auf jedes Tief folgt ein Hoch und umgekehrt. Genau diese Verschiebung der Konstante können wir aber beeinflussen. Dabei hilft Erfahrung bzw. helfen Erfahrungen, die wir im Leben machen und daraus richtige Schlüsse ziehen. Es sind effektive Kurskorrekturen, die  unsere Phasen der Zufriedenheit beeinflussen. Tatenloses Festhalten an bestehenden Zuständen gleicht dagegen einem sich ins Schicksal Ergeben.

 

Von der Zeit kann man sich treiben lassen oder man kann mit ihr Schritt halten. Dementsprechend ist man ein Getriebener oder ein Macher. Ob man als Macher erfolgreich ist, hängt natürlich von der Summe und der Qualität eigener Erfahrungen und der Intelligenz ab, richtige Schlüsse zu ziehen. Rein rechnerisch räumt man älteren Menschen dabei eine größere Summe an Erfahrung ein. Allerdings gibt es auch alte Menschen, auf die das nicht zutrifft. Die Beharrlichkeit von Menschen, mit der sie über Holzwege trampeln, prägt dann die Achtung, die wir ihnen gegenüber empfinden.

 

Mit einer richtig gehenden Uhr ist man stets auf der Höhe der Zeit. Wenn man auch die Zeit begreift, in der wir momentan leben, bestehen gute Voraussetzungen für die Lösung aller Probleme.

 

Denken Sie mal darüber nach!

 

Klaus Klee

 

 

Mit mehreren Generationen wohnen

Maintals Bürgerinnen und Bürger leben wie überall in Ein- und Mehrfamilienhäusern, in Reihenhäusern, Wohnanlagen und Hochhäusern. Dort leben sie je nach Größe des Objekts von anonym bis sozial gut eingebettet - jeder so, wie er möchte, kann oder es manchmal auch verdient. Das hängt von unzähligen Faktoren ab, die sich meist kaum beeinflussen lassen. Nun gibt es seit einiger Zeit Menschen, die sich  projektbezogen mit Mehrgenerationenwohnen befassen, um organisiertes Zusammenleben als Geschäftsmodell zu ermöglichen. Sie vergessen dabei allerdings, dass sich ein friedliches und positives Zusammenleben nicht planen oder verordnen lässt. Oft sind es lediglich Projekte, die mit einem scheinbbar gemeinnützigen Zweck verbrämt werden, um günstig an kommunalen Boden, Fördergelder und eine reibungslose und schnelle Bauabwicklung und Finanzierung zu gelangen. Meist fängt die Liste banal mit Barrierefreiheit an. Kaum einer der Initiatoren findet sich allerdings später in solchen Objekten wieder. Sie streichen nur die hohen Mieten ein.

 

Das harmonische Zusammenleben von Generationen hängt von vielen Faktoren ab und ist ein absoluter Glücksfall. Eine folgende Situationsschilderung soll einen momentan positiv empfundenen Zustand guten Mehrgenerationenwohnens näher bringen. Doch zunächst zu den "Spielregeln" - der Hausordnung.

 

Hausordnungen verraten viel über die soziale Integration

 

Das Hauptproblem  jedes Zusammenlebens unterschiedlichster Menschen und Generationen  ist deren Grad der sozialen Integration. So gibt es Hausordnungen, die vor allen Dingen für Mitbewohner aufgestellt sind, die nicht akzeptieren oder gar wissen, wie man sich gemeinschaftsverträglich verhält. 95% der Regelungen jeder Hausordnung sind Punkte, die eigentlich selbstverständlich sind und allgemeingültigen Normen und Verhaltensweisen entsprechen. Sie rufen nur in Erinnerung, welcher zu praktizierende Geist von der Mehrheit der Eigentümer gewünscht ist. Neue Mitglieder der Hausgemeinschaft - ob Eigentümer oder Mieter - haben somit eine Orientierung, um sich sozial zu integrieren. Leider haben manche Menschen damit Schwierigkeiten, weshalb die Hausordnung immer wieder erweitert werden muss. Dennoch fällt es solchen Bewohnern weiterhin schwer, sie einzuhalten, sogar wenn sie selbst spezielle Regelungen veranlassten, weil sie nicht für eine Gemeinschaft gedacht, sondern gegen einzelne Personen gerichtet sind. Leider kann man eine Hausordnung nur gerichtlich durchsetzen, wenn es an  Einsicht fehlt oder sozialarrogantes Verhalten vorliegt. Die Konsequenz ist eine Verschlechterung des zwischenmenschlichen Klimas.

 

Eigentümer, die sich an die Hausordnung halten, leben Mietern ein Vorbild vor, dem sie folgen können. Jeder eigene Verstoß gegen die Hausordnung zieht unweigerlich Nachahmungshandlungen nach sich. Personen, die hiergegen einschreiten, müssen oft erleben, wie der Hausfrieden leidet und sie werden gar zu Zielpersonen für Mobber und deren Unverschämtheiten. Hier sollten Hausgemeinschaften rigoros gegen Störer vorgehen und absolut zusammenhalten.

 

Frischer Wind und neue Durchmischung

 

Im nun erörterten Fall begann die positive Entwicklung nach einer 3-jährigen heftigen Störung des Hausfriedens. Inzwischen war sogar die Hausverwaltung massiv aber ungeschickt involviert. Ein massives Eingreifen war also erforderlich. Nachdem ein Teil der Störer die Immobile verkaufte und die Bewohnerstruktur neu durchmischt wurde, zog wieder ein Geist der Zusammengehörigkeit und ein Wir-Gefühl ein. Die Hausgemeinschaft rückte wieder zusammen und gegenseitige Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft sorgen nun wieder für ein positives Klima. Es bedarf im Kreis der sozial agierenden Mitbewohner keiner Hausordnung, weil sie sich vorwiegend kultiviert und gemeinschaftsdienlich verhalten.

 

Generationenübergreifende Aktivitäten

 

Alt und Jung haben ganz unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Einige alte Bewohner haben bereits ihre Lebenspartner verloren und sind immer stärker auf Hilfe angewiesen. Dazu gehören auch gute soziale Kontakte, die sich infolge schwindender Mobilität oft nur im eigenen Haus finden lassen. Interessanterweise finden nun immer mehr Mitbewohner zueinander, Kinder bereichern das Leben älterer Menschen und deren Eltern können sich für eine gewisse Zeit Freiräume für wichtige Aufgaben verschaffen. Immer mehr Bewohner*Innen, die allein leben, erhalten Sicherheit durch die Gemeinschaft. Das wiederum erfordert allerdings ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen. Mit dem gegenseitigen Deponieren von Wohnungsschlüsseln zum schnellen Eingreifen im Notfall und der Koppelung des Haus-Notrufes mit Nachbarn, die bereit sind, Ersthilfe zu leisten, wird zunehmend das WIR-Gefühl gestärkt. Noch nehmen nicht alle Bewohner diese Möglichkeiten an. Vertrauen beginnt bei einem selbst,  denn es ist erforderlich, um eine sozialintensivere Lebensart zu ermöglichen. Dieses Vertrauen ist ein rohes Ei, das es zu schützen gilt. Schnell kann es durch notorischen Eigennutz beschädigt werden, wenn dieser allzu offensichtlich ist. Solche Feststellungen verbreiten sich dann wie ein Lauffeuer und wirken wie ein Spaltpilz. Gemeinschaftssinn und Vertrauen wirken also Hand in Hand, wie ein Katalysator, der Schadstoffe isoliert. Leider (manchmal auch Gott sei Dank) ändert sich die Zusammensetzung der Hausgemeinschaft immer mal wieder. Bereits ein absolut unpassender neuer Mitbewohner oder -bewohnerin kann den positiven Zustand gewaltig verändern. Also steht auch organisiertes Mehrgenerationenwohnen als Projekt auf tönernen Füßen.

 

Wertedenken als Stabilitätsfaktor

 

Eigentümer sollten wissen, dass der Ruf einer Immobilie einen starken Einfluss auf deren Wert besitzt. Das fängt im Außenbereich an und endet beim Hausfrieden. Deshalb sollten Eigentümer, die ihre Immobilien vermieten, ihre Mieter sehr sorgfältig aussuchen, also auch soziale Aspekte einfließen lassen. Bei Eigentümern, die ihre Immobilie selbst bewohnen, kann man nur hoffen, dass sie mit guten Beispielen voran gehen. Genau das ist aber das große Fragezeichen, das man hinter Projekten kommerziellen Mehrgenerationenwohnens setzen muss.

 

26.11.2018

 







Das Problem der permanenten Veränderung

 

Wenn wir heute von Dingen lesen, wie sie angeblich sein könnten, so sollten wir erkennen, dass sie niemals statisch sind, sondern sich verändern, wie wir Menschen uns verändern. Vieles im Leben lässt sich natürlich bis ins Detail planen, wie es zum gegenwärtigen Wissensstand sein könnte. Ob es später wirklich so ein- und zutrifft, ähnelt einer Gleichung mit mehreren Unbekannten. Natürlich lässt sich ein X für ein U ersetzen. Bei genauerer Betrachtung bleibt es jedoch ein X - eine Unbekannte.

 

 

Bei einem Projekt "Mehrgenerationenwohnen" mit fachlicher Begleitung erkennt man sozial gesehen den Ansatz des Kommunendenkens. Das ist zunächst positiv. Tatsächlich bleiben aber die Jungen nicht jung und die Alten nicht so, wie sie sich bei ihrer Auswahl zum Mitglied der Kommune präsentierten. Aus Ehepaaren werden womöglich Alleinerziehende oder Witwen bzw. Witwer. Familien verändern sich stark, wenn die Kinder erwachsen werden und ausziehen. Hält der Tod Ernte oder verlassen Menschen die Kommune eines organisierten Mehrgenerationenhauses, dann verändert sich die Personengruppe und es ziehen neu Erwartungen und Verhaltensweisen ein, die sich auf die Gemeinschaft auswirken.

 

In normalen Mehrfamilienhäusern ist das genauso, die Vermieter sind nur an der luktrativen Vermietung und daran interessiert, dass sich der Ruf des Hauses und der Wert der Immobilie nicht nachteilig verändert. Wer eine normale Immobilie als Mietobjekt erwirbt, kann sich in gleicher Weise als Wohltäter entfalten. Der einzige Unterschied ist der, dass sich mit dem Vortäuschen eines sozialen Projekts keine finanziellen Vorteile seitens der Gemeinden oder Zuschüsse aus Fördertöpfen nutzen lassen. Unter dem Strich haben es solche "Investoren" nur auf den eigenen Vorteil abgesehen, der übrigens auch dann greift, wenn sie die Immobilie selbst bewohnen.

 

Was sich also unter einem solchen Label an Vorteilen zu Lasten der Steuerzahler realisieren lässt, dient einzig privaten Interessen. Wenn dann Veränderungen greifen und Besitzer der Immobilien wechseln, so ändern sich auch die Nutzungsverhaltensweisen. Der einstige Nutzungsgedanken geht verloren.

 

Ein Beispiel aus den Zeiten des sozialen Wohnungsbaues sollte uns zu denken geben. Damals wurden ganze Siedlungen steuerlich gefördert gebaut und die Mieten sowie deren Nutzungsbedingungen festgelegt. Nach Ende der Sozialbindung wurden die Immobilien verkauft, viele Mieter weitestgehend vertrieben, Bauflächen vedichtet, Häuser aufgestockt, die Wohnungen saniert und teurer vermietet oder als Eigentumswohnungen verkauft. Heute haben wir wegen dieser Entwicklung und den fehlenden sozialen Wohnungsbausprogrammen einen eklatanten Wohnraummangel und zu erschwinglichen Mieten kann kaum mehr eine Wohnung gefunden werden. All die Steuergelder, die einst zum Einsatz kamen sind vom Zweck her verloren.

 

Organisiertes Mehrgenerationenwohnen, das eine lange Lebensdauer haben soll, gehört in kommunale Hände, damit die benötigten Steuergelder investiert und nicht verloren sind. Private Mehrgenerationenmodelle sollten dagegen den Regeln der freien Marktwirtschaft unterliegen. Dann würde nicht nur mit optimistischen Argumenten, sondern mit der Realität geplant werden.

 

Klaus Klee

 

Drei Jahre Freude

Eine radikale Änderung und ihre positiven Folgen

 

Vor fast exakt drei Jahren entschloss ich mich, einige Dinge in meinem Leben zu ändern, die mich bisher nahezu ausfüllten. Sie nahmen mir die Luft zum Atmen und den Spielraum für andere Interessen und wichtige Verpflichtungen. So kam praktisch die Freude zu kurz und der Verdruss steigerte sich stetig. Viele meiner Hobbies lagen brach, die mir einst viel Freude bereiteten. Das musste sich ändern. Eine Liste der Prioritäten half, die Verdrussbringer und die Freudenquellen auszufiltern. So entschloss ich mich, die Hobbies Modellbau, technisches Spielzeug, Fotografie, Filmen und Tontechnik zu einem neuen Projekt zusammenzufassen. Dieses Projekt heißt "Maintal MOTODROM" und es bereitet mir seit drei Jahren große Freude. Was dabei entand, kann sich sehen lassen und ich habe es auf dieser Homepage ausführlich dokumentiert. Die vertonten Filme steigern sich von Film zu Film, weil darin der Ausbau über drei Jahre festgehalten ist. Die Aktivitäten, die ich dafür abbaute, vermisse ich inzwischen nicht mehr. Das zeigt mir, dass die Entscheidung richtig war.

 

Die Websites, auf denen ich den Fortgang dokumentierte und kommentierte, sind unter Kennern sehr gefragt. Es sind die Websites:

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/modellbahnspass.htm

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/Eins-zu-32.html und

http://www.klee-klaus.business.t-online.de/modellbau_kulissen_1zu32.htm

Der momentane Höhepunkt der Modellbautätigkeit ist HIER dokumentiert. Mit dem neu gestalteten Eingangsbereich im Retro-Look und der ergänzten Verkehrsanbindung und Logistik ist die Illusion perfekt - damit eine Quelle der Freude!

        
  

 

 

 

 

Einige Eindrücke auf dieser Seite zeigen bereits, wie sehr ich ins Detail gehe. Der Maßstab 1:32 ermöglicht Dinge, die in kleineren Maßstäben so nicht umsetzbar wären. Alle Gebäude und Kulissen sind sehr zeitaufwändig und in Handarbeit hergestellt, viele der nun fast 1.000 Figuren sind mit ihren unterschiedlichen Körperhaltungen selbst gebaut und farblich gestaltet. Die Figuren der Firma PREISER und japanische sowie russische Figuren sind am detailgetreuesten. Alle Dekorationen sind aus dem Internet besorgt und auf Maßstab 1:32 gebracht worden, ehe sie verarbeitet wurden. Dekore, Tapeten, Bilder etc. sind wichtige Gestaltungsmittel.

 

  

 

Gebäudetexturen, wie Mauerwerk, Putz und Dachausprägungen sowie das Straßenpflaster sind in Kunststoffplatten geprägt und farblich gestaltet. So lassen sich auch Fahrbahnmarkierungen authentisch aufbringen. Pflanzen runden die kleinen miteinander verknüpften Dioramen ab.

 

    

 

Aber auch handwerkliche Situation, wie die Erneuerung des Anstrichs einer Fassade mitsamt Gerüst und Materialien lassen sich gut abbilden. Für den alten Fahrradständer mit Wellblechdach gibt es keinen Bausatz, also musste er aus Kunststoffprofilen hergestellt werden. Bausätze im richtigen Maßstab ermöglichen den Bau von detailgetreuen Fahrrädern, für die man allerdings Pinzetten, eine Kopflupe und viel Geduld benötigt.

 

Rund um den Hotelbetrieb entstanden interessante Szenen und auch das Personal wird stilecht präsentiert. Gardinen und Fensterdekorationen lassen die Gebäude zu kleinen Puppenstuben werden, in denen das pralle Leben stattfindet.

 

    

 

Wenn Sie etwas Zeit haben, dann informieren Sie sich unter obigen Links, was so alles im Maßstab 1:32 möglich ist. Inzwischen sind fast ca. 100 Dioramen auf der Anlage untergebracht und verkettet. Mit etwas Phantasie erzählen sie spannende und unterhaltsame Geschichten, ohne dabei ins Phantastische abzugleiten. Gerade heimische Maintaler entdecken an vielen Stellen den Flair unserer Stadt und selbst der Stadtrat und andere Besucher konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

 

10.10.2018









 

Von Avantgardisten und Kümmerern

In vielen Bereichen unseres Lebens begegnen wir Mitmenschen in der Funktion des Vorreiters. Sie sind Wegbereiter, Pioniere und Neuerer, ohne die wir vielfach auf der Stelle treten würden. Einige Bereiche, in denen sie verloren gehen, entwickeln sich anschließend sogar zurück. Die Kernfrage ist banal: Verwalten oder Gestalten?

 

Vorreiter müssen einige Eigenschaften mitbringen, um erfolgreich zu sein. Solch ein bedeutender Avantgardist Maintals ist zum Beispiel Frank Walzer, der Chef des Kabaretts MIKROKOSMOS, parallel Chef der Hochstädter Kreppelzeitung, bester Akteur aller Bühnenauftritte des Humor-Musik-Vereins und vielseitig engagierter Gestalter im gleichnamigen Verein und an anderen Orten. Er folgte schon frühzeitig den Fußstapfen der positiven Entwicklung des Vereins und übernahm in diesen Prozessen kreative Verantwortung. Der Preis ist allerdings hoch, denn er muss privat für seine Passion passende Prioritäten setzen, einen großen Teil seiner Freizeit opfern und auf andere Dinge verzichten. Der Lohn ist der jährliche Erfolg. Einer der Höhepunkte beim Kabarett MIKROKOSMOS war 2016 die Verleihung eines Kulturpreises der Stadt Maintal. Die nächste, wesentlich größere Auszeichnung durch den Main-Kinzig-Kreis steht unmittelbar bevor. Dies ist natürlich der Lohn aller Kabarettisten und ihrer Helfer, vor allen Dingen aber das Verdienst von Frank Walzer.

 

Avantgardist zu sein heißt, diese Neigung und Funktion engagiert und selbstlos zu leben. Das können nur Wenige, nur diejenigen, die spezielle Eigenschaften besitzen. Der Zeitgeist kennt momentan leider eher Konsum als ehrenamtliche Arbeit. Avantgardisten bringen dennoch immer wieder Vereine und andere Organisationen neben ihrer Arbeit, die dem Lebensunterhalt dient, einen großen Schritt weiter. Doch es ist schwer, sie zu finden, zu halten oder sie zu ersetzen.

 

Leistungsstarke Vorreiter sind Könner auf vielen Gebieten

 

Um Vorreiter sein zu können, muss man  zunächst erst einmal die Möglichkeit bekommen. Egal in welchem Metier, viele Spitzenpositionen in Vereinen und Organisationen sind bereits besetzt. Es gibt hier erfahrene Dirigenten, die sich für jede Position die besten Kräfte suchen und dafür sorgen, dass sich ihr Können und ihre Leistungsfähigkeit voll entfalten kann. Es gibt aber auch den Typ des Platzhirsches, der hinter jedem Könner Konkurrenz wittert und mögliche Avantgardisten ausberemst. Könner brauchen jedoch Freiräume, um sich entfalten zu können. Der Humor-Musik-Verein aus Hochstadt ist trotz oder gerade wegen seiner über 120-jährigen Tradition auf diesem Gebiet jung und vital geblieben und damit stets auf der Höhe der Zeit. Deshalb hat der Verein auch keine Nachwuchsprobleme.

 

Eine Besonderheit der Truppe um Frank Walzer ist die Förderung des Gebrauchs der deutschen Sprache, die bereits bei den Jüngsten des Vereins in den 80er Jahren einsetzte und bei der Talente erkannt und gefördert werden. Hier leistet das engagierte Team eine wichtige Aufbauarbeit, die den Vereinsmitgliedern auch im späteren Beruf und im privaten Bereich zugute kommt. In der jährlichen Spielzeit des Kabaretts MIKROKOSMOS zeigen die Besten unter ihnen dieses Können während der 5 Vorstellungen, die seit Jahren innerhalb 20 Minuten ausverkauft sind. Doch zurück zum Vorreiter.

 

Lokomotive oder Schubverband?

 

Ein Vorreiter steht an der Spitze einer Aktivität, weil er permanent neue und beste Wege zum Ziel sucht und findet, die gesamte Gruppe sicher dorthin führt und alle Steine aus dem Weg räumt. Das funktioniert aber nur so lang, wie alle hinter ihm sauber in der Spur folgen und ihn tatkräftig unterstützen. Das ist aber nicht durchgängig der Fall, weil einige Ensemblemitglieder andere Prioritäten setzen und auch anderweitig engagiert sind. So ist der Vorreiter immer wieder auch am Ende der Truppe zu finden, um die Zauderer und die anderweitig interessierten Teammitglieder vor sich her ins gemeinsame Ziel zu schieben. Er macht das, weil alle einen festen Platz im Team haben und alle zusammen den Erfolg ausmachen. Im Schubverband werden allerdings Lokomotiven stark beansprucht oder manchmal gar verbraucht.

 

Kümmerer aus Überzeugung

 

Wichtige Partner erfolgreicher Vorreiter sind engagierte Kümmerer. Sie können sogar selbst Vorreiter gewesen sein, die zukunftsorientiert zum richtigen Zeitpunkt frischen Talenten die Wege ebneten. Solche Kümmerer ohne Führungsfunktion konzentrieren sich nur auf ihre persönlichen Stärken und bringen sich entsprechend ein, um die Facetten des Großen und Ganzen bestens auszugestalten. Fehlen solche Kümmerer oder sind nur wenige vorhanden, so schmälert das natürlich die Gesamtleistung und damit den Erfolg.

 

Kümmerer, die eigentlich verkappte Avantgardisten sind, setzen für ihre Funktion eigene Maßstäbe für Spitzenleistungen und brauchen keine Anleitung, denn sie wissen, was sie tun. Umso mehr solche Kümmerer ein Verein oder eine Organsiation hat, desto arbeitsteiliger können Aufgaben verteilt und Facetten optimal ausgeprägt werden. Sie bilden das Rückgrat und geben dem gesamten Team Kraft.

