+++ HINGESEHEN +++ AUFGESCHNAPPT +++ DRÜBER NACHGEDACHT +++ THEMATISIERT +++  WIRKUNG ERZIELT +++  UND ERNEUT....

 

Allen Lesern, die weiterhin Maintaler Themen auf unabhängigen Medien verfolgen wollen, biete ich diese neue Website an, nachdem ich die Seite "Spezielle Sichten" mit überwiegend kommunalpolitischen Maintaler Inhalten geschlossen habe. Auf dieser Seite werden weiterhin Auffälligkeiten thematisiert und der Grad des Missfallens in der Bevölkerung darüber vermittelt, jedoch ohne die Facette, dass sich die Verursacher im Rathaus und aus der Kommunalpolitik dabei darstellen oder erklären können. Das schränkt zwar die Ausgewogenheit ein, verleitet meine Leser womöglich aber dazu, auch über die einseitige Öffentlichkeitsarbeit in unkritischen Medien nachzudenken. Maintals Bürger sollten sich und ihre Probleme wichtiger nehmen als Politiker ihre politischen Machenschaften, wie das ohnehin viele Wähler bereits mit der  Wahlbeteiligung praktizieren. 

 

Das verstärkende Kommentieren rein bürgerlicher Sichten unabhängig von Absatzzahlen und Rücksichten auf Inserenten und Abonnenten stellt eine Alternative zur Information über die Lokalpresse, Wochenzeitungen und Anzeigenblätter dar. Das wird zunächst nur einen kleinen spezifisch interessierten Leserkreis ansprechen, könnte jedoch für all diejenigen interessant sein, die sich bisheriger nicht ausreichend informiert fühlen. Ich wünsche Ihnen allzeit eine kritische Sicht und die Fähigkeit, sich emotional aufrüsten zu lassen. Ohne Emotionen geht nämlich gar nichts!

 

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18.11.2017

Trauerspiel Jamaika

Mit einem riesigen Tross reisten die Bundes-Jamaikaner nach Berlin, um erst mal "zu sondieren", ob man zueinander passt und mit was man in eventuellen Koalitionsverhandlungen rechnen müsste. Wohl gemerkt, sie wollten wissen, was der überwiegende Teil der Wähler längst weiß: Das passt nicht zusammen! Und wenn doch, dann werfen sie ihre vollmundigen Wahlversprechen über den Haufen, was einer Wählertäuschung gleich käme. Dennoch geht es lustig zu, denn die Kanzlerin scheint die meisten Gesprächspartner gar nicht ernst zu nehmen. Sie weiß, dass es nur um eine rechnerische Mehrheit geht, um Macht oder Teilhabe an der Macht zu erlangen. Solang es keine neue Regierung gibt, regiert die alte. Also hat sie Zeit.

Normalerweise ordnet man die Wünsche dem gemeinsamen Ziel unter, oder man verabschiedet sich vom Ziel. Es geht aber um Macht, vor allen Dingen um die Macht in Bayern, weil dort Wahlen anstehen. Aus allen Landesteilen reisten lokale Großfürsten an, um mitzubestimmen, welche Süppchen gekocht werden, die sie dann vor Ort auslöffeln müssen. Angela Merkel ist da in einer anderen Position. Sie hat als Wahlsieger den Auftrag zur Regierungsbildung. Sie bekäme sogar Zustimmung für eine Minderheitenregierung, wenn bloß die CSU endlich nicht mehr am Tisch wäre. Die CSU im Moment der Schwanz, mit dem der Hund wedelt. >>>mehr

 
   

                  Der längste Witz der Welt
10.11.2017 Schwarz war die Nacht...
Jamaika als Regierung können sich inzwischen immer weniger Wählerinnen und Wähler vorstellen. Das besagt zumindest der jüngste Umfragetrend. Das dürfte der Kanzlerin gar nicht gefallen, schließlich legt sie sich gerade drei Parteien zurecht, um sie einzunorden. Doch störrische oder weitblickende Strategen der Fraktionen des Bundestages blocken immer noch ab. Der neue Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble beobachtet derweil genüsslich die Mambo- und Veitstänze der politischen Kontrahenten ums goldene Kalb. Die Neuen scheinen ja alles besser zu können. Der geschäftsführende Finanzminister Peter Altmaier (CDU) machte jetzt den möglichen Koalitionären mit um 1,8 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen und bis 2022 von 735 auf 889,6 Milliarden Euro steigende Einnahmen den Mund wässerig. Wenn das mal kein Angebot zur Gestaltung von Jamaika-Politik ist! >>>mehr
    
02.11.2017 Modische Mutation
Als älterer Mensch fragt man sich oftmals, warum sich manche junge Männer und Frauen so seltsam verhalten. Besonders krass sind die Empfindungen, wenn die Mode oder vergewaltigter Zeitgeist im Spiel sind. Man stellt sich vor, wie wohl bei tätowierten und gepiercten Personen alle verdeckten Körperpartien ausgestaltet sind. Die Phantasie ist da grenzenlos. Eine Anregung geisterte kürzlich durch die sozialen Netzwerke infolge nebenstendenden Bildes, das zeigt, wie möglicherweise dieser junge Mann gebaut sein muss, der mit den Hosen in den Kniekehlen durchs Bild schlurft. Cool soll es aussehen, meinen Zeitgenossen, die meiner Meinung nach nicht mehr ganz dicht sind. Was ist denn an einem so deformiert wirkenden Freak cool?! Ich dachte: "Gut, dass es für so missbildete Menschen passende Kleidung gibt!" Dabei ist nicht der Körper, sondern die Kleidung die Ursache für den lächerlichen Eindruck. >>>mehr
   
20.10.2017

Gelungene Zäsur
Von Zeit zu Zeit ist ein Blick zurück recht interessant, wenn man verrückte Sachen betreibt, von denen Mitmenschen glauben, man sei wegen der Intensität der Aktivitäten "nicht mehr ganz dicht". Es gilt, die Frage zu klären, ob Veränderungen richtig waren. Vor zwei Jahren entschloss ich mich spontan, mein Leben noch einmal neu zu ordnen und es den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Die bisherigen Aktivitäten waren vielfältig und zeitraubend und verursachten Stress, den ich nicht mehr abbauen konnte. Bereits Ende 2011 reduzierte ich schon einmal einige Aktivitäten und stellte weitere infrage. Zug im Zug zog ich mich zurück und stand Ende 2015 vor der bisher letzten Zäsur, indem ich meinen Garten auflöste, die Kommentierung der Maintaler Kommunalpolitik völlig einstellte und weiteren Ballast abwarf. Demnächst rücken auch noch das Kabarett und die Seniorenzeitung in den Fokus, weil auch hier Mühe und Freude immer mehr aus dem Gleichgewicht geraten. Solche Entscheidungen muss man irgendwann treffen, wenn man wieder zufrieden sein will. >>>mehr

    
08.10.2017

Hohn und Spott
Wir alle kennen Situationen, in denen wir schon Hohn und Spott spürten oder selbst ausübten. Doch was sind die Ursachen für Hohn und Spott und wann kommen diese Ausdrucksweisen zum Einsatz? Zunächst: Beide Begriffe werden sehr oft miteinander verwechselt. Während Hohn die platte Art der Verächtlichmachung ist, wie zum Beispiel beim offenen oder vedeckten Zeigen des Stinkefingers oder dem wortlos aneinander Vorbeigehen mit leicht abgewandtem erhobenem Haupt, drückt sich Spott etwas intelligenter und verbal aus. In beiden Fällen ist damit die Absicht verbunden, dem Anderen Missbilligung oder gar offene Ablehnung zu zeigen. Das Interessante daran ist, dass die direkte Wahrnehmung als nicht so schlimm empfunden wird, wie die mögliche Wahrnehmung durch Dritte oder einen größeren Personenkreis. Friedrich von Schiller meinte: "Spott und Verachtung verwunden den Stolz des Menschen empfindlicher, als Verabscheuung sein Gewissen foltert" und Johann Wolfgang von Goethe schrieb: "Man soll nicht über Andere lachen! Sie wollen alle doch nur machen, was sie nicht können" und er meinte damit, dass Spott durchaus ernst genommen werden sollte, jedoch mit Verständnis für die Betroffenen. >>>mehr

    
05.10.2017

Bauernschach im Alltag
Bauernschach ist die schlichte Art des Schachspiels, um Anfänger ins Schachspiel einzuführen und sie mit den Zugmöglichkeiten vertraut zu machen. Bauernschach ist bereits für Kindergarten- bzw. Vorschulkinder geeignet. Nach kurzer Einführung können Anfänger sofort mit dem Spielen beginnen. Später können anspruchsvollere Figuren hinzugefügt werden. Gute Schachspieler verfolgen diese ersten Schritte mit Interesse. Mit Bauernschach erkennt man schnell, ob die Fähigkeit zum vernetzten Denken gegeben ist. Es eignet sich gut dazu, spielerisch Fehler und deren Auswirkung zu vermitteln. Mancher Anfänger gibt sich allerdings so, als habe er das nicht nötig. Erwachsene versuchen sich gern an vermeintlich einfachen Denkprozessen, indem sie sich autodidaktisch an vernetztes Denken heranwagen. Wenn sie unter Beobachtung stehen, ist das jedoch eine riskante Sache, weil Außenstehende Rückschlüsse ziehen können. Gefährlich ist es deshalb im realen Leben, übermütig Funktionen zu übernehmen, ohne die dafür notwendige Qualifikation zu besitzen. Damit schafft man nur Probleme. >>>mehr

    
30.09.2017

Tussi-Terror gefällig?
Der flotte Spruch "Jedem Mann ist eine Frau vorbestimmt - findet er die nicht, kann alles gut werden..." kann durchaus zum Schmunzeln reizen. Männer die direkt betroffen sind, bleibt das Lachen mitunter im Hals stecken. Was sie auch immer an ihrer Angebetenen reizte und zur Lebensgemeinschaft bewegte, es kann absolut in den Hintergrund treten, wenn sich negative Seiten entfalten, die sie zwar kannten, jedoch unterschätzten. Irgendwie wird man doch als Paar empfunden und weniger gute Eigenschaften übertragen sich, wenn man sich nicht davon abgrenzt. Das gilt natürlich für beide Partner. Dummerweise ziehen sich jedoch Gegensätze an. So kann schnell aus zwei besonders auffälligen Charakteren ein Duo werden, das eindrucksvoll gängige Klischees bedient. Eines der bekanntesten Klischees ist der Mann, der von seiner Frau dominiert wird. Das heißt jedoch nicht, dass sie ihm wirklich überlegen ist. Manche Männer wählen nur den Weg des geringsten Widerstands. Sie tolerieren so manches, um Repressalien aus dem Weg zu gehen - dem Tussi-Terror. >>>mehr

   
14.09.2017

Grotesker Hürdenlauf
Maintal macht nicht mit bei "Maintal macht mit". Besonders das Pseudo-Modul "Ideen einbringen", die verkümmerte Variante des einstigen Bürgerhaushalts, wird wegen erheblicher Kontruktionsmängel nicht angenommen. Nun ist es Schwarz auf Weiß zu lesen: "Keine Ideen gefunden". Im Ideenarchiv kann man die wenigen Ideen einsehen, die zwischen den Hürden verendeten. Nach der Einstellung des im zweiten Jahr seines Bestehens von der Kommunalpolitik vergewaltigten Bürgerhaushalts sollte eigentlich zusammen mit einem neuen Maintal-Forum ein Modul geschaffen werden, mit dem Ideen der Bürger zur Verbesserung und/oder zu Einsparungen ganzjährig bearbeitet, bewertet und umgesetzt werden können. Die enge terminliche Verknüpfung mit Haushaltsberatungen sollte entzerrt werden. Bei dem damals noch vorliegenden großen Interesse Maintaler Bürger an diesem Prozess wäre mit einem richtig ausgeprägten Modul ein hervorragendes Werkzeug entstanden. Leider wurden in den Ablauf groteske Hürden eingebaut, die offensichtlich nur das Ziel hatten, dass möglichst keine Ideen bis in die Gremien gelangen, die über die Umsetzung entscheiden müssten. Das Ziel wurde eindrucksvoll erreicht! >>>mehr

   
10.09.2017

Im Schlaf überrascht
Verkettete Buchstaben und Worte ergeben einen Sinn. Das ist der Grund, warum man sie miteinander verkettet. Menschen benutzen diese Technik, um damit zu kommunizieren. Leider benutzen manche Menschen diese Technik falsch. Bestimmte Formulierungen signalisieren nämlich Erwartungen, Gefahren oder Überraschungen. Andere wiederum drücken Freude, Hoffnungen oder Erwartungen aus. Im Mix angewendet senden sie also Gefühle zu Inhalten aus. Bei Menschen unterschiedlicher Kulturkreise oder bei Personen, die im Umgang mit der Sprachvariabilität weniger versiert sind, können Ausdrucksweisen  und feststehende Redewendungen zu falschen Deutungen führen. Solang sich diese Menschen in ihren eigenen Regelkreisen bewegen und untereinander gewohnte schlichte Gedanken oder Redewendungen austauschen, ist das kein Problem. In heterogenen Strukturen wird die Verständigung jedoch deutlich schwieriger. Mangelnde Sprachsensibilitäten erzeugen dann Fehlreaktionen, die nur schwer zu korrigieren sind. Der Sprachsensilble und sein Gegenpart werden dadurch förmlich "im Schlaf überrascht". Schlaf deshalb, weil die Unterschiede urplötzlich bewusst werden. Ausgangsbotschaften und Reaktionen werden dann jeweils mit "nicht mehr ganz dicht sein" kommentiert. >>>mehr

   
05.09.2017

Anstiftung zur Diskreditierung
Für Menschen mit unlauteren Absichten ist Widerstand eine höchst ärgerliche Sache, besonders, wenn man nicht mehr ohne Gesichtsverlust zurück kann.  Der Ärger durch und über aufrechten Widerstand von Personen kann so groß sein, dass zum Mittel der skrupellosen Diskreditierung dieser Person gegriffen wird. Besonders infam ist es, ein privates Schreiben mit brisantem Sachverhalt zu kommentieren und mit eigenen Unterstellungen indiskret an weitere Adressaten weiterzuleiten. Bestimmte Adressaten fühlen sich ermuntert, sich ebenfalls zu äußern. Sie lassen sich ihrerseits zu Rechtfertigungen hinreißen und leiten dies in der eigentlichen Absicht der Diskreditierung an einen großen Verteilerkreis weiter. In Firmen ist dieses Vorgehen weit verbreitet und es geht natürlich weit über gewöhnliches Mobbing hinaus. Der Betroffene selbst kann seine Autorität  im Kreis aufrichtiger Personen nur über einen heftigen Schlag gegen die Okkupanten bewahren oder die Flucht ergreifen. Der eigentliche Urheber der Aktion kann indes genüsslich mitverfolgen, wie sich die Sache entwickelt und wie sein eigenes Fehlverhalten in den Hintergrund tritt. >>>mehr

   
11.08.2017

High Noon
Für einige Despoten und Irren dieser Welt war die Wahl von Donald Trump das Signal, dass jetzt eine neue Epoche beginnt. Noch nie war ein so ungehobelter Klotz US-Präsident, der einen Gedankenfurz nach dem anderen in die Welt setzt und damit nur seine eigenen Wähler begeistert, obwohl er der Präsident aller Amerikaner ist. Er, der als Präsident eines traditionellen Einwanderungslandes alle Ausländer am liebsten wieder in ihre Heimat zurückschicken würde, wird nun ausgerechnet von einem koreanischen Flachkopf dreist herausgefordert. Gerade, weil Nordkorea damals nicht von Amerika besiegt wurde, trifft ihn und seine Nationalkonservativen die Herausforderung schwer. Noch sind die vielen Amerikaner nicht vergessen, die im Koreakrieg und in Vietnam ihr Leben ließen, da droht Nordkorea, mit Raketen und Atomwaffen die USA anzugreifen. Es geht zu, wie in einem billigen Western. Momentan eskaliert der verbale Streit zweier Großmäuler, wie sie die Welt nach dem letzten Weltkrieg nicht mehr erlebte. Es ist die gleiche Rhetorik, die wieder ins Verderben führen könnte. In der Politik sollte man dringend etwas verändern und die direkten Kontrahenten in einer großen Inszenierung zum persönlichen Duell auffordern, bei dem nur einer überlebt. Würden solche Duelle regelmäßig angewandt, hätte Diplomatie vielleicht wieder eine Chance und die politischen Großmäuler würden aussterben. >>>mehr

   
12.07.2017

Versammlungsfreiheit erhalten
Es gibt Dinge, die schwer zu erklären sind. So auch das, was in Hamburg passierte. Die Gewalt, die sich dort entlud, versuchen rechte Kritiker mit politischer Motivierung zu erklären und wollen erkannt haben, dass diese Gewalt von linken Autonomen begangen wurden. Tatsächlich spielen politisch aktive linke Autonome eine Rolle, weil sie zu den Mitveranstaltern der Demos und zu denen gehörten, die Gewalttätern Unterschlupf gewährten. Es war jedoch zu erkennen, dass schwarze Kleidung allein als Synonym für "schwarzen Block, der Gewalttaten inszeniert", nicht ausreicht, um alle in einen Sack zu werfen. Wer es dennoch macht, ist nicht ganz dicht. In der autonomen Szene beider Richtungen - rechts oder links - führen die reinen Krawallstrategen eigene und ganz spezielle Rollen, denen Sympathisanten aus ureigensten Gründen folgen. Die radikalen Straftäter unter ihnen werfen  im Schutz der Anonymität hemmungslos Steine, feuern Geschosse auf Menschen ab, errichten Barrikaden, legen Brände, zerstören und plündern Läden. Sie sind nicht unter Kontrolle zu halten, das hätten die linken Autonomen wissen müssen. Gewalt zieht Täter an, die allein nie auffällig wären. Sie finden vielleicht sogar Gefallen am zeitweisen scheinbar rechtsfreien Raum.  >>>mehr

    
06.07.2017

Gegeneinander + zueinander

Gegeneinander sein und zueinander zu finden ist problematisch, mitunter sogar hoffnungslos. Wer heftig Streit führt, läuft Gefahr, dass er dabei so viel seines Charakters offenbart, dass Andere nie wieder den Wunsch zum Zueinander verspüren. So etwas trennt mitunter Eltern, Elternteile mit ihren Kindern, aber auch Menschen, die in Gemeinschaften wohnen. Wenn eine rote Linie mehrfach überschritten wurde, ist Instinktlosigkeit das größte Übel. Das Vertrauen ist einfach nicht mehr da. "Das wird immer wieder passieren", ist der allesverhindernde Befund. So, wie der geklebte Henkel einer kaputtenen Kaffeetasse immer wieder abbricht, so belastbar ist eine gekittete zwischenmenschliche Beziehung. Hat man die Kaffeetasse endgültig entsorgt, ist auch das Service nicht mehr komplett. Den Rest zu verschonen, hat mit der Hoffnung zu tun, igendwann vielleicht wieder eine passende Tasse zum Sevice zu finden, für die es sich lohnt, den Rest aufgehoben zu haben. Nun ist der Vergleich mit der Kaffeetasse nicht überall passend. Es gibt auch Dinge, die nicht tot sind, wie eine Kaffeetasse. >>>mehr

 

    
03.07.2017 Kritische Kostellationen
Es gibt leicht zu lösende und schwierige Probleme. Kompetente Personen lösen Probleme meistens gut, egal ob sie leicht oder schwer sind. Die Frage ist nur, was ist an einer Problemlösung wirklich gut? Das ist der Fall, wenn die Lösung mit Sachverstand und einer nachvollziehbaren Systematik angegangen und damit ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt wird. Weniger kompetente Personen sind gut beraten, einen Fachmann hinzu zu ziehen. Ein guter unabhängiger Fachmann bewirkt, dass sie auf dem Weg zur besten Lösung fachmännisch neutral unterstützt werden. Ist der Fachmann integer, fair und uneigennützig und benutzt professionelle Vorgehensweisen, so ist seine Empfehlung absolut zielführend. Ist das alles  jedoch nicht der Fall, so spricht man von einer kritischen Konstellation. Wird eine falsche Beratung enttarnt, sollte sie sofort gestoppt werden  und es müssen Korrekturmaßnahmen folgen. Das ist professionelles Vorgehen, das eigentlich sogar weitergehende Konsequenzen erfordert. Nun müssen ja nicht immer gleich harte Sanktionen gegen fragwürdige Vorgehensweisen greifen, wenn die Möglichkeit besteht, dass der oder die Verursacher nach dem Zeigen der gelben Karte Einsicht zeigen und ihr tendenziöses Verhalten einstellen. Leider setzen aber solche Personen oftmals dreist ihr Verhalten fort. Jetzt muss zur Vermeidung noch größeren Schadens endgültig die Reißleine gezogen werden.   >>>mehr
    
15.06.2017 Zeitbomben ticken
Schreckliche und beängstigende Bilder gingen am 15. Juni 2017 um die Welt, als ein Wohn-Hochhaus, der Grenfell-Tower in London, lichterloh brannte. Viele Menschen kamen ums Leben oder sind schwerverletzt. Sie wurden im Schlaf von einem Flammeninferno überrascht. Wer die Filmaufnahmen sah, bemerkte wahre Feuerkaskaden, die an der Fassade abwärts liefen, während die Flammen an der Fassade in die Höhe strebten. Da fiel selbst Laien auf, dass der Brand von außen nach innen verlief und brennendes Dämmmaterial jeden fassadenseitigen Rettungsangriff unmöglich machte. Wer in einem Haus wohnt, das mit Polystyrol wärmegedämmt ist, sollte spätestens jetzt sehr nachdenklich werden. Entsprechend der in Deutschland geltenden Baubestimmungen dürfen Fassaden allerdings nur bis zu einer Höhe von 22 Metern außen gedämmt werden, wodurch eigentlich nur Häuser bis zu 8 Stockwerken, also inzwischen bereits Millionen von Häusern betroffen sind. Zwar werden zwischen den Stockwerken feuerfeste Dämmstreifen verarbeitet, damit ein Überschlagen von Flammen erschwert werden soll, aber was hilft das wirklich!? Den Ernstfall sollte man nicht erproben! Bei einem Zimmerbrand mit zerberstender Fensterscheibe schlagen die Flammen meterhoch nach außen und bringen Polystyrol zum Schmelzen, was dann wie ein brennender Wasserfall wirkt. Innerhalb kurzer Zeit ist das Haus von Flammen umhüllt und eine Rettung von Personen auf diesem Weg unmöglich. Die Menschen sitzen in einer Falle! >>>mehr
   
28.05.2017

Tölpel first

Geht es Ihnen auch so, dass Sie den überwiegenden Teil einer Nation an der obersten Regierungsperson dieses Staates messen? Wenn ja, dann sollten Sie die Frage klären, ob der Teil der Wähler, der diese Person ins Amt bringt, intelligenter oder dümmer ist als der Rest dieser Nation. Danach sollte beurteilt werden, ob man beim Auftreten dieser Person Stolz oder Peinlichkeit empfindet. Kommt es dabei zu eher negativen Bewertungen, so hat die Nation umso mehr verdient, an ihrer obersten Regierungsperson gemessen zu werden.

Am aktuellen Beispiel der USA wurde gerade überdeutlich, welchen Teil der amerikanischen Nation Barack Obama beim Kirchentag und welch ungehobelte Horden Donald Trump auf seiner ersten Dienstreise sowie auf dem G6+1-Gipfel vertrat. Primitiver und dümmer kann sich ein Staatsmann nicht benehmen. Jegliche Vernunft außer Acht lassend entfernte er bei den Gesprächen sogar den Ohrstöpsel für die Übersetzung. Seine Meinung zu den Dingen stand ja fest und Argumente interessierten ihn nicht. Wem das in den USA gefällt, muss sich seinerseits gefallen lassen, ebenfalls als Tölpel eingestuft zu werden. >>>mehr

   
18.05.2017 Loch im Dach
Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ihre Garage, im Dach befindet sich ein Loch und Ihr neues Auto ist übersät mit Trümmerteilen. Der Schaden nur am Automobil beträgt über 8.000€. Der Schaden am Dach übersteigt die 15.000-€-Marke und weit und breit kein Schuldiger zu finden. Sie glauben, das gibt es nicht!? Dann kennen Sie die Verhältnisse in Frankfurt-Fechenheim noch nicht, wo sich diese Garage befindet. Diesen Stadtteil mit fast 50% Ausländeranteil machen nicht integrierte Bevölkerungsgruppen täglich unsicherer. Die einheimische Bevölkerung und die bereits integrierten Ausländer, die unerträgliche Verhaltensweisen und strafbare Handlungen permanent erdulden müssen, schweigen aus Angst, so dass Geschädigte auf ihrem Schaden sitzen bleiben. So auch in obigem Fall, der zunächst unerklärlich schien, bis einige Puzzlesteine für mehr Transparenz sorgten. Fest stand nach ersten Erhebungen, dass das Loch im Dach durch Fremdeinwirkung entstand und polizeibekannte Ereignisse der vorangegangenen Nacht exakt zum Schaden passen. Nun ist die Ermittlungsgruppe der Polizei gefragt. >>>mehr
    
14.05.2017 Keine Lust mehr
Heute erklärte eine hochgeschätzte Redakteurin der Maintaler Seniorenzeitung intern ihren endgültigen Rückzug aus der Redaktion, weil sie die Freiheit des Alters nutzen möchte, sich nur noch Dingen zuzuwenden, die ihr Spaß machen und bei denen sie sich wohl fühlt. Automatisch fragte ich mich deshalb, ob ich noch ganz dicht bin, weil ich ihr gedanklich nicht in diese Freiheit folge, denn auch ich möchte mich im Alter rundum wohl fühlen, doch ich kann mich nicht zu diesem finalen Schritt entschließen. Noch arbeite ich daran, Dinge zu ändern, die im Argen liegen. Und als Senior empfindet man besonders stark, wenn dies der Fall ist. Nun wird es wesentlich schwerer. Die Inhalte der Maintaler Seniorenzeitung veränderten sich in den letzten Jahren, was ein guter Mix an Unterhaltung und kritischer Zeitbetrachtung ermöglichte. Nach dem Motto "bittere Tropfen auf Zucker" konnte Kritik deshalb erträglich untergebracht werden. Vielleicht überwog in den letzten Ausgaben die Kritik aufgrund allzu negativer persönlicher Erfahrungen einzelner Redakteure beim ehrenamtlichen Engagement. Sie erreichte jedoch den ähnlich empfindenden Leserkreis, dem die Lokalzeitung und örtliche Artikelspender kostenloser Wochenzeitungen keine Stimme verleihen. Senioren haben nämlich keine Lobby. Als positiv denkender Redakteur in der eigenen Zeitung Kritisches zu lesen, kann natürlich demotivieren. Das ist die Erkenntnis aus dem Rückzug meiner Redaktionskollegin, die diese Zeitung mit feinster Satire und brillanten Artikeln prägte. Ihr stimmt einfach die Mischung nicht mehr. Das kam in der Redaktion offen zur Sprache und wir korrigierten allesamt unsere Blickrichtung. Wir konnten sie jedoch nicht halten. Der Verlust wird in den nächsten Ausgaben deutlich spürbar sein. Dafür einen Ausgleich zu schaffen, ist schier unmöglich. Es lässt sich aber leider nicht mehr ändern.
Sehr schade!
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30.04.2017 Denkwürdiges
Wo Menschen, Gruppen, Nationen zusammenleben, bilden sich Strukturen. Solche Strukturen bringen oft vieles durcheinander, wenn sie Regeln des Zusammenlebens nicht befolgen. Trump, Erdogan, Kim Jong Un und andere ähnlich strukturierte Führer bedienen sich gleicher Vorgehensweisenin der großen Politik, wie die Sandkastendespoten unseres Alltages. Ihre liberalen, sozialen und fairen Gegenspieler sind natürlich deren Feindbilder, denn sie wollen selbst bestimmen, was zu ihrem Vorteil ist. Dabei geht es nicht um das Mitbestimmen, sondern um die Ausgrenzung missliebiger Personen und deren Standpunkte. Bei Trump sind es die Medien, die angeblich Fake-News verbreiten, im privaten Leben sind es Freidenker, Blogger und Satiriker, die unverblümt ihre Meinung verbreiten. Es ist zwischen diesen Menschen ein ungleicher Kampf stumpfer Schwerter gegen das scharfe Florett, der unterschiedlichste Blessuren erzeugt. Wahre Sieger gibt es dabei nicht, sondern nur Verlierer. Auf der Strecke bleibt oft die Vernunft. >>>mehr
   
24.04.2017 Die Sache mit der Birne
Der vorige Artikel "Wenn partout kein Licht aufgeht" führte völlig unerwartet zu einer größeren Resonanz. Das zeigt, dass dieses Phänomen landauf landab existiert und die Zahl der Betroffenen steigt. Die Leser, die sich bei mir meldeten, berichteten von eindrucksvollen Beispielen, auf die meine Satire zutreffen würden. Dabei wurden mir auch Beispiele geschildert, bei denen genau die gleichen Personen, bei denen partout kein Licht aufgeht, permanent versuchen, bei anderen Menschen Lichter aufgehen zu lassen. Frei nach der Idee, mehrere kaputte Birnen würden die Dunkelheit besser erhellen, würden viele Personen mit angeblich gleichen Bedürfnissen einbezogen. Ginge man den Argumenten nach, stelle man aber fest, dass es diese Menschen gar nicht gäbe und der oder die Protagonisten offensichtlich nicht mehr als bis Zwei zählen könnten. Das zeigt, dass das weit verbreitete Problem oft weit über das nicht aufgehende Licht hinaus geht und dass sich Gefangene ihrer eigenen Gedankenwelt vehement dagegen wehren, in normalen Denkkategorien zu denken.   >>>mehr
  
15.04.2017 Wenn partout kein Licht aufgeht
Unsere Welt ist vielschichtig und voller Überraschungen. Wer rechnet zum Beispiel schon damit, dass ein Mitmensch entweder eine Leseschwäche besitzt oder Gelesenes im Kopf nicht verarbeiten kann. Das kann schlimme Folgen haben. Geregelte Dinge, die bei Missachtung gewaltige Schäden verursachen können und deshalb untersucht und mit einer Dokumentation klar untermauert werden, sollten eigentlich auch den Uneinsichtigsten überzeugen, zumal die weitere Missachtung im Schadensfall zu massiven Regressansprüchen führen kann. Doch von Einsicht ist oft keine Spur zu spüren. Eskalationsproblem: Es geht partout kein Licht auf! Kein Wunder, dass man deshalb manchmal denkt, Mitmenschen seien nicht mehr ganz dicht. Ein ganz anderer Fall ist jedoch gegeben, wenn der Sachverhalt zwar begriffen wurde, aber fortgesetzt purer Opportunismus gelebt wird, weil das Fehlverhalten zu gewünschten Protesten führt. Irgendwie ist das krank! Sind viele Mitmenschen von diesem Fehlverhalten betroffen, ist ein geschlossenes Vorgehen vonnöten, um einen größeren Schaden zu verhindern und den Störenfried endgültig zu bekehren.  >>>mehr
     
03.04.2017 Politik ist eine Hure
Deutschland und die Nato - was in Zeiten des kalten Krieges als Bollwerk gegen die Bedrohung durch den Ostblock galt und Milliarden Steuergelder verschlang, ohne uns Deutschen wirklichen Schutz zu bieten, soll nach dem Willen der USA auf europäischem Boden erneut gewaltig aufrüsten. Die noch amtierende Kanzlerin Angela Merkel sagte Donald Trump zu, in  zügigen Schritten die Militärausgaben auf 2% des Brutto-Inlandsprodukts anzuheben. Quer durchs Parlament ist zu hören, dass dies weder sinnvoll, noch gewollt ist. Unsere Politik muss aus gutem Grund anders ausgerichtet sein. Deutschland wäre im militärischen Konfliktfall Hauptaufmarschgebiet und damit weit weg von den Hühnerfarmern in Kentucky, die ihren Präsident für jeden Blödsinn, den er anstellt, bejubeln. In Zeiten des kalten Krieges standen sich an der innerdeutschen Grenze zwei deutsche Militärapparate direkt gegenüber, die sich gegenseitig eliminiert hätten, während die sowjetischen Panzer innerhalb weniger Stunden am Rhein gestanden hätten. Wer bei der Bundeswehr Dienst verrichtete, kennt die Opfer-Strategie. Sauber ausgedacht damals von allen Alliierten, die angeblich unsere Freunde waren. Der kalte Krieg ist Gott sei Dank überwunden, Europa befriedet und durch die EU miteinander verbunden. Es herrscht Frieden. Was soll nun diese verrückte Aufrüstung?!  >>>mehr
  
19.03.2017 Die Macht des Bösen
So langsam dürfte auch bei den friedfertigsten und verständnisvollsten Bürgern das Maß mit den türkischen Verirrungen aus dem Hause Erdogan voll sein. Für die in Deutschland und im europäischen Ausland lebenden Türken, die Erdogan nicht nahestehen, dürfte das unverschämte Gebaren türkischer Regierungskreise zunehmend zur Hypothek werden. Sie sind teilweise hier aufgewachsen und bestens integriert, schätzen die Vorzüge unserer Demokratie und der multikulturellen Lebensform, die Raum für nationale Bräuche und Religionen gibt und diese sogar gegen Angriffe verteidigt. Sie sehen sich jedoch einer Mehrheit von nicht integrierten Landsleuten gegenüber, die auch nicht vorhaben, sich zu integrieren. Da man das aus deutscher Sicht erkennt, werden diese Menschen natürlich noch nicht als zu unserem Kulturkreis zugehörig angesehen. Genau diese Menschen versucht Erdogan jetzt zu erreichen und politisch zu instrumentalisieren, um eine umstrittene Volksabstimmung auf dem Weg zur Diktatur zu gewinnen. Neuester dringender Rat an seine Landsleute in Europa lautet: "Macht nicht drei sondern fünf Kinder, denn ihr seid die Zukunft Europas". Damit behandelt er sein Volk wie einen nachwachsenden Rohstoff für politische Zwecke. Das erinnert doch sehr an die umgangssprachliche Parole der Nazis: "Mädchen macht die Beine breit, Deutschland braucht Soldaten!" >>>mehr
   
