Wahlspruch für das Jahr


         

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Grundgedanken zu dieser Seite

 
30.10.2017 Verwaltungsbeirat ist mehr!
Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e. V. und seine Landesverbände gaben eine Sonderpublikation unter dem Titel "Verwaltungsbeirat" heraus. Da der Beirat Teil der Verwaltung ist, betreffen ihn die gleichen Themen, wie den Verwalter. Folgerichtig überschrieb man einen interessanten Artikel mit "Verwaltung ist mehr als eine Vertrauenssache", denn am 23. Juni 2017 wurde das Gesetz zur Einführung von Berufsvoraussetzungen für gewerbliche Wohnimmobilienverwalter und Immobilienmakler im Bundestag und am 22. September 2017 im Bundesrat verabschiedet. Man war sich einig, dass eine Regelung notwendig war, denn der DDIV und der DMB (Deutscher Mieterbund) führten über Monate hinweg eine Statistik, die beachtliche Erkenntnisse brachte. Jährlich landen dem zufolge 300.000 zivilrechtliche Verfahren zu Wohnraummietsachen und zum Wohneigentum vor deutschen Amts- und Landgerichten. Die Verfahren dauern oft mehrere Jahre. Der DDIV entschloss sich zu einer Umfrage in der Branche, um allein die Höhe der Schäden aus unsachgemäßer Vorverwaltung zu ermitteln. Das Ergebnis war bei 400 Verwaltungsunternehmen erschütternd. >>>mehr
   
28.10.2017 Vorübergehend orientierungslos
Dem Vogel Strauß wird gern angedichtet, dass er den Kopf in den Sand steckt, wenn er für kurze Zeit der Realität entfliehen will. Das stimmt natürlich nicht, denn so ähnlich verhalten sich sinnbildlich nur Menschen. Einfach abtauchen, wenn man plötzlich orientierungslos ist, scheint deren Devise zu sein. "Irgendwer wird die Sache schon irgendwie regeln!?" Das kann sicher jeder verstehen, der bereits in ähnlicher Situation war. Allerdings trifft das nur auf wenige Personen zu. Personen, die wirklich eine führende Rolle wahrnehmen, wollen allzeit gut informiert, orientiert und kompetent sein, den Überblick behalten und so absolut nichts von der ihnen entgegengebrachten Autorität einbüßen. Diese Erkenntnis kommt bei Personen mit anderer Struktur manchmal leider zu spät, wenn sich die Dinge inzwischen ohne eigenes Handeln weiterentwickelten, weil sie in kritischen Situationen abtauchten. Sich nun plötzlich wieder ihrer Rolle und Aufgaben bewusst zu sein, wenn Andere ersatzweise bereits kompetent die Initiative ergriffen, ist völlig unangemessen. Selbst wenn es nur um die Kontrolle ginge, was da gerade passiert und damit kein erneuter Führungsanspruch gemeint wäre - dieser Zug ist abgefahren!  Nun helfen nur wirklich ehrenhafte Verhaltensweisen. >>>mehr
   
20.10.2017 Die Richtung muss stimmen
Nehmen wir mal an, es soll eine tragfähige Brücke gebaut werden, die nicht nur einige Tage halten und allen Anforderungen gerecht werden soll. So etwa lautet der Auftrag, den die Parteien haben, um jetzt eine neue Regierung zu bilden. Da ist es besonders wichtig, dass die Richtungen stimmen. Welche Probleme dabei auftreten, verdeutlicht nebenstehendes Bild. Es kann nicht zusammenpassen, was einfach nicht zusammen passt! Da hilft auch die Einschätzung nicht, man läge ganz dicht beieinander! Wenn man aufeinander zu geht, muss die Richtung stimmen. So richtig begriffen hat das so mancher nicht, der bisher eigene Wege ging und seine Absichten ohne funktionierende Anschlussstellen plante. Nun ist es müßig, Schuldige zu suchen, es sei denn, ein Teil der Strategen verließ nie den richtigen Weg. Dann ist es einfach, Fehlverhalten zuzuordnen. Der Weg, der sich auf nebenstehendem Bild abzeichnet, erfordert einen teilweisen Rückbau und einen Schwenk auf die richtige Richtung. Der Schwenk wird jedoch bis in alle Ewigkeit die Schikane markieren, die dumm und unbedacht erzeugt wurde. Sie wird Nachfolgende mahnen, wichtige Projekte mit Weitblick zu planen. >>>mehr
   
13.10.2017 Oportunismus und Repression
So mancher Konflikt beruht auf simplen Verhaltensweisen. Fakten und Gefühle werden miteinander verwoben. Der Widerstreit der Gefühle und deren Verlagerung auf breitere substanzielle Ebenen führen dann zu einem gefährlichen Konflikt. Eine dieser Verhaltensweisen beginnt mit dem Mobbing Einzelner. Nachdem ein Opfer gefunden ist, wird ergründet, welche Prinzipien, Meinungen, Vorgehensweisen und Wünsche das Opfer charakterisieren, um dann in gemeinsam genutzten Bereichen fortwährend genau das Gegenteil zu praktizieren. Der damit verbundene Lustgewinn scheint grenzenlos zu sein, denn eine Eskalationsstufe übertrifft die nächste. Es wird bewusst auf den offenen Konflikt hingearbeitet. Wer sich mit Gruppenstrukturen und ihren negativen Begleiterscheinungen befasst, kennt auch die passiven Verhaltensweisen Umstehender, die froh sind, selbst nicht betroffen zu sein. Es wäre bei solchen Verhaltensweisen eine große Geschlossenheit gegen Störer erforderlich. Das Opfer ist jedoch mit seinem Problem nahezu allein und es bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten. Es kann sich diesen Verhaltensweisen ergeben oder den Kampf gegen die Störer aufnehmen. Für Letzteres braucht man einen langen Atem und man darf in keinem Moment - auch nicht im Zorn - den rechten Pfad verlassen. Letztendlich wird damit den Störern die Basis entzogen und mit ihrem Scheitern marschieren sie in die Isolation. Damit ist ein Konflikt aber noch lang nicht gelöst, denn die Lust am Mobbing ist nur unterdrückt und weiterhin vorhanden. >>>mehr
    
02.10.2017 Wie löst man Konflikte?
Ein Leben ohne Konflikte ist heutzutage kaum mehr möglich. Im Berufsleben ist der Wettbewerb so hart, dass Konfliktlösungen sehr oft ausschließlich zum Problem der gefühlten Stärke werden. In der Politik und anderen Lebensbereichen ist das inzwischen nicht anders. So haben professionelle Konfliktlöser heute mangels gesundem Menschenverstand Konjunktur. Dabei bedienen sie sich eigentlich völlig normaler Gedankengänge, Strategien und davon abzuleitenden Vorgehensweisen. Wenn man diese kennt und sich intensiver damit auseinander setzt, kann man auch ohne deren Hilfe Konflikte lösen. Geht es aber um Empfindungen, Vermutungen und Unterstellungen, muss zunächst die exakte Faktenlage auf den Tisch. Entscheidend für eine gute Lösung ist immer die Faktenlage, die für den Konflikt sorgte. Dabei muss systematisch vorgegangen werden und es ist hilfreich, gemeinsam Spielregeln zu formulieren und diese während der Lösung des Konflikts zu beachten.  >>>mehr
   
27.09.2017 Rückwärtsgewandt nach vorn
Deutschland hat gewählt und der bisherigen GroKo eine klare Absage erteilt. Nun wird die Frage geklärt, an was die GriKo krankte und der bayerische Wurmfortsatz der CDU rückt dabei in den Fokus. Es ist in erster Linie die CSU, die vieles in der GroKo lähmte und Angela Merkel zu einer Regierungspolitik zwang, bei der sie auf den kranken Blinddarm ihres Bündnisses Rücksicht nehmen musste. In der Zusammenarbeit zwischen CDU und SPD brummte der Regierungsapparat, wenn kein bayerischer Sand ins Getrieb geworfen wurde. Mitgehangen - mitgefangen, so heißt es im Volksmund und die SPD musste die Rechnung dieser Politik mitzahlen. Nun endlich ist klar, dass nur eine starke Opposition wieder zu alter Stärke führen kann. Die SPD hat schließlich noch die Fehler aus der Ära Schröder aufzuarbeiten, von der allerdings alle anderen Parteien, Wirtschaft und Finanzen bis heute profitieren, ohne dafür etwas getan zu haben, was noch drastischer gewesen wäre. Die Ära Rot/Grün korrigierte damals im Eindruck der Wirtschaftskrise einfach zu massiv, wie wir heute wissen. Das führte dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinander ging, Kinder- und Altersarmut auf einem Höchststand sind und die Arbeitslosenzahlen wegen den unbefriedigenden Beschäftigungsverhältnissen statistisch so verbogen dargestellt werden können, als seien sie sensationell herunter gegangen. Es wäre an der Zeit, dass SPD und Grüne gemeinsam die Stellschrauben wieder auf das richtige Maß zurückdrehen. Die Wahlergebnisse lassen es nicht zu.  >>>mehr
    
22.09.2017 Wohneigentümer aufgepasst!
Immobilien, die von mehreren Eigentümern bewohnt werden, sollten von professionellen Immobilienverwaltern verwaltet werden. Wie findet man aber einen fähigen Verwalter, der sein Handwerk sehr gut ausübt? Oft folgt man Empfehlungen, die kompetente und vertrauenswürdige Personen aussprechen. Doch das schützt nicht immer vor einem Griff ins Klo, um es mal rustikal auszudrücken. Wer an einen Verwalter gerät, wie man ihn sich wünscht, wird Gott sei Dank nie enttäuscht werden. Es ist jedoch ratsam, sich mal mit Problemen zu befassen, damit man weiß, auf was man achten muss. Den nicht so passenden Verwalter erkennt man bereits, wenn er eine Immobilie besichtigt, die er demnächst verwalten soll. Sein Kennerblick erfasst Sanierungsbedarf, für den er ein passendes Handwerker-Netzwerk (so heißt das in der Fachsprache) bereit hält. Auch einen anderen Hausmeister, einen Reinigungsdienst, eine passende Aufzugswartung, Wartung der Feuerlöscher, der Heizung, andere Versicherungen etc. hat er im Repertoir. Eine Immobilie ist für ihn wie ein Wirtstier. Die reinen Kosten für die Verwaltung lassen sich locker aufbessern, wenn er auf eine zu seinen Absichten passende Eigentümergemeinschaft trifft. Die Kosten für die reine Verwaltungsleistung ist dann nur der Eintrittspreis. Freundliches, gar nettes Auftreten begünstigt es, zu überzeugen. Hat sich der nette Verwalter jedoch beim Beirat verkalkuliert, stehen massive Probleme ins Haus. >>>mehr
  
13.09.2017 Alles klar?
Der Wahlkampf nähert sich seinem Ende und die SPD scheint keine Chance mehr zu haben, ein Regierungsbündnis unter eigener Führung zu erreichen. Dennoch ist rein rechnerisch noch alles möglich, wenn die noch Unentschlossenen völlig unerwartet wählen und die bisherigen Nichtwähler ihren Entschluss überdenken würden. Letzteres halte ich für äußerst unwahrscheinlich, denn entschlossene Verweigerung hat gute Gründe. Wenn die Glaubwürdigkeit verloren ging und man selbst denen nicht mehr vertraut, die man einmal für ehrenhaft hielt, wendet man sich ab und zieht einen Strich darunter. Auch die Information, wählen sei doch im Sinne der Demokratie eine Pflicht, hilft nicht, wenn man sich dieser Demokratie nicht mehr verpflichtet fühlt. Da Politik inzwischen zu einem Regelkreis verkommen ist, in dem sich viele fragwürdige Karrieristen und Lobbyisten im eigenen Interesse tummeln, ist der Ruf nahezu der gesamten Politik mieserabel. Wer sich im Wahlkampf nur auf die Spitzenkandidaten konzentriert, sollte die Mannschaft und die Klientel nicht vergessen, die dahinter steht. Genau die regieren später unser Land in ihrem Geist. Es ist deshalb ratsam, sich die gesamte Wundertüte einer Partei anzuschauen und auf widersprüchliche Aussagen in deren Reihen zu achten. >>>mehr
    
31.08.2017 Wenn nicht jetzt, wann dann!?
Eigentlich ist die Lage ganz einfach zu erklären. Die rot/grüne Koalition schuf vor einigen Jahren mitten in einer Wirtschaftskrise mit höchstumstrittenen Entscheidungen genau den Grundstein für unsere heutige gute wirtschafliche Lage. Gleichzeitig gab es schwere soziale und arbeitsrechtliche Einschnitte, wegen denen sich die Gewerkschaften von der SPD abwandten. Die Kinder- und die Altersarmut stiegen rasant an, die Zahl der befristeten Arbeitverhältnisse verdreifachte sich, die Minijobs tragen nicht mehr zum Aufbau einer lebenswerten Rente bei und vieles mehr verschlechterte sich. Das Volk teilt sich immer stärker in Arm und Reich, wobei der Reichtum auf der Armut der Vergessenen aufbaut. Hinzu kommt die ruinöse Geldpolitik der EZB, bei der die Sparer der BRD über ihre fehlenden Kapitalerträge die Entschuldung der südlichen europäischen Länder bezahlen. Letztendlich sollen wir sogar bis 67 und länger arbeiten, obwohl die Menschen im europäischen Ausland bereits mit 50 oder 55 Jahren in Rente gehen und teilweise höhere Renten beziehen, als Menschen die 45 Jahre gearbeitet haben. Es wäre jetzt angebracht, dass wir auf dem Höhepunkt unserer nationalen Wirtschaftkraft genau die Parteien wählen, die dafür den Grundstein legten, damit sie selbst viele Maßnahmen der neuen Situation anpassen. Schleißlich waren die Maßnahmen aus der Not geboren. Nun ist diese wirtschaftliche Not beseitigt, so sollten auch die Maßnahmen wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. >>>mehr
    
24.08.2017 Realist bleiben
Vor jeder Wahl erleben wir stets die gleiche Situation. Wir sollen uns Gedanken machen, welchen Politikern wir vertrauen. Auch 4 Wochen vor der Wahl ist die Hälfte der Wähler noch unentschlossen und ein großer Teil von ihnen wird den Wahlurnen fern bleiben. Es wäre jedoch zu einfach, hierfür den Wählern die Schuld zu geben. Die Ursachen liegen eindeutig im Feld der Politiker und denen, die Politiker für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Letzteren geht es nicht um "die Politik", sondern nur um ihren eigenen Vorteil. Als Parteispenden getarnt und per Gesetz legitimiert handelt es sich bei Zuwendungen an die Parteien schlicht um Korruption, wenn dafür bestimmte Verhaltensweisen erwartet werden. Der Eine zahlt und der Andere liefert - so einfach ist das! Den verstorbenen Altbundeskanzler Kohl kostete der Umgang mit solchen Zahlungen seinen guten Ruf. Andere Politiker verschwanden sogar ganz vom Bildschirm. Interessant sind die Maskeraden, unter denen die Parteien und Wahlalternativen daher kommen, um erfolgreich zu sein. Da wird dem Wahlvolk im Wahlkampf wirklich was geboten. Leider vielfach nur immer wieder das, was die Meinung der wirklichen Wähler nur bestärkt. Anhänger werden mit dem bedient, was sie hören wollen und Gegner bauen dabei ihr Schutzschild gegen diese Sprüche weiter auf. Es fehlt gewaltig an Glaubwürdigkeit. Nicht grundlos genießt der Berufspolitiker den zweitschlechtesten Ruf aller, die Vertrauen für ihr Geschäft brauchen. Die Wahl heißt oftmals Pest oder Cholera. >>> mehr
   
19.08.2017 Es geht um die Wurst
Fünf Wochen bleiben den Bürgern noch, um sich eine Meinung zu bilden oder sie zu festigen, um ihr Kreuz an die Stelle zu setzen, die sie persönlich für richtig halten. Die momentan aussichtsreichste Partei, die unsere neue Regierung anführen könnte, ist die CDU. Das ist zunächst unerklärlich, wenn man sich das Kabinett mal genauer ansieht. Keine einzige Person von CDU und CSU überzeugt wirklich. Sie besitzen ihre hoch dotierten Posten von Angelas Gnaden. So krautern die CSU-Haflinger munter drauf los, werden immer wieder zurück gepfiffen, Ost-Restbestände zelebrieren Unvermögen und Ratlosigkeit, die Kettenhunde der Kanzlerin sind nur noch für die Distanz zuständig, die sich die Kanzlerin zu Themen und Volk gönnt, die Vertreterinnen der Frauenquote mühen sich ab und die Spitzenkraft unter ihnen befehligt das Militär. Und wo sind die Anderen, die wir gewählt haben? Sieht man sich Bundestagsdebatten an, so sind zwei Drittel der Plätze leer, oftmals nahezu 90 Prozent? Genau die, die irgendwo anders sind,  sollen wir aber wählen und zu Kanzlermachern küren. Angela Merkel ist international mit ihrem beredten Schweigen eine Lichtgestalt. Sie schweigt mit mehr Niveau, als Donald Trump mit Tausend Worten vermitteln kann. Sie hat zwar für Vieles auch keine Lösung, die sie durchsetzen könnte, man hört ihr allerdings interessiert zu, wenn sie was sagt. Das wird die Wahl bestimmen. Damit kauft man sich aber auch den ganzen Rest der Truppe ein. >>>mehr
   
06.08.2017 Verständnisvolles
Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Sie nicht richtig verstanden werden, obwohl Sie sich klar und deutlich ausdrücken und keine Zweifel daran lassen, was Sie für richtig halten? Dann liegt das zweifelsfrei an Ihnen, denn Sie bewegen sich in der falschen Gesellschaft und nehmen Dinge ernst, über denen Sie eigentlich stehen sollten. Manchmal kann man sich die Gesellschaft, in der man lebt, aber nicht aussuchen. Entweder war man etwas früher Teil der Gesellschaft und hat nun Probleme mit denen, die nachher hinzu kamen oder man hat andere Teile der Gesellschaft bisher falsch eingeschätzt. Das Resultat ist allerdings das gleiche. Es ist nun die Frage, wie Sie das Beste daraus machen. Zunächst kann bei der Verständigung  angesetzt werden. Aber Vorsicht: Nicht jeder Teilnehmer eines Gesprächs hat die gleichen Voraussetzungen und Informationen, die Ihnen absolut geläufig sind. Hier müsste man zunächst erst einmal den Information- und Wissensstand der Gesprächsteilnehmer ergründen. Das kann jedoch als ehrenrührig empfunden werden, nach dem Motto "Ich bin doch nicht blöd!" Und wer will schon für blöd gehalten werden!?   >>>mehr
    
22.07.2017 Ticken - aber richtig
Umgangssprachlich hört man immer wieder die Frage: "Wie tickt denn der?" In dieser Formulierung wird zum Ausdruck gebracht, dass sich Menschen nicht im Gleichklang mit Normen der Gesellschaft befinden, also deren Regeln und ethische Grundsätze nicht befolgen. Im Grund genommen fällt der Satz stets dann, wenn eine Erwartungshaltung nicht erfüllt wird. In einem Umfeld, in dem gleich mehrere Personen "nicht richtig ticken", kann das ein gewaltiges Chaos auslösen. Deshalb wäre es gut, wenn jeder nur auf seine Art "tickt" und man kollektives Ticken vermeiden würde. Selten wird bedacht, dass Verhaltensweisen auch medizinische Ursachen haben können und vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden. Folgt man Menschen kollektiv, die solche Störungen haben, obwohl man selbst diese Störungen nicht hat, sitzt man Irreführungen auf, die meist schwere Folgen haben. Im schlimmsten Fall badet man das Problem desjenigen aus, dem man gerade folgt. Deshalb ist es wichtig, dass man selbst richtig tickt und sich nicht fortwährend ein X für ein U vormachen lässt. >>>mehr
    
09.07.2017 Verhältnismäßigkeit der Mittel
In allen Bereichen des Lebens werden immer wieder rote Linien überschritten. Das wirft die Frage auf, ob wir zu viele rote Linien aufgebaut haben und diese deshalb nicht mehr akzeptiert werden. Rote Linien sollen jedoch zeigen: "Bis hierher und nicht weiter!" Wer eine rote Linie zieht, muss sich heute dafür rechtfertigen. Die Berechtigung besteht auf jeden Fall, wenn damit eine Gefahr abgewehrt wird oder allgemeingültige Normen verletzt werden. Auch wenn gültige Vereinbarungen nicht eingehalten werden oder über gewisse Grenzen hinaus ausgelegt werden, ist eine Intervention angebracht. Wenn notwendig, muss diese auch sehr deutlich ausfallen. Oberstes Gebot für das Beilegen von Situationen, die aus dem Ruder laufen, ist die Beachtung der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Wird eine Intervention sofort verstanden und unterbleiben die beanstandeten Handlungen unverzüglich, kommt ein ernstes Problem gar nicht auf. Werden jedoch die Handlungen fortgesetzt, steht die Frage im Raum, welche Mittel man einsetzt, um endlich eine Änderung herbei zu führen. In der großen Politik entstehen dabei gelegentlich Kriege, die aus dem Ruder laufen. In kleinen Regelkreisen kommen gewachsene Beziehungen ins Wanken. Bei großen oder kleinen Problemen ist die Systematik der Eskalation allerdings gleich: Jede Seite verstärkt den Druck und erschwert die Rückkehr zur Vernunft. Vernunft und Verhältnismäßigkeit sind aber der Schlüssel zum Erfolg. >>>mehr
    
29.06.2017 Ehe für Alles
Die Politik ist momentan außer Rand und Band, weil die Parteien nicht mit dem Thema "Ehe für Alle" in den Endwahlkampf zur Bundestagswahl ziehen wollen. Deswegen wurde in dieser Woche die Entscheidung für die "Homo-Ehe" im Bundestag gefällt. Parteienübergreifend scheinen die aktiv-toleranten Allesversteher in der Mehrzahl zu sein. Auch am Rednerpult wurde deutlich, wie stark unsere Gesellschaft bereits von Schwulen und Lesben durchsetzt ist. In dieser Frage ist die Nation gespalten. Die Entwertung der Ehe schreitet damit weiter voran. Das, was bisher im Gesetz steht (Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen), hat allerdings schon lang keinen Bestand mehr in der Bevölkerung, denn das Heiraten schloss Irrtümer noch nie aus, galt unter Menschen mit Prinzipien aber als ernsthafter Prüfstein für die Bindung bei der Erlangung weitgehender Sicherheit. Sie galt als abgesicherte Basis der Familiengründung. Heute erleben wir in vielen Fällen eher die Konfektions- oder Probier-Ehe. Das soll jetzt auch auf andere Arten der Partnerschaft übergreifen. Mit der Änderung des Gesetzestextes in "Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen" bleibt primär alles wie zuvor, sekundär werden aber die schwulen und lesbischen Partnerschaften mit Ehepartnern mit Fortpflanzungspotenzial gleichgestellt. Die Ehe für Alle wird damit ein Werkzeug für Alles und für Jeden und zu einer absurden Zeiterscheinung ohne jeden bevölkerungspolitischen Sinn.  >>>mehr
    
21.06.2017 Gestorben, aber nicht tot
Unser langjähriger Bundeskanzler Helmut Kohl ist verstorben, jedoch noch lange noch nicht tot. Dafür sorgte er zu Lebzeiten selbst und lenkt nun sogar noch sein Gedenken, sein Vermächtnis und die Meinung, die sich über ihn während der Jahre seines Wirkens und bei seinem politischen Abgang bildete. Es entsprach seinem Wesen, die Welt ohne Grauzone in Freunde und Feinde einzuteilen. Er selbst entschied darüber und handelte danach. So ordnete er das Szenario seines Wirkens nach eigenem Gusto, was sich bis in seine Biografie hinein fortsetzte. Echte Versöhnung auch über den Tod hinaus kannte er nicht, es sei denn, eine Versöhnung war von ihm selbst inszeniert, wie damals in Verdun, als es galt, zusammen mit Mitterand mit einer einfachen Geste Geschichte zu schreiben. Dass diese Geste zur Strategie seines vereinten Europas gehörte, genauso wie die Opferung der D-Mark, darf auch heute noch so gesehen werden. Doch gerade dafür wird man ihn bei einem Europäischen Staatsakt speziell noch einmal ehren. Man wird ihn für die finale Begleitung der Wiedervereinigung ehren, die zweifellos eine wichtige Angelegenheit war, wie für den 2 + 4-Vertrag, unseren Ersatz-Friedensvertrag. Für Kohl war das eine Leistung, die er von sich selbst erwartete, als sich plötzlich dazu die Gelegenheit bot. Dies mit einer geschichtlichen Großtat zu verknüpfen, entsprach der Art, wie er seine Leistungen verkaufte. Einen Deutschen Staatsakt lehnte er ab, weil dabei ehemalige politische Feinde zu Wort gekommen wären. Es wird seine Meinung gewesen sein, sie hätten es nicht verdient, ihn zu ehren. Belohnung und Bestrafung gehörten stets zu seinem politischen Repertoir. So war auch sein Verständnis zur Loyalität. Er brach sogar Gesetze, um namhafte Parteispender zu schützen, weil er sich ihnen gegenüber im Wort fühlte. Sie sollten dadurch ungestört aus den neuen Bundesländern "blühende Landschaften machen". Das und seine  immer halsstarrigere Art leitete letztdendlich sein politisches Ende ein. >>>mehr
   
13.06.2017 Placebo Seniorenbeirat
Mancher Senior wird es gar nicht glauben, aber es gibt doch tatsächlich Seniorenvertretungen, also Organisationen, die Interessen von Senioren vertreten. In Maintal soll seit 25 Jahren  der Seniorenbeirat diese Aufgabe erfüllen, doch er wird kaum wahrgenommen, was auch an der altersbedingten Fluktuation liegen kann. Immer wieder suchen Mitglieder des Maintaler Seniorenbeirats erfolglos die Gründe bei sich. Vielleicht ist die Zusammensetzung des Gremiums einer der Hauptgründe für den mäßigen Erfolg. Dieses wird nämlich nicht gewählt, sondern vom Magistrat aus dem Maintaler Sozialproporz berufen und über Sitzungsgelder quasi bezahlt. Wer bezahlt, bestimmt natürlich auch, wie bei den anderen Maintaler Beiräten. Maintal schmückt sich mit Beiräten, um sich damit den Anstrich einer modern ausgerichteten Kommune zu geben. Der Seniorenbeirat fällt dabei wahrscheinlich unter die Rubrik der Seniorenbespaßung. Aktiven Senioren und Machern ist das ein Dorn im Auge, ja es wertet ihre Arbeit geradezu ab. Noch besteht die Hoffnung, dass Maintals Senioren irgendwann eine kämpferische Vertretung bekommen, wenn bei der Verwaltung und den Gremien die Angst vor Flaschengeistern bewältigt sein sollte. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. >>>mehr
       
01.06.2017 TRUMP und die Demokratien
Wahlen mit Wahlsiegern ohne absolute Mehrheiten sind seit einigen Jahren ein Problem, denn die Vielfalt der politischen Strömungen führt auf dem Koalitionsweg zu Konstellationen, in denen wichtige Positionen ausgehandelt und verwässert werden. Politik ist in Demokratien schon lang ein Tauschgeschäft der Interessen. Sicherlich werden in diesen Demokratien einige Richtungen damit auch positiv verändert. Unter dem Strich können die Koalitionäre aber nie das liefern, was sie vor der Wahl versprachen. In der Demokratie der USA ist das ganz  anders. Das liegt am Wahlmodus. Trump kann das, was er allein für richtig hält, in gewissem Rahmen gegen die ganze Nation und den Rest der Welt durchsetzen! Doch zurück zum Rest der Welt. Kleinere Koalitionäre werden in fortschrittlichen Demokratien vom größeren Partner mitunter  inhaltlich völlig ausgesaugt, wie man bei uns eindrucksvoll beobachten konnte. Selbst eine als entscheidungsschwach eingestufte Minderheitsregierung leistet da der Demokratie indirekt stärkere Dienste als satte Mehrheiten oder eine Einparteienherrschaft. Da Ausschüsse paritätisch besetzt sind, wirkt eine starke Opposition bis in alle Bereiche und die Parteien behalten ihre Trennschärfe, die in einer großen Koalition weitestgehend verloren geht. Die Demokratie funktioniert optimaler. Die USA und deren Demokratie stehen momentan auf dem Prüfstand, denn der Präsident lotet die Stärke der Demokratie rigoros aus. Nicht nur in den USA selbst sind die Menschen gespannt, was diese Demokratie wirklich aushält. Die Machtfülle, mit der ein Präsident ausgestattet ist, verlangt Augenmaß und Verantwortungsgefühl, Eigenschaften, die bei Trump beim besten Willen nicht zu erkennen sind. So segeln die westlichen Demokratien momentan aneinander vorbei, als wären sie auf unterschiedlichen Ozeanen unterwegs, um das transatlantische Verhältnis zu suchen.  >>>mehr
   
14.05.2017 Fragwürdige Siegesparaden
Nun ist es passiert! Die SPD verlor das größte Bundesland und die CDU fühlt sich in Richtung Bundestagswahl obenauf. Der CDU-Generalsekretär gibt sich siegessicher und die FDP feixt wegen ihres starken prozentualen Ergebnisses. Nüchtern betrachtet hat jedoch keine der siegreichen Parteien Stimmen bekommen, weil die Wähler von deren Leistungen überzeugt wären. Sie haben von der höheren Wahlbeteiligung und davon profitiert, dass die Wähler den in NRW regierenden Parteien einen Denkzettel geben und verhindern wollten, dass die AfD zu sehr erstarkt. Die Konsequenz war, ihre Stimmen diesmal anderen Parteien zu geben. Drei hintereinander abgestrafte Landesregierungen könnten jetzt die Abstraflust der Wähler befriedigt haben. Viele der bei der NRW-Wahl abhanden gekommene Wähler könnten zudem ein Zeichen an die Bundes-SPD gegeben haben, dass nach starken Worten nun auch starke Taten folgen müssen, um die Wählergunst wiederherzustellen. Wahlergebnisse sind selten der Ausdruck von Stärke der Wahlgewinner, eher - wie in NRW -  der Schwäche der amtierenden Regierungen. >>>mehr
   
12.05.2017 Schon entzaubert?
Martin Schulz könnte am Wochenende, also nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen, noch einmal so betröppelt vor die Kameras treten, wie nach der Wahl in Schleswig-Holstein und damit weiteren Boden in der Wählergunst verlieren. Natürlich sind die Ergebnisse kleiner Flächenstaaten eher mit lokalen Themen befrachtet. Wie anders wäre das Ergebnis der Grünen und der FDP sowie der Einbruch der SPD in Schleswig-Holstein zu erklären!? Es zeigt aber auch, dass echter Schwung junger Wähler und das Erscheinungsbild sowie das Auftreten des Martin Schulz als zusätzliches Signal nicht so recht zusammenpassen. Das kann im Bund ganz anders aussehen. Dazu müsste Martin Schulz jedoch endlich mal was reißen, mal starke Zeichen setzen. Das mit der Hoffnung auf Wandel braucht Energie, nicht nur die Aussicht auf das Umdrehen von alten sozialdemokratischen Dominosteinen, die falsch liegen. Vielleicht ist ja auch das Timing falsch. Die Bedeutung von Schulz aus seiner Europa-Zeit verblasst zunehmend, während Angela Merkel im Zeichen weltweiter Spannungen immer stärker zum Hoffnungsträger wird. Merkel in dieser Situation per Wahl aus ihrem Amt zu befördern, könnte immer stärker als Fehler mit weltweiter Auswirkung empfunden werden. Ihre heimliche bis unheimliche Art des Aussitzens und gleichzeitige unauffällige Machtausübung stilisiert sie immer wieder zur Trumpfkarte hoch, während sie Politker ihres direkten Machtbereichs verschleißt. Sie wirkt wie die berühmte Kreuzspinne im Netz. Dagegen hat Schulz nichts zu bieten!  >>>mehr
   
07.05.2017 Kriegshandwerk im Fokus
Im Rahmen der jüngsten Ereignisse in der Bundeswehr grabe ich gerade wieder meine Erinnerungen und Erfahrungen mit dem Wehrdienst aus den Jahren 1966/67 aus und vergleiche sie mit dem, was sich heute mancherorts abspielt. Sicher ist die Situation und der Auftrag der Bundeswehr heute nicht mehr mit dem der damaligen Zeit vergleichbar, doch gerade die sichtbaren Unterschiede sind es, die den heutigen kritikwürdigen Zustand der Bundeswehr noch deutlicher erscheinen lassen. Nur 10 Jahre nach Kriegsende und dem Wunsch eines ganzen Volkes, nie wieder zu Waffen zu greifen, führte die damalige Regierung 1955 im Rahmen des Ost/West-Konfliktes gegen großen Widerstand in der Bevölkerung die Bundeswehr ein und gab ihr den Auftrag der Landesverteidigung. Die DDR bildete als Gegenpol daraufhin 1956 die NVA. Es standen sich auf Wunsch der Alliierten beide Deutschen Nachkriegsstaaten an der innerdeutschen Grenze bzw. dem "Eisernen Vorhang" direkt gegenüber, um sich im Ernstfall gegenseitig zuerst zu vernichten. Die Beurteilung dieser perfiden Art von bündnisgeprägter "Freundschaft", die viele Jahre in beiden Teilen Deutschlands mit ihren Siegermächten gefeiert wurde, überlasse ich meinen Lesern. Heute übt die Bundeswehr das Kriegshandwerk weltweit mit Zeitsoldaten aus und "verteidigt Deutschland" in Somalia, am Hindukusch und anderen Orten der ganzen Welt. >>>mehr
   
02.05.2017 Trauerspiel
Seit einem Jahr komme ich nun bereits (fast) ohne den Maintal TAGESANZEIGER aus.  Wenn die Todesanzeigen und die Trauerinformationen nicht wären, ginge es sogar gänzlich ohne das Lokalblatt. Dennoch muss ich feststellen, dass viele Maintaler noch immer auf redaktionell unabhängige Informationen unserer Lokalzeitung setzen und ihnen die Standardberieselung über kostenlose Wochenzeitungen, Anzeigenblätter und das Internet nicht genügt. Sie wollen Früchte handwerklich redaktioneller Arbeit lesen und sich eine unabhängige Meinung bilden. Und weil das erfahrene Presseleute wissen, packt sie manchmal beruflicher Ehrgeiz und sie stellen unbequeme Fragen, die sich bei ihrer Arbeit aufdrängen. So geben sie Politikern und Amtsinhabern am Jahresanfang die Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Sichten auf das kommende Jahr darzulegen, vor Wahlen Botschaften ans Wahlvolk zu senden oder nach Parlamentssitzungen all denen eine Plattform zu bieten, die den Maintalern klar machen wollen, was sie hätten sagen sollen oder wie sie dieses oder jenes gemeint haben wollen. Werden ihnen allerdings konkrete Fragen gestellt, die qualifizierte Antworten erfordern, sind sie sprachlos und das Lokalblatt hat nichts zu berichten. Oder doch? >>>mehr
    
01.05.2017 Krieg der Welten
Eine sehr unangenehme Zeiterscheinung ist das Bewusstsein, seine Feinde genau zu kennen, aber sich seiner Freunde nicht ganz sicher zu sein. Leider leisten sich dieses Bewusstsein nicht nur Menschen, die nicht anders empfinden können, sondern sie geben ihre Ansichten auch noch an Mitmenschen weiter, die solches noch gar nicht verspürten. Das wirft die Frage auf, was wirklich normal ist und was wir warum als normal ermpfinden sollen. Die großen Nationen dieser Welt sitzen auf einem riesigen atomaren Waffenarsenal und haben es auf ihr weltweites Netz an Stützpunkten verteilt oder befahren damit pausenlos die Weltmeere. "Keine Ratte würde Rattengift erfinden und darauf leben", meinte einst ein bekannter Kabarettist, dem sich der Sinn dieser Konfliktstrategie nicht erschloss. Es ist halt der Krieg der unterschiedlichen Welten, in denen wir leben. Gern wird das mit Politik oder Überlebensphilosophie erklärt. Wenn man seinen Feind genau kenne, könne man zu den richtigen Waffen greifen, um ihn zu besiegen, so die weitverreitete Ansicht. Momentan versucht Nordkorea, eine atomare Macht zu werden, wie so viele andere - uns allerdings wohlgesonnene - Nationen. Was macht den Unterschied? Genau! - Wir wissen, wer Freud und Feind ist, weil es uns andere Personen sagen. Die Frage ist angebracht, ob wir uns darauf verlassen können. >>>mehr
  
         "Da drüben ist Feindesland!"
11.04.2017 Dekradiert
CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber wurde einst als Geheimwaffe der Kanzlerin ins Amt gehievt, weil er rigoros in der Wahl seiner Mittel vorgeht, mit denen er seine Gesinnung umsetzt. Einst zog er mit dem bereits verstorbenen Philipp Mißfelder durch die Lande, um Senioren das Recht auf künstliche Hüftgelenke abzusprechen und erzeugte damit und anderen Aktionen das für seine Karriere so wichtige Aufsehen. Mit Praktiken zur Diskreditierung von unliebsamen Parteikonkurrenten machte er sich einen Namen. Der Ideale Mann für Drecksarbeit, die in allen Führungsebenen anfällt. Nun wurde der eloquente Politiker mit dem Hang zu modernen Medien auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn die alles bestimmende Kanzlerin fürchtet um ihre Wiederwahl. Möglicherweise traut sie ihrem Generalsekretär nicht mehr so ganz über den Weg. Zumindest traut sie Peter Altmeyer in Wahlkampfdingen wesentlich mehr zu. Eine bittere Pille für Tauber, der nun einen Wahlkampf von Tür zu Tür führen will, wie ein Provinzpolitiker und nicht wie ein Generalsekretär, der eigentlich in der Strategie zuhause sein sollte. Strategie wird jedoch oft mit Machenschaften verwechselt, die Tauber perfekt liegen. Eines steht fest: Der Mann will noch weiter nach oben. Sein Netzwerk selbst geförderter Parteimitglieder wuchs stetig und er verstand es, sich selbst ins Gesamtgebilde gut einzubinden. Ehemalige Steigbügelhalter gerieten bei ihm schnell ins Vergessen. Das missfällt vielen Parteigenossen, die sich nun genüsslich freuen, dass er jetzt kleinere Brötchen backen muss. >>>mehr
   
30.03.2017 Maintaler Interessenkonflikte
Maintal ist auf dem Bausektor seit vielen Jahren ein Schlaraffenland für Investoren. Nirgendwo kann man leichter machen, was man will, wenn man erst einmal im Geschäft ist. Deren Geschäftsmodelle und Strategien zielen auf die größtmögliche Verdichtung von Flächen und Gewinnmaximierung ohne wirkliche Rücksicht auf die Stadtentwicklung ab. Sie spendieren der Stadt kostenfrei den zum Projekt passend geänderten Bebauungsplan, so dass der Rest nur noch abgenickt zu werden braucht. Nach der Devise "wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter" wird übergreifend Konsens der Franktionen vereinbart, wenn es zu tauschende Interessen gibt. So fällt für jeden ein Zugeständnis ab und die Sache kann laufen. So ungefähr laufen alle Planungen und sie bewegen sich sehr oft exakt am Rand  der Zumutbarkeiten. Weder die Kommunalpolitik noch der Magistrat setzen dem Gemeinwohl dienende Regeln konsequent um. Die vielen Sünden auf diesem Gebiet sind im gesamten Stadtgebiet zu sehen. Siedlungen, die wie Wagenburgen abgeschottet sind, Ortskerne, die mit beliebiger Architektur vollgepflastert sind und keine interessante urbane Note besitzen, aufgestockte und komprimierte Siedlungen mit strategischem Leerstand bei knappem bezahlbarem Wohnraum und viels mehr. Diese Sünden waren den Kommunalpolitikern bewusst. Vor der letzten Bürgermeisterwahl nahm sie die Gründung eines kommunalen Unternehmens für die bauliche Gestaltung Maintals ins Visier. Investoren und Interessengruppen scharten sich sofort um die parteilose Bürgermeisterkandidatin, wahrscheinlich, um weiterhin auf die Fortführung der bisherigen Investorenpolitik Einfluss zu nehmen. Als keiner der Parteien-Kandidaten die Wahl gewann, stand sofort das kommunale Immobilienunternehmen auf der Agenda. Wie einfach Einigkeit sein kann, wenn damit auch noch personelle Chancen verknüpft sind, war verblüffend. Nun ist der Kampf der Interessengruppen entbrannt. >>>mehr
   
27.03.2017

Das Übel "große Koalition"

So langsam muss man sich fragen, wie unsinnig in Parlamenten große Koalitionen sind, wenn sie politischen Richtungen Substanz nehmen und vor Wahlen als Fessel fungieren. Der Generalsekretär der CDU Volker Kauder löste in der Talk-Runde bei Anne Will mit seinen diesbezüglichen Ansichten bei vielen Wählern einen wahren Brechreiz aus. Er bestand penetrant und mit Häme auf der Einhaltung des Koalitionsvertrags bis zur letzten Minute, um Trennschärfe aus dem Wahlkampf herauszunehmen, muss aber den Koalitionspartner CSU auf Abwegen während der gesamten Legislaturperiode immer wieder einfangen. Eine Union, die keine ist, will die SPD anketten. Wenn damit CDU, CSU und SPD auf ein "weiter so" eingeschworen werden sollen, weil der CDU inzwischen alle Alternativen für Regierungskonstellationen verloren gingen, bräuchte man gar nicht mehr zur Wahl zu gehen. Politik geht jedoch anders. Der Schulz-Effekt ist der beste Beweis dafür, dass viele Wähler nicht mehr wollen, dass Parteien wegen des Wahlergebnisses in Zwangs-Regierungsverantwortung abgenutzt und aufgerieben werden. Sie wollen Trennschärfe und Verlässlichkeit, sicher auch eine Mischung von Interessen, die zusammenpassen und nicht trennen. Für die in Regierungsposten verantwortlich eingebundenen Politiker ist das Handeln entsprechend der vielen ausgehandelten Kompromisse eine schwierige Sache, wenn gleichzeitig vermittelt werden muss, für was man eigentlich steht. Da kommt ein Schulz, der weder den Koalitionsvertrag mitverhandelte, noch im Kabinett ist, gerade zur rechten Zeit. Er kann frei von der Leber weg sagen, was mit einer reinen SPD-Politik zu erwarten wäre. >>>mehr

 

 
25.03.2017

Schönes Gefühl

Irgendwie ist es ein schönes Gefühl, wenn man sich mit Menschen unterhält, die locker, fair, aufrichtig und anregend sind. Kommen noch Anmut, Charme und Esprit, gepaart mit Intelligenz - den Waffen faszinierender Frauen hinzu, gibt es keine Probleme, die man zu lösen hätte. Harmonie, die sich einstellt, führt zueinander - ein schönes Gefühl!