 

Vorreiter und Kümmerer sind also kein Gegensatz, sondern die perfekte Ergänzung. So kann zum Beispiel beim besagten Hochstädter Kabarett das Schreiben der Sketche, die Bühnengestaltung, der Einsatz von Medien und Effekten, die Ton- und Lichttechnik und die Ablauforganisation jeweils in die richtigen Hände gelegt werden und die Akteure auf der Bühne können zu großer Form auflaufen. Erfolg stellt sich ein, wenn das Große und Ganze stimmt und der talentierte und erfahrene Vorreiter die Truppe perfekt aufeinander abstimmt und sich selbst als Akteur einbringt.

 

Eine solche Leistung kann auch 2018 wieder am letzten Oktoberwochenende und am ersten Novemberwochenende beim Kabarett MIKROKOSMOS in Maintal-Hochstadt genossen werden.

 

23.09.2018

 








2016 gewann MIKROKOSMOS einen Preis
der Stadt Maintal für seine Leistungen

 

KULTURPREISJURY WÄHLT VIER PREISTRÄGER AUS

 

Der diesjährige Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises geht an die Fotografin Maria Dorn (Hanau) und den Historiker Erhard Bus (Nidderau). Den Förderpreis erhält der Nachwuchsposaunist Philipp Schum (Biebergemünd). Die Maintaler Kabarettgruppe Mikrokosmos gewinnt zudem einen Sonderpreis. Dies hat die Kulturpreisjury in ihrer Sitzung am vergangenen Montag entschieden.

 

Einen Sonderpreis der Jury erhält in diesem Jahr die Kabarettgruppe Mikrokosmos aus Maintal. „Scharfzüngige Satire zeichnet die Gruppe ebenso aus wie Tiefgang und Niveau. Sie ist die Verkörperung eines wachen, aufgeklärten, kritischen und sehr humoristischen Geistes“, sagt Landrat Thorsten Stolz, der schon öfter die jährlichen Aufführungen besucht hat. „Mikrokosmos gelingt es immer wieder, einen Spagat zwischen großen Fragen des Weltgeschehens und kleinen lokalpolitischen Geschehnissen auf die Bühne zu bringen, sodass beim Publikum zwar kein Auge trocken, aber doch auch eine Spur von Nachdenklichkeit bleibt.“

 

Die feierliche Verleihung der Kulturpreise findet am Dienstag, 13. November, um 19 Uhr im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen statt.

 



 

Trojanische Aktivenparade

In Facebook werden momentan von der städtischen Abteilung Maintal Aktiv Maintaler Aktive vorgestellt, die sich vom Studio Schellhaas im Rahmen einer Ehrung haben ablichten lassen. Um Maintals Facebook-Gemeinde weitergehend zu informieren, werden die Verdienste nun noch einmal aufgeführt, die damals nicht zur Preisverleihung reichten oder bis auf nur wenige auserwählte Ausnahmen geehrt wurden. Die Aktion kommt für die Facebook-Gemeinde unerwartet, füllt jedoch etwas das Sommerloch. Praktisch über Nacht steigt die illustre Gesellschaft aus dem Maintaler Paradepferd zu den Gemeindemitgliedern herab und ehrt damit natürlich auch die Fachabteilung, die ihre Lektionen in Sachen Anerkennungskultur abspult. Doch die Aktion hat einen Schönheitsfehler. Hier werden nur Leistungen von Aktiven gewürdigt, die unbedingt gewürdigt werden wollen. Viele selbstlos Aktive, die ihre Arbeit stets als selbstverständlich ansehen, werden hier gar nicht erwähnt, obwohl sie große Leistungen vollbringen. Sie haben sich - richtig gegendert - von den fünf Mitarbeiter*Innen von Maintal Aktiv nicht mit einer Ehrungsaktion vermarkten lassen. So bleibt die schulbuchmäßige Aktion der Anerkennungskultur ähnlich einseitig, wie die Ehrungen des Frauenbüros auf dem Frauenhain.

 

Diversity macht den Unterschied

 

Anerkennung steht und fällt mit den Empfindungen der Öffentlichkeit. Die Vielfalt von Merkmalen und Eigenschaften von Menschen eines Lebesraumes, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten ausmachen, bezeichnet man als "Diversity". Man unterscheidet objektive und subjektive, gesellschaftlich geschaffene und durch Fremd- oder Selbstfeststellung entstandene Merkmale. Nur eine ganzheitliche Betrachtung wird dem gerecht. Angewandte Diversity ist nämlich ein Mittel zum Abbau von Vor-Urteilen und Diskriminierung. Der Diversity-Ansatz zielt auf die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt und die Akzeptanz von „Anderen“. Es geht schlicht um die Wahrnehmung sowie um die aktive Förderung eines respektvollen Lebensumfeldes. Wenn nur die selbstgeschätzten Wahrnehmungen einer Jury oder einer Funktionseinheit oder gar der Wunsch Einzelner zu Bewertungen herangezogen werden, wird ein Teil der Menschen eines Lebensraumes nicht mit eingebunden. Die Anerkennung bleibt damit nicht repräsentatives Stückwerk.

 

Qualität einer Anerkennung

 

Diversity setzt voraus, dass besondere Leistungen sozial Aktiver zunächst von den eigentlichen Nutznießern thematisiert werden und Aktive gleichzeitig von Personen, die verwaltungstechnisch Ehrungen vorbereiten, selbst in ihrem Wesen erkannt und in einen adäquaten Kontext zu anderen Leistungen gestellt werden. So ist zu ergründen, ob die Menschen eines Lebensraumes mehrheitlich diese Leistungen als herausragende Form der sozialen Integration in der Gemeinschaft ansehen. Wo eine gesellschaftliche Relevanz gar nicht wahrnehmbar ist, fehlen wichtige Voraussetzungen für eine effektive Anerkennungskultur. Bereits die Frage danach, wer denn solche Personen kenne und zur Ehrung vorschlagen würde, zeigt das hohe Informationsdefizit der Fragesteller, die später Ehrungen durchführen. Somit sind diese Ehrungen lediglich ein inszenierter Verwaltungsakt auf Zuruf.

 

Verwertung von Informationen

 

Jede anerkannte Aktion hinterlässt Informationen, die nach Abarbeitung sogfältig gelocht und abgelegt werden. Informationen, Fotos und andere Dinge kann man aber nochmals verwerten, wenn man es für vertretbar oder gar nutzbringend hält, wie in der neuerlichen Präsentation in Facebook. Vordergründig ist das natürlich mit Anerkennungskultur zu rechtfertigen und dem Einverständnis zur Veröffentlichung aus dem Ehrungsverfahren. So ist die Mehrfachnutzung legal. Geehrt wird natürlich nur der Teil der Aktiven, der von vorn herein an der personalisierten Veröffentlichung interessiert war.

 

An dieser Stelle möchte ich auch denen für ihren ehrenamtlichen Einsatz danken, die ihn uneigennützig verrichten und deshalb Ehrungen ablehnen. Dank und Anerkennung ist maximal das, was sie als Gegenleistung akzeptieren.

 

 

Die vielen selbstlosen Ehrenamtlichen, die Ehrungen als bereits nicht mehr selbstlos ansehen, belächeln verständnisvoll den Akt der speziellen Ehrung der anderen Ehrenamtlichen, die damit auch denen vorgestellt werden, die ihre Aktivitäten trotz Ehrungsaktion bisher noch nicht bemerkten.

 

28.07.2018

 







Wie aus dem Bauch eines hölzernen Pferdes

 

Funktionsträger und -trägerinnen einer lebendigen Stadt oder Gemeinde kennen alle sozialen Aktivitäten und das, was deren Lebendigkeit ausmacht. Manchmal sind es lebendige Teilbereiche, die eine größere Einheit bilden, wie in Maintal, das sich aus Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen zusammensetzt. Nur eine begrenzte Anzahl sozialer Aktivitäten sind dort übergreifend spürbar. Alle Aktivitäten einer Stadt allen Bürgerinnen und Bürgern adäquat näher zu bringen, kann eine Aufgabe einer Stadtverwaltung sein, muss es aber nicht.

 

Sozial engagierte Personen werden auch ohne organisierte Anerkennungskultur von ihren Nutznießern so geschätzt, wie sie es verdienen. Soziales Engagement orientiert sich am empfundenen Bedarf. Einer alten Frau einer Ehrung willen fünf mal täglich über die Straße zu helfen, obwohl sie es gar nicht will, wäre falsch verstandenes soziales Engagement. Leistungen müssen sich am Bedarf orientieren und Ehrungen müssen ehrwürdig sein. Allein die undifferenzierte Bewertung ist bereits ein sinnloses Unterfangen. Viele selbstlos ehrenamlich Aktive sehen in einer Ehrung bereits ihre eigentliche Intention der Selbstlosigkeit infrage gestellt. Für Andere sind ihre Aktivitäten selbst empfunden so besonders, dass sie öffentlich herausgestellt werden sollen. So werden nur die geehrt, denen Ehrungen gut tun und das wird leider als Anerkennungskultur verkauft.

 

Dieser Personenkreis besitzt sinnbildlich nun ein hölzernes trojanisches Pferd, aus dem Einzelne  oder Gruppen über Nacht per Zufallsgenerator herunter zum normalen Volk gelassen werden, damit man sie bestaunen kann. Immerhin befassen sich 5 Personen der Verwaltung mit diesen Aktivitäten, die allesamt zweifellos das Leben in Maintal bereichern. Ob allerdings wirkliche Wertschätzung hinter jeder Vorstellung steht, kann zumindest bezweifelt werden. Ein alltäglicher Akt einer aufgeblähten Verwaltung ist da schon naheliegender.

 

Wertschätzend verwalten ist heikel

 

Oberflächlich betrachtet ist Wertschätzung zunächst etwas Positives. Sie entfaltet jedoch nur dann eine positive Wirkung, wenn damit sparsam umgegangen wird und die Wertschätzung mit den Leistungen der Wertschätzenden vergleichbar sind oder deutlich darüber hinaus gehen. Da Wertschätzung stets ein Vergleich mit anderen Leistungen ist, greifen nur Bewertungen, die fair und allumfassend sind und sich mit dem übergreifenden Empfinden der Gemeinschaft decken. Die Tatsache, dass viele selbstlos Ehrenamtliche persönlich Ehrungen ablehnen, schließt deren Leistung aus der Gesamtbetrachtung aus und verzerrt damit das Bild. Städtische Bürgerbeteiligungs-Verwalter scheint das aber nicht zu stören. Sie ziehen ihren Auftrag durch, ohne darüber ernsthaft nachzudenken.

 

Leistungen, die nur einem kleinen Regelkreis bewusst sind, sollten von betreffenden Regelkreisen intern und selbst gewürdigt werden. Alles andere gleicht aufgeblasenen Luftballons und eher einem Arbeitsnachweis.

 

 




 

K(r)ampf mit dem generischen Maskulinum
Genderist*innen zu faul zum Schreiben

 

Nichtsprachwissenschaftler*innen haben es derzeit schwer, sich an neue Schreibweisen zu gewöhnen, für die sich eher maskuline Frauen und feminine Männer, also typische Genderist*innen einsetzen. Sie haben dem generischen Maskulinum den Kampf angesagt. Nun hat sogar der DUDEN-Verlag ein Buch mit dem Titel "Richtig gendern" herausgegeben, um Tipps zu geben, wie man Texte verkürzt, ohne besser verstanden zu werden. Übrigens: 45% der Wörter im Duden sind bereits feminin, 35% maskulin und 20% neutrum. Das ist Feministinnen jedoch noch zu wenig. Darum haben sie dem generischen Maskulinum den Kampf angesagt. Anstatt jedoch konsequent zu sein und beide Geschlechtsvarianten in Langschrift zu verwenden, benutzen sie Sternchen, Bindestriche und Schrägstriche mit /Innen und *dinnen und andere Schreibweisen. Der Grund ist klar: Sie sind zu faul für die lange Schreibversion und wollen Zeit und Platz sparen. Die Folge ist die Verunstaltung der Sprache.

 

Gendern macht noch nicht einmal vor der Seniorenzeitung halt

 

Seit vielen Jahren gibt es die Maintaler Seniorenzeitung. Nun wurde das Wort Seniorenzeitung von der Frauenbeauftragten der Stadt Maintal als generisches Maskulinum enttarnt und sie trug gemäß den Gender-Anordnungen der Bürgermeisterin das Ansinnen an die Redaktion heran, die Zeitung in "Senior*innenzeitung" umzubenennen. Das ist eine Zumutung! Die Zeitung 60 AUFWÄRTS wird sehr ausgewogen von Frauen und Männern gestaltet und die Artikel sind für beide Geschlechter gedacht. Was dieser Gender-Blödsinn soll, erschließt sich keinem Senior und keiner Seniorin so richtig. Wenn überhaupt,  so sollte die Redaktion nicht die schreibfaule Version verwenden, sondern - wenn überhaupt - die Bezeichnung "Zeitung für Maintaler Seniorinnen und Senioren".

 

Einige Genderisten und Genderschwestern werden jetzt irritiert sein, wenn ich behaupte, unsere Sprache wird durch das Gendern nicht ausdrucksstärker. Geschriebenes und Gesprochenes unterscheiden sich zudem deutlich. Wenn man zum Beispiel  "Senior*innenzeitung" (ohne gesprochenes Sternchen) sagt, könnte man meinen, die Zeitung sei nur für Frauen gedacht. Die männlichen Leser würden verbal einfach unterschlagen. Geschrieben klingt es nicht schlauer, aber man kann es wenigstens deuten. Insgesamt ist es jedoch ein ausgemachter Blödsinn.

 

Gegen das Gendern selbst, also die Einbeziehung beiderlei Geschlechter in die Ausdrucksweise, regt sich eigentlich kein Widerstand, sondern nur gegen die Faulenzerschreibweisen. An "Sehr geehrte Damen und Herren" hat man sich ja auch problemlos gewöhnt, obwohl vor 50 Jahren in der Geschäftskorrespondenz in der Anrede nur "Sehr geehrte Herren" üblich war. Ob die Frauen oder die Männer zuerst genannt werden, ist geregelt. Richtlinien besagen bei Anreden:

  • die Reihung erfolgt nach Hierarchie – unabhängig von Geschlecht und Titel  (z. B. Prof., Dr.),

  • bei gleicher Hierarchie (z. B. zwei Geschäftsführerposten) nach alphabetischer Reihenfolge,

  • bei gleicher Hierarchie mit Dame: zuerst die Frau, dann nach alphabetischer Reihenfolge.

Die Frage ist, was richtig ist, wenn keine der angesprochenen Personen einem der beiden Geschlechter zugeordnet werden kann.

 

Lehrstühle für das Gendern

 

In Deutschland wurden insgesamt 190 Lehrstühle für das Gender-Thema geschaffen (davon rund 180 für Frauen!) und mit üppigen Geldmitteln versehen. Es wird nicht mehr lang dauern, dann geht es auch dem maskulin sustantivierten Adjektiv an den Kragen. Dann gibt es nicht mehr Deutsche, sondern Deutsch*innen, Fromme werden zu Fromm*innen, Gutmütige zu Gutmüt*innen u.s.w., nur um nicht "deutsche Bürgerinnen und Bürger", "gutgläubige Wählerinnen und Wähler" und "gutmütige Menschen allerlei Geschlechts" verwenden zu müssen.

 

Im amtlichen Jargon und in Gesetzestexten ist mittlerweile nicht mehr von Fußgängern, sondern - gendergerecht - von "Zufußgehenden", nicht mehr von Autofahrern, sondern von "Autofahrenden", nicht mehr von Studenten, sondern von "Studierenden" die Rede. Aus Professor soll gar "Professx" werden, wobei das "X" natürlich für jede denkbare Geschlechtsvariante steht.

 

Große Unternehmen, Behörden und Verwaltungen gendern munter mit

 

Aufsehen erregte die Drogeriekette Rossmann, die eine Filiale in "Rossfrau" umbenannte. Kristin Rose-Möhring (SPD) vom Bundesfamilienministerium will eine Änderung des Texts der Nationalhymne. Aus "Vaterland" soll "Heimatland" werden, aus "brüderlich mit Herz und Hand" soll "couragiert mit Herz und Hand" werden. Einen Brief beendete sie natürlich mit „Mit fröhlich gegenderten Grüßen... . In der neuen Bibelübersetzung wurde Adam durch "Mensch" ersetzt, es gibt plötzlich sogar eine Apostel*in.

 

Der Unsinn scheint nicht mehr zu stoppen. Er verschlingt Unsummen, weil Drucksachen eingestampft und neu gedruckt werden, Ampelmännchen in Ampelweibchen oder gegen ein händchenhaltendes Paar ausgetauscht werden.

 

Wie sehr müssen manche Frauen unter den bisherigen Verhältnissen gelitten haben, dass sie sich so für dieses Thema einsetzen. Die gegenseitige Achtung wächst jedoch nicht mit aufgezwungenen Schreibweisen, sondern mit dem fairen Umgang miteinander. Achtung vor dem anderen Geschlecht hängt von anderen Faktoren ab. Wer Achtung voreinander verspürt, dem ist auch die Formulierung "Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher" nicht zu lang.

Das systematische Gendern ist so entbehrlich wie ein Kropf!

 

21.06.2018

 
















 

Böcke als Gärtner  

 

Unsere ganz persönliche Welt lässt sich auf das Umfeld, in dem wir wohnen, reduzieren. Dort wollen wir zufrieden sein und harmonisch leben. Einige Menschen haben zusätzlich Freizeitdomizile, in die sie zeitweise ihr Leben verlagern können. Doch so einfach ist das mit der Zufriedenheit oft nicht. Das Zusammenleben mit anderen Menschen in harmonischer direkter Nachbarschaft erfordert allseits soziale Kompetenz und passende Verhaltensweisen. Wer diese nicht besitzt oder dazu nicht fähig ist, sollte seine Defizite nur in Einzelwohnobjekten und mit sich selbst ausleben. In größeren Wohnanlagen werden solche Menschen mit der Zeit zum Problem. Im Grund genommen ist das harmonische Zusammenleben in größeren Wohnanlagen jedoch recht einfach möglich, wenn man logischen Sachverstand und ethische Reife besitzt. Man muss sich nur sozial integrieren, also gegenseitige Rücksichtnahme pflegen. Umso höher in einer Wohnanlage die soziale Kultur ist, desto weniger Details müssen hinsichtlich des Zusammenlebens geregelt werden. Permanentes Fehlverhalten führt jedoch zu zusätzlichen Regelungen, Restriktionen und Zwängen, weil die Einsicht Einzelner fehlt.  

 

Wie funktioniert eine harmonische Wohngemeinschaft?  

 

Hier benutze ich für Eigentümergemeinschaften ganz bewusst den Ausdruck Wohngemeinschaft, denn in Wohnanlagen leben sowohl Eigentümer als auch Mieter. Der Idealfall ist, wenn alle Bewohner eines Hauses alle positiven Eigenschaften besitzen, die ein harmonisches Zusammenleben mit größtmöglicher gegenseitiger Rücksichtnahme ermöglichen. Es reicht bereits eine kleine Personengruppe, die sich konträr verhält, um das harmonische Zusammenleben zu destabilisieren. Das ist die schmerzliche Erkenntnis vieler Menschen, die über lange Zeit in einer gut funktionierenden Gemeinschaft lebten und plötzlich von Menschen heimgesucht werden, die sich sozial nicht integrieren lassen.

 

Bei Mietern lässt sich der Zustand leicht und mit einfachen Mitteln beheben, bei Miteigentümern gestaltet es sich schwieriger, wenn deren Persönlichkeitsstrukturen ungünstig sind. Absolut extrem können Verhaltensweisen von Psychopathen oder Menschen mit Persönlichkeitsstörungen werden.  

 

Regelungen und ein aktiver und integerer Beirat stabilisieren  

 

In einer Eigentümergemeinschaft greift das WEG, also das Wohneigentumsgesetz, das das Verwalten von und das Zusammenleben in Objekten regelt. Zentrale Regelwerke sind die Teilungserklärung und die Hausordnung. Die Interessen aller Eigentümer vertritt der Verwaltungsbeirat und die Hausverwaltung setzt Beschlüsse um. Deren Arbeitsweise ist im Kern im WEG geregelt, die Gesamtheit der Eigentümer kann jedoch weitere Funktionen und Aufgaben bestimmen. Alle Bewohner einer Wohnanlage haben sich an geltende Regelungen zu halten.  

 

Zu Beiräten sollten nur Miteigentümer gewählt werden, deren Verhalten nachweislich einwandfrei und unbelastet ist, damit sie neutral und im Sinne der Gemeinschaft regeln und bei Streitigkeiten schlichten können. Ist ein Beirat oder dessen direktes Umfeld in ein auftretendes Problem oder ganzer Serien von gemeinschaftsabträglichen Verhaltensweisen involviert, kann er seine Funktion wegen Befangenheit nicht ausführen.

 

Beiräte haben Vorbildfunktion und sollten integer, aufrichtig und ehrlich sein. Wer dies nicht erfüllt, sollte ein solches Amt ebenfalls nicht begleiten. Manchmal werden allerdings Böcke zu Gärtnern gemacht. Das sollte man verhindern.  

 

Richtiges Verhalten kann man nicht verordnen  

 

Die Reife von Menschen bestimmt, wie Inhalte von Regelungen und ungeschriebenen Gesetzen des menschlichen Zusammenlebens begriffen und umgesetzt werden. Fehlt diese Reife, besteht ein Problem. Ebenfalls abträglich ist das Verhalten von Miteigentümern, wenn sie ihre Augen vor Auswüchsen verschließen und alles lieber still erdulden, als auf ihr Recht zu pochen. Damit lastet dann der gesamte Druck auf den Beiräten.

 

Die Hoffnung auf Einsicht oder der Erlangung einer gewissen sittlichen Reife bei den Auffälligen ist leider selten von Erfolg gekrönt. Wo provokante Übertretungen an der Tagesordnung sind, helfen leider nur Null Toleranz und Sanktionen. Die Einsicht und die Verhaltenskorrektur muss mit drastischen Maßnahmen erzwungen werden.  