12.03.2017 Vernunft oder Emotionen?
Eine versteckt geballte Faust kann außer Kontrolle geraten, wie jetzt gerade im Zusammenhang mit den Entwicklungen in der Türkei, in den USA und in Europa. Wenn sich der zur geballten Faust gehörende Rest organisiert erhebt, sind viele bestehenden Ordnungen in Gefahr. Die Niederlande befinden sich gerade im Endwahlkampf, der sehr stark von nationalkonservativen Strömungen beeinflusst wird. Um diesen Strömungen keinen zusätlichen Zulauf zu bescheren, verhindert die Regierung gerade Auftritte von türkischen Politikern, die ihre Anhänger gegen die Anhänger der Opposition aufbringen wollen und damit Unruhe in andere Länder tragen. Erdogan drohte europäischen Staaten sogar mit einem Aufstand, wenn seine Politiker und vor allen Dingen er selbst nicht für seine Sache im Ausland - also vor Ort - werben dürfe. Der Nazi-Vergleich bei ablehnender Haltung, der momentan auch andere Staaten Europas trifft, dürfte dazu beigetragen haben, dass das Maß voll ist. Scheitert Erdogan im April mit seinem Referendum, dürfte die Türkei vor einem Neuanfang stehen, auf dem der Weg in das vereinte Europa geebnet werden könnte. Es steht schlicht die Existenz Erdogans auf dem Spiel, der in Zukunft für die Völkerfamilie ein ähnliches Problem wie der syrische Machthaber Assad darstellen könnte. Die Einmischung Russlands und der im Umbruch befindlichen USA könnten das Problem noch verschärfen. >>>mehr
 
11.03.2017

Pseudologie als Umgangsform

Pseudologie, auch pathologisches Lügen genannt, ist heute eine häufig verbreitete Umgangsform, um Aufmerksamkeit zu erregen, oder um ein geringes Selbstbewusstsein so zu überspielen, dass vom Umfeld genau das Gegenteil angenommen werden soll. Es hat sogar den amerikanischen Präsidenten ergriffen. Das kann aber so weit gehen, dass ein pathologischer Lügner seine Behauptungen selbst zu glauben beginnt. Meist erhoffen sich diese Menschen davon einen persönlichen Vorteil. Einige von ihnen wollen Anerkennung erhalten, indem sie wichtigtuerisch über beruflich Erreichtes sprechen, um für kompetent gehalten zu werden. Andere pathologische Lügner lügen nur aus Langeweile oder in einem psychopathischen Schub. Tragisch ist, dass solche Menschen glauben, über den Dingen zu stehen. Sollten sich wie in den USA mehrere an Pseudologie leidende Personen zusammenfinden, kann wirklich alles passieren, denn sie ergänzen sich perfekt. Dabei bestärken sie sich gegenseitig und erkennen nicht mehr, dass sie das, was sie zu bewegen glauben, gar nicht beherrschen. Das alles ist für die Opfer lästig, aber leider real. Für Menschen, die als Opfer von solchen Fehlverhalten im Alltag betroffen sind, bietet der folgende Link einige Hilfen an.   >>>mehr

http://de.wikihow.com/Einen-pathologischen-L%C3%BCgner-erkennen

 

    
28.02.2017

Ein Teufelskreis

Vor über 10 Jahren stellte ich eine Website über Psychosadismus auf diese Homepage und auf sie wurde inzwischen über 100.000-fach zugegriffen. Offensichtlich ist sie enorm aktuell. Dabei habe ich damals nur das erörtert, was Sigmund Freud über dieses Thema schrieb und sah noch keinen aktuellen Hintergrund. Heute liegt das etwas anders, weil ich imer öfter versuche, misteriöse Fehlverhalten von Mitmenschen psychisch zu deuten. Immer wieder lande ich bei meinen Recherchen bei den Begriffen "Psychopath" und "Psychosadismus", wenn ich das heranziehe, was mir täglich als Problem begegnet. Es muss eine Ursache haben, wenn man immer wieder verleumdet und diskreditiert wird, um gewachsene Beziehungen zu zerstören und selbst an deren Stelle treten zu wollen. Pathologisches Lügen, das Fehlen von Scham und Reue und anderes liegen nahe bei typisch psychopathischen Verhaltensweisen. Selbst  ADS rückt bei den Recherchen in den Vordergrund. ADS ist jedoch heilbar. Die anderen Defekte sind bekanntlich nur schwer zu behandeln, weshalb das gesamte Umfeld solcher Personen zu leiden hat. Vielleicht ist die verzweifelte Suche der Opfer nach einem Ausweg der Grund, warum die Seite Psychosadismus so oft aufgerufen wird. >>>mehr

 

 
19.02.2017

Das Leiden des alten Trump
Bei der Frage, was uns am meisten bewegt, tritt immer stärker die Angst vor dem neuen amerikanischen Präsidenten in den Vordergrund. Auf der Suche nach dem größten Herrscher der Weltgeschichte, mit dem man ihn vergleichen könnte, schneidet er immer schlechter ab. Es ist aber noch schlimmer. Wir ertappen uns sogar dabei, alle US-Amerikaner ihm gleichzusetzen, obwohl ihn die Hälfte der Wähler als Präsident verhindern wollten. Im US-Vorwahlkampf setzten sich jedoch nicht die akzeptabelsten Kandidaten beider großen Parteien durch. So blieb nur die Wahl zwischen zwei fragwürdigen Alternativen. Plötzlich war bei beiden großen Parteien aggressives Marketing angesagt, wie es angewendet wird, wenn man weniger gute Produkte verkaufen will. Die US-Amerikaner fielen dank ihres besonderen Wahlverfahrens prompt auf das schlechtere Produkt herein, weil zuvor alle anderen Produkte elitärer amerikanischer Lebensart aus dem Regal genommen worden waren. Nun haben sie eine schillernd bunte Verpackung mit schädlichem Inhalt, der nur schäumt und äzt und an dessen schillernden Seifenblasen sich Ihresgleichen und die weniger Intelligenten erfreuen. Kabarettisten und Narren jubeln, jedoch mit einem Kloß im Hals. Diese dubiose Figur ist nämlich Wirklichkeit und sitzt an den Hebeln der Macht des Landes, das nach dem Krieg unsere Sicherheit garantierte. In der Weltpresse gewinnen die Leser zunehmend den Eindruck, dass dieser Mensch nicht mehr ganz dicht ist. >>>mehr

   
14.02.2017

Brillianter Ritter unter dekadenten Eliten
Die Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst" ist eine Eliteveranstaltung des Ersten Deutschen Fernsehens mit einem enormen "Geschmäckle". Ein Blick in die Runde der Besucher und auf etliche politisch einseitige Programmpunkte zeigten, für welche Klientel die Veranstaltung ausgelegt ist. Einige Besucher schienen sich dagegen regelrecht verirrt zu haben. Bei Politikern ist das aber häufig der Fall. Nun muss auch der neue Ritter Gregor Gysi - angekündigt als Kommunist - als Speckbrocken auf der elitären Suppe dieses dekadente gesellschaftliche Konglomerat ergänzen. In welch fragwürdiger Gesellschaft er sich damit befindet, machte der letztjährige Ordensritter Markus Söder deutlich, der mit einer Videobotschaft darlegen durfte, warum er als Politiker des rechten Randes nicht die Laudatio auf den "Kommunisten" halten will. Als Wolpertinger kostümiert unterstrich er einmal mehr das Wesen Bayerischer Politeliten. Gregor Gysi bestach dagegen mit einer brillianten Rede und fand große Zustimmung im Auditorium. Dabei feierten sich die Besucher selbst, indem sie dem Intellekt den Vorrang vor der politischen Gesinnung des Redners einräumten. Unter dem Strich war die Veranstaltung für den Rest der Republik eher abstoßend. >>>mehr

   
08.02.2017

Erfahrungen mit der GVV-Versicherung

Justitia ist offensichtlich nicht immer da zuhause, wo man sie braucht. Zumindest nicht im Frankfurter Amtsgericht, das zwei Jahre benötigte, um letztendlich einen simplen Unfall falsch zu beurteilen. Ich habe die Vermutung, dass das im Vergleich sogar noch sehr schnell war. Hier gelang es problemlos - zumindest in folgendem Fall - sich im Amt zu irren und das falsche Ergebnis als Urteil in die Welt zu setzen. Verursacher ist in diesem Fall die GVV-Versicherung, die - wie durchaus üblich - aus purem Eigeninteresse handelte und sich vor ihrer Verpflichtung drückte. Was war geschehen? Die GVV-Versicherung ist vorwiegend im kommunalen Bereich tätig und versichert auch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Diese treten die gerichtliche Hoheit eines Rechtsstreits an ihre Haftpflichtversicherung ab. Damit ist diese Herr des Verfahrens. Auch im Fall eines Unfalles der Gattin eines dort versicherten Frankfurter Feuerwehrmannes. Sie hatte im Mainkurkreisel im März 2015 einen Unfall (siehe HIER) verursacht. Die GVV zahlte nicht und wurde daraufhin auf Schadensersatz verklagt (Aktenzeichen 31 C 2710/15 (17).  >>>mehr

   
27.01.2017

Haudrauf der Weltpolitik
Es gibt viele Menschen, die glauben, Donald Trump sei nicht mehr ganz dicht. Das mag sein. Möglicherweise ist das aber ein großer Irrtum und Trump ist so eine Art Reinkarnation eines Michael Kohlhaas, der damals darunter litt, dass der Selbsthilfe im absolutistischen Staat kein Raum mehr gegeben war. Unsere Weltordnung ist komplex und der Einzelne spielt nahezu keine Rolle. Das konsensgeprägte Zusammenwirken verschiedener politischer Richtungen führt oft zu nur halben Lösungen, wodurch die Unzufriedenheit der Menschen steigt. Trump fühlt deshalb der Demokratie auf den Zahn. Er greift auf, dass sich große Teile der Bevölkerung eine stärkere Führung und das Respektieren ihrer Interessen und ihrer nationalen Identität wünschen, was auch immer darunter verstanden wird. Das birgt Gefahren. Etablierte demokratische Parteien Europas orientieren sich aus wahltaktischen Gründen ebenfalls verstärkt an solchen Bedürfnissen, um Wähler für sich zu gewinnen. Damit ist flächendeckend ein schleichender Rechtsruck unausweichlich. Die Frage ist nur, wie heftig er ausfällt.

Donald Trump führt der Welt gerade vor, was passiert, wenn ein fanatischer Egomane eine Partei für seine persönlichen Interessen benutzt, um persönlich an die Macht zu kommen und anschließend alle Politiker für überflüssig zu erklären und all ihre bisherigen Entscheidungen zu revidieren. Mit vollmundigen Versprechen und mit den Massen im Rücken an die Macht gekommen, wird es jedoch schwer, diesen Mensch wieder los zu werden. Der türkische Präsident führt Trump und anderen Nationalisten der Erde gerade vor, wie man sich mit Hilfe des Volkes die absolute Macht verschafft. Strategien und Verhaltensweisen der Nationalsozialisten feiern tatsächlich wieder Erfolge, als hätte die Welt aus den Folgen nichts gelernt!

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30.12.2016 Gesellschaftliche Fehlentwicklung
Was der Karikaturist Kurt Halbritter bereits vor über 40 Jahren thematisierte, als die Entwicklung noch am Anfang war, ist heute in seiner ganzen Tragweite spürbar. Das Streben, Wissen dem Können vorzuziehen, führte zu einem Mangel an exzellenten Facharbeitern und talentierten Selbständigen. Dafür haben wir ein Überangebot von Studierten, die sich mit Wissen vollstopften und dies anwenden, ohne damit einen wirklichen Mehrwert zu erzielen. Diejenigen, deren erworbenes Wissen mit bereits vorhandene Talenten kombiniert wird, machen allerdings Karriere. Der Rest wird zum Spielball des Arbeitsmarkts, während Facharbeiter und talentierte Könner händeringend gesucht werden. Mit den Händen zu arbeiten wird heute zu gering geschätzt, vorhandene Talente nicht ergründet. Diese Entwicklung ist nicht nur im Beruf zu spüren, sie zeigt sich auch in Vereinen und im alltäglichen Umgang untereinander. Mehr zu scheinen als zu sein, ist IN!  >>>mehr
   
11.12.2016 Das Jahr 2016 ist bereits abgehakt
Das Jahr 2016 geht dem Ende entgegen und einiges, was in diesem Jahr passierte, warf bei mir die Frage auf, ob manche Akteure nicht mehr ganz dicht sind. Dabei möchte ich jetzt gar nicht auf Donald Trump abheben, obwohl er absolut symptomatisch für unsere Zeit ist. Es sind vielmehr die Westentaschen-Trumps des Alltags mit ihren unverschämten und dümmlichen Allüren, die diese Frage aufwerfen. Es sind in meinem Fall gegnerische Winkeladvokaten, die einfachste Sachverhalte verleugnen oder verdrehen und Rechtsstreite bewusst in die Länge ziehen, Kosten verursachen und dennoch hinten runter fallen. Hinzu kommen groteske Verweigerungshaltungen von Behördenvertretern, fragwürdige Handlungsweisen von Kommunalpolitikern, aber auch das ignorante Verhalten von Mitbewohnern und die Ohnmacht gegen die Sturheit von Menschen schlichter Prägung. Einige dieser prägenden Erlebnisse zwangen mich zum Umdenken. Die logische Konsequenz hieß, sich ehrenamtlich zurückzunehmen und eigene Bedürfnisse wichtiger zu nehmen und auch auszuleben. Das führte in einigen Bereichen zu Irritationen, weil man bisher glaubte, mich exakt einschätzen zu können. Dass bei mir das Maß nun voll ist, kommt nur wenigen Mitmenschen in den Sinn. Sie glauben nun sicher, ich sei nicht mehr ganz dicht. Diese Menschen kann ich beruhigen: Das Gegenteil ist der Fall!   >>>mehr
   
01.11.2016 8. November - ein Schicksalstag
Donald Trump, der amerikanische Präsidentschaftskandidat, nimmt bekanntlich den Mund immer wieder zu voll, liebt es, schmutzige Details über sich und Andere zu offenbaren, Frauen zu diskrimieren, Behinderte und Farbige zu verunglimpfen und vieles mehr. Dennoch hat er immer noch eine große Anhängerschaft, der das gefällt. Man muss befürchten, dass dieser Mensch tatsächlich an die Schalthebel der Macht gerät und die ganze Welt mit seiner mangelnden Qualifikation in ein Chaos stürzt. Irgendwie steht Donald Trump für eine spezielle amerikanische Schicht, zu deren Reichtum oder Armut die Bildung, Format und Ethik nicht passen. Wie sie zu Reichtum kamen, ihn trotz unternehmerischer Fehlschläge an der Steuer vorbei vermehrten und als Feigenblatt demonstrativ Gutes tun, ist typisch für diese Gruppe von Amerikanern. Dass das so viele Amerikaner übersehen können, ist wohl bestimmten Wesenszügen zuzuschreiben. Die Konkurrentin ist ebenfalls sehr umstritten. Die US-Amerikaner haben wirklich zwischen zwei Übeln zu entscheiden, zwischen Pest und Cholera. Für den 8. November bleibt nur die Hoffnung, dass die Mehrheit der Amerikaner noch die Reißleine zieht und zumindest dem dümmeren Haudrauf eine Lektion erteilt. Trump, Putin, Erdogan, Kim-Joung-Un und bekannte Despoten wären für unseren Globus eine äußerst brisante Mischung. Mit Ronald Raegen saß zwar am Ende seiner Amtszeit ebenfalls ein unberechenbarer Präsident direkt am roten Knopf, doch dieser meinte zumindest nicht, dass man Atomwaffen auch benutzen müsse, wenn man sie schon habe, wie es Trump äußerte. >>>mehr
 
15.10.2016 Neues Wort für Senioren gesucht
Eine Metapher meint scherzhaft: "Alt sein will keiner, alt werden will jeder...". Das ging auch mir Mitte der Vierzig locker über die Lippen, doch heute begreife ich erst wirklich, was dahinter steckt. Alt zu werden bedeutet automatisch, irgendwann tatsächlich alt zu sein. Auf dem Weg dorthin übersieht man leicht den Meilenstein, der anzeigt, dass das Ziel bereits erreicht ist. Noch bemüht man Worte wie "Best-Ager", "Silver Surfer" und ähnliche Umschreibungen, notfalls sogar "Senior", wenn "Rentner", "Pensionär" oder "Unruheständler" noch nicht angemessen erscheinen. Selbst "Classicals", "Knowies" oder "Oldies" kommen über die Lippen, wenn Alter und Weiheit noch nicht zusammenfinden wollen. Doch was ist daran so schlimm, wenn man "alt" ist? Es ist der Jugendwahn, die Überbetonung von Schönheit, Fitness und Vitalität, die uns den Blick verstellen. Manchen Zeitgenossen hilft mit zunehmendem Alter Reichtum, der selbst von ganz jungen Frauen als sexy empfunden wird. Dass bei ernstem Interesse dahinter die Erkenntnis stecken könnte, dass "dem Alten" oder "der Alten" ja nicht mehr so viel Zeit bleibt und man mit dem geerbten Reichtum ein ganz neues Leben beginnen könnte, kommt betuchten Senioren nicht in den Sinn. Sie genießen ihre vermeintliche Attraktivität und ignorieren den Stachel, der bereits im Fleisch steckt. Mitmenschen vermuten nicht unberechtigt, dass der Genießer deswegen "nicht mehr ganz dicht" sei.  >>>mehr
 
01.10.2016 Kaninchenjagd
Bald will er wiedergewählt werden, der Dr. Peter Tauber von der CDU und er wird wiedergewählt werden. Dafür sorgt schon die CDU selbst. Allzu mächtig ist er in der CDU geworden und sein Netzwerk ist gewaltig. Umso mächtiger ein Politiker wird, desto mehr Feinde hat er aber auch. Bei weiblichen Führungspersonen ist das ähnlich. Werden solch umstrittene Personen in ein Team geholt, dann nur wegen ihren Charaktereigenschaften und ihren Wesenszügen. Es scheint völlig egal zu sein, wie die Wähler über diese Personen denken. Nun wagen es erstmals CDU-ler, dem Generalsekretär der CDU die Maske vom Gesicht zu reißen und dessen Wesen offen zu legen. Sexismus und Mobbing heißen die Vorwürfe. Das wiegt umso schwerer, weil Beweise auf den Tisch gelegt werden. Das Papier "Kaninchenjagd", mit dem die ehemalige Kreis-Geschäftsführerin der CDU aus dem Amt gemobbt werden sollte, wurde von ihm in Auftrag gegeben, wie er selbst einräumte. "Verfasst habe er es allerdings nicht, ein guter Freund sei es gewesen, nur von dessen Existenz habe er gewusst...", gab er gespielt reumütig zu und er erntete dafür von seiner blinden politischen Anhängerschaft Applaus. Damit dokumentierte die Versammluing, dass es ihr egal ist, ob sie noch für ganz dicht im Kopf gehalten wird. Es ist halt die CDU, die CDU, in der einst Dr. Tauber mit dem verstorbenen Parteikollegen Missfelder durch die Lande zog, um älteren Menschen das Recht auf neue Hüftgelenke abzusprechen. Es ging damals nur darum, ganz oben für Beachtung zu sorgen, um sich für besondere Aufgaben zu empfehlen. In der CDU klappt so etwas ja hervorragend. Beide kamen sehr gut unter.  >>>mehr
28.09.2016 Soziale Anwandlungen
Maintals Kommunalpolitiker der neuen Ampel haben tolle soziale Anwandlungen, denn sie fordern als Ausschreibungskriterium für die Müllentsorgung mindestens einen Ausbildungsplatz für Lehrlinge, nachdem die Forderung nach einem Betriebsrat scheiterte. Große Unternehmen mit entsprechenden Verwaltungen können locker Lehrlinge im kaufmännischen Bereich ausbilden. Dort heben sich die Kosten infolge der Arbeitsleistung der Lehrlinge bei breiter Betreuung nahezu auf und Ausbilder sind leicht zu bestimmen. Nur wären diese Ausbildungsplätze außerhalb von Maintal. Bei kleinen gesunden Unternehmen, die mit spitzem Stift rechnen müssen, ist die Personaldecke im verwaltenden Bereich recht überschaubar. Die Maintaler Firma Max Spahn & Sohn KG, die seit 1955 den Müll im Stadtgebiet entsorgt, soll jetzt offensichtlich zur Ausbildung eines Lehrlings genötigt werden, wenn sie bei der öffentlichen Ausschreibung eine Chance haben will. Als Begründung nannte man deren Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro mit der Stadt Maintal, der eine "beachtliche Größenordnung" darstelle. Selbst Menschen, die Umsatz nicht von Ertrag unterschieden können, empfinden, dass man "nicht ganz dicht sein muss", wenn man solche Argumente und Größenordnungen benutzt. Die diesen Blödsinn fordernden Fraktionen schaffen damit nur ein unangemessenes Ausschlusskriterium und feiern das als angewandte Sozialpolitik. Bei einer Vorortbegehung meinte ein bezahlter Berater nach dem Hinweis auf die vielen langjährigen Mitarbeiter der Spedition, "man solle doch mal das soziale Denken hintenanstellen, denn täglich würden in der BRD Menschen entlassen". Und nun diese Lehrlingsausbildungsposse! Ich weiß nun einmal mehr, warum ich von der Maintaler Kommunalpolitik nicht mehr viel halte. >>>mehr
  
15.09.2016 Entsorgung durch Arbeit
Wenn Politik eines perfekt kann, dann ist es das Verarschen derjenigen Bürger, die immer stärker unter den Auswirkungen miserabler Politik leiden müssen.  Nun ist gerade die "Flexi-Rente" auf der Agenda, um gleich mehrere eklatante Fehlentwicklungen zu korrigieren, die besonders die Generation betrifft, die Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut und dabei ordentlich in ihre Rente einbezahlt hat. Die hätten nun wirklich einen gesicherten Lebensabend in Würde verdient. Die italienische Fehlbesetzung der EZB-Bank beraubte Sparer um die Früchte finanzieller Vorsorge und wegen einer höchst unsozialen Poltik leben immer mehr Rentner am Existenzminimum. Sie sind darauf angewiesen, ihre Kasse mit Jobs aufzubessern oder alternativ ihren mühsam erarbeiteten Lebensstandard abzubauen. Die politischen Täter sorgen derweil großzügig für ihr Einkommen und ihre eigene Alterssicherung und sind von den prallen Futtertrögen nicht mehr zu vertreiben. Im Gegenteil - immer mehr junge Politiker scharen sich um die nationalen und europäischen Futtertröge und profilieren sich dabei mehr oder weniger gewissenlos, um vorwärts zu kommen. Sie nehmen dabei in Kauf, nur die Spielbälle von Wirtschaft und Großfinanz zu sein, die genau solche Charaktere sucht, um sich mit ihrer Hilfe hemmungslos zu bereichern. Vielen Senioren droht nun die Entsorgung durch Arbeit, indem ihre Restlaufzeit jetzt ganz offiziell mit Arbeit gefüllt wird. Die Täter werden dafür nach vollbrachter "Leistung" in Konzernen integriert. Dort fressen sie an ihrem Lebensabend aus gleich mehreren Futtertrögen. Ja, sind wir denn noch ganz dicht, dass wir das zulassen? >>>mehr
   
29.08.2016

Das langsame Sterben eines Gartens
Langsam nähert sich der Zeitpunkt, an dem mein Garten im Fechenheimer Mainbogen abgeräumt und "renaturiert" sein muss, damit an gleicher Stelle ein Auenwald entstehen kann. Im Rahmen der Umsetzung des Konzepts
"Gestaltung des Frankfurter Grüngürtels" wurden bereits unzählige Gärten - also gepflegte Kulturflächen - stillgelegt, um sogenannte "naturnahe Landschaften" entstehen zu lassen. Die Protagonisten dieser Idee kommen aus den Reihen der Grünen, die in Frankfurt zum Regieren gebraucht werden. Dort leben sie ihre fanatischen Radfahrexzesse und wahnwitzigen Renaturierung aus. Mit der Schelte ist nicht die Idee gemeint, sondern das arbeitsscheue Vorgehen der Öko-Strategen. "Renaturieren" heißt bei ihnen, die Natur sich selbst zu überlassen. Innerhalb kurzer Zeit überwuchern die stillgelegten Flächen mit Brombeerhecken und wildem Holunder. Beides erstickt die Kulturpflanzen und Obstbäume, die alljährlich gute Ernten abwarfen. Landschaftsdpflege ist nicht deren Ding! Ich behaupte, dass diese Strategen nie selbst erfuhren, wie viel Arbeit im Kultivieren von fruchtbaren Flächen steckt. Was Jahrhunderte die Menschen ernährte, wird für Ideen geopfert, für die kein grüner Stratege auch nur einen Finger krümmt. Das ist es, was mich am meisten ärgert.   >>>mehr

 

09.08.2016

Die verlorene Begeisterung wiedergefunden

Was ist eigentlich Sache, wenn beim Kontakt mit Modellbau eines Seniors behauptet wird: "Wie kann man nur in diesem Alter noch mit Autos spielen!?" und sofort nachschiebt: "Der ist doch nicht mehr ganz dicht!" und den Kopf schüttelt? Aus meiner Sicht ist das zu kurz gedacht, denn die Kombination mit Technik erweckt Modellbau erst zum Leben. Ich bedauere, dass viele Menschen über der Mühsal des Alltags ihre Fähigkeit verloren haben, sich in begrenztem Maß mit ihren vorhandenen Talenten zu befassen. Heute muss angeblich alles was man macht einen Sinn haben, es muss etwas dabei heraus kommen, sonst ist es angeblich nichts. Vielleicht ist diese Einstellung mit Scheuklappen zu vergleichen, mit denen persönliche Irritationen verhindert werden sollen!? Man müsste ja seinen Gefühlen - vor dem rationalen Denken - etwas Platz einräumen. Menschen, die das machen, sind zum Beispiel Modellbauer, die Freude dabei empfinden, die Wirklichkeit naturgetreu nachzubilden und sie mit einem Schuss Wunschdenken zu kombinieren. Aufgeschlossene Menschen findet man zum Beispiel als Besucher der Miniaturwelt in Hamburgs Speicherstadt oder auf einer der zahlreichen Modellbauausstellungen. Sehen? - Ja, bestaunen? - Ja, - aber das war es dann schon. Wenn man doch nur den Mut hätte, den Schritt zu wagen! Einige trifft man vielleicht in Läden, in denen man kaufen kann, was man für derartige Hobbys braucht. Ob sie diesen Ort mit leeren Händen oder einer Einkaufstüte  verlassen, entscheidet womöglich über den Beginn einer neuen Freizeitbeschäftigung. Man kann ja ganz klein anfangen. >>>mehr

 

 

03.07.2016

BREXIT for Freedom

Unsere englischen Nachbarn sind schon ein illustres Völkchen. Sie lieben ihre Monarchie, ihre Burgen und Schlösser und bewegen sogar noch Zugbrücken, wenn ihnen danach ist. Gerade ziehen sie gegenüber Europa die Zugbrücken hoch, um angeblich ihre Freiheit zu retten. Bei der Abstimmung über den Brexit feierten sie eine neue Freiheit, ohne zu wissen, wie sie aussehen wird. Noch nennen sie sich als der Rest einer einstigen Großmacht "Great Britain", doch Schottland strebt bereits nach Unabhängigkeit. Es ist die Stunde der Nationalisten. Nach einer turbulenten Austrittsphase, bei der es von der EU keine Geschenkte geben wird und geben darf, wird vielleicht nur noch Klein-England übrigbleiben. England könnte einer der ersten europäischen Staaten werden, der zwischen allen Stühlen sitzt, mit einer eigenen Währung kleine Brötchen backt und sich nur noch mit großer Mühe selbst versorgen kann. Die Mehrzahl der Engländer leben scheinbar immer noch im Glauben, wirtschaftlich unabhängig zu sein. Doch - was wäre England ohne Europa!? 

Das vom Krieg erholte Europa bot ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftliche Bedingungen, die schnell vergessen ließen, wie sehr sie vorher am Tropf der Welt hingen, als sie die Seewege nicht mehr beherrschten und andere Nationen sie mit einem riesigen logistischen Aufwand versorgen mussten. Mit dem Brexit ziehen sie nun auch Zugbrücken gegenüber Ländern jenseits des Atlantiks hoch. Die Ewig-Gestrigen nennen es euphorisch "Freiheit", was zeigt, dass sie eigentlich nicht ganz dicht sind.  >>>mehr

 

 

11.06.2016

15 Jahre im Unruhestand

Vor wenigen Tagen begann das 15. Jahr meines Unruhestandes. Mein Berufsleben liegt schon so weit zurück, dass ich kaum mehr daran denke. Das ist ungewöhnlich, denn es bestimmte immerhin 45 Jahre meines Lebens und ich betrachtete das Metier als meine Berufung. Im Ruhestand entdeckte ich jedoch ganz andere Neigungen, die wohl eine noch größere Berufung dargestellt hätten, wenn ich sie früher erkannt und umgesetzt hätte. Was ich heute in meiner Freizeit mache, folgt erkannten Stärken und ich setze sie nicht zum Lebensunterhalt um. Das ist wohl der gravierendste Unterschied. Leider versperrt uns diese Notwendigkeit in jungen Jahren die freie Sicht auf unsere Talente und Neigungen. Es ist also jetzt gut abgesichert der neue existenzielle Freiraum und die Tatsache, dass ich auf niemand Rücksicht zu nehmen brauche, der den Unterschied ausmacht. 

Was ist es aber, was ich in den letzten Jahren erkannte? Der Umgang mit der Sprache, mit Formulierungen und Texten war zwar auch täglicher Bestandteil meines Berufes, jedoch im engen Korsett unternehmerischer Interessen. Heute nutze ich das Schreiben zur Argumentation im Bereich Bewusstmachung, Satire und Kabarett im Zusammenhang mit gesellschaftsverändernden Prozessen. Das bekam in den letzten Jahren Maintals Kommunalpolitik zu spüren. Eine andere wichtige Entdeckung waren gestalterische Fähigkeiten und brach liegendes handwerkliches Geschick. Heute freue ich mich über maßstabgetreuen Modellbau und die Gestaltung einer kleinen Miniaturwelt, die ich anschließend filme und fotografiere. Das kommt meinem immer enger werdenden räumlichen Wirkungskreis entgegen. Im Gegenzug verabschiede ich mich gerade von meinem Garten, den ich 35 Jahre mit großer Freude betrieb. >>>mehr

 

 

28.5.2016

Überdruck

Wenn Menschen, die im gleichen Haus wohnen, spontan zusammenkommen und sich gedanklich austauschen, weil sie das Zusammenleben bedrückt und sie im Gespräch näher zusammenrücken wollen, ist etwas faul in einem Haus. Die Frage "Wie geht es denn dir momentan" deutet auf ein kollektives Gefühl des Unwohlseins hin. Man will Gewissheit haben, dass man mit seinem unangenehmen Gefühl nicht allein ist. Auf die Frage, was denn so unangenehm sei, kommen seltsame Entwicklungen auf den Tisch. Da ist plötzlich davon die Rede, dass man beobachtet, wer zuhause ist und wer das Haus verließ, kombiniert mit der Feststellung, dass man erleichtert sei, manchen Mitbewohnern nicht begegnen zu müssen. Der Gang zur Mülltonne oder zum Briefkasten wird abgebrochen, wenn sich bestimmte Mitbewohner im Treppenhaus oder im Hof aufhalten. Trifft man sie dennoch, grußlos mit versteinertem Gesicht, fühlt man sich nicht wohl. Die Folge: Man geht aneinander vorbei als wäre der andere Luft. Sich bloß nicht in ein Gespräch verwickeln lassen, damit sich aufgestauter Zorn und Ärger nicht spontan entlädt. Das menschliche Klima ist durch und durch vergiftet.  >>>mehr

 

21.5.2016

Permanent subversiv

Als ich dieser Website den Namen "NICHT MEHR GANZ DICHT" gab, war ich mir nicht sicher, ob das eine glückliche Wahl war. So einen Titel kann man sehr schnell falsch verstehen. Vielleicht wäre "UNCHECKED" besser gewesen. Inzwischen stelle ich aber über meine Websitestatistik fest, dass diese Seite bereits eine ganze Menge Liebhaber gefunden hat und das Feedback besagt, dass so eine sozialkritische Seite, die sich mit verschiedenen Facetten menschlichen Fehlverhaltens befasst, mit Interesse gelesen wird. Auch bin ich erstaunt, wie viele Leser auf ähnliche Verhaltensweisen und Probleme mit ihren Mitmenschen stoßen. Gerade die letzte Parabel scheint viele arrogante und bornierte Zeitgenossen treffend karikiert zu haben. Es tauchte in diesem Zusammenhang sogar die Frage auf, warum dieser Typ Mensch stets so sicher ist und intelligente sozial denkende Menschen so voller Zweifel sind. Eines scheint klar zu sein: beide Typen passen einfach nicht zusammen, schon, weil sie sich nicht auf Augenhöhe begegnen.

So ist es nicht verwunderlich, dass derartige Menschen kaum wirkliche Freunde haben. Mit beinahe krankhaftem Eifer versuchen sie immer wieder, Menschen auf ihre Seite zu ziehen, die ihnen die Bestätigung vermitteln, sie seien auf dem rechten Weg. Eigentlich geht es ihnen vielmehr darum, menschliche Beziehungen zu zerstören, um selbst mehr Einfluss zu gewinnen. Dabei werden oft alle Register der Diffamierung gezogen. In diesem Bemühen helfen Wesenszüge, die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, Scham und Reue nicht kennen. Das "ICH" steht bei ihnen absolut im Mittelpunkt. Also verhält man sich permanent subversiv. >>>mehr

 

13.5.2016

Parabel mit Tauben

Kürzlich amüsierte mich ein Kalenderspruch, bei der eine Taube auf einem Schachbrett landete und mitspielen wollte, obwohl sie die Regeln nicht verstand. Sie erkannte deshalb auch nicht, dass sie nach wirren Zügen ganz schnell verloren hatte. Als das Spiel aus war und niemand mehr mit ihr spielte, warf sie alle Figuren vor Zorn um, schiss kräftig aufs Schachbrett, stolzierte auf dem selbst verschissenen Brett erhaben und stolz herum, als habe sie die Partie gewonnen. 