Leider begegnen wir viel zu oft Menschen, die das genaue Gegenteil verkörpern. Sie sind verkrampft, unfair, absolut unaufrichtig und im negativen Sinn aufregend. Man könnte meinen, sie suchten einen Lustgewinn durch destruktives Verhalten. Solche Menschen finden sich in Gemeinschaften sehr schnell am Ende der Kette, selbst wenn sie sich bei Gutgläubigen scheinsüß einzuschmeicheln versuchen. Was müssen solche Menschen für einen Frust schieben! >>>mehr

21.03.2017 Absonderlichkeiten
Angesichts der Häufung absonderlichster Verhaltensweisen in der Weltpolitik, der Wirtschaft und häufig auch im privaten Bereich sind Konflikte immer öfter mit Menschen zu lösen, die im Grund genommen gar nicht konflikt- und konsensfähig sind. Das erschwert Konfliktlösungen erheblich. Anstelle sich für Lösungen zu öffnen, werden ständig weitere Fronten eröffnet und massive Irrtümer absichtlich oder mangels Einsicht weitergepflegt. Menschen, die an Problemlösungen interessiert sind, weil Situationen zunehmend aus dem Ruder laufen, betreiben Ursachenforschung, um einen Schlüssel für Lösungen zu finden. Wenn die Faktenlage allerdings keine Erkenntnisse bringt, rücken die Konfliktpersonen selbst und ihr Persönlichkeitsaufbau in den unmittelbaren Fokus. Geschieht das öffentlich, kann das sehr unangenehm sein. Die Gemeinten sind allerdings selbst schuld. Nichts erschwert Konfliktlösungen mehr als Vorurteile, Unterstellungen und offensichtliche Lügen und deren Aufdeckung. Die Folgen müssen Trump und Erdogan und die unkritisch hinter ihnen stehenden Gefolgsleute gerade erleben. Einmal mehr sind ihnen die unabhängige Presse und freie Publizisten auf den Fersen. Diese messen das, was nicht ehtisch einwandfrei und üblich ist, an allgemeingültigen Maßstäben. Wer diesbezügliche Fehlverhaltensweisen dennoch weiterbetreibt, driftet ins gesellschaftliche Abseits ab. >>>mehr
   
14.03.2017 Fragwürdige Autoritäten
Wenn Menschen etwas wollen, was ihnen nicht zusteht, sind sie auf die angewiesen, die ihnen das ermöglichen. In der Türkei findet deshalb zum Beispiel ein Referendum statt. Erdogan braucht die Legitimation zu dem, was er vor hat. Nun hängt es von den Wählern ab, wie sie sich entscheiden. Je nach Bildungsgrad und emotionaler Distanz wird das Ergebnis ausfallen. Das müssen Demokraten akzeptieren. Interessant ist nur, auf welche Art die Massen beeinflusst werden. Da die emotionale Distanz mit dem Bildungsgrad abnimmt, dürfte die Hauptzielgruppe bereits im Fokus stehen. Letztendlich werden im Fall der Türkei nicht der Verstand, sondern die Emotionen siegen. Als letztes Mittel greift Erdogan jetzt zur Bewusstmachung bei den in anderen Ländern nicht integrierten Türken, dass sie in den Ländern, in denen sie momentan leben, nur Bürger 2. Klasse seien, er sie aber stark mache. Dass sie gerade die fehlende Integration daran hindert, als Mitbürger voll akzeptiert zu werden, verschweigt Erdogan. Eine Regierung, die sich ebenfalls nicht in einer größeren Wertegemeinschaft integrieren kann, wird das gleiche Schicksal erleiden und - wie es Merkel formulierte, höchstens eine privilegierte Partnerschaft erhalten können. Doch auch diese rückt nun in weite Ferne. Irgendwie beißt sich bei Erdogan die Katze in den Schwanz. >>>mehr
   
11.03.2017

Wer Hass sät, wird Sturm ernten

Karikaturisten wollen komplexe Zusammenhänge über bildliche Darstellungen auf den Punkt bringen und diese Bilder in den Köpfen der Mitmenschen einlagern. Das gelingt immer wieder, wenn damit Empfindungen bestätigt werden. Kritisch werden Karikaturen im Zusammenhang mit Religionen gesehen, weil damit Gefühle verletzt werden, die den Glauben an eine überirdische Macht erschüttern und Menschen ihrer Hoffnungen berauben können. Die Politik benutzt sehr oft die diffamierende und verallgemeinernde Karikatur. Je nach politischer Richtung ist sie anspruchsvoll oder primitiv, weil sie zur Klientel passen soll. Sie ist jedoch eine der entlarvendendsten Methoden, Gefühle zu wecken und Hass zu schüren. Besonders, wenn solide Argumente ausgehen, kommen sie zum Einsatz. Sind diese Bilder erst einmal im Kopf präsent, werden sie bei verbalen Attacken, denen wir begegnen, abgerufen. Die regimefreundliche türkische Presse greift derzeit Erdogans Argumente auf und setzt sie in eine Bildsprache um, die Hass gegen Deutschland schüren soll.  >>>mehr

04.03.2017

Ankara zündelt

Der angehende türkische Alleinherrscher Erdogan möchte seinen Wahlkampf vor dem finalen Schritt zur Diktatur auch in Deutschland führen und überall politische Großveranstaltungen für seine hier lebende 5. Kolonne abhalten. Angesichts der 1,3 Millionen offiziell registrierten Türken (wahrscheinlich sind es viel mehr) in unserem Land fühlt er sich dazu legitimiert. Dahinter steckt gewaltiger Sprengstoff, denn die türkische Gesellschaft ist gespalten und viele hier lebende Türken lehnen diese Beeinflussung ab und meiden die Reise in die Heimat. Sie werden hier in Moscheen, Schulen und womöglich sogar von Nachbarn überwacht und ausgespäht. Das Übertreten der Grenze zur Türkei kann zur Verhaftung ohne rechtsstaatliches Verfahren führen. Ihre doppelte Staatsbürgerschaft wird ihnen nun zum Verhängnis. Jetzt sollen sie den langen Arm Erdogans auch noch im Land ihres neuen Lebensmittelpunkts spüren. Das wirft hierzulande erneut die Frage der doppelten Staatsbürgerschaft auf. Wie sollen wir die Sicherheit unserer eigenen Landsleute und die der Türken, die ebenfalls unsere Staatsbürgerschaft haben, schützen? In unserem Land leben unzählige illegal Eingereiste, die ebenfalls das Ziel der türkischen Propaganda sind. Aus welchen Beweggründen wir derart unterwandert werden, können wir nur erahnen. Genau diese Ängste bedienen die Rechtsradikalen und finden damit Zustimmung in der Bevölkerung. Forscher sagen seit längerer Zeit einen Bürgerkrieg auf unserem Boden voraus. Die Politik ist nun in der obersten Instanz gefragt und nicht nur auf kommunaler Ebene. >>>mehr

 

   
28.02.2017 Irrsinniges Flaschengeklapper
Macht kann besoffen machen. Anders kann man es sich nicht erklären, wenn der Koalitionspartner den Kandidaten des zur Kooperation verdammten Gegners auf miese Art diskreditiert. Es verstärkt sich dadurch der Eindruck, von den eigenen Defiziten abzulenken. Das System Merkel ist nicht gerade ein Füllhorn politischer Talente und beliebter Personen. Warum auch? Sie sollen ja der Kanzlerin nicht in die Quere kommen und herrlich angepasst sein. Das, was leider oft mit Loyalität verglichen wird, ist lediglich die schmierige Art des Vorwärtskommens ohne wirkliche Perspektive. Die Besetzung von Spitzenposten in Ministerien signalisiert seit Jahrzehnten, dass man dazu nahezu keine Befähigung braucht. So wechseln die Spitzen fröhlich das Metier, als hätten sie gerade einen Wanderpokal gewonnen. Der Ruf des Berufes Politiker ist inzwischen extrem ramponiert. Nun beschädigen auch noch die um ihre Macht fürchtenden Westentaschenstrategen politische Gegner und damit ihren eigenen Berufsstand. Was ihnen der Wähler absolut übel nimmt, ist die Art, wie der Wähler dabei für Dumm verkauft wird. Was sich monentan abspielt, ist ein Flaschengeklapper, wie man es nur vom Leergut kennt. >>>mehr
 
15.02.2017 Denkzettel zerreißen!
Hoffnung ist ein wirksames Mittel gegen lang anhaltenden Verdruss. Menschen, die eher zur Haltung "sowohl-als-auch" anstatt zu "entweder-oder" tendieren, nehmen Signale der Hoffnung intensiver auf, als hoffnungslos Frustrierte. Das sieht man am Schulz-Effekt in der Politik. Plötzlich steigen Umfragewerte, wo sie bisher nur nach unten gingen. Mitte Februar 2017 bekundeten 2/3 der Befragten bei einer Umfrage, dass die Zeit für einen Wechsel reif sei. Hoffnung und Wunschdenken hängen also dicht zusammen. Das ist manchmal sehr eng mit Personen verknüpft, denen man die Intelligenz, die ethische Stärke und die Kraft für Veränderungen zutraut. Solche Personen sind in unserer Gesellschaft schwer zu finden. Sind sie gefunden, so werden sie sofort von denen bekämpft, die bisherige Missstände verursachten. Allianzen derer, die den Missstand verkörpern, haben einflussreiche Unterstützer. Die neuen Hoffnungsträger werden bewusst diskreditiert, verunglimpft und gemobbt und man behauptet, dies gehöre zur politischen Kultur. Die so Diskreditierten haben offenbar etwas, was den Gegnern fehlt. Wer nicht will, dass sich etwas Negatives verändert, wird Veränderungen keine Chance geben wollen. Es fragt sich nur, was solche Menschen umtreibt. Vielleicht würden sie die Rechtfertigung für ihr eigenes Versagen verlieren, wenn sie ihren Standpunkt änderten, denn viele Menschen brauchen einen Grund für ihr Verhalten, der nicht bei ihnen liegt. Wer bei seinem Widerstand allerdings einen bestimmten Punkt überschreitet, bekommt dafür die Quittung. Man braucht nur in die USA zu sehen. >>>mehr
   
07.02.2017 Rückbesinnung nach vorn
"Alles Schulz oder was?"
, das ist momentan die Frage, die sich die CSU, der permanent geblähte Wurmfortsatz der CDU stellt. Irgendwie entdeckte die CSU doch noch Gemeinsamkeiten mit der sozialdemokratisierten CDU, aber nur, um huckepack mit ihr wieder in die nächste Regierung zu kommen. Da brauchte es erst einen Schulz, um auf Unionsseite Harmonie zwischen CSU und CDU zu heucheln! Was allerdings wirklich notwendig wäre, das thematisiert dieser Martin Schulz, der als Bürgermeister aus der Provinz kommend im Europaparlament lernte, was politisch wirklich wichtig und richtig ist. Er denkt quer und grenzenlos, wie ein fähiger Staatsmann und ist dennoch nahe am Bürger. Er betreibt keine Klientelpolitik, redet nicht sozialfeindlichen Elementen der Wirtschaft und verblendeten Nationalisten das Wort, sondern hat die Menschen im Blick, die die Lasten in unserem land tragen. Damit zwingt er seine Partei zu einer Umkehr. Die SPD hat eine lange Tradition und erinnert sich endlich wieder ihrer Wurzeln. Viel zu lang hat bei ihr das falsche Bild von der "neuen Mitte" dominiert, auf die man sich ausrichtete. Man wollte unter Schröder keine reine "Arbeiterpartei" mehr sein und mehr Einfluss auf die Wirtschaft nehmen. Das führte zu größerer Distanz zu bzw. zum Bruch mit den Gewerkschaften, aus deren Reihen die SPD ihre frühere Stärke bezog. So verloren die Sozialdemokraten letztendlich die Macht. Nun ist es an der Zeit, das Ruder wieder herumzureißen. Martin Schulz steht für diesen Prozess. Das merkt die CDU/CSU genau. Die Umfragewerte zeigen, dass immer mehr Wähler Schulz vertrauen. >>>mehr
  
16.01.2017 Neuanfang oder Untergang?
"Wann hat eigentlich eine Regierung abgewirtschaftet?" Diese Frage beschäftigt viele Wähler, gerade vor der nächsten Bundestagswahl. Die Antwort ist eigentlich ganz banal: "Wenn sie die in sie gesetzten Erwartungen nicht mehr erfüllt und das in Führungspositionen eingesetzte Personal zunehmend Vertrauen und Akzeptanz verliert." Fatal ist, dass gegenwärtig die beiden größten Volksparteien in großer Koalition genau unter dieser Prämisse im Fokus stehen, also beide womöglich als abgewirtschaftet angesehen werden. Da rücken natürlich Alternativen in den Vordergrund. Doch - was ist eine wirkliche Alternative? Sind es die Rechtspopulisten und die Nationalisten, Neoliberale, soziale Besserwisser mit ökologischem Etikett, jugendmagnetische Phantasiegruppen  oder gar Kommunisten oder Sozialisten? Das politische Angebot zersplittert, um den großen Volksparteien Substanz zu rauben. Tragfähige Inhalte spielen bei diesen Gruppen scheinbar keine Rolle, nur deren öffentlichkeitswirksame Stimmungsmache. Kritik ohne tragende oder akzeptable Lösungsansätze haben derzeit Konjunktur und der politische Nachwuchs kalkuliert fast ausschließlich karriereorientiert. Das Metier ist nämlich ab bestimmten Funktionen lukrativ, der Weg ist deshalb bei Newcomern das Ziel. All diese Eindrücke prägen bei den Wählern die Verdrossenheit. Politiker zu sein, ist inzwischen gering angesehen. Die Wähler sollen sich nun wieder für Gruppierungen solcher "Volksvertreter" entscheiden. Wen soll man wählen und wo soll überhaupt die Motivation herkommen, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen? >>>mehr
   
29.12.2016 Demografische Realsatire
In der Januarausgabe der Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS wird als Satire ein korrigierter Aufsatz kommentiert, der natürlich nur fiktiv ist, jedoch der Realität sehr nahe kommt. Vielen Kindern fällt es heute immer schwerer, Gedanken richtig auszuformulieren. Die modernen Medien verleiten zum Konsum fertiger Lösungen und das eigene Denken und Ausformulieren in flüssiger Handschrift bleiben auf der Strecke. Auch die fortwährende Anpassung der Rechtschreibung an die zeitgemäße Kommunikation, in der immer weniger anspruchsvolle treffende Worte unter die Räder kommen, zeigt Auswirkungen. Das Ergebnis könnte tatsächlich der abgebildete Aufsatz zum Thema Alter sein. Amüsieren können sich darüber all diejenigen, denen es gelang, diese Entwicklungen an sich und ihren Kindern schadlos vorbeizuführen. Unser Bildungs- und Schulsystem zwingt viele Eltern dazu, ihre Kinder in ausgewählte Schulen zu schicken, in denen die Kinder besser aufs Leben vorbereitet werden und die ihnen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen halten. Ob sie diese Möglichkeiten dann tatsächlich nutzen, ist eine ganz andere Sache. Heranwachsende, die sich beim Formulieren fortwährend selbst korrigieren, zeigen damit große Verunsicherung bei eigentlich regem Verstand, denn Defizite beim richtigen Verarbeiten von Eindrücken sind über den Sprachgebrauch sichtbar. Diese Fähgigkeit wird deshalb auch als Gradmesser der Intelligenz angesehen. Dennoch darf über den "Aufsatz" geschmunzelt werden. >>>mehr
    
25.12.2016 Wünsche und Ahnungen für 2017
Zum Jahreswechsel werden sich wieder viele Menschen fragen, was denn wohl das Bedrückendste unserer Zeit ist, was sich davon im neuen Jahr noch verstärken wird und wovon oder von wem wir uns für immer versabschieden werden. Wir haben jedoch auch positive Erwartungen und sind ganz gespannt, ob all das, was wir uns wünschen, eintreffen wird. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie zufrieden wir eigentlich sind und was wir ändern können. Dort, wo es der Fall ist, sollten wir das auch tun, denn das Bessere ist der Feind des Guten. Wer sich zu früh zufrieden gibt, darf sich nicht wundern, wenn er plötzlich unzufrieden ist. Wo es irgendwie geht, sollten wir das Geschehen selbst in die Hand nehmen, denn nur so ist man  imstande, zu lenken. Unter dem Strich bleiben immernoch genügend Situationen, die wir nicht oder nur indirekt beeinflussen können. Damit müssen wir dann leben. >>>mehr
  
19.12.2016 "Alles Gute zum Fest!"
Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür, besser gesagt, der Heilige Abend und die beiden Feiertage. Seit dem 1. Adventssonntag gleichen manche Fenster und Vorgärten einem Lichtermeer. Die Einkaufszentren, Kaufhäuser und Supermärkte verleiten zu einem Kaufrausch, der vielfach auch - Dank der Nullzins-Politik der EZB - wirklich einsetzt. Die Vorräte sind aufgefüllt, die Bäume geschmückt, alle Päckchen gepackt, der Heiligabend-Marathon innerhalb der Familie durchgeplant und die Geldscheine liegen für diejenigen zu Beschenkenden parat, die sich gefälligst selbst etwas kaufen sollen. Nun noch das Internet nutzen und Weihnachtsgrüße mit als originell empfunden Bildchen streuen und mit salbungsvollen Worten garnieren - natürlich über den großen Verteiler - und es ist mal wieder geschafft! Die stille und heilige Nacht kann kommen. >>>mehr
                    
18.12.2016

Ruhestandsplanung

Beginnen möchte ich auf dieser Seite mit dem Bevölkerungsteil, der derzeit am stärksten wächst - den Senioren. Jetzt gehen die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand, die meisten sind noch gar nicht darauf vorbereitet. Ihnen gelten nachfolgende Gedanken.

Der Übergang in den Ruhestand und die Zeit danach verläuft bei jedem Mensch anders. Wer allerdings glaubt, er könne dies zuverlässig planen, wird später eines Besseren belehrt. Das zumindest ist meine persönliche Erfahrung.

Ehe ich aus dem Arbeitsleben ausschied, verschob ich viele Dinge in den Ruhestand, weil ich glaubte, dort alle Zeit der Welt zum Reisen und zu den aufgestauten Dingen zu haben. Meine Gedanken drehten sich eher darum, ich könne ohne meine Arbeit in ein Loch fallen. Schließlich verabschiedete ich mich ja von einer Welt, die damals mehr als Dreiviertel meines Lebens bestimmt hatte. Was würde aus meiner beruflichen Erfahrung werden? Es schien mir unvorstellbar, dass dies plötzlich nicht mehr gebraucht würde. Nun sollte ich täglich 24 Stunden mit meiner Partnerin verbringen und deren Erwartungen erfüllen, die ganz anders geartet waren. Auf der Arbeit war ich zudem Chef, welche Rolle würde zuhause auf mich warten? Die Veränderungen erschienen mir sehr gravierend.   >>>mehr

 

   
    


 

Grundgedanken zu dieser Seite

 

Das Jahr 2016 brachte mir persönlich sehr viele Veränderungen und anderen Menschen wird es ähnlich gegangen sein. Man kann jetzt natürlich weiter in der Vergangenheit leben, besser ist es jedoch, sich mit der Gegenwart und der Zukunft zu befassen. Was nach wie vor frei ist, das sind unsere Gedanken. Unsere Worte sind ebenfalls noch recht frei, wer weiß jedoch, wie lang wir noch unsere Gedanken frei und vom Grundgesetz geschützt äußern dürfen. Die politische Entwicklung verheißt nichts Gutes. Mag auch in unserem Land die Pressefreiheit und die freie Meinungsäußerung noch gegeben sein, im nahen Ausland wird sie bereits stark beschnitten. Wenn die Falschen an die Macht kommen, wie in Russland, Polen, Ungarn, Tschechien, Bulgarien, der Türkei, den USA, Großbrittanien oder bald vielleicht auch in Frankreich oder gar in Deutschland, ist die Demokratie äußerst gefährdet.

 

Eine viel größere Gefahr stellt jedoch das Denunziantentum dar, das zum Beispiel im Nationalsozialismus und in der späteren DDR dazu führte, dass viele Menschen ihre Existenz verloren und sogar hinter Gittern landeten. Im schlimmsten Fall sperrte man sie gänzlich weg oder man ermordete sie. Getrieben wurden die Entwicklungen vom gleichen Menschenschlag, der unseren Alltag dominiert. Kommen solche Menschen an die politische Macht, ist nahezu alles möglich.

 

Wir leben nach einer langen Friedensphase heute in Zeiten einer Massenflucht. Viele Menschen, die zu uns kommen, flohen vor den Zuständen in ihren Ländern, deren Regierungen immer totalitärer werden. Die Symbole im Kopf dieser Website sollen das Stranden in einer neuen Welt, das Gefangensein in der Vergangenheit und die freie Sicht auf eine bessere, jedoch kaum zu erreichende Zukunft verkörpern. Den Spiegel halte ich unseren Mitmenschen vor, die falschen Parolen und einer rechtsextremen Politik nachlaufen, deren Facetten sie scheinbar nicht klar erkennen, obwohl sie aus der Vergangenheit gelernt haben müssten.

 

Aber auch im kleinen persönlichen Umfeld sind gravierende Veränderungen spürbar. Der blanke Egoismus ist auf dem Vormarsch und das Gemeinschaftdenken rückt in den Hintergrund. Alle Beteiligten stecken in ihrer persönlichen Flasche, in der sie sich offenbar wohl fühlen. Das Große und Ganze scheint absolut untergeordnet zu sein. Das spürt man auch in der Politik, in der viele Flaschen in ihrer Parteiflasche klappern und den Bezug zu den Menschen in unserem Land verloren haben. In ihren Flaschen machen sie die Regeln selbst, auch wenn sie anschließend vom Volk getragen werden müssen.

 

Wir müssen einen klaren Kopf bewahren, wenn wir besonders harte Veränderungen bewältigen müssen und besonders kritisch eine neue Zukunft suchen. Dazu müssen wir unseren Gedanken freien Raum geben. Diesen Raum möchte ich auf dieser Homepage nutzen. Vielleicht erreiche ich damit ja genau die Richtigen.

 


 

 

Verwaltungsbeirat ist mehr!

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e. V. und seine Landesverbände gaben eine Sonderpublikation unter dem Titel "Verwaltungsbeirat" heraus. Da der Beirat Teil der Verwaltung ist, betreffen ihn die gleichen Themen, wie den Verwalter. Folgerichtig überschrieb man einen interessanten Artikel mit "Verwaltung ist mehr als eine Vertrauenssache", denn am 23. Juni 2017 wurde das Gesetz zur Einführung von Berufsvoraussetzungen für gewerbliche Wohnimmobilienverwalter und Immobilienmakler im Bundestag und am 22. September 2017 im Bundesrat verabschiedet. Man war sich einig, dass eine Regelung notwendig war, denn der DDIV und der DMB (Deutscher Mieterbund) führten über Monate hinweg eine Statistik, die beachtliche Erkenntnisse brachte. Jährlich landen dem zufolge 300.000 zivilrechtliche Verfahren zu Wohnraummietsachen und zum Wohneigentum vor deutschen Amts- und Landgerichten. Die Verfahren dauern oft mehrere Jahre. Der DDIV entschloss sich zu einer Umfrage in der Branche, um allein die Höhe der Schäden aus unsachgemäßer Vorverwaltung zu ermitteln. Das Ergebnis war bei 400 Verwaltungsunternehmen erschütternd.

 

Verwalter im Fokus der Gerichte

 

Das Ergebnis offenbarte, dass

  • 34 Prozent angaben, Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) wegen unqualifizierter Vorverwaltungen als Kunden abgelehnt zu haben,

  • jede zweite Verwaltung einen außergerichtlichen Schadensersatz gegen den Vorverwalter durchsetzten,

  • 43 Prozent ihn sogar gerichtlich anstrengten und

  • 16 Prozent der Unternehmen stellten schon mindestens einmal Strafanzeige gegen den Vorverwalter wegen unsachgemäßer Immobilienverwaltung.

  • In Summe entstehen für Verwaltungen und Eigentümer  jährlich damit Schäden in Höhe von 80 Millionen Euro.

Für Verwaltungsbeiräte heißt das, ihre Rechte und Pflichten äußerst ernst zu nehmen, denn auch sie werden zur Verantwortung gezogen, wenn sie Fehler machen. Ein Fehler kann bereits in der stillen Duldung von Eigenmächtigkeiten liegen. Da viele Vorgänge sehr komplex sind und für Laien nur schwer zu durchschauen, sollten nur wirklich kompetente Personen in ein solches Gremium gewählt werden.

 

Gerade die Tatsache, dass 34 Prozent der Wohnimmobilienverwalter eine Verwaltung ablehnen, weil der Vorverwalter schwerwiegende Fehler machte, die sie nun nicht ausbügeln wollen, zeigt die Gefährlichkeit stiller Duldungen und unsachgemäßer Kontrolle. Dadurch kann die Suche eines neuen Verwalters erschwert werden oder gar scheitern.

 

Soll man einen Verwalter entlasten?

 

Ein gefährliches Pflaster angesichts seiner Komplexität ist das Thema "Entlastung der Verwaltung". Entsprechend des Wohneigentumsgesetzes hat der Verwalter keinen Anspruch auf Entlastung. Ein entsprechender Passus in dessen Vertrag darf deshalb nur lauten, dass jährlich "die Eigentümerversammlung über die Entlastung entscheidet". Würde er lauten "die Eigentümerversammlung entlastet jährlich den Verwalter", so käme das einer ungesetzlichen Generalabsolution gleich.

 

Sinnvollerweise sollte eine Entlastung nur dann erfolgen, wenn es keine fragwürdigen Handlungsweisen egal auf welchem Feld der Verwaltung gab und die Buchführung 100%ig geprüft und für in Ordnung befunden wurde. Im gleichen Heft werden die Prüfkriterien dazu und eine Checkliste erläutert, die sich Beiräte gut durchlesen sollten. Gibt es auch nur eine einzige Irritation, die nicht restlos geklärt ist,  ist von einer Entlastung abzusehen, denn die hebt alle Ansprüche auf.

 

Gerät ein Verwalter in die Mühlen des Gesetzes, wird er natürlich den Fokus auf Beiräte und Ausschüsse richten, die ihm zuarbeiteten, nur um seine Haut zu retten. Außergerichtliche Vergleiche und Vermittlungen können jedoch alle Betroffenen vor den Folgen bewahren. Wo dies erfolgreich erreicht wird, müsste das eigentlich zur Zufriedenheit aller Beteiligten beitragen. Leider ist das oft nicht der Fall, weil Mitschuldige meist in der Verteidigungsfalle sitzen.

 

Rechtzeitig die Kurve kriegen

 

In strittigen Situationen innerhalb von Verwaltungsgremien - besonders, wenn sie rein opportunistische Züge aufweisen und irrwitzig sind - sollte sich irgendwann die Vernunft durchsetzen. Das ist besonders dann geboten, wenn man noch lange Zeit harmonisch miteinander auskommen muss. Es kommt der Punkt, an dem nur noch Fakten zählen. Orientieren sich Lösungen nur an Fakten, kann man davon sprechen, dass alle noch rechtzeitig "die Kurve gekriegt haben". Vernunft kennt übrigens keine Verlierer, denn wenn sie sich durchsetzt, haben alle gewonnen.

 

Für den Verwalter heißt das allerdings, absolute Neutralität zu wahren und sich strikt an Recht und Ordnung zu halten. Dann klappt es auch mit der Verwaltung!

 

30.10.2017

 







                 Erfahrung ist nur schwer zu ersetzen

Wohnimmobilien, die einen erfahrenen Beirat in ihren Reihen haben, sollten dessen Erfahrung nutzen. Nichts ist fragwürdiger, als unwissend eine Funktion auszuüben, auf die sich eine ganze Gemeinschaft verlässt. Natürlich ändern sich immer wieder Gegebenheiten, die neue Erfahrungen erfordern oder mit sich bringen. Es ist jedoch töricht, alte Fehler, die längst überwunden sind, erneut zu machen, nur weil man sich für kompetent hält. Diese negativen Erfahrungen kann man sich und der gesamten Gemeinschaft ersparen.

 

Verwaltungsbeiräte einer Wohnimmobilie, die ihre Aufgabe absolut ernst nehmen, rüsten ihr Wissen permanent auf, denn das "sich nur drum kümmern" ist zu wenig. Ein Beirat muss sich eine Art Leitlinie geben, die sinnvoll ist und wirklich gelebt wird. Seine Rechte und Pflichten sollten mit dem Beirats-Konzept völlig abgedeckt sein. Wer seine Aufgabe nur auf die jährliche Belegprüfung reduziert und sich nicht aktiv in die Abläufe einbringt, muss sich nicht wundern, wenn er vom Verwalter als eine Art Marionette empfunden wird.

 

Eine Marionette wird man allerdings auch, wenn man als Beirat Kleingruppen-Interessen vertritt, die keine Mehrheit finden. Oft macht das ein Beirat nur, weil er sich dem aufdringlichen Einfluss einiger Personen nicht entziehen kann. Als Beirat muss man aber die Interessen aller Miteigentümer vertreten und die Entscheidungen der Gemeinschaft  überlassen. Fragwürdige Entscheidungen mit strittigen Empfehlungen zu beeinflussen und Miteigentümer mit Halbwissen zu füttern oder die umfassende Information zu verhindern und Miteigentümer zu bestimmten Voten zu drängen, ist der falsche Weg.

 

All das kann man von einem erfahrenen Beirat lernen, wenn man will. Ein anderer Weg ist der, dass man aus seinen eigenen Fehlern lernt. Dazu gehören jedoch Einsicht und positive Entschlusskraft.

 

Für einen Verwalter ist es schwer, zu ergünden, was Menschen zu bestimmten Verhaltensweisen bewegt. Seine Richtschnur kann nur das Recht, die Teilungserklärung und die Hausordnung sein. So ist er immer auf der richtigen Seite und wird nicht in Situationen hineinmanövriert, die ihm zum Verhängnis werden können.

 

Klaus Klee

 

Vorübergehend orientierungslos

Dem Vogel Strauß wird gern angedichtet, dass er den Kopf in den Sand steckt, wenn er für kurze Zeit der Realität entfliehen will. Das stimmt natürlich nicht, denn so ähnlich verhalten sich sinnbildlich nur Menschen. Einfach abtauchen, wenn man plötzlich orientierungslos ist, scheint deren Devise zu sein. "Irgendwer wird die Sache schon irgendwie regeln!?" Das kann sicher jeder verstehen, der bereits in ähnlicher Situation war. Allerdings trifft das nur auf wenige Personen zu. Personen, die wirklich eine führende Rolle wahrnehmen, wollen allzeit gut informiert, orientiert und kompetent sein, den Überblick behalten und so absolut nichts von der ihnen entgegengebrachten Autorität einbüßen. Diese Erkenntnis kommt bei Personen mit anderer Struktur manchmal leider zu spät, wenn sich die Dinge inzwischen ohne eigenes Handeln weiterentwickelten, weil sie in kritischen Situationen abtauchten. Sich nun plötzlich wieder ihrer Rolle und Aufgaben bewusst zu sein, wenn Andere ersatzweise bereits kompetent die Initiative ergriffen, ist völlig unangemessen. Selbst wenn es nur um die Kontrolle ginge, was da gerade passiert und damit kein erneuter Führungsanspruch gemeint wäre - dieser Zug ist abgefahren!  Nun helfen nur wirklich ehrenhafte Verhaltensweisen.

 

Spekulative Kontrolle ist verräterisch  

 

Vertrauen ist ein gutes Mittel, um selbst wieder um Vertrauen für die eigene Person zu werben. Ist eine partielle Orientierungslosigkeit beendet, die mit einem Autoritätsverlust einher ging, ist es einfach ratsam, Personen zu vertrauen, die um der Ehrlichkeit willen inzwischen ersatzweise die Initiative ergriffen. Genau sie stehen jetzt im Fokus und müssen sich natürlich an ihren Taten und Ergebnissen messen lassen. Ihrerseits fragwürdige Verhaltensweisen zu praktizieren, würde ihren Ruf schwer beschädigen.

 

Oft unterstellen Menschen Anderen aber immer genau das, was sie selbst in dieser Situation tun würden. Das macht sie so gefährlich und schwer berechenbar. Sie können sich einfach nicht vorstellen, dass Andere ohne List und Tücke und absolut gerecht und verantwortungsvoll agieren. Der Andere wird ihrer irrigen Meinung nach sicher genau das tun, was man selbst im Schild führen würde. Was da jetzt passiert, gilt es für sie hautnah rein spekulativ zu kontrollieren. Für Menschen, die absolut gerade Wege gehen, kommt die wie selbstverständlich reklamierte Kontrolle verräterischem Misstrauen gleich und wird deshalb als Beleidigung empfunden und folgerichtig abgelehnt. Das gebietet schon das Selbstwertgefühl.  

 

Türen aber nie ganz schließen  

 

Auch wenn sich Einzelpersonen infolge einer fragwürdigen Kleingruppendynamik kurzzeitig orientierungslos zeigen, sollte für sie immer ein Weg zurück offen bleiben. Das Leben besteht aus permanenten Lernprozessen, die jeder Mensch anders abschließt. Manche werden ihn wohl nie abschließen. Ist ein Prozess abgeschlossen, sollte eine erneute vertrauensvolle Integration in eine Gemeinschaft wieder möglich sein. Das muss jedoch klar erkennbar sein, damit sich Vertrauen auch wieder aufbauen kann. Notfalls müssen sich Einzelpersonen aus einer solchen Kleingruppe lösen, um den richtigen Weg gehen zu können.

 

Wir leben in einem freien Land, in dem sich jeder nach seiner Fasson verwirklichen kann. Dabei ist vorübergehendes "den Kopf in den Sand stecken" jedoch nicht der richtige Weg, um sich mit seiner Lebensphilosophie in einer Gemeinschaft durchzusetzen. Anschließend nur den Fuß in die Tür zu stellen, ist der falsche Weg!

 

28.10.2017

 





                                   Verdrängung im Alltag

 

Manchmal hilft im Leben ein Blick in Wikipedia, um etwas mehr über manche Verhaltensweisen zu erfahren. So informierte ich mich jetzt über das Phänomen der Verdrängung, also der Art, wie sie dem Vogel Strauß nachgesagt wird.

 

Zitat aus Wikipedia:

Als Verdrängung wird in der Psychoanalyse ein angenommener psychologischer Abwehrmechanismus bezeichnet, durch den tabuierte oder bedrohliche Sachverhalte oder Vorstellungen von der bewussten Wahrnehmung ausgeschlossen würden.

Verdrängung wird hier als gewöhnlicher, bei allen Menschen auftretender, Vorgang aufgefasst. Andere psychologische Schulen benutzen den Begriff mit abweichenden Definitionen und Erklärungen. In einigen spielt er keine Rolle.

Das Konzept der Verdrängung geht auf Sigmund Freud zurück und gilt als zentraler Bestandteil der psychoanalytischen Theorie. Wegen der hohen Komplexität und bisweilen vagen Begrifflichkeit des Konzepts sind bislang nur wenig Möglichkeiten bekannt geworden, wie dieses mit den Mitteln der empirischen Forschung überhaupt getestet werden könnte.

In der Gedächtnisforschung überwiegen die Zweifel, ob es verdrängte Erinnerungen – zumindest bei wichtigen Ereignissen – überhaupt gibt; es gibt allerdings auch Befürworter der Verdrängungstheorie.

Fazit:

Es handelt sich also um völlig normale Verhaltensweisen, die im Wesen der Person liegen. Ebenso normal aber etwas kurios ist die Folgereaktion, wenn Verirrte die Verdrängung beendet haben.

Klaus Klee

 

Die Richtung muss stimmen!