 

Widerstandskultur zwingt zu besonderen Mitteln  

 

In Eigentümergemeinschaften können einzelne Störenfriede kleine Widerstandszellen bilden, um gemeinsam gültige Gemeinschaftsregelungen aufzubrechen oder zu unterwandern. Dabei fokussieren sie sich vornehmlich auf die Gemeinschaftsbereiche eines Objektes. Es gilt bei ihnen, die eigene Wohneinheit um Zusatzflächen zu erweitern und Dinge aus den Wohnungen in Gemeinschaftsbereiche zu verlagern. Sie wollen diese Missstände über die stille Duldung zu ihren Gunsten fest etablieren. Sind solche Personen sogar Beiräte, dann hat man auch hier Böcke zu Gärtnern gemacht.  

 

Zeitgemäße Diskussionskultur kann helfen  

 

Dissonanzen und Fehler lassen sich thematisieren und diskutieren, wenn auf allen Seiten dazu die Bereitschaft besteht und die Parteien zur Diskussion fähig sind. Solang es Mittel gibt, Diskussionen auf andere Ebenen verlagert fortzuführen, sollte man das nutzen, bis Einsicht spürbar ist. Hierzu ist auch das Internet geeignet.

 

Argumente werden sehr oft interpretiert und im Sinn verdreht. Es empfiehlt sich deshalb, die Diskussionen schriftlich fortzuführen, wenn man erkennt, dass die Diskutanten das gesprochene Wort geistig nicht schnell genug verarbeiten oder arglistig verdrehen. In der Schriftform besteht für den etwas Begriffsstuzigen die Möglichkeit, die Argumente so lang durchzulesen, bis sie richtig verstanden wurden. Wenn solche Aktionen zusätzlich und anonymisiert in Medien stattfinden, die die gestörten Gesprächspartner nutzen, ist ein gewisser Grad an therapeutischer Öffentlichkeit hergestellt, um Normabweichungen verständlich zu machen. Das kann zu positiven Diskussionen führen, die zielführend sind. Denn: Wer will schon so sein, wie es allewelt missbilligt und für abartig hält!?

 

28.04.2018

 






























 

Wohin Privatisierung führt

Allewelt ist stolz auf den Forstschritt und glaubt daran, dass die Privatisierung öffentlicher und staatlicher Bereiche ein Segen ist, weil in der Privatwirtschaft angeblich klügere Köpfe sitzen und Wettbewerb die Leistungsfähigkeit steigert. Schaut man etwas genauer hin, merkt man, was wir dadurch im doppelten Sinn Werte verlieren. Bundesbahner waren stolz darauf, dass man die Uhr nach ihren Ankunfts- und Abfahrtzeiten stellen konnte und es war möglich, jeden Winkel der Republik auf der Schiene zuverlässig zu erreichen. Die Post war ebenfalls ein Hort der Zuverlässigkeit und des Pflichtbewusstseins und deckte alle Funktionen der Post, des Fernmeldewesens und der Telefonie ab. Beamte dieser Einrichtungen waren Garanten für Verschwiegenheit. Heute verkaufen die Nachfolger der Post unsere privaten Daten an Dritte, damit sie uns manipulieren können. Briefe werden unregelmäßig und jeden Tag von anderen Personen zugestellt, die überwiegend nichts mehr mit dem früheren Briefträger zu tun haben. Bei der Telefonie tobt ein Leistungs- und Leitungskampf, der fernab von jeder Seriosität ist. Die Postbank ist inzwischen ein Unternehmen ohne soziale Ausrichtung und ähnlich unseriös, wie die meisten Geldinstitute, die ihre Kunden wegen des Profits übers Ohr hauen. Heute fahren die Züge, wann sie wollen und nur noch auf den Hauptstrecken. Mit der Aufgabe vieler Schienenverbindungen wurde der Verkehr auf die Straße verlagert und die LKWs verpesten die Luft und verstopfen die Autobahnen. Mit der Privatisierung gingen Werte verloren, die mehr bedeuten als schnödes Geld. Die Frage ist, ob diese Entwicklung richtig war und ob uns unsere Politiker damit einen Bärendienst erwiesen haben.

 

Waren Beamte und Staatsbedienstete wirklich unfähiger als Privatwirtschaftler?

 

Die Privatisierung von Post und Bahn war eine politische Entscheidung, die weniger von Sachverstand, eher von massiver Lobbyarbeit forciert wurde. Die Politker fielen auf die verbreitete Ansicht herein, dass Beamten unfähig zu wirtschaftlichem Denken seien und deshalb unkontrolliert Kosten verursachen würden, die nicht im Verhältnis zur Leistung stünden. Was die Post und die frühere Reichsbahn zu leisten imstande  war, bewiesen sie im letzten Weltkrieg mit einer gigantischen logistischen Leistung, die sie während den Zeiten des Wiederaufbaues und des Wirtschaftswunders aufrecht hielten. Was heute an Leistung geboten wird, ist vielfach den Preis nicht wert, der dafür bezahlt werden muss. Vielleicht hätte das Augenmerk mehr auf die diesbezügliche Ausbildung der Beschäftigten und natürlich der Führungsetagen richten sollen.

 

Dienstauffassung und Zuverlässigkeit gingen verloren

 

Postbeamten und Bundesbahnbediensteten konnte man absolut vertrauen. Heute muss man um seine privaten Daten bangen, denn die Nachfolgeorganisationen verkaufen diese für stattliche Summen. Weder Politiker noch die Bürger selbst haben Einfluss auf das, was geschieht. Internationale Verflechtungen machen eine Kontrolle absolut unmöglich. Die Brief- und Paketpost wird Personen anvertraut, die teilweise völlig unqualifiziert sind. Das öffnet den unmöglichsten Situationen Tür und Tor.

 

Mein Vater war ein leitender Postbeamter und sein Vertrauen in die Post war unerschütterlich. Was man der Post anvertraute, war seiner Meinung nach sicher und kam stets an. Da gingen Sendung nur bei Unglücken verloren. Was verschickt wurde, das kam an. Da warf auch niemand einen Zettel in den Briefkasten und verschwand, wenn ihm die Zustellung zu aufwändig war. Und bei der Bahn konnte man sich jedem Bediensteten anvertrauen, der einem dann sicher weiter half. Heute muss man mit Avataren kommunizieren, die ungenaue Auskünfte geben oder dies verweigern, wenn man zum Beispiel Dialekt spricht. Zudem sind die Auskünfte unzuverlässig. Bahnsteige verkommen und verwahrlosen. Züge sind hoffnungslos überfüllt und unpünktlich. Wegen des unverantwortlichen Rückbaus und der Vernachlässigung des Schienennetzes ist eine umweltgerechte Verlagerung des Verkehrs auf die Schienen unmöglich geworden.

 

Denn sie wissen nicht, was sie tun...

 

Immer wieder werden weittragende Entscheidungen von Personen getroffen, die wir gewählt haben, ohne zu wissen, wessen Geistes Kind sie sind und auf welcher Gehaltsliste sie stehen. Unsummen und geldwerte Leistungen bis hin zur Parteienfinanzierung - aber auch schlichte Dummheit - begünstigen Fehlentscheidungen, die Werte im Staatsbesitz verhökern und damit im Sinne der Gemeinschaft ruinieren. Werte, die im staatlichen Besitz verbleiben, werden durch politischen Schwachsinn, wie die schwarze Null, dem Verfall preisgegeben. Schulen, Straßen, Brücken und andere Einrichtungen verfallen. Selbst die Bundeswehr wird kaputtgespart und viele teuere Waffensysteme sind nicht einsatzfähig. Es wird sinnlos Geld verbraten, aber die geschaffenen Werte werden nicht erhalten. Es scheint, als wären die falschen Personen an den Stellhebeln. Es wandern offensichtlich zu viele unqualifizierte Personen in die Politik ab - und wir wählen sie. Irgendwie müssen wir alle uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir nicht wissen, was wir tun.

 

02.04.2018

 



















 

Kontinuität oder Paradigmenwechsel?

Seit dem 29. März 2018, meinem 74. Geburtstag, liegt sie aus - die Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS - Ausgabe 02/2018. Sie ist allerdings die letzte Ausgabe, die ich als aktiver Redakteur mitgestaltete. Gleichzeitig bedeutet das für mich den Abschluss der Phase 1, der aktiven Phase des Unruhestands, in der man der Gesellschaft etwas zurückgeben möchte. Über 10 Jahre meines Ruhestands widmete ich der Zeitung, die inzwischen zu einer bedeutenden Seniorenzeitung der Region heranwuchs. Mit 2800 kostenlosen Exemplaren pro Quartal trägt sie zur Unterhaltung und zur Information der Maintaler Senioren bei. Auch überregional wird sie geschätzt, wie verschiedene Rückmeldungen zeigen. Das liegt wohl am interessanten Mix unterhaltender und informativ-kritischer Inhalte, die von Senioren geschätzt werden, denen wegen ihrer reifebedingten Aufmerksamkeit die Alternative der heute üblichen Seniorenbespaßung nicht adäquat erscheint. Damit ist die Maintaler Seniorenzeitung weit weg vom Stigma eines Vorleseheftchens für Soft-Demente. Auch wenn schon mal nach einer lokalen Gruppenreise in Afrika ein Artikel großspurig mit "Der afrikanische Kontinent" überschrieben wird und die Leser mit dem Hinweis bedient werden, dass man Südafrika findet, indem man "mit dem Finger auf dem Globus nach Süden fahren muss", - die Zeitung ist für Senioren gemacht, die über Lebenserfahrung verfügen. Es ist nur der individuelle schlichte Versuch, auch Randbereiche des Lebens mit Informationen zu bedienen.

 

Mein ganz persönlicher Weg

 

Auch wenn nur wenige Leser interessiert, wer hinter dem Lesestoff steht, so möchte ich doch einige Worte über meine persönliche Philosophie verlieren. Offensichtlich gehöre ich zu den Menschen, deren Lebensinhalt vorwiegend aus engagiertem Arbeiten besteht. Erfolgreich engagiert kann man aber nur sein, wenn man bis in die Haarspitzen motiviert ist. Sobald die Motiviation schwindet und das Gefühl aufkommt, dass man nur noch lauwarmes Wasser tritt, sollte man eine Aktivität beenden und neuen kreativen Elementen Platz machen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Stets war ich bemüht, auch für einen reibungslosen und erfolgreichen Übergang zu sorgen, damit ich sicher sein konnte, dass Erfolgsstories weiter gehen.

 

Erstmals in meinem Leben zolle ich der altersbedingt abnehmenden Kondition rechnung. Als ich das merkte, führte mich das Nachddenken zur Theorie, dass man den Ruhestand in drei Phasen einteilen kann, in

  • die Phase des quirligen und engagierten Schaffens,

  • die Relativierungsphase, in der man über die Effektivität der Phase 1 nachdenkt

  • und die Bespaßungsphase, in der man den Rest der Restlaufzeit abdeckt.

 

Daraus ergeben sich Konsequenzen. Als Umkehrpunkt und als Kriterium legte ich den Grad der Freude fest, die mit einer Aktivität verbunden ist. Sind Mühe und Lohn in Form von Würdigung nicht mehr im Einklang, ist der Punkt erreicht. So kam es dazu, dass ich aus der Redaktion ausschied.

 

Abschiedsgeschenke an die Leser

 

Wer die neue Ausgabe der Seniorenzeitung liest, wird auf meine letzten Artikel stoßen, die im Sinne von Infotainment kritisch-informativ mit dem Zeitgeist umgehen. Sie sind im Geist von Seniorenpower geschrieben und liefern genügend Ansätze, um über Entwicklungen nachzudenken. Derartige Artikel werde ich auch zukünftig als Gastautor beisteuern, jedoch nicht mehr auf das gesamte Themenmix der Zeitung  und deren Platzierung einwirken können.

 

Die Seniorenzeitung braucht fähige Redakteure

 

Da zusammen mit mir insgesamt vier Redakteurinnen und Redakteure innerhalb der letzten 8 Monate ausschieden, braucht die Zeitung neue fähige Verstärkung, die auch bereit ist, etwas zu leisten und taufrische Artikel zu schreiben. Der Rückgriff auf alte Texte, die aus anderen Veröffentlichungen längst bekannt sind, muten eher wie abgestandenes Bier an, wenn sie veröffentlicht würden. Das betrifft auch Maintaler Verwaltungstexte, die über jedes nur erdenkliche Medium bereits bekannt sind. So etwas wollen Senioren mit Zeitabstand nicht noch einmal lesen. Es gehört auch zur kritischen Redaktionsmitarbeit, dass solche Tendenzen verhindert werden.

 

Die Redaktion ist inzwischen auch den Inserenten verpflichtet, die gerade wegen der interessanten Inhalte und der Beliebtheit der Zeitung werben und damit die Zeitung finanzieren. Auch müssen die Leser vor Werbung geschützt werden, die sie schädigen könnte, weil sie diese als Empfehlung verstanden. Gänzlich verwerflich wäre es, wenn Redakteure die Zeitung für eigene Werbung missbrauchen würden. Schließlich gelten auch hier klare Zeitungsregeln und die Berufsethik für die Presse, auch wenn es sich um ehrenamtliche Arbeit handelt. Redakteure brauchen also etwas mehr als nur Interesse an der Mitarbeit.

 

Die Seniorenzeitung steht auf einer soliden Basis und trägt inzwischen ein neues attraktives Etikett. Jetzt geht es um den zukünftigen Inhalt. Daran sollten fähige Senioren mitwirken, die Spaß und Tatendrang verspüren, für interessante Inhalte zu sorgen und sich wie verantwortliche Redakteure oder Redakteurinnen betätigen. Dazu wünsche ich der Redaktion viel Glück und Erfolg. Es ist eigentlich alles angerichtet. Kontinuität bei gleichzeitiger kreativer Verstärkung halte ich persönlich für den besten Weg.

 

30.03.2018







 

Gesundbetung

Die Stadt Maintal ehrte in einer speziellen Veranstaltung aufgrund einer öffentlichen Ehrungsausschreibung mehrere Personen, die sich selbst um eine Ehrung beworben hatten oder von Dritten für eine Ehrung vorgeschlagen wurden. Im letzteren  Fall sollten die Kandidaten laut ursprünglicher Ausschreibung mit der Bewerbung und öffentlichen Vorführung ihrer Aktivitäten einverstanden sein. Im Artikel "Kehrseite der Medaille" ging ich bereits auf die Wirkung bewertender Wettbewerbe auf selbstlos aktive Freiwillige ein. Interessant ist in diesem Zusammenhang jetzt die Bekanntgabe der Gründe zur Preisverleihung und die Zusammensetzung der Jury. Die Grundlagen zur Entscheidung der Jury sind in der Sache nachvollziehbar. Hätten die Bewerber das vorher gewusst, hätten sich einige  vielleicht erst gar nicht beworben. Da sie aber dennoch Aussicht auf Erfolg hatten, wie im Fall von Martin Fischer, lag wohl daran, dass die Jury die Grundlagen der Entscheidung selbst nicht so ganz ernst nahm. Die nachträglichen Erklärungen wirken nun wie eine Gesundbetung des Verfahrens.

 

Grundlagen der Entscheidung der Jury

(entnommen aus der Internet-Veröffentlichung)

 

 

Preisträger sollen Personen oder Gruppen sein, die

  • in dieser Funktion nicht im öffentlichen Fokus stehen

  • bislang noch keine Preise oder größere öffentliche Anerkennung erfahren haben

  • aus verschiedenen Bereichen des sozialen Engagements kommen

  • wichtige gesellschaftliche Entwicklungen und Erfordernisse unterstützen

 

 

Grundsätzlich treffen auf alle Preisträger mit Ausnahme von Martin Fischer, dem CDU-Kommunalpolitiker und Fraktionsvorsitzenden, dem offiziellen Vertreter der Deutschen Rentenversicherung, der unter "Rentenberatung Fischer" firmiert und seine Dienste einem breiten Personenkreis anbietet, die Bedingungen zu. Mit dem mit den Funktionen erworbenen Bekanntheitsgrad und der Wechselwirkung steht er durchaus im Fokus der Öffentlichkeit und profitierte davon natürlich bei der Kommunalwahl. Die soziale Komponente seines Engagements steht in meiner Kritik nicht zur Debatte, nur der Fehlgriff der Jury, der die selbst gesetzten Grundlagen der Entscheidung in diesem Punkt missachtete.

 

Das berechtigt zur Frage, was denn mit "nicht im öffentlichen Fokus" gemeint ist. Als ich als langjähriges Redaktionsmitglied der Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS vor einigen Wochen völlig unverbereitet ein Schreiben in Händen hielt, in dem stand, dass die Seniorenzeitung unter 20 Bewerbungen keine Berücksichtigung fand, fragte ich mich, wer denn die Seniorenzeitung ungefragt zur Ehrung vorschlug. Teile der Redaktion sehen ihre Tätigkeit als selbstloses Ehrenamt an und benötigen zur Motivation keine Anerkennung und Sachleistungen. Die Redaktion stieg deshalb sofort aus der inszenierten Vergleichsveranstaltung aus.

 

Nun steht fest, dass diese Entscheidung auch hinsichtlich der bis dahin unbekannten Ehrungsgrundsätze richtig war. Die Seniorenzeitung steht mit 2800 Exemplaren je Quartal durchaus im Fokus der Öffentlichkeit und durfte schon deshalb nicht berücksichtigt werden. Viel schlimmer empfinde ich nach wie vor, dass über den Vergleich von Äpfeln mit Birnen von einer zusammengewürfelte Jury ehrenamtliches Engagement bewertet und damit Motivation zerstört wird. Eine Würdigung des vielfältigen sozialen Engagements im Rahmen einer würdigen Veranstaltung ohne Wertung und Sachpreise wäre sinnvoller gewesen.

 

Das Roll-Out der Ehrungsveranstaltung, die den Initiatoren so sehr zusagte, scheint allerdings immer noch nicht beendet zu sein, denn in Facebook und den kostenlosen Wochenzeitungen wird sie immer wieder mit neuen Informationen aufbereitet. Vielleicht liegt das daran, dass die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit nicht so groß war. So aber wird sie allmählich zum Politikum.

 

22.03.2018





 

Da mach ich mit, da geh' ich hin  

 

 

Menschen mit einem offenen Ohr und Auge für Sinnvolles sind gern bereit, sich einzubringen. Sie können das Wirken einer Gruppe, die mit besonderen Fähigkeiten erfolgreich ist, positiv beeinflussen, wenn solche vorhanden sind. Ehe es jedoch dazu kommt, steht die Frage im Raum, was im Sinne der erfolgreichen Gruppe "sinnvoll" ist. Da können die Meinungen zwischen dem Interessenten und der Gruppe ganz schön auseinander gehen. Unter vernünftigen Menschen klärt sich das jedoch meistens ganz schnell, wenn alle Seiten objektiv feststellen, ob ein Neuzugang zur Gruppe passt oder nicht. Dazu  müssen alle Seiten gleichermaßen den Verstand und das Gefühl bemühen und sich offen äußern, auch wenn es für Betroffene unangenehm ist. Geschieht das nicht, so sind völlig unvorhersehbare Auswirkungen möglich. Es ist also nicht allein der Beschluss eines Einzelnen, sich einer Gruppe anzuschließen, sondern auch eine Frage des Fortbestands einer bestehenden Gruppe.  

 

Was funktionieren soll, muss passen!  

 

Im zwischenmenschlichen Bereich gilt das gleiche, was in der Technik quasi Gesetz ist. Alle miteinander funktionierenden Elemente müssen exakt zueinander passen, sonst ist die Funktion gestört. Bei technischen Reparaturen kommt der Anpassung eines Teiles, das ersetzt werden soll, besondere Bedeutung zu. Nachdem ermittelt wurde, was der Grund für den Ausfall des Originalteiles war, sollte der Ersatz nicht nur gleichwertig, sondern möglichst besser sein. Wird nur notdürftig geflickt, ist der nächste Ausfall bereits voraussehbar. In den neuen Bundesländern gab es für den Trabant den Spruch: "Mit 'ner Zange und 'nem Draht kommst'de bis nach Leningrad!" Er verschwieg jedoch, wie viel Draht man brauchte und wie oft die Zange im Gebrauch war. Das richtige Ersatzteil wäre sinnvoller gewesen, weil es exakt passt.  

 

Im zwischenmenschlichen Bereich spielen Fähigkeiten und interkommunikative Verhaltensweisen eine große Rolle, wenn eine Gruppe funktionieren soll. Um es wiederum mit technischen Argumenten zu erklären: Es wäre ebenso falsch, einen Formel 1-Motor in einen Trabant zu montieren, als die Bremsen eines Trabant in einen Rennwagen einzubauen. Die richtige Qualität und Substanz kann man nicht herbeireden, sie muss tatsächlich vorhanden sein.

 

Was ist adäquat?  

 

Unter "adäquat" versteht man, dass etwas "passend" oder "angemessen" ist und setzt voraus, dass das vollständig und korrekt beurteilt wird. Dazu muss allerdings exakt überprüft werden, wie eine Sache beschaffen ist. Eine passgenaue Veredelung des gestörten Zustands ist natürlich das Optimum. Adäquat bedeutet natürlich auch, dass das Werteverhältnis stimmig ist. Das hängt wiederum davon ab, dass beiden Seiten ihr eigener jeweiliger Wert bewusst und die Abwägung angemessen ist.  

 

Stößt eine unpassende neue Person zu einer Gruppe hinzu, so kann sie im schlimmsten Fall die Gruppe zerstören. Soll die einst erfolgreiche Gruppe am Leben erhalten werden, müssen nun passende neue Personen zur kürzlich notintegrierten aber nicht passenden Komponente gefunden werden. Das ist natürlich sehr schwer. Um es erneut mit einem technischen Vergleich zu verdeutlichen: Es muss nun für einen zum alten Motor unpassenden Vergaser ein anderer Motor gesucht werden. Irgendwie erscheint das unlogisch und nicht adäquat.  Das kann man auch nicht schönreden.