Die Parabel reizte deshalb so zum Lachen, weil einem sofort Personen einfallen, die sich immer wieder ähnlich benehmen. Noch grotesker wird es, wenn es sich um weiße Tauben handelt, die gern zusätzlich mit ihrer symbolischen Reinheit und einem selbstgerechtem Nimbus kokettieren. So mitten in den selbsterzeugten Verschmutzungen auf einem sehr anspruchsvollen Spielfeld, auf dem jetzt natürlich niemand mehr spielen will, wirkt das noch grotesker. Ohne eine den Kalenderspruch begleitende Abbildung sind die Bilder, die der Spruch im Kopf erzeugt, grenzenlos austauschbar. Vielleicht ist es ja gerade die zelebrierte erhaben präsentierte Dummheit vieler Tauben, die Menschen so belustigt. 

Nun erlebte ich im realen Leben eine exakt identische Situation, die ich nie für möglich gehalten habe. Als Zugabe flötete in diesem Fall der deutlich hinter der weißen Taube folgende Taubenpartner in Richtung Schachbrett sogar noch ein trotziges "Du bist vielleicht primitiv...!", um seiner Angebeteten zu gefallen. Dann waren die illustren Tauben wieder unter sich und das verschissene Schachbrett verwaist.   >>>mehr

 

 

 

 

 

 

 

Passendes Bild 

bitte selbst 

im Kopf erzeugen

 

 

 

 

 

 

05.5.2016

Vernunft im Alltag

Vernunft und Unvernunft sind unweigerlich mit der Fähigkeit des menschlichen Denkens verbunden, der Ausprägung wichtiger Teile des Gehirns. Die Fähigkeit zum logischen Denken und entsprechender Problemlösungen ist Teil unseres Verstandes. Die Neurowissenschaften verwenden dafür den Begriff "fluide Intelligenz". Vernunft ist die Fähigkeit, sachliche und soziale Folgen von Handlungen und egoistischer Verhaltensimpulse richtig abzuschätzen. Die Maßstäbe für Vernunft werden von allgemeinen Regeln, sozialer Kompetenz und ethischen Normen gesetzt. Wo diese freiwillig beachtet werden, bedarf es keiner weiteren Regelwerke. Überwiegt jedoch die Unvernunft und nehmen Mitmenschen daran Anstoß, so müssen gemeinsam getroffene Vereinbarungen, die auf Basis der Vernunft beruhen, die zuvor freiwillig ausgeübte Vernunft ersetzen. Für alle Menschen, die sich vernünftig und sozial angepasst verhalten, ist diese Vorgehensweise allerdings eine echte Zumutung und sogar die zwangssozialisierten Unvernünftigen empfinden es als eine Zumutung. Sie vergessen allerdings, dass erst sie es waren, die diese Zwangsfolge auslösten.   >>>mehr

30.04.2016

Für was Zeitungen gut sein können

Ich wurde bereits mehrmals gefragt, warum diese Website "Nicht mehr ganz dicht?" heißt. Der Grund ist ganz einfach: Wir nehmen diese Floskel immer dann in den Mund, wenn sich Mitmenschen nicht so verhalten, wie wir es erwarten. Und weil wir oft gar nicht wissen, warum sich Menschen absonderlich verhalten, halten wir im Extremfall natürlich auch einen geistigen Defekt für möglich. Das undichte Dach als Symbol  soll gleichzeitig signalisieren, dass viele Defekte durchaus reparabel sind. Das setzt natürlich die Erkenntnis voraus, dass ein Defekt vorliegt. Hier ein Beispiel: In einer von mehreren Wohnanlagen eines gut bürgerlichen Wohngebiets wird ein einziger Briefkasten plötzlich mit fünf recht voluminösen Wochenzeitungen, die am Vorabend noch neben dem Hauseingang auf einem Stapel am Boden lagen, absichtlich vollgestopft, so, dass es am nächsten Tag nicht mehr möglich ist, die reguläre Post einzuwerfen. Das erlaubt die Frage: "Wie krank ist das denn?"  >>>mehr

 

 

27.04.2016

Schmierfinken

In vielen Bereichen unseres Lebens begegnen wir mehr oder weniger geistreichen Schöpfungen von Schmierfinken. Es ist eine ganz bestimmte Gattung Mensch, die mit ihren Hinterlassenschaften Wände, Gegenstände und Gedrucktes beschmieren, um angestauten Frust los zu werden. Manche kompensieren damit sogar Lust und verzieren zum Beispiel Toilettenwände mit geistreichen Sprüchen und kleinen Zeichnungen. Ob jetzt Sprayer, Rabauke oder Schmierfink, stets spielt die soziale Integration eine große Rolle. Im Grund genommen handelt es sich um feige Verhaltensweisen. Dennoch - es sind Botschaften. Parteien und Politiker beklagen immer wieder beschmierte und kommentierte Wahlplakate. Protestparolen und Schmierereien an Wänden von Behörden, Einrichtungen oder Privatpersonen, ja sogar auf Schriftstücken, die der Ordnung, Sicherheit und der Information dienen, sind im Grund genommen Botschaften. Sie zeugen allerdings eher von einer chronischen Argumentationsschwäche und Unvermögen im direkten Kontakt. Es bleibt solchen Menschen oft nur die heimliche Schmiererei. Peinlich wird es jedoch und manchmal auch teuer, wenn Schmierfinken enttarnt werden. Dann wird es für sie im sozialen Umfeld schwierig. Wer wird sie jetzt noch ernst nehmen und wie normale Menschen behandeln?! >>>mehr

 

 

23.04.2016

Wenn man ausgehängt wird

Wo Menschen zusammenleben gibt es Dinge, die geregelt und bekannt gegeben oder manchmal auch nur in Erinnerung gerufen werden müssen, wenn man merkt, dass sich nicht jeder an allgemeine Regeln hält. Für so etwas benutzt man sogenannte "schwarze Bretter" oder "Pinwände", um möglichst zeitnah viele Täter und Betroffene zu erreichen, damit diese merken, dass bestimmte Vorgehensweisen moniert werden. Dem Verfasser solcher Informationen wäre es sicher lieber, wenn manche Informationen erst gar nicht artikuliert werden müssten und sie längst verinnerlicht wären. Leider ist das manchmal nicht der Fall. Die meisten Leser solcher Informationen stellen auch sofort fest, dass sie sich selbst gar nicht angesprochen fühlen müssen, weil es sich um Beanstandungen gegen eine kleine Minderheit handelt, die noch nicht ausreichend sozial integriert ist oder ganz bewusst entgegen jede Vernunft handelt. Die zur Ordnung gerufenen Personen nehmen natürlich an, dass der Verfasser "nicht mehr ganz dicht" sei, weil sie von ihm derart öffentlich gerügt werden. Getreu dem Spruch "getroffene Hunde bellen" fallen dann die Reaktionen aus. Einsicht - Fehlanzeige!    >>>mehr

 

15.04.2016

Verwaltetes Altern

Maintals Anteil an Senioren wächst permanent, sie werden immer älter und etliche Senioren wollen noch etwas reißen, solange sie noch Saft in den Knochen und im Hirn spüren. Gerade die jungen Alten, die noch mitten im Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand sind, sie wollen ihren Erfahrungsschatz weiter geben. Das Problem ist nur, dass sie mit ihrer Erfahrung Regelkreise stören. Liebend gern würde man sie wie auf einem Gnadenhof pflegen und bespaßen. Doch manche von ihnen geben noch keine Ruhe. Selbst Teile der Kommunalpolitik sind nicht an ihrem Erfahrungsschatz interessiert. Allerdings führt man ihnen gern bei Wahlen die Hand oder fährt sie sogar ins Wahlbüro, wenn man sich ihres Votums sicher ist. Dann muss es aber auch wieder gut sein, denn man kann sich ja nicht über Gebühr mit Personen abgeben, die nicht mehr im aktiven Prozess der Arbeitswelt sind. Da hat man endlich deren Arbeitsplätze ergattert, nun wollen sie womöglich immer noch fachlich mitreden und Dinge verändern. Wie krass ist das denn!?  >>>mehr

 

 

10.04.2016

Die Sache mit dem Ballast

Es ist schon interessant, was sich manche Menschen im Laufe ihres Lebens aufbürden. Ob familiär, im Beruf, in Vereinen oder rund um ihren Lebensmittelpunkt - einiges belastet sie nur eine gewisse Zeit, anderes werden sie kaum mehr oder nur sehr schwer wieder los. Ist das dann doch der Fall, fühlt sich mancher erleichtert. Nur die, die bisher von einer Leistung profitierten, finden das nicht ganz so toll. Sie meinen manchmal sogar, "der Kerl ist nicht mehr ganz dicht", weil sie stets davon ausgingen, dass es dem freiwilligen Leistungsträger doch auch Spaß machte und er einen Vorteil dadurch hatte. Der Fehler ist, sie schließen von sich auf andere. Nun erahnen sie, dass sich der Spaß in Grenzen hielt und sie sich geirrt hatten. Oft werden solche Prozesse durch Spannungen oder Zumutungen ausgelöst, durch die der Spaß ins Gegenteil umschlägt oder stark getrübt ist. Was bisher Freude machte, wird plötzlich zum Ballast. Das Abwerfen des Ballastes wird folgerichtig als Befreiung empfunden. >>> mehr

 

 

07.04.2016

Schweres Zusammenleben

In Maintal leben ungefähr 40.000 Menschen jeden Alters, unzähliger Nationalitäten und Religionen, die arm, reich oder wohlhabend, gesittet oder ungehobelt, intelligent oder eher dümmlich, raffiniert oder gutgläubig sind. Fast alle teilen das Los miteinander, mehr oder weniger miteinander auskommen zu müssen, wenn sie einigermaßen zufrieden sein wollen. Hier sind wir aber an einem Punkt - dem der persönlichen Zufriedenheit, an dem sich die meisten Geister scheiden. Das wirft die Frage auf, "wann ist man denn zufrieden?". Bei der Beantwortung dieser Frage spielt der Blick auf andere Menschen eine ganz große Rolle, denn genau bei diesem Blick generiert sich Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Ist der Blick auch noch infolge mangelnder Selbsteinschätzung getrübt oder gar verstellt, so generieren sich zusätzlich womöglich Neid und Missgunst, weil es nicht gelingt, hinter das Erfolgsrezept der Beneideten zu kommen. Ein weiterer Fehler: So belastete Mitbürger wähnen sich völlig unberechtigt auf Augenhöhe mit dem Vergleichsmuster. Vielfach muss jetzt die angeblich ungerechte Verteilung des Glücks herhalten. Am Können und bestimmten Lebensformen darf es jedoch nicht liegen, weil man - wollte man Gleiches erreichen - selbst einiges ändern müsste. Ab einem bestimmten Zeitpunkt der persönlichen Entwicklung ist das leider nur noch selten möglich. Dabei ist Zufriedenheit so einfach zu erreichen. Man muss sich nur darüber freuen, dass es nicht noch dicker kommt. Ein Status Quo kann bereits Zufriedenheit auslösen, wenn man sich seiner eigenen Handicaps bewusst ist. >>>mehr

 

 

01.04.2016

Abfall-Anomalien

Das Wort "Anomalie" ist in Verbindung mit "Abfall" nicht nur sprachlich gesehen feminin. Es ist erwiesen, dass Männer mit der Abfalltrennung und der Handhabung von Abfall völlig anders umgehen als Frauen. Das wird an Müllbehältern von Wohnanlagen besonders deutlich. Wenn dort in Papierbehältern ganze Zalando-Schuhkartons, nicht zerkleinerte Kosmetik-Verpackungen und Pizza-Schachteln (teilweise noch mit Pizza-Resten) und komplette leere Waschmittelpakete innerhalb weniger Stunden nach der Leerung bereits schon wieder die Tonne füllen, dann ist die vorangegangene Feststellung eindeutig. Bei großen Wellpappverpackungen ist das nicht so ganz eindeutig, denn auch Männer beherrschen anstelle des Zerkleinerns die Zick-Zack-Faltung, die hochkant eingestellt ebenfalls die Tonne mit viel Luft in den Zwischenräumen füllt. "Nach mir die Sintflut" scheint der Gedanke zu sein, der dahinter steht. Und die konsequente Trennung des Abfalls nach Papier und Plastik scheitert meist schon beim Sammeln des Mülls vor der Entsorgung. Was steckt hinter diesem Verhalten? Es ist die gegenseitige Rücksichtnahme, die fehlt oder unterentwickelt ist. Vielleicht ist das sogar die Art, wie viele Menschen sich von der Hausgemeinschaft abheben oder abgrenzen wollen. Es ist ihnen völlig egal, dass andere Hausbewohner dazu meinen, dass diese Menschen "nicht mehr ganz dicht" seien. Am Umgang mit Abfall erkennt man besonders deutlich, wie Menschen sozial strukturiert sind.  >>>mehr

 

25.03.2016

Subjekt Nachbar

Das Subjekt eines Satzes sagt aus, wer oder was etwas tut oder erleidet. Das Prädikat sagt nur aus, was ein Subjekt tut oder erleidet. Ein Satz kann auch mehrere Subjekte und Prädikate enthalten. In der verachtenswerten Form spricht man allerdings ebenfalls von "Subjekten". Sprachwissenschaftlich ist das eine klare, im sprachlichen Umgang unter Nachbarn aber eine heikle Sache. Wird ein durchaus im abwertenden Sinn als "Subjekt" empfundenes Mitglied der Nachbarschaft als solches so benannt, kann das für den Betroffenen durchaus beleidigenden Charakter haben, auch wenn das die übrigen Nachbarn nicht so empfinden. Entscheidend ist die als gültig empfundene Norm, der Grad der gegenseitigen Rücksichtnahme, eben "was sich gehört". Gerade in Zeiten, in denen man mit fremden Kulturen und Verhaltensweisen konfrontiert wird, steigt der Grad der Ablehnung gegen Menschen, die vorsätzlich Normen verletzen. Die vergleichend zur Anwendung kommende "Norm" ist nun mal, was hierzulande oder in einem bestimmten Regelkreis Usus ist. Der Nachbar wird also im ursprünglichen Sinn völlig zurecht als Subjekt empfunden - im Sinne von "anders" eben, als nicht mehr ganz dicht. >>>mehr

 

 

13.03.2016

Die Sache mit den Gemeinsamkeiten

Eine ganz andere Sicht, als sie von mir im Artikel "Krücke oder Stütze?" beschrieben wurde, ist die Wirkung des Zusammenhalts gleichstarker Partner. Dabei ist es völlig egal, ob das gemeinsame Anliegen tragbar oder strittig ist. Positive Anliegen werden durch Zusammenhalt allerdings ebenso verstärkt, wie fragwürdige Anliegen. Bei einem gewissen Grad an argumentativer Fairness und empfundener Aufrichtigkeit lassen sich auch mit solchen Menschen tragbare Kompromisse finden. In der Politik nennt man das eine Koalition oder vereinbarte Kooperation, die man eingeht. Es gibt aber auch andere Lebensbereiche, in denen fairer Zusammenhalt sinnvoller ist als blanker Opportunismus. Das gilt für Bereiche des Zusammenlebens, in denen mehrere Teilnehmer einer Gemeinschaft absolut die gleichen Rechte haben und nur prozentuale Anteile einen kleinen Unterschied ausmachen. Auch hier können sich Gruppierungen bilden, die unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse haben. Hier müssen sich solche Gruppierungen aber rechtzeitig fragen, welche Vorgehensweisen für übergreifende tragfähige Beschlüsse sinnvoll sind. Eine harte Konfrontation erst an Tagen der Entscheidung sind kontraproduktiv und können eine Gemeinschaft schwer beschädigen oder gar zerstören. Weichen müssen rechtzeitig gestellt werden. Hat man bereits alle Türen zugeschlagen, ist diese Chance vertan. >>>mehr

 

12.03.2016

Krücke der Stütze?

Die deutsche Sprache differenziert sehr genau und erlaubt es, mit wenigen Worten sehr treffend zu formulieren. Weniger gut durchdachte Formulierungen öffnen dagegen weite Interpretations- spielräume. In Alltagsangelegenheiten kommt noch hinzu, dass Erlebtes und persönliche Erfahrungen in Beurteilungen einfließen, die Gehörtes oder Gelesenes relativieren. So kann eine bewusste, aber ungeschickte Äußerung zur weiteren Bestätigung bereits gefasster Meinungen führen. Beginnt eine Nachricht zum Beispiel mit "Ich und mein Mann, wir sind der Meinung, dass...", so kann das durchaus eine sachliche Feststellung sein, aber automatisch auch Fragen aufwerfen. Unabhängig davon, wie der Leser dieser Botschaft hinsichtlich Partnerschaft, Selbstbestimmung und Emanzipation denkt, stehen mehrere Fragen im Raum: Warum ist gerade sie die Wortführerin? Ist der Partner überhaupt in der Sache umfassend informiert? Ist bei ihnen Augenhöhe gegeben? Soll der so vereinnahmte Gatte argumentativ nur als Stütze dienen oder wird er eher als Krücke missbraucht? Warum äußert er sich nicht selbst? Will er nicht, kann er nicht oder darf er nicht? In eine solche Situation sollte eine kluge Frau ihren Partner eigentlich erst gar nicht hineinmanövrieren. Die Schwäche einer Position potenziert sich dadurch, während sich eine starke Position halbiert. >>>mehr

 

28.02.2016

Substanz vortäuschen

Bei der Wahl am 6. März 2016 wählen wir neben der Stadtverordnetenversammlung auch einen neuen Kreistag. Mit dem Aufstellen der Listen wurde erneut ein sehr unanständiges Täuschungsmanöver eingeleitet, um unbedarfte Wähler und Wählerinnen sowie Senioren zum Kreuz im Kreis für ihre Partei zu verleiten. Wir kennen das von Festen, auf denen die Bierkrüge nur mäßig eingeschenkt sind. Dort wird der Leerraum mit Schaum aufgefüllt. Auf den Listen der Wahlen wurden deshalb auch diesmal wieder bekannte Personen als Schaum vorne platziert, um einen vollen Krug vorzutäuschen. Keiner der Personen -  Landrat, Bürgermeister oder Stadträte, die sich dafür hergaben, hat oder würde im Fall seiner Wahl sein Amt niederlegen und ins Parlament einziehen. Sie täuschen also die Wähler ganz bewusst, damit sich Gruppierungen, denen es an Substanz fehlt, mit Qualitäten schmücken können, die der Truppe offensichtlich  fehlen. Es ist eine Frage des Anstands, ob man sich als exponierte Persönlichkeit für diese Wählertäuschung hergibt. Ich rate deshalb jedem Wähler, solche Personen zu streichen und vom Panaschieren Gebrauch zu machen. Wer dennoch aus lieber Gewohnheit oder aus Unwissenheit sein Kreuzchen in einen Kreis setzt, sollte die Folgen bedenken. >>>mehr 

 

 

25.02.2016

Entschuldigung - Stärke oder Schwäche?

Ich gehe mal davon aus, dass sich jeder Mensch schon einmal so verhalten hat, dass eine Entschuldigung angebracht war. Das setzt Einsicht und Charakterstärke voraus. In manchen Gehirnwindungen mancher Menschen hat sich im Laufe der Jahre jedoch ein Zweifel eingenistet, ob es sich bei einer Entschuldigung wirklich um Stärke oder um Schwäche handelt. Schwäche deshalb, weil man eine Position aufgibt. Die innere Stimme sagt dann manchmal: "Ja, bin ich denn noch ganz dicht?" Ein Tipp: Das haben alle Involvierten längst für die Betroffenen beantwortet. Ehe man also vollends zur Unperson wird, wäre ein rasches Umdenken oder Zur-Besinnung-kommen angesagt. Wenn da nur das verdammte Ego, die Sturheit und Charakterschwächen nicht wären, die solchen Personen nicht bewusst sind, weil sie ihr Verhalten selten selbstkritisch reflektieren. Aus diesem Teufelskreis kann allerdings ein Lebenspartner/-partnerin heraushelfen, wenn er/sie Einfluss hat und das Dilemma erkennt. Dazu gehört je nach Situation Mut, wenn Konsequenzen zu erwarten sind.  >>>mehr

 

 

05.02.2016

Verbogene Rollenspiele

Wie empfinden Sie als Leser eigentlich die Rolle, die viele Frauen gegenwärtig spielen? Gut - die Frage ist etwas verallgemeinernd gestellt, denn es gibt ja auch Frauen, die sich völlig normal verhalten, wobei wiederum "normal" eher etwas mit Wunschdenken zu tun hat. Ich meine hier Frauen, die ihre Frauenrolle ganz speziell als eine Art Männerersatz definieren. Sie machen das meist ohne Rücksicht und gelegentlich recht anmaßend. Wie sich männliche Lebenspartner ihre Partnerin wünschen, interessiert diese Frauen nur selten. 

 

Frauen, die wirkliche Partnerschaft praktizieren, gehen da intelligenter vor und setzen ihre wirklichen Stärken ein, zumal Frauen mehr Möglichkeiten haben als die Männer. Aber nein - der Wunsch, bisherige Männerrollen anzunehmen, scheint verlockender. Ist das gar die Ursache von einigen Fehlentwicklungen? Wen wundert es heute noch, dass bei dieser Entwicklung gleichgeschlechtliche Partnerschaften als echte Alternative angesehen werden, wenn es Partnerinnen nur noch darum geht, wer in der Beziehung oder am Arbeitsplatz als Frau der bessere Mann ist. Die zur Anwendung kommende Messlatte ist bei diesen Frauen allerdings immer noch die des gestandenen Mannes und Frauen benutzen sie ausgiebig in ihrem neuen Herrschaftswahn, ohne es zu merken. >>>mehr

 

 

24.01.2016

Freude - absolut selbst gemacht

Unter dem Gesichtspunkt "Nicht mehr ganz dicht?" versuchen viele Mitbürger immer wieder, ungewohnte Verhaltensweisen und Handlungen ihrer Mitmenschen abwertend zu beurteilen, weil das, was sie umtreibt, nicht so ganz den allgemeinen Verhaltensweisen entspricht. Mitbürger und Mitbürgerinnen, die bestimmte Hobbys betreiben, werden belächelt oder gar für etwas verrückt gehalten. Betreiber von Modellbahnen und Miniaturwelten, die ihr Hobby ausfeilen, wissen genau, wovon hier die Rede ist. Sie unterhalten sich fast nur noch mit Gleichgesinnten über ihre Passion, um nicht fortwährend belächelt zu werden. Der Grund: "Hinsichtlich des Alters sei das Verhalten angeblich untypisch."  

Seit einigen Tagen tausche ich mich mit einem Nachbarn aus, der sehr vielseitig interessiert ist und sich ebenfalls mit Modellbau beschäftigt. Wir kamen dabei zum Schluss, dass es erst eines bestimmten Alters und des Blickes für Details bedarf, um wirklich realitätsnahe Modelle zu bauen. Oft wird Modellbau mit "Spielen" verwechselt. Speziell beim Eisenbahn- und Rennbahnmodellbau, bei denen das spielerische Moment mit Modellbau verknüpft wird. Ohne diese Komponente spräche man von Dioramen. Bei allen Varianten sind die empfundene Lust und die Freude ähnlich. In manchen Fällen kann man gar von Sucht sprechen, wenn es allzu sehr übertrieben wird.  >>>mehr

 

 

06.01.2016

Welkende Lokalzeitung

Maintals einzige gedruckte Lokalzeitung befindet sich derzeit im Spätherbst ihres Lebens und welkt so vor sich hin. Noch halten täglich Leser diesen (kunter-)bunten publizistischen Blättern die Treue, auch wenn sie inzwischen keine interessante Maintaler Lektüre mehr darstellen. Nichtthematisiertes wird einfach mit Informationsbeständen des Stammhauses aufgefüllt. Es gibt eine falsche Sentimentalität und Treue gegenüber einem Blatt, das einst Sachverhalte kritisch thematisierte und viele Gemüter bewegte. Im letzten Jahrzehnt passte sich die Zeitung Leserschichten an, die sich freuen, ihren eigenen Namen zu lesen und ihr Konterfei auf Gruppenfotos zu entdecken. Inserenten bestimmen, welche Seiten ihnen gehören und wohin der Lesestoff verbannt wird. Die Redakteure sind offensichtlich nicht mehr Herr ihrer Artikel und der Gestaltung ihrer Zeitung. Das journalistische Recherchieren wird über Personalknappheit reduziert oder gar unterbunden. Das haben die Leser längst bemerkt, weil sie nicht so blöd sind, wie sie vom Stammhaus der Zeitung gehalten werden. >>>mehr

 


 

Trauerspiel Jamaika

Mit einem riesigen Tross reisten die Bundes-Jamaikaner nach Berlin, um erst mal "zu sondieren", ob man zueinander passt und mit was man in eventuellen Koalitionsverhandlungen rechnen müsste. Wohl gemerkt, sie wollten wissen, was der überwiegende Teil der Wähler längst weiß: Das passt nicht zusammen! Und wenn doch, dann werfen sie ihre vollmundigen Wahlversprechen über den Haufen, was einer Wählertäuschung gleich käme. Dennoch geht es lustig zu, denn die Kanzlerin scheint die meisten Gesprächspartner gar nicht ernst zu nehmen. Sie weiß, dass es nur um eine rechnerische Mehrheit geht, um Macht oder Teilhabe an der Macht zu erlangen. Solang es keine neue Regierung gibt, regiert die alte. Also hat sie Zeit.

 

Normalerweise ordnet man die Wünsche dem gemeinsamen Ziel unter, oder man verabschiedet sich vom Ziel. Es geht aber um Macht, vor allen Dingen um die Macht in Bayern, weil dort Wahlen anstehen. Aus allen Landesteilen reisten lokale Großfürsten an, um mitzubestimmen, welche Süppchen gekocht werden, die sie dann vor Ort auslöffeln müssen. Angela Merkel ist da in einer anderen Position. Sie hat als Wahlsieger den Auftrag zur Regierungsbildung. Sie bekäme sogar Zustimmung für eine Minderheitenregierung, wenn bloß die CSU endlich nicht mehr am Tisch wäre. Die CSU im Moment der Schwanz, mit dem der Hund wedelt.

 

Neuwahlen mit gleichem Ergebnis?

 

Nachdem in der Bevölkerung zunehmend die Akzeptanz der Jamaika-Variante schwindet und es bei den Verhandlungen nur noch darum geht, wer zuerst einknickt und Jamaika platzen lässt, werden sich viele Wähler bereits auf Neuwahlen einstellen und ihre bisherigen Voten überdenken. In Umfragen werden sie das wohl kaum von sich geben, weshalb die Auguren davon ausgehen, dass sich das letzte Ergebnis nur marginal verändert. Dann steht die Politik allerdings wieder am Anfang.

 

Manche Wähler werden das geil finden und tatsächlich wieder genauso wählen. Wer allerdings merkt, welche Substanz hinter welchen Taktiken steckt, sollte sein Stimmverhalten überdenken. Vielfalt in der Politik ist schön, jedoch nicht immer sinnvoll. Die all zu große Aufsplitterung hatte schon in der Weimarer Republik gravierende Folgen. Vier, maximal fünf Parteien für die generellen politischen Richtungen sind genug, zumal jede Partei in sich ein gewisses Spektrum abbildet. Vor allen Dingen sollten sich die linksorientierten Parteien wieder zusammentun und die Rechtsaußen als Volksvergifter zurück ziehen. Dass sie nicht regierungsfähig sind und auch auf lange Sicht nicht sein werden, dürfte auch dem engstirnigsten Protestwähler klar sein.

 

Das momentane Desaster zeigt, wie wichtig es ist, verantwortlich zu wählen und dass man nicht jedem nachrennen muss, der die Bundesrepublik nur als Wirtstier benutzen will. Auch Politik muss bezahlbar bleiben und ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis aufweisen.

 

18.11.2017

 








Der längste Witz der Welt

 

Schwarz war die Nacht...




"Nun macht mal hin!"

Jamaika als Regierung können sich inzwischen immer weniger Wählerinnen und Wähler vorstellen. Das besagt zumindest der jüngste Umfragetrend. Das dürfte der Kanzlerin gar nicht gefallen, schließlich legt sie sich gerade drei Parteien zurecht, um sie einzunorden. Doch störrische oder weitblickende Strategen der Fraktionen des Bundestages blocken immer noch ab.

Der neue Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble beobachtet derweil genüsslich die Mambo- und Veitstänze der politischen Kontrahenten ums goldene Kalb. Die Neuen scheinen ja alles besser zu können. Der geschäftsführende Finanzminister Peter Altmaier (CDU) machte jetzt den möglichen Koalitionären mit um 1,8 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen und bis 2022 von 735 auf 889,6 Milliarden Euro steigende Einnahmen den Mund wässerig. Wenn das mal kein Angebot zur Gestaltung von Jamaika-Politik ist!

 

Die Grünen sind geil auf's Mitregieren

 

Irgendwann musste ja mal jemand damit anfangen, Wahlversprechen aufzugeben und Zugeständnisse zu machen. Nun sind es die Grünen, die damit anfangen. Die Basis scheint jedoch gespalten zu sein, denn es steckt immer noch genug Grün in der Partei. Grün ist allerdings - als Farbe betrachtet - eine Mischung aus Gelb und Blau. Die der FDP ähnliche blaue Strömung in der Spitze scheint besonders geil aufs Mitregieren zu sein. Mitregieren ist nämlich sexy, wie auch bei den Gelben der FDP. Grün kann deshalb mit seinen blau-gelben Strömungen durchaus funktionieren.

 

Die Gelben sind stärker als die CSU

 

Wiedererstarkt durch ihre Propaganda und die Informationsüberflutung der Wähler durch Lindner ist die FDP wieder ins Bewusstsein vieler Wähler gerückt, Während den Sondierungsgesprächen wurde aus der One-Man-Show Christian Lindner eine nun sichtbare Gruppe von Liberalen, die an Ämtern interessiert sind. Wenn schon mitregieren, dann auch so, dass es sich lohnt. Jetzt gilt es, sich zu profilieren, notfalls auch für die Neuwahl, die immer wahrscheinlicher wird. Allzu oft wird diese Möglichkeit von der FDP genannt, um damit Stärke zu demonstrieren. Damit treffen sie den Nerv der CSU, die mit dem geringsten Ergebnis seit Jahren auch in der Opposition kaum eine Rolle spielen würde. Dazu sind zu viele verbrannte Namen in deren Angebot. Genau diese CSU-Politiker mit dem schlechtesten Ansehen in der Bevölkerung riskieren bei den Sondierungen aber die größte Lippe. Nicht nur die FDP kann darüber nur lächeln.

 

"Schwarz war die Nacht..."

 

Angela Merkel muss sich vorkommen wie Wallenstein, dessen Schicksal sich in einer schwarzen Nacht entschied. Die Sondierungsgespräche laufen auf eine solche schwarze Nacht zu. In den letzten Runden wurden die Teilnehmer bereits stark reduziert, damit mehr Inhalt und weniger Profilierung eine Rolle spielte. Übersteht sie diese schwarze Nacht, in der die Kleingruppen zustimmend die Karten auf den Tisch legen, werden die Wahlprogramme aller Jamaikaner in den beginnenden Koalitionsverhandlungen zerbröseln und die Kanzlerin wird die übrigen Krümel aufsaugen. Da in den Grünen ja noch viel soziales Potenzial steckt, wird sie ihren unionssozialdemokratischen Kurs der letzen Jahre ohne unbequeme Spitzenforderungen fortsetzen. Ihre ungeliebten Schwarzmaler aus dem Süden mit Freistaatpotenzial bekommen ihre politische Puppenkiste, deren Aufführungen von der Kanzlerin höchstpersönlich kontrolliert werden. Und die FDP sorgt für einen liberalen Tatsch, der leicht zu zügeln ist.

 

Überstehen die Sondierungen die letzte Nacht jedoch nicht, stehen Neuwahlen ins Haus. Hier würden die vielen Situationen, in denen sich die Parteistrategen "profilierten", im Wahlergebnis widerspiegeln. Darauf setzen einige Strategen. Es ist jedoch fraglich, ob sich an den Mehrheitsverhältnissen etwas ändern wird. Wenn es die Wähler jedoch vorziehen, sich vornehmlich auf die beiden großen Volksparteien zu konzentrieren, würden die restlichen Parteien teilweise aus- oder gar aufgesaugt werden. Eine spannende Sache! In wenigen Tagen werden wir wissen, wie es weiter geht.

 

10.11.2017

 

 









Tolles Angebot!

"Der Sack ist voll, den könnt Ihr ausgeben!"

      

  

 

Modische Mutation

Als älterer Mensch fragt man sich oftmals, warum sich manche junge Männer und Frauen so seltsam verhalten. Besonders krass sind die Empfindungen, wenn die Mode oder vergewaltigter Zeitgeist im Spiel sind. Man stellt sich zum Beispiel vor, wie wohl bei tätowierten und gepiercten Personen alle verdeckten Körperpartien ausgestaltet sind. Die Phantasie ist da grenzenlos. Eine Anregung geisterte kürzlich durch die sozialen Netzwerke infolge nebenstendenden Bildes, das zeigt, wie möglicherweise dieser junge Mann gebaut sein muss, der mit den Hosen in den Kniekehlen durchs Bild schlurft. Cool soll es angeblich aussehen, meinen Zeitgenossen, die meiner Meinung nach nicht mehr ganz dicht sind. Was ist denn an einem so deformiert wirkenden Freak cool?! Ich dachte: "Gut, dass es für missbildete Menschen passende Kleidung gibt!" Dabei ist gar nicht der Körper, sondern die Kleidung die Ursache für den lächerlich wirkenden Eindruck.

 

Also ging ich der Frage nach, warum manche jungen Männer so herumlaufen. Die Sache kommt mal wieder aus den USA, also von denen, mit dem wirren Präsidenten. Doch der hat diesmal nichts damit zu tun. In den USA imitieren farbige junge Männer damit, wie ihre in Gefängnissen einsitzenden Brüder herumlaufen müssen, weil man ihnen aus reiner Schikane zu weite Hosen verpasst und ihnen Hosengürtel und Hosenträger verweigert. Es ist ein solidarischer Protest mit Hintergrund, den hierzulande unwissende Vollpfosten (so nennt man das wohl) nicht kennen und imitieren, weil sie es für eine coole Moderichtung halten.

 

Wenn die coolen Imitatoren wüssten, dass sich junge Frauen deren Körperbau genau so vorstellen, wenn sie diese Klamottenlook sehen, würden sie vielleicht umdenken. Solang sie ihrerseits aber Partnerinnen finden, die sich ebenfalls mit Merkmalen sozial abnorm geprägter Menschen zieren, ist deren Welt ja noch in Ordnung. Menschen, die sich für absolut normal halten, können sich also weiterhin an solchen Zeiterscheinungen erfreuen. Diese Menschen können nicht anders...! Man muss es lustig sehen!