Nehmen wir mal an, es soll eine tragfähige Brücke gebaut werden, die nicht nur einige Tage halten und allen Anforderungen gerecht werden soll. So etwa lautet der Auftrag, den die Parteien haben, um jetzt eine neue Regierung zu bilden. Da ist es besonders wichtig, dass die Richtungen stimmen. Welche Probleme dabei auftreten, verdeutlicht nebenstehendes Bild. Es kann nicht zusammenpassen, was einfach nicht zusammen passt! Da hilft auch die Einschätzung nicht, man läge ganz dicht beieinander! Wenn man aufeinander zu geht, muss die Richtung stimmen. So richtig begriffen hat das so mancher nicht, der bisher eigene Wege ging und seine Absichten ohne funktionierende Anschlussstellen plante. Nun ist es müßig, Schuldige zu suchen, es sei denn, ein Teil der Strategen verließ nie den richtigen Weg. Dann ist es einfach, Fehlverhalten zuzuordnen. Der Weg, der sich auf nebenstehendem Bild abzeichnet, erfordert einen teilweisen Rückbau und einen Schwenk auf die richtige Richtung. Der Schwenk wird jedoch bis in alle Ewigkeit die Schikane markieren, die dumm und unbedacht erzeugt wurde. Sie wird Nachfolgende mahnen, wichtige Projekte mit Weitblick zu planen.

 

Schon hört man die Ausreden, es sei starker Nebel gewesen, der die Sicht erschwerte und man habe sich nicht richtig an den hörbaren Stimmen der anderen Seite der Baustelle orientiert. Als der Nebel verflogen war, sei man dann ratlos gewesen. Ein Nebelhorn wäre nützlich gewesen. Die Gegenseite kontert, dass das auch nichts geholfen hätte, denn die Orientierungslosen hätten ja von Tuten und Blasen keine Ahnung. So geht das hin und her, bis die Entscheidung naht. Es wäre jedoch alles so einfach, wenn man gemeinsam die Zukunft geplant und auf die Hinweise der anderen Seite geachtet hätte, die es zahlreich gab. Unvernünftige beharren aber gern auf ihrem Unsinn, den sie verzapfen. Es sind halt zu viele mäßig talentierte Strategen unterwegs.

 

Was da in Berlin gerade abläuft, kann gar nicht funktionieren, ohne dass alle Parteien große Teile ihrer Wahlaussagen, die bei Licht betrachtet von vorn herein nicht mit Aussagen anderer Parteien kompatibel waren, aufgeben und damit ihre Wähler enttäuschen. Wenn man die Sache genau beobachtet, wird gerade der Wahlkampf in der Hoffnung fortgesetzt, man könne bei Neuwahlen damit bessere Chancen haben. Neuwahlen sind die logische Konsequenz, nachdem die SPD keine Lust mehr hat, sich noch einmal mit der zweiten und dritten Garnitur der CDU/CSU herumzuschlagen und sich die Nerven aufzureiben. Wenn man sich anschaut, mit welcher Truppe CDU/CSU in die Koalitionssondierungen geht und durch die Gänge marschiert, bestätigt sich, dass Masse vor Klasse rangiert. Es gleicht einem Almabtrieb und die mäßig Fähigen marschieren vornweg. Komisch, dass FDP und Grüne daraus nicht jetzt schon die richtigen Schlüsse ziehen.

 

In solchen Situationen helfen nur Maßnahmen, die von einer großen Mehrheit von Personen getragen werden, die vernünftig am gleichen Strang in die gleiche Richtung ziehen wollen. Wer in ein solches Konzept nicht hineinpasst, muss aussortiert werden.  Wo kommen wir denn hin, wenn immer nur der Schwanz mit dem Hund wedelt!?

 

20.10.2017







Dumm gelaufen!


 

Opportunismus und Repression

So mancher Konflikt beruht auf simplen Verhaltensweisen. Fakten und Gefühle werden miteinander verwoben. Der Widerstreit der Gefühle und deren Verlagerung auf breitere substanzielle Ebenen führen dann zu einem gefährlichen Konflikt. Eine dieser Verhaltensweisen beginnt mit dem Mobbing Einzelner. Nachdem ein Opfer gefunden ist, wird ergründet, welche Prinzipien, Meinungen, Vorgehensweisen und Wünsche das Opfer charakterisieren, um dann in gemeinsam genutzten Bereichen fortwährend genau das Gegenteil zu praktizieren. Der damit verbundene Lustgewinn scheint grenzenlos zu sein, denn eine Eskalationsstufe übertrifft die nächste. Es wird bewusst auf den offenen Konflikt hingearbeitet. Wer sich mit Gruppenstrukturen und ihren negativen Begleiterscheinungen befasst, kennt auch die passiven Verhaltensweisen Umstehender, die froh sind, selbst nicht betroffen zu sein. Es wäre bei solchen Verhaltensweisen eine große Geschlossenheit gegen Störer erforderlich. Das Opfer ist jedoch mit seinem Problem nahezu allein und es bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten. Es kann sich diesen Verhaltensweisen ergeben oder den Kampf gegen die Störer aufnehmen. Für Letzteres braucht man einen langen Atem und man darf in keinem Moment - auch nicht im Zorn - den rechten Pfad verlassen. Letztendlich wird damit den Störern die Basis entzogen und mit ihrem Scheitern marschieren sie in die Isolation. Damit ist ein Konflikt aber noch lang nicht gelöst, denn die Lust am Mobbing ist nur unterdrückt und weiterhin vorhanden.

 

Fluchtreflex und Vergeltung

 

Menschen, die unangemessen großen Einfluss ausüben wollen, jedoch nicht können, wechseln das Umfeld, um Ihr Ego an einem anderen Ort auszuleben. Wenn Immobilien von solchen Menschen befallen werden, ist der Haussegen nach kurzer Zeit bereits gestört. Solche Menschen scheitern jedoch auch im neuen Umfeld, weil sie das, was sie wollen, einfach nicht umsetzen können. Ihre Defizite bündeln sie deswegen gern mit Gleichgesinnten, weil sie darin eine kleine Resthoffnung sehen. Ihre menschlichen Schwächen und ihr Unvermögen führen dann zum Eklat.

 

Hat sich ein Teil einer fragwürdigen Allianz im Laufe eines Konflikts für den erneuten Fluchtreflex entschieden, steht neben dem eigenen Vorteil quasi nur noch die Vergeltung, also die Schädigung der verbleibenden Gemeinschaft im Fokus. Es werden Taktiken betrieben, die teilweise skrupellos sind. Die Mitstreiter werden später nicht nur mit einem Scherbenhaufen verlassen, diese müssen auch die Folgen des Konflikts auslöffeln. Leider merken die es meist erst viel zu spät, welches Spiel mit ihnen gespielt wurde.

 

Soziale Integration ist eine Lösung

 

Für Menschen mit gemeinschaftsschädlichen Verhaltensweisen gibt es nur einen Weg aus der Isolation - die soziale Integration. Eine bestehende Gemeinschaft hat einen Anspruch darauf, dass sich Menschen am Wesen der Gemeinschaft orientieren und in sozialer Hinsicht einfügen. Abnorme Verhaltensweisen kann man nicht als neue Regeln einführen, wenn sie die Mehrheit der Gemeinschaft nicht wollen. Das gilt besonders für Unordnung und mangelnde Rücksicht. Äußerst störend ist ferner das intensive Insistieren bei Mitbewohnern, um Mehrheiten für Abnormes zu erhalten. Das treibt einen Keil in die Gemeinschaft. Das stringente Durchsetzen der bestehenden Gemeinschaftsordnung führt dann in vielen Fällen zu billigem Opportunismus und dem Heraufbeschwören von Konflikten. Erst wenn Störer sozial integriert sind, kann sich ein Konflikt dauerhaft lösen.

 

12.10.2017








                          Wollen, aber nicht können...

 

Es ist ja irgendwie tragisch, wenn Personen trotzig ihren Willen umsetzen wollen, aber permanent völlig daneben liegen. Was solche Menschen umtreibt, ist nur schwer zu ergründen. Menschen normaler Prägung können sich selbst gut einschätzen und belästigen Andere nicht mit ihrem Unvermögen, wenn es solches gäbe. Nur bei maßloser Selbstüberschätzung geht man mit unreifen Leistungen Funktionen ein, für die offensichtlich alle Voraussetzungen fehlen. Im Rampenlicht stehen, eine wichtige Rolle spielen, Aufmerksamkeit zu erlangen wird naheliegend sein. In großen Firmen führt dieses Verhalten zu einem jähen Ende, wenn damit Probleme entstehen. Im Privatleben ist es ungleich schwerer, dieses Verhalten dauerhaft abzustellen.

 

Wenn das "nicht können" offensichtlich wird, wäre eigentlich Demut angesagt und Betroffene sollten danach kleinere Brötchen backen, wenn da die Borniertheit nicht wäre, die solchen Menschen zueigen ist. "Und jetzt erst recht!", dürfte deren Grundgedanke sein, mutig in ein noch größeres Desaster hinein zu steuern. Lässt man sie als Chance kontrolliert in eine finale Situation hineinlaufen, bei der allerdings ihr gesamtes Unvermögen deutlich sichtbar wird, haben sie die letzte Chance verspielt. Nun lässt sich ein Hebel ansetzen. Hierzu muss allerdings eine übergeordnete Institution hinzugezogen werden, die den Spuk beendet. Leider bleiben dabei auch Personen auf der Strecke, die den rechtzeitigen Absprung verpassten. Manchmal kann eine jähe Einsicht solches aber noch verhindern.

 

Beinahe beängstigend ist, dass sich trotz extremer Eskalation von Situationen bei irrtümlich Selbstbewussten kein Lerneffekt einstellt. Hier kämpfen dümmlicher Trotz gegen Intelligenz. Ist der dümmliche Trotz stärker, besteht kaum Hoffnung auf Besserung. Das Umfeld registriert das wie ein Naturereignis, mit dem man scheinbar leben muss. Hier bleibt nur die Lösung, dass solche Personen keine Aufgaben mehr übertragen werden, solang sie keine Änderung erkennen lassen.

 

Klaus Klee

 

Wie löst man Konflikte?

Ein Leben ohne Konflikte ist heutzutage kaum mehr möglich. Im Berufsleben ist der Wettbewerb so hart, dass Konfliktlösungen sehr oft ausschließlich zum Problem der gefühlten Stärke werden. In der Politik und anderen Lebensbereichen ist das inzwischen nicht anders. So haben professionelle Konfliktlöser heute mangels gesundem Menschenverstand Konjunktur. Dabei bedienen sie sich eigentlich völlig normaler Gedankengänge, Strategien und davon abzuleitenden Vorgehensweisen. Wenn man diese kennt und sich intensiver damit auseinander setzt, kann man auch ohne deren Hilfe Konflikte lösen. Geht es aber um Empfindungen, Vermutungen und Unterstellungen, muss zunächst die exakte Faktenlage auf den Tisch. Entscheidend für eine gute Lösung ist immer die Faktenlage, die für den Konflikt sorgte. Dabei muss systematisch vorgegangen werden und es ist hilfreich, gemeinsam Spielregeln zu formulieren und diese während der Lösung des Konflikts zu beachten.

 

Empfehlenswerte Spielregeln und Vorgehensweise:

  1. Die Bereitschaft zur Konfliktlösung muss vorliegen.

  2. Jeder legt seinen Standpunkt dar, ohne unterbrochen zu werden.

  3. Ehrlichkeit ist das oberste Gebot.

  4. Fairness und keine persönlichen Beleidigungen!

  5. Gemeinsamkeiten werden gesucht.

  6. Kompromissfähigkeit wird ermittelt.

  7. Lösungsvorschlag wird erarbeitet.

  8. Nächster gemeinsamer Schritt wird vereinbart.

Problemlösungen sind nur möglich, wenn alle Parteien dazu bereit und auch dazu fähig sind. Ansonsten drischt man nur leeres Stroh.

 

Fragwürdige Beschlüsse und Vorgehensweisen schaffen Konflikte

 

Das Demonstrieren von Stärke und Abhängigkeiten darf nicht zur Durchsetzung fragwürdiger Beschlüsse führen. Nicht korrekte und intransparente Handlungen dürfen auch nicht auf dem Weg scheindemokratischer Abstimmungen sanktioniert werden. Das ist oft dann der Fall, wenn einer Empfehlung gefolgt werden soll, anstatt vor den Entscheidungsträgern korrekt und umfassend die Fakten zu erörtern. Das Zuwiderhandeln verhindert die Akzeptanz eines Sachverhalts und führt sehr oft zu Widersprüchen und Anfechtungen - also zum Konflikt.

 

Konfliktlösungen erfordern geistige Frische

 

Wenn Konflikte erfolgreich gelöst werden sollen, müssen lösungskompetente Personen an einen Tisch, die sich sachlich und fair miteinander austauschen, Faktenlagen korrekt einstufen können und eigene Wünsche von Notwendigkeiten trennen. Sind Lösungen im Sinne einer Gemeinschaft zu treffen, zählen nur die Wünsche der Gemeinschaft. Dazu bedarf es einer geistigen Frische und eines ausgeprägten Sinnes für Gerechtigkeit und Fairness. Ist das bei allen Teilnehmern gegeben, kann einer Problemlösung eigentlich gar nichts mehr im Weg stehen.

 

02.10.2017

 




                  Wie wird Lösungskompetenz erlangt?

In einem Konflikt spielen Fakten, Regeln, Vereinbarungen und Gesetze eine bedeutsame Rolle. Diese zu kennen und richtig anzuwenden, zeugt bereits von Kompetenz. Sind diese Dinge bekannt und wird absichtlich dagegen verstoßen, entsteht ein Konflikt. Ein Konflikt wird also nicht von dem geschaffen, der den Konflikt thematisiert, sondern von dem, der ihn durch sein Handeln auslöst. Damit ist derjenige, der den Konflikt erkennt und thematisiert, eindeutig lösungskompetenter als sein Gegenüber. Er hat darüber hinaus das Recht auf seiner Seite.

 

Für den Konfliktschaffenden ist es schwer, bei einer Konfliktlösung als kompetent eingestuft zu werden, weshalb Andere für ihn die entstehenden Konflikte lösen sollten. Die Lösungskompetenz ist natürlich auch bei Personen eingeschränkt, die im Konflikt mithandelten und den Konflikt förderten. Dennoch ist es sinnvoll, Konfliktschaffende in Lösungen einzubeziehen, damit die Chance der Einsicht besteht und zur Vermeidung der Wiederholung genutzt werden kann.

 

Kompetent ist also,

  • wer strukturiert richtig denken und handeln kann,

  • wer sein Denken und Handeln auf ein seriöses Ziel ausrichten kann,

  • wer eigene Interessen einer seriösen Lösung unterordnen kann,

  • wer durch sein Handeln bereits bewies, dass er integer, fair und ethisch makellos ist.

Wer der Kompetenzfrage bei der Lösung von Problemen aus dem Weg gehen will, muss von sich aus aktiv werden und auf die Lösung einschwenken, die von Anfang an richtig gewesen wäre. Das wird als Einsicht gewertet und verhindert unangenehme Konsequenzen. In einer wiederhergestellten Ordnung kann man sich auch wieder auf Augenhöhe begegnen, wenn Einsicht die Triebfeder war.


 

Rückwärtsgewandt nach vorn

Deutschland hat gewählt und der bisherigen GroKo eine klare Absage erteilt. Nun wird die Frage geklärt, an was die GriKo krankte und der bayerische Wurmfortsatz der CDU rückt dabei in den Fokus. Es ist in erster Linie die CSU, die vieles in der GroKo lähmte und Angela Merkel zu einer Regierungspolitik zwang, bei der sie auf den kranken Blinddarm ihres Bündnisses Rücksicht nehmen musste. In der Zusammenarbeit zwischen CDU und SPD brummte der Regierungsapparat, wenn kein bayerischer Sand ins Getrieb geworfen wurde. Mitgehangen - mitgefangen, so heißt es im Volksmund und die SPD musste die Rechnung dieser Politik mitzahlen. Nun endlich ist klar, dass nur eine starke Opposition wieder zu alter Stärke führen kann. Die SPD hat schließlich noch die Fehler aus der Ära Schröder aufzuarbeiten, von der allerdings alle anderen Parteien, Wirtschaft und Finanzen bis heute profitieren, ohne dafür etwas getan zu haben, was noch drastischer gewesen wäre. Die Ära Rot/Grün korrigierte damals im Eindruck der Wirtschaftskrise einfach zu massiv, wie wir heute wissen. Das führte dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinander ging, Kinder- und Altersarmut auf einem Höchststand sind und die Arbeitslosenzahlen wegen den unbefriedigenden Beschäftigungsverhältnissen statistisch so verbogen dargestellt werden können, als seien sie sensationell herunter gegangen. Es wäre an der Zeit, dass SPD und Grüne gemeinsam die Stellschrauben wieder auf das richtige Maß zurückdrehen. Die Wahlergebnisse lassen es nicht zu.

 

Eine GroKo lähmt lebhaften und starken Parlamentarismus

 

Das Parlament ist eigentlich das Plenum, in dem in der Sache gestritten und überzeugt werden soll. Existieren große Mehrheiten, werden politische Entscheidung woanders getroffen und im Plenum wird nur leeres Stroh gedroschen. Umso weniger Einfluss eine Fraktion hat, desto mutiger und härter wird am Rednerpult formuliert, wohl wissend, dass sich momentan nichts, aber auch gar nichts verändern lässt. Bei Debatten sind deshalb die Ränge leer und sie füllen sich nur bei Abstimmungen. Die Bürger verfolgen das unwürdige Schauspiel und die Politikverdrossenheit wächst.

 

Minderheitenregierungen stärken den Parlamentarismus

 

Irgend jemand muss regieren, das sieht unsere Demokratie so vor. Warum muss das aber unbedingt zumindest eine knappe Mehrheit sein? Wenn die Fraktionen ein integeres Minderheiten-Bündnis mit fairer politischer Prägung tolerieren, sich aber in der Sache hart auseinander setzen, überzeugen und für wechselnde Mehrheiten sorgen, kommt der Wählerwille wesentlich besser zur Geltung. Warum müssen denn jetzt CDU, CSU, Grüne und die FDP große Teile ihrer Wahlprogramme zugunsten einer rechnerischen Regierungsmehrheit aufgeben oder anpassen und damit ihre Trennschärfe verlieren?

 

Besonders im Fokus stehen jetzt CDU und CSU. Es ist übrigens demokratisch absolut falsch, dass die bayerischen Wähler nur CSU und alle anderen Wähler der BRD nur CDU wählen können. Wären beide Parteien überall separat angetreten, stünde die CSU dort, wo sie eigentlich hingehört. Angela Merkel sollte sich fragen, ob sie diese unfruchtbare Kooperation nicht besser aufkündigt, denn die bayerischen Politiker sind nun wirklich kein Zugewinn.

 

Der Kanzlerin wird immer wieder eine Art Schlaftablettenpolitik vorgeworfen. Sie schweigt sehr oft, um Schwachsinn nicht zur Blüte kommen zu lassen. Sie lässt nur zu, was im Koalitionsvertrag steht und der sogenannte Bayernplan interessiert sie genauso wenig, wie die Meinung der rechten und linken Flügel, die sich immer wieder zu Wort melden. Sie alle bekommen das Kanzlerinnen-Valium verabreicht. Danach handelt sie gut überlegt und oft sieht es aus, als sei das spontan. Das Parlament muss sich wieder mit Themen und nicht mit sich selbst befassen.

 

Gefahr von Rechts

 

Was da nun mit 12,6% als AfD daher kommt, ist ein Konglomerat, das vorwiegend aus Protestwählern unterschiedlichster Motivationen besteht, in dem aber nur ein gewisser Prozentsatz rechtsradikaler und neonazistischer Elemente steckt. Es besteht jedoch die Gefahr, dass letztere Gruppe Dank der Stimmen der allgemein Gefrusteten eine Politik betreiben wird, die unserem Land massiv schadet. So gesehen erwiesen diese Wähler mit ihrem Protest an falscher Stelle der Demokratie einen Bärendienst. Da diese Partei keine Möglichkeiten besitzt, wirklich Probleme lösen zu können, war es ein Trugschluss, sie hoffnungsvoll mit so vielen Stimmen auszustatten.

 

Der rechte Rand der CSU ist eigentlich gar nicht weit von der AfD entfernt, weshalb viele CSU-Stammwähler zur AfD abwanderten. Nun will die CSU diese Wähler wieder zurück holen und es ist zu befürchten, dass dies ausschließlich über die Ausländerpolitik geschieht. So gesehen gehören auch Teile der CSU zur Gefahr von Rechts. Sie nennen es "die rechte Flanke schließen". Es geht also rückwärtsgewandt nach vorn!

 

27.09.2017







Die CSU ist das Problem

 

"Rechts von der CSU darf es keine Partei mehr geben", so sagte es einst Franz Josef Strauß. Nun ist es passiert und die CSU verlor im sogenannten "Freistaat" viele Wähler an die AfD. In Bayern dürften es weniger Protestwähler sein, sondern gestandene Rechtskonservative und Ewig-Gestrige, die mit der Vergangenheit immer noch nicht abgeschlossen haben. Die "Leitkultur" und die "Obergrenze" der CSU war den abtrünnigen Wählern nicht genug. So zu tun, als sei die braune Vergangenheit vorbei, war ihnen zu viel. Sie hängen viel zu sehr an der Vergangenheit und es lacht ihnen das Herz, wenn Tiroler Kapellen auf dem Oktoberfest alte Nazi-Märsche spielen. Nun haben sich viele ehemalige CSU-Wähler entschieden.

 

So wählten viele Bayern lieber das braune Original als die Kopie. Nun will die CSU "die rechte Flanke wieder schließen", wie es heißt. Dabei geht es aber gar nicht um Patriotismus, sondern um knallharten Nationalismus, um Fremdenfeindlichkeit, um Überhhöhung der deutschen Rasse. Bayern reklamiert darauf das Monopol.

 

Sind allerdings alle AfD-Wähler Ewig-Gestrige? Eigentlich nicht.  Wie leicht es geht, sein Kreuz am falschen Platz zu machen, zeigt ein Beispiel aus meinem familiären Umfeld. Am Wahltag war eine junge Familie in einer bayerischen Stadt unterwegs zum Wahlbüro. Noch war völlig offen, wen sie wählen würden. In der Innenstadt trafen sie auf eine Gruppe junger männlicher  Migranten und Asylanten, die Frauen und Mädchen belästigten und sich flegelhaft benahmen. Ein Gedanke nach dem anderen aus der bekannten Klischeekiste der AfD kam zusammen und sie wählten - wie einfach - AfD. Kein differenziertes Denken, kein intelligenter Ansatz, sie wählten so, wie sie zu einem Waschmittel greifen, dessen Werbung ihnen lang genug eingehämmert wurde. Demokratie absurd - dümmer geht es nicht!

 

Was wird die CSU machen, um die rechte Flanke für solche Wähler wieder zu schließen? Wird sie für neue Gesetze und Verordnungen sorgen? Ohne die passenden Verbündeten wird das nicht gehen. Die CDU ist gut beraten, die Voralpen-Strategen kräftig herunter zu bremsen oder sich von ihnen loszusagen. Wenn keine Regierung zustande kommt, sollte die Wahl wiederholt werden. Dann aber mit getrennter CDU und CSU in allen Bundesländern und ohne die ganzen Tralala-Parteien unterhalb der 3%-Marke der letzten Wahl. Das wäre ehrlich und konsequent.

 

Klaus Klee

 

 

 

Wohneigentümer aufgepasst!

 

Immobilien, die von mehreren Eigentümern bewohnt werden, sollten von professionellen Immobilienverwaltern verwaltet werden. Wie findet man aber einen fähigen Verwalter, der sein Handwerk sehr gut ausübt? Oft folgt man Empfehlungen, die kompetente und vertrauenswürdige Personen aussprechen. Doch das schützt nicht immer vor einem Griff ins Klo, um es mal rustikal auszudrücken. Wer an einen Verwalter gerät, wie man ihn sich wünscht, wird Gott sei Dank nie enttäuscht werden. Es ist jedoch ratsam, sich mal mit Problemen zu befassen, damit man weiß, auf was man achten muss. Den nicht so passenden Verwalter erkennt man bereits, wenn er eine Immobilie besichtigt, die er demnächst verwalten soll. Sein Kennerblick erfasst Sanierungsbedarf, für den er ein passendes Handwerker-Netzwerk (so heißt das in der Fachsprache) bereit hält. Auch einen anderen Hausmeister, einen Reinigungsdienst, eine passende Aufzugswartung, Wartung der Feuerlöscher, der Heizung, andere Versicherungen etc. hat er im Repertoir. Eine Immobilie ist für ihn wie ein Wirtstier. Die reinen Kosten für die Verwaltung lassen sich locker aufbessern, wenn er auf eine zu seinen Absichten passende Eigentümergemeinschaft trifft. Die Kosten für die reine Verwaltungsleistung ist dann nur der Eintrittspreis. Freundliches, gar nettes Auftreten begünstigt es, zu überzeugen. Hat sich der nette Verwalter jedoch beim Beirat verkalkuliert, stehen massive Probleme ins Haus.

 

Eigentümer werden oft als "überfordert" angesehen

 

Leider werden Eigentümer von manchen Verwaltern gern pauschal als "überfordert" angesehen, weshalb vor Entscheidungen Informationen zurückgehalten werden, die Eigentümer angeblich überfordern. An die Stelle der eigenen Beurteilung soll der Glauben an die Rechtschaffenheit einer "Empfehlung" treten, der man unbedingt vertrauen soll. Bei größeren Sanierungs-Projekten wird damit ernstzunehmende Konkurrenz ausgeschaltet. Dabei muss jedoch der Verwaltungsbeirat mitspielen. Das ist allerdings für die Gemeinschaft gefährlich, wenn Interessen einiger Beirats- oder Ausschussmitglieder vor Interessen der Gemeinschaft rangieren oder Teile des Beirats absolut sachunkundig und unkritisch sind. Treffen sich dann die Wünsche des Verwalters mit denen einer kleinen mäßig kompetenten Gruppe, ist der Zusammenhalt der Mehrheit gefragt, denn alle Entscheidungen werden ja mehrheitlich getroffen. Spätestens hier zeigt sich, wer illoyal oder überfordert ist. Ein fähiger Verwaltungsbeirat ist deshalb ein absolutes MUSS!

 

Genutzte Dissonanzen unter Eigentümern


Erfahrene und integere Immobilienverwalter erkennen Dissonanzen unter Eigentümern und versuchen, befriedend und aufklärend zu wirken. Entscheidungen mit großer Mehrheit oder mit einstimmigem Beschluss sind nur dann gegeben, wenn Dissonanzen beseitigt oder zumindest im Griff sind. Kritisch wird es allerdings, wenn der Verwalter solche Dissonanzen nutzt, um eigene Ziele umzusetzen. Werden kompetente kritische Eigentümer auch noch gezielt diffamiert, um deren Glaubwürdigkeit zu untergraben, wird es besonders kritisch. Substanzielle Entscheidungen mit knappen Mehrheiten bedeuten, dass mindestens die Hälfte der Eigentümer in der Sache nicht überzeugt ist. Das Ziel ist für die Protagonisten scheinbar erreicht, aber die Akzeptanz für die Entscheidung fehlt. Das wirkt sich auf das zukünftige Zusammenleben der Gemeinschaft aus.

 

Blackbox des Verwalter-Netzwerks

 

Jeder Verwalter kann auf Handwerker, Dienstleister oder Versicherer zurückgreifen, die er aus Erfahrung empfehlen kann. Das ist auch dem Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e.V. bekannt. Der DDIV behandelt das Thema deshalb ausführlich in seiner Berufsordnung, zu deren Einhaltung sich die Mitglieder verpflichten. Der Grundgedanke ist eine Win-Win-Situation, bei der dem Auftraggeber und dem Vermittler bewusst ist, welcher beiderseitige Nutzen zu erwarten ist. Im Grund genommen müsste man vor jeder Beauftragung eine diesbezügliche Auskunft verlangen. Dies ist jedoch vielfach nicht der Fall.

 

Vertrauen ist eine komplexe Empfindung

 

Das Handeln eines Verwalters wird je nach vorhandenen Erwartungen beurteilt. Im Laufe der Zeit baut sich dadurch Vertrauen oder Misstrauen auf. Dabei wird man unterschiedliche Regelkreise unterschiedlich bewerten. Das reine Verwalten kann zum Beispiel höchst kompetent und zur Zufriedenheit erfolgen, wird jedoch getrübt, wenn andere Handlungsweisen, wie Indiskretionen, unübersichtliche Vorgehensweisen, das Nutzen von Gruppendissonanzen aus Eigennutz und andere Faktoren eine Rolle spielen. Werden beispielweise in Versammlungen Abstimmungsergebnisse wichtiger Entscheidungen verfälscht und deuten Begleitumstände nicht eindeutig auf einen harmlosen Irrtum hin, ist das Vertrauen schnell erschüttert. Kompetenz verhindert allerdings solche Eindrücke.

 

Ende mit Schrecken anstatt Schrecken ohne Ende

 

Wird in total verfahrenen Situationen von Eigentümern sinnbildlich die Reißleine gezogen, ist es für den Verwalter eigentlich schon zu spät. Wer wird einen Fallschirm noch einmal benutzen, wenn er sich zuvor nicht oder nicht rechtzeitig öffnete!? Die Zukunft des Verwalters ist bereits vorgezeichnet, denn Verwalter gibt es bekanntlich wie Sand am Meer.

 

21.09.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Immobilienverwalter, die im DDIV organisiert sind, haben sich dazu verpflichtet, die Berufsordnung zu erfüllen. Dafür erlaubt man ihnen, das Logo ihres Verbandes im Briefkopf zu führen. Es erfüllt dort die Funktion einer Empfehlung und eines Gütesiegels.

Immobilienberater, die solches nutzen, sind gut beraten, diese Berufsordnung einzuhalten.

 

Welche kritischen Sachverhalte hier explizit geregelt sind, zeigt ein Blick in die Berufsordnung des DDIV.

 

 

            Auszug aus der Berufsordnung des DDIV

                  Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e.V.

Zu den Zielen des DDIV gehört es u.A.

  • die Qualität der Tätigkeit als Immobilienverwalter sicherzustellen und durch verbindliche Anforderungen Vertrauen in Immobilienverwalter zu fördern.

Zu den Anforderungen der Berufsausübung gehört neben der Beachtung der Sorfalt eines ordentlichen Kaufmanns, dass er

  • bei seiner Tätigkeit die gesetzlichen Vorschriften beachtet und die Interessen seiner Auftraggeber wahrt.

  • Er hat keine Aufgaben zu übernehmen, die über seine Qualifikation und Erfahrung hinausgehen.

In den "Beziehungen zu Kunden und Auftraggebern" ist u.A. zu lesen:

  • Insbesondere hat er die rechtmäßigen Interessen seiner Auftraggeber zu schützen und sich loyal zu verhalten.

  • Die Belange der Kunden und Auftraggeber sowie die Information im Zusammenhang mit der Ausführung des Auftrages sind mit absoluter Diskretion zu behandeln.

  • Das Handeln des Immobilienverwalters ist von Rechtschaffenheit und Transparenz geprägt. Dieses Gebot sowie eine Informationspflicht gegenüber seinen Auftraggebern hat der Immobilienverwalter im Rahmen seiner Geschäftsbesorgung einzuhalten. Er nimmt keine Provisione, Rabatte oder Gewinne für die auf die Kunden anfallenden Kosten ohne deren vorheriges Einverständnis an. Er darf sich keine unzulässigen mittelbaren oder unmittelbaren Vorteile aus seiner Tätigkeit verschafffen.

  • Der Immobilienverwalter hat sicherzustellen, dass die mit den Auftraggebern eingegangenen Verpflichtungen schriftlich so fixiert werden, dass die gegenseitigen Interessen im Einklang stehen.

  • Persönliche Daten der Kunden und Auftraggeber sind in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht des Datenschutzes zu verarbeiten und dem Zweck entsprechend zu nutzen.

 

Wenn man Verwaltern aus Misstrauen auf die Schliche kommt, muss man mit treuherzigen Beteuerungen rechnen, weil das ja "eine Frage der Ehre" sei und man als Verwalter von der uneigennützigen Hilfe getrieben sei, wenn man Firmen seines Netzwerks zur Verfügung stellt. In den wenigsten Fällen ist das so. Wer sich in diesem Metier etwas auskennt und sich mit Benachteiligten unterhält, erfährt, wie diese ihre bisherigen Verträge hätten behalten können. Von Verwaltern werden oft sogar Konkurrenten "kollegial" Firmen des eigenen Netzwerks gegen eine Provision angeboten. Hier besteht ein kleines Marktsegement, das vielen gar nicht bekannt ist.

 

Den Verbänden bleibt es vorbehalten, die Einhaltung der Berufsordnung zu überprüfen, wenn Handlungsbedarf besteht. So weit muss es aber nicht kommen, wenn es wirklich eine Frage der Ehre ist.

 

Alles klar?

Der Wahlkampf nähert sich seinem Ende und die SPD scheint keine Chance mehr zu haben, ein Regierungsbündnis unter eigener Führung zu erreichen. Dennoch ist rein rechnerisch noch alles möglich, wenn die noch Unentschlossenen völlig unerwartet wählen und die bisherigen Nichtwähler ihren Entschluss überdenken würden. Letzteres halte ich für äußerst unwahrscheinlich, denn entschlossene Verweigerung hat gute Gründe. Wenn die Glaubwürdigkeit verloren ging und man selbst denen nicht mehr vertraut, die man einmal für ehrenhaft hielt, wendet man sich ab und zieht einen Strich darunter. Auch die Information, wählen sei doch im Sinne der Demokratie eine Pflicht, hilft nicht, wenn man sich dieser Demokratie nicht mehr verpflichtet fühlt. Da Politik inzwischen zu einem Regelkreis verkommen ist, in dem sich viele fragwürdige Karrieristen und Lobbyisten im eigenen Interesse tummeln, ist der Ruf nahezu der gesamten Politik mieserabel. Wer sich im Wahlkampf nur auf die Spitzenkandidaten konzentriert, sollte die Mannschaft und die Klientel nicht vergessen, die dahinter steht. Genau die regieren später unser Land in ihrem Geist. Es ist deshalb ratsam, sich die gesamte Wundertüte einer Partei anzuschauen und auf widersprüchliche Aussagen in deren Reihen zu achten.

 

Aufgesetzt wirkende Bürgernähe

 

Vor Wahlen suchen Politiker das Bad in der Menge, nur weil sie deren Stimmen haben wollen. In den meisten Fällen ist das der einzige Grund. Innerhalb der Wahlperioden interessieren sie sich mehrheitlich dann kaum mehr für die Wünsche, Sorgen und Erwartungen, denn man hat ihnen ja "das Vertrauen ausgesprochen", was sie zum freien Handeln berechtigt. Nach der Wahl sollen die Wähler spüren, wem sie das Vertrauen aussprachen, so zumindest funktioniert die Agitation der Opposition. Regierende setzen zu Beginn der Legislaturperioden  mit all ihren unpopulären Entscheidungen auf das Vergessen der Wähler. Am Ende der Perioden suchen sie dann wieder Bürgernähe, um zu ergründen, wie vergesslich die Wähler wirklich sind. Das Bemühen, junge Wähler verstärkt anzusprechen, ist dann der Versuch, unbedarfte Erstwähler erstmals zu beeinflussen.

 

So kämpft Martin Schulz aussichtslos gegen das Vergessen der letzten unter der SPD geführten Regierung, denn die Wähler wissen genau, was sich deswegen inzwischen in ihrem persönlichen Umfeld veränderte. Aus Protest wanderten sie Zug um Zug zu anderen Parteien ab oder wechselten ins Lager der Nichtwähler. Die Gewerkschaften orientierten sich ebenfalls neu, weil mit dieser Entwicklung ihre Mitgliederzahlen schwanden. Wer bezahlt schon weiter Gewerkschaftsbeiträge, wenn er seine Arbeit verlor oder das Geld des Ersatzjobs nicht zum Leben langt!? Es stellt sich die Frage, wie schlimm es noch kommen muss, um endlich einen Kurswechsel im Land herbei zu führen. Schulz kam möglicherweise zu früh und ist Opfer eines falschen Timings. Er hat sein Pulver fast verschossen.

 

Angela Merkel dagegen profitiert nach wie vor von ihrem deutlich spürbaren Intellekt und ihren sparsamen Festlegungen, die man ihr verzeiht. Die Wähler vertrauen auf ihre spontanen rationalen Entscheidungen, die sie selbst allerdings dann gedanklich nicht restlos durchdringen können. Im TV-Duell ließ sie kurz aufblitzen, dass sie alle Unionsflügel und schlauen Gruppierungen mir ihren Ideen im Griff hat, so dass sich die Wähler nicht von Informationen einzelner Unionspolitiker verunsichern lassen sollten. Jede Partei hat Flügel, die sich bekämpfen. Solang Merkel deutlich macht, dass kein Weg an ihr vorbei geht, hat sie ihren Laden im Griff, wie einst Helmut Kohl, ehe sein Ast innerparteilich abgesägt wurde, als das Maß seiner Übermacht voll war.

 

Die kleineren Parteien und Gruppierungen rangeln noch um ihre Plätze. Nachdem die Grünen mit ihrer TV-Anbiederung an die CDU klare Akzente setzte, dürften sie kaum mehr Zweitstimmen von SPD-Wählern bekommen. Der Trend beweist das. Die AfD wird hoffentlich noch von den LINKEN deutlich geschwächt. Die FDP mit ihrem neoliberalen Quark in neuen Verpackungen spricht ohnehin nur ihre kleine traditionelle Klientel an und die sonstigen Splitterparteien zersplittern nur das Restpotenzial der Stimmen.

 

In der letzten Woche des Wahlkampfs wird noch einmal Schmutz hochkommen, denn das ist immer das letzte Mittel in Wahlkämpfen, weil die Zeit zum Richtigstellen fehlt. Es ist nur schade, dass die abgegeben Stimmen überwiegend für Verunsicherung sorgen, ob man sein Kreuz wirklich an der richtigen Stelle machte. Die Hoffnung stirbt halt zuletzt.

 

13.09.2017






Wirkung des ersten TV-Spitzenduells
auf junge Menschen:




"Wenn ich groß bin,
wähle ich die,
die mir keinen Ärger machen,
wenn ich sie nicht wähle!"


"Hmmm...."

 

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Eigentlich ist die Lage ganz einfach zu erklären. Die rot/grüne Koalition schuf vor einigen Jahren mitten in einer Wirtschaftskrise mit höchstumstrittenen Entscheidungen genau den Grundstein für unsere heutige gute wirtschafliche Lage. Gleichzeitig gab es schwere soziale und arbeitsrechtliche Einschnitte, wegen denen sich die Gewerkschaften von der SPD abwandten. Die Kinder- und die Altersarmut stiegen rasant an, die Zahl der befristeten Arbeitverhältnisse verdreifachte sich, die Minijobs tragen nicht mehr zum Aufbau einer lebenswerten Rente bei und vieles mehr verschlechterte sich. Das Volk teilt sich immer stärker in Arm und Reich, wobei der Reichtum auf der Armut der Vergessenen aufbaut. Hinzu kommt die ruinöse Geldpolitik der EZB, bei der die Sparer der BRD über ihre fehlenden Kapitalerträge die Entschuldung der südlichen europäischen Länder bezahlen. Letztendlich sollen wir sogar bis 67 und länger arbeiten, obwohl die Menschen im europäischen Ausland bereits mit 50 oder 55 Jahren in Rente gehen und teilweise höhere Renten beziehen, als Menschen die 45 Jahre gearbeitet haben. Es wäre jetzt angebracht, dass wir auf dem Höhepunkt unserer nationalen Wirtschaftkraft genau die Parteien wählen, die dafür den Grundstein legten, damit sie selbst viele Maßnahmen der neuen Situation anpassen. Schleißlich waren die Maßnahmen aus der Not geboren. Nun ist diese wirtschaftliche Not beseitigt, so sollten auch die Maßnahmen wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden.