 

Man muss wissen, was richtig ist  

 

Wenn nun  wirklich Menschen mit einem offenen Ohr und Auge für Sinnvolles bereit sind, sich einzubringen, werden sie beurteilen, ob sie zur Gruppe oder die Gruppe zu ihnen passen. Sie erkennen passende und unpassenden Komponenten und sehr wahrscheinlich nehmen sie wegen Letzteren von ihrem Vorhaben Abstand. Man muss also vor der Generalüberholung alles entkernen, was die Funktion beeinträchtigt. Dann klappt es auch mit dem Ersatz, wie wir aus der Werbung wissen.

 

11.03.2018

 








Kommen aus dem Nichts und gehen ins Ungewisse

Es gibt Personen, die quasi aus dem Nichts kommen und so von sich so überzeugt sind, dass sie bedenkenlos ins Ungewisse gehen. Sie halten sich für das Maß aller Dinge und jeder Situation gewachsen. Der Grund bleibt Außenstehenden verborgen. Alles, was sie von solchen Personen wissen, entnahmen sie deren Selbstdarstellung. Was davon belastbar ist, müssen Leistungen belegen, die noch abzuliefern sind.

 

Nun gibt es auch respektable Menschen, deren guter Ruf bekannt und deren Leistungen anerkannt sind. Sie in der eigenen Mitte zu wissen, ist eine Ehre und eine Bank, auf die man setzen kann. Solche Menschen brauchen sich nicht selbst zu loben. Leider sind solche Menschen Mangelware.

 

Bekanntlich werden Motten durch fremdes Licht angezogen, obwohl sie das nie zugeben würden. Menschen, auf die das ebenfalls zutrifft, sind süchtig nach Licht. Sie wollen dort sein, wo der Erfolg ist. Ist ein Platz an der Sonne frei und sie wollen ihn unbedingt belegen, bewerben sie sich so, dass man ihnen den Platz zur Verfügung stellt. Nun ist es allerdings an der Zeit, dass Leistungen die Aufnahme rechtfertigen. Damit beginnt das eigentliche Problem bei Menschen, die aus dem Nichts kommen.

 

Manche pumpen sich auf wie die Maikäfer und summen was das Zeug hält. Um die eigene Leistung vermeintlich zu erhöhen, reden sie sogar die bisherige Leistung der Zielgruppe klein. Dabei ziehen sie angebliche Wertschätzungsäußerungen Dritter heran, denn sie selbst würden so etwas ja nie sagen. Auch zeige man eigentlich gar kein Interesse, doch eine wichtige Person des Umfelds habe um die Teilnahme gebeten. Was soll man da machen!?

 

Gut, das zu wissen, wenn es stimmt! Das hieße aber, dass die wichtige Person im Hintergrund Defizite in der Beurteilung von Teamfähigkeit hat. Man muss schon wissen, wen man wohin schickt. Dazu gehört, dass man weiß, welche Anforderungen dort gestellt werden. Oftmals stellt sich eine solche Äußerung jedoch als taktische Finte ohne Wahrheitsgehalt heraus. Wer aus dem Nichts kommt und ins Ungewisse geht, muss sich sozial integrieren, wenn er Erfolg haben will. Die Grundbedingung dazu ist Offenheit, Ehrlichkeit und Anpassungsfähigkeit.




 

Ein Dienst für Maintal

Was die Lokalzeitung vor 12 Jahren dachte


Im Zusammenhang mit einer Recherche des HR stieß ich in meinem privaten Archiv auf den Zeitungsartikel vom 13. März 2006. Er zeigt, wie die Maintaler Lokalzeitung, der MAINTAL TAGESANZEIGER, über meine Aktivitäten dachte, die ich 2002 begann und 2015 einstellte. Über 12 Jahre begleitete ich aktiv die Maintaler Kommunalpolitik und brachte meinen Lesern und den Stadtverordneten, dem Bürgermeister und den Stadträten Sichten näher, die ihre Verhaltensweisen erzeugten. Meine Homepage wurde nebenbei zum politischen Archiv, das öffentlich genutzt werden konnte und auch benutzt wurde. Nachdem meine Zuversicht restlos geschwunden war, dass sich in Maintals Kommunalpolitik alles zum Guten wenden könnte, stellte ich diese Aktivitäten ein und löschte alle Seiten mit dieser Thematik. Eine kleine Kostprobe, wie dieses im neben stehenden Artikel erwähnte "Infotainment" gestaltet war, kann auf dieser Seite nachempfunden werden.

Als ich mit der Berichterstattung über die Kommunalpolitik begann, waren Stadtverordnetenversammlungen noch Evente, die nicht in wörtlicher Rede protokolliert wurden. Es gab nur Beschlussprotokolle und Zeitungsberichte, die später nicht mehr jedermann zur Verfügung standen. Während den Parlamentssitzungen kannten nur die direkt Involvierten die Beschlusstexte und für die Besucher war es schwer, den Debatten zu folgen. Diese Lücke schloss ich, indem ich bereits vor den Sitzungen Informationen präsentierte. Heute besitzt Maintal das Infoportal und die Parlamentssitzung ist mit einer großen Leinwand ausgestattet, auf der die TOPs mitzulesen sind. Seit einiger Zeit können die aktuellen und die gelaufenen Sitzungen im Parlamentsfernsehen verfolgt werden. Es hat sich also in Sachen Transparenz etwas getan. Dennoch werden viele Ecken der Kommunalpolitik nicht richtig ausgeleuchtet und die Ergebnisse nicht so präsentiert, dass auch Hintergründe, Befindlichkeiten und daraus resultierende Handlungen angemessen erörtert werden.

Lokales Kabarett verstärkte die Aktivität

Im Jahr 2003 wurde im HMV das Kabarett MIKROKOSMOS gegründet, das erstmals 2005 auftrat und seitdem fest zur Palette der Maintaler Kultur gehört. Von Jahr zu Jahr nimmt die Kommunalpolitik dort einen größeren Raum ein, wobei jährlich den Zuschauern der fünf ausverkauften Veranstaltungen vieles näher gebracht wird, was kritikwürdig war. Innerhalb der Kabaretttruppe wuchs das Interesse der damals noch jungen Akteure an Politik. Heute kommen die Texte aus ihren eigenen Federn. Das Publikum verfolgt  interessiert die Sketche.

War die Entscheidung von 2015 richtig?

Gut zwei Jahre nach der Einstellung der Kommunalpolitik auf meiner Homepage ist es ruhig rund ums Rathaus. Man hat wieder Ruhe vor meinen Aktivitäten. Es hat sich einiges verändert und die Kommunalpolitik rückt zunehmend aus dem Fokus der Maintaler und dem Interesse des Umlands. Die Berichterstattung der Lokalzeitung und der überregionalen Zeitungen lässt Maintal in der Wahrnehmung verblassen. Auch wenn die Bürger durchaus Interesse an politischem Infotainment hätten, viele Kommunalpolitiker würden es nicht begrüßen, wenn man ihnen erneut in die Karten schaut. Sie könnten nicht mehr so unbeobachtet ihre Süppchen kochen, die allerdings von der Bürgermeisterin allesamt weggelächelt werden. Selbst das Maintal-Forum ließen sie schließen, u.A. weil ich dort präsent war.

Die Kommunalpolitk ist heute in einem erbärmliche Zustand, seitdem windige Kräfte Maintals Finanzen auf Kosten der Bürger verbesserten und man im Rathaus nun wieder aus dem Vollen schöpfen kann. Aus Sicht der Politiker ist also alles in Ordnung....! Man soll sie einfach in Ruhe machen lassen. Mir soll's recht sein.

02.03.2018










Jetzt kochen sie ihre Süppchen wieder völlig unbeobachtet - wohl bekomm's!

 

Lokales Zeitungsdilemma

Die Kraft, die von einer Gruppierung ausgeht, wird von Inspirationen und Leistungen bestimmt. Sind deren Aktivitäten deutlich spür- und erlebbar, formen sich Anerkennung und Stellenwert in der Gesellschaft. Eine große Rolle spielt die Öffentlichkeitsarbeit, wenn sich die Leistungen in einer Nische abspielen, die nicht jeder genau kennt und nutzt. Wird eine Aktivität in der Öffentlichkeitsarbeit unangemessen aufgeblasen, wird sie Opfer der Glaubwürdigkeit. Wird sie jedoch überhaupt nicht thematisiert, obwohl sie von Lesern selbst wahrgenommen wird, generiert sich die Ansicht, sie sei es gar nicht Wert, in den Fokus gerückt zu werden. Einer ernst zu nehmenden Tageszeitung steht es gut, am Puls der Leserschaft zu sein, solche Schwingungen aufzugreifen und zu thematisieren. Gerade in Maintal findet das jedoch nahezu nicht mehr statt, seitdem der Maintal TAGESANZEIGER vom Hanauer Anzeiger aufgesaugt wurde. Ein gutes Beispiel ist die diesjährige Berichterstattung über das Maintaler Fastnachtsgeschehen, bei dem sich für einige Vereine die Hauptaktivität des Jahres mit großem Zuschauerzuspruch entfaltet. Aber auch weite andere Bereiche liegen im Wahrnehmungsschatten der Redaktion mit Minimalbesetzung. Die Wertigkeit bekommt dadurch rein kommerzielle Züge und die einzig richtige Reaktion darauf ist die Kündigung des Zeitungsabonnements, wenn sich damit massive Betroffenheit einstellt.

 

Blutleere Auftragsschreiberei

 

Der Wunsch engagierter Redakteure ist es, über interessant empfundene Themen zu recherchieren, eine  eigene Meinung und Einstellung zu formen und darüber zu berichten. Treffen Reakteure damit die Empfindungen und das Interesse der Leserschaft, gehen sie die Themen immer engagierter an und die Zeitung, für die sie tätig sind, gewinnt an Interesse. Leistung generiert sich über Freude und Anerkennung. Wer nur Nachrichten aneinander reiht und sie blutleer abhandelt, verliert auch als Redakteuer seine Bedeutung. Leider scheint der unternehmerische Teil mancher Zeitungen das zu ignorieren. So mutieren ihre Produkte zum Substrat für das Generieren von Werbeumsätzen.

 

Genau in diese Lücke stößt immer stärker die Öffentlichkeitsarbeit. Es werden Artikel geschrieben, die den Anschein erwecken, aus allgemeinem Interesse professionell recherchiert zu sein. Es wird zur Tarnung sogar in wörtlicher Rede zitiert, obwohl nie ein echtes Interview stattfand. Dabei wird nur Licht verwendet und Schattenseiten werden ausgeblendet. Anzeigenpostillen bieten dafür vierfarbige Präsentationsmöglichkeiten an, ohne eine eigene Redaktion zu beschäftigen. Wegen der oft sehr hohen Auflage der kostenlosen Wochenzeitungen ist die Hemmschwelle der Nutzung sehr niedrig. Es wird allerdings sehr oft vergessen, dass die meisten dieser Zeitungen direkt in die Papiertonne wandern, wo sie meiner Meinung nach auch hin gehören.

 

Engagiertes Infotainment

 

Ein deutlicher Kontrast zu kommerziellen Printmedien bildet in Maintal ausgerechnet ein ehrenamtlich erstelltes Druckwerk, das allerdings nur vierteljährlich erscheint - die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS. Sie ist in vielen Haushalten immer noch präsent, wenn viele Tageszeitungen bereits längst in der Tonne liegen. Doch was ist so anders an dieser Zeitung? Die Artikel sind mit Herzblut geschrieben und zeigen den Mut, sich zu positionieren. Dabei werden alle Seiten einer Medaille beleuchtet, was natürlich auch zu Kritik führt, die Maintals Bürger sonst in nahezu keiner anderen Weise zu lesen bekommen.

 

Das Gestaltungselement "Infotainment" nutzt Emotionen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, ohne die Sachlichkeit aus dem Auge zu verlieren. Es ist die interessante Aufmachung, die zum Lesen animiert. Gerade die typischen "Querleser", die nach dem Lesen einer Überschrift bereits wissen, was sie im Artikel erwartet, reagieren erwartungsgemäß. Infotainment ist ohne Satire undenkbar, was der Zeitung eine weitere Note gibt. Sachverhalte werden  nicht weichgespült und allgemeinverträglich skizziert, sondern sie erhalten durch Infotainment Tiefe. Genau das fehlt unserer Lokalzeitung, die einst mit der "Spitzmaus" recht pfiffig agierte. Die Lokalzeitung ohne Lokales - aber mit einer Unmenge Papier - wer will denn sowas?!

 

20.02.2018






Nicht vergleichbar

 

Auch wenn beide Druckwerke im Grund genommen nicht vergleichbar sind, so werden sie von den Lesern doch als lokale Zeitungen empfunden und bewertet. Eine Zeitung lebt auf lokaler Ebene vom lokalen Bezug. Als Redakteur muss man Maintal erleben und fühlen und Teil des täglichen Lebens sein. Viele Jahrzehnte war die Zeitung in Maintal für jeden Bürger greifbar. Die Redaktion war ein beliebter Anlaufpunkt, wodurch sie stets auf dem laufenden war. Das ging restlos verloren. Was man heute als Druckwerk in Händen hält, deckt einen weiten Einzugsbereich ab, lokale Themen muss man mühsam suchen. Hat man sie gefunden, besteht die Hälfte aus der Feder von Personen, die nicht der Redaktion angehören. Einige der Artikel finden sich parallel in kostenlosen Wochenzeitungen und Werbepostillen wieder, was einen papageienhaften Effekt vermittelt. Lesespaß in Maintal? - Absolute Mangelware!

 

Nun wird in nebenstehendem Artikel die Maintaler Seniorenzeitung lobend erwähnt, obwohl sie in vielen Dingen absolut nicht vergleichbar ist. Dennoch ist der Vergleich interessant, wenn es um den Lesespaß geht. Dieser wird erzeugt, weil die Redakteure freier und emotionaler aufspielen können. Sie nutzen Gestaltungselemente, die in normalen Zeitungen infolge der Versachlichung nahezu verkümmert sind. So entstehen dort blutleere Situationsdarstellungen, die jede Wertung vermissen lassen. Mit der Seniorenzeitung können viele Leser jedoch ihren Blutdruck einstellen, weil sie emotional berührt werden. Das macht offensichtlich den Erfolg aus.

 

Klaus Klee

 

Think big ala SPD

Es gibt da so einen Witz, bei dem jede Frage, die gestellt wird, immer beim selben Thema landet, weil die Person wirklich nur bei einem Thema kompetent ist. So scheint das auch bei Martin Schulz, dem verglühten Hoffnungsträger der SPD zu sein. Immer wenn er anfing, groß zu denken, landete er bei der EU, seinem Spezialgebiet. Nachdem er in der Bundespolitik chancenlos war und nach Brüssel ging, profilierte er sich und seine Partei holte ihn zurück, als sie sich der Wahrnehmungsgrenze näherte. Als Messias kam er mit all seinen EU-Meriten im Gepäck von dort zurück, und verbreitete in der SPD und der Wählerschaft Hoffnung. Was er mit seinen großen Gedanken infrage stellte, war jedoch das tägliche Brot der erfolglosen Politiker, mit dem sie ihre Funktionen ausfüllen. Das deklassierte sie. Die SPD müsse sich erneuern, wieder profilieren und klar vom politischen Gegner abgrenzen, war die Botschaft, die die Basis entzückte. Im Hintergrund stand bei ihm jedoch auch die Verquickung der deutschen mit der Europapolitik. Die SPD wäre besser beraten gewesen, wenn sie sich an die Spitze der Bewahrer der Demokratie gesetzt und damit in den Köpfen wieder die Erinnerung geschärft hätte, wer in der deutschen Geschichte nie den demokratischen Pfad verließ. Europa als Wärmepflaster für Frieden und freien Handel heilt nicht die deutschen Beschwerden. Obwohl die Mehrheit der Wähler nur allzu genau die Gefahren von Rechts sieht, die auf unsere Demokratie zukommen, schwächten sie bei der Wahl die großen Volksparteien. Nun scheint Deutschland einen Träumer verloren, aber eine Chance zur traumfreien Erneuerung in der Politik gewonnen zu haben, wenn man die richtigen Schlüsse zieht. Man wird sehen, ob das funktioniert.

 

Olaf Scholz und die rote Null

 

Einer der Nutznießer des Aufgebens von Martin Schulz ist Olaf Scholz. Raffiniert und lautlos zog er die Strippen und bereitete mit Andrea Nahles das politische Aus des Martin Schulz vor. Den Parteivorsitz für den Eintritt ins Kabinett zu opfern, war für Schulz Grundbedingung der Genossen. Als die Rochade vollzogen war, musste Schulz nur noch aus dem designierten Kabinett entfernt werden, um vollends zwischen allen Stühlen zu sitzen. Das ließ sich wiederum Sigmar Gabriel nicht nehmen und Ralf Stegner zeigte im Nachhinein, wo auch er steht. Schnell projiziert Scholz in wichtigtuerischer Manier die schwarze Null als von Schäuble übernommene Marschrichtung, obwohl für die Sozialdemokratie und eine soziale Politik eine rote Null (im Haushalt, nicht als Finanzminister) sinnvoller wäre. Das Gespann der dreisten vorlauten Vorsitzenden und des wadenbeißenden Leisetreters als Vize" wird zukünftig die SPD-Basis genausowenig begeistern, wie die noch verbliebenen SPD-Wähler. Format sieht irgendwie anders aus. Wer kann sich schon  mit dem Wesen der Letztgenannten identifizieren?!

 

Großes Denken sieht anders aus

 

Was kann nach Schulz jetzt kommen? Sigmar Gabriel mogelte sich in der Beliebtheit an allen Poltikern vorbei und nimmt vorderste Plätze ein. Das kann jedoch nicht übertünchen, dass er vor einem Jahr kraftlos resignierte und eine Auszeit mit Reisetätigkeit nahm, um sich wieder zu fangen. Auf dem Höhepunkt der jetzigen Schulz-Intrige zog er eigene Befindlichkeiten dem Vertreten deutscher Interessen vor und sagte die Teilnahme an einer wichtigen internationalen Konferenz ab, um nach dem Rückzug seines designierten Nachfolgers sofort wieder zur Verfügung zu stehen. Das kann man in der Provinz machen, aber nicht in Berlin. Ich möchte nur allzu gern wissen, was Frank-Walter Steinmeier darüber denkt.

 

Die SPD beschädigte mit dem Abservieren des Martin Schulz die Identifikation mit einem Teil ihrer Wählerschaft, für die Schulz stand. Das ist der Mittelstand ohne Abitur, jedoch mit Talent und Können, sowie dem Willen, sich in unserer Welt durchzubeißen, sowie mit Menschen, die sich bewähren und optimistisch für Andere Verantwortung übernehmen. Das wird sich rächen.

 

Sollte es nach dem NEIN der SPD-Basis zu einer wie auch immer zusammengewüfelten Minderheitenregierung kommen, diese abgewählt werden und Neuwahlen bevor stehen, wäre ein SPD-Ergebnis unter 17% durchaus realistisch, denn die Zeit für eine wirkliche Erneuerung wurde in den letzten Monaten mit Machtspielchen verplempert. Nun kann sich die SPD in der Wählergunst erst wieder in 5-6 Jahren erholen.

 

11.02.2018









Wesensprüfung für Politiker

 

Da wurstelt sich die SPD in einer großen Koalition an den politischen Abgrund, wie zuvor die FDP, zeigt eklatante Führungsschwächen, holte einen zuvor stiefmütterlich behandelten Genossen als Heilsbringer nach Hause, der sich ersatzweise in Brüssel profiliert hatte, rollte ihm den Teppich aus und legte ihm alle Ämter zu Füßen, um ihn nach einer verkorksten Wahl Zug um Zug zu demontieren. Wie irre ist das denn?

 

All die schlauen Wahlkampfstrategen hätten doch wissen müssen, dass man sein Pulver nicht zu früh verschießt. Man trieb ihn jedoch in eine Kampagne, die vor ihm kein anderer Politiker abspulte. Ehe der eigentliche Wahlkampf richtig anfing, hatte er sein Pulver bereits verschossen. Zuletzt ging es nur noch darum, einen noch tieferen Absturz zu verhindern, als er vor der Ära Schulz drohte. Mit dem Ergebnis konnte die SPD dennoch zufrieden sein, denn momentan geht es in Richtung 15%.

 

Das größte Problem der SPD ist jetzt deren Glaubwürdigkeit. Danach folgt der Eindruck, dass es in der SPD keinen Politiker gibt, der mit Leidenschaft und Überzeugung sozialdemokratische Werte aufrichtig vermittelt. Der Wähler sieht nur eine austauschbare Politiker-Mischpoke, die an ihren Karrieren arbeitet. Menschen wie Schulz, der eine Vita besitzt, die sich deutlich von borniertem aalglattem Politiker-Gesocks absetzt, werden als Politiker und auch als Wähler zum Spielball der Interessen, wie Schulz.

 

Der Rat eines Gärtners wäre nun:

Umgraben, kräftig jäten und alles Unkraut beseitigen, behutsam den Boden neu bereiten und kräftige bodenständige Pflanzen setzen, mit denen jeder etwas anfangen kann. Was das in der Politik heißt, kann man leicht übersetzen. Zusätzlich müssen für all die Schnecken, Wühlmäuse und Schädlinge, die längst lokalisiert sind, neue Aufgaben gefunden werden. Es ist besser, sie wandern schon jetzt und nicht erst später dorthin ab, wofür sie Lobbyarbeit leisten oder worauf sie heute schon als Zubrot zu ihrer erworbenen Alterssicherung hinarbeiten. An ihre Stelle sollten Menschen treten, die ethisch und moralisch gefestigt sind und das ganze Volk aufrichtig vertreten können. Solche Menschen gibt es mit jedem Bildungsstand und nicht nur in Eliten. Man sollte sie alle jedoch einer Wesensprüfung unterziehen. Dann klappt es auch wieder mit der Politik und den Wählern.