 

02.11.2017





 

Gelungene Zäsur

Von Zeit zu Zeit ist ein Blick zurück recht interessant, wenn man verrückte Sachen betreibt, von denen Mitmenschen glauben, man sei wegen der Intensität der Aktivitäten "nicht mehr ganz dicht". Es gilt, die Frage zu klären, ob Veränderungen richtig waren. Vor zwei Jahren entschloss ich mich spontan, mein Leben noch einmal neu zu ordnen und es den veränderten Gegebenheiten anzupassen. Die bisherigen Aktivitäten waren vielfältig und zeitraubend und verursachten Stress, den ich nicht mehr abbauen konnte. Bereits Ende 2011 reduzierte ich schon einmal einige Aktivitäten und stellte weitere infrage. Zug im Zug zog ich mich zurück und stand Ende 2015 vor der bisher letzten Zäsur, indem ich meinen Garten auflöste, die Kommentierung der Maintaler Kommunalpolitik völlig einstellte und weiteren Ballast abwarf. Demnächst rücken auch noch das Kabarett und die Seniorenzeitung in den Fokus, weil auch hier Mühe und Freude immer mehr aus dem Gleichgewicht geraten. Solche Entscheidungen muss man irgendwann treffen, wenn man wieder zufrieden sein will.

 

Neues Reservoir für Kreativität und Freude entdeckt

 

Dinge nur einfach einzustellen, wäre zu einfach, denn damit schafft man noch keine Alternativen. Manchmal sind es jedoch ganz einfache Ideen, die eine Alternative darstellen. In meinem Fall war es die Idee, Spaß, Spiel und Modellbau zu kombinieren. Mit dem Kauf einer digitalen Carrera-Autorennbahn fiel der Startschuss. Nachdem die Voraussetzung und das Motto "Maintal MOTODROM" gefunden war, wuchs die Modellanlage zügig und entwickelte sich seitdem zum vielseitigen Quell der Lebensfreude. Die Summe großer und kleiner Erfolgserlebnisse bereichern mein Leben und bringen mich für viele Stunden ins seelische Gleichgewicht. Umso realitätsnaher die Modellanlage wird, desto perfekter wird der reale Traum. Und das Wertvollste daran ist die Freude, die ich mir damit selbst bereite.

 

Modellbau steht im Vordergrund

 

40 Jahre lang befasste ich mich nicht mehr mit Modellbau und ich knüpfte an alte Techniken an, die mir vertraut waren. Was mir zunächst dabei gelang, stellte mich aber nicht zufrieden, denn meine Techniken perfektionierten sich sehr schnell, weshalb ich bestehende Ergebnisse immer wieder erneuerte. PC und Drucker wurden zu wichtigen Gestaltungswerkzeugen.

 

Damit veränderten sich die zum Einsatz kommenden Materialien, die dann für filigranere Ergebnisse sorgten. Gerade die maßstäbliche Nachbildung realer Gebäude steht und fällt mit dem Computer. Parallel dazu entwickelten sich auch die manuellen Fertigkeiten, die lange Zeit geruht hatten.

 

Vertretbare Investitionen

 

Leidenschaftliche Modellbauer wissen, was ihr Hobby kostet und vermeiden es, all das aufzusummieren, was sie bereits in ihr Hobby steckten und weiterhin stecken. Die Vielfalt der Materialien ist groß und all die Fahrzeuge, Figuren, Zukaufteile und Bausätze für kleine Dioramen sind zwar preiswert, läppern sich aber zu einem schönen Sümmchen zusammen. Beim Modellbau zählt immer nur das nächste Ziel und die nächste Ausbaustufe. Völlig unberücksichtigt bleiben dabei das Geld und die vielen Stunden, die in einer Modellanlage stecken. Doch all das ist aus meiner Sicht vertretbar, weil es mit Lebensfreude verbunden ist. Die angesammelten Werte meiner Anlage sind nicht vergleichbar mit Sammlerwerten die Modelleisenbahner, deren Fuhrpark mit der Zeit im Wert steigt, anhäufen. Man muss sich Modellbau trotzdem leisten können.

 

Das Integrieren von Zeitzeugen und Milieustudien ist anregend

 

Eine Modellanlage ist eine Verkettung von Einzel-Dioramen, die ganz konkrete Situationen abbilden. So besteht das Modell eines Gebäudes nicht nur aus der exakten Abbildung, sondern auch aus der Darstellung der Gebäudenutzung bis hin zu alltäglichen Situationen, die dort geschehen. Somit wird Zeitgeschehen karikiert und das typische Milieu einer Kleinstadt und einer Sportanlage sowie die dort anzutreffende Infrastruktur abgebildet. Wenn das Wort "karikiert" fällt, denkt man auch an Augenzwinkerndes, das anzutreffen sein sollte. Genau das findet der aufmerksame Betrachter, der sich Zeit nimmt, die Modellanlage zu studieren. Wer das möchte, kann das auch auf den Websites Modellbahnspaß und Slotracing.

 

Spielen kann man natürlich auch

 

Eingefleischte Slotracing-Fans, die den Geschwindigkeitsrausch im Wettkampf ausleben wollen, bevorzugen nüchtern konzipierte Rennbahnen mit hohem technischem Potenzial. Für sie zählen nur Rundenzahlen und Rundenzeiten. Die Fahrzeuge werden getunt und sie rasen, was ihre Technik hergibt. Auf einer naturgetreuen Modellanlage sind sie allerdings fehl am Platz. Hier zählen ganz andere Dinge. Die Fahrzeuge kleben nicht förmlich auf der Fahrbahn, sondern sie verhalten sich wie ihre großen Vorbilder auf Straßenbelägen, die in Kurven manchmal ihre Tücken haben. Dadurch werden Geschwindigkeiten gefahren, die etwas realistischer sind und in etwa dem Maßstab der Anlage entsprechen.

 

Da die Modellanlage über zahlreiche Weichen und Spurwechsel an Stellen verfügt, an denen es möglich ist, eine Ideallinie zu fahren, können bis zu 8 oder 10 Fahrzeuge auf einem zweispurigen Kurs tolle Ausweich- und Überholmanöver, Windschattenduelle und Boxenstopps durchführen. Zusätzlich lassen sich die Fahrzeuge programmieren, so dass sie automatisch fahren und per Zufallsgenerator unerwartet Spurwechsel vornehmen, wodurch man mit einem selbstgesteuerten konkurrierenden Fahrzeug Rennsituationen erlebt, die spannend sind und Disziplin verlangen. Die sehr detailliert und naturgetreu gestaltete Rennstrecke vermittelt Rennsport besonders authentisch.

 

Tag und Nacht im Motodrom

 

Was wäre der gesamte Modellbau ohne die passende Beleuchtung!? Wie beim Eisenbahnmodellbau bringt auch hier künstliches Licht die Objekte erst zur Entfaltung. Da alle Modelle auch innen ausgestaltet sind, Möbel, Gardinen und Einrichtungen besitzen sowie mit Figuren viele typische Lebensweisen abgebildet werden, ist das von besonderem Interesse. Die Beleuchtung bringt wortwörtlich Licht ins Dunkle. Es sind gerade diese Einsichten, die unsere Neugier wecken. So haben Besucher fortwährend neue Dioramen zu erforschen, die ansonsten im Verborgenen lägen. Die Flutlichtanlagen tauchen dabei das Renngeschehen in gleißendes Licht.

 

Modellbau, Fotografieren, Bildbearbeitung und Filme drehen

 

Wenn man als Modellbauer mehrere Passionen hat, wird eine Modellanlage sogar zum Foto- und Filmstudio. Mit einigem Zubehör, wie PC, Webcams, Actioncams und Schneidesoftware, wird aus dem Motodrom ein interessanter und spannender Ort, an dem nachvertonte Filme entstehen, die realistisch erscheinen. So vermitteln auf Fahrzeugen montierte Actioncams und Kamerafahrten mit Blick nach vorn und nach hinten packende Rennszenen. Wer kann schon seine eigene Rennstrecke aus dem Cockpit eines Rennwagens hautnah erleben?! Packende Musik, verhallte Lautsprecherdurchsagen, Renn- und Schaltgeräusche bringen den richtigen Drive in die Filme. Unfälle mit präparierten Fahrzeugen, die als Wiederholung im Stil von Einzelbildaufnahmen mit typischen Einzelbildgeräuschen gezeigt werden, lassen die Wirklichkeit erahnen, die nachgestellt wird. Dabei kommt natürlich die gesammte Rettungs-Infrastruktur des Motodroms zum Einsatz. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

 

Optimierungspotenziale gehen nie aus

 

Momentan fehlen mir freie Flächen auf der Modellanlage und ich optimiere Bestehendes, wenn ich Potenziale entdecke. Dabei gestaltete ich neuerdings Randbebauungen als dreidimensionale Kulissen. Auf einer Tiefe von nur wenigen Zentimetern gelingen überraschende Effekte über spezielle optische Täuschungen, die ich perfektioniere. Im Alltag entdecke ich ferner Gegenstände, wie z.B. moderne Telefonsäulen der Telekom, originelle Öl- und Benzinfässer, Maschinen, Altglascontainer oder andere Alltäglichkeiten, die ich nachbaue und an geeigneten Stellen einfüge. Sogar die Kanalisation ist flächendeckend ausgeprägt. So werden die Ansichten immer perfekter, die man vorzugsweise auf Augenhöhe genießen sollte. Die Ideen gehen mir hoffentlich nie aus, denn meine Freude soll ja noch lang anhalten.

 

10.10.2017

















 

Hohn und Spott

Wir alle kennen Situationen, in denen wir schon Hohn und Spott spürten oder selbst ausübten. Doch was sind die Ursachen für Hohn und Spott und wann kommen diese Ausdrucksweisen zum Einsatz? Zunächst: Beide Begriffe werden sehr oft miteinander verwechselt. Während Hohn die platte Art der Verächtlichmachung ist, wie zum Beispiel beim offenen oder vedeckten Zeigen des Stinkefingers oder dem wortlos aneinander Vorbeigehen mit leicht abgewandtem erhobenem Haupt, drückt sich Spott etwas intelligenter und verbal aus. In beiden Fällen ist damit die Absicht verbunden, dem Anderen Missbilligung oder gar offene Ablehnung zu zeigen. Das Interessante daran ist, dass die direkte Wahrnehmung als nicht so schlimm empfunden wird, wie die mögliche Wahrnehmung durch Dritte oder einen größeren Personenkreis. Friedrich von Schiller meinte: "Spott und Verachtung verwunden den Stolz des Menschen empfindlicher, als Verabscheuung sein Gewissen foltert" und Johann Wolfgang von Goethe schrieb: "Man soll nicht über Andere lachen! Sie wollen alle doch nur machen, was sie nicht können" und er meinte damit, dass Spott durchaus ernst genommen werden sollte, jedoch mit Verständnis für die Betroffenen.

 

Partout wollen, aber nicht können

 

Mit Spott müssen Menschen rechnen, die mit demonstrierter Arroganz scheitern, wenn die Ursachen für ihr Scheitern absolut banal sind und wobei erhebliche Schwächen sichtbar werden. Zusätzliche Borniertheit fordert Spott dann geradezu heraus. Dem Scheitern kann ein vermeintlicher Sieg - ein Pyrrhussieg - vorausgehen. Ein Pyrrhussieg ist nun mal ein zu teuer erkaufter Erfolg. Solche Sieger gehen aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie Besiegte. Halten sie am Glauben fest, gesiegt zu haben, ist ihnen Hohn und Spott nahezu sicher. Wer aus dem Sieg keinen Vorteil ziehen kann, den trifft Hohn und Spott besonders hart. Verschuldet hat man ihn selbst.

 

Spott markiert das Ende von Beziehungen

 

Spott kündigt sich meist durch erfolglose Versuche an, Andere davon zu überzeugen, dass sie falsch liegen und offensichtlich nur fragwürdigen Instinkten folgen. Wenn völlig normal strukturierte Menschen einfachen Sachverhalten folgen können, dies aber anderen Personen nicht möglich ist,  weil sie es nicht können oder gar wollen, ist blanker Irrwirtz gegeben, der dann Spott auslöst.

 

Ehe Spott zur Anwendung kommt, ist jedoch eine Hemmschwelle zu überwinden, denn aggressiver Spott beendet jede harmonische zwischenmenschliche Beziehung. Das muss man wollen, wenn man zum Spott greift. Spott ist dann der Ausdruck der Verachtung. Wenn selbst Hohn und Spott nichts bewirken, ist keine Hoffnung mehr auf Einsicht gegeben. Damit können offensichtlich aber manche Chaktere gut leben.

 

20.10.2017






Harmonie kann seltsame Wege gehen. So kann es innerhalb eines Regelkreises sogar unterschiedliche Harmonien geben. Das ist grotesk. Gibt es mehrere Gruppen, die unterschiedliche Meinungen vertreten, so geht es in diesen Gruppen solang harmonisch zu, bis feststeht, was wirklich richtig bzw. das Beste ist. Geht es um Fakten, kann es eigentlich nur Richtig oder Falsch geben. Oberstes Gebot sind hier Klarheit und logischer Sachverstand. Anders ist das bei Empfindungen. Die sind für jeden vermeintlich richtig.

 

Köcheln mehrere Empfindungen im gleichen Topf, steigt allmählich der Druck, der Inhalt wird ungenießbar. Wenn dann alle am Tisch platznehmen und die Suppe auslöffeln sollen, ist die Enttäuschung groß.

 

Gruppenharmonien köcheln dagegen in getrennten Töpfen, um für ihre Besitzer allzeit gar zu bleiben. Jeder befeuert seinen Topf mit seinen speziellen Mitteln. Die Einen machen das mit Klarheit, Wahrheit, Objektivität. Andere versauen bereits am Anfang die Zutaten und sind gezwungen, immer wieder mit den gleichen Mitteln nachzubessern. So muss jede Gruppe für sich die individuelle Suppe auslöffeln.

 

Nun könnte man ja Verständnis und Mitgefühl mit der Gruppe mit der wenig erfolgreichen Suppe zeigen, wenn man sich selbst an Regeln der Kochkunst hielt und die besten Zutaten bevorzugte. Doch auch hier sind eher Spott und Häme angesagt, wenn die konkurrierende Gruppe sogar noch höchsten Genuß vortäuscht, obwohl alle Anderen sehen, wie sie würgt. Hier kann Spott sogar als Genugtuung und als wahrer Genuss empfunden werden.

 

Klaus Klee

 

Bauernschach im Alltag

Bauernschach ist die schlichte Art des Schachspiels, um Anfänger ins Schachspiel einzuführen und sie mit den Zugmöglichkeiten vertraut zu machen. Bauernschach ist bereits für Kindergarten- bzw. Vorschulkinder geeignet. Nach kurzer Einführung können Anfänger sofort mit dem Spielen beginnen. Später können anspruchsvollere Figuren hinzugefügt werden. Gute Schachspieler verfolgen diese ersten Schritte mit Interesse. Mit Bauernschach erkennt man schnell, ob die Fähigkeit zum vernetzten Denken gegeben ist. Es eignet sich gut dazu, spielerisch Fehler und deren Auswirkung zu vermitteln. Mancher Anfänger gibt sich allerdings so, als habe er das nicht nötig. Erwachsene versuchen sich gern an vermeintlich einfachen Denkprozessen, indem sie sich autodidaktisch an vernetztes Denken heranwagen. Wenn sie unter Beobachtung stehen, ist das jedoch eine riskante Sache, weil Außenstehende Rückschlüsse ziehen können. Gefährlich ist es deshalb im realen Leben, übermütig Funktionen zu übernehmen, ohne die dafür notwendige Qualifikation zu besitzen. Damit schafft man nur Probleme.

 

Man kann fast alles lernen

 

Menschen mit einer gesunden Selbsteinschätzung erkennen bei Übernahme einer Aufgabe, ob sie Defizite besitzen. Ungünstige Wesenszüge wie Stolz und Selbstüberschätzung verhindern das leider oft und führen dazu, nicht vorhandene Substanz vorzutäuschen. Männer neigen besonders gern dazu, wenn sie unter weiblicher Beobachtung stehen. Es ist jedoch kritisch, Aufgaben zu unterschätzen und sie für banal zu halten, solang man sie nicht versteht. Man glaubt, etwas zu wissen, muss es aber auch können.

 

An einem Beispiel lässt sich das gut erläutern. Wenn für ein Projekt zur Vorklärung eines Sachverhalts bis zur Entscheidungsreife  eine Arbeitsgruppe eingerichtet wird, ist ein Job fällig, der als Ergebnis eine umfangreiche und schlüssige Information für eine gute und richtige Entscheidung verlangt. Das ist der Auftrag, nicht mehr und nicht weniger. Nun sind Sachverhalte manchmal sehr vielschichtig und erfordern Qualifikationen. Als einfaches Mitglied einer Arbeitsgruppe langen mitunter schlichtere Qualifikationen. Der Leiter einer Arbeitsgruppe muss allerdings absolut kompetent sein, damit er sich während der späteren Informationsveranstaltung auch kritischen Fragen stellen kann, wenn die vorgetragenen Informationen noch nicht schlüssig sein sollten. Dazu muss man sattelfest sein, strukturiert denken und überzeugen können. Überlässt man diesen Part allerdings Dritten, erzeugt man den Rückschluss, überfordert gewesen zu sein. Fallen dann auch noch falsche Entscheidungen, ist man als Leiter einer Arbeitsgruppe restlos mit seinem Auftrag gescheitert. Solche Situationen sind nur noch schwer zu beheben. Wirkliche Kompetenz ist gefragt.

 

So weit muss es nicht kommen

 

Aller Anfang ist schwer! Das weiß jeder vernünftige Mensch. Durch Fehler wird man klüger, wenn man sie aufrichtig erkennt und diese zukünftig vermeiden will. Gestaltet sich der erforderliche Erkenntnisprozess schneller, als mögliche Konsequenzen greifen, sind viele Situationen noch zu retten. Also wieder zurück zum Bauernschach, um die richtigen Züge zu lernen, die zum Sieg führen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

 

05.10.2017

 






 

Tussi-Terror gefällig?

Der flotte Spruch "Jedem Mann ist eine Frau vorbestimmt - findet er die nicht, kann alles gut werden..." kann durchaus zum Schmunzeln reizen. Männer die direkt betroffen sind, bleibt das Lachen mitunter im Hals stecken. Was sie auch immer an ihrer Angebetenen reizte und zur Lebensgemeinschaft bewegte, es kann absolut in den Hintergrund treten, wenn sich negative Seiten entfalten, die sie zwar kannten, jedoch unterschätzten. Irgendwie wird man doch als Paar empfunden und weniger gute Eigenschaften übertragen sich, wenn man sich nicht davon abgrenzt. Das gilt natürlich für beide Partner. Dummerweise ziehen sich jedoch Gegensätze an. So kann schnell aus zwei besonders auffälligen Charakteren ein Duo werden, das eindrucksvoll gängige Klischees bedient. Eines der bekanntesten Klischees ist der Mann, der von seiner Frau dominiert wird. Das heißt jedoch nicht, dass sie ihm wirklich überlegen ist. Manche Männer wählen nur den Weg des geringsten Widerstands. Sie tolerieren so manches, um Repressalien aus dem Weg zu gehen, also permanentem nörgelndem Terror - dem Tussi-Terror.

 

Eingefleischte Tussen brauchen ihren Terror wie das tägliche Brot. Gut für den Lebenspartner ist es zunächst, wenn sich der Tussi-Terror gegen andere Personen richtet, denn es scheint, als müsse überschüssiges Gift unbedingt irgendwo hin. Handelt es sich bei den Tussi-Terror-Opfern allerdings um Menschen, mit denen man eigentlich gut auskommen sollte, entsteht zwangsläufig ein Konflikt. Ist der Tussi-Terror unberechtigt oder überzogen, sollten Lebenspartner mäßigend einwirken und die Auswirkungen deutlich begrenzen oder selbst die Initiative übernehmen. Schließlich geht es um Aufrichtigkeit und Verhältnismäßigkeit. Leider fordern Tussen meist die bedingungslose Unterstützung ein und bringen den besonnenen Partner in Konflikte, die er gar nicht will. Es gibt sogar Männer, die sich mit groteskem eigenem Terror Pluspunkte bei ihrer Tussi verschaffen wollen, weil sie als Held, oder gar als toller Hecht gelten wollen. Die Preisgabe zur Lächerlichkeit ist die Folge. Tussi-Terror ist nun mal keine Männersache!

 

30.09.2017






 

Grotesker Hürdenlauf

Maintal macht nicht mit bei "Maintal macht mit". Besonders das Pseudo-Modul "Ideen einbringen", die verkümmerte Variante des einstigen Bürgerhaushalts, wird wegen erheblicher Kontruktionsmängel nicht angenommen. Nun ist es Schwarz auf Weiß zu lesen: "Keine Ideen gefunden". Im Ideenarchiv kann man die wenigen Ideen einsehen, die zwischen den Hürden verendeten. Nach der Einstellung des im zweiten Jahr seines Bestehens von der Kommunalpolitik vergewaltigten Bürgerhaushalts sollte eigentlich zusammen mit einem neuen Maintal-Forum ein Modul geschaffen werden, mit dem Ideen der Bürger zur Verbesserung und/oder zu Einsparungen ganzjährig bearbeitet, bewertet und umgesetzt werden können. Die enge terminliche Verknüpfung mit Haushaltsberatungen sollte entzerrt werden. Bei dem damals noch vorliegenden großen Interesse Maintaler Bürger an diesem Prozess wäre mit einem richtig ausgeprägten Modul ein hervorragendes Werkzeug entstanden. Leider wurden in den Ablauf groteske Hürden eingebaut, die offensichtlich nur das Ziel hatten, dass möglichst keine Ideen bis in die Gremien gelangen, die über die Umsetzung entscheiden müssten. Das Ziel wurde eindrucksvoll erreicht!

 

Fachdienst Maintal aktiv wirbt vergeblich

 

Als engagierter Bürger ist es beinahe unerträglich, mit anzusehen, wie sich die engagierten und geschätzten Mitarbeiter des "Fachdienstes Maintal aktiv" bemühen, in allen möglichen Regelkreisen Interesse an diesem Modul zu wecken.

 

 

Das Kernproblem ist ein nicht mehr existentes Forum, das einen absolut freien Gedankenaustausch ermöglicht und möglichst viele Nutzer anlockt und einbindet. Das Erreichen von mindestens 100 Befürwortern erfordert ein Vielfaches an Nutzern, die das derzeitige Modul aber nicht hat. Der Stillstand lässt auch nicht erwarten, dass sich das ändert. Die Verwaltungsmitarbeiter der übrigen Fachdienste haben endlich Ruhe vor quirligen Bürgern und die Politik kann die für die Umsetzung von Ideen freien Steuergelder für ihre eigenen Ideen nutzen. So haben alle Konstukteure des neuen Moduls ihren angestrebten Nutzen. Nur der Fachdienst Maintal aktiv vergeudet weiterhin Zeit, um diese tote Kartoffel unter die Leute zu bringen.

 

Hürde der Anmeldung

 

Nun könnte man ja all das im Modul "Fragen stellen" thematisieren. Dazu müsste man sich allerdings anmelden. Das wäre im Grund genommen kein Problem, weil das in den abgeschafften Modulen auch kein Problem war. Hier würde man aber mit seiner Anmeldung das neue Modul in seiner verkorksten Form deutlich akzeptieren. Das hat das Modul aber nicht verdient, weil hier Wünsche umgesetzt wurden, die kontraproduktiv sind. Das Modul wirkt auf mich wie ein Teller, der mir mit der Aufforderung "Da, friss' oder lass' es sein!" hingeschoben wird. So wird es vielen früher sehr engagierten Maintalern gehen, die erkannt haben, wie Maintaler Bürgerbeteilung inszeniert wird, um sie ernsthaft gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Sich anzumelden käme dem Signal gleich, noch nicht durchgeblickt zu haben.

 

Bürgerliches Engagement ist wichtig und wertvoll

 

Das Bedauerliche an der Sache ist, dass bürgerliches Engagement nur verwaltet und nicht entfaltet wird. So verliert Maintal zunehmend eine wichtige Komponente der Entwicklung. Natürlich rücken ständig noch nicht enttäuschte Bürger nach, die man für Bürgerbeteiligung zu begeistern versucht und man erfindet alle möglichen Pseudeo-Gruppierungen, die man mit bestimmten Ideen und Methoden impfen lässt, wie zum Beispiel beim Bürgergutachten. Schlimm ist die Wirkung, wenn die Bürger die dahinter stehende Absicht erkennen. Ehrliches Engagement wird damit zerstört.

 

Es wäre angebracht, das Modul Maintal macht mit gründlich zu überarbeiten, um die Konstruktionsfehler zu beseitigen und zusätzlich ein Forum zu installieren, damit wieder Akzeptanz hergestellt wird. Dann klappt es vielleicht auch wieder mit dem Vertrauen in eine ernsthafte Bürgerbeteiligung.

 

14.09.2017













Ohne Forum kein Interesse

 

Die kleinste Ebene, auf der sich Bürger treffen können, ist ein Forum, in dem Themen erörtert und diskutiert werden, die das Leben in der Kommune bestimmen. Nach dem Motto "Mal sehen, was es in Maintal Neues gibt" begaben sich einst Hunderte Bürger ins Maintal-Forum. Viele von ihnen informierten sich nur, Andere nahmen an Diskussionen teil, ein geringer Teil trieb anonym als Trolle sein Unwesen, wie man das ja leider von allen Foren kennt. Eine der ganz wichtigen Informationen war das Verhalten von Kommunalpolitikern und Amtsträgern, wenn sie Fragen beantworteten. Genauso wichtig war es, zu was sie schwiegen, um eine Meinung nicht schriftlich zu dokumentieren. Man hätte sie ja beim Wort nehmen können.

 

Weil das Maintal-Forum vor der Bürgermeisterwahl und der Kommunalwahl für einige Strategen ein recht unangenehmes Pflaster gewesen wäre, wurde es vorher geschlossen. Normalerweise schließt man eine Version nur, wenn das Nachfolgeprogramm bereits einsatzfähig ist. Maintals Strategen ließen sich aus besagtem Grund jedoch über zwei Jahre Zeit, um dann ein Modul vorzustellen, in dem bereits an anderer Stelle vorhandene Programme (Beschwerdemanagement) eingebunden wurden und Module des ebenfalls geschlossenen Bürgerhaushalts (Fragen Stellen, Ideen einbringen) in völlig unsinniger Form hinzugefügt wurden. Das Ganze ist auch noch stringent moderiert. Was absolut fehlt, ist eine Forum, in dem sich Bürger zwanglos austauschen können.

 

Mit Speck fängt man Mäuse

 

Der Grundstock bürgerlicher Beteiligung ist ein Modul, in dem sich viele Bürger unterschiedlichster Ansichten treffen. Unsere Bürgermeisterin hat das erkannt und benutzt Facebook als Ort der Bürgersprechstunde. Sie erreicht damit sicher viele Maintaler, diese sind momentan aber eher daran interessiert, altes Zeug zu verkaufen oder zu dokumentieren, wo sie gerade sind und was sie machen. Das Interesse an der Bürgermeisterin geht dabei völlig unter. In einem Maintal-Forum könnte sie die Bürgersprechstunde zum Thema machen und alle Interessierten könnten sich permanent informieren, zu welchen Fragen sie sich wie positionierte, ehe neue Fragen gestellt werden. Auch die Fraktionen könnten ihr eigenes Kapitel haben, das genutzt werden könnte. Diese Möglichkeiten werden scheinbar nicht gesehen oder gescheut, wie der Teufel das Weihwasser.

Das Forum könnte der Mittelpunkt aller Module sein, bei dem der Schritt in die Spezialgebiete nur ein ganz kleiner wäre und nur eine einzige Anmeldung erfordern würde. Geradezu grotesk ist die Überschrift Maintal macht mit für die verkorkste Variante eines wichtigen Moduls, denn in Wirklichkeit macht kaum jemand mit.

 

Klaus Klee



 

Im Schlaf überrascht

Verkettete Buchstaben und Worte ergeben einen Sinn. Das ist der Grund, warum man sie miteinander verkettet. Menschen benutzen diese Technik, um damit zu kommunizieren. Leider benutzen manche Menschen diese Technik falsch. Bestimmte Formulierungen signalisieren nämlich Erwartungen, Gefahren oder Überraschungen. Andere wiederum drücken Freude, Hoffnungen oder Erwartungen aus. Im Mix angewendet senden sie also Gefühle zu Inhalten aus. Bei Menschen unterschiedlicher Kulturkreise oder bei Personen, die im Umgang mit der Sprachvariabilität weniger versiert sind, können Ausdrucksweisen  und feststehende Redewendungen zu falschen Deutungen führen. Solang sich diese Menschen in ihren eigenen Regelkreisen bewegen und untereinander gewohnte schlichte Gedanken oder Redewendungen austauschen, ist das kein Problem. In heterogenen Strukturen wird die Verständigung jedoch deutlich schwieriger. Mangelnde Sprachsensibilitäten erzeugen dann Fehlreaktionen, die nur schwer zu korrigieren sind. Der Sprachsensilble und sein Gegenpart werden dadurch förmlich "im Schlaf überrascht". Schlaf deshalb, weil die Unterschiede urplötzlich bewusst werden. Ausgangsbotschaften und Reaktionen werden dann jeweils mit "nicht mehr ganz dicht sein" kommentiert.

 

Mit etwas gutem Willen, dem Bemühen, hinsichtlich der Argumentation und der Diskussionskultur etwas aufzusatteln sowie einer positiven Geisteshaltung könnten Fehlverhalten korrigiert werden. Menschen mit unlauteren Absichten nutzen jedoch gern Denk- und  Formulierungsschwächen Anderer und deren Impulivität aus, weil deren Niveau und Kommunikation besser zum Niveau eigener Absichten passen. Das Dilemma: Die so Benutzten merken es nicht.

 

Menschen, die immer nur das verstehen, was sie verstehen wollen, sind anfällig für Missverständnisse und Fehler. Sie benutzen meist stark vereinfachte Denkstrukturen und sind wahnsinnig stolz auf jeden etwas anspruchsvolleren Gedanken, dem sie folgen konnten. Allerdings nur, wenn er ihrer Meinung entspricht. Werden sie mit neuen Argumenten konfrontiert, fühlen sie sich wie im Schlaf überrascht und reagieren entsprechend ihrer Prägung.

 

Substanz von Gedanken ist fühlbar

 

In heterogenen Strukturen sind Denkvermögen und Gedanken Anderer topdown fühlbar. Es ist nämlich ein Unterschied, ob man instinktiv oder gut durchdacht agiert und reagiert. Jeder durchdenkt entsprechend seines Denkvermögens. Schwachstellen offenbaren sich sofort und lösen beim Gegenüber Empfindungen aus. Eine der Empfindungen ist eine Art Mitleid oder fürsorgliches Verständnis, das hartes Kontern für sozial nicht opportun erscheinen lässt. Eine dreiste und bornierte Art uneinsichtigen Verhaltens räumt jedoch die Zurückhaltung beiseite und der Griff zu Mitteln, die Kontrahenten wirklich zu verstehen scheinen, sind geboten. Die Wirkung kann heftig ausfallen und erneut zu weiteren schwachen Argumentausschüttungen führen. Es bildet sich ein wahrer Teufelskreis des Unverstandes.

 

In unserer Kultur war es stets privilegierten Denkern überlassen, Dinge zu lenken, die eines anspruchsvollen Denkvermögens bedürfen. Es ist fatal, wenn Menschen Prozesse mitgestalten wollen, die dazu eigentlich nicht in der Lage sind. Es bedarf eines bestimmten Entwicklungsprozesses, um Dinge intelligent regeln zu können. Es ist allerdings klug, mehrere Stärken zu bündeln und zielführend einzusetzen. Jeder so, wie er kann. Es gehört allerdings auch der Mut dazu, unqualifizierte und destruktiv wirkende Personen zurückzuweisen oder deren unheilvolles Wirken zu stoppen. Leider erlangen immer wieder Personen Kompetenzen, ohne wirklich kompetent zu sein. Werden sie gestoppt, fühlen sie sich wie im Schlaf überrascht, der sie träumen ließ, mehr zu scheinen als zu sein.

 

10.09.2017








Mit dem Sehen ist das wie mit den Worten. Man muss beides verstehen, wenn man einen Nutzen daraus ziehen will. "Sehenden Auges in eine Situation zu  schliddern", beginnt meistens damit, dass man sah, was man sehen wollte und nicht begriff, was wirklich richtig ist. "Man muss eine Blick dafür haben", was Sache ist. Irrlichtern zu folgen führt in die Irre, wohin sonst!?

 

Falsche Gedanken und Scheuklappen beeinträchtigen die Sicht, das ist bekannt. Dennoch sind sie beliebt.

 

 

Man blendet einfach aus, was man nicht sehen will. So haben Menschen mit listigen bis arglistigen Absichten, denen man vertraut, ein leichtes Spiel. Manchmal passt ein Fehlverhalten ja zu einem winzigen Punkt eigener Bedürfnisse. Das Große und Ganze hat jedoch einen höheren Stellenwert.

 

Man muss schlechte Eigenschaften bekämpfen, ehe sie eine verheerende Wirkung entfalten. Um dazu den richtigen Entschluss zu fassen, muss man zuvor sehen, hören und fühlen und natürlich zum Kommunizieren die richtigen Worte verwenden. Dann klappt es auch mit dem Verstehen. Viel Spaß bei der Selbstfindung!

 

 

Anstiftung zur Diskreditierung

Für Menschen mit unlauteren Absichten ist Widerstand eine höchst ärgerliche Sache, besonders, wenn man nicht mehr ohne Gesichtsverlust zurück kann.  Der Ärger durch und über aufrechten Widerstand von Personen kann so groß sein, dass zum Mittel der skrupellosen Diskreditierung dieser Person gegriffen wird. Besonders infam ist es, ein privates Schreiben mit brisantem Sachverhalt zu kommentieren und mit eigenen Unterstellungen indiskret an weitere Adressaten weiterzuleiten. Bestimmte Adressaten fühlen sich ermuntert, sich ebenfalls zu äußern. Sie lassen sich ihrerseits zu Rechtfertigungen hinreißen und leiten dies in der eigentlichen Absicht der Diskreditierung an einen großen Verteilerkreis weiter. In Firmen ist dieses Vorgehen weit verbreitet und es geht natürlich weit über gewöhnliches Mobbing hinaus. Der Betroffene selbst kann seine Autorität  im Kreis aufrichtiger Personen nur über einen heftigen Schlag gegen die Okkupanten bewahren oder die Flucht ergreifen. Der eigentliche Urheber der Aktion kann indes genüsslich mitverfolgen, wie sich die Sache entwickelt und wie sein eigenes Fehlverhalten in den Hintergrund tritt.