 

Die Nutznießer drehten weiter an der Schraube

 

CDU/CSU und die FDP waren die politischen Nutznießer der überzogenen Reformen und drehten aus purem Unverständnis weiter an der Schraube, als wollten sie ein Zitrone restlos auspressen. Die linksorientierten politischen Kräfte fanden nicht wieder zusammen, um die Entwicklung zu bremsen. Als die FDP in Regierungsverantwortung den Bogen restlos überspannte, besann sich Angela Merkel allmählich, ließ Teile des SPD-Programms in  ihre Wahlkampfstrategie einfließen und machte sich damit bereit für eine große Koalition. Die SPD verwirklichte dann in der Koalition große Teile ihrer Politik, musste jedoch permanent das Störfeuer der CSU in Kauf nehmen. Tatsache ist, dass die SPD allein die negativen Folgen früherer Politik nicht stoppen konnte. Nun wäre es an der Zeit, dass sich der linke politische Flügel darum bemüht, die Regierungsvedrantwortung zu übernehmen, um spürbare Veränderungen zu erwirken. Sie kennen genau die Schrauben, an denen man wirklich drehen muss.

 

Das müssen aber die Wähler erkennen!

Wenn nicht jetzt, wann dann!?

 

31.08.2017





Denke mal drüber nach!

Die Zeiten sind doch vorbei, in denen es eine echte Mittelschicht gab, die es sich leisten konnte, so zu wählen, als seien sie bessere Bundesbürger weil sie besser verdienten als diejenigen, die in befristeter Beschäftigung waren oder gar arbeitslos. Die Firmen haben die mittlere Ebene abgeschafft, wodurch es nun nur noch Oben und Unten gibt.

Wer nun nicht zu denen der Oberschicht gehört oder als Selbständiger Glücksritter lebt, sollte sich doch politisch dort orientieren, wo das Leben sozialer und lebensgerechter gestaltet wird. Der Schritt vom sicheren Job zu Hartz IV ist heute nur noch sehr klein und hängt von vielen Unwägbarkeiten, aber auch von den Machenschaften der Oberschicht ab. Hier helfen nur starke Gewerkschaften und sozialorientierte Parteien. Das hat uns viele Jahre aus dem Nichts nach oben gebracht.

 

Leider machen wir Deutschen immer alles recht gründlich. So auch mit den Sozialreformen während der Wirtschaftskrise. Viele Maßnahmen schossen weit übers Ziel hinaus, weil man schnelle Auwirkungen wollte. Nun geht es Deuschland wirtschaftlich wieder gut, aber vielen Menschen  schlecht oder sie leben in Unsicherheit. Wir sollten bei dieser Bundestagswahl diejenigen wählen, die ihre damaligen Fehler korrigieren wollen und unser Leben wieder lebenswert machen. Die Falschen zu wählen entspricht einer Art Rattenmentalität - es sich gut gehen zu lassen von dem, was von den reichgedeckten Tischen abfällt.

Klaus Klee

 

Realist bleiben

Vor jeder Wahl erleben wir stets die gleiche Situation. Wir sollen uns Gedanken machen, welchen Politikern wir vertrauen. Auch 4 Wochen vor der Wahl ist die Hälfte der Wähler noch unentschlossen und ein großer Teil von ihnen wird den Wahlurnen fern bleiben. Es wäre jedoch zu einfach, hierfür den Wählern die Schuld zu geben. Die Ursachen liegen eindeutig im Feld der Politiker und denen, die Politiker für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Letzteren geht es nicht um "die Politik", sondern nur um ihren eigenen Vorteil. Als Parteispenden getarnt und per Gesetz legitimiert handelt es sich bei Zuwendungen an die Parteien schlicht um Korruption, wenn dafür bestimmte Verhaltensweisen erwartet werden. Der Eine zahlt und der Andere liefert - so einfach ist das! Den verstorbenen Altbundeskanzler Kohl kostete der Umgang mit solchen Zahlungen seinen guten Ruf. Andere Politiker verschwanden sogar ganz vom Bildschirm. Interessant sind die Maskeraden, unter denen die Parteien und Wahlalternativen daher kommen, um erfolgreich zu sein. Da wird dem Wahlvolk im Wahlkampf wirklich was geboten. Leider vielfach nur immer wieder das, was die Meinung der wirklichen Wähler nur bestärkt. Anhänger werden mit dem bedient, was sie hören wollen und Gegner bauen dabei ihr Schutzschild gegen diese Sprüche weiter auf. Es fehlt gewaltig an Glaubwürdigkeit. Nicht grundlos genießt der Berufspolitiker den zweitschlechtesten Ruf aller, die Vertrauen für ihr Geschäft brauchen. Die Wahl heißt oftmals Pest oder Cholera.

 

Nach gemeinschaftsdienlichen Gesinnungen suchen

 

Wer wirklich "Politik" meint, wenn er zur Wahl geht, also alle Maßnahmen einer Regierung, die auf die Verwirklichung bestimmter Ziele in Staat und Gesellschaft hinwirken, muss sich informieren. Da die Wahlprogramme die Verhandlungsbasis für Koalitionen darstellen, muss man sich nicht nur deren Inhalte ansehen, sondern auch für den Koalitionsfall erkennen, welche Zutaten nicht in eine Suppe passen, die schmecken soll. Manche Zutaten vertragen sich nun mal überhaupt nicht miteinander und einige Köche gehören nicht in die Küche.

Die CDU ging bei der letzten Bundestagswahl den Weg, alle griffigen Themen und deren Aussagen von der Konkurrenz aufzusaugen, um deren Stimmen zu ergattern. Bei der CDU führte die anschließende große Koaklition teilweise zur ungewollten Sozialdemokratisierung. Hier sollte man aber lieber das Original wählen.

Jeder Wähler hat eine natürliche Gesinnung, die seiner Grundsicherung und seinen Zusatzwünschen entspricht. Für beides richtig zu liefern, fällt Regierungen offensichtlich schwer. Man sollte deshalb nur Versprechungen glauben, die ohne Probleme erreichbar sind. Auf Veranstaltungen lernt man die Politiker besonders gut kennen, wenn es möglich ist, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Bekanntlich umschwärmen ja viele Motten das Licht. Vergessen Sie dabei einen wichtigen Hinweis nicht: "Sage mir, mit wem Du gehst und ich sage Dir, wer Du bist". Wenn Sie allzu lang mit Politikern sprechen, werden sie leicht in den falschen Topf geworfen. Schauen Sie sich an, wer alles zu welchem Verein gehört und entscheiden sie dann, ob Sie in der richtigen Gesellschaft sind. Bleiben Sie dabei Realist, dann klappt es auch mit der Wahl.

 

24.08.2017

 






 

Es geht um die Wurst

Fünf Wochen bleiben den Bürgern noch, um sich eine Meinung zu bilden oder sie zu festigen, um ihr Kreuz an die Stelle zu setzen, die sie persönlich für richtig halten. Die momentan aussichtsreichste Partei, die unsere neue Regierung anführen könnte, ist die CDU. Das ist zunächst unerklärlich, wenn man sich das Kabinett mal genauer ansieht. Keine einzige Person von CDU und CSU überzeugt wirklich. Sie besitzen ihre hoch dotierten Posten von Angelas Gnaden. So krautern die CSU-Haflinger munter drauf los, werden immer wieder zurück gepfiffen, Ost-Restbestände zelebrieren Unvermögen und Ratlosigkeit, die Kettenhunde der Kanzlerin sind nur noch für die Distanz zuständig, die sich die Kanzlerin zu Themen und Volk gönnt, die Vertreterinnen der Frauenquote mühen sich ab und die Spitzenkraft unter ihnen befehligt das Militär. Und wo sind die Anderen, die wir gewählt haben? Sieht man sich Bundestagsdebatten an, so sind zwei Drittel der Plätze leer, oftmals nahezu 90 Prozent? Genau die, die irgendwo anders sind,  sollen wir aber wählen und zu Kanzlermachern küren. Alle blicken auf Merkel. Angela Merkel ist international mit ihrem beredten Schweigen eine Lichtgestalt. Sie schweigt mit mehr Niveau, als Donald Trump mit Tausend Worten vermitteln kann. Sie hat zwar für Vieles auch keine Lösung, die sie durchsetzen könnte, man hört ihr allerdings interessiert zu, wenn sie was sagt. Das wird die Wahl bestimmen. Damit kauft man sich aber auch den ganzen Rest der Truppe ein.

 

Europa und die Welt, das sind Merkels Themen. Sie pflegt das Erbe ihrer Vorgänger und muss mit der Ost-Erweiterung der EU wohl oder übel leben. Dass auf einen Lech Walesa mal ein Jarosław Aleksander Kaczyński folgen könnte und ein Viktor Mihály Orbán eine derart nationalistische Politik umsetzen würde, die Engländer aus der EU aussteigen und der europäische Süden die Sparer mal die gesamten Zinserträge kosten würde, die gesamte Republik in eine soziale Schieflage gerät und Deutschland wegen fehlender Solidarität von einer Flüchtlingswelle überschwemmt wird, das war nicht alles so voraus zu sehen. Krisenbewältigung war allerdings noch nie die Stärke der CDU-Politiker. Sie nutzten bestenfalls immer wieder die Gunst der Stunde, die ihnen Andere boten.


Es geht um die Wurst

 

Egal, welche Partei wir auch immer wählen, wir wählen die Kandidaten zur Regierungsbildung, also die Wurst. Geworben wird aber mit der Hülle - also den Spitzenkandidaten fürs Kanzleramt. Einige Abgeordnete werden in der zukünftigen Regierung verwurstelt, wenn sie zur Mischung passen. Eigentlich ist der einzelne Abgeordnete regierungsstrategisch lediglich eine Art Hans Wurst, der nur das Ergebnis einer einzigen Wahl abbildet. Innerparteiliche Netzwerke dienen Abgeordneten dabei vorrangig zur Besetzung der Plätze an den Futtertrögen der Nation, die dazu geeignet sind, eine spätere Karriere in der Privatwirtschaft zu ermöglichen. Dazu reden sie in ihren Wahlkreisen allerlei abstruses Zeug, das sie gar nicht  einzulösen imstande sind. Damit die Wähler ihnen glauben, holen sie sich prominente Parteimitglieder, wie zum Beispiel die Kanzlerin oder ihren Herausforderer in den Wahlkreis, die dann so einfältige Sätze loslassen, wie "Wir wollen unseren Kindern keinen Schuldenberg hinterlassen", wohl wissend, dass dieser überhaupt nicht abgebaut wird. Die Wähler sollen glauben, mit ihrem eigenen Beitrag zur Konsolidierung - also dem Griff in ihre Tasche - würden sie Schulden abbauen, die sie angeblich verursacht hätten, weil sie stets die falschen Kandidaten wählten.

 

Doch wer sind die richtigen Kandidaten?

 

Martin Schulz, der ausgemusterte Europa-Politiker, galt zunächst als Lichtgestalt und die SPD glaubte bereits an einen Wahlerfolg. Angela Merkel blieb da ganz gelassen, denn "der kocht ooch nur mit Wasser". Jetzt hat er fast alle Wassersorten thematisch durch und die Werte sind wieder im Keller. Kaum ein Kandidat zur Bundestagswahl kann ihn in seinem Wahlkreis als Zugpferd wirklich gebrauchen. Dennoch kommt er und kämpft im Grund genommen für sich selbst. Die Phrasen sind seit Jahren abgedroschen und nur mit neuen Schleifchen versehen. Wer setzt schon auf einen Boxer, der von Stärke redet, der aber keinen Punch besitzt?!

 

Christian Lindner mit seinen Retro-Liberalen setzt auf die zweite Chance, die man seiner Partei einräumen soll, wenn man wirklich vergessen könnte, was diese Partei so alles angerichtet hat. Da muss man schon auf Hans Dietrich Genscher, Gerhart Baum und Burkhard Hirsch zurückblicken, um seine positiven Erinnerungen zu aktivieren. Natürlich ist die FDP eine Partei mit einer Wählerbasis, die eine bestimmte Art von Liberalität im Auge hat. Ein verlässlicher Partner war sie jedoch nie.

 

Den einst so starken Grünen schadet ihr starker Zug in die Mitte, in der sich bereits zu viele tummeln. Ökologisch gesehen haben sie immer noch die richtigen Themen, bilden damit aber nur noch eine dünne Hülle. Wer die mag, nimmt den Rest der Wurst in Kauf. Es fehlen einfach die Lichtgestalten.

 

Die Linken sind bereits verwurstelt mit gesamtdeutschen Zutaten. Wer sie wählt, wählt sie in jedem Bundesland aus einem anderen Grund, denn sie decken verdammt viel ab, was andere Parteien abgegeben haben. Mit ihren Zutaten würden sie zu jeder Koalition passen, jedoch deren Gesamtgeschmack verderben.

 

Eine Hülle, die jederzeit aufplatzen kann, ist die AfD, eine Art braune Wurst mit Pegida-Senf. Sie sammelt eifrig Wähler ein, die orientierungslos wütend sind - und das sind viele Wähler. Welche Politik von ihnen zu erwarten ist, kann man nicht hoffen, man muss sie fürchten.

 

"So, lieber Wähler, nun musst Du dich entscheiden!", würde Susi sagen.

Wer zur Wahl geht, sollte mit Herz und Verstand wählen - auf jeden Fall aber wählen!

 

19.08.2017

 








 

 

Verständnisvolles

Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Sie nicht richtig verstanden werden, obwohl Sie sich klar und deutlich ausdrücken und keine Zweifel daran lassen, was Sie für richtig halten? Dann liegt das zweifelsfrei an Ihnen, denn Sie bewegen sich in der falschen Gesellschaft und nehmen Dinge ernst, über denen Sie eigentlich stehen sollten. Manchmal kann man sich die Gesellschaft, in der man lebt, aber nicht aussuchen. Entweder war man etwas früher Teil der Gesellschaft und hat nun Probleme mit denen, die nachher hinzu kamen oder man hat andere Teile der Gesellschaft bisher falsch eingeschätzt. Das Resultat ist allerdings das gleiche. Es ist nun die Frage, wie Sie das Beste daraus machen. Zunächst kann bei der Verständigung  angesetzt werden. Aber Vorsicht: Nicht jeder Teilnehmer eines Gesprächs hat die gleichen Voraussetzungen und Informationen, die Ihnen absolut geläufig sind. Hier müsste man zunächst erst einmal den Information- und Wissensstand der Gesprächsteilnehmer ergründen. Das kann jedoch als ehrenrührig empfunden werden, nach dem Motto "Ich bin doch nicht blöd!" Und wer will schon für blöd gehalten werden!?

 

Nein - der richtigere Kommunikationsansatz ist nach wichtigen Gesprächen das Führen von Protokollen, die jeder so oft wie nötig nochmals lesen kann, damit auch wirklich begriffen wird, was vereinbart wurde. Vor jedem Themenwechsel innerhalb des Gesprächs sollte zudem das Gesprächsergebnis oder wesentliche divergierende Inhalte nochmals vorgelesen werden, ehe das Protokoll verabschiedet wird. Ein anderes Mittel wäre die Kontrollfrage, aus deren individueller Beantwortung der noch nötige Gesprächsbedarf ermittelt werden kann. Äußerungen, wie "darüber möchte ich noch eine Nacht schlafen (nachdenken)" werden dann nicht mehr als Zustimmung oder Ablehnung ausgelegt, sondern als noch offene Frage.

 

Eine andere Art der Kommunikation ist generell die Schriftform. Das kann im direkten Kontakt oder über ein Netzwerk erfolgen, aus dem man Informationen abruft, wenn man sie haben möchte. Ich persönlich bevorzuge kleine sachbezogene Artikel auf meiner Homepage, denen jeder Leser entnehmen kann, welche Informationen ich habe und wie ich über bestimmte Sachverhalte denke, wie auch in diesem Artikel. Jeder Leser kann dann sogar überprüfen, ob ich auch danach lebe, was ich so schreibe. Das muss sein, wenn man glaubhaft sein will. Den Artikeln gehen stets Ursachenforschungen voraus, die Pro und Contra einschließen. Auch hier - wie in Protokollen - kann jeder Leser, der auf der persönlichen Suche nach der Wahrheit ist, so oft nachlesen und auch anderswo recherchieren, bis eine eigene tragfähige Erkenntnis reift. Je nachdem, wie oft jemand nachdenken muss, kann das etwas dauern. Im direkten Gespräch stünde diese Zeit gar nicht zur Verfügung, es sei denn, man begreift sehr schnell.

 

Übel ist die Unsitte, alles nur so zu lesen oder zu hören, wie man es verstehen möchte. Das setzt Unterstellungen voraus, die scheinbar nicht unterdrückt werden können. Das ist sehr oft auf Erfahrungen aus Situationen zurückzuführen, in denen man bereits früher zu spät oder gar nicht begriff, was Sache war und deshalb nun nach bestimmten Inhalten sucht, um eigene Annahmen zu bestätigen. Wenn man jedoch vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, kann man sich leicht verirren. Hier hilft nur ein klarer Kopf.

 

Kleiner Trost: Auch dem Gescheitesten unterlaufen Fehler, wenn er seinen Verstand nicht richtig einsetzt. Warum sollte das nicht auch anderen Menschen passieren!?

 

06.08.2017

 








Manchmal ist es nicht mehr zum Lachen

 

Worte verdrehen sich nicht von selbst, das ist eine Tatsache. Immer dann, wenn es ums Verstehen geht, beginnen sich bei vielen Menschen die wichtigsten Worte von Sätzen zu verdrehen, wodurch sich Aussagen total verändern können. Mit gesundem Menschenverstand passiert das nur dann, wenn damit eine Absicht verbunden ist, denn auch Taktierern mit gesundem Menschenverstand ist die böse Absicht, die damit verbunden ist, bewusst. Leider schließen sich immer wieder Mitmenschen solchen verdrehten Ansichten an, weil sie schlichtweg überfordert sind. Wenn das sehr oft passiert, entwickeln davon Betroffene eine Art verständnisvolles Mitleid mit den Überforderten und eine starke Aversion gegen absichtliche Wortverdreher, denen Überforderte auf den Leim gingen. Absichtliches falsches Verstehen scheint diese Personen von der Art her zu verbinden. Das kann sehr störend sein und ist dann nicht mehr zum Lachen.

 

Herzlich lachen kann man dagegen hinter vorgehaltener Hand über Mitmenschen, die einfach nicht in der Lage sind, schlüssige Gedanken zu entwickeln und dennoch tragende Rollen übernehmen. Offensichtlich ist das Selbstbewusstsein stärker als die Fähigkeit der Selbsteinschätzung. Werden unprofessionelle Handlungen oder stark opportunistische Fehlverhalten solcher Personen öffentlich gerügt und Aufgaben anders delegiert, sind Personen dem Gespött preisgegeben. Eigentlich eine gerechte Strafe für Wortverdreherei, intrigantes Verhalten und nicht erkanntes Unvermögen. Das will man ihnen aber nun doch nicht antun.

Oder vielleicht doch?!

 

Absolute Extremfälle verirrter Selbsteinschätzung sind unheilbar und werden immer wieder die gleichen Fehler machen. Hält man ihnen dieses Fehlverhalten vor, überziehen sie erneut. Auch das ist manchmal nicht mehr zum Lachen!

 

Klaus Klee

 

Ticken - aber richtig

Umgangssprachlich hört man immer wieder die Frage: "Wie tickt denn der?" In dieser Formulierung wird zum Ausdruck gebracht, dass sich Menschen nicht im Gleichklang  mit Normen der Gesellschaft befinden, also deren Regeln und ethische Grundsätze nicht befolgen. Im Grund genommen fällt der Satz stets dann, wenn eine Erwartungshaltung nicht erfüllt wird. In einem Umfeld, in dem gleich mehrere Personen "nicht richtig ticken", kann das ein gewaltiges Chaos auslösen. Deshalb wäre es gut, wenn jeder nur auf seine Art "tickt" und man kollektives Ticken vermeiden würde. Selten wird bedacht, dass Verhaltensweisen auch medizinische Ursachen haben können und vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden. Folgt man Menschen kollektiv, die solche Störungen haben, obwohl man selbst diese Störungen nicht hat, sitzt man Irreführungen auf, die meist schwere Folgen haben. Im schlimmsten Fall badet man das Problem desjenigen aus, dem man gerade folgt. Deshalb ist es wichtig, dass man selbst richtig tickt und sich nicht fortwährend ein X für ein U vormachen lässt.

 

Fatale Zusammenhänge

 

Dort, wo Menschen zusammenleben, sind unterschiedliche Ansichten und Auffassungen alltäglich. Schnell entstehen Dissonanzen, wenn anstelle von Fakten nur Annahmen und Spekulationen benutzt werden, weil nicht in einem frühen Stadium offen miteinander gesprochen wird. Kommt es zum Gespräch, weil Unterstellungen und üble Nachreden bereits im Umlauf sind, entsteht Stress, der den Sympathikus aktiviert. Die Folgen sind bei den Gesprächsteilnehmern ganz verschieden. Während der Eine noch mit einem tollkünen "Du lügst" nachlegt, ohne auch nur einen Fakt dafür benennen zu können, laufen beim so diffamierten Menschen bereits organische Reaktionen ab, die den Kampf- oder Fluchtreflex auslösen. Aktiviert der Sympathikus den Kampfreflex, so stellt der Körper alles zur Verfügung, was zum Kampf benötigt wird. Entscheidet sich der Sympathikus für den Fluchtreflex, laufen ganz andere organische Reaktionen ab.

 

Wie tickt man richtig?

 

Zum "richtigen Ticken" führen zunächst einmal Körperbeherrschung und Selbstdisziplin. Das pragmatische Vorgehen ist HIER ausführlich beschrieben. Beherrscht man das, kann man den HIER beschriebenen Auswirkungen einigermaßen aus dem Weg gehen. Das ist aber leichter gesagt, als getan. Es kommt immer auf den Grad der Erregung an, in die man versetzt wird. Wird man mit haltlosen Behauptungen und Unterstellungen überschüttet und/oder schikaniert bzw. gemobbt, reagiert das Gehirn - meist auf der Gehirn-/Darm-Achse - selbsttätig. Ein derart aggresives Verhalten kann deshalb als Körperverletzung gewertet werden. Der Angreifer ist sich aber wegen seiner in Gehirn und Körper ablaufenden Reaktionen dessen meist gar nicht bewusst. Ist er sich dessen bewusst, so ist das eine klare Kampfansage. Die Verletzungen werden dann bewusst ausgeübt.

 

Nun ist ja allgemein bekannt, wo Kämpfe hinführen. Sie bescheren einem der Kontrahenten einen Sieg und dem Anderen eine Niederlage, meistens mit Fluchtreflex, der noch lange nachwirkt. So weit muss es aber nicht kommen, wenn man richtig tickt.

 

22.07.2017

 







Falsches Spiel führt selten zum Ziel

 

Anderen ein X für ein U vorzumachen, ist ein untrügliches Indiz dafür, dass derjenige,  der auch bloß den Versuch unternimmt, nicht richtig tickt. Eine Täuschungsabsicht geht stets mit der unverschämten Annahme einher, der zu täuschende Gegenüber oder eine ganze Gruppe von Personen seien so einfältig, das falsche Spiel nicht zu erkennen. Allein das ist schon ein absolutes NoGo, wie man neudeutsch so schön sagt.

 

Woher kommt aber der Eindruck,

man hätte mit einer Personengruppe leichtes Spiel?

  • Wahrscheinlich hält man sie für dumm genug, ein falsches Spiel nicht zu durchschauen.

  • Ein anderer Grund für die Annahme, man käme mit einem Täuschungsmanöver durch, kann am bereitwilligen Mitmachen einiger Personen liegen, wenn Dissonanzen innerhalb der Gruppe bestehen.

  • Der dritte Grund zur Hoffnung, mit einem falschen Spiel zum eigenen Ziel zu kommen, ist das Bewusstsein der Trägheit vieler Gruppenmitglieder, mit deren phlegmatischer Art sich womöglich Mehrheiten bilden lassen.

Personen, die richtig ticken, erkennen, wenn ein falsches Spiel gespielt wird. Es reicht, wenn einer der richtig tickenden Personen die Machenschaften aufdeckt und den gutgläubig verarschten Gruppenmitgliedern das schäbige Spiel vor Augen führt. Geschieht das sogar öffentlichkeitsnah, ist das falsche Spiel restlos gescheitert und die Folgen sind gravierend. In einer homogenen Personengruppe ist fortan für ihn kein Platz mehr. Das wird allen sehr schnell klar und oft bleibt nur die Flucht, um womöglich anderenorts für neue falsche Spiele zu sorgen. Es liegt halt so in diesen Menschen drin. Ändern werden sie sich nie!





 

Verhältnismäßigkeit der Mittel

In allen Bereichen des Lebens werden immer wieder rote Linien überschritten. Das wirft die Frage auf, ob wir zu viele rote Linien aufgebaut haben und diese deshalb nicht mehr akzeptiert werden. Rote Linien sollen jedoch zeigen: "Bis hierher und nicht weiter!" Wer eine rote Linie zieht, muss sich heute dafür rechtfertigen. Die Berechtigung besteht auf jeden Fall, wenn damit eine Gefahr abgewehrt wird oder allgemeingültige Normen verletzt werden. Auch wenn gültige Vereinbarungen nicht eingehalten werden oder über gewisse Grenzen hinaus ausgelegt werden, ist eine Intervention angebracht. Wenn notwendig, muss diese auch sehr deutlich ausfallen. Oberstes Gebot für das Beilegen von Situationen, die aus dem Ruder laufen, ist die Beachtung der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Wird eine Intervention sofort verstanden und unterbleiben die beanstandeten Handlungen unverzüglich, kommt ein ernstes Problem gar nicht auf. Werden jedoch die Handlungen fortgesetzt, steht die Frage im Raum, welche Mittel man einsetzt, um endlich eine Änderung herbei zu führen. In der großen Politik entstehen dabei gelegentlich Kriege, die aus dem Ruder laufen. In kleinen Regelkreisen kommen gewachsene Beziehungen ins Wanken. Bei großen oder kleinen Problemen ist die Systematik der Eskalation allerdings gleich: Jede Seite verstärkt den Druck und erschwert die Rückkehr zur Vernunft. Vernunft und Verhältnismäßigkeit sind aber der Schlüssel zum Erfolg.

 

Je nach dem, welche rote Linie wie weit überschritten wurde und wie groß die Gefahr der Fortsetzung strittiger Vorgehensweisen ist, kommen bewährte Vorgehensweisen zum Einsatz. In der großen Politik spricht man von Sanktionen, um die Bereitschaft zur Vernunft herbei zu führen, wenn diese nicht erkennbar ist. Sanktionen zielen stets darauf ab, den Gegner empfindlich zu schwächen und/oder ihn so zu isolieren, damit er keine Allianzen bilden oder weiter ausbauen kann. Auch große Staatsmänner oder -frauen wie Trump, Erdogan, Putin, Kim Jong Un, Orbán oder May und Andere überschreiten immer wieder rote Linien. Nur ist die Verhältnismäßigkeit geeigneter Mittel hier kritischer zu sehen als bei plumpen Gewalthandlungen, wie sie gerade in Hamburg ablaufen. Jede Situation erfordert eine andere Vorgehensweise.

 

Wir Bürger, die wir nur über die Verhältnismäßigkeit von Mitteln unseres eigenen Lebensumfelds befinden können, sollten uns ebenfalls daran orientieren, wo und wie man die Überschreiter roter Linien bei fortgesetzter Uneinsichtigkeit besonders empfindlich treffen kann. Je nach ihrem gesellschaftlichen Stand oder ihrem Platz in einer Gemeinschaft gestaltet sich das anders. Auch der Verstand des Gegners, der über das Verstehen des Anliegens und die Auswirkungen von Sanktionen urteilt, beeinflusst die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Schließlich soll effektiv begriffen werden, was falsch gemacht wurde. Das ist die Voraussetzung für eine positive Veränderung.

 

Sehr effektiv ist in solchen Situationen psychischer Druck. Dauerverweigerer der Beachtung roter Linien greifen als Ersatz zu vernünftigem Verhalten zu Schikanen und mobbingähnlichen Verhaltensweisen gegen diejenigen, die ihr Kernverhalten beanstanden. Ob im Ukraine-Konflikt, der Flüchtlingsproblematik oder dem Spielen mit Atomwaffen etc., Unvernunft ist immer mit weiteren Provokationen verbunden, die darauf abzielen, dass Kritik eingestellt wird. Probleme wurden durch solche Reaktionen noch nie gelöst. Das Bemühen, Fehlverhalten auf einen kleinen Kreis zu beschränken und die Überschreiter roter Linien zu isolieren, dient jedoch der Stärkung der zu schützenden Gemeinschaft.

 

Oft kommt die Frage auf, ob die Verhältnismäßigkeit der Mittel noch gewahrt ist, wenn nach einer Einigung der Druck aufrecht erhalten wird, wie zum Beispiel gegenüber den Griechen. Die Fortsetzung des Drucks ist oft der Fall, wenn Zweifel an der Nachhaltigkeit bestehen. Es soll bewirkt werden, dass alles und noch mehr getan wird, um endgültig hinter roten Linien zu bleiben. Erst, wenn das gewährleistet ist, sollte der Druck reduziert oder ganz weggenommen werden.

 

Die beste Art, Sanktionen und Diskussionen um Verhältnismäßigkeit aus dem Weg zu gehen, ist das Beachten von roten Linien, von Regeln funktionierender Einheiten, des Anstands, der Ehrlichkeit und der Aufrichtigkeit. Dazu gehört auch das richtige Einordnen eigener Wünsche und Bedürfnisse. Wer den richtigen Mittelweg findet, kommt mit Problemen erst gar nicht in Berührung. Dafür sind rote Linien da.

 

08.07.2017

 





 

Notwendige Erinnerungskultur

 

 

 

Wo Nationen oder ganz allgemein Menschen zusammenleben, werden Regeln des Zusammenlebens aufgestellt, um gut miteinander aus zu kommen. Das ist schon deshalb erforderlich, weil mehr Interessen und Absichten bestehen als die dazu passende Vernunft. Die Einen wollen in Frieden leben und schätzen eine Lebensart ihres Niveaus, Andere haben nur ihren Vorteil im Sinn und pfeifen auf Ethik und Moral. Werden sie auf den Boden funktionierender Formen des friedlichen Zusammenlebens zurück geholt, kann alles gut werden. Leider bleibt sehr oft weiterhin die böse Absicht in den Köpfen. Jeden Moment kann das vermeintlich Überwundene wieder aufbrechen. Zu diesem Zweck gibt es die Erinnerungskultur. Sie soll auffällig gewordene Menschen an ihre Taten erinnern und denen, denen die Auswirkungen dieser Taten noch bevorstehen, informieren und warnen.

 

Die gravierndste Erinnerung für uns Deutsche ist die Erinnerung an den Holocaust und die Verbrechen der Nazi-Zeit, die Russen haben die Taten des stalinistischen Regimes, andere Staaten ebenfalls ihre speziellen Erinnerungen. Aber auch in der kleinen Welt von uns Bürgern gibt es Dinge, an die immer wieder erinnert werden muss, weil die Auswirkungen gravierend waren. Zwar gibt es den Spruch: "Da ist endlich Gras über eine Sache gewachsen, kommt da so ein Kamel und frisst es wieder ab!", doch man sollte ihn nur als Joke nehmen.

Erinnerung kann Situationen resetten, die erneut aus dem Ruder laufen. Erinnerung ist wichtig!

 

Für den Betroffenen ist das Daran-erinnert-werden natürlich beklemmend und höchst ärgerlich. Es vermittelt jedoch eindrucksvoll die Befürchtung des Rückfalls. Mitunter kann die permanente Erinnerung an Verfehlungen Teil einer gerechten Strafe sein. Straftäter, die ihre Strafe abgesessen haben, sind immer wieder Opfer der Erinnerung ihres Lebensumfelds, selbst wenn sie geläutert sein sollten. Es zeigt ihnen, dass noch nicht alle Menschen in ihrem Umfeld an eine nachhaltige Umkehr glauben. Das schafft allerdings bei den Uneinsichtigen neue Widerstände, die niemand braucht.

 

Wer sich als Täter immer wieder unliebsamer Erinnerungen ausgesetzt sieht, sollte selbst deutliche Zeichen setzen, die eine vorbehaltlose Integration oder Rückintegration ermöglichen. Das erfordert die Bündelung aller positiven Eigenschaften und eine deutlich spürbare Ehrlichkeit. So kann alles restlos gut werden.

 





 

Ehe für Alles

 

Die Politik ist momentan außer Rand und Band, weil die Parteien nicht mit dem Thema "Ehe für Alle" in den Endwahlkampf zur Bundestagswahl ziehen wollen. Deswegen wurde in dieser Woche die Entscheidung für die "Homo-Ehe" im Bundestag gefällt. Parteienübergreifend scheinen die aktiv-toleranten Allesversteher in der Mehrzahl zu sein. Auch am Rednerpult wurde deutlich, wie stark unsere Gesellschaft bereits von Schwulen und Lesben durchsetzt ist. In dieser Frage ist die Nation gespalten. Die Entwertung der Ehe schreitet damit weiter voran. Das, was bisher im Gesetz steht (Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen), hat allerdings schon lang keinen Bestand mehr in der Bevölkerung, denn das Heiraten schloss Irrtümer noch nie aus, galt unter Menschen mit Prinzipien aber als ernsthafter Prüfstein für die Bindung bei der Erlangung weitgehender Sicherheit. Sie galt als abgesicherte Basis der Familiengründung. Heute erleben wir in vielen Fällen eher die Konfektions- oder Probier-Ehe. Das soll jetzt auch auf andere Arten der Partnerschaft übergreifen. Mit der Änderung des Gesetzestextes in "Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen" bleibt primär alles wie zuvor, sekundär werden aber die schwulen und lesbischen Partnerschaften mit Ehepartnern mit Fortpflanzungspotenzial gleichgestellt. Die Ehe für Alle wird damit ein Werkzeug für Alles und für Jeden und zu einer absurden Zeiterscheinung ohne jeden bevölkerungspolitischen Sinn.

 

Was ist eigentlich normal?

 

Normal ist, wenn sich Menschen unabhängig von Geschlecht, Religion und Herkunft näher kommen und aneinander Gefallen finden. Wenn sie deshalb zusammenleben und sich gegenseitig besser absichern wollen, gibt es genügend Vertragswerke, die das ermöglichen. Sie können dabei glücklicher zusammenleben als traditionelle Eheleute. Sie sollten jedoch gesellschaftlich nicht anders gestellt sein, als Menschen die bisher auch unverheiratet zusammenleben.

 

Was ist heute noch normal? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen, die bisher davon ausgingen, dass die Ehe ein vom Staat geförderter und finanziell subventionierter Vertrag mit klaren Rechtsverhältnissen und unter religiösen Gesichtspunkten ein öffentliches Bekenntnis und Versprechen des Zusammenlebens auf Lebenszeit ist, um Familien zu gründen - kurz, um damit den Bestand der Art in Familienstrukturen zu erhalten. Auch soll das gemeinsame Glück damit besiegelt werden.

 

Dass Ehen nicht glücklich oder kinderlos verlaufen können, galt bisher als Schicksal. Das Scheiden und das mehrmalige Heiraten ist inzwischen in Mode gekommen, weil viele andere ethische Grundsätze ebenfalls unter die Räder kamen. Viele Menschen ohne bevölkerungspolitische Absichten wollen nun die sozialen und gesetzlichen Vorteile über die sogenannten Homo-Ehe sichern.

Als erotisch erklärbar aber absolut nicht normal sehe ich die gegeseitige Beschäftigung mit den Geschlechtsorganen nur so zur Freude an. Wer das möchte, soll das ungehindert machen. Diese Abnormalität explizit zu sanktionieren, geht mir zu weit.

 

Alles hat Ursachen

 

Der Wunsch nach der Ehe für Alle hat natürlich Gründe. In unserem Land stimmt in weiten Regionen das Gleichgewicht im Geschlechterangebot nicht mehr. Daraus generieren sich Ersatzhandlungen, wenn die ethischen Grundsätze nicht mehr beachtet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es vielfach einen gravierenden Mangel an Männern im fortpflanzungsfähigen Alter. Hinzu kamen unzählige Kriegsversehrte und traumatisierte Menschen, die unattraktiv erschienen. Der Wunsch, in einer Gemeinschaft zu leben war aber ebenfalls da. In dieser Zeit hielten sich gleichgeschlechtliche Beziehungen trotzdem im Rahmen.

 

Heute mag die statistische Verteilung der Geschlechter in manchen Regionen ebenso aussehen, das Angebot selbst ist jedoch das Problem, weil infolge des Zeitgeistes Ansprüche in die Partnerwahl einfließen, die nur schwer zu erfüllen sind. Viele Unverheiratete haben heute schlechte Chancen beim anderen Geschlecht, weil sie vielfältige Erwartungen nicht erfüllen. Sie suchen zur emotionalen und sexuellen Befriedigung deshalb das eigene Geschlecht. Oft sind dabei in diesen Beziehungen die Rollenverteilungen denen der normalen Ehe ähnlich.

 

Bedenklich ist der triebgesteuerte Exhibitionismus, wie zum Beispiel bei der Love-Parade und zu anderen öffentlichen Präsentationsmöglichkeiten. Hier wird für den eigenen Körper sexuell geworben und so getan, als sei das ganz normal. Heute outet man sich selbstbewusst und demonstrativ als Schwuler oder als Lesbe, um öffentlich so wahrgenommen zu werden. Das erscheint ehrlich, aber schadet der Ernsthaftigkeit des vorgebrachten Anliegens der Ehe für Alle. Die Ehe für Alle(s) ist in meinen Augen ein Akt der Dekadenz in unserer Gesellschaft.

 

29.06.2017

 







Die Ehe für Alles als Produkt des Zeitgeistes

 

Der Begriff "Ehe" ist aus der Religion übernommen und floss in die Gesetzgebung ein, weil er in Religionen mit einem klaren Verständnis definiert ist. Gemeint ist damit die Ehe zwischen Mann und Frau. Genau die Konstellation Mann, Frau und Nachkommen sollte mit Regeln geschützt werden, weil sie den Fortbestand der Menschheit und in hohem Maß den Schutz des Nachwuchses im Kindesalter sicherstellen. War eine Ehe kinderlos, so machte auch die Kirche eine Ausnahme und stimmte der Auflösung einer Ehe zu. Das in Gesetzestexten Festgelegte entspricht genau dieser Intention. Beim Scheidungsrecht öffnete man allerdings den Spielraum entsprechend des Zeitgeistes und senkte die Hürden deutlich ab. Wer von Ehe spricht, muss auch die Scheidung im Auge behalten, also den Passus "auf Lebenszeit" differenziert sehen.

 

Die Entscheidung zu einer gleichgeschlechtlichen Ehe wird heute von dem Bedürfnis getragen, vor aller Welt die Erntsthaftigkeit gemeinsamer Gefühle auszusprechen und das so ernst wie die althergebrachte Ehe zu nehmen. Man will auch zu den ethischen Bedingungen, wie Treue bis zum Tod stehen. Man bekennt sich damit zum Status der Ehe aber auch des Neutrums in Sachen Fortpflanzung. Dennoch konzentriert sich die Diskussion um die Ehe für Alle ausgerechnet auf das Adoptionsrecht, also den Wunsch, Kinder zu haben. Das riecht doch sehr nach "mein Haus, meine Frau, meine Kinder, mein Spaß am gleichgeschlechtlichen Leben". Eltern leben Kindern Beispiele vor, so auch in der Homo-Ehe. Wie intensiv das geschieht, entscheidet über die eigene spätere Lebensführung der Kinder. Warum man Kinder ausgerechnet solchen Konstellationen bewusst ausliefern sollte, erschließt sich mir nicht.