 

Klaus Klee


Ausgelebte Wissensdefizite

Tagtäglich wird jeder, der in heterogenen Gemeinschaften lebt, mit ausgelebten Wissensdefiziten konfrontiert. Mit Borniertheit und Arroganz vorgetragen ist diese Variante der Dummheit besonders aggressiv. Etwas erträglicher kann dies werden, wenn Lebenspartner solche Wissensdefizite ausgleichen. Das ist aber nur möglich, wenn in Partnerschaften wirklich ein Wissengefälle existiert und der Partner sich traut, den Auswirkungen der Defizite zu begegnen. Leider ist das selten der Fall, wodurch für Umstehende der Eindruck entsteht, dass beide Partner gleichermaßen gebildet und intelligent seien.

 

Nun ist es Fakt, dass Menschen in dieser Beziehung niemals gleich sein können, weil ihr Leben völlig unterschiedlich verlief. Einer muss doch über dem Anderen stehen. Doch, warum hilft man sich nicht gegenseitig? Weil vom Dümmeren oft urwüchsige Gewalt ausgeht und es ihm einfach an Substanz feht, Argumenten zu folgen. Sind sich Personen allerdings relativ gleich, spricht man von geballter einfältiger Macht. Weiten solche Personen ihren Einflussbereich deutlich aus und bilden gleichgeartete Seilschaften, kann eine Gemeinschaft mit krassen Verhaltensweisen rechnen, denen man mit allen Mitteln begegnen muss. Hier ist jedoch meist festzustellen, dass naive Allianzen ihre Reihen mit trotzigen Reaktionen fest geschlossen halten, wenn Dritte versuchen, deren Wesensdefizite auszugleichen.

 

Beispiel zur Verdeutlichung

 

In vielen Wohnanlagen ist die Schimmelbildung im Mauerwerk ein großes Problem, dem nur mit Heizen und Lüften begegnet werden kann. In kälteren Räumen kondensiert Luftfeuchtigkeit nämlich aus und schlägt sich an den kältesten Flächen nieder. Dort sind sie eine Brutstätte für Schimmelpilze. Besonders an sogenannten Kältebrücken ist das der Fall, die sich bedingt durch die Bauweise ergeben. Hier sind sogar spezielle Dämmmaßnahmen erforderlich. Dieses Wissen ist bei entsprechender Bildung präsent und auch verständlich und kann durch Lernprozesse verbessert werden. Werden solche Lernprozesse von Dritten angestoßen, hängt der Erfolg sehr von Wesenszügen der Belehrten ab.

 

Besonders gravierend wirkt sich Feuchtigkeit in Kellerräumen aus. Wenn Fenster permanent geöffnet oder gekippt sind, spielt der Taupunkt eine große Rolle. Das ist im Sommer besonders gravierend, was vielen Menschen nicht sofort einleuchtet, weil es draußen warm ist. Genau diese warme und meist feuchtere Luft strömt in den Keller ein und die Feuchtigkeit kondensiert. Trockenräume im Keller reichern ihre Luft auch noch durch nasse Wäsche und die Restfeuchte der Waschmaschinen an. Beides ergibt eine brisante Mischung, der begegnet werden muss.

 

Solche Räume müssen bei Nutzung beheizt (15 bis 20°C) und stoßgelüftet werden. Im Sommer sollte eine Querlüftung - vorzugsweise in den Nachtstunden mit niedrigerer Außentemperatur - erfolgen. All das steuern spezielle Belüftungsanlagen mit voreingestellten Programmen. Im Grund gemommen kommt dabei aber nur gesunder Menschenverstand zum Einsatz, der auch von Benutzern der Räume verantwortungsvoll selbst angewandt werden kann. Dazu ist jedoch erforderlich, dass man weiß, was Sache ist. Folgende Artikel im Internet klären auf:

 

Artikel der Firma Henkel (Waschmittelfirma)

Artikel Heim & Garten

Artikel Luftfeuchtigkeit und Raumklima

 

Hier sollte das Begriffene in intelligente Handlungen münden, besonders, wenn das Wasser bereits an den Wänden herunterläuft und die Kellerfenster beschlagen sind. Das Gleiche gilt natürlich für Wohnbereiche.

 

Opportunismus ist der Freund der Dummheit

 

Menschen, die sich dagegen sträuben, Wissensdefizite zu schließen, betreiben leider sehr oft puren Opportunismus, weil sie sich belehrt fühlen. Einer muss es ihnen aber sagen, wenn das Leben einer großen Gemeinschaft funktionieren soll. Leider mangelt es den aufklärenden Personen oft an Unterstützung, weil die meisten Mitbewohner Ärger aus dem Weg gehen wollen. Zivilcourage ist gefragt!

 

02.02.2018

 







Von erfahrenen Hausfrauen lernen

 

Die Sache mit dem Trocknen von Wäsche und der Nutzung von Gemeinschaftsräumen zum Zweck des Waschens und Trocknens führt in Hausgemeinschaften immer wieder zu großem Verdruss. Deshalb ist zumindest geregelt, wer wann und wie lang die Räume nutzen darf. In einigen Hausgemeinschaften ist dies völlig offen und die Nutzer tragen sich selbst in Listen oder Kalender ein. Alle Anderen verlassen sich darauf, dass die Räume an den restlichen Tagen frei sind. Genau das sind sie meistens jedoch nicht. Entweder hängt noch tagelang eine brottrockene Wäsche oder sie ist immer noch feucht.

 

Die Gründe für schlechtes Trocknen sind vielfältig, weil zum Beispiel

  • falsch geheizt und gelüftet wird, wie neben beschrieben,

  • keine Wäscheklammern benutzt werden und die Wäsche nur über die Leine geworfen wird, wodurch die Durchlüftung stockt,

  • oder auf gleiche Weise sogar auf Trockengestellen in niedriger Höhe getrocknet und

  • aus außer Betrieb befindlichen Maschinen Feuchtigkeit entweicht und die Luft anreichert.

Noch doller wird es, wenn im Waschraum tagelang in mehreren Behältern Schmutzwäsche gesammelt und wird, irre Mengen von Waschmittel und Weichspülern herumstehen und Maschinen für Gefahr sorgen, deren Wasch- oder Trockenprogramme stundenlang in dieser Atmosphäre auf Standby, also unter Strom stehen. Im schlimmsten Fall wird durch Feuchtigkeit und bei einem Brand elektrischer Geräte sogar die Bausubstanz angegriffen.

 

Das erregt besonders intelligente Hausfrauen und -männer, die das richtige Verhalten von ihren Eltern, vornehmlich von erfahrenen Hausfrauen lernten oder die über eine ausreichende Allgemeinbildung verfügen. Doch diese Lernprozesse scheinen vielfach nicht mehr stattzufinden. So sind auch hier ausgelebte Wissensdefizite der Grund für permanenten Ärger und Verdruss. Hier sind erfahrene Verwaltungsbeiräte und die Hausverwaltung in der Pflicht und aufgefordert, die Missstände zu beseitigen.

 

Klaus Klee

 

Wenn Nichts alles ist  

 

Irgendwann kommt jeder Mensch mal an einen Punkt, an dem er das Gefühl hat, dass alles um ihn  herum inzwischen nichts mehr ist. Das ist umso gravierender, wenn ihm bewusst wird, dass dieses Nichts alles ist, was sein Leben noch ausmacht. Vielfach tritt das am Ende einer Kette von nicht eingetroffenen Erwartungen ein, wenn die letzte Hoffnung die ist, es möge hoffentlich nicht mehr schlimmer kommen. Doch meistens kommt es noch schlimmer, wenn man selbst nichts verändert. Also greifen immer wieder Zäsuren, die weittragende Folgen haben können. Selten wird beachtet, dass Fehleinschätzungen die häufigste Ursache ist. Liegt es nun am ungebremsten Optimismus oder dass man von sich auf Andere schließt? Spätestens hier reift die Erkenntnis, welch große Unterschiede zwischen Menschen bestehen und dass die eigenen Erwartungen zu hoch sind. Das gilt übrigens im Guten, wie im Bösen. Wenn man unterstellt, der Andere würde sich genauso verhalten, wie man selbst in vergleichbarer Situation, ist Enttäuschung vorprogrammiert - in der Negativspirale jedoch geringer als im Positiven.  

 

Die Sache mit den Erwartungen  

 

Erwartungen sind an deren Erfüllung geknüpft. Also sollten Erwartungen nicht vorschnell geweckt werden. Vielfach ist jedoch der Wunsch der Vater des Gedankens und nur dessen Nutzen steht im Fokus. Das ist der Grund, warum meistens nur das eintritt, was der Gedankengeber selbst umsetzt. Er kennt das Ziel und den Weg dorthin. Nun liegt es an der insgesamt generierten Kraft, dieses Ziel auch zu erreichen. Umso größer das Ziel ist, desto mehr Mitstreiter oder helfende Hände sind vom Erfolg einer Sache abhängig. Hier liegt das Problem. Viele mehrspännige Kutschen werden von nur einem oder zwei Leistungsträgern gezogen, der Rest läuft lose im Geschirr mit. Umso ungeschickter der Kutscher ist, desto mehr muss das Leittier sogar die Richtung bestimmen, um am Ziel anzukommen. Der Rest des Gespanns kommt nur an, weil er fest im Geschirr verankert ist. Fällt das Leittier aus, sind die Erwartung aller Beteiligten dahin. Spätestens hier schlägt Murphys Gesetz wieder mal gnadenlos zu.

 

Hoffnung als Führungsinstrument  

 

Problemverursacher und Problemlöser werden immer wieder stärker von Hoffnungen als von Fakten geleitet, denn auch hier schließen sie stets von sich auf Andere. Je höher die eigenen Ansprüche sind, umso weniger Mitbeteiligte können sie erfüllen. Nun ist man ja bestrebt, sich vorwiegend in adäquaten Personenkreisen zu bewegen. Das gelingt jedoch nicht immer. Neue Personen schaffen sehr oft neue Probleme. Es ist nun eine Frage der inneren Einstellung, was die Konsequenz aus den sich verändernden Situationen ist. Ein Downsizing reißt aufgebaute Niveaustufen ein und zu weiterem Empowerment muss man bereit sein. Wer bei dieser Betrachtung Hoffnung einsetzt, ist sehr schlecht beraten. Man muss die Substanz ergründen, die in einem neuen Weg steckt und prüfen, wer diesen Weg wirklich mitgehen kann. Senden Personen leicht erkennbare, aber falsche Signale aus, ist das bereits ein Grund, Hoffnung auszuschließen. Nichts bestätigt sich langfristig mehr, als der erste Eindruck. Deshalb ist es ratsam, auch selbst nicht beim ersten Eindruck zu überziehen. Man weckt bei anderen damit Hoffnungen, die man nicht halten kann.  

 

Eigennutz als Triebfeder  

 

Gerade im Bereich der ehrenamtlichen Betätigung, bei der man Funktionen und sehr oft auch Pflichten mit Verantwortung übernimmt, ist Eigennutz im Sinne der Gemeinschaft eine gefährliche Motivation. Erkennt eine Gemeinschaft die Fehlbesetzung, sind die Tage ehrenamtlicher Betätigung gezählt. Vielfach besteht der Eigennutz in der Suche nach Geltung, nach Aufmerksamkeit, nach gefühlter Wichtigkeit. In manchen Fällen ist sogar ein klarer materieller Nutzen erkennbar. Für selbstlos ehrenamtlich Aktive ist das ein Greuel und sie lehnen diese Spezies ab. Das geht sogar so weit, dass sie eine Zusammenarbeit aufkündigen, um nicht im gleichen Boot sitzen zu müssen.

 

Zieht man bei solchen Personen den Eigennutz von echten Aktivitäten ab, bleibt meist nichts mehr übrig. Noch schlimmer ist es, wenn das Nichts alles ist, was solche Personen zu bieten haben. Grotesk ist, wenn diese Personen ihr Nichts auch noch wie eine Auszeichnung zur Schau tragen. Es kommt ihnen gar nicht in den Sinn, nach ihrem persönlichen Anteil am Erfolg zu fragen. Den haben sie sich ihrer Meinung nach bereits durch ihre Teilnahme gesichert. Man muss auch "Nichts" mit Würde tun können!

 

Die Welt, in der wir leben, hat viele Facetten. Es ist manchmal besser, man kennt sie nicht alle.

 

21.01.2018

 






Karikatur:  Kurt Halbritter

                                        Gefühlte Wichtigkeit

 

Ehrungen sind der Ausdruck gefühlter Wichtigkeit. Man kann für eine Einzelleistung oder für eine Gruppenleistung geehrt werden. In einem Auswahlverfahren wird festgelegt, wer und was etwas ist und wer oder was alles "nichts" ist. Die zu ehrenden Personen stehen dabei oft bildlich nackt vor einer Jury und werden zu Besonderheiten ihrer Aktivität gar nicht befragt. Der Eindruck, den die Juroren - informiert oder weniger informiert -  bisher gewannen, wird mit einer allumfassenden Messlatte verglichen, auf die sich die Jury verlässt. Sie verlässt sich da ganz auf ihre gefühlte Kompetenz, die in einigen Fällen allein schon preisverdächtig ist.

 

Große Chancen auf eine Auszeichnung haben Aktivitäten, die alles, nur nicht "nichts" sind, scheint die Devise zu sein. Auf keinen Fall jedoch Dinge, die nicht alles gleichzeitig sind. Für negativ Betroffene ist die Erkenntnis, dass angeblich alles was sie tun "nichts" ist, etwas, was viel mehr als "nichts" ist.

 

Preisgewinner dagegen schwelgen bei der Preisverleihung in ihrer gefühlten Wichtigkeit, weil sie wissen, dass sie aus der Masse hervor stechen, deren Aktivitäten angeblich alle "nichts" sind. Umso höher deren Leistungen waren, deso mehr kann dieses "Nichts" der Durchgefallenen als Ehre für die Sieger gelten. Manche Beiwohner von Ehrungen wollen nun wissen, was das "Nichts" oder "nicht genug" des Restes für eine Auszeichnung war und sehen sich die ausgestellte Präsentationen der Verlierer an. Spätestens hier beginnt auch für die Preisträger die Entehrung, weil sich deren Leistungen wieder relativieren. Aus Rücksicht auf die Geehrten sollte man sich deshalb der Präsentation verweigern.

 

Im Ehrenamt scheint die gefühlte Wichtigkeit eine sehr große Rolle für diejenigen zu spielen. So bewerben sich Ehrungshungrige regelrecht um eine Ehrung. Man nennt das "Anerkennungskultur" - eine Missgeburt unserer Zeit, wenn sie falsch angewandt wird.

 

Klaus Klee

 

 

Seniorenzeitung in Turbulenzen

Ab heute ist die erste Ausgabe 2018 der Maintaler Seniorenzeítung erhältlich, die kostenlos an vielen Stellen Maintals ausliegt. Sie kommt mit einem neuen Titelblatt daher, an das sich die Leserschaft erst gewöhnen muss. Dieses Titelblatt zeigt, dass Senioren nicht ganz so statisch denken, wie man ihnen das gern unterstellt. Auch Senioren gehen mit der Zeit, denn sie müssen im doppelten Sinn mit der Zeit gehen. Bis es aber soweit ist, ist es gut, dem Zeitgeist ein wenig zu folgen. So frischte die Redaktion den Look ihrer Zeitung auf, um auch zukünftige Senioren zeitgemäßer anzusprechen.

 

Wer die Entwicklung der Maintaler Seniorenzeitung mitverfolgte und sich bewusst macht, dass damit inzwischen ca. 3000 Haushalte erreicht werden, erkennt in der lokalen Pressewelt den Stellenwert der Zeitung. Dem muss die kleine Redaktion natürlich gerecht werden, um ihrer erarbeiteten Reputation zu entsprechen. Das erfordert eine engagierte, fleißige und qualifizierte Mitarbeit und ein harmonisches Umfeld innerhalb der Redaktion. Als Redakteur muss man sich wohl fühlen, um daraus Energie und Motivation zu schöpfen. Wenn dies fehlt oder abnimmt, leidet die Bindung an das Ehrenamt.

 

Typisch für selbstlose Ehrenamtliche ist es, dass sie selbst die höchsten Ansprüche an ihr Wirken stellen und die Freude über das Gelingen als einzigen Gegenwert akzeptieren. Geht die Freude verloren, so ist das Ende der Aktivität nah.

 

Können, aber nicht müssen

 

Wenn man über Jahre hinweg für eine Aktivität einen attraktiven Stellenwert erarbeitet und damit ganz wesentlich das Ansehen Maintals steigert, so ist eine solche Aktivität etwas Besonderes. Würden bezahlte Kräfte diese Leistung zu erbringen haben, käme ein nettes Sümmchen zusammen, zumal die Zeitung kostenlos abgegeben wird. Die Druckkosten werden durch Einnahmen für Anzeigen gedeckt. Das druckreife Laout für 40 Seiten wird seit über 10 Jahren ehrenamlich erstellt. Anzeigenkunden und ehrenamtliche Redakteure ermöglichen Maintal, eine in der Region geschätzte Seniorenzeitung herauszugeben.

 

Genau diese Anzeigenkunden und die Redakteure haben eines gemeinsam - sie können diese Leistung erbringen, sie müssen das aber nicht. Die Redaktion hat seit einigen Monaten die natürliche Fluktuation auszugleichen. Sie, sowie die Maintaler Freiwilligenagentur werben um neue ehrenamtliche Redakteure. Auf dieser Website warb ich ebenfalls mehrmals um neue Kräfte, wobei die Betonung auf "Kraft" liegt.

 

Was sich bisher meldete, kann jedoch leider noch nicht als Verstärkung angesehen werden. Bei einigen Bewerbern war das Interesse stärker, als das, was diese zu leisten imstande oder gewillt waren. Bei anderen blieb völlig unklar, was von ihnen wirklich angestrebt wird. Natürlich bietet die Seniorenzeitung auch eine attraktive Plattform für bereits mehrfach publizierte Artikel als weitere Möglichkeit zur Veröffentlichung. Was angeboten wird, ist allerdings nicht neu und nicht speziell auf die Seniorenzeitung zugeschnitten. Natürlich kann man alten Wein in neue Flaschen umfüllen. Das allein ist jedoch noch nicht der gewünschte Anspruch, den die Redaktion stellt. Da muss schon mehr kommen.

 

Die Basis der Seniorenzeitung wankt

 

So toll die Zeitung zum Jahresanfang daher kommt, der innere Zustand ist es momentan leider nicht. Inzwischen spitzt sich die Situation sogar zu, denn ich werde nur noch die 2. Ausgabe des Jahres 2018 mitgestalten und mich dann zurückziehen, weil mir die bisherige Freude abhanden kam. Dabei ist eigentlich die Hauptarbeit - das Layout der Zeitung - inzwischen in besten Händen und es geht nun nur um den Inhalt der Zeitung. Dafür braucht man eine ausgewogene Mischung des Lesestoffs. Da interessante Themen stets eine kritische Note haben, sind unterhaltende Artikel der Zucker, auf dem bittere Tropfen verträglich genommen werden. Das muss man als Redaktueur begreifen und spüren, wenn man erfolgreich gestalten will. Überlässt man das Mix und die Aufmachung dem Zufall und reduzieren sich zusätzlich anregende Themen, gerät die bisherige Erfolgsbasis ins Wanken.

 

Kompetenz ist  ohne Interesse und Engagement wertlos

 

Für die Redaktion ist es schwer, mit demonstrierter Kompetenz umzugehen, obwohl genau diese gesucht wird. Mal angenommen, bei der Redaktion würde sich eine im Ruhestand befindliche Person melden, die zwar kein starkes Interesse zur tatkräftigen Mitarbeit hat, die aber dennoch der Stellenwert der Zeitung in der öffentlichen Wahrnehmung reizt. Man würde sich auf die Signale konzentrieren, die eine zukünftige Verstärkung signalisieren. Wenn jetzt aber nur Kompetenz in den höchsten Tönen zelebriert wird, um zu beeindrucken, ohne jedoch echtes Engagement zu zeigen, so geht das in die falsche Richtung. Gipfelt das Verhalten auch noch in pseudofachliche Kritik am bisherigen Produkt oder der Arbeitsweise, ohne dies mit eigenen Leistungen im gleichen Metier eindrucksvoll untermauern zu können, fällt das Urteil nicht ermutigend aus.

 

Würde die bereits im Ruhestand befindliche Person sogar Anzeichen übersteigerter gefühlter Wichtigkeit wegen einer vertrieblichen Aktivität zeigen, mit der eigene literarische Werke mangels Interesse namhafter Verlage vertrieben werden und würde dies deutlich über allen anderen Aktivitäten stehen, so wäre die Bewerbung eigentlich "für die Katz".

 

So gesehen kann mit einiger Spannung verfolgt werden, wie die Sache ausgeht. Die Redaktion wartet immer noch auf die passende Verstärkung. Kommt sie nicht, wird sich die Seniorenzeitung gewaltig verändern.

 

11.01.2018








  Infotainment versus
weichgespülte Information
 
 

 

Angeblich seriöse öffentliche Information ist heute vornehmlich von langweiliger Versachlichung und weichgespülten Inhalten geprägt. Die Bemühung, absolut seriös daher zu kommen, geht zu Lasten des Lesespaßes und des Interesses an den Themen, manchmal auch zu Lasten der Wahrheit. Das gilt natürlich auch für Informationen an Senioren. Aus diesem Grund setzte ich bisher in der Seniorenzeitung auf klare Worte und Infotainment, wie ich es auch auf dieser Homepage praktiziere, allerdings in einer sanfteren Version. Damit hatten wir großen Erfolg.

 

Wie ich an anderer Stelle bereits ausführte, ist dieses Infotainment die unterhaltende Variante der Information. Um den Unterschied zur versachlichten Information zu erklären, bringe ich gern das Beispiel mit den 10 Geboten. Diese kann man in gängiger Listenschreibweise präsentieren, um ohne Schnörkel den Ernst und deren Bedeutung für sich sprechen zu lassen. Mit Infotainment gepaart würde man sie auf Tafeln geschrieben durch einen brennenden Rosenbusch reichen. Der Inhalt ist der gleiche, nur die Aufmerksamkeit um ein Vielfaches größer.