 

In Firmen, aber auch in privaten Konstellationen schwächen derartige Strategien gewaltig den für eine gemeinschaftliche Leistung nützlichen Zusammenhalt. Initiierte und geförderte Dissonanzen werden von Menschen mit unlauteren Absichten genutzt. Wird das erkannt, kann es im Sinn der Wiederherstellung des Friedens zum Ausschluss der Störer führen. Dazu ist es als Opfer solcher Okkupanten absolut erforderlich, bei Abwehraktionen hundertprozentig bei der Wahrheit zu bleiben, um sich mit ihnen nicht auf eine Stufe zu stellen.

 

Leider bleibt bei derart widerlichen Aktionen, bei denen mit Dreck geworfen wird, immer wieder etwas Dreck hängen. Genau das ist das Ansinnen der Okkupanten.

 

Besonders infam ist es, wenn bei derartigem Fehlverhalten auch noch pharisäerhaft an die Vernunft des Opfers appelliert wird, sich doch dem Willen der Okkupanten anzuschließen, weil dieser offenbar nicht wisse, was er mache.

 

Welche Reaktion ist zielführend?

 

Der gesamte involvierte Personenkreis sollte möglichst schnell an alle substanziellen Informationen geraten, die zur Aufklärung unhaltbarer Diffamierungen und Unterstellungen erforderlich sind. Die Art der Reaktion sollte zum Nachdenken anregen und Wirkung zeigen. Das ist aber nur dann erfolgreich, wenn die Mehrzahl der Adressaten hellwach und integer ist und sich dabei möglichst vieler eigener Eindrücke erinnern. Dann wird es auch Konsequenzen haben. Die gemeinsame Aufgabe kann dann wieder offen und mit Anstand angegangen und gemeistert werden.

 

05.09.2017

 





Wie diskreditiert man?

Bescheibung einer Vorgehensweise


 

Maier schreibt an Müller
privat
mit brisantem Sachverhalt




Müller antwortet Maier
zu brisantem Sachverhalt
mit Kopie des privaten Schreibens
und setzt
Personen auf den Verteiler,
die Müllers Ansichten vertreten


 

 

 




Zwei Personen des Verteilers
kommentieren privates Schreiben
von Maier an Müller

mit eigenen Unterstellungen,
fügen Antwort von Müller an Maier bei
und senden es an großen Personenkreis zum Zweck der Diskreditierung


Mit dieser Methode lassen sich unmoralische Handlungen auf Dritte verlagern, die damit eigene Ziele unterstützen sollen. Damit werden bestehende Dissonanzen zwischen Personen für allerlei Interessen benutzt und größere Personenkreise können auf die eigene Seite gezogen werden - wenn sie unbedarft den Okkupanten glauben. Dabei hilft oft ein unschuldiger Gesichtsausdruck oder ein Babyface, dem man so etwas nicht zutraut.

 

Die Realität ist oft viel schlimmer, als man vermutet, besonders wenn es um Vertrauen geht. Vertrauen ist aber der eigentliche Zement des Zusammenhalts. Solche Verhaltensweisen zersetzen dieses Vertrauen.

 

Klaus Klee

 

High Noon

Für einige Despoten und Irren dieser Welt war die Wahl von Donald Trump das Signal, dass jetzt eine neue Epoche beginnt. Noch nie war ein so ungehobelter Klotz US-Präsident, der einen Gedankenfurz nach dem anderen in die Welt setzt und damit nur seine eigenen Wähler begeistert, obwohl er der Präsident aller Amerikaner ist. Er, der als Präsident eines traditionellen Einwanderungslandes alle Ausländer am liebsten wieder in ihre Heimat zurückschicken würde, wird nun ausgerechnet von einem koreanischen Flachkopf dreist herausgefordert. Gerade, weil Nordkorea damals nicht von Amerika besiegt wurde, trifft ihn und seine Nationalkonservativen die Herausforderung schwer. Noch sind die vielen Amerikaner nicht vergessen, die im Koreakrieg und in Vietnam ihr Leben ließen, da droht Nordkorea, mit Raketen und Atomwaffen die USA anzugreifen. Es geht zu, wie in einem billigen Western. Momentan eskaliert der verbale Streit zweier Großmäuler, wie sie die Welt nach dem letzten Weltkrieg nicht mehr erlebte. Es ist die gleiche Rhetorik, die wieder ins Verderben führen könnte. In der Politik sollte man dringend etwas verändern und die direkten Kontrahenten in einer großen Inszenierung zum persönlichen Duell auffordern, bei dem nur einer überlebt. Würden solche Duelle regelmäßig angewandt, hätte Diplomatie vielleicht wieder eine Chance und die politischen Großmäuler würden aussterben.

 

"Zieh', altes Großmaul!"

 

Amerika First für Irre

 

Es geht zu, wie in den schlimmsten Vierteln amerikanischer Großstädte, in denen sich Gangs bekriegen. Es wird gedroht, erpresst und geschossen. Trump, der sich mit dem größten Waffenarsenal als vermeintlicher Bandenchef fühlt, will seine Bündnispartner, die er als Bündnis-Gang behandelt, in einen Konflikt hineinziehen, bei dem die ganze Welt ins Wanken geraten kann. Er macht das, weil er in wenigen Monaten seiner Amtszeit bereits zum weltweiten Gespött wurde und nun unbedingt den starken Max miemen will. Die USA sollten ihn sehr schnell zur Vernunft bringen und ihm den Oberbefehl über das Militär entziehen. Dieser Mann ist gemeingefährlich! Diplomaten, die verantwortungsvoll agieren, sollten wieder wirksam zum Einsatz kommen. Wenn das nicht bald der Fall ist, wird "Amerika First" endgültig zum Synonym für Irre.

 

Mächtige mit Hirn sind nun gefragt

 

Unsere Welt besteht nicht nur aus den USA. Das sollten alle Staatsmänner dieser Welt, die noch klare Gedanken fassen und umsetzen können, erkennen und die USA und deren regierende Machtmischpoke, aber auch den koranischen Machthaber in den Senkel stellen. Jetzt eigene nationale Süppchen zu kochen, wäre völlig falsch. Russland und China sind mehr denn je gefragt, den Irrsinn zu beenden, ehe ein durchgeknallter US-Präsident völlig versagt. Im letzten Weltkrieg hat die Kriegsrhetorik der Achsenstaaten und die der Alliierten 60 Millionen Menschen verantwortungslos in den Tod getrieben. Danach setzte sie sich zwar im kalten Krieg fort, doch die Diplomatie setzte sich weltweit in den 80er und 90er Jahren durch. Seit 2000 werden wieder die Messer gewetzt, weil die Wirtschaft in einigen Länder schwächelt und wieder verstärkt auf Rüstung und den Verbrauch von Munition gesetzt wird. Kriege - weit weg von den USA - waren die Folge. Nationalistische Irre, Kapital und Wirtschaft wittern wieder Chancen, die Donald Trump nach Kräften nährt. Die wirklichen Probleme wie Hunger, Dürre, Wasserknappheit, Umweltschutz, Klimaerwärmung, Flüchtlinge und Armut wären dagegen lohnendere Betätigungsfelder.

Wann wird der Wahnsinn endlich beendet?

 

11.08.2017

 






 








 


 

Versammlungsfreiheit erhalten

 

Es gibt Dinge, die schwer zu erklären sind. So auch das, was in Hamburg passierte. Die Gewalt, die sich dort entlud, versuchen rechte Kritiker mit politischer Motivierung zu erklären und wollen erkannt haben, dass diese Gewalt von linken Autonomen begangen wurden. Tatsächlich spielen politisch aktive linke Autonome eine Rolle, weil sie zu den Mitveranstaltern der Demos und zu denen gehörten, die Gewalttätern Unterschlupf gewährten. Es war jedoch zu erkennen, dass schwarze Kleidung allein als Synonym für "schwarzen Block, der Gewalttaten inszeniert", nicht ausreicht, um alle in einen Sack zu werfen. Wer es dennoch macht, ist nicht ganz dicht. In der autonomen Szene beider Richtungen - rechts oder links - führen die reinen Krawallstrategen eigene und ganz spezielle Rollen, denen Sympathisanten aus ureigensten Gründen folgen. Die radikalen Straftäter unter ihnen werfen  im Schutz der Anonymität hemmungslos Steine, feuern Geschosse auf Menschen ab, errichten Barrikaden, legen Brände, zerstören und plündern Läden. Sie sind nicht unter Kontrolle zu halten, das hätten die linken Autonomen wissen müssen. Gewalt zieht Täter an, die allein nie auffällig wären. Sie finden vielleicht sogar Gefallen am zeitweisen scheinbar rechtsfreien Raum.

 

Kriminelle Staftäter aus ganz Europa sind für die Exzesse in Hamburg verantwortlich. Ihnen rein politische Motive zuzuschreiben, ist meiner Meinung nach absurd. Es ist die gleiche Randale, wie bei Fußballspielen und anderen Aktionen, nur extremer. Deswegen nun das Versammlungsrecht zu verändern, wäre völlig falsch. Was wir brauchen, ist ein entschlossenes und kompromissloses Vorgehen gegen derartige Straftäter und derjenigen, die solche Personen beherbergen, decken und ihnen Unterschlupf gewähren.

 

Hamburg war nur der Anfang

 

Wenn es stimmt, was viele Skeptiker befürchten, dann war das nur der Anfang einer neuen gefährlichen Bewegung von gewaltbereiten Anarchisten, die sich in der Nähe politischer Aktionen austoben, aber nur die Vorteile nutzen, die große Menschenansammlungen bieten. Deren Anonymität kann man schnell annehmen, wenn es mit der Vermummung und den Straftaten brenzlich wird. Zeugen der Gewalt werden von ihnen genauso bedroht, wie die Polizisten, die im Einsatz sind, um ihre Straftaten zu unterbinden. Was von manchen Medien so nett als "Katz und Maus-Spiel" umschrieben wird, sind meiner Meinung nach systematische Aktionen, um Erkenntnisse für kommende Straftaten zu gewinnen und diese zu üben. Man ist an die "Daltons" und andere Banden des Wilden Westens erinnert, die Städte und Gemeinden terrorisierten, bis sie von mutigen Männern gestoppt wurden. Diese Rolle übernahm die Polizei in Hamburg. Das Einsetzen der Schusswaffen der Spezialeinheiten - bisher nur als wirkungsvollle Drohgebärde - lässt nichts Gutes erahnen. In diesem Konflikt wird es bei weiterer Eskalation zwangsläufig Tote geben. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

 

Terror findet immer wieder Unterstützung

 

Nahezu alle Terroristen der Welt werden logistisch und finanziell von Personen, Staaten oder Organisationen unterstützt, die bestimmte Interessen verfolgen. Über Beschaffungskriminalität finanzieren sie sich auch selbst. Allein ihr digitales Equipment zur Steuerung ihre Aktionen und dessen technische Anonymisierung verschlingt große Summen. Noch bedienen sich diese Westentaschenterroristen relativ normaler Materialien, die sie erst kurz vor Ausübung ihrer Taten vor Ort beschaffen, die Waffenarsenale sind jedoch sicher bereits vorhanden.

 

Kritisch muss man auch die verdeckte Polizeiarbeit mit V-Männern sehen, um in die Szene einzudringen. In der rechtsradikalen Szene entstanden auf diese Weise regelrecht rechtliche Schutzzonen, weil Beamte involviert waren. Sie verhinderten keine Straftaten, verhalfen mit ihrer Verstrickung jedoch bei der Strafverfolgung zu  Bewertungen, die strafmildernd oder verfahrensbehindernd wirkten. Auch hier muss darüber nachgedacht werden, wie man in Zukunft vorgehen wird, damit man nicht indirekt zum Unterstützerkreis gehört.

 

Protest auf der Straße ich wichtig

 

Das Demonstrationsrecht, die Pressefreiheit und andere demokratiestärkende Elemente sind in unserem Land wichtige Rechte. Da dies einigen Einflussreichen ein Dorn im Auge ist, wird jedes Argument genutzt, um es einzuschränken. Es waren auch Stimmen zu hören, die die Schuld in obersten Regierungskreisen und anderen einflussreichen Bereichen suchten und Verschwörungstheorien aufstellten, die Krawalle seien inszeniert und gefördert worden, um sie politisch ausschlachten zu können. Einige Dummköpfe, wie sie in jeder Partei zu finden sind, führen diese Diskussionen bereitwillig, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie sind aber nicht das Volk. Es war in Hamburg wichtig, dass die Menschen den Gipfelausrichtern und Gipfelteilnehmern zeigten, was sie von ihnen und ihrem Treffen hielten. Man hätte auch einen Luxusliner chartern und das Treffen auf dem offenen Meer stattfinden lassen können. Eine Demo direkt vor Ort wäre dann so gut wie unmöglich gewesen.

 

Es war gefährlich und zu optimistisch, eine Stadt wie Hamburg auszuwählen, die eine Szene besitzt, mit deren Hilfe solche Ausschreitungen stattfinden können. Das Ergebnis des G20-Gipfels mag in einigen Bereichen positiv gewesen sein, es steht allerdings in keinem Verhältnis zum angerichten Schaden. Diesen jetzt auch noch im Wahlkampf politisch auszuschlachten, ist absolut verwerflich. Jetzt sollten Ermittlungsbehörden und die Justiz ungehindert ihre Arbeit machen und die Polizei sollte sich überlegen, wie sie die Bürger noch wirkungsvoller schützten kann. Irgendwie gehörte die Polizei ebenfalls zu den Opfern, weshalb sich jede Kritik an ihrem Vorgehen verbietet.

 

11.07.2017

 







Zweiklassen-Schutz ist nicht akzeptabel

 

Wie aus Beiträgen einer Talkshow und anderen Medien bekannt wurde, gab es beim G20-Gipfel in Hamburg für die Polizeikräfte drei Prioritäten. Priorität Nr. 1 hatten die Gipfelteilnehmer, danach kamen erst die Bürger und Sachen, die zu schützen waren. Das ist über den Verlauf der Ereignisse auch nachvollziehbar. Wer sich hohe ausländische Gäste ins Land holt, muss für ihre Sicherheit sorgen. Allerdings muss die Sicherheit aller Menschen - ob Gipfelteilnehmer oder betroffene Menschen - gleichermaßen stark geschützt werden. Wenn das nicht geleistet werden kann, muss ein anderer Austragungsort gefunden werden. Dass dies nicht geschah, ist allen Entscheidern gemeinsam anzulasten.

 

Großdemonstrationen sind ein Tummelplatz für Menschen mit unterschiedlichsten Absichten. Sie bieten in der Masse Schutz und Unterschlupf. Wer Böses im Sinn hat und blauäugige Unterstützer findet, hat optimale Voraussetzungen, um Aktionen zu planen. Natürlich auch für extremistische Straftaten. Unterstützerszenen sind bekannt und die Möglichkeiten der Polizei, deren Telefonate zu überwachen, mehr als ausreichend. Schnell hätte sich dabei der Umfang der zu erwartenden Straftaten erkennen lassen. Es ist davon auszugehen, dass die Polizei das Vorfeld gut einschätzte und ihre Bedenken an die Entscheider weiterleiteten. Die Entscheidung fiel dennoch für Hamburg.

 

Die Frage ist nun, wer das Chaos billigend in Kauf nahm und warum dies der Fall war. Hier sind die Kanzlerin und ihre Handlanger im Kanzleramt absolut im Boot. Auch mäßig intelligente profilierungssüchtige Politker der SPD spielen eine Rolle. Die Hamburger Bevölkerung fungierte für die Politik als Trägermasse für begrüßte politische Demonstrationen, aber leider auch gleichzeitig als Deckung für gewaltbereite Chaoten. Man wollte der internationalen Presse womöglich vorzuführen, dass man mit einer großzügigen Versammlungsfreiheit Demokratie ernst nimmt und stets alles im Griff hat. Die Chaoten und Kriminellen hatte man allerdings unterschätzt.

 

Unter den zu schützenden Gipfelteilnehmern waren genügend Anti-Demokraten und Despoten, denen der direkte Kontakt mit Demonstranten eine Lehre gewesen wäre. Man hat sie jedoch stilvoll eingelullt und gehätschelt, währenddem die Autos von Hamburger Bürgern brannten, Läden geplündert wurden und ganze Straßenzüge in Flammen gehüllt waren. Zum Dank lieferte der Gipfel ein mageres Ergebnis, das teilweise nach Ankunft der Teilnehmer in ihrer Heimat wieder korrigiert wurde.

 

Ich persönlich bewerte die friedlichen Hamburger Demonstranten, die ihre politische Meinung zeigten und sagten, deutlich schutzwürdiger als die, die ihnen wohlwollend erst an zweiter oder dritter Stelle Schutz gewährten.

 

Äußerst bedenklich finde ich diejenigen Poltiker, die nun das angeblich bisherige harte Vorgehen gegen rechte Gewalt bedauern und bemängeln, man habe linke Gewalt zu sehr ignoriert. Linker Protest ist etwas anderes als rechte Gewalt und die Straftaten von Anarchisten, die sich in Demonstrationen verstecken. Hier schlägt die politische Gesinnung einiger Politiker in seiner negativsten Form zu.

 

Bedenklich ist auch der jahrelange Personalabbau in der Justiz, so dass wegen nicht termingerechter Bearbeitung von Anzeigen Straftäter wieder auf freien Fuß kommen. Rechtsanwälte sind heute sehr erfolgreich, wenn sie die Engpässe der Justiz zur Besserstellung ihrer Klienten nutzen. Für die Gesellschaft und die Geschädigten ist das ein unhaltbarer Zustand.

 

 

Gegeneinander + zueinander

Gegeneinander sein und zueinander zu finden ist problematisch, mitunter sogar hoffnungslos. Wer heftig Streit führt, läuft Gefahr, dass er dabei so viel seines Charakters offenbart, dass Andere nie wieder den Wunsch zum Zueinander verspüren. So etwas trennt mitunter Eltern, Elternteile mit ihren Kindern, aber auch Menschen, die in Gemeinschaften wohnen. Wenn eine rote Linie mehrfach überschritten wurde, ist Instinktlosigkeit das größte Übel. Das Vertrauen ist einfach nicht mehr da. "Das wird immer wieder passieren", ist der allesverhindernde Befund. So, wie der geklebte Henkel einer kaputtenen Kaffeetasse immer wieder abbricht, so belastbar ist eine gekittete zwischenmenschliche Beziehung. Hat man die Kaffeetasse endgültig entsorgt, ist auch das Service nicht mehr komplett. Den Rest zu verschonen, hat mit der Hoffnung zu tun, igendwann vielleicht wieder eine passende Tasse zum Sevice zu finden, für die es sich lohnt, den Rest aufgehoben zu haben. Nun ist der Vergleich mit der Kaffeetasse nicht überall passend. Es gibt auch Dinge, die nicht tot sind, wie eine Kaffeetasse.

 

Einen bissigen Hund zum Beispiel lässt man nicht gleich einschläfern oder man gibt ihn weg. Der kommt erst einmal in einen Zwinger, damit er Andere nicht mehr beißt. Wenn man ihn aus dem Zwinger lässt, geht man mit ihm in eine Hundeschule, damit er lernt, sich richtig zu verhalten. Danach kann man ihn wieder integrieren, wenn sich das Verhalten wirklich geändert hat. Eigentlich ganz einfach, wenn es nur um tierischen Instinkt geht! Beim Mensch ist das schwieriger.

 

Vernunft kann Einsichten bewirken

 

Wenn man nie mehr zueinander kommen will, ist die Isolation zwangsläufig. Wenn man sich isoliert selbst ertragen kann, ist das auch gar nicht schwer. Was man selbst denkt und macht, ist dann das Maß aller Dinge. "Das Wenige, das man zur Selbstbestätigung braucht, bestätigt man sich selbst und gut isses", ist die Philosophie, die dahinter steht. Vernunft sieht jedoch anders aus. Vernunft kann Einsichten bewirken, die man nie bekäme, wenn man weiterhin unvernünftig wäre.

 

In Wikipedia ist Vernunft wie folgt beschrieben:

 

"Der Begriff Vernunft bezeichnet in seiner modernen Verwendung die Fähigkeit des menschlichen Denkens, aus den im Verstand durch Beobachtung und Erfahrung erfassten Sachverhalten universelle Zusammenhänge der Wirklichkeit durch Schlussfolgerung herzustellen, deren Bedeutung zu erkennen, Regeln und Prinzipien aufzustellen und danach zu handeln."

 

Welchen Grund sollte es demnach geben, jegliche Vernunft zu missachten? Es ist eigentlich nur das selbstverliebte Ego, das verlangt, sich von der Vernunft zu trennen, weil man sonst gesellschaftlichen Regeln folgen und charakterliche Stärken bemühen müsste. Krude Ansichten über Vernunft zu Einsichten umzuwandeln, ist schwierig, aber machbar. Dazu gehört ein ungeheuer gutartiger Wille, charakterliche Stärke und die Fähigkeit, über seinen eigenen Schatten zu springen. Der ist aber oft so lang, dass jeder Versuch misslingt.

 

06.07.2017

 




 

 

Um so tiefer die persönliche Sonne steht, desto länger wird der eigene Schatten. Um so mehr man sich aufbläst, um so gewaltiger wirkt der Schatten. Und da die Sonne am Horizont immer tiefer sinkt, muss man irgendwann den Versuch einstellen, über seinen eigenen Schatten zu springen. Herrscht eitel Sonnenschein, steht die Sonne hoch, könnte man seinen Schatten noch überspringen.

 

Aber mal ganz ehrlich: Warum soll man eigentlich über seinen Schatten springen? Wem nützt das? Was soll das bringen?

 

Der Spruch mit dem Schatten ist ein Synonym und hat etwas mit Einsicht zu tun. Er kommt meist von außen und man will damit an die Vernunft appellieren. Vernunft! Auch wieder so ein Wort, das bereits einen Vorwurf beinhaltet. "Bin ich unvernünftig?", denkt der Angesprochene, nur weil er kein Interesse mehr an einem Kontakt zu einer Person haben will. Schließlich liegen handfeste Gründe vor. Das Gespenst vom "ersten Schritt" taucht auf und aktiviert die Stolz-Gefühle. "Stolz" - wieder so ein Begriff, er  klingt sehr nach Hochmut. "Bin ich hochmütig?", denkt der Mensch, der sich angesprochen fühlt und der sich seines Falles, der ihm bevor steht, noch gar nicht bewusst ist. "Du hast doch einen Schatten!", denkt er weiter, während sein eigener Schatten immer länger wird.

 

Was so richtige Nicht-über-den-Schatten-Springer sind, sie werden ihren Schatten ignorieren, ihn aber weiterhin auf Jeden und Alles werfen, was ihnen nicht in den Kram passt.

 

Wer es dennoch versucht, über seinen Schatten zu springen und es tatsächlich schafft, darf zu Recht bewundert werden, er hat  ein Naturgesetz gebrochen, denn der eigene Schatten springt immer mit.

 

Wunschlos glückliche Realisten springen also über keinen eigenen Schatten, sie stehen über ihm. Leider!


 

Kritische Konstellationen  

 

Es gibt leicht zu lösende und schwierige Probleme. Kompetente Personen lösen Probleme meistens gut, egal ob sie leicht oder schwer sind. Die Frage ist nur, was ist an einer Problemlösung wirklich gut? Das ist der Fall, wenn die Lösung mit Sachverstand und einer nachvollziehbaren Systematik angegangen und damit ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt wird. Weniger kompetente Personen sind gut beraten, einen Fachmann hinzu zu ziehen. Ein guter unabhängiger Fachmann bewirkt, dass sie auf dem Weg zur besten Lösung fachmännisch neutral unterstützt werden. Ist der Fachmann integer, fair und uneigennützig und benutzt professionelle Vorgehensweisen, so ist seine Empfehlung absolut zielführend. Ist das alles  jedoch nicht der Fall, so spricht man von einer kritischen Konstellation. Wird eine falsche Beratung enttarnt, sollte sie sofort gestoppt werden  und es müssen Korrekturmaßnahmen folgen. Das ist professionelles Vorgehen, das eigentlich sogar weitergehende Konsequenzen erfordert. Nun müssen ja nicht immer gleich harte Sanktionen gegen fragwürdige Vorgehensweisen greifen, wenn die Möglichkeit besteht, dass der oder die Verursacher nach dem Zeigen der gelben Karte Einsicht zeigen und ihr tendenziöses Verhalten einstellen. Leider setzen aber solche Personen oftmals dreist ihr Verhalten fort. Jetzt muss zur Vermeidung noch größeren Schadens endgültig die Reißleine gezogen werden.  

 

Wenn Problemlöser Teil des Problems sind  

 

Wenn versagende Konstellationen aufgehoben werden und ein neues Gremium zusammengestellt wird, sind Personen, die mit Personen der versagenden Konstellation verbandelt sind, meist ungeeignet. Sie werden für neue Probleme sorgen, weil sie die aufgedeckten Fehlleistung kaschieren wollen. In den meisten Fällen setzen diese Personen das fort, was bisher keine Akzeptanz fand, weil auch sie es nicht besser können und/oder ihre Vorgänger schonen wollen. An der Faktenlage können sie mit ihrem Verhalten zwar nichts ändern, denn die ist Schwarz auf Weiß nachvollziehbar. Sie können nur betreiben, dass die Erkenntnisse im kleinen Kreis bleiben. Alle Personen, die eine Sache in letzter Instanz entscheiden, sollten jedoch exakt und aufrichtig informiert werden, damit sie erneute Argumente personenbezogen gewichten können.

Selbst innerhalb von Gremien zur Vertuschung und damit zur Fehlinformation beizutragen heißt, sich den gleichen Schuh anzuziehen. Wer dies nicht will und kann, muss seinen eigenen Weg gehen, wenn er die Achtung vor sich selbst nicht verlieren will.  

 

Widerstand gegen Aufrichtigkeit und Wahrheit 

 

Personen, die Entgleistes wieder auf die richtige Spur bringen wollen, schlägt sehr oft Widerstand und unangenehmes Verhalten entgegen, denn "der ist ja nicht ganz dicht", heißt es oftmals. Das spricht sich umso leichter und schneller aus, desto flacher gedacht wird. Gegensätzliche Pole können deswegen zu kritischen Konstellationen werden, wenn die Vernunft nicht siegt.

 

Aufrichtige Kritik kann schmerzhaft sein, zweifellos. Sie ist aber umso erforderlicher, desto falscher und unverschämter Entscheidungen beeinflusst werden. Ob das so ist, klärt sich durch systematische Analysen. Genau deshalb werden diese von Taktierern nicht benutzt und sie scheuen sie, wie der Teufel das Weihwasser. Es soll entschieden werden, ehe alle durchblicken. Unkritische Menschen wollen die Wahrheit oft aber gar nicht wissen, sie wollen ihre Ruhe haben. Dafür sind Kritisierte umso aufmüpfiger, weil sie sich ertappt fühlen, aber keine richtige Antwort auf ihre Fehler finden.  

 

Diese Konstellationen passen inzwischen auf so viele Situationen aller Bereiche des Lebens. Aber nur in den wenigsten Fällen regt sich entschiedener Widerstand, der solche Situationen gerade rückt. Die Alternative "tolerieren und dafür fortwährend verarscht zu werden", ist keine Lösung. Hier ist Zivilcourage angesagt, damit sich etwas ändert. Vielleicht helfen diese Gedankengänge etwas dabei.

 

03.07.2017

 







Belastbarkeit von Entscheidungsketten

 

Die Belastbarkeit von Entscheidungsketten beeinflusst kritische Konstellationen in Gremien. Das betrifft sowohl die Stärke der Entscheider als auch die Stärke ihrer Argumente.

 

Oft wird auf unterschiedlichste Art versucht, bei Entscheidungen als einzelnes Kettenglied vermeintlich stärker zu sein.

  • Man kann stärkere Kettenglieder schwächen oder

  • man kann sich mit anderen Kettengliedern zusammenschließen.

Solche vermeintlich gestärkten Kettenglieder verstärken die Kette jedoch nicht.

 

Geschwächt werden Kettenglieder im ursprünglichen Sinn durch deren unsachgemäße Behandlung. Bezogen auf Problemlöser wirken zersetzende und opportunistische Vorgehensweisen zudem besonders heftig und schwächend. Destruktive Taktierer setzen deshalb immer am vermeintlich schwächsten Kettenglied an. Schwächt man einzelne Kettenglieder, schwächt man aber die ganze Kette.

 

Gestärkt wird eine Kette durch Zusammenhalt und Nutzung aller stärkenden Komponenten.

 

Optimale Problemlösungen erreicht man am effektivsten, wenn man Fakten richtig erkennt und die Entscheidung nur auf sie fokussiert. Dazu müssen sie aber erst einmal genau untersucht und gewichtet werden.

 

Optimale Entscheidungen hängen allgemein davon ab, ob alle Entscheidungs-Kettenglieder über die Fakten informiert sind und diese auch begriffen haben. Schwache Kettenglieder müssen also informativ gestärkt werden. Gelingt das nicht, sinkt die Qualität der Entscheidung auf das Niveau des schwächsten Kettenglieds ab.

 

Oberstes Gebot ist also die Harmonisierung der Gruppe der Problemlöser hinsichtlich der Problemleistungsfähigkeit und ihrer Kommunikationsfähigkeit. Ein fairer Umgang mit belastbaren Fakten und Argumenten stärkt die Harmonie.

 

Wer allerdings solche Lösungen nicht möchte, taktiert, frisiert, diffamiert und hintertreibt den Zusammenhalt der Gruppe der Entscheider und der Problemlöser. Das ist leider sehr oft gängige Praxis. Dagegen hilft nur intelligentes und kraftvolles Vorgehen.

 

Klaus Klee

 

 

Zeitbomben ticken

 

Schreckliche und beängstigende Bilder gingen am 15. Juni 2017 um die Welt, als ein Wohn-Hochhaus, der Grenfell-Tower in London, lichterloh brannte. Viele Menschen kamen ums Leben oder sind schwerverletzt. Sie wurden im Schlaf von einem Flammeninferno überrascht. Wer die Filmaufnahmen sah, bemerkte wahre Feuerkaskaden, die an der Fassade abwärts liefen, während die Flammen an der Fassade in die Höhe strebten. Da fiel selbst Laien auf, dass der Brand von außen nach innen verlief und brennendes Dämmmaterial jeden fassadenseitigen Rettungsangriff unmöglich machte. Wer in einem Haus wohnt, das mit Polystyrol wärmegedämmt ist, sollte spätestens jetzt sehr nachdenklich werden. Entsprechend der in Deutschland geltenden Baubestimmungen dürfen Fassaden allerdings nur bis zu einer Höhe von 22 Metern außen gedämmt werden, wodurch eigentlich nur Häuser bis zu 8 Stockwerken, also inzwischen bereits Millionen von Häusern betroffen sind. Zwar werden zwischen den Stockwerken feuerfeste Dämmstreifen verarbeitet, damit ein Überschlagen von Flammen erschwert werden soll, aber was hilft das wirklich!? Den Ernstfall sollte man nicht erproben! Bei einem Zimmerbrand mit zerberstender Fensterscheibe schlagen die Flammen meterhoch nach außen und bringen Polystyrol zum Schmelzen, was dann wie ein brennender Wasserfall wirkt. Innerhalb kurzer Zeit ist das Haus von Flammen umhüllt und eine Rettung von Personen auf diesem Weg unmöglich. Die Menschen sitzen in einer Falle!

 

Das Geschäft mit der Wärmedämmung

 

Rund um die Wärmedämmung von Gebäuden hat sich ein großer Markt gebildet, der von nur wenigen Herstellern dominiert wird. Diese finanzieren Institute und TÜV-Stellen, die dafür Tests  nach Testbedingungen der Hersteller gestalten, die beweisen sollen, dass das Material schwer entflammbar sein soll. Solche Bedingungen haben jedoch mit der Realität nicht viel zu tun, wie Brandsachverständige reklamieren. Hauptsache, die Prüf-Plakette wird verliehen. Auf diesem Link erfahren Sie, was Sache ist.

 

Die Sperren, die ein Übergreifen der Flammen verhindern sollen, versagen bereits bei einem Mülltonnenbrand an der Hauswand. Das Feuer entwickelt bei der Entflammung des Dämmmaterials zudem dioxinhaltige und hochtoxische Stoffe, die von außen in die Wohnungen gelangen, wenn deren Fensterscheiben infolge der Hitze geborsten sind. Das dauert nur wenige Minuten. Wer sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen kann, ist verloren. In Delmenhorst brannten 2012 fünf nebeneinander stehende Reihenhäuser auf diese Weise vollständig ab.

 

Obwohl Brandexperten auf die Gefahren und die Missstände mit diesem Dämmmaterial hinweisen, werden weiterhin die billigen Materialien verarbeitet. Die Hersteller scheinen einen ungeahnten Einfluss auf Behörden zu haben, die sich scheinbar nur mit der Papierform von Zertifikaten zufrieden geben. Offensichtlich wäre der Rückbau aller gefährdeter Objekte eine Maßnahme gigantischen Ausmaßes. Also leben die Betroffenen weiterhin mit dieser Zeitbombe. Örtliche Feuerwehren stellt das im Brandfall vor fast nicht zu bewältigende Herausforderungen. Gefühlte Sicherheit können Hersteller heute kaufen, deren Kunden sind dagegen verraten und verkauft.

 

Wärmedämmungs-Untersuchungen für viergeschossige Wohnobjekte werden heute für rund 10.000€ angeboten. Sie sind Voraussetzung, um Kredite von der KfW-Bank und Fördermittel zu bekommen. Die Empfehlung zu fragwürdigen Materialien der Wärmedämmung sind fester Bestandteil solcher Untersuchungen. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass die größten Energieeinsparungen über die Fenster und die Zusatzdämmung von Flachdächern zu erzielen sind. Fassadendämmungen in Kombination mit dreifach verglasten Fenstern ohne aktives Lüftungssystem sind dagegen nahezu eine Garantie für Schimmelbefall, weil Mauern nicht mehr atmen und Feuchtigkeit abgeben können.