 

Die Debatte im Bundestag machte die gegensätzlichen Positionen deutlich. Die Werteentwicklung in unserer Gesellschaft setzte sich durch. Das hindert alle wertekonservativen Menschen weiterhin nicht, an ihren Lebensüberzeugungen festzuhalten. Ihr traditionelles Wertedenken wird nun aber überdeckt durch eine - wie ich meine - fortschreitende Dekadenz unserer Gesellschaft, die wichtigere Herausforderungen zu meistern hat, als die völlige rechtliche Gleichstellung von Menschen mit traditionellen Prinzipien mit Schwulen und Lesben, denen man zumindest in geschlechtlicher Hinsicht eine fragwürdige Orientierung bescheinigen muss.

 

 

Gestorben, aber nicht tot

Unser langjähriger Bundeskanzler Helmut Kohl ist verstorben, jedoch noch lange noch nicht tot. Dafür sorgte er zu Lebzeiten selbst und lenkt nun sogar noch sein Gedenken, sein Vermächtnis und die Meinung, die sich über ihn während der Jahre seines Wirkens und bei seinem politischen Abgang bildete. Es entsprach seinem Wesen, die Welt ohne Grauzone in Freunde und Feinde einzuteilen. Er selbst entschied darüber und handelte danach. So ordnete er das Szenario seines Wirkens nach eigenem Gusto, was sich bis in seine Biografie hinein fortsetzte. Echte Versöhnung auch über den Tod hinaus kannte er nicht, es sei denn, eine Versöhnung war von ihm selbst inszeniert, wie damals in Verdun, als es galt, zusammen mit Mitterand mit einer einfachen Geste Geschichte zu schreiben. Dass diese Geste zur Strategie seines vereinten Europas gehörte, genauso wie die Opferung der D-Mark, darf auch heute noch so gesehen werden. Doch gerade dafür wird man ihn bei einem Europäischen Staatsakt speziell noch einmal ehren. Man wird ihn für die finale Begleitung der Wiedervereinigung ehren, die zweifellos eine wichtige Angelegenheit war, wie für den 2 + 4-Vertrag, unseren Ersatz-Friedensvertrag. Für Kohl war das eine Leistung, die er von sich selbst erwartete, als sich plötzlich dazu die Gelegenheit bot. Dies mit einer geschichtlichen Großtat zu verknüpfen, entsprach der Art, wie er seine Leistungen verkaufte. Einen Deutschen Staatsakt lehnte er ab, weil dabei ehemalige politische Feinde zu Wort gekommen wären. Es wird seine Meinung gewesen sein, sie hätten es nicht verdient, ihn zu ehren. Belohnung und Bestrafung gehörten stets zu seinem politischen Repertoir. So war auch sein Verständnis zur Loyalität. Er brach sogar Gesetze, um namhafte Parteispender zu schützen, weil er sich ihnen gegenüber im Wort fühlte. Sie sollten dadurch ungestört aus den neuen Bundesländern "blühende Landschaften machen". Das und seine  immer halsstarrigere Art leitete letztdendlich sein politisches Ende ein.

 

Die Ära Kohl hat viele Facetten, auch im privaten Bereich. Auch sie wirken noch lang über seinen Tod hinaus nach, denn er bestimmte auch, wer in seinem näheren Umfeld Opfer sein sollten. Als Egomane war er schon sehr speziell. Dennoch leistete er für Deutschland Beachtliches, denn er setzte dazu sein ganzes Können ein, das er unbestritten besaß. Licht und Schatten charakterisieren seinen Lebensweg, der nun zu Ende ist. Sein Andenken sollte hoch gehalten, aber nicht überbewertet werden. Das hätten gemeinschaftsdienlichere und sozialere Politiker nicht verdient.

 

Für Missstimmungen sorgte seine Witwe Maike Kohl-Richter, als sie verhindern wollte, dass Kanzlerin Angela Merkel auf einer der Gedenkfeiern spricht. Als adäquaten Redner wünschte sie sich den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, den erbittertsten Gegner der Flüchtlingspolitik von Merkel. Zwar ist dieser ein ähnliches Kaliber wie Altkanzler Kohl, mit dem er befreundet war, im europäischen Sinn wird dieser jedoch der Leistung von Kohl nicht gerecht. Man kann gespannt sein, welche Gesellschaft sich der Verstorbene im Jenseits wünscht. Wie man Kohl kennt, hat er sich darüber sicher auch Gedanken gemacht. Selten machte es ein verstorbener Staatsmann seinem Volk so schwer, aufrichtig um ihn zu trauern.

 

21.06.2017






                 Egomanisches Selbstverständnis

Wenn ein Leben zuende ist, beurteilt jeder Zeitgenosse für sich, wie hoch er den persönlich empfundenen Verlust einschätzt. Das Resultat ist der Grad empfundener Trauer. Ein Staatsakt wird der Größe der Trauer eines ganzen Volkes gerecht, weil er all denen den Verlust vor Augen führt, die nicht umfänglich in der Lage waren, sich alle Facetten der Bedeutung des Verstorbenen vor Augen zu führen.
Im privaten Bereich halten sich solche Gedenkfeiern in Grenzen. Hat eine Person jedoch viele Jahre lang mit der Stimme seines Volkes gewirkt und seine Geschicke gelenkt, so ist sie keine Privatperson mehr. Das sollten sich alle lebenden Politiker vor Augen führen. Sie leben auf Kosten des Volkes und dürfen wirken, solange sie dessen Vertrauen besitzen oder sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Ihr Amt auszuführen. Ihren Abgang gestalten sie freiwillig oder unfreiwillig mit.
Natürlich hat jeder Politiker im Ruhestand oder der Folgezeit das Recht, ein verbitterter Mensch zu sein und sich weiterhin als das Maß der Dinge anzusehen. Dann fließt das auch in die ihm entgegengebrachte spätere Trauer ein. Absonderliches Verhalten löscht dabei vielfach erbrachte Leistungen oder lässt sie in einem anderen Licht erscheinen.
Von Egomanen in hohen Ämtern kann man scheinbar keine normalen menschlichen Regungen erwarten. So wird auch diese Überlegung in die Trauer vieler Menschen einfließen. Schade!

 

Placebo Seniorenbeirat  

 

Mancher Senior wird es gar nicht glauben, aber es gibt doch tatsächlich Seniorenvertretungen, also Organisationen, die Interessen von Senioren vertreten. In Maintal soll seit 25 Jahren  der Seniorenbeirat diese Aufgabe erfüllen, doch er wird kaum wahrgenommen, was auch an der altersbedingten Fluktuation liegen kann. Immer wieder suchen Mitglieder des Maintaler Seniorenbeirats erfolglos die Gründe bei sich. Vielleicht ist die Zusammensetzung des Gremiums einer der Hauptgründe für den mäßigen Erfolg. Dieses wird nämlich nicht gewählt, sondern vom Magistrat aus dem Maintaler Sozialproporz berufen und über Sitzungsgelder quasi bezahlt. Wer bezahlt, bestimmt natürlich auch, wie bei den anderen Maintaler Beiräten. Maintal schmückt sich mit Beiräten, um sich damit den Anstrich einer modern ausgerichteten Kommune zu geben. Der Seniorenbeirat fällt wahrscheinlich dabei unter die Rubrik der Seniorenbespaßung. Aktiven Senioren und Machern ist das ein Dorn im Auge, ja es wertet ihre Arbeit geradezu ab. Noch besteht die Hoffnung, dass Maintals Senioren irgendwann eine kämpferische Vertretung bekommen, wenn bei der Verwaltung und den Gremien die Angst vor Flaschengeistern bewältigt sein sollte. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

 

Wie sich die Kommunalpolitik das vorstellt, wird dem Seniorenbeirat auf einer Website der Stadt Maintal in den Mund gelegt:

 

 


Seniorenbeiräte sind im politischen Leben vieler Kommunen nicht mehr wegzudenken. In Maintal gibt es seit über 25 Jahren Menschen, die sich im städtischen Seniorenbeirat ehrenamtlich engagieren und zum Wohle aller Seniorinnen und Senioren aktiv sind.  Der Seniorenbeirat hat das Ziel, die spezifischen Interessen der älteren Menschen in politische Entscheidungsprozesse gegenüber der Verwaltung und der Wirtschaft sowie im kulturellen und sozialen Bereich einzubringen. Die Erfüllung dieser Aufgabe erfordert:

- Parteipolitische und konfessionelle Neutralität sowie

- Unabhängigkeit von Interessenverbänden jeglicher Art.

 

Aus der Zielsetzung und den Grundsätzen heraus ergeben sich Aufgabenbereiche der Mitsprache und Mitwirkung im kommunalen Raum in allen Fragen, die ältere Menschen betreffen und für die Lebensqualität im Alter von besonderer Bedeutung sind. Wir treten dafür ein, dass:

 

- alterspolitische Interessen nicht aus dem Fokus der Politik verschwinden,

- es keine gesellschaftliche Ausgrenzung älterer Menschen gibt, die

   kommunale Seniorenpolitik ältere Menschen nicht ausschließt,

   sondern integrierend wirkt im Sinne einer gesellschaftlichen Teilhabe.

 

Wir unterstützen die politischen Gremien:

 

- bei einer aktiven Gestaltung eines seniorengerechten Umfeldes,

- bei der Schaffung einer altersrelevanten Infrastruktur mit dem Ziel,

   die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung im bisherigen Lebensumfeld

   solange wie möglich zu erhalten.

 

 

 

 Mit anderen Worten heißt das:

  • Was alle haben, wollen wir in Maintal auch haben,

  • wir bemühen uns seit 25 Jahren um dieses Thema,

  • wir sollen eigentlich politische Prozesse, Verwaltungshandeln, die Wirtschaftsförderung, das soziale und das kulturelle Leben seniorenrelevant beeinflussen,

  • jedoch parteipolitisch und konfessionell neutral sein und keine professionell gestützten Interessen zulassen,

  • also nur unverbindlich mitsprechen und teilhaben.  

Die Hessische Landesseniorenvertretung nahm sich anlässlich seines Workshops am 20. April 2017 die Aufgabe von Seniorenbeiräten vor und nannte u.A. als Ziele

  • Kompetenzaufbau bei Seniorenvertretungen

  • Kompetenzverstärkung (Empowerment)

  • Erkennen von Bedarf und Chancen vor Ort

  • Entwickeln von Lösungsvorschlägen und Umsetzungsstrategien  

und empfiehlt

  • Die Reflexion des Selbstverständnisses,

  • die Diskussion anstehender Herausforderungen,

  • die Überprüfung der derzeitigen Rolle der Vertretung in der Kommune,

  • Beschreibung des Rollenverständnisses und der gesteckten Ziele in einem Leitbild.  

Dies gilt es nun, auch in Maintal umzusetzen. Das Problem ist jedoch das WIE.  

 

Was ist vorhanden?  

 

In den 25 Jahren, in denen sich Maintal mit dem Seniorenbeirat schmückt, stachen die "Leuchttürme" - also die wirklich nennenswerten Aktivitäten - Wohnberatung, Sicherheitsberatung, jährliche Stadtteilbegehungen, die Seniorenzeitung und kürzlich das Maintal-Buch heraus. Es wurden außerdem Informationsveranstaltungen organisiert und eine handvoll aktive Senioren des Beirats mühen sich ab, um dem Sinn eines Seniorenbeirats gerecht zu werden.

 

Seit 2016 besitzt Maintal eine Seniorenbeiratssatzung, allerdings mit erheblichen Schwächen, die von der Kommunalpolitik und dem Magistrat genau so gewollt waren. Absolut kurios ist, dass der Seniorenbeirat selbst damit einverstanden war. "Dann ist ja alles in Ordnung", könnte man meinen. Senioren, die sich mit der Thematik auseinandersetzen und sich außerhalb des Beirats aktiv einbringen, sehen das völlig anders. Für sie ist der Seniorenbeirat ein zahnloser Tiger, ein bequemes Instrument der Politik und der Verwaltung mit "Sprechern", die im Grund genommen nicht zu sagen haben. Der Magistrat "beruft" die Mitglieder des Seniorenbeirats, nachdem konfessionelle, soziale und andere Organisationen Kandidaten meldeten, die sie gern entsenden würden. Diese mutieren neben den "Sprechern" zu wahrhaft inaktiven "Beisitzern", die ihre Organisationen darüber informieren sollen, "was so läuft".  Das ist als Beirat personenmäßig zu viel und als aktive Institution zu wenig.  

 

Spielwiese des Seniorenbeirats  

 

Aus den eingangs erwähnten  Aufgaben kristallisierten sich seit vielen Jahren praktizierte Ortsbegehungen heraus, um Mängel und Verbesserungspotenziale der Maintaler Infrastruktur aufzuspüren. Die so ins Leben gerufene betagte Kümmerer-Truppe aus Ortskundigen trägt alljährlich Listen mit erforderlichen Maßnahmen zusammen, die von der Verwaltung abgearbeitet werden sollen. Vieles, was mit geringen Mitteln umgesetzt werden kann, wurde dadurch verbessert, nachhaltig ist das allerdings nicht, denn alljährlich werden die gleichen Mängel an anderen Orten erneut aufgelistet. Lernprozesse finden also kaum statt, weil die Vernetzung innerhalb der Verwaltung fehlt. Das, was Senioren bemängeln, betrifft außerdem z.B. den Behindertenbeauftragten, die Gleichstellungsbeauftragte, den Bauausschuss, den Verkehrsausschuss und die Fachbereiche. Warum kümmert sich also ausgerechnet der Seniorenbeirat um diese Dinge? Es hieß: "Weil die Senioren eine ganz andere Brille aufhaben...". Vielleicht sollen sie aber auch nur beschäftigt werden, damit sie an anderer Stelle keine Probleme verursachen!?  

 

Aktive Senioren sind tatsächlich ein Problem  

 

In einer Kommune gibt es zahlreiche Interessengruppen und Verwaltungsbereiche, deren Selbstverständnis sich nur schlecht mit Ratschlägen und Aktivitäten älterer erfahrener Menschen verträgt. Schließlich ist man ja zuständig und nicht die Senioren! Diesen Mitgestaltungs-Placebos, also den Beiräten, deren reine Existenz belegen soll, wie fortschrittlich eine Kommune organisiert ist, hat man deshalb die Flügel gestutzt.

 

Nun kommt eine Landesvertretung daher und meint, es sei erforderlich, dass

  • die Reflexion des Selbstverständnisses,

  • die Diskussion anstehender Herausforderungen,

  • die Überprüfung der derzeitigen Rolle der Vertretung in der Kommune und die

  • Beschreibung des Rollenverständnisses und der gesteckten Ziele in einem Leitbild

erforderlich sei. Das sorgt natürlich für neue Probleme, wenn genau das die Beiräte ernst nehmen. Schnell  würden sie feststellen, dass sie eigentlich gar keine wichtige Rolle spielen dürfen. Bereits die Entwicklung eines Leitbildes würde sie an ihre Grenzen bringen, was dann ein positives Selbstverständnis vollends infrage stellen würde. Was bleibt, ist lediglich die Herausforderung, die man jedoch nicht an sich heran kommen lässt. Der Seniorenbeirat löst in Maintal keine Probleme, er ist Teil des Problems.

 

Maintals Senioren hingegen sind eine existente Bevölkerungsgruppe, die sich natürlich bemerkbar machen können muss, wenn für sie etwas getan werden soll. Das soll eigentlich der Seniorenbeirat für sie tun. Er fungiert jedoch nur als Stopfen auf einer Flasche mit einem vermuteten Flaschengeist, von der rührige Interessengruppen sicherstellen, dass diese Flasche nie wirklich geöffnet wird. Es ist die pure Angst davor, dass der Inhalt problematisch sein könnte. Es erscheint also besser, die quirligen Inhaltsstoffe der Flasche dem allmählichen Zersetzungsprozess preiszugeben. So werden die alten verstaubten Flaschen mit blindem Aktionismus in ihren gut gehüteten Regalen immer wieder nur gedreht, damit zumindest die Institution Seniorenbeirat und die Möglichkeit eines fruchtbar erscheinenden Wirkens nachgewiesen werden kann.

 

13.06.2017

 

 

 

 

Die Sache mit der Akzeptanz 

 

Wenn eine Sache gut werden und bleiben soll, muss sie zumindest akzeptiert sein. Ist eine Sache neu, orientiert sich die Zielgruppe zunächst an den Erfahrungen, die sie bisher mit den Protagonisten machten. Auch der Seniorenbeirat ist für viele Menschen zunächst neu, wenn das Alter erreicht ist. Da entsprechend der Seniorenbeiratssatzung die Stadt Maintal bei diesem Beirat, wie auch bei allen anderen Beiräten, der Chef im Ring ist, werden sich die Menschen an den Erfahrungen mit der Stadt und den mit den politischen Gremien orientieren. Dabei schneidet der Vergleich meistens nicht gut ab, denn hier wird nur verwaltet und der Pflicht genügt. Das beinhaltet keinerlei Anreize.

 

Besser verständlich wird das an einem Beispiel. Bei der letzten Sitzung des Seniorenbeirats stellte der Bereich "Maintal Aktiv" das neue Internet-Forum "Maintal macht mit" vor, um es über die Senioren besser in die Fläche zu bringen. Auch nach 7 Monaten wird das neue Forum nur schwach angenommen. Der Grund dürfte bei der Akzeptanz zu suchen sein, wie die Diskussion zeigte. Das vorige Forum der Stadt Maintal wurde absichtlich vor der Kommunalwahl und der Bürgermeisterwahl von der Kommunalpolitik geschlossen, womit die freie Kommunikation der Bürger unterbunden wurde. Über 2 Jahre dauerte es, bis Ersatz geschaffen war, der allerdings so gestrickt ist, dass jegliche Anreize fehlen. Aus dem Bürgerhaushaltsmodul übernahm man das "Fragen stellen" und das "Ideen einbringen". Bei den Ideen wurde die Messlatte auf 100 Likes registrierter User gelegt, ehe sie die Gremien überhaupt zur Kenntnis nehmen wollen. Bei bisher knapp mehr als 100 Usern des Forums ein Witz! Ein echtes freies Diskussionsforum gibt es dagegen nicht. Der Link aufs seit Jahren existierende Anregungs- und Beschwerdemanagement ist nur ein Lückenfüller. Den Gestaltern war wichtig, festzulegen, was man alles nicht dürfen soll und was bestenfalls gewünscht ist. Woher soll da die Akzeptanz kommen?

 

Akzeptanz durch eigene Leistungen

 

Der Maintaler Seniorenbeirat braucht die Akzeptanz der Senioren. Dazu gehören Aktivitäten, die zum Mitmachen und zum Verändern anregen und große Aufmerksamkeit erregen. Diese muss sich durch das Ergebnis von Aktivitäten automatisch einstellen. Senioren müssen an die Ursachen gehen und nicht nur an Symptomen herumbasteln.  Zusammen mit Senioren müssen Prioritäten herausgearbeitet werden. Der Beirat müsste sich dazu selbst organisieren und ein attraktives Leitbild - ohne Einflüsterer aus der Verwaltung - entwickeln und umsetzen. Natürlich gehört auch eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit dazu.

 

Was ehrlich gemeint und fair empfunden wird, genießt auch Akzeptanz, auf der man aufbauen kann. Dazu gehört Aufrichtigkeit, die bei einem Teil der Maintaler Macher rund ums Rathaus nicht erkennbar ist. Reine Placebos zum schönen Schein mit Beschäftigungstherapien, wie diese Strategen bevorzugen, braucht niemand.

 

Vielleicht greifen ja einige Gremien, die nicht von Flaschengeist-Hasenfüßen durchsetzt sind, die Sache mal auf und werden ihren Wahlprogrammen gerecht - vorausgesetzt, Senioren kommen darin ernsthaft vor.

 

Klaus Klee

 

 

TRUMP und die Demokratien

Wahlen mit Wahlsiegern ohne absolute Mehrheiten sind seit einigen Jahren ein Problem, denn die Vielfalt der politischen Strömungen führt auf dem Koalitionsweg zu Konstellationen, in denen wichtige Positionen ausgehandelt und verwässert werden. Politik ist in Demokratien schon lang ein Tauschgeschäft der Interessen. Sicherlich werden in diesen Demokratien einige Richtungen damit auch positiv verändert. Unter dem Strich können die Koalitionäre aber nie das liefern, was sie vor der Wahl versprachen. In der Demokratie der USA ist das ganz  anders. Das liegt am Wahlmodus. Trump kann das, was er allein für richtig hält, in gewissem Rahmen gegen die ganze Nation und den Rest der Welt durchsetzen! Doch zurück zum Rest der Welt. Kleinere Koalitionäre werden in fortschrittlichen Demokratien vom größeren Partner mitunter  inhaltlich völlig ausgesaugt, wie man bei uns eindrucksvoll beobachten konnte. Selbst eine als entscheidungsschwach eingestufte Minderheitsregierung leistet da der Demokratie indirekt stärkere Dienste als satte Mehrheiten oder eine Einparteienherrschaft. Da Ausschüsse paritätisch besetzt sind, wirkt eine starke Opposition bis in alle Bereiche und die Parteien behalten ihre Trennschärfe, die in einer großen Koalition weitestgehend verloren geht. Die Demokratie funktioniert optimaler. Die USA und deren Demokratie stehen momentan auf dem Prüfstand, denn der Präsident lotet die Stärke der Demokratie rigoros aus. Nicht nur in den USA selbst sind die Menschen gespannt, was diese Demokratie wirklich aushält. Die Machtfülle, mit der ein Präsident ausgestattet ist, verlangt Augenmaß und Verantwortungsgefühl, Eigenschaften, die bei Trump beim besten Willen nicht zu erkennen sind. So segeln die westlichen Demokratien momentan aneinander vorbei, als wären sie auf unterschiedlichen Ozeanen unterwegs, um das transatlantische Verhältnis zu suchen.

 

Denken statt Twittern

 

Wenn ein hoher Staatsmann jeden Gehirnfurz twittert ohne wirklich nachzudenken, sucht er die Nähe zu seiner Basis. Wenn Milliardäre mit arbeitslosen Kohlearbeitern und Hühnerzüchtern auf dem platten Land twittern, stimmt irgend etwas nicht. Sicher erreicht Trump damit seine Klientel, die ihn ins Weiße Haus beförderte, er selbst qualifiziert sich jedoch als Staatsmann ab. So sieht ihn die ganze Welt als das an, was er ohne dieses Amt wirklich ist. Armes Amerika!

 

Denken in großen Zusammenhängen

 

Nimmt man Trumps Einstellung zum Weltklimaabkommen, so wird er als Präsident der Nation, die als zweitgrößter weltweiter Klimaschädiger gilt, seiner Verantwortung nicht gerecht, wenn er nur seine geliebten Kohlearbeiter im Blick hat. Deutschland als weltweiter Klimavorreiter bestimmte bereits vor Jahren mit seiner Klimapolitik das Schicksal der Kohle- und Stahlarbeiter im Ruhrgebiet und der Braunkohlestrukturen in den neuen Bundesländern, die einst wichtige Faktoren der deutschen Wirtschaft waren. Gewaltige Strukturmaßnahmen waren die Folge, an denen heute immer noch gearbeitet wird. Unser Land ist klimafreundlicher und sauberer geworden. Die Anstrengungen führten dazu, dass Deutschland technologisch auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien als Vorreiter gilt und sich nun das größte klimaschädlich verhaltende Land der Welt - China - intensiv mit unseren Technologien auseinandersetzt. Dieser Weitblick zeichnete sich auch in den USA ab, wird jedoch jetzt von Donald Trump eingebremst.

 

Der Außenhandel soll darüber hinaus nun über Beschränkungen geregelt werden, weil US-amerikanische Produkte im eigenen Land und weltweit weniger gefragt sind. Hier ging Trump völlig der Überblick verloren, denn der Exportüberschuss Chinas mit den USA ist 10 Mal so hoch, als der mit Deutschland, aber gegen Deutschland richten sich seine geplanten Sanktionen. Man könnte nun mit seiner Nahost- oder Fernostpolitik weiter argumentieren - die Verirrungen sind auch dort gewaltig.

 

Weltpolitik wichtiger als unsere Innenpolitik

 

Wenn die Weltpolitik nicht wäre, könnte man bei unserer nächsten Bundestagswahl von einem entscheidenden Wechsel in der Regierungsverantwortung träumen. So aber spielen die innenpolitischen Themen um die soziale Gerechtigkeit beim Ausgang eine eher untergeordnete Rolle. Das Wohl Deutschlands muß noch einmal warten.

Das weltbeherrschende Thema ist derzeit Donald Trump und sein Verständnis von Weltpolitik. Jetzt gilt es in Europa, für sich selbst zu sorgen. Das bundesdeutsche Schwergewicht wird auf die Außenpolitik, den Erhalt des Friedens und die Umweltpolitik gerichtet werden müssen und unsere Kanzlerin spielt eine entscheidende Rolle.

Ein weiterer Schwerpunkt wird der Welthandel sein. Denn nur eine gut florierende globale Wirtschaft kann den politischen Einfluss der Rüstungsindustrie in Grenzen halten. Schließlich wurde die EU genau aus diesem Grund - der friedlichen Koexistenz - ins Leben gerufen. Mit dem jetzigen Aufruf der Kanzlerin an die europäischen Staaten, sich in Europa selbst um ihre und unsere Sicherheit zu kümmern, setzt sie das richtige Zeichen. Es geht nämlich nicht darum, den selbsternannten Weltpolizisten USA über Aufrüstung zu stärken, sondern es geht um uns selbst. Es geht um weltweite Deeskalation, zu der ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn gehört. "Europa first" muss doch im Gegenzug noch erlaubt sein!

 

Sollte man missbrauchte Polizeistationen schießen?

 

Der selbsternannte Weltpolizist USA unterhält weltweit unzählige Polizeistationen, die Stützpunkte, die er als US-amerikanische Hoheitsgebiete ansieht. Nach dem 2+4-Abkommen wäre Deutschland in der Lage, die Militärbasen auf unserem Territorium infrage zu stellen, wenn sie nicht mehr unserem und dem europäischen Schutz dienen. Schon lang werden von unserem Boden aus ausschließlich nach den Interessen der USA Drohnen gesteuert und Angriffe geflogen. Dort nisten sich US-Geheimdienste ein, die mit gigantischer Technik auch uns Verbündete ausspionieren. Das wurde bisher zugunsten des Schutzfaktors USA toleriert. Diese Schutzfunktion macht Trump jetzt von Militärausgaben abhängig, die einer Schutzgeldforderung ähneln. Ein Umdenken ist angesagt.

Mit dem Rückbau vieler US-Basen auf europäischem Boden wäre die Politik der EU weniger belastet. Wir brauchen keine verteidigungsmotitvierte Bedrohung der östlichen Nachbarn aus der Ferne. Für die US-Amerikaner sind wir nur das Aufmarschgebiet in einem Russlandkonflikt. Wir sollten sinnvollerweise ein aufrichtiges und gutes Verhältnis mit Russland pflegen, wenn das möglich ist. So ließe sich auch der Ukraine-Konflikt problemloser bewältigen und die östliche Grenze der EU beruhigen.

Europa muss den Weg der Ursachenbkämpfung von Terrorismus weitergehen, der Unsummen verschlingt und auch falsche US-amerikanische Politik ausbügelt. Wir müssen weiterhin dem Terrorismus mit unmilitärischen Mitteln den Boden entziehen, denn militärisch lässt er sich nicht besiegen. Er hat sich als Krebsgeschwulst bereits in unserer unmittelbaren Nähe eingenistet. Ein "Amerika first" hilft uns da nicht weiter.

 

Demokraten müssen um ihre Demokratien kämpfen

 

Die Geschichte lehrte uns, dass die Auswirkungen völlig unkalkulierbar sind, wenn Typen von der Wesensstruktur eines Adolf Hitler Einfluss auf die Weltgeschichte nehmen. Sie fördern ungünstige Denk- und Handlungsweisen von Mit- und Gegenspielern anderer Nationen. Der Einfluss von Kapital und Wirtschaft besorgen dann auf Kosten der Menschen den Rest. Die Flüchtlingsströme und der Terrorismus sind dafür starke Indizien.

Demokraten müssen gemeinsam um ihre Demokratien kämpfen, denn Despoten und  nationalistisch Verblendete sind auf dem Vormarsch. Dazu müssen sich Demokraten aber von Verflechtungen mit der Wirtschaft und dem Kapital trennen, um ernst genommen zu werden, sonst übernehmen eines Tages Milliardäre und deren Geflecht die Demokratien ihrer Länder, um sich vollends auf Kosten ihrer Völker die Taschen voll zu stopfen. Die USA machen es gerade vor. Man kann nur Probleme lösen oder ein Teil des Problems sein!

 

01.06 2017




Isoliert auf großer Fahrt...


...in unruhiger See...



...endlich wieder die USA in Sicht...
...der Schwachsinn geht weiter

 

Ist er eine nur eine kurzzeitige Zeiterscheinung oder ist Schwachsinn schon gesellschaftsfähig. Was man bisher nur in kleinen Regelkreisen als ernst gemeinten Schwachsinn mit begrenzten Auswirkungen erlebt, scheint inzwischen bis zur ganz großen Politik durchgeschlagen zu sein. Jeder dem amerikanischen Präsident nahestehende Unternehmer oder Vertreter von Interessengruppen lässt Donald Trump einen krassen Gedankenfurz nach dem anderen inhalieren, weil er sich sicher ist, dass er ihn ganz groß rausbringt. Ist anschließend nur noch heiße, übel riechende Luft übrig, hat Trump wieder ein Stück Achtung eingebüßt. Er merkt gar nicht, wie er sich selbst demontiert. Schon heute geht er in die Geschichte als der blonde Präsident mit den blondesten Persönlichkeitsmerkmalen ein. Trump, die blondeste Fönwelle aller Zeiten.

 

Nun auch noch den Schwachsinn mit dem spontanen Austritt aus dem Weltklimaabkommen, den er allerdings erst 2019, also im zweiten Teil seiner Amtszeit, umsetzen kann. Es wird dieser Sache vermutlich so gehen, wie allen anderen Ankündigungen. Sie erregen grenzenloses Aufsehen, es ist jedoch nur Schall und Rauch. Längst sind in den USA wichtige Unternehmen, Großstädte, ja ganze Bundesstaaten auf den Klimazug aufgesprungen, viele Kohlekraftwerke sind auf billigeres Gas umgestellt, technologische Abläufe nachhaltig verändert und eine eigene Industrie, die Produkte für den Klimawandel produzieren, entstanden. Will er das alles stoppen, stünden weitere Dekrete ohne öffentliche Akzeptanz an.

 

                

 

Die USA besitzt einen mechanischen Kasper, den man am Kördelchen ziehen kann, damit er Faxen macht.

Armes amerikanisches Volk!

 

Klaus Klee

 

 

Fragwürdige Siegesparaden

Nun ist es passiert! Die SPD verlor das größte Bundesland und die CDU fühlt sich in Richtung Bundestagswahl obenauf. Der CDU-Generalsekretär gibt sich siegessicher und die FDP feixt wegen ihres starken prozentualen Ergebnisses. Nüchtern betrachtet hat jedoch keine der siegreichen Parteien Stimmen bekommen, weil die Wähler von deren Leistungen überzeugt wären. Sie haben von der höheren Wahlbeteiligung und davon profitiert, dass die Wähler den in NRW regierenden Parteien einen Denkzettel geben und verhindern wollten, dass die AfD zu sehr erstarkt. Die Konsequenz war, ihre Stimmen diesmal anderen Parteien zu geben. Drei hintereinander abgestrafte Landesregierungen könnten jetzt die Abstraflust der Wähler befriedigt haben. Viele der bei der NRW-Wahl abhanden gekommene Wähler könnten zudem ein Zeichen an die Bundes-SPD gegeben haben, dass nach starken Worten nun auch starke Taten folgen müssen, um die Wählergunst wiederherzustellen. Wahlergebnisse sind selten der Ausdruck von Stärke der Wahlgewinner, eher - wie in NRW -  der Schwäche der amtierenden Regierungen.

 

Juniorpartner bekommen das zuerst zu spüren. Beim Niedergang der FDP nach den Bundestagswahlen konnte man erkennen, dass deren dreiste neoliberale Politik in Regierungsverantwortung ebenfalls gnadenlos abgestraft wurde. Wahlergebnisse stehen und fallen mit der Politikverdrossenheit.

 

Bei der nächsten Bundestagswahl wird wahrscheinlich Politikerverdrossenheit, also eher das Personal der derzeitigen Regierung, abgestraft werden. CDU und SPD,  beide werden allerdings Stimmen verlieren. Das birgt die Gefahr, dass es schwierig werden wird, politische Veränderungen herbeizuführen. Die Fortsetzung der großen Koalition und eine Politik der Beliebigkeit wäre weiterhin die Folge.

 

Wegen der Personalsituation hinter der ersten Reihe wird der Bundestagswahlkampf von CDU und SPD den Fokus eher auf eine Entscheidung zwischen Merkel und Schulz fokussieren. Die CDU setzt dabei auf die internationale Reputation der Kanzlerin und die SPD auf den kürzlichen Schulz-Hype. Das wird im Schongang erfolgen, weil man in einer späteren großen Koalition respektvoll zusammenarbeiten muss. Die Inhalte der beiden Parteien, um die es eigentlich bei der Wahl gehen sollte, werden ohnehin in einer großen Koalition ausgehandelt und abgeschliffen. Was die Auguren der "siegreichen" Parteien gerade praktizieren, gleicht fragwürdigen Siegesparaden.

 

14.05.2017

 







 

Schon entzaubert?

Martin Schulz könnte am Wochenende, also nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen, noch einmal so betröppelt vor die Kameras treten, wie nach der Wahl in Schleswig-Holstein und damit weiteren Boden in der Wählergunst verlieren. Natürlich sind die Ergebnisse kleiner Flächenstaaten eher mit lokalen Themen befrachtet. Wie anders wäre das Ergebnis der Grünen und der FDP sowie der Einbruch der SPD in Schleswig-Holstein zu erklären!? Es zeigt aber auch, dass echter Schwung junger Wähler und das Erscheinungsbild sowie das Auftreten des Martin Schulz als zusätzliches Signal nicht so recht zusammenpassen. Das kann im Bund ganz anders aussehen. Dazu müsste Martin Schulz jedoch endlich mal was reißen, mal starke Zeichen setzen. Das mit der Hoffnung auf Wandel braucht Energie, nicht nur die Aussicht auf das Umdrehen von alten sozialdemokratischen Dominosteinen, die falsch liegen. Vielleicht ist ja auch das Timing falsch. Die Bedeutung von Schulz aus seiner Europa-Zeit verblasst zunehmend, während Angela Merkel im Zeichen weltweiter Spannungen immer stärker zum Hoffnungsträger wird. Merkel in dieser Situation per Wahl aus ihrem Amt zu befördern, könnte immer stärker als Fehler mit weltweiter Auswirkung empfunden werden. Ihre heimliche bis unheimliche Art des Aussitzens und gleichzeitige unauffällige Machtausübung stilisiert sie immer wieder zur Trumpfkarte hoch, während sie Politker ihres direkten Machtbereichs verschleißt. Sie wirkt wie die berühmte Kreuzspinne im Netz. Dagegen hat Schulz nichts zu bieten!

 

Wenn zu lang gezaubert wird...

 

Betritt ein neuer und spektakulär angekündigter Zauberer die Bühne, so ist ihm großer Anfangsapplaus sicher. Die Show, die das Geheimnis des Tricks verbergen soll, sollte so interessant wirken, dass sie total ablenkt. Irgendwann muss allerdings der Zauber explodieren und seine volle Wirkung entfalten, sonst wird die Show zum Flop.

 

Die kleinen Wahlen im Land wirken nun wie Pannen bei der vermeintlich zauberhaften Aufführung und die ersten Zuschauer gehen bereits. Zurück lassen sie einen alt und gesetzt wirkenden Zauber-Entertainer, dem der  angekündigte Trick zusehends misslingt. In dieser Situation befindet sich  Martin Schulz gerade. Das könnte sich ändern, wenn am Sonntag einige bereits gegangene Zuschauer wieder zurück kämen. Ich bezweifle, dass das gelingt, denn Hannelore Kraft kann kaum Erfolge nachweisen, die den Stallgeruch etablierter großer Parteien vertreiben. Das Wasser, mit dem sie kocht, ist schon sehr lange nicht mehr frisch. Wenn dann auch noch Martin Schulz als Wunderheiler um die Ecke kommt, feiern  die kleinen Parteien wieder Zuwächse.

 

Das Trump-Gespenst geht um

 

Die Entwicklung in den USA und die unkonventionelle Machtausübung des Donald Trump, der offensichtlich das politische Establishment der USA vernichten will, die Präsidentenwahl in Frankreich und andere Entwicklungen bauen auf der Unzufriedenheit der Massen auf, die einen Macher suchen, der ihre Probleme löst. Auch wenn das Wort verpönt ist - sie suchen einen Führer. Der muss nicht radikal sein, er muss Kompetenz ausstrahlen und zu seiner Wählerschaft passen. Trump und seine Wählerschaft passen perfekt zusammen und charakterisieren inzwischen nach außen die Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung. Toll ist das nicht! Es fehlt also nur eine Heldenfigur der Enttäuschten, die das Blaue vom Himmel verspricht und Macht gegen die bisher vermeintlich Mächtigen der Politik ausübt. Deren Schwäche ist seine Stärke, die nun sogar die Demokratie in den USA ins Wanken bringt.

 

Deutschland gilt inzwischen als die Vorzeigedemokratie der Welt. Das ist jedoch keine Garantie für den Erhalt dieser Demokratie. Mit der AfD werden die Gefahren sichtbar, die inmitten der Unzufriedenen lauern. Gegen diese Entwicklung könnten wehrhafte Demokraten starke Zeichen setzen, wenn  sie nicht nur mit sich selbst und den nächsten Wahlen beschäftigt wären und sich damit selbst entzaubern würden.

 

12.05.2017









Wenn die Tradition Risse und Brüche hat

 

Traditionell überzeugte SPD-Wähler, die diese politische Richtung und die soziale Ausprägung unserer Gesellschaft wünschen, mussten immer öfter erleben, dass die SPD Risse bekam und entweder sie mit wichtigen Verbündeten brach oder diese mit ihr. An erster Stelle stehen die Gewerkschaften, auf deren Mitglieder die SPD zählen konnte. Die den Frieden liebenden Wähler bekamen beim Nato-Doppelbeschluss ihren Knacks weg. Die Politik unter Gerhard Schöder, die mit der Lokalen Agenda einseitig Weichen für die Zukunft stellte, leitete das Fiasko mit den befristeten Beschäftigungsverhältnissen, Hartz IV und anderen, besonders Arbeitnehmer schlechter stellenden Verhältnissen ein. In der großen Koalition verlor sie die letzte Kraft und das Selbstvertrauen, weil ihre Grundüberzeugungen von der CDU aufgesaugt und missbraucht wurden. Nun fehlt es an Trennschärfe, während die Politikverdrossenheit immer neue Höchststände verzeichnet. Es fehlen markante sozialdemokratische Köpfe, deren Überzeugung klar zu spüren ist. Allesamt vermitteln sie satte Zufriedenheit mit dem persönlich Erreichten. Die meisten Wähler finden das zum Kotzen.