 

Satire ist hervorragend geeignet, Sachverhalte überzeichnet zu erörtern und die Aufmerksamkeit für die damit verbundene Botschaft zu steigern. In der Satire kann man sich als Leser vor Anderen unbemerkt selbst erkennen und sich in Anwesenheit anderer Personen von der Situation echauffiert distanzieren, wenn man zukünftig sein Verhalten ändern will. Dieser Reiz wird als angenehmer empfunden, als wenn Ross und Reiter genannt und für Vergangenes gerügt würden.

 

Eine unglaublich unaufrichtige Art des Artikelschreibens ist die Präsentation einseitiger Sichten, die fast jeder Leser sofort erkennt. Dabei muss garnicht gelogen werden, es genügt bereits, alle kritischen Aspekte zu verschweigen. Diese Art des Schreiben zielt auf völlig uninformierte Leser ab. Aus der Feder eines Redakteurs würde ein solcher Text niemals stammen. Solche Artikel werden meistens als Pressemitteilungen in Artikelmanier abgesetzt, die möglichst unverändert abgedruckt werden sollen. Sie sollten von Redakteuren unter die Lupe genommen und mit einem relativierenden Kommentar versehen werden. Das erfordert jedoch zusätzliche Recherchen. Ein solch weichgespülter und eigentlich nicht aufrichtiger Artikel ist leider in der aktuellen Ausgabe enthalten, wurde jedoch auf Ersuchen nicht mit einem relativierenden Kommentar versehen. Das bleibt hoffentlich eine Ausnahme. Die Frankfurter Rundschau relativierte die geschönte Information zum Thema.

 

Wer nun glaubt, nur gestandene professionelle Redakteure würden so empfinden, der irrt. Auch im ehrenamtlichen Bereich gilt es als unehrenhaft, Lesern solche Botschaften zuzumuten. Anstelle einer schleimigen Versachlichung kann ein Redakteur geeignete Ausdrucksmittel einsetzen, wie z.B. die Satire, um zuvor bereits mehrfach publizierte Artikel dieser Art ins rechte Licht zu rücken. Das wird in einem meiner letzten Artikel für die Maintaler Seniorenzeitung noch einmal recht deutlich geschehen. Versprochen!

 

Klaus Klee

 

 

Die Kehrseite der Medaille  

 

Medaillen sind neben Pokalen die gängigste materielle Form einer Ehrung. Große Sportler sammeln Medaillen am Fließband und wir freuen uns über ihren Erfolg. Ihre Leistung wird miterlebt und ihre Siege sind greifbar. Es ist auch immer spannend, knappe Entscheidungen mitzuerleben. Etwas anders sieht es aus, wenn eine Jury nach eigenem Empfinden Sieger auswählt. Hier bleibt immer ein Beigeschmack, oftmals gar Frustration. Die Aufgabe einer Ehrung kann nur einigermaßen zufriedenstellend gelöst werden, wenn man unterschiedliche Disziplinen einrichtet und mit fachkundigen Juroren besetzt, die auf eigene Leistungen auf gleichem Gebiet zurückblicken können. Doch auch dann gehen die Meinungen über Entscheidungen immer wieder auseinander. Das liegt an den unterschiedlichen Maßstäben, die angelegt werden. Heftig fallen manchmal Urteile von Geehrten aus, wenn sie ihre Leistung mit denen anderer Preisträger vergleichen. Extrem negativ können sich Kandidaten betroffen fühlen, die bei der Jury durchfielen, weil sie mit Äpfeln und Birnen verglichen und dadurch zu Pflaumen wurden.  

 

Provozierte Kollateralschäden  

 

Ehrungen können auch nach hinten losgehen, das muss jeder Bewerber für eine Ehrung bedenken. Wer sich präsentiert, weil er oder sie glauben, ehrungswürdige Leistungen zu vollbringen, muss hinnehmen, dass Andere das nicht so sehen. Sind Leistungen nur im Kollektiv möglich, sollten alle Beteiligten eine Teilnahme wollen, weil alle gemeinsam die Auswirkungen feiern können oder ertragen müssen. Wirklich selbstlose ehrenamtlich Aktive wollen keine Ehrung, bestenfalls eine stille Würdigung oder Wertschätzung. Da ihre Leistungen aus einem tiefen inneren Bedürfnis heraus ehrenamtlich erbracht werden, verbietet sich ethisch jeder Vergleich mit völlig anders gearteten Aktivitäten, um eine Rangfolge der Wertigkeit zu erstellen. Geschieht es dennoch, können die Auswirkungen groß sein. Das Ehren als sozial verstandene Verwaltungsaufgabe zu praktizieren, provoziert also auch Kollateralschäden.  

 

Maintal ehrt am 10. März 2018 auf einer Festveranstaltung Personen, die sich sozial engagieren. Hierzu erfolgte ein öffentlicher Aufruf, auf den 20 Meldungen eingingen. Es konnten sich Personen oder Organisationen selbst bewerben oder sie konnten von Dritten mit ihrem Einverständnis vorgeschlagen werden. Sie verpflichteten sich sogar, der späteren Ehrungsveranstaltung beizuwohnen, egal welches Ergebnis dabei herauskommt(Aufruf wurde nachträglich verändert). Die Bekanntgabe der Sieger erfolgt im Rahmen einer Präsentation aller Aktivitäten. Rein organisatorisch und von der Spannung her wäre das eine interessante Sache, wenn die Preisträger nicht bereits feststünden, sondern der Ausgang bis zur Bekanntgabe offen wäre.

 

Denjenigen, die keinen der 5 Preise erhalten, hatte man das aber im Vorfeld schriftlich mitgeteilt und sie dennoch aufgefordert, sich und ihre offensichtlich weniger geschätzte Aktivität im Rahmenprogramm zu präsentieren. Für uninformierte Besucher mag die Spannung des Abends erhalten bleiben, die durchgefallenen Kandidaten präsentieren sich jedoch chancenlos zur Erhöhung der Leistungen der Prämierten, um dann offiziell die öffentliche Abfuhr entgegen zu nehmen. Durchgefallene Kandidaten empfinden mitunter die Chance, sich präsentieren zu dürfen, als überhebliche Gnade.

 

Selbstlosigkeit und Ehrung passen nicht zueinander  

 

Soziale Betätigungsfelder sind vielfältig und Selbstlosigkeit ist dabei rar. Ein Teil der im sozialen Bereich Aktiven möchte führen, repräsentieren und Lob und Anerkennung erhalten. Das ist ihre wesentliche Motivation. Im zweiten und im dritten Glied findet man die meisten selbstlosen Aktiven. Selbstlos Aktive im ehrenamtlichen Bereich sind allerdings sehr sensibel und beurteilen ihre eigene Leistung an der Mühe und der Anerkennung, mit denen ihre Aktivitäten verbunden sind. Dabei spielen Begleitumstände, die eine Jury gar nicht kennen kann, eine große Rolle. Eine weitere Besonderheit: Sie können, müssen aber nicht ehrenamtlich aktiv sein. Alles hängt am seidene Faden der Motivation. Ihr Verzicht auf ihre Leistung ist für sie nicht mit einem Verlust von Ansehen und Wichtigkeit verbunden, wie das bei eigennützigen Aktiven der Fall ist. So ist auch eine Ehrung weder eine Motivation, noch ein Grund, seine Aktivitäten auch dann noch weiter zu betreiben, wenn sie längst keine Freude mehr bereiten. Selbstlosigkeit und Ehrung schließen sich meiner Meinung nach gegeneinander aus.

 

Anerkennungskultur braucht Vorbilder

 

Ein wesentlicher Aspekt einer Ehrung ist die Auswahl der Laudatoren. Hier genügt es nicht, dass deren Dienstgrad oder die eigene gefühlte Wichtigkeit entscheidet. Sie sollten im zu ehrenden Metier Vorbilder sein, die auch die Anerkennung der zu ehrenden Kandidaten genießen. Personen, auf die das nicht zutrifft, mindern die Ehrung ganz erheblich. Für zu ehrende Kandidaten spielt also die Person des Ehrenden eine große Rolle. Das Gleiche trifft auch auf Juroren zu. Hier ist absolute Kompetenz gefragt.

 

Fatale Auswirkungen nach Entehrung

 

Jeder Sportler, der sich einem Wettbewerb stellt, muss das Verlieren einkalkulieren. So sind zunächst Aufbauwettbewerbe sinnvoll, ehe man sich dem entscheidenden Wettbewerb stellt. Auch dann muss man vor dem Antreten prüfen, ob das Schiedgericht und das zur Anwendung kommende Verfahren akzeptabel ist. Geht man damit konform, muss man das zu erwartende Urteil akzeptieren. Dieses Urteil relativiert Leistungen und Betroffene stellen sich sehr oft die Frage nach dem Sinn, die Aktivität fortzusetzen. Die Entscheidung fällt meist fatal aus, wenn der Aufwand und die Freude mangels Anerkennung aus dem Lot geraten.

 

Ein absolutes No-Go ist ein Verstoß gegen die Teilnahmebedingungen, wenn Personen dadurch ungewollt in den Fokus geraten, weil man ihnen etwas Gutes antun wollte.

 

So gesehen haben solche Ehrungen, die meistens eigentlich nur dem Ansehen der Kommune oder des Veranstalters dienen, einen fragwürdigen Wert.

 

07.01.2018

 




































 

Periodische Kalenderzwänge  

 

Wenn sich Erinnerungskulturen und Gruppenzwänge treffen, so löst das Handlungen aus, die nur zu bestimmten Anlässen vorgenommen werden. Vorher und nachher fehlt dafür jeglicher Grund und würde nur zu Irritationen führen. Es gibt die Zeit für Osterhasen und für Nikoläuse aus Schokolade, wobei sich manche Prachtexemplare nur durch die Hülle unterscheiden. Ganz normale Süßigkeiten kosten wegen der gezielten Verpackung  bei gleichem Warenwert das Doppelte. Gänse haben das ganze Jahr ein ruhiges Leben. Wegen eines Kalenderereignisses müssen sie millionenfach ihr Leben lassen. Über'm großen Teich trifft es dafür die Truthähne, anderswo die Karpfen. Alles scheint vom Kalender abhängig zu sein. Wir finden heute fast täglich spezielle Tage im Kalender, wie den Tag der Milch, der Pizza, der Schokolade, der Waffel und Tag der Zimtschnecke. Heute hat fast jede Interessengruppe die Möglichkeit, einen speziellen Tag im Kalender auszurufen, damit die Kassen klingeln. Sogar über geschlechtsspezifische Tage, wie den Tag der Tage, wird bereits nachgedacht. Momentan hat allerdings der christliche Glaube Konjunktur und beruft sich auf ein Ereignis voller Widersprüche, das wohl nie eine logische Erklärung finden wird. Es sind halt Tage des Glaubens. Und der Glaube kann Berge versetzen.  

 

Traditionelle Abläufe    

 

Wenn etwas immer wieder in der gleichen Weise abläuft, so spricht man nach einiger Zeit von Tradition. Die Frage, warum das so abläuft, tritt in den Hintergrund, weil die Abläufe zwanghaften Ritualen folgen. Das Kaufen und Schenken, Schmücken und Abräumen, Zurückgeben und Umtauschen, Schlemmen und Trinken, anschließend abnehmen und kürzer treten, wie es die Tradition an Weihnachten vorschreibt, da gibt es kein Entrinnen.

 

Ach ja, in die Kirche gehen, dort die Krippe und den Weihnachtsbaum bestaunen, singen und beten, ehe für die gespendet wird, denen es nicht so gut geht. Man will sich ja für seinen persönlichen Überfluss nicht schämen müssen.  

 

Hinter der Aufzählung stecken allerlei kleinteilige Abläufe. Da wäre zunächst die Weihnachtsdekoration, die gut verpackt im Keller schlummert. Nun wird sie hervorgeholt. Kurz vor dem 1. Advent beginnt rundum die Beleuchtungsorgie vom 7-flammigen Fensterleuchter bis zur Weihnachtslichtorgel, den beleuchteten Rentieren und den Lichterschläuchen und -ketten. Sie zeigen der Nachbarschaft, wie viel Geld man für Strom investiert, nur um anderen Menschen zu gefallen.  

 

Wir zum Beispiel stellen auf dem Balkon einen Weihnachtsbaum mit einer opulenten Beleuchtung auf. Daran haben wir 5 Wochen lang unsere Freude und unser Wohnzimmer wirkt noch größer. Andere dagegen schmücken den Weihnachtsbaum erst am Heiligen Abend und bauen auch dann erst Krippen und geschnitzte Sinfonieorchester mit Engelchen auf, platzieren eine Sammlung Räuchermännchen und hängen Glöckchen und Kugeln aus Porzellan und Glas auf.

 

Mancher Senior legt zur Bescherung auch heute noch die alte Weihnachtsplatte mit Rudolf Schock auf, die mit Glockengeläut beginnt. Das kleine Glöckchen läutet dann das alljährlichen Geschenketauschen ein, wie bei Hoppenstedts und man hört förmlich den Satz: "Früher war mehr Lametta!"  

 

Ebenfalls zur Tradition gehören die Gans oder der Festtagsbraten, Klöße bis zum Abwinken und der Weihnachtsbock, die Markklößchensuppe und das Tiramisu, ehe Verdauungsschnäpse an der Reihe sind.

 

Zwischen dem kleinen Lord, Grimms Märchen, dem Untergang der Titanic bis zum Dinner for One liegen nur wenige Tage, die für Umtauschaktionen genutzt werden. Eine der häufigsten Fragen zur Bescherung lautet nämlich: "Hast du den Kassenbon noch?" Geschenke, die nicht umgetauscht werden, müssen einige Zeit in Gebrauch sein, damit die Schenkenden zufrieden sind. Über allem schwebt der Gedanke des selbstlosen Schenkens von Dingen, die man entweder selbst bereits hat oder die man nicht mehr braucht. Hübsch eingepackt gehen sie noch locker als Geschenk durch.  

 

Stress pur  

 

Zeit, Ruhe und Besinnlichkeit verführen manchen zum Fernsehgenuss. Doch auch hier lauert Stress. Wenn am Heiligen Abend der Spaßmacher der Kriegs- und der Nachkriegszeit Heinz Rühmann mit seiner Feuerzangenbowle, Carmen Nebel mit einem Sonderangebot der Unterhaltung, sich Bud Spencer und Terrence Hill mit Gott und der Welt kloppen, Sissi in drei Folgen den wilden Kaiser liebt, Heinz Becker und Mr. Bean Weihnachten feiern und Helene Fischer zum x-ten Mal Massen begeistert, bleibt nicht jeder entspannt. Es fühlt sich an, wie das gewaltsame Stopfen einer Weihnachtsgans.  

 

Bereits kurz vor Silvester nervt ganz gewaltig das Tuten und Bimmeln der Westerneisenbahn, die  der Sohnemann von Opa bekam und Berufstätige freuen sich bereits wieder auf die Arbeit. Viele von ihnen haben die Ruhe der Feiertage mit der traditionellen Grippe oder zumindest mit einem Schnupfen verbracht, als wollte eine höhere Macht jede Art von vernachlässigten christlichen Ritualen bestrafen. Andere hatten zwischen den Jahren viel Zeit und Muße bei "Ihr Kinderlein kommet...", was dann manchmal auch prompt in Erfüllung geht. Man gönnt sich ja sonst nichts!

 

Der nächste kalenderabhängige Traditionszwang wartet schon

 

Kaum sind im neuen Jahr alle Spuren von Weihnachten beseitigt, holen die Narren ihre Kappe aus der Tasche, die sie für kurze Zeit artig abgesetzt hatten und setzen sie auf. Jetzt ist Jubel, Trubel, Heiterkeit angesagt, als wolle man sich selbst besiegen. Einmal Prinz oder Prinzessin zu sein, kann noch Jahre nachwirken. Von Vereinen in Prunk, Gala, Kostüm, Senior und andere Kategorien bei Fastnachtssitzungen eingeteilt zu werden, hat Tradition. Viele möchten sich selbst nicht zuordnen, zu was sie gezählt werden. Wenn doch, dann klappt's auch mit der Ausgelassenheit.

 

Das Leben ist ein Füllhorn von Zwängen und Möglichkeiten. Wer es auskostet ohne darüber nachzudenken, ist glücklich und zufrieden. In diesem Sinn wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern eine frohe Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

24.12.2017

 










Wenn der Christbaum leuchtet...


 
und der Adventskranz brennt...



an Silvester das alte Jahr verabschiedet wird,...



...dann steht schon wieder Fastnacht vor der Tür!

 

Bedenkliche Kehrtwenden  

 

Jeder Mensch hat schon Kehrtwenden hinter sich, also die Umkehr auf einem als falsch erkannten Weg. Selbst das Navi im Auto rät gelegentlich "Bitte wenden, bei nächster Gelegenheit bitte wenden!" Doch hier stellen wir immer wieder fest, dass dies gar nicht stimmt, weil das Navi nicht mehr aktuell ist. Ein Update ist erforderlich. So ist es auch bei vielen Kehrtwenden, die uns unser menschliches Navi vorschlägt. Müssen wir immer exakt unserer inneren Stimme folgen? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.  

 

Der Jahreswechsel ist mal wieder so ein Zeitpunkt für Kehrtwenden. Wenn sich über eine längere Zeit bestimmte Erwartungen nicht mehr erfüllen und das Maß voll zu sein scheint, ist die Versuchung groß, sich abzuwenden, im schlimmsten Fall ist eine Kehrtwende vorzunehmen. Was bis gestern noch erstrebenswert, interessant oder sinnvoll erschien, ist heute plötzlich das genaue Gegenteil. Woran liegt das? Irgendwie hat das was mit Enttäuschung zu tun.  

 

Die Auslöser  

 

Als Auslöser gelten plötzliche oder unerwartete Erfahrungen, die bisherige Verhaltensweisen auf den Prüfstand stellen. War man Personen oder einer Sache gegenüber bisher vorwiegend positiv eingestellt, bedeutet sie einem plötzlich nahezu nichts mehr. Auch der umgekehrte Fall tritt häufig ein. Dies umso stärker, desto intensiver man sich einbrachte und womöglich sogar ein starker Erfolgsgarant einer Sache war. Immer wieder fällt dabei der Satz: "Ich bin auch nicht mehr so blöd...", der fast jede Endung haben kann. Es steckt meist eine große Enttäuschung dahinter. Wer Enttäuschungen infolge seiner Heftigkeit nicht optimal verarbeiten kann, der wendet sich abrupt ab. Oftmals sind es jedoch eigene  falsche Erwartungen, die Andere nicht erfüllen konnten, weil sie nicht dazu in der Lage sind. Vielleicht hat man sich nur mit den falschen Menschen abgegeben. Das nun viel zu spät zu erkennen, löst die Erkenntnis einer Fehleinschätzung aus, die ihrerseits starke Reaktionen generiert. Der Auslöser ist meist eine Bagatelle.  

 

Wo Kehrtwenden hinführen können  

 

Selbstlos engagierte Menschen wähnen sich gern im Kreis Gleichgesinnter. Das gibt ihnen die Stärke für all die Mühe, der ein adäquater Lohn gegenüber stehen sollte. Menschen, die keine oder nur geringe Leistungen erbringen, kennen diesen kausalen Zusammenhang gar nicht. Genau sie sind aber oft diejenigen, die Kehrtwenden bei ihren Mitmenschen auslösen. Ihre unbedachte Art, mit Leistungsträgern umzugehen und deren Leistung leichtfertig zu negieren, aber gleichzeitig den Nutzen ihrer Arbeit mitzunehmen, löst bei den Leistungsträgern ein gefährliches Nachdenken aus. Man fragt sich, ob es diese Menschen überhaupt wert sind, dass man sie am Erfolg teilhaben lässt.  

 

Im privaten und sogar im familiären Bereich spielen Lebensgewohnheiten eine Rolle, die man selbst nie annahm oder aus gutem Grund ablegte. Wenn man mitverfolgt, wie Menschen ohne entsprechende Erfahrung(en) in Situationen laufen, die der eigenen Erfahrung widersprechen und dass sie keinen Rat annehmen, kommt es vielfach zu wahren Kehrtwenden im Umgang miteinander. Man lässt diese Menschen an die Wand laufen, weil sie ihre Verhaltensweisen nicht überdenken und korrigieren, was der Ablehnung des Ratgebenden  gleich kommt. Warum soll man dann Auswirkungen und seltsame Verhaltensweisen mittragen? Man nimmt sich nun ebenfalls wichtiger als den Anderen.  

 

Wem oder was eine Kehrtwende auch immer gilt, sie ist eine totale Abkehr. Meist ist sie damit verbunden, dass es nun kein Zurück mehr gibt. Allzu prägend war die Erfahrung, die zur Kehrtwende führte. Das soll einem nie wieder passieren. Damit verbunden ist allerdings auch eine völlige Umkehr in der Achtung und im Wertgefühl von Beziehungen. Das sollte man vor der nächsten Kehrtwende beachten.

 

10.12.2017

 






  

                              Wende gut, alles gut...

 

In Abwandlung des Sprichwortes könnte diese Erkenntnis so manchen Konflikt lösen, wenn die Wende ehrlich gemeint ist. Umzukehren, wenn man auf einem als falsch erkannten Weg ist, ist keine ehrenrührige Sache. Es zeugt vielmehr von geistiger Beweglichkeit und Erfahrung, der man Raum gewährt. Hat man sich allerdings in eine Sackgasse manövriert und ist bereits dem Gespött von Mitmenschen ausgesetzt, weil man sich zum problemlosen Wenden zu breit machte, ist man umso stärker unter Beobachtung. Das Wenden erfordert nun einen Salto rückwärts, der zur grotesken Nummer werden kann.

 

 

Besonders schwierig wird das Wendemanöver oder gar der Salto rückwärts, wenn man seinen Mitmenschen über längere Zeit ein X für ein U vormachte und betonte, aufrecht und integer zu sein. Hier ist das Vertrauen irreparabel zerstört. In einer solchen Situation schließt sich eine Umkehr natürlich aus. Weil sich alle Mitmenschen an genau diese Eigenschaften gewöhnt haben und eine Kehrtwende niemals glaubhaft wäre, muss man so weitermachen. Das ist nicht intelligent aber passend zum Wesen dieser Menschen.