 

Wer vernünftig ist, sieht von einer Fassadendämmung ab oder er verwendet nur  nicht brennbare Dämmmaterialien, die allerings sehr teuer sind und die Amortisation der Kosten infrage stellen. Nach den neuesten Erkenntnissen entscheiden Eigentümer einer Immobilie nicht nur für sich, sondern auch für alle, die im Brandfall mitbetroffen sind. Wenn Menschenleben gefärdet sind, sind auch die Behörden gefragt, die sich nicht hinter Zertifikaten verstecken sollten, die ihr Papier nicht wert sind.

 

15.06.2017

 


 

 

 

 

 
Angst ist berechtigt

 

In London wurden inzwischen 5 Hochhäuser wegen gefährlichen Dämmmaterials geräumt. Dort werden die Fassaden wieder zurückgebaut, weil das Brandrisiko zu groß ist. Es wird interessant sein, wer dafür die Kosten trägt. Noch viel höher dürften die Ansprüche der Hinterbliebenen des Grenfell-Towers sein, wenn der eindeutige Beweis erbracht ist, dass das zum Einsatz gekommene Dämmmatarial leicht entflammbar ist und falsch ausgewiesen wurde. Die finanziellen Folgen sind kaum überschaubar. Dem gegenüber steht die nun bewiesene Gefahr, in der Menschen leben, die in polystyrolgedämmten Häusern egal welcher Größe und Höhe wohnen. Sie könnten vom Brand überrascht, eingeschlossen und infolge der giftigen Dämpfe innerhalb weniger Minuten - wie in London - getötet werden. Die Feuerwehr hätte keine Chance für einen Außenangriff, um über die Fassade Menschen zu retten.

 

Sanierung zur Werterhöhung vor dem Verkauf

 

Seit dem Brand in London blicke ich jeden Tag besorgt auf eine große Wohnanlage im Luisant-Ring in Maintal-Hochstadt und das direkt angrenzende Nachbarhaus der Wohnanlage, in der ich lebe. Beide wurden erst kürzlich gedämmt und wie ich mich erinnere, mit dicken Polystyrol-Platten. Bei dem größeren Objekt wurde die Waschbeton-Fassade wärmegedämmt, ebenso, wie die in Leichtbauweise aufgestockten Penthaus-Wohnungen. Das brennt im Ernstfall wie Zunder! Die umgewandelten Eigentumswohnungen werden inzwischen zu sehr hohen Preisen verkauft. Die nach fragwürdigen energetischen Gesichtspunkten auf dem Papier stattgefundene Werterhöhung dürfte über Gelder aus Fördermaßnahmen erreicht worden sein. Aus meiner Sicht kaufen sich die neuen Eigentümer in eine Immobilie ein, in der sie größten Gefahren ausgesetzt sind. Ein einziger Zimmerbrand, der nach außen schlägt und die Fassade entzündet, hätte fatale Folgen für alle Bewohner. Seltsam, wie heute Werte geschaffen werden.

 

Wie wird verfahren werden?

 

Im ferner erwähnten Nebenhaus ist die Situation ebenfalls brisant. Unser angrenzendes Haus wäre zudem im Brandfall direkt betroffen.

  • Wie geht man mit diesem Wissen um?

  • Wie geht die Kommune, die für den Brandschutz verantwortlich ist, damit um?

  • Was unternehmen die Eigentümer angesichts dieser Gefahr?

Wegen der mit dem Rückbau verbundenen hohen Kosten, den Regressansprüchen und den organisatorischen Problemen wird hierzulande erst dann etwas passieren, wenn genügend Menschen zu Schaden gekommen sind. Solang wird die Gefahr unter den Teppich gekehrt und es wird weiterhin mit Polystyrol gedämmt werden, weil es so schön billig ist. Unverantwortlich!

 

 

Tölpel first

Geht es Ihnen auch so, dass Sie den überwiegenden Teil einer Nation an der obersten Regierungsperson dieses Staates messen? Wenn ja, dann sollten Sie die Frage klären, ob der Teil der Wähler, der diese Person ins Amt bringt, intelligenter oder dümmer ist als der Rest dieser Nation. Danach sollte beurteilt werden, ob man beim Auftreten dieser Person Stolz oder Peinlichkeit empfindet. Kommt es dabei zu eher negativen Bewertungen, so hat die Nation umso mehr verdient, an ihrer obersten Regierungsperson gemessen zu werden.

Am aktuellen Beispiel der USA wurde gerade überdeutlich, welchen Teil der amerikanischen Nation Barack Obama beim Kirchentag und welch ungehobelte Horden Donald Trump auf seiner ersten Dienstreise sowie auf dem G6+1-Gipfel vertrat. Primitiver und dümmer kann sich ein Staatsmann nicht benehmen. Jegliche Vernunft außer Acht lassend entfernte er bei den Gesprächen sogar den Ohrstöpsel für die Übersetzung. Seine Meinung zu den Dingen stand ja fest und Argumente interessierten ihn nicht. Wem das in den USA gefällt, muss sich seinerseits gefallen lassen, ebenfalls als Tölpel eingestuft zu werden.

 

Kampf der Diplomatie

 

Ganz direkt sagte Trump bereits im Wahlkampf "dem politischen Establishment" den Kampf an. Das hätte auch die Republikaner beunruhigen müssen, denn es war klar, dass sie nur als Kamel benutzt wurden, auf dem Trump an die Macht zu reiten gedachte. Heute wachen viele Republikaner langsam auf, denn sie müssen sich an dem messen lassen, was Trump anrichtet. Trump sagte nun auch noch weltweit der Diplomatie den Kampf an. Nicht, weil er gute Gründe dafür hätte, sondern, weil er garnicht versteht, welchen Stellenwert Diplomatie in einer heterogenen Welt besitzt. Er führt sich auf, wie ein von seinen Eltern verwöhnter Bub, der sich auf Klassenkeile freut. Wo das hinführen wird, wird man sehen, wenn die beiden verwöhnten Buben Amerikas und Nordkoreas aufeinander treffen. Bar jeder Diplomatie steht unausweichlich ein Krieg bevor, in den er auch die Nato hineinziehen wird. Zumindest deuten seine Rüstungsrepressalien an die europäischen Staaten darauf hin. Sie sollen gerüstet sein.

 

Beim G7-Gipfel, dem Gipfel der führenden Industrienationen, zu denen eigentlich auch Russland gehört, eröffnete Trump im Inneren Bündnisbereich Fronten, die die Diplomatie und die Bündnisse schwächen, in denen die USA bisher eine wichtige Rolle spielten. Die Rolle der Weltpolizei hat den USA niemand aufgetragen. Sie spielen diese Rolle aus Angst, jemals einen Krieg auf eigenem Boden ertragen zu müssen. Man sah ja, wie sie beim Anschlag auf die Twin-Towers reagierten. Weltumfassenden substanziellen Kernproblemen, wie dem Klimaschutz und der weltweiten Flüchtlingsproblematik verweigert sich das Einwanderungsland Nr. 1 und einer der gleichzeitig größten Luft- und Wasserverbraucher der Welt. Man hat zunehmend den Eindruck, Affen verhalten sich intelligenter als dieser Präsident und der Rest der Nation.

 

Beim Welthandel ignoriert er völlig, dass die ausländischen Waren nur deshalb in den USA gekauft werden, weil sie deutlich besser und nachhaltiger sind als die Erzeugnisse der eigenen Industrie. Seine Politik gleicht zudem der Abschottungspolitik des Ostend während des kalten Krieges. Seine Wirtschaft funktioniert fast nur noch über das Rüstungsgeschäft, das er nun kräftig anzukurbeln gedenkt. Die Saudis - das undemokratischste Machtgebilde der Welt - nutzen das natürlich aus, um ihre kriegerischen Interessen zu befriedigen. Tölpel Trump scheint gar nicht durchzublicken, wie sehr er damit den Nahen Osten destabilisiert.

 

Jede Bühne ein Affenfelsen

 

Eine Zeiterscheinung ist die Tatsache, dass man heute unmittelbar und weltweit jede Information übers Internet erhalten kann. So auch das rüpelhafte und unkultivierte Verhalten von Donald Trump und die primitiven Signale, die er an die Welt sendet. Damit zieht er automatisch auch die zu sich herab, die ihn gerade noch hofieren. Wenn Milliardengeschäfte am ersten Tag eines Staatsbesuches unter Dach und Fach gebracht werden, kann man getrost den Flegel der Weltpolitik hofieren, der wiederum gar nicht merkt, dass er benutzt wird. Schon beim nächsten Staatsbesuch stolperte er dann in die Gräben, die er zuvor im Nachbarland aufgerissen hatte. Für ihn ist die Hauptsache, dass er - Donald Trump - im Mittelpunkt steht. So macht er jede Bühne zu seinem persönlichen Affenfelsen und es findet sich immer eine Affenhorde, die huldigt.

 

Auswirkung auf Bundestagswahl

 

Momentan erinnert das Verhalten von Angela Merkel der Situation einer alleinerziehenden Mutter eines Pubertierenden, der jede erzieherische Hilfe ablehnt. Dennoch ist spürbar, dass sich Trump in ihrer Näher unsicher fühlt. Er spürt die Kraft des Geistes, der er nichts anderes entgegenzusetzen hat, als blanke Muskelkraft und borniertes Verhalten. Ist sie nicht in der Nähe, behandelt er andere Staatsmänner und -frauen wie Dreck und droht ihnen auf unverschämte Weise. Die Erfahrung lehrt, dass solchen Typen später der Beistand verweigert wird, wenn sie jemals Hilfe bräuchten. Diese Erfahrung steht Trump noch bevor. Inzwischen schaut die ganze Welt auf die USA und die dortigen demokratischen Selbstheilungskräfte, mit deren Hilfe der Spuk beendet werden könnte. Das amerikanische Volk sollte langsam aufwachen und handeln. Es hat diesen Präsidenten nicht verdient.

 

In Deutschland dagegen suggeriert die Art von Angela Merkel und die ihrer Rolle, die sie weltweit spielt, dass es so schnell keinen gleichwertigen Ersatz für sie geben wird. So verliert Martin Schulz immer mehr an Boden, weil die Wähler merken, dass die Weltpolitik momentan wichtiger ist als die soziale Gerechtigkeit im eigenen Land. Angela Merkel ist längst zur absoluten Führungsperson für den Rest der demokratisch geordneten Welt geworden. Mit einer Nation im Rücken, die nicht nur wirtschaftlich stark ist, kann sie die Weltpolitik beeinflussen. Pech - gerade jetzt - für die SPD - aber gut für das Land und die Welt.

28.05.2017






Trump - ein Sicherheitssproblem

 

Die Meinungen über das Zusammentreffen mit Donald Trump wird von den Teilnehmern naturgemäß völlig unterschiedlich gesehen. Während Donald Trump (unter "the real trump") auf der Rückreise twitterte: "Just returned from Europe. Trip was a great success for America. Hard work but big results!", meinte Angela Merkel auf einer Veranstaltung in Bayern: "Die Zeiten, in denen man sich auf andere völlig verlassen konnte, seien vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt. Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen“. Das galt auch für das Verhältnis zu England.  Ferner meinte sie: "Wo immer das geht, auch mit Russland, auch mit anderen Ländern. Aber wir müssen wissen, wir müssen selber für unsere Zukunft kämpfen, als Europäer, für unser Schicksal.“ Gleichzeitig betonte die Kanzlerin, dass man natürlich weiterhin an guten Beziehungen zur USA und Großbrittanien festhalten wolle.

 

Das und die Aussage Trumps, die Deutschen seien sehr böse (wie das auch immer übersetzt wurde) verdeutlicht, wie undiplomatisch dieser Mensch ist. Die atlantische Allianz und die Werte der westlichen Welt infrage zu stellen, um innenpolitischen Schwachsinn zu übertünchen, zeigt die Unfähigkeit, nur annähernd in globalen Zusammenhängen denken zu können. Wen würde es wundern, wenn er in den nächsten Tagen wieder aufs platte Land der USA reist, um Wählern mit einer weiteren Affennummer zu gefallen, die seiner Intelligenz entsprechen. Dort, wo die Menschen krankenversichert deutsche Autos fahren, wird er sich aus gutem Grund nicht sehen lassen.

 

Dieser Mensch spaltet, zerstört und spielt mit dem Feuer. Auf die USA ist kein Verlass mehr. Die militätische Macht der USA wird zu einer der größten Bedrohungen der demokratischen Welt. Soweit sind wir gekommen!

 

In Deutschland - vornehmlich in Bayern, dem früheren Kernland des Nationalsozialismus - löst die Aufforderung Trumps, die Rüstungsausgaben endlich den 2% der Wirtschaftsleistung anzupassen, in bestimmten Kreisen Entzücken aus. Der Waffen- und Munitionsverbrauch soll natürlich an den Brennpunkten der übrigen Welt stattfinden, wie es die USA vormachen. Dabei sollte man aber bedenken, wenn unsere Nation in der Vergangenheit die Rüstungsaugaben deutlich erhöhte, war der Frieden Europas in Gefahr und die Wirtschaft konnte sich am Krieg gar nicht satt genug verdienen. Im Gegensatz zu den USA ist Europa jedoch das Aufmarschfeld der Nato und die östlichsten Bündnispartner sind latent bedroht. Das sollten wir aus gutem Grund nicht der Beurteilung eines Donald Trump überlassen.

 

Deutschland und Frankreich sollten jetzt für Europa die Führung übernehmen, damit wir selbst bestimmen, was in Europa passiert. Wir sollten die EU ordentlich aufräumen und dem Rest der Welt zeigen, was ein vereintes Europa zu leisten imstande ist. Die letzten Worte der Kanzlerin waren überdeutlich und weisen genau in diese Richtung.

 

Klaus Klee

 

 

Loch im Dach

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ihre Garage, im Dach befindet sich ein Loch und Ihr neues Auto ist übersät mit Trümmerteilen. Der Schaden nur am Automobil beträgt über 8.000€. Der Schaden am Dach übersteigt die 15.000-€-Marke und weit und breit kein Schuldiger zu finden. Sie glauben, das gibt es nicht!? Dann kennen Sie die Verhältnisse in Frankfurt-Fechenheim noch nicht, wo sich diese Garage befindet. Diesen Stadtteil mit fast 50% Ausländeranteil machen nicht integrierte Bevölkerungsgruppen täglich unsicherer. Die einheimische Bevölkerung und die bereits integrierten Ausländer, die unerträgliche Verhaltensweisen und strafbare Handlungen permanent erdulden müssen, schweigen aus Angst, so dass Geschädigte auf ihrem Schaden sitzen bleiben. So auch in obigem Fall, der zunächst unerklärlich schien, bis einige Puzzlesteine für mehr Transparenz sorgten. Fest stand nach ersten Erhebungen, dass das Loch im Dach durch Fremdeinwirkung entstand und polizeibekannte Ereignisse der vorangegangenen Nacht exakt zum Schaden passen. Nun ist die Ermittlungsgruppe der Polizei gefragt.

 

Wie es passierte

 

In fraglicher Nacht fand vor einem Lokal in der Parallelstraße eine Massenschlägerei statt, bei der einem Autobesitzer einer der streitenden Parteien der Fahrzeugschlüssel entrissen und in hohem Bogen über die fragliche Garagenanlage geworfen wurde. Danach wurden Personen beobachtet, die auf dem Dach nach dem Schlüssel suchten, wobei dann eine oder mehrere Personen durch das Dach brachen und den enormen Schaden verursachten. Da alle Streithähne nach Angaben der Polizei in alle Richtungen flüchteten, konnten von keiner Person die Personalien festgehalten werden.

Am nächsten Tag wurde der besagte Autoschlüssel von einem Passanten gefunden, weil er weit über die Garagen hinweg geworfen worden war. An einer Hauswand war ein Hinweis mit Telefonnummer angebracht, wo der Schlüssel abzuholen sei. Dieser Hinweis und der Schlüssel befinden sich nun in Händen der Polizei, die weitere Ermittlungen durchführt. Der Ausgang der Sache ist noch völlig offen, weil die Ermittlungen noch laufen.

 

Die Rechtslage

 

Der Mieter der Garage wurde beim Garagenbesitzer vorstellig und übergab einen Kostenvoranschlag, nach dem für das beschädigte Fahrzeug und den Mietwagen ca. 10.000 € Kosten entstehen. Besteht Haftpflicht beim Vermieter, würde dessen Haftpflichtversicherung greifen. Diese Haftpflicht ist jedoch nicht gegeben, weil der Schaden durch Dritte verursacht wurde, die unbefugt das Dach bestiegen. Die Rechtslage liegt ähnlich wie bei einer Fahrerflucht. Die Vollkaskoversicherung des Garagenmieters muss den Schaden zunächst übernehmen. Dieser muss Strafantrag gegen Unbekannt stellen, damit sich die Versicherung im Aufklärungsfall beim Verursacher schadlos halten kann. Am Fahrzeughalter bleiben dann  lediglich die Selbstbeteiligung hängen und eine eventuelle Höherstufung. Dem Besitzer der Garagen bleiben die Kosten der Dachreparatur. Sollte der Fall aufgeklärt werden, besteht ebenfalls die Möglichkeit, sich schadlos zu halten - vorausgesetzt, der oder die Täter sind solvent. Also wurde in beiden Fällen Strafantrag gegen Unbekannt gestellt.

 

17.05.2017

 





 

Keine Lust mehr

Heute erklärte eine hochgeschätzte Redakteurin der Maintaler Seniorenzeitung intern ihren endgültigen Rückzug aus der Redaktion, weil sie die Freiheit des Alters nutzen möchte, sich nur noch Dingen zuzuwenden, die ihr Spaß machen und bei denen sie sich wohl fühlt. Automatisch fragte ich mich deshalb, ob ich noch ganz dicht bin, weil ich ihr gedanklich nicht in diese Freiheit folge, denn auch ich möchte mich im Alter rundum wohl fühlen, doch ich kann mich nicht zu diesem finalen Schritt entschließen. Noch arbeite ich daran, Dinge zu ändern, die im Argen liegen. Und als Senior empfindet man besonders stark, wenn dies der Fall ist. Nun wird es wesentlich schwerer. Die Inhalte der Maintaler Seniorenzeitung veränderten sich in den letzten Jahren, was ein guter Mix an Unterhaltung und kritischer Zeitbetrachtung ermöglichte. Nach dem Motto "bittere Tropfen auf Zucker" konnte Kritik deshalb erträglich untergebracht werden. Vielleicht überwog in den letzten Ausgaben die Kritik aufgrund allzu negativer persönlicher Erfahrungen einzelner Redakteure beim ehrenamtlichen Engagement. Sie erreichte jedoch den ähnlich empfindenden Leserkreis, dem die Lokalzeitung und örtliche Artikelspender kostenloser Wochenzeitungen keine Stimme verleihen. Senioren haben nämlich keine Lobby. Als positiv denkender Redakteur in der eigenen Zeitung Kritisches zu lesen, kann natürlich demotivieren. Das ist die Erkenntnis aus dem Rückzug meiner Redaktionskollegin, die diese Zeitung mit feinster Satire und brillanten Artikeln prägte. Ihr stimmt einfach die Mischung nicht mehr. Das kam in der Redaktion offen zur Sprache und wir korrigierten allesamt unsere Blickrichtung. Wir konnten sie jedoch nicht halten. Der Verlust wird in den nächsten Ausgaben deutlich spürbar sein. Dafür einen Ausgleich zu schaffen, ist schier unmöglich. Es lässt sich aber leider nicht mehr ändern. Sehr schade!

 

Selbstschutz in der Restlaufzeit

 

Je nach dem, wie das Leben bisher verlief, gestalten sich bei jedem Menschen die letzten Lebensjahre anders. Wir alle sind durch unsere Erziehung und die fortwährende Anpassung auf vielen Gebieten geprägt. Eigentlich würden wir ohne diese Anpassung hemmungslos nur das tun, was uns gefällt. Dass das geht, beweist die jüngere Generation jeden Tag. Wir Senioren sind jedoch regelrecht in Verhaltensweisen eingepackt und empfinden erst nach dem Wegfall von einengenden Verpflichtungen plötzlich eine Art wiedergewonnene Freiheit. Nach der jahrelangen Pflege meiner Mutter empfand ich zum Beispiel eine Art Befreiung von der Last, die mir zuvor gar nicht in diesem Maß bewusst war. Auch bei anderen Mitmenschen würde ich das so empfinden, wenn ich sie aus meinem Leben ausschließen würde, doch ich überlasse das lieber dem Lauf des Lebens. Es sei denn, mein Selbstschutz greift, weil ich meine Restlaufzeit ohne permanenten Ärger verleben will.

 

Freude tanken

 

"Nur noch Freude tanken", das Rezept ist reizvoll und absolut nach vorn gerichtet. Man zieht einen Schlussstrich und geht auf die Suche nach dem Positiven. Genauer betrachtet wird das aber zum Slalomlauf um all die Dinge herum, die man zugunsten der Freude ausblenden muss. Ich selbst habe zum Freudetanken ein altes Hobby wiederbelebt, nachdem ich vieler empfundener Missstände überdrüssig war. Es entstand eine kleine Insel, in der ich absolut abschalten kann, ohne jedoch bei Verlassen der Insel den Kontakt zur Realität verloren zu haben. Meine Realitäten, die mich umgeben, kann ich leider nicht einfach so abschalten. Sie wirken täglich auf mich ein und ich arbeite deshalb daran, sie zu bewältigen.

Bei allen negativen Erscheinungen, die mich hier und da umgeben, geben aber auch sie Anlass zur Freude, wenn ich eine Situation erfolgreich zum Guten wenden konnte. Diese minimale Aussicht auf Erfolg lässt mich weiterhin Zumutungen ertragen. Wenn ich das aufgebe, hätte ich kapituliert. Dazu fühle ich mich aber noch nicht kraftlos genug. Also tanke ich zwischendurch viel Freude und damit Stärke.

 

Zäsuren sind erforderlich

 

Auch wenn Ausdauer und Optimismus als Tugenden angesehen sind, einmal ist das Maß voll. Das muss man respektieren. Bei mir ist das allerdings erst dann der Fall, wenn all meine Bemühungen entweder nicht verstanden oder bewusst missachtet werden, wenn auf meine Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen wird oder ich nicht mehr überzeugen kann. Menschen, die mir bewusst Schaden zufügen wollen, sortiere ich natürlich dauerhaft aus. Dennoch arbeite ich daran, dass sie Dritte nicht auch noch negativ beeinflussen können. Das geht nur mit einer klaren Zäsur, die man seinen Mitmenschen auch klar vermittelt, um kritische Denkprozesse auszulösen. Genau da liegt aber der Haken. Das geht nicht ohne offene Kritik, die keine Ausnahmen kennt. Natürlich steht die Gefahr im Raum, dass das falsch gedeutet wird. Die Menschen, mit denen man sich auf einem Level befindet, verstehen das und korrigieren ihre Verhaltensweisen, sofern sie dazu bereit sind. Manchmal ist es allerdings zu spät.

 

13.05.2017









Keine Lust mehr (2)

 

Zu der nebenstehenden Sache mit der Lust erlebe ich gerade eine etwas andere Situation in einem anderen Regelkreis, jedoch mit der gleichen Tendenz. Es ist eine Situation, die nur noch schwer mit positivem Denken zu bewältigen ist.

 

Auch im Ruhestand versuche ich, Berufs- und Lebenserfahrung in Regelkreisen einzusetzen, an denen ich beteiligt bin. Erfahrung umsetzen zu können, setzt jedoch voraus, dass man von seinen Mitmenschen verstanden wird. Spielen dabei auch Philosophien eine Rolle, liegen die Hürden noch höher. Verstehen funktioniert leider nur auf gleichem Niveau. Wer etwas nicht versteht, hat nur zwei Möglichkeiten: Er muss glauben und vertrauen, oder etwas strikt ablehnen.

 

Gibt es Menschen, denen mehr vertraut wird, weil sie Kompetenz vorgeben, obwohl man das gar nicht schlüssig nachvollziehen kann, so verstecken sich die, die andere Vorgehensweisen ablehnen, gern hinter solchen vermeintlichen Heilsbringern. Scheuklappen verbauen zusätzlich den Blick auf erfolgreiche Systematiken und erprobte Vorgehensweisen. Für den, der im Sinn und zum Wohl der Gemeinschaft ehrenamtlich gründliche Aufklärung und Lösungswege erarbeitet, ist Opportunismus der unbefriedigendste Grund, nicht verstanden gewollt zu werden.

 

Als Senior in der Restlaufzeit führen ernüchternde Erfahrungen zur Vergrößerung des Abstands zu Mitmenschen, von denen man sich nicht verstanden fühlt. Das wird auch gegenüber dienstleistenden Personen empfunden, die für eine Gemeinschaft tätig sind und aktiv an der Meinungsbildung arbeiten. Es entsteht das Empfinden, in einer anderen Welt zu leben, in einer Welt, mit der man eigentlich nichts mehr zu tun haben möchte. Die Kontakte schwinden auf ein Minimum und der Wunsch, den Wirkungskreis zu meiden, wächst. Die wenigen Jahre, die man noch lebt, kann man nutzbringender verleben. Leider muss man nebenbei erleben, wie die angeblich alles besser Wissenden ihre verdienten Erfahrungen machen und dass man für Fehler mitbezahlen muss. Das ist aber der Preis dafür, wenn man nicht mehr überzeugen kann.

 

Konfliktforschend werden von mir natürlich weiterhin die Gründe dieses Verhaltens untersucht, indem ich - wie immer - bei mir selbst beginne. Damit bin ich allerdings allein, weil die, die  Teil des Problems sind, nicht einen einzigen Gedanken an das eigene Verhalten verschwenden.

 

So kommt es sicherlich bald dazu, dass auch ich in diesem Regelkreis keine Lust mehr verspüre, meine Freizeit und mein Wissen zum Wohl anderer einzusetzen.

 

Klaus Klee

 

Denkwürdiges

Wo Menschen, Gruppen, Nationen zusammenleben, bilden sich Strukturen. Solche Strukturen bringen oft vieles durcheinander, wenn sie Regeln des Zusammenlebens nicht befolgen. Trump, Erdogan, Kim Jong Un und andere ähnlich strukturierte Führer bedienen sich gleicher Vorgehensweisenin der großen Politik, wie die Sandkastendespoten unseres Alltages. Ihre liberalen, sozialen und fairen Gegenspieler sind natürlich deren Feindbilder, denn sie wollen selbst bestimmen, was zu ihrem Vorteil ist. Dabei geht es nicht um das Mitbestimmen, sondern um die Ausgrenzung missliebiger Personen und deren Standpunkte. Bei Trump sind es die Medien, die angeblich Fake-News verbreiten, im privaten Leben sind es Freidenker, Blogger und Satiriker, die unverblümt ihre Meinung verbreiten. Es ist zwischen diesen Menschen ein ungleicher Kampf stumpfer Schwerter gegen das scharfe Florett, der unterschiedlichste Blessuren erzeugt. Wahre Sieger gibt es dabei nicht, sondern nur Verlierer. Auf der Strecke bleibt oft die Vernunft.

 

Versuchen sich die Führer stumpfer Schwerter in vermeintlicher Diplomatie, so weichen sie auf Stellvertreterkriege aus, die eher wie ein Kasperltheater oder wie das Spiel mit Marionetten anmuten. Andere sollen ausbaden, was man selbst will. So entstehen zum Beispiel Bauernopfer, die ausbaden müssen, was sie selbst mit Vernunft hätten verhindern können. Kriege werden stets auf der anderen Seite des Globus geführt, ausgewanderte Bürger instrumentalisiert oder einfach nur das Volk als Machtblock vorgeführt. Im alltäglichen Leben findet das alles eine Nummer kleiner statt, jedoch ähnlich perfide.

 

Politiker nutzen schweigende oder ihnen folgende Mehrheiten, um ihre Ideen durchzusetzen. Sie geben Überblick und Können vor, um ihre Anhänger bei Laune zu halten. Diese wiederum empfinden die Gegenpole als Angreifer. Ihren sie selbst dominierenden Machern geben sie kritiklos eine Chance.

 

Auf den Alltag und Probleme kleiner Regelkreise bezogen beobachten wir das gleiche Spiel. Personen lassen sich als Stellvertreter gescheiterter Macher instrumentalisieren, um Vorhaben der sie steuernden Personen weiter umzusetzen. Wären die benutzten Personen allerdings selbst hochkarätige Macher, dann würden sie sich nicht instrumentalisieren lassen. Solche Konstellationen führen zur Verlagerung von Konflikten auf ein Spielfeld, das meist die ungeschickt Angegriffenen dominieren. Eingesetzte Sachlichkeit und Logik zeigen Wirkung - leider jedoch oft nur die, die zu befürchten und nicht die logisch wäre.

 

Hintermänner und -frauen machen immer wieder den Fehler, ihre Mationetten nicht vollumfänglich über ihre wahren Absichten zu informieren, denn sie wollen ja vom noch unbeschädigten Ruf ihrer Marionetten profitieren. Kritisch wird es, wenn diesen dann ein Licht aufgeht, wie beim Brexit, bei den Dekreten von Trump oder anderen grenzwertigen Dingen. Leider sind sie dann schon Teil des Problems und können sich nicht mehr aus der Situation befreien. Sie sitzen buchstäblich in der Falle.

 

30.4.2017






  

 





 

Die Sache mit der Birne

Der vorige Artikel "Wenn partout kein Licht aufgeht" führte völlig unerwartet zu einer größeren Resonanz. Das zeigt, dass dieses Phänomen landauf landab existiert und die Zahl der Betroffenen steigt. Die Leser, die sich bei mir meldeten, berichteten von eindrucksvollen Beispielen, auf die meine Satire zutreffen würden. Dabei wurden mir auch Beispiele geschildert, bei denen genau die gleichen Personen, bei denen partout kein Licht aufgeht, permanent versuchen, bei anderen Menschen Lichter aufgehen zu lassen. Frei nach der Idee, mehrere kaputte Birnen würden die Dunkelheit besser erhellen, würden viele Personen mit angeblich gleichen Bedürfnissen einbezogen. Ginge man den Argumenten nach, stelle man aber fest, dass es diese Menschen gar nicht gäbe und der oder die Protagonisten offensichtlich nicht mehr als bis Zwei zählen könnten. Das zeigt, dass das weit verbreitete Problem oft weit über das nicht aufgehende Licht hinaus geht und dass sich Gefangene ihrer eigenen Gedankenwelt vehement dagegen wehren, in normalen Denkkategorien zu denken.

 

Beharrlichkeit - Tugend oder Laster?

 

Manche Menschen stellen ihre Beharrlichkeit als vermeintliche Tugend deutlich über eine dringend gebotene Einsicht, um sich vor dem Eingeständnis zu schützen, gewaltig auf dem Holzweg zu sein. Das stärkt ihr Selbstvertrauen. Es sei ihnen gegönnt. Das Problem ist aber, dass Beharrlichkeit nur dann eine Tugend ist, wenn man richtig liegt. Liegt man falsch, öffnet man damit zum eigenen Nachteil Dritten eine Sicht auf die eigene Person. Geschieht das fortgesetzt, spricht man von einem Laster.

 

Physikalische Betrachtung hilft

 

In erwähnten Gesprächen bzw. dem Gedankenaustausch mit Leserinnen und Lesern war immer wieder von menschlichen Schwächen und von Charakterzügen die Rede, die positive Denkprozesse verhindern würden. Interessant war die Ansicht, dass man deswegen Personen klar aussortieren müsse, wie kaputte Dinge, die nur noch störend wirken. Um bei der lichtspendenden oder kaputten Birne zu bleiben: Tatsächlich entscheide letztendlich der Gebrauchswert und nicht sentimentales Festhalten an vergangener Leuchtkraft oder gar die Hoffnung, eine kaputte Birne könne noch einmal leuchten. Wer fragt außer der kaputten Birne schon danach, wie sich eine kaputte Birne fühlt!?

 

24.04.2017

 






 

Wenn partout kein Licht aufgeht

Unsere Welt ist vielschichtig und voller Überraschungen. Wer rechnet zum Beispiel schon damit, dass ein Mitmensch entweder eine Leseschwäche besitzt oder Gelesenes im Kopf nicht verarbeiten kann. Das kann schlimme Folgen haben. Geregelte Dinge, die bei Missachtung gewaltige Schäden verursachen können und deshalb untersucht und mit einer Dokumentation klar untermauert werden, sollten eigentlich auch den Uneinsichtigsten überzeugen, zumal die weitere Missachtung im Schadensfall zu massiven Regressansprüchen führen kann. Doch von Einsicht ist oft keine Spur zu spüren. Eskalationsproblem: Es geht partout kein Licht auf! Kein Wunder, dass man deshalb manchmal denkt, Mitmenschen seien nicht mehr ganz dicht. Ein ganz anderer Fall ist jedoch gegeben, wenn der Sachverhalt zwar begriffen wurde, aber fortgesetzt purer Opportunismus gelebt wird, weil das Fehlverhalten zu gewünschten Protesten führt. Irgendwie ist das krank! Sind viele Mitmenschen von diesem Fehlverhalten betroffen, ist ein geschlossenes Vorgehen vonnöten, um einen größeren Schaden zu verhindern und den Störenfried endgültig zu bekehren.

 

Menschen mit solch gravierenden Macken leben selten allein. Die direkten Bezugspersonen dürften es mit ihnen nicht leicht haben, denn psychosoziale Störungen wirken sich auf viele Bereiche aus, besonders auf die Privatsphäre. Eigentlich bräuchten die Betroffenen Hilfe. Oft kehren sie jedoch die Probleme unter den Tisch und versuchen, die Auswirkungen in den eigenen vier Wänden zu halten. Ein notorischer Opportunist ist jedoch stark von der Aufmerksamkeit abhängig, die er deshalb bewusst erregt. Gelingt das nicht mit positiven Dingen, müssen es halt auffällige Fehlverhalten richten. Erhält man endlich die ersehnte Aufmerksamkeit, stellt sich ein Glücksgefühl ein und das Verlangen nach noch mehr Aufmerksamkeit. Eine Eskalationsspirale ist zwangsläufig die Folge.

 

Normale Menschen, also Menschen, die sozial intergriert sind und völlig integer in Gemeinschaften leben, neigen dazu, einen großen Bogen um Menschen mit derart gewaltigen Macken zu machen. Sie isolieren damit natürlich den oder die Außenseiter. Man muss sich einfach gegenüber Personen, die sich gemeinschaftsfeindlich verhalten, klar abgrenzen und von ihnen korrektes Verhalten einfordern. Gelingt das nicht, stehen härtere Maßnahmen an. Nahestehende, die eine derartige Eskalation verhindern wollen, müssen ihren ganzen Einfluss geltend machen, notfalls zu kompetenter Beratung oder Hilfe raten. Ohne kompetente Hilfe wird das aber nicht gelingen.