Zu Wahlkampfzeiten verstärkt sich die Ablehnung noch, weil die Unaufrichtigkeit spürbar ist. Alles ist nur auf den kurzfristigen Erfolg ausgerichtet, egal, wie man ihn erreicht. Anstelle sich selbst zu profilieren, werden Dinge in die Presse lanciert, die dem Gegner schaden. Das erfolgt punktgenau und effektiv, um Wähler umzustimmen. Wer hätte übrigens je gedacht, dass die SPD mit all den anderen etablierten Parteien pauschal in einen Topf geworfen werden könnte, wo doch so viele trennende Merkmale und Überzeugungen existierten!? Eine Partei, die einst an vorderster Front für soziale Gerechtigkeit kämpfte, lässt sich heute dieses Alleinstellungsmerkmal von abtrünnigen politischen Gruppierungen wegnehmen.

Schulz vermittelte den Eindruck, Fehlentwicklungen korrigieren zu wollen, ja sogar zu können. Dieser Eindruck verfliegt wie verdünntes Rasierwasser und lässt alte Stallgerüche wieder durchdringen. Dümmer geht's nimmer!

 

Klaus Klee

 

 

Kriegshandwerk im Fokus

Im Rahmen der jüngsten Ereignisse in der Bundeswehr grabe ich gerade wieder meine Erinnerungen und Erfahrungen mit dem Wehrdienst aus den Jahren 1966/67 aus und vergleiche sie mit dem, was sich heute mancherorts abspielt. Sicher ist die Situation und der Auftrag der Bundeswehr heute nicht mehr mit dem der damaligen Zeit vergleichbar, doch gerade die sichtbaren Unterschiede sind es, die den heutigen kritikwürdigen Zustand der Bundeswehr noch deutlicher erscheinen lassen. Nur 10 Jahre nach Kriegsende und dem Wunsch eines ganzen Volkes, nie wieder zu Waffen zu greifen, führte die damalige Regierung 1955 im Rahmen des Ost/West-Konfliktes gegen großen Widerstand in der Bevölkerung die Bundeswehr ein und gab ihr den Auftrag der Landesverteidigung. Die DDR bildete als Gegenpol daraufhin 1956 die NVA. Es standen sich auf Wunsch der Alliierten beide Deutschen Nachkriegsstaaten an der innerdeutschen Grenze bzw. dem "Eisernen Vorhang" direkt gegenüber, um sich im Ernstfall gegenseitig zuerst zu vernichten. Die Beurteilung dieser perfiden Art von bündnisgeprägter "Freundschaft", die viele Jahre in beiden Teilen Deutschlands mit ihren Siegermächten gefeiert wurde, überlasse ich meinen Lesern. Heute übt die Bundeswehr das Kriegshandwerk mit Zeitsoldaten weltweit aus und "verteidigt Deutschland" in Somalia, am Hindukusch und anderen Orten der ganzen Welt.

 

In der damaligen Situation versah ich als Wehrpflichtiger meinen Wehrdienst und man machte uns jungen Soldaten mit dem Teil der Strategie der Landesverteidigung vertraut, mit dem wir im Ernstfall unser Leben lassen würden. Der Rhein galt als erste Auffanglinie gegenerischer Truppen. Der Rest war praktisch bereits aufgegeben. Mich hat während meines Wehrdienstes deshalb die Haltung vieler ehemaliger Kriegsteilnehmer und höherer Unteroffiziers- und Offiziersdienstgrade beeindruckt, die nun den militärischen Alltag prägten. Sie waren - man höre und staune - überzeugte Kriegsgegner und öffneten uns jungen Soldaten die Augen, indem sie uns in den Ardennen und in Belgien auf Friedhöfe und in damals umkämpfte Ruinen führten, um uns den Irrsinn des Krieges vor Augen zu führen. Sie waren jetzt bei der Bundeswehr, weil sie wegend des Weltkrieges nur dieses Handwerk gelernt hatten. Die erfahrenen Piloten gaben bereitwillig ihre Erfahrungen aus dem Luftkrieg weiter, fokussierten sich aber auf eine perfekte Wartungsarbeit an den Maschinen, weil das nach ihren Erfahrungen im Ernstfall überlebenswichtig war. Heute sind viele Flugzeuge und Fahrzeuge gar nicht betriebsbereit. Dafür gibt es aber heute Stillzimmer für Soldatinnen - ein enormer Paradigemnwechsel!

 

In meinem späteren Beruf erlebte ich dann die ethisch-moralischen Veränderungen in zivilen Führungsebenen und hatte die Befürchtung, dass wenn dieser Geist im Ernstfall wieder beim Militär einzieht, Folgen haben könnte, die unsere Bundeswehr gewaltig verändern. Heute scheint die Befürchtung eingetreten zu sein. Wir haben ein weltweit agierendes Söldnerheer mit Soldaten völlig unübersichtlicher ethischer Ausrichtung, auf die scheinbar kein Einfluss genommen wird. Dazu kommt eine absolut karriereorientierte Offizierskaste, die - bis auf die Kriegseinsätze im Ausland - keine kriegerischen Erfahrung und vielfach Defizite in der Menschenführung besitzt. Erfahrung ist jedoch wichtig, um Soldaten auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Scheinelitäre Ausbildungspraktiken sollen heute ersatzweise den "Geist der Truppe" stärken bzw. prägen. Das weckt fatal Erinnerungen an menschenverachtende Praktiken der Wehrmacht, der SS und kompromissloser Eliteeinheiten unserer Verbündeten. Wo über rechtsradikales Gedankengut rassistische Feindbilder generiert werden, wird im Ernstfall von ethisch fehlgesteuerten Soldaten gewissenlos gemordet werden.

 

Natürlich gab es 1966/67 auch einige ehemalige Frontkämpfer, die martialische Anweisungen gaben, wie bei der Wachbelehrung: "Erst schießen, dann fragen!" Oder wie bei einem Natoeinsatz in Belgien die Anweisung: "Wenn Zivilisten aufs Camp zugehen, dann ladet das MG42 durch, das Geräusch kennen die noch sehr gut...!" Damals fand ich das sogar angebracht, hatten uns die belgischen Verbindungsoffiziere zuvor einen Biwakplatz zugewiesen, der als munitionsverseucht eingestuft war. Beim Entsorgen der Blindgänger stießen wir auf die Gräben der Soldaten der Ardennenschlacht und die Überreste gefallener Soldaten, für die sich in Belgien 20 Jahre lang niemand interessiert hatte. Bei der Biwakzuweisung wussten die Belgier allerdings genau, was zu erwarten war. Hier war auch nach 20 Jahren noch die hässliche Fratze des Krieges allgegenwärtig.

 

Heute ritzen Idioten in deutschen Kasernen Hakenkreuze in ihre Waffen und halten sich in martialisch dekorierten Räumen auf, die den Krieg verherrlichen, während sich die gestylte Verteidigungsministerin mit ansieht, wie der Verteidigungsapparat und ein Teil der Truppe verkommt. Ich bin mal gespannt, wer diesen Laden wieder aufräumt!

 

Die heutigen Herren Offiziere, deren damalige Kollegen an etlichen Fronten keine rühmlich Rolle spielten, weisen jetzt pauschale Verurteilungen der Ministerin zurück, wie direkt nach dem Krieg pauschal, als sie die Soldaten an den sich auflösenden Fronten im Stich ließen und ihren Kopf retteten. Als Autor, der den Untergang Ostpreußens mitdokumentierte, sind mir eindrucksvolle Schilderungen bekannt. Man möge mir deshalb das Pauschalurteil bezüglich der Offiziere nachsehen. In der Bundeswehr wird das heute nicht viel anders sein, wenn  im Ernstfall Führungskräfte der Wirtschaft als Reserve-Offiziere hinzukommen. Ihre Gesinnung und Fehler müssen einfache Menschen bereits im zivilen Leben ausbaden. Im Krieg bedeutet das aber den sicheren Tod.


In Zeiten der Wehrpflicht waren Soldaten Bürger in Uniform, die Einfluss darauf nahmen, wie sich Berufssoldaten benehmen durften. Unter Söldnern sind die Soldaten Peinigern ausgeliefert, denn sie machten das Kriegshandwerk freiwillig zu ihrem Beruf. In Kampfeinheiten zählen schon immer das gemeinsame Erlebnis, der Zusammenhalt und seltsame Rituale der Hackordnung. Der Einzelne ist nichts. In technischen Einheiten herrscht vielfach ein anderer Geist. Dennoch gibt man am Kasernentor praktisch den Staatsbürger ab und unterwirft sich den Regeln des Kriegshandwerks. Wer das anders sieht, sollte weiterträumen.

Wer sich für Erfahrungen von Soldaten des Zweiten Weltkriegs interessiert, dem empfehle ich nebenstehendes Buch, das im Buchhandel oder bei mir erhältlich ist. Dann wird meine Einstellung etwas klarer.

07.05.2017








Werbung im Zweiten Weltkrieg für's Militär

 

Trauerspiel

Seit einem Jahr komme ich nun bereits (fast) ohne den Maintal TAGESANZEIGER aus.  Wenn die Todesanzeigen und die Trauerinformationen nicht wären, ginge es sogar gänzlich ohne das Lokalblatt. Dennoch muss ich feststellen, dass viele Maintaler noch immer auf redaktionell unabhängige Informationen unserer Lokalzeitung setzen und ihnen die Standardberieselung über kostenlose Wochenzeitungen, Anzeigenblätter und das Internet nicht genügt. Sie wollen Früchte handwerklich redaktioneller Arbeit lesen und sich eine unabhängige Meinung bilden. Und weil das erfahrene Presseleute wissen, packt sie manchmal beruflicher Ehrgeiz und sie stellen unbequeme Fragen, die sich bei ihrer Arbeit aufdrängen. So geben sie Politikern und Amtsinhabern am Jahresanfang die Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Sichten auf das kommende Jahr darzulegen, vor Wahlen Botschaften ans Wahlvolk zu senden oder nach Parlamentssitzungen all denen eine Plattform zu bieten, die den Maintalern klar machen wollen, was sie hätten sagen sollen oder wie sie dieses oder jenes gemeint haben wollen. Werden ihnen allerdings konkrete Fragen gestellt, die qualifizierte Antworten erfordern, sind sie sprachlos und das Lokalblatt hat nichts zu berichten. Oder doch?

 

Man muss Arbeiten auch zuende bringen!

 

Das Internet ist heute der Marktplatz Nummer 1 für Informationen. Den nutzen auch die Maintaler Parteien, der Magistrat und die Fachbereiche der städtischen Verwaltung. Damit steht das Internet in direkter Konkurrenz zu den Printmedien. Als dort nach der letzten Stadtverordnetenversamnmlung ein Tweet der SPD mit kernigen Aussagen auftauchte und eine Informationsveranstaltung angekündigt wurde, musste die Redaktion des TAGESANZEIGERs reagieren und richtete an die Maintaler Fraktionen Fragen, die teilweise beantwortet wurden. Seltsam ist, dass die Leser hierüber nichts erfahren. Die WAM (Wahlalternative Maintal) vermutet den berühmten Schuss in den Ofen und ging heute mit folgendem Statement an die Öffentlichkeit:

 

 

 

Es ist jetzt über einen Monat her, da veranstaltete der Maintal Tagesanzeiger eine Umfrage unter den Fraktionen des Stadtparlaments zur neuzugründenden Maintaler Immobilengesellschaft (MIG) und zu den dazugehörigen Personalvorstellungen. Auf Nachfrage vor zwei Wochen wurde uns von der Redaktion mitgeteilt, dass noch immer Antworten fehlen. Aber bis heute tat sich immer noch nichts. Dass nun aber der Tagesanzeiger gar nichts zu seinen eigenen Fragen berichtete, ist an sich schon recht merkwürdig und eine Missachtung der Fraktionen, die sich Mühe machten, um die Antworten zu besprechen und bei der Redaktion abzuliefern. Damit zumindest wir von der WAM geantwortet haben, möchten wir die Öffentlichkeit über unsere Ansichten informieren. Dies werden wir hier auf Facebook und über unsere Verteiler jetzt tun (siehe Anhang). Wenn die anderen Fraktionen mit ihren Ansichten die Öffentlichkeit scheuen, ist das ihr ureigenes Problem. Interessant ist auch, dass man über die großflächig mit Plakaten angekündigte Veranstaltung von SPD, FDP und Grünen am 20. April zu den gleichen Themen ebenfalls nichts erfuhr.

 

 

 

Was sind das für Fragen, die scheinbar so schwer zu beantworten sind?

 

Sie resultieren aus den vollmundigen und provokanten Äußerungen des SPD-Tweets und Meldungen der Ampelmännchen des Maintaler Parlaments.

  • Ist die Beschlussvorlage zur Gründung der Maintal Immobilien-Gesellschaft (MIG) konsequent oder voreilig?

  • Welche Erwartungen knüpft Ihre Partei an diese Gesellschaft?

  • Wäre eine solche Gesellschaft überhaupt nötig, wenn der soziale Wohnungsbau zu einem früheren Zeitpunkt beispielsweise durch Förderprogramme stärker in den Fokus der Lokalpolitik gerückt wäre?

  • Welche Schritte erachten Sie als notwendig, sollte die Gründung der MIG aus rechtlichen Gründen doch nicht möglich sein?

  • Welche Rechtsform für die Gesellschaft würden Sie favorisieren?

  • Wie stehen Sie zur geplanten engeren Zusammenarbeit von SPD, FDP und Grünen?

  • Wie würden Sie gerne die Personalie des Geschäftsführer- und Stadtratspostens gelöst sehen?

  • Wie sollte Ihrer Meinung nach das weitere Vorgehen aussehen, sollte die Abwahl von Ralf Sachtleber als Erster Stadtrat scheitern?

  • Wen aus Ihrer Fraktion halten Sie für die geeignete Kandidatin/den geeigneten Kandidaten für den Posten des Zweiten Stadtrats?

  • Die SPD schreibt auf ihrer Internetseite, Monika Böttcher sei als Bürgermeisterin eine "absolute Fehlbesetzung". Stimmen Sie dem zu? Frage an Herrn Maier: Wie begründen Sie diese Einschätzung?

Was ist so schwer zu beantworten und warum berichtet der TAGESANZEIGER nicht über den Zwischenstand? Warum war bis heute nichts über die Infoveranstaltung der drei Parteien zu obigen Themen zu lesen? All das ging an mir vorbei, weil ich das Lokalblatt nicht mehr lese und es bestärkt mich in der Ansicht meiner Entscheidung.

 

Meiner Meinung nach erübrigt sich inzwischen auch die Beantwortung der Fragen, weil sich informierte Bürger ihre Meinung bereits selbst gebildet haben. Die Nichtbeantwortung sagte mehr aus, als viele Worte um den heißen Brei, die zu erwarten gewesen wären. Dennoch sind im Internet zumindest die Antworten der WAM auf all diese Fragen zu lesen und es ist zu hoffen, dass andere Fraktionen nachziehen, damit wenigsten der Anschein gewahrt wird, man würde die Redaktion der Lokalzeitung ernst nehmen. Diese hat man aber mit dem Aussitzen bereits diskreditiert.

 

Und was war mit der Infoveranstaltung?

 

Als früherer Hobby-Chronist politischer Veranstaltungen wurde ich von vielen Leuten gefragt, ob ich wüsste, wie die Veranstaltung im Bischofsheimer Bürgerhaus gelaufen sei. Mit Bedauern musste ich gestehen, dass ich es nicht weiß und dass es mich auch nicht mehr interessiert. Wenn die Veranstaltung ein Knaller gewesen wäre, hätte man sicher etwas darüber gelesen. Offensichtlich interessierte es noch nicht einmal das Lokalblatt. Warum auch? Alle Fragen waren bereits gestellt und deren Beantwortung stand noch aus.

 

Maintals Kommunalpolitik lernt offenbar nichts dazu und dem Lokalblatt gehen die Informationen aus. Es gab Zeiten, da war das mal anders...!

 

2. 5.2017

 










 

Krieg der Welten

Eine sehr unangenehme Zeiterscheinung ist das Bewusstsein, seine Feinde genau zu kennen, aber sich seiner Freunde nicht ganz sicher zu sein. Leider leisten sich dieses Bewusstsein nicht nur Menschen, die nicht anders empfinden können, sondern sie geben ihre Ansichten auch noch an Mitmenschen weiter, die solches noch gar nicht verspürten. Das wirft die Frage auf, was wirklich normal ist und was wir warum als normal ermpfinden sollen. Die großen Nationen dieser Welt sitzen auf einem riesigen atomaren Waffenarsenal und haben es auf ihr weltweites Netz an Stützpunkten verteilt oder befahren damit pausenlos die Weltmeere. "Keine Ratte würde Rattengift erfinden und darauf leben", meinte einst ein bekannter Kabarettist, dem sich der Sinn dieser Konfliktstrategie nicht erschloss. Es ist halt der Krieg der unterschiedlichen Welten, in denen wir leben. Gern wird das mit Politik oder Überlebensphilosophie erklärt. Wenn man seinen Feind genau kenne, könne man zu den richtigen Waffen greifen, um ihn zu besiegen, so die weitverreitete Ansicht. Momentan versucht Nordkorea, eine atomare Macht zu werden, wie so viele andere - uns allerdings wohlgesonnene - Nationen. Was macht den Unterschied? Genau! - Wir wissen, wer Freud und Feind ist, weil es uns andere Personen sagen. Die Frage ist angebracht, ob wir uns darauf verlassen können.

 

Welten werden gemalt

 

Welten muss man empfinden, um sie beschreiben oder skizzieren zu können. Wie sehr diese Welten empfunden werden, drückt sich in der symbolhaften Nutzung angeblicher oder tatsächlicher Fakten aus. Hierbei ist wichtig, ob man sie widerlegen kann, oder ob den Adressaten der Horizont fehlt, dies zu ergründen. So reichte einst die Behauptung, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen, um einen  Krieg zu führen. Gefunden wurde jedoch nichts, nachdem Hunderttausende Menschen beider Kriegsparteien tot waren. Dumm gelaufen!

 

Momentan wird von den USA die nordkoreanische Bedrohung auf riesige Weltplakate gemalt und das gesamte US-Waffenarsenal in Stellung gebracht, damit sich die ebenfalls waffenstarrende zivile amerikanische Welt sicher fühlen kann. Es ist eine Frage der Zeit, wann die amerikanische Waffenlobby kleine atomare Sprengsätze für die Zivilverteidigung oder wohlhabende Amerikaner anbietet. Unzählige kleine private Atombunker sorgen ja bereits für Sicherheit. Wieso nicht auch eigene Verteidigungsstellungen ausbauen!? Die Devise lautet doch "Amerika First!"

 

Was würde Jesus oder die Propheten tun?

 

Viele Menschen auf der ganzen Welt blicken hilfesuchend zu den amtierenden Führern ihrer Glaubensrichtungen und erwarten womöglich ein deutliches Signal oberster Instanzen ihres Glaubens. Leider vermag keine der Glaubensrichtungen, Einfluss auf die irdischen Machthaber und Politiker, Führungskräfte von Wirtschaft und Finanzen oder gar auf die religiösen Führer auszuüben. Der Krieg der Welten setzt sich über Ethik und Moral, über die sinnvolle Verwendung von Lebenserfahrung und das Grundbedürfnis des Menschen nach Frieden hinweg. Politiker übernehmen heute göttliche Instanzen.

 

1. 5.2017

 






Karikatur Kurt Halbritter                      "Dort drüben ist Feindesland"

 

Dekradiert

CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber wurde einst als Geheimwaffe der Kanzlerin ins Amt gehievt, weil er rigoros in der Wahl seiner Mittel vorgeht, mit denen er seine Gesinnung umsetzt. Einst zog er mit dem bereits verstorbenen Philipp Mißfelder durch die Lande, um Senioren das Recht auf künstliche Hüftgelenke abzusprechen und erzeugte damit und anderen Aktionen das für seine Karriere so wichtige Aufsehen. Mit Praktiken zur Diskreditierung von unliebsamen Parteikonkurrenten machte er sich einen Namen. Der Ideale Mann für Drecksarbeit, die in allen Führungsebenen anfällt. Nun wurde der eloquente Politiker mit dem Hang zu modernen Medien auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn die alles bestimmende Kanzlerin fürchtet um ihre Wiederwahl. Möglicherweise traut sie ihrem Generalsekretär nicht mehr so ganz über den Weg. Zumindest traut sie Peter Altmeyer in Wahlkampfdingen wesentlich mehr zu. Eine bittere Pille für Tauber, der nun einen Wahlkampf von Tür zu Tür führen will, wie ein Provinzpolitiker und nicht wie ein Generalsekretär, der eigentlich in der Strategie zuhause sein sollte. Strategie wird jedoch oft mit Machenschaften verwechselt, die Tauber perfekt liegen. Eines steht fest: Der Mann will noch weiter nach oben. Sein Netzwerk selbst geförderter Parteimitglieder wuchs stetig und er verstand es, sich selbst ins Gesamtgebilde gut einzubinden. Ehemalige Steigbügelhalter gerieten bei ihm schnell ins Vergessen. Das missfällt vielen Parteigenossen, die sich nun genüsslich freuen, dass er jetzt kleinere Brötchen backen muss.

 

Die politische Konkurrenz versucht nun, Altmeyer die Vertretbarkeit der Doppelfunktion zwischen Kanzleramtsministerium und Wahlkampfmanager zu thematisieren, damit der Generalsekretär die Aufgaben allein bewältigen muss. Sie haben den Schwachpunkt des Merkelschen Machgeflechts erkannt, durch den ein Image auf sie abfärben könnte, das sie nun mal gar nicht braucht. Eigentlich  ist ihr Vorgehen logisch und der Situation angemessen. es zeigt aber, wie brisant besetzt ihr Machtgeflecht ist, dass sie zu solchen Mitteln greifen muss. Der Schulz-Hype scheint zwar überwunden, doch die Bürger wählen nicht nur die Kanzlerin. Zur Wahl steht die gesamte CDU/CSU-Truppe, die nun mal nicht Merkel-like ist. Sie ist durchsetzt von Antitypen, die viele Bürger satt haben. Dazu gehören natürlich auch die vielen kleinen Wölfe in oder aus der Provinz, wie Tauber, die einen Menschentyp verkörpern, unter dem viele Berufstätige in ihren Unternehmen leiden. Merkel hat lang gebraucht, bis sie merkte, wer seriös, wie ihr Regierungspressesprecher und wie geartet ihr Generalsekretär ist. Dazwischen liegen Welten. Die Tage des Peter Tauber sind gezählt.

 

11.04.2017

 





 

Maintaler Interessenkonflikte

Maintal ist auf dem Bausektor seit vielen Jahren ein Schlaraffenland für Investoren. Nirgendwo kann man leichter machen, was man will, wenn man erst einmal im Geschäft ist. Deren Geschäftsmodelle und Strategien zielen auf die größtmögliche Verdichtung von Flächen und Gewinnmaximierung ohne wirkliche Rücksicht auf die Stadtentwicklung ab. Sie spendieren der Stadt kostenfrei den zum Projekt passend geänderten Bebauungsplan, so dass der Rest nur noch abgenickt zu werden braucht. Nach der Devise "wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter" wird übergreifend Konsens der Franktionen vereinbart, wenn es zu tauschende Interessen gibt. So fällt für jeden ein Zugeständnis ab und die Sache kann laufen. So ungefähr laufen alle Planungen und sie bewegen sich sehr oft exakt am Rand  der Zumutbarkeiten. Weder die Kommunalpolitik noch der Magistrat setzen dem Gemeinwohl dienende Regeln konsequent um. Die vielen Sünden auf diesem Gebiet sind im gesamten Stadtgebiet zu sehen. Siedlungen, die wie Wagenburgen abgeschottet sind, Ortskerne, die mit beliebiger Architektur vollgepflastert sind und keine interessante urbane Note besitzen, aufgestockte und komprimierte Siedlungen mit strategischem Leerstand bei knappem bezahlbarem Wohnraum und viels mehr. Diese Sünden waren den Kommunalpolitikern bewusst. Vor der letzten Bürgermeisterwahl nahm sie die Gründung eines kommunalen Unternehmens für die bauliche Gestaltung Maintals ins Visier. Investoren und Interessengruppen scharten sich sofort um die parteilose Bürgermeisterkandidatin, wahrscheinlich, um weiterhin auf die Fortführung der bisherigen Investorenpolitik Einfluss zu nehmen. Als keiner der Parteien-Kandidaten die Wahl gewann, stand sofort das kommunale Immobilienunternehmen auf der Agenda. Wie einfach Einigkeit sein kann, wenn damit auch noch personelle Chancen verknüpft sind, war verblüffend. Nun ist der Kampf der Interessengruppen entbrannt.

 

Maintaler Immobilien-Gesellschaft auf dem Prüfstand

 

Nachdem die Maintal-Werke ein großer Erfolg waren und sind, muss geklärt werden, ob Maintal auch eine Immobilien-Gesellschaft betreiben darf und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Es ist die Aufgabe des Magistrats, einige Paragraphen abzuarbeiten, um die Beschlüsse des Parlaments umzusetzen. Dazu laufen Untersuchungen, zu denen bereits ein Zwischenstand vorliegt. Demnach kommt nur eine GmbH oder ein GmbH & Co KG infrage. In einigen Köpfen geistern nun Gedanken herum, wie man die passende personelle Kompetenz dort unterbringen kann. Für SPD, Grüne und FDP ist der amtiernde Stadtrat der richtige Kandidat, um zu verhindern, dass über den freien Markt Immobilien-Interessengruppen Einfluss nehmen. Man will ja etwas verändern. Möglicherweise wünschen sich Unterstützergruppen der Bürgermeisterin nun die für sie richtige Vorgehensweise als Dividente für die Wahlkampfunterstützung. Einige Politiker der Ampel konnten einen besonderen Schwung der Bürgermeisterin in der Klärung aller Sachfragen nicht erkennen und sorgten jetzt ihrerseits für Beschlüsse des Parlaments, die einen erheblichen Drive in die Sache bringen und Tatsachen schaffen sollen. Jetzt muss natürlich etwas passieren. Aber was?

 

Stellenbesetzungsthemen sorgen für Unruhe

 

Sehr verdächtig ist der fraktionenübergreifende Konsens hinsichtlich der Personalie Sachtleber. Seit ca. 25 Jahren ist er mit der Maintaler Stadtentwicklungsplanung vertraut und man ist weitestgehend mit seiner Arbeit zufrieden, nur als Stadtrat wollten ihn einige Fraktionen zuletzt nicht mehr wählen. Genau diese Politiker wollen ihn aber jetzt zum Geschäftsführer der Maintaler Immobiliengesellschaft küren. Irgendwie eine elegante Art, ihn als Stadtrat im Amt loszuwerden. Mit der vakanten Stadtrats-Stelle und den neuen Posten innerhalb der zu gründenden Gesellschaft würden sich natürlich Möglichkeiten eröffnen, die verlockend sind. Also trafen sich alle Fraktionen, womöglich, um zu ergründen, wie man das Fell unter heimischen Politikern verteilen könnte. Wie von mehreren Teilnehmern zu erfahren war, soll Martin Fischer (CDU) am Stadtratsposten interessiert gewesen sein. Sebastian Maier (SPD) hatte allerdings schon früher Interesse bekundet. Als die CDU in der Runde begriff, dass ihr Kandidat wohl keine Chance hätte, war das Interesse gestorben und man verlegte sich auf eine andere Strategie. Plötzlich war man für "saubere" Lösungen, wie sie normale Bürger bevorzugen. SPD, Grüne und FDP blieben jedoch bei ihrer Linie (wie diese auch immer aussieht) und ziehen nun die öfffentliche Schelte auf sich.

 

Nach der letzten Parlamentssitzung trat ich mit einem Beitrag in Facebook eine nicht beabsichtigte Lawine los, in der nun offen sichtbar wurde, welche Interessen hier wirken. Die Argumente wurden immer hemmungsloser vorgetragen und die Fronten klarer. Der Stadtverordnetenvorsteher war ob der öffentlichen Diskussion besorgt, wie er ja auch bereits im Parlament vortrug. Als einige Protagonisten begriffen, was sie da zum Besten gaben, stellten sie ihre Statements ein. Mir zeigte das, dass mehr Öffentlichkeit durchaus gut und richtig ist, bin aber auch der Meinung, dass hier nur belastbare Fakten und keine als Besorgnis vorgetragenen Spekulationen zum Einsatz kommen sollten. Persönliche Gespräche könnten für mehr Klarheit sorgen.

 

Bitte eine gerade Furchen zackern!

 

Jedes weitere Vorgehen muss jetzt mit sehr viel Umsicht und möglichst transparent erfolgen, damit keine Spekulationen ins Kraut schießen. Die übliche Vertraulichkeit bzw. ein Ausschluss der Öffentlichkeit wäre völlig fehl am Platz, weil es hier um das Geld der Steuerzahler geht. Alles, was Haushalte über Jahrzehnte belastet, sollte gut geprüft und weise entschieden werden. In diesem Fall ist es angebracht, dass sich alle Fraktionen daran beteiligen und nicht fern bleiben, weil sie "mit all dem nichts zu tun haben wollen". Maintals Bürger haben ein Recht darauf, zu erfahren, was vor und hinter den Kulissen abläuft - wenn nicht offiziell, dann halt in sozialen Medien. Der Druck, den man dort aufbauen kann, sollte alle Geheimniskrämer aus ihren Löchern scheuchen, damit sie eine gerade Furche zackern.

 

30.03.2017





 

Das Übel "Große Koalition"

So langsam muss man sich fragen, wie unsinnig in Parlamenten große Koalitionen sind, wenn sie politischen Richtungen Substanz nehmen und vor Wahlen als Fessel fungieren. Der Generalsekretär der CDU Volker Kauder löste in der Talk-Runde bei Anne Will mit seinen diesbezüglichen Ansichten bei vielen Wählern einen wahren Brechreiz aus. Er bestand penetrant und mit Häme auf der Einhaltung des Koalitionsvertrags bis zur letzten Minute, um Trennschärfe aus dem Wahlkampf herauszunehmen, muss aber den Koalitionspartner CSU auf Abwegen während der gesamten Legislaturperiode immer wieder einfangen. Eine Union, die keine ist, will die SPD anketten. Wenn damit CDU, CSU und SPD auf ein "weiter so" eingeschworen werden sollen, weil der CDU inzwischen alle Alternativen für Regierungskonstellationen verloren gingen, bräuchte man gar nicht mehr zur Wahl zu gehen. Politik geht jedoch anders. Der Schulz-Effekt ist der beste Beweis dafür, dass viele Wähler nicht mehr wollen, dass Parteien wegen des Wahlergebnisses in Zwangs-Regierungsverantwortung abgenutzt und aufgerieben werden. Sie wollen Trennschärfe und Verlässlichkeit, sicher auch eine Mischung von Interessen, die zusammenpassen und nicht trennen. Für die in Regierungsposten verantwortlich eingebundenen Politiker ist das Handeln entsprechend der vielen ausgehandelten Kompromisse eine schwierige Sache, wenn gleichzeitig vermittelt werden muss, für was man eigentlich steht. Da kommt ein Schulz, der weder den Koalitionsvertrag mitverhandelte, noch im Kabinett ist, gerade zur rechten Zeit. Er kann frei von der Leber weg sagen, was mit einer reinen SPD-Politik zu erwarten wäre.

 

Saarland-Ergebnis ist eine Ohrfeige für kleinere Parteien

 

Nun wollen einige Strategen unbedingt etwas in das Ergebnis an der Saar hinein interpretieren, was bundesweit gar nicht vergleichbar ist. An der Saar hat die CDU die große Koalition erfolgreich geführt und die wesentlichen Akzente gesetzt. Die SPD konnte ihren Einfluss überall dort geltend machen, wo die CDU nicht kompetent genug war. Die Bürger waren mit der Regierungsarbeit zufrieden und das erklärt das Ergebnis. Im Bund sieht das ganz anders aus. Hier setzte die SPD die für die Bürger wichtigen Akzente und die CDU musste es mittragen, weil sie selbst im Wahlkampf viele soziale Aussagen der SPD übernommen hatte, um ihr Trennschärfe zu nehmen. Diesmal sollten die Wähler das Original dieser Politik wählen. Darauf zielt die SPD im Bund ab. Bei dieser Fokussierung lassen natürlich kleine Parteien Federn. Sollten sie einmal eine nennenswerte Größe gehabt haben, ist das Saar-Ergebnis eine klare Ohrfeige.

 

Politik als Produktvielfalt

Sieht man Politik mal als zu vermarktendes Produkt einer Berufsrichtung, die sich vom Volk finanzieren lässt und dafür ihr eigenes Süppchen kochen will, so muss man akzeptieren, dass sie sich bei der Produktausprägung an den "Käufern" orientiert, die einem satte Versprechen abkaufen. Wie in der Werbung werden anstatt belastbare Fakten nur Gefühle vermittelt. Die inzwischen zu Nischenprodukten abgewirtschafteten Parteien FDP, Grüne und andere kleine Gruppierungen sehen sich starken Markführern gegenüber. Es geht um Maktanteile. Die FDP orientiert sich am stäksten an den Regeln der Werbung. An der Produktauswahl beteiligen sich jedoch all die Wähler nicht mehr, die sich ohne Politik jedes Produkt leisten können oder die zu denen gehören, zu denen keines der Produkte wirklich passt. Ähnlich wie zu Saisongeschäften (Weihnachten oder Ostern) muss eine auffälligere Verpackung herhalten, obwohl der Inhalt unverändert bleibt. Wahlen sind quasi ein saisonaler Verpackungsschwindel, wie wir ihn aus der Werbung kennen. Was wir dafür bekommen, bestimmen allerdings diejenigen, die für die Zusatzeinkünfte der Parteien und Gruppierungen sorgen. Wo soll da Vertrauen herhommen!?

 

Gesinnungstypen sind rar

 

Während die großen Parteien mit ihren Personalentwicklungsprogrammen und ihrer Selbstbedienung an öffentlichen Kassen eine Politikerschicht heranbilden, die zu ihrem Vorteil nahezu jede politische Richtung vertreten würden, findet man in kleinen Parteien noch echte Gesinnungstypen wie Rechtsradikale, Neonazis, Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten, die in ihrer Person genau das verkörpern, was sie wirklich sind. Es bleibt den Mitmenschen und den Wählern überlassen, wie sie diese Typen bewerten. Nationalkonservative, ökologisch Angehauchte, liberal Denkende und Sozialdemokraten bilden die berühmte Mitte, es mangelt ihnen aber an Politikern, denen man ihr Produkt auch abkauft. Das macht ihnen die Wahlkämpfe so schwer. Was sie sagen und was sie tun ist keine Einheit. Politiker wie Strauß, Wehner, Kohl, Brand, Genscher, Blüm,  Geißler und Schmidt waren echte Gesinnungstypen. Angela Merkel ist dagegen heute noch eine Gleichung mit mehreren Unbekannten. Man weiß nur, dass ihr momentan niemand gewachsen ist. Ob das, was sie bewirkt, wirklich das Richtige ist, bleibt weiterhin offen.

Martin Schulz verkauft sich momentan als Gesinnungstyp, doch was das wert ist, bleibt nur Vermutung. Als Co-Partner in einer großen Koalition würde sich sein momentanes Image stark abschleifen und es bliebe im Kompromissstreit nicht viel davon übrig. Dennoch stibt die Hoffnung zuletzt, besonders, wenn die Alternative zu Schulz lediglich "weiter so!" heißt.

 

27.03.2017







Große Koalition vor der Wahl

 

Schönes Gefühl

Irgendwie ist es ein schönes Gefühl, wenn man sich mit Menschen unterhält, die locker, fair, aufrichtig und anregend sind. Kommen noch Anmut, Charme und Esprit, gepaart mit Intelligenz - den Waffen faszinierender Frauen hinzu, gibt es keine Probleme, die man zu lösen hätte. Harmonie, die sich einstellt, führt zueinander - ein schönes Gefühl!

 

Leider begegnen wir viel zu oft Menschen, die das genaue Gegenteil verkörpern. Sie sind verkrampft, unfair, absolut unaufrichtig und im negativen Sinn aufregend. Man könnte meinen, sie suchten einen Lustgewinn durch destruktives Verhalten. Solche Menschen finden sich in Gemeinschaften sehr schnell am Ende der Kette, selbst wenn sie sich bei Gutgläubigen scheinsüß einzuschmeicheln versuchen. Was müssen solche Menschen für einen Frust schieben!

 

Menschen mit Lebenserfahrung erkennen solch unangenehme Typen sofort und halten sie aus gutem Grund auf Abstand. Schnell würde man mit ihnen in einen Topf geworfen werden, was äußerst unangenehm wäre. Fatal ist, wenn solche Typen gar nicht merken, wie unangenehm sie empfunden werden, zumal, wenn sie auch noch eine wichtige Rolle spielen wollen. Das hieße, den Bock zum Gärtner zu machen. Scheitern sie aufgrund ihres Verhaltens, darf es natürlich nicht an ihnen liegen. Mit hirnrissigen Argumenten versuchen sie, Positionen zu halten, die ihnen nie zugebilligt wurden. Ein Scheitern würde die Lebenserfahrung "Große Klappe, nichts dahinter!" bestätigen. So treiben sie ihr Spiel immer weiter, bis der Moment kommt, an dem sie ernsthaft mal über sich selbst nachdenken. So etwas geht übrigens auch zusammen mit aufrichtigen Freunden, wenn man die noch hat. Ist auch das erfolglos, ist wohl ihr Schicksal als Außenseiter besiegelt.

 

Vielleicht geht es diesen Typen ja nur darum, eine gewisse Aufmerksamkeit zu erregen. Mit negativer Presse ist man ja ebenfalls in aller Munde, quasi im Mittelpunkt und muss es nicht als Defizit empfinden, dass man eigentlich gar nicht gefragt ist. Menschen, die etwas können, können natürlich selbstbewusst auftreten. Wenn Menschen das machen, die nur mäßiges Können anzubieten haben, wirkt ein selbstbewusstes Auftreten überzogen, ja albern. Auch hier trifft wieder ein uralter Spruch zu: "Warum sind die Dummen immer so sicher und die Intelligenten so voller Zweifel?"

 

Kein schönes Gefühl, mit solchen Mitmenschen zusammen zu leben!

 

25.03.2017

 





 

Absonderlichkeiten

Angesichts der Häufung absonderlichster Verhaltensweisen in der Weltpolitik, der Wirtschaft und häufig auch im privaten Bereich sind Konflikte immer öfter mit Menschen zu lösen, die im Grund genommen gar nicht konflikt- und konsensfähig sind. Das erschwert Konfliktlösungen erheblich. Anstelle sich für Lösungen zu öffnen, werden ständig weitere Fronten eröffnet und massive Irrtümer absichtlich oder mangels Einsicht weitergepflegt. Menschen, die an Problemlösungen interessiert sind, weil Situationen zunehmend aus dem Ruder laufen, betreiben Ursachenforschung, um einen Schlüssel für Lösungen zu finden. Wenn die Faktenlage allerdings keine Erkenntnisse bringt, rücken die Konfliktpersonen selbst und ihr Persönlichkeitsaufbau in den unmittelbaren Fokus. Geschieht das öffentlich, kann das sehr unangenehm sein. Die Gemeinten sind allerdings selbst schuld. Nichts erschwert Konfliktlösungen mehr als Vorurteile, Unterstellungen und offensichtliche Lügen und deren Aufdeckung. Die Folgen müssen Trump und Erdogan und die unkritisch hinter ihnen stehenden Gefolgsleute gerade erleben. Einmal mehr sind ihnen die unabhängige Presse und freie Publizisten auf den Fersen. Diese messen das, was nicht ehtisch einwandfrei und üblich ist, an allgemeingültigen Maßstäben. Wer diesbezügliche Fehlverhaltensweisen dennoch weiterbetreibt, driftet ins gesellschaftliche Abseits ab.