 

Menschen, die den richtigen Zeitpunkt zur Umkehr verpassten, haben viel mehr verloren, als eine gerade Richtung. Sie irren weiterhin in ihrem Leben und dem Leben anderer herum, weil sie nur ihre Spielregeln kennen. Ihr X ist immer wieder eín U. Wenn sie dabei glücklich sind, mag es für sie gut ein. Für den Rest ist das ein Ausschlusskriterium.

 

 

Seniorenpower

In wenigen Jahren wird ein Drittel der Maintaler Bevölkerung über 60 Jahre alt sein und man registriert die Senioren auch heute schon sehr stark, wenn alle Jüngeren auf der Arbeit sind. Dann bevölkern sie die Einkaufszentren, den fußläufig erreichbaren Einzelhandel  und die Arztpraxen. Viele von ihnen sind ehrenamtlich tätig und übernehmen seit vielen Jahren Pflichten, wie sie es gewohnt sind. Banken verkünden immer wieder, dass gerade Senioren die fleißigsten Sparer sind und über satte Reserven verfügen. Sie finanzieren ihren Kindern und Enkeln viele Dinge des Lebens, die sie sich sonst nur schwer leisten könnten. Selbst gönnen sie sich dagegen nicht viel, weil sie nicht wissen, was noch kommt. Viele Senioren pflegen die Gemeinschaft, um einen festen Platz in ihr einzunehmen, denn auf die Kinder ist im Alter vielfach kein Verlass. Die Bürgerhilfe Maintal ist ein Modell mit vielen Tausend Mitgliedern, die sich einbringen, um später selbst Hilfe zu erhalten. Seniorenpower versus Unterstützung, so heißt die Devise. Bei ihrem ehrenamtlichen Engagement lernen sie täglich aber auch die Kehrseite der Medaille kennen - die Altersarmut!

 

Der Maintaler Seniorenbeirat

 

Als Gast der kürzlichen Sitzung des Maintaler Seniorenbeirats, den ich als Redakteur der Maintaler Seniorenzeitung besuchte, erlebte ich, wie es um Maintaler Seniorenpower bestellt ist. Das Gremium könnte gewaltiges reißen, wenn sich Seniorenpower richtig entfalten würde. Im neuen Seniorenbeirat versuchen gerade einige Beiräte mit Power den Rest der eher passiven "Berufenen" zu einer wirksamen Mitarbeit zu bewegen. Leider mit wenig Erfolg. Die Hälfte des Beirats war zur Sitzung erst gar nicht erschienen. Meist handelt es sich um Personen, die von ihren sozial tätigen Gruppierungen als Kandidaten gemeldet und vom Magistrat "berufen" werden. Nur hat der Begriff "Berufung" in kirchlichen Organisationen einen anderen Klang als bei anderen Gruppierungen. So fühlen sich einige offensichtlich zum Amt berufen, ohne als Aktivistin oder Aktivist wirklich geeignet zu sein. Sie berichten in ihren Organisationen nur über das, "was so läuft", mehr aber nicht. Vielleicht ist bei einigen die drohende Mitarbeit sogar ein Grund der Abwesenheit.

 

Der den Seniorenbeirat betreuende und bisher leitende Fachbereich der Stadt Maintal räumte in dieser Sitzung erstmals den Vorsitz und überließ ihn den beiden Sprechern, die fortan die Sitzungen vorbereiten und leiten werden. Der Fachbereich setzte damit ein deutliches Zeichen zur Eigeninitiative bei unveränderter Unterstützung des Gremiums. Nun liegt es am Beirat selbst, ob er weiterhin den Weg der harmlosen Betätigung gehen wird, oder ob er mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen viele Maintaler Senioren und deren Umfeld zur Beteiligung begeistern will.

 

Ein gutes Beispiel hierfür war in dieser Sitzung die Diskussion um eine Ausstellung zum Thema Altersarmut. Hierzu gibt es eine Wanderausstellung, die landauf landab absolut bevölkerungsneutral alle Facetten der Altersarmut zeigt. Die damit verbundene Arbeit würde sich auf die Terminfindung, die Verpflichtung des Ausstellers und das Buchen der Ausstellungsflächen und die Öffentlichkeitsarbeit reduzieren. Die Alternative wäre die Einbindung des gesamten Maintaler Sozialproporzes, der über Beiratsmitglieder im Gremium vertreten ist. Dazu müssten diese Beiräte allerdings in ihren Organisationen aktiv werden, damit Lokalbezug und damit mehr Interesse erzeugt wird. Außerdem wäre es sinnvoller, nicht direkt die Altersarmut, sondern die vielfach zur Altersarmut führende Lebensplanung in den Fokus zu rücken. Der Nachdenkprozess läuft jetzt.

 

Obwohl der Maintaler Seniorenbeirat schon viele Jahre existiert, ist nicht erkennbar, dass sich die Maintaler Senioren der Chancen bewusst sind, die der Seniorenbeirat hätte, wenn sich dort Seniorenpower entwickeln und verbreiten würde. Das wäre umso wichtiger, weil Senioren keine Lobby haben.

 

Soziales Engagement der Senioren

 

Wie zuvor bereits erwähnt, rekrutiert sich der Seniorenbeirat aus "Berufenen" des Maintaler Sozialproporzes. Die wirkliche Seniorenarbeit findet momentan jedoch in ganz anderen Regelkreisen statt. Im Rahmen von "Senioren in Maintal freiwillig aktiv" organisieren Senioren für Senioren sehr viele Möglichkeiten der Betätigung und des Erlebens. Besuchen Sie die Informationsplattform über obigen Link. Darunter sind auch sehr viele Aktivitäten, die unter den Oberbegriff "Seniorenbespaßung" passen, der eher unterhält als zum Mitmachen anregt.

Eine der Aktivitäten - die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS - versorgt im vierteljährlichen Rhytmus Maintals Seniorenhaushalte kostenlos mit 2800 vierzigseitigen Zeitungen, in denen neben wichtigen Informationen auch viele interessante Artikel zu finden sind, die sich mit dem zweiten Leben befassen. Die Zeitung findet in der gesamten Rhein-Main Region große Beachtung.

 

Maintals Senioren sind ein schlafender Riese, der erst noch geweckt werden muss, damit sich Seniorenpower flächendeckend entfalten kann. Diejenigen, die sich darum bemühen, opfern sehr viel Freizeit. Ihnen sollte jede nur möglich Unterestützung gewährt werden.

 

06.12.2017

 

 














 

Zwischen den Welten  

 

Maintal leistet sich seit vielen Jahren eine Bürgerbeteiligung, die nach außen hin lebhaft und den Interessen der Bürger angemessen erscheint. Taucht man etwas tiefer in die Welt des ehrenamtlichen Engagements ein, so gehen mehrere Welten auf, die recht unterschiedlich sind. Im Gespräch mit den Protagonisten dieser Welten oder im Zusammenhang mit eigenen Aktivitäten wird der tatsächliche Wert der Bürgerbeteiligung deutlich.

 

Die Redaktion der Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS recherchiert regelmäßig  in diesen ehrenamtlichen Welten, weil sich nun mal auch viele Senioren unentgeltlich zum Wohl der Allgemeinheit einbringen. Was die Redakteure dabei aufwirbeln, finden viele Leser gut, weil es endlich einmal offen angesprochen wird. Andere wiederum betrachten es als Nörgelei, wie sie angeblich typisch für Senioren ist. Dinge, die einseitig hochgeschätzt sind, werden negiert, Dinge, die sich Senioren und viele andere Menschen wünschen, als Zumutungen empfunden. Es sind die unterschiedlichen Welten, die solche Reaktionen hervorrufen.  

 

Die Welt der Einheimischen  

 

Bürgerinnen und Bürger aus Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen, die schon sehr lang hier zuhause sind, fühlen sich zwar immer noch nicht als Maintaler, haben sich an dieses Gebilde aber bereits gewöhnt. Das ist nicht einfach, weil es keinen Maintaler Ortsmittelpunkt und kein Zentrum für die wichtigen  Einkäufe gibt, das fußläufig erreichbar ist. Das seltsame Gebilde wirkt wie zusammengeklebte Schuhkartons unterschiedlicher Größen - vier zusammenhanglose Welten mit teilweise individuell ausgeprägten Kulturen. Einheimische brauchen einfach ihren Kirchturm, ihren Verein, ihren Bäcker, ihren Friseur, ihren Arzt und ihre Apotheke und natürlich ihren Friedhof, auf dem all die liegen, die es geschafft haben, dieser Welt zu entfliehen.  

 

Wer diese Welt kritisch anpackt, kann sein blaues Wunder erleben. Fast jeder Gedanke der Erneuerung löst bei Einheimischen Proteste aus, die Neubürger oft gar nicht nachvollziehen können. Einheimische finden dagegen Neubürger durchaus interessant und sie geben ihnen eine echte Chance zur Integration, aber oft auch nur eine einzige. Wird diese nicht genutzt, kommt ein entsprechender Stempel drauf und der Neubürger wird in eine passende Schublade gelegt. Dort bleibt er, bis es ihm aus eigener Kraft gelingt, den Stempel abzuwaschen. Ehrenamtliches Engagement ist dabei ein möglicher Weg.

 

Die Welt der Neubürger  

 

In Zeiten der modernen Völkerwanderung verschlägt oder zieht es viele Menschen nach Maintal, weil die Patchwork-Stadt am Fluss im Speckgürtel Rhein-Main liegt, viel Natur und den Charme einer Wohn-/Schlafstadt hat. Hinzu kommt das Glück, hier wirklich eine passende Wohnung oder eine Immobilie gefunden zu haben. Da musste man einfach zugreifen. Neue Menschen bringen teilweise andere Kulturen mit, mit denen sich ihrer Meinung nach die Einheimischen abfinden sollten. Höchst selten orientieren sich Neubürger an dem, was in ihrer neuen Umgebung so Usus ist. Schließlich sind sie es, die nach ihrer Meinung verkrustete Strukturen aufbrechen und veredeln - eine weitverbreitete Sicht.

 

Deren Kinder integrieren sich wesentlich schneller, worin eine gewisse Hoffnung liegt. Mobilität ist für Neubürger eminent wichtig, was sich auf die Anzahl der Automobile pro Haushalt und die Parksituation in der ganzen Stadt auswirkt. Mobil ist auch die Versorgung für Neubürger kein Problem, zumindest nicht in jungen Jahren. Kultur eröffnet sich für sie in der gesamten Rhein-Main-Region und nur zögerlich werden lokale kulturelle Veranstaltungen erkundet. Erst neu geknüpfte Kontakte und gewonnene Freunde eröffnen den Neubürgern diese Welt. Sich zu integrieren, ist eine ganz wichtige Voraussetzung, dauerhaft hier anzukommen. Ehrenamtliches Engagement kann Brücken bauen.

 

Die Welt der ehrenamtlich Tätigen  

 

Wer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens dazugehören will, wählt den Weg der ehrenamtlichen Betätigung. Die dazu passenden Motivationen sind recht unterschiedlich. Gutmenschen wollen Gutes vollbringen und der Gemeinschaft zeigen, dass sie bereit sind, zu dienen. Eigennützig Denkende dagegen wählen den ehrenamtlichen Mantel, um in Organisationen tragende Rollen zu übernehmen, die ihrem Selbstverständnis und ihren Neigungen entsprechen.

 

Alles was dazwischen liegt, muss sich in Hierarchien einordnen und seinen Platz finden. Ach ja, da gibt es noch die Edelmütigen, deren Aktivitäten ein wahrer Segen sein sollen und den sie deutlich sichtbar wie aus einem Füllhorn ausschütten. Zum Schluss sollten noch diejenigen erwähnt werden, die gern an Erfolgen teilhaben wollen und die Gruppe, die aus reiner Panik vor Isolation und dem Vergessen-werden bis zum Umfallen aktiv sind. Ehrenamtliches Engagement hat also viele Gesichter. Die Summe aller damit erbrachten Leistungen haben allerdings in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Die Kommune greift vorwiegend aus eigenem Interesse und dem der Politik lenkend ein.

 

Die Welt der Betreuer ehrenamtlicher Tätigkeit  

 

Die Stadt Maintal unterhält im Rahmen des Fachdienstes Maintal Aktiv eine Freiwilligenagentur mit vier engagierten Mitarbeiterinnen, die ehrenamtliche Potenziale heben sollen und einem Mitarbeiter, der speziell die Senioren-Aktivitäten betreut. Sie setzen die Vorgaben des Magistrats und der Kommunalpolitik zum Thema ehrenamtliche Tätigkeit um, damit ehrenamtliche Tätigkeiten übergeordneten Interessen an Beiräten und Bürgerbeteiligungsprozessen entsprechen. Wo externe Moderation erforderlich erscheint, werden keine Kosten gescheut, um die kommunal ins Auge gefassten Ziele zu erreichen. Wichtige Dinge kann man schließlich nicht den Launen der Bürger und dem Zufall überlassen.

 

Speziell die Senioren, die sich mit Erfahrung überdurchschnittlich stark einbringen, gilt es zu führen. Ihre aus der Lebenserfahrung gefühlte Überlegenheit würde sonst unangenehme Folgen für diejenigen haben, die eigentlich dafür zuständig sind. Eine Möglichkeit der Strategie ist deshalb die reine Seniorenbespaßung und kontrollierte Beschäftigung. Wissenschaftliche Betreuung ist dabei natürlich gefragt.

 

Leider misst der Fachdienst Maintal Aktiv seinen Erfolg nur am Erfüllen der Vorgaben von Politik und Magistrat. Kritisches und fachkundiges Hinterfragen der Vorgaben sowie das Aufzeigen von für Bürger wesentlich interessanteren Alternativen kommt zugunsten verwaltungstypischer Denkart nicht zum Tragen. Visionen werden ausgeblendet. Diskussionen zwischen Bürgern und dem Fachdienst stoßen dabei leider an die Grenzen der partnerschaftlichen Kommunikation.

 

Die Welt der negativen Beeinflusser erfolgreicher Bürgerbeteiligung

 

Den vielen ehrenamtlich Aktiven und speziell den substanziell starken Querdenkern unter ihnen stehen Protagonisten der Kommunalpolitik und Strategen der städtischen Verwaltung gegenüber, die sich hauptverantwortlich für alle Entwicklungen in Maintal fühlen. Sie sind gewählt und haben ihrer Meinung nach einen weitgehenden Auftrag erhalten. Im Versuch der Erfüllung dieses Auftrages fahren sie die Ellenbogen aus und halten viele bürgerlichen Einflüsse auf Abstand - so auch die Bürgerbeteiligung.

 

Sie zertörten in den vergangenen Jahren damit Glaubwürdigkeit und sehr viel Vertrauen, was heute zum Beispiel das städtische Internet-Modul  Maintal  macht mit.  zu spüren bekommt. Es erfüllt seinen Zweck nicht so, wie sich das die Gestalter erhofften. Leider sperren sie sich gegen die Bewussmachung der Gründe. Die Mitarbeiterinnen von Maintal Aktiv wurden somit ebenfalls Opfer zahlreicher demotivierender Aktionen der Kommunalpolitik und Teilen der Verwaltung, die in den letzten Jahren Engagierte vergraulten.

 

Gern wird der freie Blick nach vorn bemüht, wenn es darum geht, Neuanfänge zu wagen. Die Vergangenheit holen solche Neuanfänge infolge mangelnden Vertrauens immer wieder ein. Deshalb sollten sich Magistrat und Kommunalpolitik schweren Fehlern der Vergangenheit stellen. Erst wenn verdeutlicht wird, dass diese Fehler erkannt sind und in Zukunft nicht mehr gemacht werden sollen, kann sich Vertrauen wieder aufbauen. Es ist eine gute Portion Feigheit im Spiel, nicht zu Taktiken zu stehen, mit denen man Bürgerbeteiligung missbraucht und deren Erfolg ausbremst.

 

Sich in den Welten positionieren

 

Alle Maintaler Bürger müssen sich irgendwann in der Gemeinschaft der Bürger positionieren. Sie können natürlich abseits stehen und alles geschehen lassen, wie es Interessengruppen betreiben. Wer sich etwas intensiver mit den verschiedenen Welten Maintals befasst, wird sich zumindest irgendwo wiederfinden. Entscheidend ist, dass man als Bürger nicht nur an dem schuld ist, was passiert, sondern auch an dem, was man nicht verhindert. Dazu muss man sich bemerkbar machen und positionieren. Gelenkte Bürgerbeteiligung muss dabei aufgebrochen werden und einer von Bürgern gelenkten Bürgerbeteiligung weichen. Zumindest können engagierte Bürger in eigenständigen Bereichen der Bürgerbeteiligung ihre Interessen besser wiederfinden, als es in den von der Stadt initiierten und gesteuerten Projekten möglich ist. Auch diese Bereiche werden für bürgerschaftliches Engagement wieder attraktiv, wenn die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in eine faire Umsetzung wiederhergestellt ist. Dazu müssen sich der Magistrat und die Kommunalpolitik ebenfalls richtig positionieren.

 

27.11.2017

 









Peinlichen Erkenntnissen...


...müssen die Verantwortlichen auf den Grund gehen...



...anstelle die Bürger am Nasenring
zu Ergebnissen führen zu wollen,




...und endlich wieder damit anfangen,
Bürgerbeteiligung fair zu praktizieren.




Mit solchen Spielchen wurde mehr Vertrauen zerstört,
als man in mehreren Jahren wieder aufbauen kann!

Die Meinung der Frankfurter Rundschau dazu
ist im Artikel vom 11.01.2018 zu lesen

 

Befürchtungen werden Gewissheiten

Mit dem vorangegangenen Artikel "Erfahrungen im neuen Wohnumfeld" ging es um die gegenseitige Rücksichtnahme und um die soziale Integration in den nachbarschaftlichen Bereich. In diesem Artikel möchte ich das Thema auf ganz Maintal ausweiten, im Grund genommen auf alle vom heutigen Zeitgeist erfassten Bereiche. Der größte den Zeitgeist formende Einfluss ist derzeit offensichtlich das Verhalten zu den Mitbürgern nach dem Motto "Was nicht verboten ist und was verboten ist, aber nicht überprüft wird, ist erlaubt!" So werden Verhaltensweisen bis zur Grenze und darüber hinaus ausgereizt. Beispielhaft dafür steht die Situation am Dörnigheimer Mainufer. Das Leben am Fluss ist für viele an Flüssen gelegenen Städte und Gemeinden ein interessanter Aspekt der Naherholung. Dies zu nutzen und für diesen Zweck aufzuwerten, ist ein wichtiges Projekt der Stadtentwicklung. Doch hier bereitet die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Besuchern und Anwohnern eine bedeutende, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle.

 

Konflikte am Dörnigheimer Mainufer

 

Das Stadtleitbildprojekt "Mainufer" erarbeitete über mehrere Jahre hinweg ein Konzept, das nun Zug um Zug umgesetzt werden soll. Details und die Entwicklung der Meinungsbildung können auf der städtischen Website eingesehen werden. In die Beratungen waren viele Anwohner des Bereichs eingebunden und es kamen alle Aspekte auf den Tisch. Von Anfang an war klar, dass die Interessen der Anwohner und deren Bedenken auf negativen Erfahrungen mit dem Zeitgeist aufbauen. Wie würden die Bürger die neuen Möglichkeiten nutzen? "Eine Badewanne zu besitzen ist Zivilisation, eine Badewanne richtig zu nutzen, das ist Kultur!" Und mit der ist es offensichtlich nicht allzu gut bestellt.

 

Die Art der Nutzung und die zu erwartenden Begleiterscheinungen sind es, die eher Befürchtungen als Gewissheiten erzeugten. Nun sind aus den Befürchtungen tatsächlich Gewissheiten geworden und die Reaktionen sind heftig. Wo die gegenseitige Rücksichtnahme einseitig missachtet wird, geht sie meistens insgesamt verloren. Die Anwohner bewerten ihre Interessen absolut gleichrangig mit den städteplanerischen Interessen. So wurde die Idee der Gastronomie am Fluss zunächst von einem Anlieger torpediert.

 

 

Inzwischen kam es zu einer Übereinkunft und der Event wird gut angenommen. An anderen Orten beruhigen sich die Gemüter etwas schwerer. Die Stadt muss auch dort etwas unternehmen.  In der kalten Jahreszeit wird das Problem der unzumutbaren Ruhestörung naturgemäß etwas in den Hintergrund treten. Spätestens im Frühjahr lebt der Konflikt wieder auf. Bis dahin müssen Lösungen gefunden werden.

 

Nun gilt ja im Recht das Verursacherprinzip. Also ist die Stadt Maintal in der Pflicht, die bei den Planungen und deren Umsetzung federführend ist. Es liegt nicht an der Gruppe der Bürger, die umfassend planten und auch dem Aspekt der Lärmbelästigung einen breiten Planungsraum einräumten, sondern an der Umsetzung durch das Ordnungsamt und die örtliche Polizei. In der Wahrnehmung der Anwohner findet die Aufsicht angeblich nicht statt. Die Stadt behauptet jedoch das Gegenteil.

 

Es ist ja eine weit verbreitete Ansicht von Verwaltungen, dass diejenigen, für die man kommunal etwas, zu was man gar nicht verpflichtet ist,  einrichtet, dafür sorgen sollen, dass es auch richtig genutzt wird und dass die Bürger die auftretenden Probleme selbst lösen sollen. Schließlich entstehen die Probleme ja durch Bürger. Betroffene Bürger, die sich mit Zivilcourage einzelnen Unvernünftigen oder ganzen Personengruppen entsprechend entgegen stellen, sind dem Pöbeln des Mobs ausgesetzt, wie der nebenstehende Leserbrief verdeutlicht. Ordnungskräfte wurden in solchen Situationen nach Aussage der genervten Anwohner dabei noch nie gesehen.

 

Maintal TAGESANZEIGER verwirrte die Leser

 

Die Lokalpresse nahm sich in einem Artikel des Problems an. Grundlage war ein Telefon-Interview mit Herrn Huwer. Was dort aber zu lesen war, war verworren und der Rest war die bekannte Rechtfertigungsrhetorik aus dem Rathaus, bei der Maßnahmen genannt werden, die die Anwohner im Bereich zwischen der Turnerschaft FTD und der Dietesheimer Straße absolut nicht nachvollziehen können. So war von Kontrollen des Ordnungsamts in den Abend- und Nachtstunden die Rede.