 

15.04.2017

 





 

Politik ist eine Hure

 

Deutschland und die Nato - was in Zeiten des kalten Krieges als Bollwerk gegen die Bedrohung durch den Ostblock galt und Milliarden Steuergelder verschlang, ohne uns Deutschen wirklichen Schutz zu bieten, soll nach dem Willen der USA auf europäischem Boden erneut gewaltig aufrüsten. Die noch amtierende Kanzlerin Angela Merkel sagte Donald Trump zu, in  zügigen Schritten die Militärausgaben auf 2% des Brutto-Inlandsprodukts anzuheben. Quer durchs Parlament ist zu hören, dass dies weder sinnvoll, noch gewollt ist. Unsere Politik muss aus gutem Grund anders ausgerichtet sein. Deutschland wäre im militärischen Konfliktfall Hauptaufmarschgebiet und damit weit weg von den Hühnerfarmern in Kentucky, die ihren Präsident für jeden Blödsinn, den er anstellt, bejubeln. In Zeiten des kalten Krieges standen sich an der innerdeutschen Grenze zwei deutsche Militärapparate direkt gegenüber, die sich gegenseitig eliminiert hätten, während die sowjetischen Panzer innerhalb weniger Stunden am Rhein gestanden hätten. Wer bei der Bundeswehr Dienst verrichtete, kennt die Opfer-Strategie. Sauber ausgedacht damals von allen Alliierten, die angeblich unsere Freunde waren. Der kalte Krieg ist Gott sei Dank überwunden, Europa befriedet und durch die EU miteinander verbunden. Es herrscht Frieden. Was soll nun diese verrückte Aufrüstung?!

 

Deutschland räumt amerikanische Kriegsschauplätze auf

 

Die USA gefällt sich in der Rolle des Weltpolizisten, besonders, wenn ihre Kriege weit weg von Amerika stattfinden. Ihre Wirtschaft steht und fällt mit den Militärausgaben, weshalb Waffen, Munition und Treibstoffe kontinuierlich verbraucht werden müssen. Von der Versorgung des gesamten Militärapparates profitieren weitere Industriezweige, die allesamt die säbelrasselnde Politik finanzieren. Also muss die Politik liefern und Konfliktherde inszenieren. Die von den USA initiierten Kriege der letzten 70 Jahre mussten deren Soldaten und die Gegner mit einem hohen Blutzoll und oft der totalen Vernichtung ihrer Infrastruktur bezahlen. Mit den "eroberten" Gebieten wussten die US-Strategen allerdings nichts anzufangen. Sie hatten niemals ein wirkliches Konzept. Sie verstanden zudem die Mentailtät der "befreiten" Menschen nicht und förderten mit ihrem chaotischen Verhalten nur den internationalen Terrorismus, der uns heute die Flüchtlingsströme beschert. Wo die US-Militärs wieder gingen, rückte sofort der Terror nach. Deutsche Soldaten leisten seitdem weltweit Aufbauarbeit und sorgen für Vertrauen unter der Bevölkerung, mussten dafür jedoch als Verbündete der USA selbst den Tod tausender Soldaten hinnehmen. Deutschland leistet auf vielen Gebieten Entwicklungshilfe und gibt dafür Milliarden aus, um das wieder aufzubauen, was die selbsternannte Weltpolizei zurück lässt. Das sollte man den USA immer wieder unter die Nase reiben, auch wenn die deutsche Rüstungsindustrie an allen Konfliktherden ebenfalls kräftig mitverdient. Politik und Moral sind jedoch schwer unter einen Hut zu bringen.

 

Politik ist eine Hure

 

Nichts mehr auf unserer Welt kann heute ohne Politik geregelt werden. Egal unter welcher Regierungsform, weder in "Volksrepubliken", "Demokratien" oder anderen Formen - nie bestimmt wirklich das Volk. Der angebliche Willen des Volkes wird für das Vorgehen der Politik instrumentalisiert. Hinter den Kulissen vertritt die industrie und das Großkapital, was geschieht und die Politik wird von ihnen wie ein Hure benutzt. Wer bezahlt, bestimmt. Inzwischen wählen die verblödeten Teile der Völker in einer art Rattenmentalität sogar Milliardäre und Großindustrielle an die Spitze ihres Landes nach dem Motto: "Wenn es den Großen gut geht, fällt auch für uns etwas ab!"

Wen wundert es, dass die Großindustrie der USA aus dem Klimaabkommen aussteigt, die Aufrüstung gefordert und die Verfassung nach Gutdünken verbogen wird!? Was geht, bestimmen immer öfter abhängige Politker und das Geflecht, das sie umgibt. Kommt es zumTotal-Crash, wie unter dem Nationalsozialismus, agieren die Nutznießer der Militärapparate und der Politik ihrer Marionetten im nationalen Folgegebilde genau so weiter, sind sogar noch stärker als zuvor. Sie schlüpfen ins neue Kleid, wie in eine Maske und pflegen die alten Seilschaften weiter. Auf der Strecke bleibt das Volk, das zunehmend resigniert.

 

Im Wahlkampf putzen sich die Parteien wie Huren heraus, um gewählt zu werden. Alles, was vermeintlich attraktiv macht, kommt zum Einsatz. Der Wahlkampf in den USA war zeitweise so grotesk, dass man den Eindruck gewann, die jubelnden Massen seien total verblödet. Nach der gewonnenen Wahl setzte sich die Narretei fort, indem jedes noch so absurde Blendwerk in Dekrete umgesetzt wurde, die nun der Reihe nach von der Vernunft wieder eingesammelt werden müssen. Im Grund genommen verarscht das Großkapital und die Wirtschaft über ihren Präsidenten jetzt das verführte Wahlvolk und spaltet damit die Gesellschaft.

Hierzulande läuft die gleiche Masche etwas subtiler ab, folgt jedoch den gleichen Regeln. Für Demokratien ist das eine harte Bewährungsprobe!


03.04.2017





Die Macht des Bösen

So langsam dürfte auch bei den friedfertigsten und verständnisvollsten Bürgern das Maß mit den türkischen Verirrungen aus dem Hause Erdogan voll sein. Für die in Deutschland und im europäischen Ausland lebenden Türken, die Erdogan nicht nahestehen, dürfte das unverschämte Gebaren türkischer Regierungskreise zunehmend zur Hypothek werden. Sie sind teilweise hier aufgewachsen und bestens integriert, schätzen die Vorzüge unserer Demokratie und der multikulturellen Lebensform, die Raum für nationale Bräuche und Religionen gibt und diese sogar gegen Angriffe verteidigt. Sie sehen sich jedoch einer Mehrheit von nicht integrierten Landsleuten gegenüber, die auch nicht vorhaben, sich zu integrieren. Da man das aus deutscher Sicht erkennt, werden diese Menschen natürlich noch nicht als zu unserem Kulturkreis zugehörig angesehen. Genau diese Menschen versucht Erdogan jetzt zu erreichen und politisch zu instrumentalisieren, um eine umstrittene Volksabstimmung auf dem Weg zur Diktatur zu gewinnen. Neuester dringender Rat an seine Landsleute in Europa lautet: "Macht nicht drei sondern fünf Kinder, denn ihr seid die Zukunft Europas". Damit behandelt er sein Volk wie einen nachwachsenden Rohstoff für politische Zwecke. Das erinnert doch sehr an die umgangssprachliche Parole der Nazis: "Mädchen macht die Beine breit, Deutschland braucht Soldaten!"

 

Das Tragische ist, dass volksverhetzende Parolen zum Einsatz kommen, die weit unter der Gürtellinie liegend das Klima zwischen Europäern und Türken vergiften. Immer lauter werden die Stimmen, die deshalb sagen: "Europa den Europäern". Wer die Staatsbürgerschaft eines europäischen Landes bzw. eines Staates erwirbt, wird sich bei dieser Strategie des Heimatlands wohl bald für das Land, in dem er jetzt lebt, entscheiden müssen oder besser gehen. Die doppelte Staatsbürgerschaft steht bereits auf dem Prüfstand.

 

Sollte das Referendum in der Türkei Erfolg haben und sich die Dinge entwickeln, wie wir befürchten, werden die europäischen Staaten bald ein Problem mit asylsuchenden Türken bekommen, weil die Türkei mit eingeführter Todesstrafe dann nur noch schwer als sicheres Drittland angesehen werden kann. Meint der türkische Innenminister Soylu etwa das damit, als er sagte: "Wenn ihr wollt, ebnen wir monatlich 15.000 Flüchtlingen den Weg nach Europa, die wir euch bislang nicht geschickt haben...?" War das eine Drohung an alle Gegner Erdogans?

 

Die Politik vermeidet nach der Unschuldsvermutung, den Putsch in der Türkei als inszeniert anzusehen, um die Notstandsgesetze, eine politische Säuberung und die Verfassungsänderung durchzuziehen. Zweifel sind jedoch angebracht, weil die Listen tausender Erdogan-Kritiker und -Gegner schon am darauffolgenden Tag zu Massenentlassungen führten. Wie jedoch über den BND bekannt ist, war die Säuberungswelle bereits geplant und Militärs wollten dieser vermutlich in einem Akt der Selbstverteidigung mit einem Putsch zuvor kommen.

 

Die neuesten Äußerungen Erdogans hinsichtlich der Einführung der Todesstrafe machen den Tag des Referendums zu einem Entscheidungstag für alle Türken. Wenn entsprechende Gesetze und Verordnungen erlassen werden, kann jeder Andersdenkende nicht nur verhaftet, sondern womöglich auch "beseitigt" werden, wie man es von asiatischen Nachbarländern der Türkei kennt.

 

Sollten die beeinflussten türkischen Wähler in letzter Minute doch noch erkennen, welches Spiel Erdogan mit ihnen treibt, können sie das Unheil verhindern. Für die hier lebenden Türken schlägt deshalb die Stunde der Wahrheit, die man den unterprivilegierten Landsleuten rosig ausmalt, jedoch in eine rabenschwarze Nacht führt. Die Gastländer können leider nur zuschauen und die Situation anhand der eigenen Geschichte beurteilen.

 

18.03.2017








Vor dem Referendum

 

Vernunft oder Emotionen?

 

Eine versteckt geballte Faust kann außer Kontrolle geraten, wie jetzt gerade im Zusammenhang mit den Entwicklungen in der Türkei, in den USA und in Europa. Wenn sich der zur geballten Faust gehörende Rest organisiert erhebt, sind viele bestehenden Ordnungen in Gefahr. Die Niederlande befinden sich gerade im Endwahlkampf, der sehr stark von nationalkonservativen Strömungen beeinflusst wird. Um diesen Strömungen keinen zusätlichen Zulauf zu bescheren, verhindert die Regierung gerade Auftritte von türkischen Politikern, die ihre Anhänger gegen die Anhänger der Opposition aufbringen wollen und damit Unruhe in andere Länder tragen. Erdogan drohte europäischen Staaten sogar mit einem Aufstand, wenn seine Politiker und vor allen Dingen er selbst nicht für seine Sache im Ausland - also vor Ort - werben dürfe. Der Nazi-Vergleich bei ablehnender Haltung, der momentan auch andere Staaten Europas trifft, dürfte dazu beigetragen haben, dass das Maß voll ist. Scheitert Erdogan im April mit seinem Referendum, dürfte die Türkei vor einem Neuanfang stehen, auf dem der Weg in das vereinte Europa geebnet werden könnte. Es steht schlicht die Existenz Erdogans auf dem Spiel, der in Zukunft für die Völkerfamilie ein ähnliches Problem wie der syrische Machthaber Assad darstellen könnte. Die Einmischung Russlands und der im Umbruch befindlichen USA könnten das Problem noch verschärfen.

 

Nützliche Despoten

 

Im Sinne von "nützlichen Idioten" gibt es auch nützliche Despoten, wenn es darum geht, Politik zu  gestalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Despoten der ganzen Welt umgarnt, wenn es um die Wirtschaft, Waffenexporte, Rohstoffe und die Konjunktur von Staaten ging. An ihrer Seite gewann man Einfluss. Kriege ebneten den Weg. Auf der Höhe der Flüchtlingsproblematik und der Schließung der Balkan-Route kungelten Europäische Staaten mit dem angehenden Despoten vom Bosporus, der mit dem getroffenen Abkommen ein Faustpfand in Händen hält. Inzwischen baute sich in Europa eine gewaltige fünfte Kolonne der Türkei auf, die die Probleme ihres Landes in alle Länder verbreitet. Der Höhepunkt ist nun, dass in all diesen Ländern türkische Staatspropaganda Einzug halten soll. So also stellt sich die Türkei ein vereintes Europa vor. Ein Grund mehr, ihren Beitritt abzulehnen.

 

Balkanroute ist faktisch auch für Türken gesperrt

 

Andersdenkende Türken, die außerhalb ihres Landes leben, werden inzwischen von ihren Landsleuten überwacht und keiner weiß, ob, wie und mit was er denunziert wird. Die Folge ist, dass jeder Türke an der Grenze seines Landes damit rechnen muss, verhaftet zu werden. Viele Türken meiden deshalb bereits den Weg in ihre Heimat, denn selbst die Deutsche Staatsbürgerschaft kann sie nicht schützen. So gesehen ist die Balkanroute für sie in umgekehrter Richtung faktisch gesperrt.

 

Wer wird sich durchsetzen?

 

Europäische Politiker gehen momentan ganz unterschiedlich vor. Ein Teil - zu dem auch Angela Merkel gehört - vertritt die Ansicht, eine funktionierende Demokratie müsse das aushalten und der Proforma-Widerspruch zu den Nazi-Vergleichen, mutet wie ein "Na, na, du Dummerle! Das macht man doch nicht!" an. Andere ducken sich weg, wie die Franzosen, Holland nimmt die Sache ernst und macht Front gegen die Angriffe. Einige Osteuropäer reiben sich die Hände, denn Türken ließen sie erst gar nicht ins Land. Sie ermutigen jetzt unsere Nationalkonservativen in ihrer Politik. Die Frage ist, was vernünftig ist. Wird sich die Vernunft oder werden sich die instrumentalisierten Emotionen durchsetzen?

 

12.03.2017

 








Diplomatischer Eiertanz bei Anne Will

 

Am 12. März 2017 waren Kanzleramtsminister Altmaier und der türkische Jugendminister Kilic bei Anne Will zu Gast, um vordergründig das deutsch/türkische Verhältnis zu beleuchten. Bereits kurz nach Beginn der Sendung, als Kilic, der in Deutschland geboren ist und unsere Sprache beherrscht, Türkisch sprach, fragten sich viele Zuschauer, warum der Sender dieser Kommödie eine so große Plattform bot. Altmeier wollte süffisant kontern, indem er eine Passage Hölländisch sprach. Ansonsten hatte man den Eindruck, man wohne einem Schonwaschgang mit falschen Waschmitteln bei.

 

Altmeier verfolgte die Merkelsche Taktik "Nur kein Öl ins Feuer gießen!" und bemühte sich um Sachlichkeit, während sein Gegenüber die Fakten auf unerträgliche Weise verbog. Altmeier erwähnte mit keinem Wort, dass allein die Ankündigung Erdogans, dass es einen Aufstand geben würde, wenn er in Deutschland nicht zum Volksentscheid reden dürfe, reicht, um ihm die Einreise zu verweigern. Es geht schlicht darum, dass türkische Konflikte nicht auf unserem Boden ausgetragen werden dürfen.

 

Der Höhepunkt der Argumentation Kilics war jedoch die krasse Verharmlosung dessen, was das Referendum bedeutet. Wer sonst als wir können am besten beurteilen, was diese Art der Machtergreifung bedeutet und was daraus entstehen kann. Genau diese Erfahrung prägt unser heutiges Demokratieverständnis. Wenn dieser Minister wirklich das glaubt, was er von sich gab, und solche "Wahrheiten" unter seinen Landsleuten verbreitet, ist er Teil des Erdoganschen Systems und kein Vertreter des Volkes.

 

Die Presse ist sich mehrheitlich einig, dass diese Sendung kein journalisitisches Glanzstück war. Es wurden zwar die richtigen Fragen angerissen, aber nicht qualifiziert nachgefragt. Dazu hätte es viel besserer Informationen bedurft. Offensichtlich ging es nur um Einschaltquoten, die auch als Propaganda für AKP-Anhänger in Deutschland gesichert waren. Das Fernsehen als Mittäter - mal was ganz Neues!

 

Klaus Klee

 

Pseudologie als Umgangsform

 

Pseudologie, auch pathologisches Lügen genannt, ist heute eine häufig verbreitete Umgangsform, um Aufmerksamkeit zu erregen, oder um ein geringes Selbstbewusstsein so zu überspielen, dass vom Umfeld genau das Gegenteil angenommen werden soll. Es hat sogar den amerikanischen Präsidenten ergriffen. Das kann aber so weit gehen, dass ein pathologischer Lügner seine Behauptungen selbst zu glauben beginnt. Meist erhoffen sich diese Menschen davon einen persönlichen Vorteil. Einige von ihnen wollen Anerkennung erhalten, indem sie wichtigtuerisch über beruflich Erreichtes sprechen, um für kompetent gehalten zu werden. Andere pathologische Lügner lügen nur aus Langeweile oder in einem psychopathischen Schub. Tragisch ist, dass solche Menschen glauben, über den Dingen zu stehen. Sollten sich wie in den USA mehrere an Pseudologie leidende Personen zusammenfinden, kann wirklich alles passieren, denn sie ergänzen sich perfekt. Dabei bestärken sie sich gegenseitig und erkennen nicht mehr, dass sie das, was sie zu bewegen glauben, gar nicht beherrschen. Das alles ist für die Opfer lästig, aber leider real.

 

Für Menschen, die als Opfer von solchen Fehlverhalten im Alltag betroffen sind, bietet der folgende Link einige Hilfen an.

http://de.wikihow.com/Einen-pathologischen-L%C3%BCgner-erkennen

 

Was Betroffene geradezu beleidigend finden, ist das primitive Vorgehen, mit dem sie in die Aktion des pathologischen Lügners eingebunden werden. Das gilt auch für passive Rollen, die ihnen aufgezwungen werden.

 

 11.03.2017












 

Ein Teufelskreis

 

Vor über 10 Jahren stellte ich eine Website über Psychosadismus auf diese Homepage und auf sie wurde inzwischen über 100.000-fach zugegriffen. Offensichtlich ist sie enorm aktuell. Dabei habe ich damals nur das erörtert, was Sigmund Freud über dieses Thema schrieb und sah noch keinen aktuellen Hintergrund. Heute liegt das etwas anders, weil ich imer öfter versuche, misteriöse Fehlverhalten von Mitmenschen psychisch zu deuten. Immer wieder lande ich bei meinen Recherchen bei den Begriffen "Psychopath" und "Psychosadismus", wenn ich das heranziehe, was mir täglich als Problem begegnet. Es muss eine Ursache haben, wenn man immer wieder verleumdet und diskreditiert wird, um gewachsene Beziehungen zu zerstören und selbst an deren Stelle treten zu wollen. Pathologisches Lügen, das Fehlen von Scham und Reue und anderes liegen nahe bei typisch psychopathischen Verhaltensweisen. Selbst  ADS rückt bei den Recherchen in den Vordergrund. ADS ist jedoch heilbar. Die anderen Defekte sind bekanntlich nur schwer zu behandeln, weshalb das gesamte Umfeld solcher Personen zu leiden hat. Vielleicht ist die verzweifelte Suche der Opfer nach einem Ausweg der Grund, warum die Seite Psychosadismus so oft aufgerufen wird.

 

Interessant ist das Schauspiel, wenn zwei oder mehrere in vielen Dingen gleichgeartete Personen zusammentreffen und gar nicht merken, dass sie sich gegenseitig manipulieren und Dinge deshalb eskalieren. Oft hilft noch nicht einmal eine höhere Intelligenz, weil man sich gegenseitig nur in seinen emotionalen Empfindungen bestätigt. Eine Behauptung muss nach eigenem Empfinden nur zur mehrfach verleumdeten Person passen, um sie zu übernehmen. Das Opfer ist diesen Attacken meist wehrlos ausgeliefert. Sigmund Freund meint: "Der Sadismus verschafft sehr große Lust und ist international gesehen, ein sehr großes Problem. Die Charakteristika von Sadisten sind weltweit sehr einheitlich."

 

Es geht also um Lust und die Freude über gewonnenen Einfluss. Den Opfern bleibt nur, diese Landplage zu erdulden und diese Menschen möglichst aus wichtigen Entscheidungsprozessen herauszuhalten. Sie kennen nur sich. Ihre Unberechenbarkeit macht sie sogar gefährlich. Man muss sie ins Leere laufen lassen oder ihnen aus dem Weg gehen.  Ohne professionelle Hilfe  finden diese Menschen leider nicht mehr in die Normalität zurück. Eigentlich schade!

 

28.2.2017

 

 

 

 

 

 

 

Das Leiden des alten Trump

 

Bei der Frage, was uns am meisten bewegt, tritt immer stärker die Angst vor dem neuen amerikanischen Präsidenten in den Vordergrund. Auf der Suche nach dem größten Herrscher der Weltgeschichte, mit dem man ihn vergleichen könnte, schneidet er immer schlechter ab. Es ist aber noch schlimmer. Wir ertappen uns sogar dabei, alle US-Amerikaner ihm gleichzusetzen, obwohl ihn die Hälfte der Wähler als Präsident verhindern wollten. Im US-Vorwahlkampf setzten sich jedoch nicht die akzeptabelsten Kandidaten beider großen Parteien durch. So blieb nur die Wahl zwischen zwei fragwürdigen Alternativen. Plötzlich war bei beiden großen Parteien aggressives Marketing angesagt, wie es angewendet wird, wenn man weniger gute Produkte verkaufen will. Die US-Amerikaner fielen dank ihres besonderen Wahlverfahrens prompt auf das schlechtere Produkt herein, weil zuvor alle anderen Produkte elitärer amerikanischer Lebensart aus dem Regal genommen worden waren. Nun haben sie eine schillernd bunte Verpackung mit schädlichem Inhalt, der nur schäumt und äzt und an dessen schillernden Seifenblasen sich Ihresgleichen und die weniger Intelligenten erfreuen. Kabarettisten und Narren jubeln, jedoch mit einem Kloß im Hals. Diese dubiose Figur ist nämlich Wirklichkeit und sitzt an den Hebeln der Macht des Landes, das nach dem Krieg unsere Sicherheit garantierte. In der Weltpresse gewinnen die Leser zunehmend den Eindruck, dass dieser Mensch nicht mehr ganz dicht ist.

 

Menschen mit begrenzter Sicht ticken anders

 

Die Weltgeschichte zeigt uns, dass das Wesen von Staatsmännern, Führern, Despoten und Personen, auf die weitere Bezeichnungen zutreffen, immer erst dann thematisiert wird, wenn der schlimmste Fall bereits eingetreten ist. Offensichtlich wurden daraus aber keine Lehren gezogen. Obwohl wir heute bis in den letzten Winkel der Erde absolut jede Nachricht zeitnah empfangen und daraus unsere Meinung bilden können, bleibt vielfach der Lerneffekt aus. Die Werbung und Unterhaltungsgewohnheiten haben zu viele Menschen voll im Griff, wodurch sie fast in jede Richtung verführbar sind. Das sollte auch uns bei den nächsten Wahlen eine Lehre sein.

 

Provokante Sprüche werden Wirklichkeit

 

Vor 74 Jahren fragte Josef Göbbels eine große Menschenmasse im Berliner Sportpalast, nachdem er seine Positionen über damalige Gegner breitgefächert dargelegt hatte: "Wollt Ihr den totalen Krieg? Wollt Ihr ihn wenn nötig totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt noch vorstellen können?" - und die Massen jubelten ihm zu, als hätten sie die Schrecken des Ersten Weltkrieges längst vergessen. Nun erleben wir Donald Trump mit seinem dümmlich-trotzigen "Amerika First" und einer Flut von Dekreten, die alles und jeden angreifen, die oder was er ganz persönlich zum Feind erklärte. Dabei ist ihm jedes Argument recht, solang es der dümmste seiner Wähler nicht anzweifelt. Höchstes Ziel ist bei ihm die schnelle Umsetzung seiner îrren Wahlkampfsprüche ala "Trump First!"

 

Das Unheil nimmt seinen Lauf

 

In den USA erleben wir gerade den verzweifelten Kampf von Menschen, die ihre Demokratie, den Weltfrieden und das faire Zusammenleben aller Menschen und ein nagelneues funktionierendes Sozialwesenretten wollen. Auf der anderen Seite steht ein stinkreicher Schaumschläger, der versucht, seine Regierung mit fragwürdigen Gestalten zu besetzen, die ausschließlich das umsetzen, was er - Trump - will. Nun erhält er sogar von fragwürdigen Gestalten einen Korb nach dem anderen und einige, die bereits im Amt waren, räumten wieder ihre Plätze. Trump selbst glaubt nach öffentlicher Aussage jedoch, dass sein Regierungsapparat perfekt funktioniere. Spätestens an diesem Punkt wird klar, wie es um seine Urteilsfähigkeit bestellt ist.

 

Der Rest der Welt schaut täglich gespannt nach Washington, was jetzt wieder passiert. Fast jede Nachricht birgt gewaltiges Konfliktpotenzial. Per Dekret werden viele Dinge nur angerissen, aber nicht gelöst. Es wirkt wie das wilde Umsetzen von Kompost. Das kommt in ländlichen Bereichen der USA vielleicht an, in den großen Ballungszentren und Metropolen bewirkt es genau das Gegenteil. Wir Europäer beobachten das, haben momentan aber selbst genügend Probleme. Da hat ein Typ wie Trump gerade noch gefehlt. Europa kommt aber nicht umhin, richtige Antworten auf all die Drohungen und Verunsicherungen zu finden, die nun mal auch alle Europäer betreffen. Westeuropa ist schließlich das Aufmarschgebiet eines möglichen zukünftigen Krieges zwischen den Großmächten. Da hat Frieden einen hohen Stellenwert!

 

Die ganze Welt schaut nun auf die Selbstheilungskräfte der US-amerikanischen Demokratie und verfolgt mit Interesse, ob die soziale Integration des superreichen Spinners gelingt, dem scheinbar eines zu seinem persönlichen Glück noch fehlte - das Amt des amerikanischen Präsidenten.

 

19.02.2017

 







Nicht mehr ganz dicht?

 

Der Spiegel meint in seiner Ausgabe vom 17.2.2017: "Es klingt hart, aber nach dieser denkwürdigen Pressekonferenz ist zu hoffen, dass es da im Weißen Haus eine gute medizinische Abteilung gibt, die mal prüft, ob mit diesem Mann wirklich alles in Ordnung ist" und eröffnet sogar mit den Worten: "Donald Trump hat eine denkwürdige Pressekonferenz gegeben. Sie war auch sehr hilfreich. Man weiß jetzt: Es ist an der Zeit, am Verstand des US-Präsidenten zu zweifeln".

 

Wenn das die übermittelte Meinung auch der US-amerikanischen Presse ist, hat es aber verdammt lang gedauert, bis man das im eigenen Land gemerkt hat. Ob Trump "nicht mehr ganz dicht ist", können tatsächlich nur Mediziner und Psychoanalytiker ermitteln. Sein Verhalten ist dem von Psychopathen jedoch sehr ähnlich. Denen sagt man u.A. folgende Eigenschaften nach:

  • Pathologisches Lügen, 

  • manipulatives Verhalten, 

  • Fehlen von Scham und Reue, 

  • soziale Gefühlsimmunität,

  • Ignorieren von Gesetzen und Absprachen und 

  • eine ausgeprägte Verantwortungslosigkeit.

In seinem Fall käme noch eine gestörte Wahrnehmungsfähigkeit hinzu, was die Selbstüberschätzung erklären könnte. Die GOP - die republikanische Partei - ist nun gefragt, ihren Kandidaten wieder auf den Teppich zurück zu holen. Es ist aber zu befürchten, dass die GOP von Trump nur als Kamel benutzt wurde, um den Herzenswunsch eines Spinners zu erfüllen. Derart missbraucht kann man allerdings nicht gelten, wenn man Trump weiterhin gewähren lässt. Die GOP ist nun gefragt.

 

Die republikanische Partei auf Abwegen

 

Wenn man bedenkt, dass die Partei von Abraham Lincoln einst antrat, um die Sklaverei abzuschaffen und liberal auftrat, so ist sie heute zutiefts rechtskonservativ. Mit der GOP bringt man heute Waffen, KuKuxClan, amerikanische Noenazis, private Heimatschutztruppen und andere eher demokratiefeindliche Elemente in Zusammenhang. Nun ist ein Vertreter solch fragwürdiger superreicher Kreise als selbsternannter Messias des gemeinen Volkes Präsident und versucht nicht nur die USA, sondern die ganze Welt aus den Angeln zu heben - und die GOP schaut tatenlos zu.

 

Parallelen zum Nationalsozialismus und anderen Systemen

 

Sich neu etablierende totalitäre Regime begannen stets zuerst damit, die Justiz, das Militär und die Polizei unter ihre Kontrolle zu bringen. Kurz danach unternahmen sie - meist erfolgreich - den Versuch, die Presse ebenfalls unter ihre Kontrolle zu bringen oder mundtot zu machen. In Russland, der Türkei, Syrien, Staaten mit einer  Religionsdiktatur und anderenorts verschwinden Menschen, die sich lautstark dagegen wehrten oder sie und ihre Familien werden ausgegrenzt. Ansätze dazu sind nun in den USA zu erkennen. Sogar das Foltern würde Trump nach eigenen Aussagen legalisieren.

Enorm, was eine solche Demokratie alles hervorbringt!

 

Klaus Klee

 

Brillianter "Ritter" unter dekadenten Eliten

Die Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst" ist eine Eliteveranstaltung des Ersten Deutschen Fernsehens mit einem enormen "Geschmäckle". Ein Blick in die Runde der Besucher und auf etliche politisch einseitige Programmpunkte zeigten, für welche Klientel die Veranstaltung ausgelegt ist. Einige Besucher schienen sich dagegen regelrecht verirrt zu haben. Bei Politikern ist das aber häufig der Fall. Nun muss auch der neue Ritter Gregor Gysi - angekündigt als Kommunist - als Speckbrocken auf der elitären Suppe dieses dekadente gesellschaftliche Konglomerat ergänzen. In welch fragwürdiger Gesellschaft er sich damit befindet, machte der letztjährige Ordensritter Markus Söder deutlich, der mit einer Videobotschaft darlegen durfte, warum er als Politiker des rechten Randes nicht die Laudatio auf den "Kommunisten" halten will. Als Wolpertinger kostümiert unterstrich er einmal mehr das Wesen Bayerischer Politeliten. Gregor Gysi bestach dagegen mit einer brillianten Rede und fand große Zustimmung im Auditorium. Dabei feierten sich die Besucher selbst, indem sie dem Intellekt den Vorrang vor der politischen Gesinnung des Redners einräumten. Unter dem Strich war die Veranstaltung für den Rest der Republik eher abstoßend.

 

Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing...!

 

Am deutlichsten merkte man diese Devise beim Auftritt von Christian Lindner (FDP), der das Lied "Hurra, wir leben noch" zur Entzückung seiner politischen Klientel im Saal intonieren durfte. Ingo Appelt unterstrich mit seinem politisch extrem einseitigen und platten Auftritt zu Beginn einmal mehr seine Mittelklasse und ließ damit klar erkennen, wessen Scheck er dafür anschließend abholen durfte. Auch andere "Größen" der Unterhaltung durften im Saal mit großer Zustimmung rechnen, als sie Martin Schulz, den Kanzlerkandiaten der SPD, hemmungslos diskreditieren durften. Der AKV hat absolut keinen eigenen Aktiven, der hier hätte Akzente setzen können. So mussten bezahlte Akteure den Abend gestalten und die ARD Talente beisteuern, die jedoch nur eine satte selbstgefällige Besucherschar zufrieden stellen konnten.

Ich zumindest habe mir das mal wieder angetan, weil Gregor Gysi ein vitaler intelligenter Geist ist, der erwartungsgemäß gegen deutlich spürbare Aversionen alle Erwartungen erfüllte. Er zeigte diesem dekadenten Proporz, wo die Messlatte für Humor liegt. Sein Appell zur Rettung der Demokratie und der Europäischen Union erreichte mit Sicherheit alle Adressaten.

 

14.02.2016

 





 

Erfahrungen mit der GVV-Versicherung

 

Justitia ist offensichtlich nicht immer  da zuhause, wo man sie braucht. Zumindest nicht im Frankfurter Amtsgericht, das zwei Jahre benötigte, um letztendlich einen simplen Unfall falsch zu beurteilen. Ich habe die Vermutung, dass das im Vergleich sogar noch sehr schnell war. Hier gelang es problemlos - zumindest in folgendem Fall - sich im Amt zu irren und das falsche Ergebnis als Urteil in die Welt zu setzen. Verursacher ist in diesem Fall die GVV-Versicherung, die - wie durchaus üblich - aus purem Eigeninteresse handelte und sich vor ihrer Verpflichtung drückte. Was war geschehen?

 

Die GVV-Versicherung ist vorwiegend im kommunalen Bereich tätig und versichert auch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Diese treten die gerichtliche Hoheit eines Rechtsstreits an ihre Haftpflichtversicherung ab. Damit ist diese Herr des Verfahrens. Auch im Fall eines Unfalles der Gattin eines dort versicherten Frankfurter Feuerwehrmannes. Sie hatte im Mainkurkreisel im März 2015 einen Unfall (siehe HIER) verursacht. Die GVV zahlte nicht und wurde daraufhin auf Schadensersatz verklagt (Aktenzeichen 31 C 2710/15 (17). 

 

Beim anschließenden Rechtsstreit wurden von der GVV alle Register von der systematischen Verzögerung bis zu falschen Unterstellungen gezogen, um die Klage zu verschleppen und abzuwenden. So wurde sogar spekulativ behauptet, der Unfall sei zur Überdeckung eines Altschadens provoziert worden. Die GVV war jedoch beweispflichtig, was sie jedoch nicht erfüllen konnte. Obwohl bereits zwei Gutachten zum Unfall vorlagen, bestellte das Gericht nach über einem Jahr ein nochmaliges Gutachten. Insgesamt wurden bei einer Schadenshöhe von 3.700 € Gutachterkosten von ca. 4.300 € "verbraten". Alle von den Anwälten der GVV vorgebrachten Unterstellungen wurden widerlegt. Das zuständige Gericht wies dennoch die Klage ab, weil sie nach wie vor der Argumentation der GVV-Anwälte folgte und selbst das Gutachten falsch auslegte.