 

Psychopathen versuchen sogar, sich selbst als normal darzustellen, kehren also den Sachverhalt um. Plötzlich ist Frau Merkel Frau Hitler, die womöglich Konzentrationslager und Gaskammern für Türken betreibt, halb Europa sind Faschisten, die Türkei dagegen ein Musterbeispiel für Demokratie. Trump baut Mauern auf und "schützt" sein Land mit Handelsbeschränkungen, ohne zu merken, dass Mauern nach beiden Seiten wirken und diejenigen, die ihnen zujubeln, wie damals in der DDR, ebenfalls eingesperrt werden. Die Aktionen und Behauptungen werden immer abstruser und nahezu alle Tabus werden gebrochen. Das erleichtert denjenigen, die Konfliktforschung betreiben und Fakten zusammentragen, den Befund der Personen.

 

Wenn ein Psychopath Regeln aufstellt, dokumentiert er damit nichts anderes als seine Psychose. Er wird in seinem Einflussbereich zur schleichenden Pest, die man nur mit drastischen Mitteln wieder los wird. Kommt ein Psychopath zur Besinnung, besteht Hoffnung. In der Medizin hat man schon immer Gegenmittel gefunden, selbst Krebs ist heute bereits bis zu 70% heilbar. Man muss sich nur behandeln lassen.

 

Geradezu lächerlich wirken bei Trump und Erdogan die Wundenleckaktionen vor ihren Anhängern auf dem platten Land. Zustimmung stärkt die Kampfmoral, egal, wie beschränkt das ausgewählte Auditorium ist. Wichtig ist dem Psychopathen, dass es ihn berauscht. Gegner dagegegen, die solche Symptome thematisieren, berauschen nicht, sie führen irgendwann den Kollaps herbei, wenn die Front der Jubelmassen und der Gleichgültigen bröckelt. Aufstieg und Fall liegen ganz dicht beieinander.

 

21.03.2017






 

Fragwürdige Autoritäten

Wenn Menschen etwas wollen, was ihnen nicht zusteht, sind sie auf die angewiesen, die ihnen das ermöglichen. In der Türkei findet deshalb zum Beispiel ein Referendum statt. Erdogan braucht die Legitimation zu dem, was er vor hat. Nun hängt es von den Wählern ab, wie sie sich entscheiden. Je nach Bildungsgrad und emotionaler Distanz wird das Ergebnis ausfallen. Das müssen Demokraten akzeptieren. Interessant ist nur, auf welche Art die Massen beeinflusst werden. Da die emotionale Distanz mit dem Bildungsgrad abnimmt, dürfte die Hauptzielgruppe bereits im Fokus stehen. Letztendlich werden im Fall der Türkei nicht der Verstand, sondern die Emotionen siegen. Als letztes Mittel greift Erdogan jetzt zur Bewusstmachung bei den in anderen Ländern nicht integrierten Türken, dass sie in den Ländern, in denen sie momentan leben, nur Bürger 2. Klasse seien, er sie aber stark mache. Dass sie gerade die fehlende Integration daran hindert, als Mitbürger voll akzeptiert zu werden, verschweigt Erdogan. Eine Regierung, die sich ebenfalls nicht in einer größeren Wertegemeinschaft integrieren kann, wird das gleiche Schicksal erleiden und - wie es Merkel formulierte, höchstens eine privilegierte Partnerschaft erhalten können. Doch auch diese rückt nun in weite Ferne. Irgendwie beißt sich bei Erdogan die Katze in den Schwanz.

 

Das eigentliche Problem, mit dem wir eben leben müssen, ist die rasant ansteigende Zahl von Egomanen, unter denen wiederum die Psychopathen dominieren. Sie minipulieren ihre Mitmenschen und gaukeln ihnen Kompetenz vor, obwohl gerade das ihre Schwäche ist. Wir brauchen dabei gar nicht nur in die Politik zu schauen. Auch im zwischenmenschlichen Bereich sind solche Konstellationen allgegenwärtig. Das Übel steckt aber in der Masse, die sich manipulieren lässt. Passivität und Ignoranz werden geschickt instrumentalisiert und zum eigenen Vorteil genutzt. Diejenigen, die sich gegen solche Einflüsse stellen, kämpfen leider einsam und nahezu ohne Unterstützung. Eine seltsame Welt, in der wir Leben!

 

Psychopathen sind gemeingefährlich

 

Dreht sich eine von Psychopathen begonnene Spirale nach Hemmnissen immer weiter, wie jetzt gerade im Türkei-Konflikt, so muss man damit rechnen, dass ein aufgekratzter Psychopath durchdreht und sogar zu selbstzerstörerischen Handlungen fähig ist. Adolf Hitler hat Deutschland in den Untergang getrieben und sich selbst umgebracht. Zurück blieben verbrannte Erde, heimatlose Menschen, Krüppel und Millionen Tote. Das alles aus nur einem Grund: Weil der Psychopath nicht mehr rechtzeitig gestoppt werden konnte.


14.03.2017





 

Wer Hass sät, wird Sturm enten

 

Karikaturisten wollen komplexe Zusammenhänge über bildliche Darstellungen auf den Punkt bringen und diese Bilder in den Köpfen der Mitmenschen einlagern. Das gelingt immer wieder, wenn damit Empfindungen bestätigt werden. Kritisch werden Karikaturen im Zusammenhang mit Religionen gesehen, weil damit Gefühle verletzt werden, die den Glauben an eine überirdische Macht erschüttern und Menschen ihrer Hoffnungen berauben können. Die Politik benutzt sehr oft die diffamierende und verallgemeinernde Karikatur. Je nach politischer Richtung ist sie anspruchsvoll oder primitiv, weil sie zur Klientel passen soll. Sie ist jedoch eine der entlarvendendsten Methoden, Gefühle zu wecken und Hass zu schüren. Besonders, wenn solide Argumente ausgehen, kommen sie zum Einsatz. Sind diese Bilder erst einmal im Kopf präsent, werden sie bei verbalen Attacken, denen wir begegnen, abgerufen.

 

Die regimefreundliche türkische Presse greift derzeit Erdogans Argumente auf und setzt sie in eine Bildsprache um, die Hass gegen Deutschland schüren soll. Der nationalkonservative Mob Polens greift ebenfalls zu solchen Mitteln und stellt sich auf die gleiche Stufe, wie Hetzorgane Griechenlands und anderer Länder Europas, die ebenfalls noch keinen Schlussstrich unter die Zeit des Nazi-Regimes und oft auch ihres eigenen Landes ziehen konnten. Sie leben allerdings ganz gut von den Geldmitteln, die aus Deutschland über die EU in ihre Länder fließen. Die Türkei erhält sogar hohe Summen zum Aufbau seiner Demokratie, die jetzt wohl kaum mehr als eine Hülle ist, in der sich ein Despot versteckt.

 

Sprechen türkische Politiker heute von Nazi-Methoden der BRD-Regierung, so erinnern wir uns sofort an die Karikaturen in griechischen, polnischen und anderen Zeitungen, in denen unsere Kanzlerin mit brauner Jacke und Hakenkreuz-Armbinde abgebildet war, um in konstruierten Zusammenhängen die vermeintliche Dominanz Deutschlands zu geißeln. Selbstbewusste Bürger lächeln über derartige Verunglimpfungen. Eine sehr große Zahl von Bürgern sieht das jedoch nicht so entspannt, weil es zeigt, dass Dinge, die irgendwann geschahen, nie vergessen werden. Wen würde es wundern, wenn demnächst sogar die Geschichte des letzten Jahrtausends im Zusammenhang mit Türkenkriegen auf europäischem Boden bemüht werden würde, um Ängste zu schüren.

 

Eine heute eher harmlose Karikatur (rechts) aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg schürte Hass gegen Franzosen, die damals das Rheinland besetzt hielten und alles, was nicht niet- und nagelfest war, demontierten und nach Frankreich transportierten. Die Kumpel  schufteten unter Tage und die Kohle wurde als Wiedergutmachung  nach Frankreich transportiert. In Deutschland herrschten Hunger und Armut und die Präsenz von Besatzungstruppen war vielen Deutschen unerträglich. So entstand damals nebenstehende Karikatur vom vollgefressenen Franzosen, dem es gut geht, der sich seines Sieges bewusst und ständig auf deutschem Boden unterwegs war, um sich zu bereichern. Damals zeigte diese Karaikatur Wirkung. Heute haben wir dieses Niveau überwunden. Wer weiß, ob sie trotz der deutsch-französischen Freundschaft irgendwann wieder in Erinnerung gerufen wird!? Die Nationalkonservativen Frankreichs könnten gewaltig dazu beitragen.

 

Was ist an Deutschland nur so gefährlich?

 

Bei den vielen verbalen Hassattacken des Auslands im Zusammenhang mit der Rolle der Bundesrepublik in Europa und der Bewahrung demokratischer Grundwerte stellt sich die Frage, was an der Rolle des Zahlmeisters der EU und der Bewahrung politischer Vernunft so gefährlich ist. Deutschland hat aus der Nazi-Herrschaft und der damaligen Zeit mehr gelernt, als alle anderen europäischen Nationen. Kein Land der Erde ist demokratischer, denn wenn wir Deutschen etwas machen, dann machen wir das gründlich. Leider gibt es dafür auch schlechte Beispiele in der Vergangenheit. Heute - einige Generationen weiter - setzen wir alles daran, dass sich verhängnisvolle Fehler nicht mehr wiederholen, auch wenn einige politische Wirrköpfe wieder mit dem Feuer spielen. Unsere Demokratie hält das aber aus. Vielleicht ist es genau dieses gute Beispiel, das andere Nationen, die andere Regierungsformen bevorzugen, so fürchten.

 

Demokratie muss zum Volk passen

 

Vielleicht ist es falsch, dass die demokratische Völkerfamilie die Demokratie als die beste Staatsform ansieht und diese unbedingt verbreiten will. Es gibt viele Völker, die schon ewig von Alleinherrschern beherrscht wurden und sich dabei wohl fühlen. Sie können mit Demokratie nicht viel anfangen. In diesen Ländern sind es vielleicht diejenigen, die global unterwegs sind und eine entsprechende Bildung haben, die etwas mit Demokratie anfangen können. Sie sind aber eine Gefahr für Despoten, die Demokratie nur als Verkleidung benutzen, um in der demokratischen Völkerfamilie akzeptiert zu werden. Denjenigen muss man die Maske vom Gesicht reißen, jedoch die Entscheidungen ihres Volkes respektieren.

 

Man sollte es jedem Volk sebst überlassen, in welcher Staatsform es leben will. Das geht zwar nur über freie Wahlen und faire korrekte Volksentscheide, das würde aber für Klarheit sorgen. Wie wir mit ihnen dann umgehen, wäre allerdings wieder unsere Sache.

 

11.03.2017














 

Ankara zündelt

 

Der angehende türkische Alleinherrscher Erdogan möchte seinen Wahlkampf vor dem finalen Schritt zur Diktatur auch in Deutschland führen und überall politische Großveranstaltungen für seine hier lebende 5. Kolonne abhalten. Angesichts der 1,3 Millionen offiziell registrierten Türken (wahrscheinlich sind es viel mehr) in unserem Land fühlt er sich dazu legitimiert. Dahinter steckt gewaltiger Sprengstoff, denn die türkische Gesellschaft ist gespalten und viele hier lebende Türken lehnen diese Beeinflussung ab und meiden die Reise in die Heimat. Sie werden hier in Moscheen, Schulen und womöglich sogar von Nachbarn überwacht und ausgespäht. Das Übertreten der Grenze zur Türkei kann zur Verhaftung ohne rechtsstaatliches Verfahren führen. Ihre doppelte Staatsbürgerschaft wird ihnen nun zum Verhängnis. Jetzt sollen sie den langen Arm Erdogans auch noch im Land ihres neuen Lebensmittelpunkts spüren. Das wirft hierzulande erneut die Frage der doppelten Staatsbürgerschaft auf. Wie sollen wir die Sicherheit unserer eigenen Landsleute und die der Türken, die ebenfalls unsere Staatsbürgerschaft haben, schützen? In unserem Land leben unzählige illegal Eingereiste, die ebenfalls das Ziel der türkischen Propaganda sind. Aus welchen Beweggründen wir derart unterwandert werden, können wir nur erahnen. Genau diese Ängste bedienen die Rechtsradikalen und finden damit Zustimmung in der Bevölkerung. Forscher sagen seit längerer Zeit einen Bürgerkrieg auf unserem Boden voraus. Die Politik ist nun in der obersten Instanz gefragt und nicht nur auf kommunaler Ebene.

 

Die Bundesregierung duckt sich weg

 

Es ist ein Unding, dass sich die Regierung nicht zu klaren Anordnungen durchringt, um den Kommunen, in denen diese Propagandaveranstaltungen stattfinden sollen, eine Handhabe gegen ausländische propagandistische Handlungen auf dem Boden der BRD zu schaffen, die unkontrollierbare Konflikte auslösen können. Bürgermeister betroffener Kommunen müssen sich derzeit andere rechtssichere Ablehnungsgründe ausdenken, um Eskalationen zu verhindern, obwohl bereits Bombendrohungen vorliegen, die das öffentliche Leben stark tangiert. Derweil verteilt Angela Merkel auf Auslandsreise Zucker für Despoten, buckelt vor Erdogan und lässt die BRD von türkischen Regierungspersonen aufs übelste verunglimpfen. Das wird den Stolz vieler Bundesbürger treffen. Genau der Stolz eignet sich aber hervorragend für die Propaganda von Nationalkonservativen bis Rechtsradikalen vor Wahlen.

 

Absolut unvorstellbar

 

Viele Länder der Erde sind Einreiseländer. Sie nehmen Flüchtlinge in Not und Menschen mit der klaren Absicht, ihren Lebensmittelpunkt in ein anderes Land zu verlegen, auf und ermöglichen deren zügige Integration. Menschen in Not, die wieder in ihre Heimatländer zurück wollen, sobald dort die richtigen Voraussetzungen geschaffen sind, wird Asyl gewährt, aber deren spätere Rückführung vorausgesetzt, wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft nicht annehmen.

 

Absolut unakzeptabel ist die massenhafte Unterwanderung mit illegal eingereisten Personen, die ebenfalls das Ziel oder gar Komparsen politischer Propaganda-versanstaltungen sind. Wegen der massenhaft aufgedeckten Bespitzelung türkischer Landsleute und dem massiven Abbau demokratischer Werte in der Türkei kann von einer Umwandlungsabsicht der türkischen Staatsform ausgegangen werden. Veranstaltungen, die diesem Vorhaben dienen, sollten auch aus diesem Grund in unserem Land verboten werden. Das sind innere Angelegenheiten der Türkei.

 

Ebenso unvollstellbar wären zum Beispiel Massenauftritte mexikanischer Politiker auf dem Boden der USA, um die dort lebenden oder illegal sich aufhaltenden Mexikaner für die Heimatpolitik zu erreichen. In Russland und auf der Krim lebende Ukrainer lässt man ebenfalls nicht von ukrainischen Politikern aufwiegeln. Rund um Israel das Gleiche. Menschen, die in Frieden leben wollen, brauchen Schutz und keine Scharfmacher. Die Folge wären Bürgerkriege verfeindeter Volksgruppen außerhalb ihrer Heimatländer. Keine Nation würde das auf ihrem Boden zulassen.

 

Wir Deutschen neigen zu radikalen Lösungen

 

Wie die Geschichte belegt, neigen wir Deutschen ebenso wie viele andere Nationen um  uns herum zu radikalen Lösungen. Man braucht jetzt nicht alle Beispiele aufzuzählen. Eines muss man jedoch hervorheben. Unsere Bevölkerung ist besonders anfällig für Hetze gegen Fremde und fremde Kulturen. Wir bemühen uns immer noch sehr um Differenzierung. Dies schlägt jedoch schnell in Pauschalisierung um und in die Forderung nach radikalen Lösungen. Das Verhalten der türkischen Regierung kann schnell Auswirkungen auf alle hier lebenden Türken ohne deutsche Staatsbürgerschaft auslösen. Sollten sich nationalkonservative Strömungen in der Politik durchsetzen, könnte die doppelte Staatsbürgerschaft ausgeschlossen werden. Das hätte zur Folge, dass sich alle Ausländer mit deutschem Pass entscheiden müssten, welchen Pass sie zurückgeben und gegebenfalls das Land wieder verlassen. Ankara hätte dann ein gewaltiges Rückführungsproblem und die Betroffenen würden hier aufgebaute Existenz verlieren. Wer solche Gefahren heraufbeschwört, zündelt. Das sollte man in Ankara bedenken.

 

Unsere Rechtsstaatlichkeit und liberale Weltanschauung sichern Weltoffenheit und Freiheit. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt. Unqualifizierten Beschuldigungen und Diffamierungen, wie sie aus der Türkei kommen, sollten wir konsequent entgegen treten.

 

4.3.2017

 







Orientalischer Demokratielehrer

 

Europäisches Demokratieverständnis

Nachdem der türkische Demokratielehrer Erdogan mit großem Erfolg wichtigen Ministern seines Landes in seinem Spezialfach eine neue Brille verpasste, wollen ihm diese jetzt zeigen, was sie gelernt haben. Sie reden von "Meinungsfreiheit" und bezichtigen Deutschland und Holland "faschistischer Methoden". Das zeigt, dass sie unsere Grundwerte nicht verstanden haben, weshalb sie derzeit auch keinen Platz in der EU haben können. Mit der Ausprägung der Staatsform, die Erdogan beabsichtigt und wofür seine Minister vor allen Türken außerhalb ihres Landes werben sollen, wird die Chance für einen EU-Beitritt immer unwahrscheinlicher. Ist der Boden für ihn vorbereitet, wird er vermutlich vor der Wahl persönlich hier erscheinen, wenn der Spuk von der Regierung nicht gestoppt wird. Welche Gefahr dabei innerhalb unserer Grenzen herufbeschworen wird, ist abshebar. Sollen wir am Ende mit zehntausenden Polizeibeamten auch noch seine Sicherheit bezahlen?

 

Dieser Hasser der Deutschen und der Europäer, die der Türkei die europäische Integration verweigern, hat kein Entgegenkommen verdient!

 

Bei seinen verbalen Angriffen und seinen Demütigungen, die er sich gegenüber Merkel leistete, übersieht er völlig, dass er damit ein ganzes Volk trifft, das mit unzähligen Türken im eigenen Umfeld fast schon Tür an Tür wohnt. Deutschen und vielen anderen Europäern sind seine Landsleute willkommen, wenn sie die Grundwerte des Gastlandes respektieren. Mit dem Erwerb der Staatsbürgerschaft haben sich Deutsch-Türken zum Leben innerhalb dieser Grundwerte und der Achtung der Gesetze verpflichtet. Die doppelte Staatsbürgerschaft sollte unter demokratischen Gesichtspunkten jedoch nicht zu einem doppelten Spiel führen, indem Handlungen, die in ihrem Heimatland unseren Gesetzen entgegen stehen, weiterbetrieben werden. Die Propaganda dafür sollte unterbunden werden, ebenso die Propaganda dafür, damit sich an Europas Außengrenze eine neue Diktatur etablieren kann.

 

Wir stehen für Rede- und Versammlungsfreiheit

 

Wenn der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu vor Anhängern in der Türkei sagt: "Wir können überall hingehen, wo wir wollen, unsere Bürger treffen, unsere Treffen abhalten", so ist das faktisch nicht falsch, es kommt jedoch darauf an, ob bei den "Treffen" Ruhe und Sicherheit eines anderen Landes beeinflusst werden, weil dort Landsleute gepaltener Volksgruppen politisch agitativ erreicht werden sollen.

 

Es ist eine ganz andere Sache, wenn Horst Seehofer den rechtskonservativen Viktor Orbán vor seinen bayerischen Parteimitgliedern zu seiner Flüchtlingspolitik reden lässt, um Kanzlerin Merkel zu düpieren. So etwas fällt eher unter dümmliche Provokation. Oder wenn rechtsradikale Parteien vor ihren Anhängern Politiker anderer rechtsradikaler Parteien Europas Reden schwingen lassen. Das zeigt deren politische Gesinnung, findet aber im Rahmen der Redefreiheit statt, wenn damit keine Gesetze verletzt werden. Wir Deutschen dürfen so dumm sein, wie es die Polizei erlaubt.

 

Erdogan treibt einen Keil in die Gesellschaft

 

Offensichtlich geht es Erdogan darum, hier lebende Türken mit doppelter Staatsbürgerschaft ausschließlich auf geltende und vor allen Dingen zukünftige Gesetze der Türkei auszurichten, die bekanntnlich im Gegensatz zu unseren Gesetzen stehen. Diese Türken würden ihren Anspruch auf die deutsche Staatbürgerschaft verlieren, wenn sie sich nicht an unsere Gesetze und Regeln des Zusammenslebens halten. Leben Türken die Demokratie des Landes, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt haben, geraten sie ins Visier. Der beste Beweis ist die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und die Anklage, die gegen ihn erhoben wird. Offensichtlich soll bereits der Erwerb einer anderen Staatsbürgerschaft geahndet werden. Sie soll gleichzeitig zeigen, wie wenig Schutz ein fremder Pass auf türkischem Boden bietet, aber auch, dass wir unseren Staatsbürgern mit doppelter Stasstsbürgerschaft im Ausland keinen Schutz bieten können.

 

Klaus Klee

 

 

Irrsinniges Flaschengeklapper

 

Macht kann besoffen machen. Anders kann man es sich nicht erklären, wenn der Koalitionspartner den Kandidaten des zur Kooperation verdammten Gegners auf miese Art diskreditiert. Es verstärkt sich dadurch der Eindruck, von den eigenen Defiziten abzulenken. Das System Merkel ist nicht gerade ein Füllhorn politischer Talente und beliebter Personen. Warum auch? Sie sollen ja der Kanzlerin nicht in die Quere kommen und herrlich angepasst sein. Das, was leider oft mit Loyalität verglichen wird, ist lediglich die schmierige Art des Vorwärtskommens ohne wirkliche Perspektive. Die Besetzung von Spitzenposten in Ministerien signalisiert seit Jahrzehnten, dass man dazu nahezu keine Befähigung braucht. So wechseln die Spitzen fröhlich das Metier, als hätten sie gerade einen Wanderpokal gewonnen. Der Ruf des Berufes Politiker ist inzwischen extrem ramponiert. Nun beschädigen auch noch die um ihre Macht fürchtenden Westentaschenstrategen politische Gegner und damit ihren eigenen Berufsstand. Was ihnen der Wähler absolut übel nimmt, ist die Art, wie der Wähler dabei für Dumm verkauft wird. Was sich monentan abspielt, ist ein Flaschengeklapper, wie man es nur vom Leergut kennt.

 

Wie auch immer die Wahlergebnisse ausfallen, es wird wahrscheinlich wieder auf eine große Koalition hinauslaufen. Da fragt man sich, wie sich die konkurrierenden Politiker wieder ins Gesicht sehen sollen, wenn man sich im Wahlkampf jede Befähigung abspricht. Kanzlerin Merkel muss man einerseits Klugheit bescheinigen, denn sie beteiligt sich nicht an diesen Hetzkampagnen. Dafür hat sie ihre Wadenbeißer, die nur für diese Drecksarbeit engagiert wurden. Auf der anderen Seite zeigt Kanzlerin Merkel mit der Verteidigung der Agenda 2010, dass die Maßnahme der SPD grundsätzlich richtig war, sie übersieht aber offensichtlich im Interesse ihrer Klientel bewusst die Fehler der Agenda 2010. Wenn die SPD als Urheber der Lokalen Agenda 2010 jetzt Korrekturen anmeldet, so muss man das positiv sehen. Die wirtschaftliche Lage berechtigt Korrekturen, so dass ungerechte Belastungen und Einschnitte auch mal zurück genommen werden können.

 

Andere echauffierte Wadenbeißer wollen natürlich auch bei dieser Schmutzkampagne mitmischen, um das Gefühl zu vermitteln, ebenfalls gekämpft zu haben. Sie vergessen dabei, dass man das Volk von eigenen Können überzeugen muss, um gewählt zu werden. Besonders das Negieren von persönlichen Fakten, wie Schulabschluss, Ausbildung und politischem Werdegang seitens der Parteien, die Kandidaten in Ämter brachten, die Ihre Abschlüsse auf betrügerischem Weg erwarben, zeigt die ethischen Werte, die von diesen Wadenbeißern vertreten werden.

 

Schulz-Effekt zeigt, was die Wähler suchen

 

Die Politiker aller Parteien sollten den Schulz-Effekt zum Anlass nehmen, über ihre politische Arbeit und ihr Auftreten intensiv nachzudenken. Vielen Politikern steht das, was sie charakterisiert, regelrecht auf die Stirn geschrieben. Diese Eindrücke schließen sogar Wissenslücken bei der Beurteilung der Integrität, weil die Annahmen zur Person passen. Die Mehrzahl dieser Personen genießt kein Vertrauen, auch wenn sie sich stets für das entgegegebrachte Vertrauen bedanken. Gewählt wird nicht aus Überzeugung, sondern man folgt dem eigenen Wunschdenken, der Hoffnung, die damit verbunden ist. Der Schulz-Effekt ist nichts anderes als die Bündelung des Wunschdenkens, das seine Nahrung aus der Ankündigung von Korrekturen bezieht, die vorrangig erscheinen.

 

Europas Regierungen, zu denen auch unsere Regierung gehört, vertreten über die EZB eine Finanzpolitik, die den finanzschwachen Ländern wieder auf die Beine hilft. Gleichzeitig spült der schwache Zins zig Milliarden jährlich in die Kassen der Finanzminister. Beide Effekte bezahlen die Sparer mit dem Verlust ihres Kapitalertrages. Die Politik ist quasi auf Raubzug. Auch das wäre ein Wahlkampfthema, doch hier schweigen die Politiker aller Parteien, weil auch sie davon profitieren. Das verstärkt die Einschätzung vieler Wähler, dass die Parteien ausschließlich Klientelpolitik betreiben und Soziales nur glitzerndes Lametta in Wahlprogrammen ist.

 

Was ebenfalls den Schulz-Effekt verstärkt, ist der Eindruck, dass die wesentlichen Leistungen der Koalition sozialdemokratische Wurzeln haben. Nun schielen die Wähler nach dem politischen Original und konzentrieren sich zusätzlich weniger auf die kleinen Parteien. Der Preis wird allerdings eine erneute große Koalition sein, denn mögliche kleine Koalitionspartner schrumpfen gerade weg.

 

20.2.2017

 









Politker klappern...








...die Opfer haben am Monatsende leere Taschen...








...und Europas Bankrotteure gesunden mit dem Geld der Sparer!

 

Denkzettel zerreißen!

Hoffnung ist ein wirksames Mittel gegen lang anhaltenden Verdruss. Menschen, die eher zur Haltung "sowohl-als-auch" anstatt zu "entweder-oder" tendieren, nehmen Signale der Hoffnung intensiver auf, als hoffnungslos Frustrierte. Das sieht man am Schulz-Effekt in der Politik. Plötzlich steigen Umfragewerte, wo sie bisher nur nach unten gingen. Mitte Februar 2017 bekundeten 2/3 der Befragten bei einer Umfrage, dass die Zeit für einen Wechsel reif sei. Hoffnung und Wunschdenken hängen also dicht zusammen. Das ist manchmal sehr eng mit Personen verknüpft, denen man die Intelligenz, die ethische Stärke und die Kraft für Veränderungen zutraut. Solche Personen sind in unserer Gesellschaft schwer zu finden. Sind sie gefunden, so werden sie sofort von denen bekämpft, die bisherige Missstände verursachten. Allianzen derer, die den Missstand verkörpern, haben einflussreiche Unterstützer. Die neuen Hoffnungsträger werden bewusst diskreditiert, verunglimpft und gemobbt und man behauptet, dies gehöre zur politischen Kultur. Die so Diskreditierten haben offenbar etwas, was den Gegnern fehlt. Wer nicht will, dass sich etwas Negatives verändert, wird Veränderungen keine Chance geben wollen. Es fragt sich nur, was solche Menschen umtreibt. Vielleicht würden sie die Rechtfertigung für ihr eigenes Versagen verlieren, wenn sie ihren Standpunkt änderten, denn viele Menschen brauchen einen Grund für ihr Verhalten, der nicht bei ihnen liegt. Wer bei seinem Widerstand allerdings einen bestimmten Punkt überschreitet, bekommt dafür die Quittung. Man braucht nur in die USA zu sehen.

 

Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen

 

In der Politik wiegen Kursänderungen und Reformanstrengungen in den eigenen Reihen doppelt schwer, weil sich die bisherigen Macher von denen, die sie (ver-)führten, fragen lassen müssen, warum das plötzlich nicht mehr richtig sei, was bisher betrieben wurde. Die Verführten hatten sich doch auf das verlassen, was man ihnen permanent erzählte. Auch bei der SPD wurden diese Fragen gestellt. Dort kam man der Wahrheit wesentlich näher und erkannte die Gründe für den gefährlichen Vertrauensverlust und wer dafür in letzter Instanz die Verantwortung trägt. Man tauschte deshalb die absolute Spitze aus. Da der bestgeeignete Kandidat nicht in der Parteispitze zu finden war, kam Martin Schulz, der dafür sein hohes Amt im Europaparlament aufgab und die SPD nominierte den weltweit geachteten Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident. Er wurde inzwischen mit großer Mehrheit zum Bundespräsident gewählt. Der große Zuspruch, den diese beiden Personalien jetzt erfahren, erschüttert die Unionspolitiker jenseits der Weißwurstgrenze bis in die letzte bayerische Provinz. Wenn nämlich Angela Merkel gehen muss, gehen sehr viele Konservative und Nationalkonservative mit. Das mobilisiert alle möglichen Kräfte.

 

Die Wähler suchen nach Gründen ihrer Wechselstimmung

 

Die Bundestagswahl verspricht angesichts der echten Optionen eine stärkere Rückkehr der Wähler an die Wahlurnen. Umso mehr Wählereinnen und Wähler sich fragen, was ihnen bisher jede Hoffnung auf positive politische Veränderungen in unserem Land nahm, werden erkennen, wie wichtig es ist, sich auf die richtigen Parteien zu konzentrieren und das Feld nicht politischen Hassardeuren zu überlassen.

 

Kleine ausgewiesen demokratische Parteien kann man wählen, um starke politische Richtungen ganz bestimmten Nischeninteressen auszusetzen. Staatstragend sind die kleinen Parteien allerdings nicht. Der überwiegende Teil der Nichtwähler nimmt die Nischenparteien deshalb kaum mehr zur Kenntnis. Diese sind bei der Wahl auf ihre Mitglieder und Sympathiesanten angewiesen.

 

Die momentane Wechselstimmung geht von nur einer großen Volkspartei aus, der man genügend Substanz für das Führen einer Regierung und einen längst überfälligen Kurswechsel zutraut. Es wird nun genauestens beobachtet, ob sich die SPD auch zu ihren Fehlern bekennt, die sozial gesehen eine Schieflage unseres Landes auslöste und ob sie nun zu folgerichtigen Veränderungen bereit ist, um mehr soziale Gerechtigkeit zu ermöglichen. Die Summe aller Erkenntnisse, die Wähler gewinnen, kann alle Hoffnungen zerstören oder verstärken - vor allen Dingen würde dies aber zu einem absolut bewussten Wahlverhalten führen.

 

Die Demokratie stärken

 

Der Spruch "Eine Badewanne zu besitzen, ist Zivilisation, eine Badewanne zu benutzen, das ist Kultur" gilt auch für die Demokratie. Aus gutem Grund wird in unserer Verfassung das Volk als der "Souverän" bezeichnet. Leider scheint das Volk in weiten Teilen der BRD nicht so souverän am allgemeinen Sinn zu sein, wie es sinnvoll wäre. Wenn es wichtig wird, bleiben sie bisher zuhause und wenn politische Rattenfänger auf ihrer Flöte blasen, kommen sie in einigen Gegenden aus ihren Löchern und füllen Straßen und Plätze. Umso grotesker deren Verführung ist, desto fragwürdiger ist der zum Zeichen des Protestes skandierte Spruch "Wir sind das Volk". Der passte zum Kampf gegen die inzwischen untergegangene DDR. Heute merkt man an diesem Satz, dass für weite Teile der dortigen Bevölkerung die Integration ins gesamtdeutsche Gemeinwesen noch lang nicht abgeschlossen ist.

 

Zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie sind jetzt alle Wähler gefragt, besonders die bisherigen Nichtwähler. Sie sollten dabei mitgestalten anstatt Denkzettel zu verteilen. Ein Blick über den Atlantik kann dabei nicht schaden, um zu erkennen, wohin fragwürdiges Wählerverhalten führen kann. Dort tobt inzwischen der Kampf um den Erhalt der Demokratie. So weit sollten wir es hierzulande nicht kommen lassen.

 

15.02.2017






 

Rückbesinnung nach vorn

 

"Alles Schulz oder was?", das ist momentan die Frage, die sich die CSU, der permanent geblähte Wurmfortsatz der CDU stellt. Irgendwie entdeckte die CSU doch noch Gemeinsamkeiten mit der sozialdemokratisierten CDU, aber nur, um huckepack mit ihr wieder in die nächste Regierung zu kommen. Da brauchte es erst einen Schulz, um auf Unionsseite Harmonie zwischen CSU und CDU zu heucheln! Was allerdings wirklich notwendig wäre, das thematisiert dieser Martin Schulz, der als Bürgermeister aus der Provinz kommend im Europaparlament lernte, was politisch wirklich wichtig und richtig ist. Er denkt quer und grenzenlos, wie ein fähiger Staatsmann und ist dennoch nahe am Bürger. Er betreibt keine Klientelpolitik, redet nicht sozialfeindlichen Elementen der Wirtschaft und verblendeten Nationalisten das Wort, sondern hat die Menschen im Blick, die die Lasten in unserem land tragen. Damit zwingt er seine Partei zu einer Umkehr. Die SPD hat eine lange Tradition und erinnert sich endlich wieder ihrer Wurzeln. Viel zu lang hat bei ihr das falsche Bild von der "neuen Mitte" dominiert, auf die man sich ausrichtete. Man wollte unter Schröder keine reine "Arbeiterpartei" mehr sein und mehr Einfluss auf die Wirtschaft nehmen. Das führte zu größerer Distanz zu bzw. zum Bruch mit den Gewerkschaften, aus deren Reihen die SPD ihre frühere Stärke bezog. So verloren die Sozialdemokraten letztendlich die Macht. Nun ist es an der Zeit, das Ruder wieder herumzureißen. Martin Schulz steht für diesen Prozess. Das merkt die CDU/CSU genau. Die Umfragewerte zeigen, dass immer mehr Wähler Schulz vertrauen.

 

Da es heute schon entlassenen Bankangestellten nicht besser geht als allen anderen Hartz-4-lern, die liebend gern wieder - egal was - arbeiten würden, ist in der neuen Mitte endlich ein Umdenken angesagt. Dadurch hätten Politiker, die unsere Gesellschaft leichtfertig auseinander treiben, in der neuen Mitte kaum mehr Chancen. Angela Merkel sozialdemokratisierte die CDU-Politik bereits vor dem letzten Wahlkampf, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und um zu retten, was wählerseitig zu retten ist. Was während der großen Koalition in weiten Teilen der Politik geschah, trägt diese Handschrift und die der SPD. Die Wähler sind bei der nächsten Wahl allerdings gefragt, ob sie angesichts des permanent üblen Störfaktors CSU nicht besser das Original SPD wählen.

 

Was die CSU in dieser Koalition ablieferte, entspricht in hohem Maß dem Niveau ihrer Haflinger, die sie nach Berlin schickte. Im Mutterland der CSU führte derweil jede an die Koalition gerichtete Unverschämtheit und Zumutung zu Jubelstürmen. Und nun: Einigkeit! Wie glaubhaft ist das denn!?

 

 

Fragwürdiges Zweckbündnis

 

Unabhängig davon, wieviel Menschen auch immer konservativ wählen, sie sollten wissen, dass sie damit auch national-konservative Politiker aus Bayern, dem Mutterland des früheren Nationalsozialismus wählen. Das Denken dieser Zeit ist nach wie vor außer in den neuen Bundesländern auch in weiten Teilen Bayerns latent zu spüren, wenn es um die Flüchtlingsfrage geht. Stimmenfang am rechten Rand - irgendwie passen schon deshalb eine ernstzunehmende CDU und schon gar nicht die SPD dazu.

 

Die CDU wäre allerdings ohne die CSU nicht fähig, von sich aus zu regieren. Die CSU käme noch nicht einmal ins Parlament. Was diese beiden Parteien zusammenhält, ist einzig die Summe ihrer Stimmen. Wie irrwitzig jedoch diese Konstellation ist, zeigt sich schon daran, dass es der CDU nicht ermöglicht wurde, in Bayern eine CDU zu installieren. Die CDU überlässt der CSU das Feld, die diese Stimmen jedoch in unverschämter Weise dazu benutzt, später Druck auf den "Partner" auszuüben und deren Position permanent zu untergraben. In einem Bundesland wie Bayern ticken die Uhren eben anders. Für den Koalitionspartner CDU stellt die CSU eine schwere Hypothek dar. Das merken die Wähler.

 

Dobrindt und andere CSU-Politker sind in Berlin inzwischen eher Witzfiguren. Wer will sich denn mit solchen Figuren identifizieren? Die Wähler sind sich aber auch vieler CDU-Politiker überdrüssig. Sie würden CDU/CSU nur wegen Merkel wählen. Die wiederum lässt sich bis zur letzten Minute - die übrigens Martin Schulz bestimmte - von der CSU provokant hinhalten. Außenpolitisch haben viele Wähler zudem registriert, wie schulmädchenhaft sie sich beim letzten Türkeibesuch vom dortigen Despoten mit einem schwarz-rot-goldenen Schießbudenfähnchen im Blumengesteck vor zwei türkischen Fahnen düpiern ließ, als sei Deutschland bereits Türkenland.

 

Genau damit will und kann Martin Schulz Schluss machen. Dabei kommt es auf die richtigen Stimmen an, die man nur bekommt, wenn man in jeder Hinsicht eine eigenständige Politik betreibt, die vom Volk getragen wird.

 

Der sekundäre Trump-Effekt

 

Die Wahl in den USA, dem Land mit der ältesten Demokratie der Welt, zeigte, was passiert, wenn sich Politik nicht erneuert und dadurch die Demokratie Schaden nimmt. Das Verhalten der Nichtwähler und die landesweite  Aktivierung von Protestwählern mit nahezu jedem Argument entschied die Wahl zugunsten eines politischen Hassadeurs, der nun alles niederzutrampeln versucht, was sich ihm in den Weg stellt und der soziale Errungenschaften wieder eleminiert. Für den Stimmenfang wurde Fremdenfeindlichkeit instrumentalisiert, wie auch auf unserem Kontinent. Das Ergebnis der Wahl schaffte Trump die Handhabe für eine äußerst gefährliche Politik.

 

In unserem Land erkennen wir zwar keine Trumps, aber Politker, die sich im Wahlkampf gleicher Mittel bedienen. Wir sollten bis zur Bundestagswahl daraus lernen und Nationalisten sowie fremdenfeindlichen Gruppierungen genauso den Kampf ansagen, wie denjenigen, die der ungerechten Verteilung und der wachsenden Armut Vorschub leisten.