 

Geradezu dümmlich mutet im Artikel die Verwechslung des Spielplatzes an der Fähre mit dem unterhalb der Residenz an der Mainpromenade an.  Kein Wunder, dass die Situationen an beiden Spielplätzen zu irreführenden Angaben führten. Das führte wiederum zu einem irreführenden Leserbrief. Den korrigierenden Leserbrief von Herrn Huwer abzudrucken, verweigert bis heute der Maintal TAGESANZEIGER.

 

Eigentlich eine tolle Sache

 

Sieht man sich die Ausarbeitungen der bürgerschaftlichen Planungsgruppe genau an, so ist der große Nutzen für Maintals Bürger klar zu erkennen, wenn alle Aktivitäten richtig dosiert und platziert werden und die Bürger die Möglichkeiten rücksichtsvoll nutzen. Rücksicht heißt generell natürlich Rücksicht auf die Einrichtungen, die Rasenflächen, die Sauberkeit und natürlich auch die erforderliche Ruhe, weil die Anwohner sich nicht den negativen Einflüssen entziehen können. Ist das gegeben, kann die Umgestaltung des Naherholungsgeländes eine Erfolgsstory sein. Die Nutzer selbst gefährden diesen Erfolg jedoch mit ihrer Unvernunft!

 

Verantwortlich für die gravierendsten Missstände sind in erster Linie sozial unangepasste Jugendliche, die vorwiegend in den Abend- und Nachtstunden Orte auswählen, die Möglichkeiten zu Exzessen bieten. Im Extremfall werden sogar auf Friedhöfen Saufgelage durchgeführt. Nun ist es das Mainufer, das die Horden anzieht. Zwar wurde anderenortes Möglichkeiten für die Jugendlichen geschaffen, doch sie werden sich wohl kaum nach Hochstadt verirren. Nicht überall scheint die Jugendarbeit erfolgreich zu sein und die Einflüsse von Migrantengruppen sind heftig.

 

Die vom Projekt geradezu offerierten Familienfeste im Mainuferbereich, die vorwiegend von Migrantenfamilien genutzt werden, die ihre heimatliche Lautstärke und Sitten an das Mainufer tragen. Auch das unbefugte Grillen auf den Grünflächen wird praktiziert. Man merkt, die neue Durchmischung verändert auch die Lebensumstände der einheimischen Bevölkerung, denn die zeigen jetzt ein ähnliches Verhalten.

 

Aber auch die Verhaltensweisen von Betreuern großer Kindergruppen sind oft nicht akzeptabel, wenn sie - wie ein Anwohner schildert - mit der Aufforderung an die Kinder einher geht "nun könnt ihr schreien und toben, hier stören wir niemand...". Wie sich das anhört, müssen die Anwohner ertragen.

 

Dreh- und Angelpunkt ist die soziale Integration

 

Auch hier - wie im direkten Wohnbereich - entscheidet der Grad sozialer Integration und gegenseitiger Rücksichtnahme, wie Bürger zusammenleben. Wo sich Einsicht und Vernunft nicht einstellen, müssen Regelungen getroffen und Verbote  erlassen werden, die für klare Verhältnisse sorgen. Sind diese erstellt, müssen sie auch um- und durchgesetzt werden. Das ist Aufgabe des Ordnungsamts und der Polizei. Ge- oder Verbote ohne deren Kontrolle sind jedoch leere Anweisungen, die locker missachtet werden.

 

10.11.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Leserbrief zum Thema Mainufer

 

Die Aussage der Stadt Maintal, man habe die Belange der Anwohner berücksichtigt, klingt wie Hohn in den Ohren der unmittelbar Betroffenen. Das Gegenteil ist der Fall. Schon  der Begriff „Naherholungsgebiet“ sagt aus, dass eine solche Anlage in der Nähe einer Ortschaft und nicht mittendrin in den Wohngebieten sein soll. Schon seit mehreren  Jahren sind die Anlieger speziell zwischen der Turnerschaft FTD und der Dietesheimer Straße einer erheblichen und unzumutbaren Dauerbelästigung durch die erweiterte Einrichtung der Spiel- und Freizeitanlage mit den vielen Spielgeräten am Mainufer ausgesetzt. 

 

Der Spielplatz in seiner ursprünglichen Form hatte nie ein Problem dargestellt. Die Behauptung der Stadt, die Anlage sei seit Jahrzehnten unverändert, trifft in keiner Weise zu. Bei der jetzigen  Anlage handelt es sich nicht mehr um einen  herkömmlichen Kinderspielplatz, der ohne Einhaltung bestimmter Lärmwerte zulässig ist  sondern um eine mehrere Tausend Quadratmeter große Freizeitanlage  inkl. Abenteuerspielplatz mit zahlreichen Spielgeräten, für die Lärmrichtwerte von Freizeitanlagen gelten. Diese Lärmrichtlinien – gültig für Wohngebiete - finden hier keine  Berücksichtigung!

 

Ob für diese Anlage  evtl. erforderliche Baugenehmigungen des Main-Kinzig-Kreises und des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg vorliegen, ist noch zu prüfen. Das Schutzbedürfnis der Anwohner wird weder durch zeitliche Beschränkungen, Kontrollmaßnahmen (oder ähnliche) in irgendeiner  Weise beachtet.

 

Die von den Anliegern geforderte Mittagsruhe und die Nutzung bis max. 20 Uhr wurden nicht berücksichtigt. Ohne Rücksicht auf  die Anlieger zu nehmen,  soll dem  Vernehmen nach die Mainwiese zwischen Fähre und Schöne Aussicht  noch mehr vermeintliche Attraktionen erhalten. Richterliche Urteile in ähnlich gelagerten Fällen gaben den Anwohner recht, die gegen diese Lärmbelästigung geklagt hatten. Eine Petition gegen die Dauerbelästigung – unterschrieben von 59 Anwohnern – wurde von der Stadt einfach ignoriert und blieb unbeantwortet.

 

Das Mainufer hat sich mittlerweile zu einem hochfrequentierten Licht- und Luftbad mit ständig  steigender  Lärmbelästigung entwickelt. Hier werden u. a. Großfamilienfeste abgehalten, an mehreren Stellen verbotenerweise Fußball gespielt, einhergehend mit einem hohen Verletzungsrisiko für Radfahrer, die sich auf dem ebenso hochfrequentierten nationalen Radweg R3 befinden.

 

Bei allem Verständnis für den Spieltrieb der Kinder, diese permanente Lärmbelästigung bis in die späten Abendstunden, die durch die missbräuchliche Nutzung der  Jugendlichen in den Nachtstunden noch fortgesetzt wird, stellt eine schädliche Umwelteinwirkung dar und bedeutet eine Gesundheitsgefährdung für die Anwohner. Nächtliche Anrufe bei der Polizei wegen Ruhestörung konnten bisher keine Abhilfe schaffen. Die von der Stadt aufgestellten Schilder sind sinnlos platziert (das Fußballverbotsschild steht oben auf der Straße, anstatt auf der Wiese) und nicht dazu geeignet, die darauf geforderte Rücksichtnahme für die  Anwohner einzufordern.

 

Anwohner, die Benutzer um Rücksichtnahme bitten, werden als Kinderhasser, Ausländerfeinde und Nazi beschimpft, teilweise sogar bedroht.  Anlieger können ihre Terrassen und Balkone nicht mehr nutzen und müssen, um Ruhe zu finden, Fenster und Türen schließen bzw. die  Wohnungen verlassen und geeignete Ruheplätze aufsuchen.

 

Einst bezeichnete der ehemalige Stadtrat Schächer das im Bau befindliche Projekt Residenz Mainpromenade in der Mainstraße 16 als „Sahnestückchen“ der Stadt Maintal, präsentiert als ruhige Wohngegend. Von der Mainpromenade (per Definition eine attraktive Region für Spaziergänger) und der ruhigen Wohngegend am Mainufer ist nichts mehr übrig geblieben. Einige Anwohner befassen sich mittlerweile wegen der Lärmbelästigung mit einem Wohnungswechsel.

 

Zu allem Überfluss hat man  noch die Blumenwiese beim Test der verschiedenen Rasenmäher zu einem großen Teil  abgemäht und somit weitere Freizeitflächen geschaffen. Dies bedeutet noch mehr Lärm. Diese permanente Lärmbelästigung und Ruhestörung der Anlieger kann  und darf nicht so bleiben. Auch die Anwohner haben Rechte. Der Frauenhain westlich der Fähre wäre der geeignete Platz für diese Einrichtung gewesen. „Die Freiheit des einen hört da auf, wo das Recht des anderen beginnt“  

 

Gerhard Huwer

Dietesheimer Straße 23

63477 Maintal

gerhard.huwer@arcor.de

 

 

 

 

Was eine Wohn-/Schlafstadt ausmacht

Einstimmung auf Maintal für Neubürger


Die neue Website möchte ich mit einigen Fragen eröffnen, die Sie sich stellen sollten. Was wird Neubürger erwarten, die sich für Maintal entschieden? Wo ist eigentlich der Ortsmittelpunkt? Wie funktioniert der Nahverkehr? Welche Kindergärten und Schulen gibt es? Wo kann man einkaufen und welche Lokale sind empfehlenswert? Welche Ärzte sind ansässig? Viele Fragen, die sich im direkten Kontakt mit Einheimischen und neuen Nachbarn am besten klären lassen. Doch zunächst merken Neubürger, dass es in Maintal recht ruhig zugeht. Das liegt daran, dass Maintal eine Wohn-/Schlafstadt ist und tagsüber die meisten Menschen zur Arbeit pendeln und nur die Senioren und die aus irgendwelchen Gründen Daheimgebliebenen zu sehen sind.

 

Und noch eine Frage kommt auf: Warum nur geht es in anderen Kommunen von der Wahrnehmung her quirliger zu? Ganz einfach - weil sie es mit dem, was dort an Interessantem passiert, bis in die Tagespresse oder andere Medien schaffen. Maintal schafft es meistens nicht. Das Gute ist, dass dadurch der Eindruck entsteht, in Maintal im Tal der Glückseligen zu leben.

 

Die Möglichkeiten, sich über Maintal zu informieren, sind allerdings vielfältig. Auf der Homepage der Stadt findet man bereits eine ganze Menge. Was politisch so läuft, ist auf dem Bürgerinformationsportal zusammengefasst. Senioren können sich auf der Seite Seniorenaktiv über das Angebot für Senioren informieren. Darüber hinaus stellen die meisten Vereine ihre Aktivitäten im Internet vor. Hier alle Informationsquellen zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Es gehört schon eine Portion Entdeckergeist dazu, Maintals Facetten zu ergründen.

 

                

 

Maßgeschneiderte Öffentlichkeitsarbeit

 

Auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit hat die Stadtverwaltung in den letzten Jahren zugelegt und bietet eine Art vorgefertigte journalistische "Haute Couture" für Tageszeitungen, kostenlose Wochenzeitungen und Werbepostillen an. Es handelt sich dabei um textliche Maßschneiderei von Sachverhalten und nicht - wie spöttisch gemunkelt wird - um Maßaufschneiderei. Dieser Eindruck entstünde nur, weil immer nur positive Aspekte thematisiert und ausgeschmückt würden und Kritisches ausgeblendet wird. Die öffentlichen Presseorgane, die von der Stadt Maintal versorgt werden, gewichten natürlich diese Pressemitteilungen und wägen ab, ob aus der informativen Haute Couture über zusätzliche Recherchen journalistische Prêt-à-porter-Artikel werden könnten. Im Hinblick auf die eher thematisch gelangweilte Leserschaft bleibt es oftmals bei der übersandten Version oder sie wandert gar in den Papierkorb. Wer will schon immer die gleichen Socken mit dem gleichen Muster!? Wenn Öffentlichkeitsarbeit weichgespült daher kommt und keinerlei Emotionen weckt, kann man Leser damit nicht hinter dem Ofen vorlocken. Darum ist auch in den großen Tageszeitungen der Region so wenig über Maintal zu lesen.

 

 

Politischer Dissens wird nicht mehr öffentlich ausgetragen

 

Maintals politisches Kleingruppen-Schunkeln in friedlichem Konsens ist schlichtweg unattraktiv. Von Politikern erwarten Bürger das hör- und sichtbare Ringen um die besten Entscheidungen. Hinterzimmer und Kellerbars sind da nicht gerade die passenden Rückzugsräume. Wähler wollen teilhaben am Ringen um die besten Lösungen. Bei den Stadtverordnetenversammlungen findet der aublauftechnische Vorcheck im Fojer statt, wenn die an diesem Tag zu erwartenden Mehrheiten gedanklich durchgespielt werden. Dort entscheidet sich, ob ein Tagesordnungspunkt mangels Mehrheit bis zur nächsten Sitzung geschoben oder durchgezogen wird, oder ob man andere TOPs so lang auswalzt, bis die 22 Uhr-Grenze erreicht ist. Auch was ohne öffentliches Aufsehen zu erregen in die Blockabstimmung soll, wird vorskizziert. Da die meisten Entscheidungen praktisch schon feststehen, ist am Rednerpult nur noch heiße Luft zu hören, denn es geht gar nicht mehr ums Überzeugen. Dissense werden zwar erörtert, jedoch auf dem Diskussionsweg nicht wirklich gelöst. Deshalb sind auch immer weniger Besucher des Parlaments zu verzeichnen. Wer sich dennoch informieren möchte, kann dies aktuell und als spätere Konserve im Maintaler Parlamentsfernsehen. In der Tagespresse und in (nicht mehr existenten) Foren könnte lebhaft diskutiert werden, um zumindest des Volkes Meinungen zu ergründen. Doch auch dort findet nichts (mehr) statt. Maintal ist nun mal eine Schlafstadt. Politik wird während der Legislaturperiode zur einfachen Vereinsarbeit heruntergestuft.

 

 

Beiräte wie anderswo

 

Eines muss man  Maintal lassen: Maintal hat Beiräte, wie viele andere Kommunen, die fortschrittlich und bürgernah denken. So gibt es den Behindertenbeirat, den Ausländerbeirat, den Frauenbeirat, den Seniorenbeirat, den Beirat kinderfreundliche Stadt und den Fahrgastbeirat. Besser so, als völlig (bei)ratlos! Schaut man genauer hin, handelt es sich um bestellte Personengruppen, die weitestgehend den Maintaler Sozialproporz abbilden und von der Verwaltung "berufen" und wie Abteilungen geführt werden. Eine Wahl haben Maintals Bürger für diese Gremien leider nicht.

 

Die Sitzungen der Beiräte sind öffentlich. Besucher verirren sich jedoch nur selten dort hin. Ohne öffentliche Wahrnehmung bleiben die Beiräte deshalb soziale Placebos, eigentlich Subkulturen, obwohl in ihren Satzungen markige Sinnbeschreibungen zu finden sind. Parteimitglieder und Kirchenaktivisten garantieren in den Sitzungen satzungsgemäß die überparteiliche und die überkonfessionsionelle Arbeit der Beiratstätigkeit. Wer hier nun einen Widerspruch wittert, sollte auf die Satzungstexte vertrauen. Es ist halt so und die Verfasser der Verfassungen glauben selbst daran. Dennoch fallen einige besonders engagierte Beiratsmitglieder immer wieder durch eigenmotivierte Einzelleistungen auf, die durchaus beachtenswert sind. Man könnte daraus noch mehr machen.

 

 

Leben und Sterben wie Betuchte

 

Wer sich Maintal freudig als neuen Lebensmittelpunkt aussucht, muss sich auf die Immobilienpreise, die Mieten und die laufenden Daseinskosten einstellen. Die Immobilienpreise legten in den letzten 10 Jahren bis zu 40% zu. Mit anderen Worten: Sich Maintal leisten zu können, um "da zu sein", hat seinen Preis. Im Speckgürtel des Rhein-Main-Gebietes liegen die Mieten 10% über dem gültigen Mietspiegel und meistens 30% höher als nur wenige Kilometer weiter. Von der Mietpreisbremse keine Spur! Wir sind ja hier in Maintal! Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Das Angebot regelt nun mal die Nachfrage. Immobiliengesellschaften sorgten rmit großzügiger kommunaler Unterstützung rechtzeitig für sich vor. Maintal befasst sich wegen dieser Schieflage gerade mit einer eigenen Immobiliengesellschaft, um irgendwann in der Lage zu sein, gegenzusteuern. Bis dahin gilt es für Bürger, tief in die Tasche zu greifen. Wer das locker verkraften kann, kann in Maintal ruhig und zufrieden leben und schlafen.

 

Arbeit ist in Maintal weniger zu finden, denn Maintal hat keine signifikanten großen Arbeitgeber wie andere Städte. Hier gibt es nur saubere Technologien, Handel und Dienstleistungen. Wer hier lebt, arbeitet wegen seiner Qualifikation vorwiegend in Frankfurt, Offenbach oder Hanau. Soweit zum Leben und Arbeiten.

 

Spätestens beim Sterben zeigt sich an den Friedhofsgebühren, dass es ein Privileg war, in Maintal gelebt zu haben. Dafür wird eine naturnahe Piatät geboten, bei der der Pflanzenwuchs auf natürlichem Weg niedrig gehalten oder sogar entsorgt wird, wenn Kenner einen für die Pflanzen günstigeren Platz entdecken.

 

Fazit

 

Solange man Maintal genießen kann, sollte man es tun. Die Lage und die Möglichkeiten zur Entspannung sind sehr gut. Auf das reduziert sich das Leben mit fortschreitendem Alter. Und das steht uns allen bevor.

 

In einer Welt, in der Berufstätige täglich mit dem unternehmerischen Zeitgeist und den von der Politik geschaffenen Beschäftigungsregelungen leben müssen, Arme täglich um ein Leben in Würde kämpfen und Reiche dabei auf sie herabsehen, viele Kinder in Armut die Markenschau der Kleidung und Ausstattung Besserverdienender ertragen müssen, Senioren sich nach einer neuen Bleibe umsehen müssen, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen können, etc., trifft man passendes in entsprechenden Wohnquartieren an. Man sollte also wohnen, wo es persönlich passt.

 

Auch in Maintal gibt es eine Tafel und Sozialleistungen, was die allgegenwärtigen Probleme unserer Gesellschaft verdeutlicht. Licht und Schatten wie überall! Um diese Welt dreht sich das, was auf diesen Webseiten zu lesen ist.

 

08.11.2017

 



Kleiner Bilderbogen 
Fotos: Roland Hahn




            

 

 

                  Erfahrungen im neuen Wohnumfeld

Jahreswechsel, Neuanfang, Umzug in ein neues Wohnumfeld, das sind Dinge, die gelegentlich zusammenkommen. Dann ist es interessant, wie sich Neubürger oder Ankommende im neuen Wohnumfeld einfügen. Hier liegen Erwartungen und Wirklichkeit bei Alt- und Neubürgern oft weit auseinander. Bei der Entscheidung zum Umzug spielten zunächst die Lage, Infrastruktur,  Internetanschluss, Immobilienpreise, Mieten, Umlagen, Gebühren und Abgaben die entscheidende Rolle. Nun rücken allerdings die zwischenmenschlichen Themen in den Fokus.

 

Beurteilte man bis zum Ein- oder Umzug im neuen Umfeld nur die Klingelschilder, Briefkästenzustände, Satelitenschüsseln, nicht oder unorthodox genutze Gemeinschaftsbereiche etc., um Rückschlüsse auf die Wohnkultur vor Ort zu ziehen, jetzt lernt man die Menschen der neuen Umgebung persönlich kennen und wie sie zu einem passen. Nicht immer ziehen sich Gegensätze an, wie der Volksmund gern behauptet. Soziale Integration ist nun gefragt.

 

Dazu muss man erst ergründen, ob man selbst über oder unter dem vor Ort anzutreffenden Niveau liegt. Ist das Niveau der meisten neuen Nachbarn deutlich unter dem eigenen Niveau, hat man die gleiche ungünstige Wahl getroffen, als wenn es umgekehrt ist. Die soziale Integration von unten kommend fällt schwer. Das wird man Zug um Zug feststellen. Die soziale Abwärtsintegration dagegen ist eine wahre Zumutung. Die radikale Lösung sind klare Spielregeln, an die sich alle halten müssen, obwohl sie normalen Menschen selbstverständlich erscheinen.

 

Einer der Gründe, warum Eigentumsobjekte so stark sozial durchmischt sind, ist die Emanzipation vom Mieter zum Eigentümer ohne die entsprechende Reife, die Eigentümer besitzen müssen, um Eigentum und Verantwortung gerecht zu werden. Es ist eine völlig falsche Annahme, dass man sich als Eigentümer anders als ein Mieter verhalten dürfe. Spätestens beim harmonischen Zusammenleben und der gegenseitigen Rücksichtnahme wird klar, wer welche Defizite besitzt.

 

Wer sich nicht wohl fühlt und sich nicht integrieren kann, dem bleibt nur ein erneuter Wechsel - am Besten ohne Nachbarn. Menschen mit einem Lebensstil, der Interessen Anderer nicht zulässt, wohnen meist in den neu gebauten identitätslosen Siedlungen im Schuhkastenstil ohne jede Nachbarschaftsbindung. Soziale Isolation als Lebensstil - wer's mag!?

 

Nach einiger Zeit wird klar, wie ruhig die neue Wohnlage wirklich ist. Wenn man sich damit vertraut gemacht hat, wie stark Geräusche des Verkehrs, des Leerens von Mülltonnen und Flaschencontainern, der Bahnline und der nahen Autobahn, des Nachbarn, der um 5 Uhr morgens mit seinem knatterden Motorroller auf die Arbeit fährt, der überall und allgegenwärtigen Laubsauger und die Glocken des nahen Kirchturms sind, er kann  seine Umzugsentscheidung besser einordnen.

 

Allen Neubürgern und lokal Umgezogenen kann man nur einen guten Start in einen neuen Lebensabschnitt wünschen, sowie, dass sich all ihre Erwartungen erfüllen. Das Gleiche gilt aber auch für Bürger, die im neuen Jahr neue Nachbarn bekommen.