 

Die SPD stand für soziale Gerechtigkeit. Nach dem Krieg war sie eine der glaubwürdigen Parteien und beherbergte keine Ex-Nazis in ihren Reihen, während das zunächst unionsgeführte Deutschland in ihrem Staatsapparat sowie der Justiz und der Polizei weiterhin deutlich braun gefärbt war. Als die SPD das Land führte, hatte sie deshalb gegen alte Seilschaften zu kämpfen. Mit den Gewerkschaften an ihrer Seite gelang es und es wuchsen die sozialen Errungenschaften, bis eine bewusste Zersplitterung der alten Mitte und der Arbeiterschaft einsetzte, die bewusst zur Schwächung der SPD betrieben wurde. Daran sollten sich die Wähler erinnern und  jetzt ein klares Zeichen setzen. Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um zwei Schritt nach vorn machen zu können.

 

7.2.2017







Warum glaubt man Martin Schulz?

 

Noch ist die Schar der Wähler, die die SPD durch Martin Schulz als Zuwachs verzeichnet, überschaubar, doch es werden täglich mehr. Mit jeder Verunglimpfung und systematischen Herabwürdigung des SPD-Spitzenkandidaten wächst diese Zahl. Die Schwäche und politische Zerrissenheit der CDU/CSU lässt deren Umfragewerte sinken.

 

Die SPD verrannte sich während der Ära Schröder im Sozialbereich, legte damit aber den Grundstein des Booms, der Deutschland nicht nur über alle Krisen trug, sondern bis heute noch die Konjunktur bestimmt. Das ging aber klar zu Lasten der noch arbeitenden Bevölkerung und der Gewerkschaften. Diejenigen, die ihre Arbeit verloren, sind heute der Armut näher als vor Hartz-IV. Der SPD schadeten auch die anschließenden Karrieren von SPD-Politikern, die zumindest die Vermutung zuließen, schon während ihrer Regierungstätigkeit die Weichen gestellt zu haben. Umso dramatischer war deshalb der Schwund der Mitglieder und der Wähler. Wer seine Arbeit verliert und mit knappsten Mitteln auskommen muss, verlässt auch den Glauben an soziale Gerechtigkeit und seine Gewerkschaft. Alles griff ineinander und spielte der Gegenseite die Trümpfe zu. Die SPD-Krise war absolut hausgemacht.

 

Martin Schulz will das beenden, was sich die bisherigen Macher der SPD nicht trauten. Eine neu ausgerichtete SPD hätte das geschafft, zu was das verkrustgete Unionsgeflecht nicht in der Lage ist. Das ist es, was CDU/CSU fürchten, denn sie haben außer dem Merkel'chen Machtgeflecht kaum Politiker zu bieten, die für eine Erneuerung stehen könnten. Das ganze Unvermögen der CDU/CSU zeigt sich am enormen Klassenunterschied der CSU-Riege und der Unfähigkeit der Kanzlerin, wirkliche Persönlichkeiten neben sich zu dulden. Wem sollte sie ihren Platz räumen? Sie hat ja alle wirklichen Alternativen ausgebootet und absolute Loyalität zum Besetzungkriterium gemacht. Mag man über Gabriel denken, wie man will - er räumte den Platz, weil es zu ihm eine gute Option gab. Eine solche besitzt die Union nicht.

 

Nach den jüngsten weltpolitischen Veränderungen und der Zuspitzung der EU-Krise ist eine weibliche One-Man-Show einfach zu wenig. Das Gespann Schulz/Steinmeier an Deutschlands Spitze internationaler Krisenbewältigung ist ein Gewicht, das zählt.

 

Martin Schulz ist frei von der SPD-Hypothek der großen Koalition. Er ist an keine Koalitionsvereinbarungen gebunden. Er kann die Finger glaubhaft in jede offene Wunde legen, egal wie tief sie bei der eigenen Partei und den Koalitionspartnern ist. Er hat all die schelchten Kompromisse nicht mitgestaltet, die dem Ansehen der Demokratie schadeten und Politikverdrosenheit befeuerten. Diejenigen die heute lauthals fordern, er möge doch in einigen Fragen konkreter werden, sind deutlich unter seinem Niveau. Kluge Strategen verschießen ihr Pulver nicht dann, wenn es der Gegner möchte, sondern zum richtigen Zeitpunkt. Das müssten sie doch von Angela Merkel kennen.

 

Der Hauptgrund, warum immer mehr Menschen in ihm einen Hoffnungsträger sehen, ist seine integere Art, seine unbefleckte Weste und das Gefühl, einer der ihren zu sein, während viele Gegner offene Flanken besitzen. Die Menschen nahmen Obama wegen dieser Art ebenfalls ab, was er ihnen versprach. Schulz wird ebenfalls versuchen, die Erwartungen zu erfüllen, aber nur dann vieles erreichen, wenn die SPD stark genug ist. Das war in den USA Obama's Schwachpunkt.

  

Die Wähler müssen sich wieder stärker auf die großen Parteien konzentrieren, als auf mögliche Koalitionspartner, die deren Politik verwässern. Das ist die Botschaft von Schulz und es ist zu hoffen, dass die Wähler den Sinn erkennen.

 

Klaus Klee

 

 

Neuanfang oder Untergang?

 

"Wann hat eigentlich eine Regierung abgewirtschaftet?" Diese Frage beschäftigt viele Wähler, gerade vor der nächsten Bundestagswahl. Die Antwort ist eigentlich ganz banal: "Wenn sie die in sie gesetzten Erwartungen nicht mehr erfüllt und das in Führungspositionen eingesetzte Personal zunehmend Vertrauen und Akzeptanz verliert." Fatal ist, dass gegenwärtig die beiden größten Volksparteien in großer Koalition genau unter dieser Prämisse im Fokus stehen, also beide womöglich als abgewirtschaftet angesehen werden. Da rücken natürlich Alternativen in den Vordergrund. Doch - was ist eine wirkliche Alternative? Sind es die Rechtspopulisten und die Nationalisten, Neoliberale, soziale Besserwisser mit ökologischem Etikett, jugendmagnetische Phantasiegruppen  oder gar Kommunisten oder Sozialisten? Das politische Angebot zersplittert, um den großen Volksparteien Substanz zu rauben. Tragfähige Inhalte spielen bei diesen Gruppen scheinbar keine Rolle, nur deren öffentlichkeitswirksame Stimmungsmache. Kritik ohne tragende oder akzeptable Lösungsansätze haben derzeit Konjunktur und der politische Nachwuchs kalkuliert fast ausschließlich karriereorientiert. Das Metier ist nämlich ab bestimmten Funktionen lukrativ, der Weg ist deshalb bei Newcomern das Ziel. All diese Eindrücke prägen bei den Wählern die Verdrossenheit. Politiker zu sein, ist inzwischen gering angesehen. Die Wähler sollen sich nun wieder für Gruppierungen solcher "Volksvertreter" entscheiden. Wen soll man wählen und wo soll überhaupt die Motivation herkommen, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen?

 

Deutschland ist internationaler Aktionsraum

 

Die USA sind momentan ein gutes Beispiel für Fehlentwicklungen bei der Mobilisierung von Massen, die eine Starke Führung suchen und genau die Falschen an die Macht bringen. Doch auch in Deutschland sind wieder Tendenzen für eine neue Stärke spürbar, weil die Regierung als zu schwach angesehen wird. Es scheint, als erwachten ganze Landesteile aus einem Dornröschenschlaf nationalen Gedankenguts. Die Gründe liegen auf der Hand. Infolge des Zustroms von Menschen aus vielen Ländern breiten sich bei uns Kulturen aus, die sich nur schwer integrieren lassen. Selbst wenn der Wille der Eingereisten da ist, scheitert die Integration an den Kulturen der Heimatländer. Die Türken und die Kurden tragen sogar ihre politischen Konflikte auf unserem Boden aus, Erdogan führt völlig ungehindert Wahlveranstaltungen in unserem Land durch und mobilisiert die türkischen Massen. Terroristen verbreiten Angst und Schrecken. Menschenhändler und Schlepperorganisationen sind allgegenwärtig. Organisierte Schwerkriminalität aus Italien und den osteuropäischen Staaten überzieht die Republik immer stärker, ethnische Gruppen vom Balkan prägen viele Wohngebiete. Kleinkriminalität aus Nordafrika breitet sich aus, öffentliche Räume werden zum internationalen Aktionsraum. Geheimdienste und Abhörpraktiken schaffen gläserne Welten und die Regierung spielt kräftig mit. Das alles ist Fakt und nicht wegzudiskutieren. Was unsere Regierung dagegen setzt und vor allen Dingen mit welcher Mannschaft und welchem Gedankengut, verschäft vielfach das Übel.

 

Und was machen unsere Landleute?

 

Anstatt sich in diesen Zeiten politisch klar im Sinne unserer Demokratie zu positionieren, ignorieren sie ihr Wahlrecht, oder sie informieren sich nicht ausreichend, wen sie da gerade wählen wollen. Ehrlich gesagt: Das ist momentan aber auch verdammt schwer! Die etablierte Politik ist ausschließlich mit ihrem Selbsterhalt und die Politiker sind mit ihrer Versorgung beschäftigt. Politiker mit lupenreiner Gesinnung sind Mangelware und gehen im Schweinetrog ihrer Parteien unter. Eine Volkspartei wie die CDU leistet sich in Bayern einen chronisch kranken Wurmfortsatz mit politischen Schwachleistern und verblendeten Schwätzern, deren Horizont am eigenen Kirchturm endet. Die SPD als Koalitinär muss das mittragen, weil die Wähler mit ihrerm Wahlergebnis keine anderen Konstellationen als eine große Koalition zuließen.

 

Nun machen rechte Gruppierungen auf die "Überfremdung" aufmerksam und rücken alles Fremde in den Fokus, das unserer Kultur angeblich entgegen steht. Deutschland erlebt gerade eine Renaissance der 30er Jahre mit veränderten Feindbildern und die etablierten Parteien übernehmen Teile dieses Gedankengutes, um die national Desorientierten anderen Gruppierungen abspenstig zu machen. Ein echtes Mittel gegen diese Entwicklungen haben sie offensichtlich nicht zu bieten - gerade jetzt, wo wir nach Lösungen und Perspektiven suchen.

 

Wann ist eigentlich ein Volk am Ende?

 

Die Antwort ist hart, aber historisch belegt: Wenn alles zerstört ist, was einmal mühsam aufgebaut war! Wenn sich immer mehr Menschen nichts mehr leisten können, während die Wohlhabenden nach immer neuen Möglichkeiten der Bereicherung sinnen. Wenn die Dekadenz auf ihrem Höhepunkt ist und Krieg zur realen Option wird, um wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Wenn ein Trump, ein Putin, ein Erdogan oder andere Hassardeure der Weltpolitik das Sagen haben und unsere Ordnung auf den Kopf stellen, ohne dass wir friedliche Mittel dagegen finden. Wenn ein Volk nicht mehr weiß, von wem es regiert werden will oder die Falschen an die Macht bringt. Wie das Ende aussieht, haben die Deutschen nach den beiden Weltkriegen erlebt, offenbar jedoch nichts daraus gelernt.

 

Die politische Kultur muss sich ändern

 

Was unsere politische Situation prägt, sind die Auswirkungen der Dekadenz in unserer Gesellschaft und der Missbrauch von Macht. Ob es die politische, die wirtschaftliche oder die finanzielle Macht ist, ist dabei als Einzelübel nicht auszumachen. Es ist das Zusammenwirken aller Faktoren, aber auch der Verzicht vieler Wählerinnen und Wähler auf ihr Wahlrecht, denn zumindest die politische Macht wird vom Volk verliehen. Deshalb ist es erforderlich, alle Politiker dahingehend zu überprüfen, welche Verflechtungen mit anderen Machtfaktoren und welche Abhängigkeiten bestehen. "Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing'", hat weltweit noch immer seine Gültigkeit.

 

Wenn kein Schlussstrich unter diese Entwicklungen gezogen und ein Neuanfang ins Auge gefasst wird, wird sich nichts ändern. Die Politik muss damit beginnen, wieder glaubwürdig und berechenbar zu werden. Dazu bedarf es Personen, die möglichst viele positive Charaktereigenschaften auf sich vereinen und die Allgemeinheit vor ihre eigenen Interessen stellten. Welcher politischen Richtung sie angehören, leitet sich bereits von den genannten Eigenschaften ab. Es gibt diese Personen, sie werden jedoch denjenigen zugezählt, die nur geringe Erfolgschancen besitzen, solang die bestehende politische Kultur vorherrscht. Mit seiner Stimme zur Wahl kann man nur verantwortungsvoll umgehen, wenn man sich eine Meinung gebildet hat. Fangen wir doch einfach damit an!

 

16.01.2016




























 

Demografische Realsatire

In der Januarausgabe der Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS wird als Satire ein korrigierter Aufsatz kommentiert, der natürlich nur fiktiv ist, jedoch der Realität sehr nahe kommt. Vielen Kindern fällt es heute immer schwerer, Gedanken richtig auszuformulieren. Die modernen Medien verleiten zum Konsum fertiger Lösungen und das eigene Denken und Ausformulieren in flüssiger Handschrift bleiben auf der Strecke. Auch die fortwährende Anpassung der Rechtschreibung an die zeitgemäße Kommunikation, in der immer weniger anspruchsvolle treffende Worte unter die Räder kommen, zeigt Auswirkungen. Das Ergebnis könnte tatsächlich der abgebildete Aufsatz zum Thema Alter sein. Amüsieren können sich darüber all diejenigen, denen es gelang, diese Entwicklungen an sich und ihren Kindern schadlos vorbeizuführen. Unser Bildungs- und Schulsystem zwingt viele Eltern dazu, ihre Kinder in ausgewählte Schulen zu schicken, in denen die Kinder besser aufs Leben vorbereitet werden und die ihnen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen halten. Ob sie diese Möglichkeiten dann tatsächlich nutzen, ist eine ganz andere Sache. Heranwachsende, die sich beim Formulieren fortwährend selbst korrigieren, zeigen damit große Verunsicherung bei eigentlich regem Verstand, denn Defizite beim richtigen Verarbeiten von Eindrücken sind über den Sprachgebrauch sichtbar. Diese Fähgigkeit wird deshalb auch als Gradmesser der Intelligenz angesehen. Dennoch darf über den "Aufsatz" geschmunzelt werden.

 

29.12.2016







 

Wünsche und Ahnungen für 2017

Zum Jahreswechsel werden sich wieder viele Menschen fragen, was denn wohl das Bedrückendste unserer Zeit ist, was sich davon im neuen Jahr noch verstärken wird und wovon oder von wem wir uns für immer versabschieden werden. Wir haben jedoch auch positive Erwartungen und sind ganz gespannt, ob all das, was wir uns wünschen, eintreffen wird. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie zufrieden wir eigentlich sind und was wir ändern können. Dort, wo es der Fall ist, sollten wir das auch tun, denn das Bessere ist der Feind des Guten. Wer sich zu früh zufrieden gibt, darf sich nicht wundern, wenn er plötzlich unzufrieden ist. Wo es irgendwie geht, sollten wir das Geschehen selbst in die Hand nehmen, denn nur so ist man  imstande, zu lenken. Unter dem Strich bleiben immernoch genügend Situationen, die wir nicht oder nur indirekt beeinflussen können. Damit müssen wir dann leben.

 

Die Sache mit der Gesundheit

 

Neben Naturkatastrophen ist es die Gesundheit, auf die wir kaum Einfluss haben. Man kann etwas gesünder leben. Gängige Empfehlungen zum gesunden Leben sollte man beachten, auch wenn das keine Versicherung ist, gesund zu bleiben. In uns stecken womöglich Krankheiten, die wir ererbt haben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ausbrechen. Eines oder mehrere Organe müssen einfach die Schwächsten in der Kette sein und können versagen. Wir können uns infizieren oder verunglücken. Das Resultat ist dann für manchen der Verlust der Gesundheit.

In meinem Fall ist das Herz der Schwachpunkt und ich muss seit einigen Jahren mit einem Herzschrittmacher leben. Sollte dieser ausfallen oder sollte eine Verletzung die lebenswichtigen Elektroden beschädigen, wäre ich dem Tod näher als dem Leben. Vielen Menschen aber gilt neben dem Versagen anderer lebenssichtiger Organe die größte Sorge dem Verlust der Geisteskraft. Schließlich funktioniert das alles bereits viele Jahrzehnte ohne Beeinträchtigungen. Allein das ist bereits ein Segen und man muss dankbar sein, wenn es noch einige Jahre so weiter geht.

 

Krieg und Frieden

 

Wir leben in Deutschland zwar seit 1945 ohne Krieg, haben aber bis heute noch keinen Friedensvertrag mit den Alliierten. Man traut uns nicht über den Weg! Wir sind dennoch wirtschaftlich einer der effektivsten Motoren der Weltwirtschaft und spielen in mancher Hinsicht wieder eine große Rolle. Deutschland ist aber auch einer der größten Waffenexporteure und als scheinbar logische Konsequenz absolut kriegerisch an vielen Orten der Welt in "Friedensmissionen" engagiert. Wer Waffen produziert, muss schließlich auch dort vertreten sein, wo sie verbraucht werden. Eine der Auswirkungen falscher Politik, die wir als Verbündete von agierenden Großmächten und Nutznießer der wirtschaftlichen Ausbeutung der dritten Welt mitzuvertreten haben, sind die derzeitigen Flüchtlingsbewegungen, die bereits Dimensionen einer Völkerwanderung annehmen. Hierzulande wachsen nun die Widerstände gegen die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen, weil Ewig-Gestrige mit nationalistischen und fremdenfeindlichen Parolen für Stimmung sorgen. Falsche Propheten nähren weltweit den Terrorismus, der mit den besten Waffen unserer Hersteller unvorstellbare Grausamkeiten begeht und in vielen Ländern Angst und Schrecken verbreitet. Nun kommt der Terror auch vor unsere Haustüren, aber die Politik denkt gar nicht daran, die Ursachen zu bekämpfen. Die verantwortlichen Politiker befassen sich nur mit den Auswirkungen, indem sie diese für ihre Zwecke instrumentalisieren. Der Kampf um die weltweite Abrüstung und der Verzicht auf schmutzige Gewinne der Rüstungsindustrie scheitert daran, dass die Politik vom Geld abhängig ist, das diese Konzerne und die Banken in ihre Parteikassen spülen. Mit meinem Buch "Kriegsberichterstattung und Werbung" gehe ich auf diese Thematik ein. Es ist also brandaktuell.

 

Nationalistisches Verderben

 

Infolge der Flüchtlingsproblematik ist europaweit die Wiedererstarkung krassen nationalistischen Gedankenguts auf dem Vormarsch. Grenzen werden geschlossen oder erst gar nicht geöffnet. Politisch aktive Kräfte in Deutschland packen nationalsozialistisches Gedankengut aus und sorgen für große Verunsicherung, aus der die Forderung nach einer starken Führung resultieren soll. Wo diese neue Führung hinführt, wird ohne Umschweife vermittelt. Das Feindbild ist längst in vielen Köpfen. Die Parallelen zum Nationalsozialismus sind offensichtlich. Ihre Keimzellen liegen kurioserweise in den östlichen Bundesländern mit den niedrigsten Flüchtlingszahlen, ein Verhalten, das sich mit ihren ehemals östlichen Nachbarn im Ausland deckt. Der Generationenwechsel hat die Erinnerung und die Lehre aus den Folgen solcher Politik scheinbar ausgelöscht. Aber auch in Bayern, im Kernland des ehemaligen Nationalsozialismus, wird hemmuingslos mit rechter Politik gepunktet. Hier ist die Bewegung national-konservativ. Es ist von Auffanglagern für Asylbewerber, von Obergrenzen und kompromissloser Rückführung die Rede, eine gefährliche gedankliche Nähe zu den begriffen Konzentrationslager und Deportation. Genau die Provozierung der Implizierung solcher demokratiezersetzenden Auswirkungen gehört zum Plan der mächtigsten Terroristen der Welt. Und weil die Religion ein vortreffliches Instrument für ihre Absichten ist, setzen sie diese als Waffe ein, auf die sich die heimischen Politiker und diejenigen, die ihnen nachlaufen, einlassen. Christentum gegen Islam, so heißt der neue nationalistische Konflikt. Ein Feindbild ist gefunden. Der direkte Weg ins Verderben scheint vorprogrammiert, wenn dieses Denken Oberhand gewinnt.

 

Arm gegen Reich

 

Arm oder reich zu sein, das hängt von der Perspektive ab, von der aus man das beurteilt. Während sich die Ärmsten der Armen längst perspektivlos ihrem Schicksal ergeben haben, streben Reiche pausenlos danach, immer reicher zu werden. Statistiken sagen, dass auf der Welt heute schon weniger als 10% der Menschen über 90% der Vermögenswerte besitzen. Dazu besitzen sie obendrein noch die politische Macht, die alles nach ihren Wünschen regelt. Es ist eine wahre menschliche Apokalypse, die nicht mehr zu stoppen scheint. Vor einem Jahrhundert versuchten der Kommunismus und der Sozialismus noch, wirkungsvoll gegenzusteuern. Er scheiterte jedoch daran, dass sich auch in diesen Konstellationen ein Oben und Unten entwickelt, was dem Kapitalismus ähnlich ist. Dort wird Wasser gepredigt aber Wein getrunken, das haben die Menschen erkannt. Weltweit führen Hunger und Armut zu gewaltigen Fluchtbewegungen derer, die beides überlebten. Millionen Menschen sterben bereits im Kindesalter oder verhungern langsam, während der andere Teil der Welt ihre Pfründe von einer anderen Perspektive aus verteidigt. Soziales Engagement bedeutet nämlich Verzicht. Hier wäre der Verzicht Wohlhabender allerdings wirkungsvoller als der Verzicht derer, die selbst nichts oder nur wenig haben. Wenn man bedenkt, was man mit den Milliarden hätte anfangen können, die allein im amerikanischen Wahlkampf ausgegeben wurden, wird einem die Dimension der Verkommenheit bewusst. Für die Gewinner des Systems steht aber fest, dass wie in früheren Zeiten nur das organisierte Abschlachten von Menschen mit Waffen wirkungsvoll ist, wie es uns der Erste und der Zweite Weltkrieg, Korea, Vietnam, Irak u.s.w. lehrte. Hier überlebten nur die Starken. Wollen wir uns weiterhin diesem "Naturgesetz" der Herrschenden aussetzen?

 

Verlust der Erwerbsgrundlage

 

Seit zwei Jahrzehnten verlieren mit staatlicher Unterstützung viele Menschen ihre Arbeitsplätze. Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit, Frühverrentung etc. dienten nur dem Zweck, Profite auf dem Rücken der Bürger dieses Landes zu steigern. Ein ethisches Gefühl der sozialen Verpflichtung ist bei Arbeitgebern schon lang nicht mehr anzutreffen. Oftmals geht das neue Gedankengut mit krimineller Energie einher, bei der Banken und Unternehmen zugunsten des Profits betrügen und bestechen, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Die hohe Schule ist das Geldvermehren ohne menschliche Arbeit - egal wie. Eine weltweit falsche Geldpolitik machts möglich. Menschliche Arbeit ist heute angeblich nicht mehr konkurrenzfähig, es sei denn, in Billiglohnländern oder über Kinderarbeit. Eine Folge des technischen Fortschritts.

Wer heute seinen Arbeitsplatz verliert, ist fast verloren. Der soziale Abstieg ist nicht mehr aufzuhalten. Über eine Million Obdachlose ziehen bereits durchs Land, Tafeln, Suppenküchen und andere Einrichtungen lindern die größte Not. Dennoch kostet diese Armut den Staat Unsummen, die vornehmlich diejenigen aufbringen, denen Steuerflucht nicht möglich ist. An diesen Zuständen wird sich leider auch 2017 nichts ändern.

 

Nur Wenige erreichen zufrieden das Ziel

 

Seit geraumer Zeit überkommt vornehmlich Senioren, die vor- und ausgesorgt haben, das Gefühl, endlich dort angekommen zu sein, wo ihnen das Leben nichts mehr anhaben kann. Ihre Rente und ihre Zusatzeinkünfte sichern das Leben ab und sie sind nicht mehr so stark den Interessen derjenigen ausgesetzt, die sie Jahrzehnte lang ausbeuteten. Das verleiht ein Gefühl der Freiheit, wie der eines Vogels. Freiwillig übernehmen sie Jobs für die Allgemeinheit und sie beteiligen sich an Aktivitäten, die Verbesserungen für Alle bringen sollen. Das geht so lang, bis sie erklennen, dass sie nur genarrt, ausgenutzt und damit auf seltsame Art bespaßt in den endgültigen Ruhestand übergeleitet werden. Erst wenn sie sich auch davon befreit haben, kommen sie ihrem Ziel wirklich näher, dem Ende eines erfüllten Lebens.

 

Der Tod als kommerzielles Event

 

Wenn eines Tages das Ende kommt, schlägt die Stunde der Trauerprofiteure. Nachdem die Trauersituation analysiert ist, wird der Katalog aufgeschlagen, der keine Wüsche offen lässt. Vom bügelfreien Totenhemd bis zur dezenten Krawatte ist alles im Katalog zu finden. Vom Fichtensarg bis zu den edelsten Ausführungen mit Telefon und Glasscheibe im Deckel (in Sichthöhe) wird die gesamte Palette angeboten, also alles, was das nicht mehr schlagende Herz begehrt. Aber auch pragmatische Dinge, die Angehörige schätzen, spielen eine Rolle. So liegen derzeit Urnenbestattungen auf der grünen Wiese im Trend. Da ist zwar die Low-Cost-Version, aber der Verstorbene bekommt es ja nicht mehr mit oder hat es sogar so gewollt, weil er die vielen kommerziellen Nutznießer einschließlich die Kommune nicht noch reicher machen wollte.

Nach dem Tod wird über den Nachlass verfügt. Zu Lebzeiten kann man mit einem Testament Einfluss darauf nehmen. Betreuungsverfügungen sichern zu Lebzeiten den Umgang mit Sachwerten ab. Es gibt also viel zu tun, packen wir es an!

 

Die Zukunft beginnt morgen

 

Menschen mit positiver Lebenseinstellung leben in der selbstgestalteten Zukunft. Deshalb gilt es, darauf Einfluss zu nehmen. Ein konsequentes Handeln in der Politik, in der persönlichen Umgebung und bei den eigenen Wünschen kann die Zufriedenheit steigern und negative Einflüsse reduzieren. Auch wenn der eigene Einfluss als nur gering eingeschätzt wird, hat er eine große Wirkung, wenn alle Menschen ähnlichen Einfluss ausüben. Dazu gehören allerdings Mut und Entschlossenheit, die ich allen Menschen wünsche.

 

25.12.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Alles Gute zum Fest"

Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür, besser gesagt, der Heilige Abend und die beiden Feiertage. Seit dem 1. Adventssonntag gleichen manche Fenster und Vorgärten einem Lichtermeer. Die Einkaufszentren, Kaufhäuser und Supermärkte verleiten zu einem Kaufrausch, der vielfach auch - Dank der Nullzins-Politik der EZB - wirklich einsetzt. Die Vorräte sind aufgefüllt, die Bäume geschmückt, alle Päckchen gepackt, der Heiligabend-Marathon innerhalb der Familie durchgeplant und die Geldscheine liegen für diejenigen zu Beschenkenden parat, die sich gefälligst selbst etwas kaufen sollen. Nun noch das Internet nutzen und Weihnachtsgrüße mit als originell empfunden Bildchen streuen und mit salbungsvollen Worten garnieren - natürlich über den großen Verteiler - und es ist mal wieder geschafft! Die stille und heilige Nacht kann kommen.

 

Am Heiligen Abend auf der Straße

 

Während in vielen Wohnungen die letzten Vorbereitungen für das Fest laufen und so mancher schiefe Weihnachtsbaum sich noch gegen den Ständer, den Schmuck und die Beleuchtung wehrt, rüsten sich Angehörige und Freunde für ihre Bescherungs-Rundreise und raffen die obliogatorischen Geschenke zusammen. In früheren Jahren beglückten wir unsere Eltern und Schwiegereltern, die unglaublich sauer gewesen wären, wenn wir das nicht mitgemacht hätten. Schließlich ist das ja ein Familienfest. Mit "Leg doch mal die Weihnachtslieder mit dem Glockengeläut auf" begann die feierliche Zeremonie. "Schön, dass ihr gekommen seid", folgte und ein Glas wurde erhoben, um die Spannung zu steigern, dann das "Nun packt mal aus!". Während sich Berge von Verpackungsmaterial türmten, hörte man das übliche "Das wäre doch nicht nötig gewesen..." und dazwischen wechselten mit den Worten "was sollten wir euch sonst schenken, ihr habt ja alles" die obligatorischen Umschläge mit Geld. Irgendwie war das ein Nullsummenspiel, aber Tradition. Schnell noch einige Häppchen reingestopft, einen Schluck getrunken, die Lieder zuende gehört und dann gings schon wieder zum nächsten Pflichtbesuch. Weihnachten auf der Straße! Die Alternative hieße: Alle treffen sich in einem Lokal und stopfen sich die obligatorische Gänsekeule rein, haben zuhause keinen Aufwand und "gut isses". Auf der Straße war man dennoch.

Etwas traurigerer Natur sind Besuche mit Mini-Bescherungen in Krankenhäusern und in Pflegeheimen.  Der psychische Druck ist enorm, weil man sich selbst diese Situation auch nicht wünscht. Es gilt, das Gefühl zu vermitteln, dazu zu gehören ohne dabei zu sein.

Ganz arme Schweine sind diejenigen, die nebenher noch ein Verhältnis haben. Die müssen alles heimlich machen, was dem eigentlichen Weihnachtsgedanken etwas zuwider läuft. "Im nächsten Jahr wird es bestimmt anders...!", sind die begleitenden Worte, die oftmals gar nicht ehrlich gemeint sind und nur hinhalten sollen.

Eine schöne Bescherung!

 

Weihnachtsflucht

 

Bereits in der Vor-Vorweihnachtszeit, also Anfang September, wenn in den Geschäften schon erste Vorboten von Weihnachten auftauchen, reift bei vielen Menschen der Wunsch, dem Weihnachts-Rummel zu entfliehen. Spätestens nach dem Besuch des Weihnachtsmarkts fallen die Würfel: "Wir fahren fort!" Es müssen ja nicht gerade warme Länder sein, schön wäre es aber schon, dem Schmuddelwetter und dem Trubel zu entkommen. Der eigentliche Grund der Flucht ist aber das jährliche Prozedere, das einem zu viel ist. Komischerweise machten viele Menschen das nur einmal, weil einem in der Ferne so ein komisches Gefühl überkommt. Das überwindet man am besten mit fortwährenden Facebook-Meldungen, wo man gerade eincheckt, wo man angekommen ist, was man auf dem Teller hat, welchen Ausblick man gerade genießt und stellt sich dabei die neidischen Gesichter derjenigen vor, die gerade von Bescherung zu Bescherung eilen. Wem es hilft!? Machen lassen!

 

Umtausch-Spaß danach

 

Nach all der geheuchelten Freude über die Geschenke kommt die Frage: "Was soll ich damit?" oder "Wohin damit?" Recht verdächtig ist allerdings bereits die Frage: "Hast du den Kassenzettel noch?" Als Grund zum Umtausch gibt es Metallallergien bei Schmuck, oder, dass man sich das gerade selbst gekauft hat oder man findet einen kleinen Fehler am Geschenk, der als Umtauschgrund herhalten muss. Im schlimmsten Fall muss das Präsent bei der nächsten Tombola als Geschenk herhalten. Umtausch ist wie Shopping - nur ohne Geld. Die Geschäfte sind darauf vorbereitet und haben sich mit Umtauschware eingedeckt. Beliebt ist die "Geld-zurück-Garantie", eine Variante des Geldumschlages.

 

Renommier-Geschenke

 

Eine angeberische Geschenkvariante ist das dreiste Umdeklarieren von notwendigen Anschaffungen. Da schenkt er ihr eine neue Waschmaschine und sie ihm ein I-Phone. Eine Klasse höher werden ein Boot und ein Auto ausgetauscht. Auch Reisen mit eigener Begleitung sind sehr beliebt. Hauptsache, man kann damit renommieren.

 

Und was ist sonst noch?

 

Ach ja - Jesus Christus ist geboren! Das hätten wir fast vergessen! Seitdem auch etliche Andersgläubige schon wegen den Kindern einen Weihnachtbaum kaufen und die Fenster schmücken, das Fernsehprogramm mit Kriegsfilmen und Western vollgestopft ist, hätten wir beinahe den eigentlichen Sinn des Festes vergessen. Die Bettelbriefe und das übersandte Tütchen für die Kollekte haben uns rechtzeitig auf Weihnachten aufmerksam gemacht. In der Kirche steht eine bezaubernde Krippe und ein ganz toll geschmückter Weihnachtsbaum. Christmette! Die Nummern an der Kirchenbank, mit denen die Plätze für kommerzielle Veranstaltungen markiert sind, erinnern daran, dass diese Veranstaltung zum kostenlosen Programm der Gemeinde gehört. Was gepredigt und gesungen wird, ist Tradition. Man kennt sich aus, ist Insider, man fühlt sich wohl. Irgendwann ist man dann  wieder auf der Straße. Es ist Weihnachten!

 

Auf diesem Weg wünsche ich allen meinen Lesern

ein gesegnetes Weihnachtsfest!

("Das macht man so...!")

 

19.12.2016





















 

Ruhestandsplanung

 

Beginnen möchte ich auf dieser Seite mit dem Bevölkerungsteil, der derzeit am stärksten wächst - den Senioren. Jetzt gehen die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Die meisten sind noch gar nicht darauf vorbereitet. Ihnen gelten nachfolgende Gedanken.

 

Der Übergang in den Ruhestand und die Zeit danach verläuft bei jedem Mensch anders. Wer allerdings glaubt, er könne dies zuverlässig planen, wird später eines Besseren belehrt. Das zumindest ist meine persönliche Erfahrung.

 

Ehe ich aus dem Arbeitsleben ausschied, verschob ich viele Dinge in den Ruhestand, weil ich glaubte, dort alle Zeit der Welt zum Reisen und zu den aufgestauten Dingen zu haben. Meine Gedanken drehten sich eher darum, ich könne ohne meine Arbeit in ein Loch fallen. Schließlich verabschiedete ich mich ja von einer Welt, die damals mehr als Dreiviertel meines Lebens bestimmt hatte. Was würde aus meiner beruflichen Erfahrung werden? Es schien mir unvorstellbar, dass dies plötzlich nicht mehr gebraucht würde. Nun sollte ich täglich 24 Stunden mit meiner Partnerin verbringen und deren Erwartungen erfüllen, die ganz anders geartet waren. Auf der Arbeit war ich zudem Chef, welche Rolle würde zuhause auf mich warten? Die Veränderungen erschienen mir sehr gravierend.  

 

Die drei Phasen des Ruhestands  

 

Wer sich jedoch unbedingt auf seinen Ruhestand vorbereiten will, sollte sich zunächst mit den drei Phasen des Ruhestands vertraut machen. Ganz bewusst lege ich mich jetzt altersmäßig nicht fest, weil diese Phasen bei jedem Mensch ganz unterschiedlich lang sind. Es sind folgende Phasen:

 -  Die Startphase - sie ist von hoher Aktivität und vom größtmöglichen Ausschöpfen

     der erworbenen Erfahrung gekennzeichnet,

-   die Relativierungsphase wird von Zweifeln und Korrekturmaßnahmen bestimmt,

     die mit der völligen Zurücknahme endet, und

-   die Bonusphase, in der jeder Tag eine Zugabe darstellt und bei der Bespaßung

     dankbar entgegengenommen wird.

Auf diese drei Phasen sollte man sich unbedingt einstellen.

 

Ganz wesentlichen Einfluss hat die Gesundheit naher Angehöriger und die des Partners bzw. der Partnerin. In der Bonusphase kann das sogar zur nicht enden wollenden Qual werden, in der Spaß keinen Platz mehr findet. Der Tod von Angehörigen kann dann infolge der Neuorientierung sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die genannten Phasen haben.  

 

Wenn man noch im Saft steht...  

 

Wen der Beruf nicht völlig aufgebraucht hat, der steht gemäß einer gängigen Redensart "noch im Saft". Solche Ruheständler nutzen gern Möglichkeiten, sich und ihre Erfahrung aktiv einzubringen. Hier bietet die Kommune Bürgerbeteiligungsprojekte an. Gemeinnützige Einrichtungen locken mit dem Ehrenamt, Vereine mit Vorstandsposten. Die Kirchengemeinden bieten soziales Engagement für Helfer und Berater an. Verbrämt wird so manches Engagement mit dem Gedanken, der Gesellschaft etwas zurückgeben zu können. Menschen mit einem Helfersyndrom können sich absolut ausleben. All das sind Optionen, die bis tief in die Relativierungsphase reichen können. Sie wird erst durch die Ernüchterung beendet.

 

Bürgerbeteiligungsprojekte werden gesteuert, auch wenn der Eindruck vermittelt wird, die Ergebnisse seien völlig offen. Stellen sich jedoch gewünschte Ergebnisse nicht ein, werden neue Projekte initiiert, wie das Stadtleitbildprojekt als Ersatz für die Lokale Agenda - wenn erforderlich sogar unter Ausschluss bisheriger Teilnehmer, wie beim Maintaler Bürgergutachten. Andere Projekte, wie der Bürgerhaushalt sterben mit Hilfe der Politik ganz. Die vielen geleisteten ehrenamtlichen Stunden sind dann für die Katz, wenn man von der Übernahme einiger genehmer Teilergebnisse absieht.

 

Als engagierter Ruheständler weiß ich, wovon ich rede. Nachdem ich all diese Erfahrungen hinter mich brachte, und einen Eindruck von gewissen Beratungs-resistenzen machen durfte, zog ich mich ernüchtert schrittweise zurück, wie es die Relativierungsphase vorsieht. Ruheständler sollten sich also gut überlegen, wo und wie sie sich einbringen wollen, damit ihre Relativierungsphase nicht zu früh beginnt.  

 

Kommune ist für die Bonusphase gerüstet  

 

Für stark beruhigte Ruheständler im fortgeschrittenen Alter beginnt irgendwann die Bonusphase. Bonus deshalb, weil jeder weitere Tag angeblich ein Geschenk ist. Mit der Verwaltung und vielfältigen Bespaßung von Seniorinnen und Senioren beginnt für die Stadtverwaltung der harmonische Teil des Umgangs mit den Senioren. Der städtisch organisierte Seniorenbeirat befasst sich mit dem Wohl unserer Senioren und Maintal-Aktiv koordiniert die vielfältigen Aktivitäten, die von Senioren der ersten Kategorien gestaltet werden. Die Seniorenzeitung ist zum Beispiel eine meiner Aktivitäten, bei denen ich mich immer noch einbringe.  

 

Wenn der Ruhestand turbulent abläuft  

 

Bisher ging ich auf den normalen Ablauf des Ruhestands ein, auf den man selbst Einfluss hat. Meine persönliche Startphase war jedoch von der Betreuung und Pflege meiner Eltern geprägt, die bereits kurz nach dem Eintritt in den Ruhestand einsetzte. Zusammen mit laufenden anderen Verpflichtungen wurde es zeitweise turbulent, was sehr an meiner Kraft zehrte. Dadurch kam ich sehr schnell in die Relativierungsphase. Mit ungewissem Ausgang kämpfe ich noch gegen deren Ende. Immer öfter muss ich dabei an den Spruch denken: "Die Jugend wäre eine viel schönere Zeit, wenn sie erst im Alter käme!"

 

Machen Sie das Beste aus Ihrem Ruhestand!

 

18.12.1016