 

Es reicht also nicht, dass man im Gegensatz zum Gegner des Rechtsstreits wahrheitsgetreue Angaben macht, man ist auch darauf angewiesen, dass ein Richter genau erkennt, was Sache ist. Irgendwie müsste das aber Teil der Qualifikation eines Richters sein. Ich erlebte das Gegenteil.

 

Die Angaben der eigentlichen Unfallgegnerin bei der Beweisaufnahme waren bezüglich des Schuldempfindens ebenso wahrheitsgemäß, wie die des Klägers. Für beide lag die Kollision außerhalb ihres Blickfelds. Die Verkehrsführung ist an dieser Stelle unfallträchtig, jedoch eindeutig geregelt. Die Schuldfrage war selbst für Laien klar. Das Auto, das seine Fahrspur nicht verließ und von einem anderen Fahrzeug gerammt wurde, muss im Recht sein. Das wusste auch die GVV-Versicherung, weshalb ein absichtliches Verlassen der Fahrspur und eine Erhöhung der Geschwindigkeit zur Herbeiführung einer Kollision unterstellt wurde.

 

Eine Anhörung der mutmaßlichen Unfallverursacherin vor Gericht hätte für Klarheit gesorgt. Dies erfolgte jedoch unter Zulassung von juristischen Finten nicht, vermutlich, weil dies bei richtiger Einschätzung zum Nachteil der GVV ausgegangen wäre. Die GVV war als Geschädigte Herr des Verfahrens und die Unfallgegnerin als Ehefrau des Versicherungsnehmers war für das Gericht außen vor. Das ist Deutsches Recht.

 

Es ist auch für Juristen eine Frage der Ethik und der Moral, ob Recht in niederer Absicht gebeugt wird. Anwälte müssen die Interessen ihrer Mandanten vertreten. Wenn sie dabei Ethik und Moral verlassen, so mag auch das zu ihrem Job gehören, es wird jedoch von Nichtjuristen als schäbig und nicht standesgemäß empfunden.

 

Das mit Fehlern behaftete Gerichtsurteil kann nicht hingenommen werden. Mit der Berufung werden jedoch sicher erneut 2 Jahre ins Land gehen, denn die Gerichte arbeiten viel zu langsam und viele Prozessgegner setzen bei betagten Kontrahenten darauf, dass sich Fälle durch deren Ableben erledigen. Auch das sind Geschäftspraktiken, die immer wieder aus Erfahrung Dritter bestätigt werden. In diesem Fall leistet die ARAG dem Geschädigten Rechtsschutz und behält sich vor, über eine Berufung zu entscheiden.

 

Auf diese Weise entscheiden zwei Versicherungen über Recht und Unrecht und wägen dabei lediglich die Risiken ab. Um Recht und Unrecht geht es in ethischer Hinsicht also gar nicht mehr.

 

Für Versicherungskunden ist die GVV bei solchen Praktiken der richtige Partner, wenn sie im Unrecht sind und wenn sie es gut finden, dass Andere für ihre Schäden aufkommen. Ich persönlich kann vor dieser Versicherung nur warnen.

 

8.2.2017







Gutachten muss man verstehen
und beurteilen können.

 

Gerichte und Prozessteilnehmer bedienen sich Gutachter, die Sachverhalte mit einer neutralen Untersuchung klären sollen. Leider wird immer wieder unterstellt, dass Gutachter zugunsten ihrer Auftraggeber befinden, weshalb das Gericht einen Gutachter bestellt, der das Vertrauen des Gerichts genießt.

 

Im neben geschilderten Rechtsstreit wurde das Gutachten des Klägers mit 650 € vergütet, der gerichtliche Gutachter bekam 3.160 €. Die Kosten des gegnerischen Gutachters sind dem Kläger nicht bekannt. Beide erstgenannten Gutachter kamen zu gleichem Schluss, auch wenn das erste Gutachten unmittelbar nach dem Unfall und das zweite Gutachten erst nach 1 1/2 Jahren erstellt wurde.

 

In nur einem Punkt weichen die Gutachten voneinander ab. Der erste Gutachter deutete die sichergestellten Spuren am Vorderreifen so, dass das Fahrzeug bereits gestanden haben muss, weil ansonsten die Spur radial um den Reifen hätte verlaufen müssen. Der zweite Gutachter meinte, das Fahrzeug müsse noch in Bewegung gewesen sein. Zum Unfallhergang bemerkte er, dass das Fahrzeug des Klägers "schneller am Kollisionsort" gewesen sei, um zu erklären, warum der Rammstoß von hinten nach vorn erfolgte. Der Richter deutete die Formulierung "schneller" als "höhere Geschwindigkeit" bei der Kollision. Eine Befragung des Unfallgegners hätte ergeben, wer tatsächlich schneller war und erst nach 10 Metern zum Stillstand kam.

 

Obwohl genau diese Unklarheit vorlag, unterblieb eine Zeugenanhörung der Beklagten, was eindeutig zugunsten der GVV war. Das Urteil stellt den Sachverhalt nun auf den Kopf.

 

Wenn man sich die Urteilsbegründung durchliest, erkennt man, wo die Fehler liegen. Eine Berufungsverhandlung würde nur zu der Prüfung führen, ob das Urteil Mängel hat. Eine nochmalige Beweisaufnahme würde nicht eröffnet werden, es sei denn, das Verfahren würde an das Gericht zurücküberwiesen. Allein die Berufungsverhandlung kostet ca. 2.000 €.

 

Würde man als Geschädigter selbst Berufung einlegen und die ARAG die Kosten nicht übernehmen, käme sie dennoch in den Genuss eines revidierten Urteils, währenddem der Kläger das Risiko und die Kosten der Berufung trägt.

 

Verrückte Welt! - Aber - so ist es!

 

Klaus Klee


 

Haudrauf der Weltpolitik

 

Es gibt viele Menschen, die glauben, Donald Trump sei nicht mehr ganz dicht. Das mag sein. Möglicherweise ist das aber ein großer Irrtum und Trump ist so eine Art Reinkarnation eines Michael Kohlhaas, der damals darunter litt, dass der Selbsthilfe im absolutistischen Staat kein Raum mehr gegeben war. Unsere Weltordnung ist komplex und der Einzelne spielt nahezu keine Rolle. Das konsensgeprägte Zusammenwirken verschiedener politischer Richtungen führt oft zu nur halben Lösungen, wodurch die Unzufriedenheit der Menschen steigt. Trump fühlt deshalb der Demokratie auf den Zahn. Er greift auf, dass sich große Teile der Bevölkerung eine stärkere Führung und das Respektieren ihrer Interessen und ihrer nationalen Identität wünschen, was auch immer darunter verstanden wird. Das birgt Gefahren. Etablierte demokratische Parteien Europas orientieren sich aus wahltaktischen Gründen ebenfalls verstärkt an solchen Bedürfnissen, um Wähler für sich zu gewinnen. Damit ist flächendeckend ein schleichender Rechtsruck unausweichlich. Die Frage ist nur, wie heftig er ausfällt.

 

Donald Trump führt der Welt gerade vor, was passiert, wenn ein fanatischer Egomane eine Partei für seine persönlichen Interessen benutzt, um persönlich an die Macht zu kommen und anschließend alle Politiker für überflüssig zu erklären und all ihre bisherigen Entscheidungen zu revidieren. Mit vollmundigen Versprechen und den Massen im Rücken an die Macht gekommen, wird es jedoch schwer, diesen Mensch wieder los zu werden. Der türkische Präsident führt Trump und anderen Nationalisten der Erde gerade vor, wie man sich mit Hilfe des Volkes die absolute Macht verschafft. Strategien und Verhaltensweisen der Nationalsozialisten feiern tatsächlich wieder Erfolge, als hätte die Welt aus den Folgen nichts gelernt!

 

Ein Mensch, der auf solche Art zur Macht kommt, sich pathologisch durch den Tag lügt, die Presse zum persönlichen Feind und zum Feind der Demokratie erklärt, also Macht gnaden- und gewissenlos ausübt, weiß genau, was er macht, denn er ist sich ja seines Wahnes nicht bewusst. Ist die Macht erst einmal über eine personell passend besetzte Judikative und Legislative abgesichert, ist die Diktatur erreicht.

 

Ein Land wie die USA, das glaubt, die Demokratie für sich gepachtet zu haben, die meint, die ganze Welt mit ihrer Art Demokratie missionieren zu müssen, ist nun auf einmal auf einem gefährlichen Weg. Donald Trump wird sein Experiment restlos ausreizen und die Demokratie grundsätzlich herausfordern. Zu sehr ist er von seiner Macht beseelt, die ihm sogar Atomwaffen anhand gab.

 

Inzwischen wird bereits von einem Exodus der Diplomaten und des Personals des auswärtigen Amtes der USA berichtet. Genau das waren aber die Personen, die ihm die Spielregeln seriöser, erfolgreicher und nachhaltiger Politik hätten vermitteln und den Schaden begrenzen können. In Washington regiert nun latente Gewalt, die sich auch der Folter bedienen wird, wenn die passenden Mitstreiter für diese Drecksarbeit gefunden sind. Im Nationalsozialismus waren unglaublich viele Personen bereit, das alles mitzumachen, um damit Macht über ihre Mitmenschen auszuüben. Die Amerikaner haben uns damals federführend vom Nationalsozialismus befreit, also gesehen, was passiert war und uns die Demokratie wiedergebracht. Nun ist die USA selbst auf Irrwegen. Wer wird das stoppen? Nichtdemokratische Despoten reiben sich die Hände!

 

Die verantwortungsvollen Politiker und Diplomaten des demokratischen Europa müssen nun zusammenhalten und sich notfalls von den USA abkoppeln, wenn diese Politik in eine falsche Riochtung führt. Militärische Bündnisse führten stets zu Weltkriegen, wenn die Diplomatie versagte. Wer sich als Weltpolizei aufspielt, weil er den permanenten Verbrauch von Waffen und Munition sowie allem, was man für einen militärischen Apparat benötigt, lediglich für die Aufrechtungerhaltung seiner Konjunktur braucht, sollte zumindest politisch verlässlich sein. Die USA verlassen gerade diesen Pfad. Dieser Entwicklung darf man nicht passiv gegenüber stehen. Auch im Nationalsozialismus hat man Hitlers Machtgebilde und seinen fortwährenden Herausforderungen zu lang tatenlos und feige zugeschaut. Am Ende hatten 60 Millionen Menschen ihr Leben verloren, fast genau so viele waren verstümmelt, vertrieben, all ihrer Habe beraubt und der durchgedrehte Despot war am Ende seines Lateins tot.

 

Die Situation hat bereits schon dadurch eine beängstigende Dimension bekommen, weil alle wahnwitzigen Ankündigungen seines Wahlkampfes nun umgesetzt werden. Der Mann hält, was er verspricht und keiner kann behaupten, er hätte all das nie angekündigt. Für Politiker ist es jetzt Zeit, zu reagieren, denn jedes Zaudern wird als Schwäche ausgelegt werden. Der falscheste Weg wäre allerdings der, dass die Europäer ähnlich gestrickten Typen im eigenen Land zur Macht verhelfen. Diesmal lauert in Europa die Gefahr erneut wieder von rechts!

 

27.01.2017

 







 
Demokratie am Scheideweg

 

Die politische Entwicklung gibt weltweit Anlass zur Sorge. Politik und die Diplomatie ist das nationenübergreifende Werkzeug, um Konflikte auf dem Verhandlungsweg zu vermeiden oder auszuräumen. Dass dabei Interessen ausgetauscht und Lösungen gesucht werden, ist gängige Praxis. Die USA zieht politisch jedoch gerade Zugbrücken hoch, will Mauern bauen, Zölle nach Belieben erheben, Märkte deregulieren, Menschen wieder foltern und die freie Presse beschneiden. Eine knappe Mehrheit von Amerikanern, die zur Wahl gingen, haben das erreicht. Schuld sind aber auch Nichtwähler, die von der Demokratie und der Politik enttäuscht sind. Ähnliches droht jetzt in vielen Ländern der Erde, die noch über eine funktionierende Demokratie verfügen.

 

Wie viel Schuld tragen die Politiker an dieser Entwicklung?

 

Wie eine Studie verrät, besitzen weltweit die Politiker das geringste Ansehen aller Berufsgruppen. Sie kommen noch hinter den Versicherungsvertretern und Anlageberatern. Das Vertrauen liegt bei weniger als 15%. Das mag daran liegen, wie sie sich finanzieren und für wen sie im Gegenzug tätig werden. Politische Gesinnungen spielen fast keine Rolle, es geht um die Macht und den eigenen Vorteil. Nirgendwo wird das so deutlich, wie in den USA, die damit demonstrieren, wie Demokratie wirklich funktioniert. Alle Demokratien legitimieren sich durch Wahlen, wofür man das Volk braucht. Die Reichen sind nicht auf ihre Stimmen angewiesen, sie kaufen sich die Politik. Das Volk darf wählen, wer mit ihnen macht, was die Reichen wollen. So einfach ist das. Dass wir so weit gekommen sind, ist allein die Schuld vieler Politiker, die sich völlig legitim prostituieren und das Ansehen ihres Berufsstandes beschädigen. Daraus resultiert Verdrossenheit, die wiederum über das Wahlverhalten extremen Gruppen zu mehr Gewicht verhilft.

Vielleicht bedurfte es eines Donald Trump, um endlich zu erkennen, wo der Hase begraben liegt.

 

Die May ist gekommen, die Bäume schlagen aus...

 

Nicht nur in Amerika zeigt die Politik Schwächen. Auch unser Noch-EU-Partner England zeigt gewaltige national orientierte Tendendenzen. Ehe noch der Brexit endgültig vollzogen ist, rennt die neue Premierministerin Theresa May zu den EU-Gegnern das Auslands, um die Haltung und die Entscheidungen der EU zu unterlaufen. Nachdem - wie in den USA - eine äußerst knappe Mehrheit diese Entwicklung in England einleitete, müssen die jungen Menschen in England jetzt uralten nationalistischen Trampelpfaden folgen, auf denen bereits ihre Vorfahren hasserfüllt wandelten.

Die EU war und ist ein wichtiges Instrument, mit dem die Wunden der Vergangenheit heilen können. Einigen europäischen Staaten ist das offensichtlich nicht wichtig und die Scharfmacher in ihren Reihen unterlaufen die EU, wie man z.B. an der Flüchtlingspolitik sieht. Obwohl bekannt ist, dass Trump die EU und speziell die Deutsche Wirtschaft beängstigt, sucht Theresa May katzbuckelnd als erste Staatsmännin den Kontakt zu Trump. Dabei rang sie ihm absolut keine Zusagen ab, sondern legte ihm nur widerspruchslos ihre Meinung nahe. Es ging ihr vorwiegend um wirschaftliche Alternativen zum Brexit, wie anschließend auch bei Erdogan. Ein schlechteres  Bild kann man als Politiker nicht abgeben. Demokratien, die solche Politiker an die Spitze katapultieren, sind marode, weil ihre Politiker heute dank der Nichtwähler mit weniger als 15% der Wahlberechtigten an die Macht gelangen können. Nur ein gewaltiges Umdenken aller Wahlberechtigten aller Demokratien kann das wieder verändern. Dazu muss man die Demokratie ernst nehmen und ihr vertrauen können.

 

Klaus Klee

 

 

Gesellschaftliche Fehlentwicklung

Was der Karikaturist Kurt Halbritter bereits vor über 40 Jahren thematisierte, als die Entwicklung noch am Anfang war, ist heute in seiner ganzen Tragweite spürbar. Das Streben, Wissen dem Können vorzuziehen, führte zu einem Mangel an exzellenten Facharbeitern und talentierten Selbständigen. Dafür haben wir ein Überangebot von Studierten, die sich mit Wissen vollstopften und dies anwenden, ohne damit einen wirklichen Mehrwert zu erzielen. Diejenigen, deren erworbenes Wissen mit bereits vorhandene Talenten kombiniert wird, machen allerdings Karriere. Der Rest wird zum Spielball des Arbeitsmarkts, während Facharbeiter und talentierte Könner händeringend gesucht werden. Mit den Händen zu arbeiten wird heute zu gering geschätzt, vorhandene Talente nicht ergründet. Diese Entwicklung ist nicht nur im Beruf zu spüren, sie zeigt sich auch in Vereinen und im alltäglichen Umgang untereinander. Mehr zu scheinen als zu sein, ist IN!

 

Doppelverdienen als Standesmakel?

 

Im Zweiten Weltkrieg herrschte ein großer Mangel an Arbeitskräften, weil die meisten Männer Soldaten waren. Millionen Männer kamen um oder waren Kriegsbeschädigte. In den Rüstungsfirmen waren deshalb die Frauen hochwillkommen. Nach dem Krieg kam der Wiederaufbau und auch da wurden Frauen gebraucht. Am damaligen neuen "Wirtschaftswunder" wollte jeder teilhaben, was nur mit zwei Verdiensten möglich war. Darunter litt natürlich die Kindererziehung. Viele der damaligen "Schlüsselkinder" waren orientierungslos, weil sie nicht wussten, nach wem sie sich ausrichten sollten. Es fehlten meist die Beispiele guter Lebensplanung. "Das Kind soll es einmal besser haben", war jedoch die Devise. Also begann Anfang der 60er Jahre der Trend zum Studieren der Massen.

Ende der 60er Jahre zeigten die immer noch Studierenden, was sie an den Universitäten gesellschaftspolitisch gelernt hatten. Sie maßen sich sogar an, die Interessen der arbeitenden Bevölkerung militant zu vertreten, ohne von deren Lebensweise einen blassen Schimmer zu haben. Diejenigen, die ihr Studium erfolgreich abschlossen, entfernten sich sehr schnell von der Szene und bildeten eine eigene Art Oberschicht und setzen ihrerseits Kinder in die Welt, die heute als Erwachsene das frühere Bild der Familie mit der Mutter bei den Kindern und dem Vater als Alleinverdiener anstreben. Dazu müssen sie schon früh auf die Überholspur. Mit der Hände Arbeit erscheint das zu mühsam. Da heute viele Ehen erst gar nicht eingegangen werden oder nur begrenzte Zeit halten, ist der Konflikt vorprogrammiert. Immer mehr Frauen schätzen heute Männer, die wirklich etwas Können, bodenständig sind und in der Lage, Verantwortung ausdauernd zu tragen. Dass sich die Frauen zusätzlich ein solides berufliches Standbein aufbauen, ist lebenspraktischer Weitblick und kein Standesmakel.

 

Übrigens: Ein handwerklicher Beruf eines talentierten Könners hat schon immer eine Familie ernährt. Obendrein kommt zusätzlich ein breiter Kreis in den Genuss dieses Könnens, während die anders orientierten Männer kaum brauchbar abseits stehen.

 

30.12.2016


 

 

 Vom Wissen und vom Können  

 

Sich immer drücken vor Arbeit ist öd,

nichts können beim Arbeiten ist blöd,

Andere arbeiten lassen, ist schlau,

wer sowas macht, der ist 'ne Sau.

Getane Arbeit dann noch kritisier'n,

kann einem obendrein passier'n,

wenn man fleißig ist bei Tag und Nacht

und auch noch kann, was man so macht.  

 

Nur-Hirnies und Könner in einem Team,

die sind recht selten ein wahrer Dream,

wenn der eine kann, was er versteht,

versteht der Andere, was nicht geht.

Er hält hin den Hammer, weil er glaubt,

dass man nun nagelt und nicht schraubt.

Woher soll denn der das auch wissen?

Dann hätt' er sowas lernen müssen!  

 

Nichts wirklich können, nur probier'n,

nur Wissen tanken und ewig studier'n,

nur weiter geben, was man nicht kann,

hält ewig jung, da ist doch was dran!

Die Könner sterben jetzt langsam aus,

sie fallen nun bald aus der Kette raus,

was danach kommt, ist ungewiss,

der Hirnie sagt glatt: "Es is, wie's is!"  

 

Die Alten können's noch vermitteln,

ihr Können aus dem Ärmel schütteln,

Kopf und Hände sinnvoll zu verwenden,

um eigene Talente nicht zu verschwenden.

Was von der Stirn rinnt, er dann weiß,

ist vom Handwerk, das ist der Schweiß!

Nur bei sturen Hirnies, die rum hocken,

dort bleiben Stirn und Körper trocken.  

 

Und die Moral von der Geschicht'?

Ehrliche Arbeit, die schadet nicht!

 

Das Jahr 2016 ist bereits abgehakt

 

Das Jahr 2016 geht dem Ende entgegen und einiges, was in diesem Jahr passierte, warf bei mir die Frage auf, ob manche Akteure nicht mehr ganz dicht sind. Dabei möchte ich jetzt gar nicht auf Donald Trump abheben, obwohl er absolut symptomatisch für unsere Zeit ist. Es sind vielmehr die Westentaschen-Trumps des Alltags mit ihren unverschämten und dümmlichen Allüren, die diese Frage aufwerfen. Es sind in meinem Fall gegnerische Winkeladvokaten, die einfachste Sachverhalte verleugnen oder verdrehen und Rechtsstreite bewusst in die Länge ziehen, Kosten verursachen und dennoch hinten runter fallen. Hinzu kommen groteske Verweigerungshaltungen von Behördenvertretern, fragwürdige Handlungsweisen von Kommunalpolitikern, aber auch das ignorante Verhalten von Mitbewohnern und die Ohnmacht gegen die Sturheit von Menschen schlichter Prägung. Einige dieser prägenden Erlebnisse zwangen mich zum Umdenken. Die logische Konsequenz hieß, sich ehrenamtlich zurückzunehmen und eigene Bedürfnisse wichtiger zu nehmen und auch auszuleben. Das führte in einigen Bereichen zu Irritationen, weil man bisher glaubte, mich exakt einschätzen zu können. Dass bei mir das Maß nun voll ist, kommt nur wenigen Mitmenschen in den Sinn. Sie glauben nun sicher, ich sei nicht mehr ganz dicht. Diese Menschen kann ich beruhigen: Das Gegenteil ist der Fall!

 

Selbstlosigkeit wird oft mit Dummheit verwechselt

 

Der Persönlichkeitsaufbau von Menschen ist nun mal die Folge von Ereignissen, Prägungen und den Lehren, die man daraus zieht. Sie prägen natürlich auch den Umgang mit Prioritäten. Es ist nicht immer leicht, Interessen, die der Allgemeinheit dienen, über die eigenen Interessen zu stellen. Das hat etwas damit zu tun, welche Werte man persönlich lebt und wíe man die Werte der Gemeinschaft beurteilt, in der man lebt.

Soziale Prägungen und ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn werden von vielen Menschen irrtümlich mit Dummheit verwechselt. Sie können zwar nicht begründen, warum sie dieses und jenes bei Anderen als dumm empfinden, halten ganz bestimmte Verhaltensweisen jedoch für dumm, weil sie sich selbst als intelligent einstufen und selbst solche Dinge nicht machen. Also muss das Verhalten des Anderen dumm sein, umso mehr, weil es demjenigen scheinbar garnicht nützt. Es scheint, dass selbstlose Menschen unter Eigennützigen fehl am Platz sind. Das muss man akzeptieren, wenn man sich nicht auf die gleiche Stufe stellen will.

 

Das Leben unfreiwillig umzukrempeln ist schmerzhaft

 

Da ich mich bereits in der Restlaufzeit meines Lebens befinde, gilt es, diese sinnvoll zu nutzen. In vielen Punkten nahm ich mich deshalb 2016 freiwillig zurück, einige Veränderungen wurden mir jedoch aufgezwungen. So ist das Gesamtpaket der Veränderungen wegen ihren Auswirkungen doch etwas schmerzhaft.

Der momentan wohl gravierendste Einschnitt in meinem Leben ist die Aufgabe meines parkähnlichen Gartens im Fechenheimer Mainbogen, den ich 32 Jahre lang hegte und pflegte, in dem ich mich erholte und das richtige Gegengewicht zum stressigen Alltag fand. Was ich dort schuf, sollte einmal mein Leben überdauern und wenn möglich auch noch anderen Familien Freude bereiten. Es kam anders! Grüne Planungen der Stadt Frankfurt waren die Ursache, dass ich meinen Garten bis zum Jahresende aufgeben und "renaturieren" musste, wie die groteske Formulierung angesichts dessen, was ich dort schuf, offiziell lautet.

Das hieß, ca. 400 Waschbetonplatten, 120 Randeinfassplatten, eine große Wetterschutzhütte und Geräteschuppen sowie alle Zäune, Pumpen etc. zu entfernen. Allein das fast 80-jährige Fundament der Hütte wog 15 Tonnen. Nun ist der Garten restlos abgeräumt und an die Stadt Frankfurt verkauft. Ein wichtiger Lebensabschnitt ist damit für mich Geschichte. Die Wetterschutzhütte mitsamt Feldschmiede spendete ich der Maintaler Kinder- und Jugendfarm, die sie irgendwann auf ihrem Gelände aufbauen wird.

 

Gestaltung der Maintaler Seniorenzeitung abgegeben

 

Einigen Jahre lang erstellte ich neben meiner redaktionellen Tätigkeit das Layout der Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS, worauf ich unzählige Stunden verwandte. 40 Seiten unterhaltsame und informative Lektüre zu gestalten ist mehr, als nur das Aneinanderreihen von Artikeln und das Platzieren von Werbung. Das Besondere an dieser Tätigkeit ist, die Zeitung so zu gestalten, dass sie gut lesbar ist und der Lesespaß nicht abreißt. Eine Zeitung, die man nach kurzem Lesen erst einmal nebenhin legt, ist falsch aufgebaut. Da viele Artikel erst kurz vor Redaktionsschluss eintreffen, komprimierten sich die Stunden der Gestaltung jedes Mal auf einen kleinen Zeitraum. Ende des Jahres 2016 war das neben dem Kabarett MIKROKOSMOS und der aufwändigen Renaturierung meines Gartens und anderer Verpflichtungen besonders hart. Nun gab ich diese Arbeit ab, werde jedoch weiterhin redaktionell tätig sein und die wichtigen Anzeigenkunden betreuen.

 

Kommunalpolitische Seiten der Homepage geschlossen

 

Exakt vor einem Jahr stellte ich bereits meine kommunalpolitischen Berichte und Kommentare ein, die ich über 12 Jahre lang pflegte, um Maintals Bürgern die Kommunalpolitik näher zu bringen. Auf diesem Gebiet berichten jetzt nur noch die kostenlosen Wochenzeitungen und Anzeigenblätter mit einseitig formulierten Pressemitteilungen aus dem Rathaus. Die Tageszeitungen zogen sich ebenfalls weitestgehend aus der Berichterstattung zurück. Denn, was es über Maintal kommunalpolitisch zu berichten gäbe, ist es überwiegend nicht wert, Zeit und Energie zu verschwenden. Lediglich der Maintal TAGESANZEIGER versorgt noch seine immer geringer werdende Leserschaft mit journalistischer politischer Magerkost.

 

Maintals Kommunalpolitik und das Geschehen im Rathaus gleicht immer mehr einer provinziellen Posse, die nur noch dem Selbsterhalt und der Selbstdarstellung dient. Die Bürger und vor allen Dingen die Senioren werden lediglich vor Wahlen wahrgenommen, ansonsten sind sie leicht zu verwaltendes Menschenmaterial. Mit manipulierten Bürgerbeteiligungen wird eine intakte Welt engagierten Bürgertums simuliert, ansonsten werden eigene Brötchen gebacken.  Mit gekaufter Kompetenz verwaltend Gestalten, heißt die Strategie. Einige Zeit lang stellte ich meine getroffene Entscheidung, die Kommunalpolitik fortan zu ignorieren, infrage, heute weiß ich jedoch, dass sie richtig war. Die gewonnene Zeit konnte ich inzwischen sinnvoller nutzen.

 

Verwalterische Selbstbestimmung aufgegeben

 

Dem Verwaltungsbeirat der Immobilie, in der ich wohne, stand ich von Anfang an vor und nahm diese Funktion stets engagiert und selbstlos wahr. Die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Hausmeister war perfekt aufeinander abgestimmt und ich nahm einige kostenintensive Funktionen wahr, um der Hausgemeinschaft Kosten zu sparen. Destruktive Miteigentümer initiierten sinnlose Streitigkeiten und negierten meine Arbeit, was zur Folge hatte, dass sich der Verwaltungsbeirat auflöste. Da es anschließend nicht gelang, einen neuen Verwaltungsbeirat mit Personen, die das Vertrauen aller Eigentümer genießen, zu wählen, gab die Gemeinschaft ihr Recht auf Mitverwaltung, Kontrolle der Hausverwaltung und die Handlungsfähigkeit bei Verlust der Hausverwaltung auf. Und das unmittelbar vor der Sanierung der Außenfassade. Eine Mischung von Querulanten, Duckmäusern und Tratschtanten stehen für diese Entwicklung. Seitdem herrscht teilweise in den Gemeinschaftsbereichen noch größere Unordnung und ansonsten Anarchie.

 

Die Mitmenschen besser kennengelernt

 

Jede unangenehme Phase hat auch etwas Gutes! Man lernt die Menschen besser kennen, kann die Spreu vom Weizen trennen und Irrtümer aus dem Weg räumen. Gerade diejenigen, die sich in einer anderen Liga wähnten, konnten den Schein nicht wahren und sortierten sich dort ein, wo sie eigentlich hin gehören. Das macht es nun einfacher, sie entsprechend zu behandeln.

In Situationen ohne Konflikte ist es wesentlich schwerer, hinter die Masken von Menschen, die sich mit positiven Masken schützen, zu blicken. Gelegentlich spürt man deren Freude über die Wirkung ihrer sozialen Täuschungsmanöver, man ordnet sie aber nicht richtig ein, weil man so viel Dreistigkeit nicht für möglich hält.

Gerade mit zunehmendem Alter möchte man aber nicht mehr mit Irrtümern leben. So konnte ich dem Jahr 2016 durchaus etwas Nützliches abgewinnen.

 

Wie wird es weiter gehen?

 

Das wird sich zeigen, wenn der Winter vorbei ist. Was ich bisher in der Natur unternehmen konnte, half meiner Gesundheit und meinem körperlichen Wohlbefinden, es hielt mich fit und zwang mir einen bestimmten Lebensrhytmus auf. Etwas Adäquates, verbunden mit einem Neuanfang, gliche einer neuen gewaltigen Herausforderung und Anstrengung, die ich nicht mehr in Angriff nehmen möchte.

Zusammen mit allen anderen Dingen stehe ich also vor Veränderungen, die nicht nur mit dem Wollen, sondern auch mit dem nicht mehr gewohnten Können zu tun hat. Da sich zudem mein Aktionsradius in den letzten Jahren deutlich verkleinerte, müssen sich Alternativen im engeren Umfeld abspielen. Meine Modellanlage, die ich inzwischen aufbaue, schuf einen dieser Räume. Es ist meine Miniaturwelt, in der ich mich gestalterisch austoben kann.

Dem Jahreswechsel sehe ich gelassen entgegen, denn mehrere Lasten sind von mir abgefallen und meine Entscheidungen stellten sich als richtig heraus. Das werde ich erst einmal genießen.

 

Veröffentlicht am 11.12.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 










Das Kapitel Garten ist nun Geschichte

So begann es 1984...




...und es entwicklete sich zum...





...nun ist es damit vorbei



Ein neuer Abschnitt begann bereits...



...bietet tolle gestalterische Möglichkeiten...



...und entwickelt sich zur guten Alternative

8. November - ein Schicksalstag

Donald Trump, der amerikanische Präsidentschaftskandidat, nimmt bekanntlich den Mund immer wieder zu voll, liebt es, schmutzige Details über sich und Andere zu offenbaren, Frauen zu diskrimieren, Behinderte und Farbige zu verunglimpfen und vieles mehr. Dennoch hat er immer noch eine große Anhängerschaft, der das gefällt. Man muss befürchten, dass dieser Mensch tatsächlich an die Schalthebel der Macht gerät und die ganze Welt mit seiner mangelnden Qualifikation in ein Chaos stürzt. Irgendwie steht Donald Trump für eine spezielle amerikanische Schicht, zu deren Reichtum oder Armut die Bildung, Format und Ethik nicht passen. Wie sie zu Reichtum kamen, ihn trotz unternehmerischer Fehlschläge an der Steuer vorbei vermehrten und als Feigenblatt demonstrativ Gutes tun, ist typisch für diese Gruppe von Amerikanern. Dass das so viele Amerikaner übersehen können, ist wohl bestimmten Wesenszügen zuzuschreiben. Die Konkurrentin ist ebenfalls sehr umstritten. Die US-Amerikaner haben wirklich zwischen zwei Übeln zu entscheiden, zwischen Pest und Cholera. Für den 8. November bleibt nur die Hoffnung, dass die Mehrheit der Amerikaner noch die Reißleine zieht und zumindest dem dümmeren Haudrauf eine Lektion erteilt. Trump, Putin, Erdogan, Kim-Joung-Un und bekannte Despoten wären für unseren Globus eine äußerst brisante Mischung. Mit Ronald Raegen saß zwar am Ende seiner Amtszeit ebenfalls ein unberechenbarer Präsident direkt am roten Knopf, doch dieser meinte zumindest nicht, dass man Atomwaffen auch benutzen müsse, wenn man sie schon habe, wie es Trump äußerte.

 

Die Sache mit den Emotionen

 

So, wie Fett im Essen als Geschmacksträger funktioniert, so beeinflussen Emotionen die Denkweisen und das Handeln von Menschen. Es gilt, den Nerv zu treffen, der gewünschte Reaktionen auslöst. Bei Donald Trump funktioniert das prima. Hillary Clinton macht das ähnlich, nur nicht so plump. Dass sich beide gegenseitig Unfähigkeit, Unaufrichtigkeit und ein korruptes Verhalten vorwerfen, ist für die amerikanische Außenwirkung äußerst fatal. Die weltweit größte Militärmacht in den Händen solch verkommener Subjekte, wie sie sich gegenseitig bescheinigen? Wen würde es wundern, wenn bereits kurz nach der Wahl Unruhen ausbrechen und die Nation nach einer massiven Kehrtwende schreit? Keiner der beiden Kandidaten ist ein Aushängeschild für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Gleichheit aller Amerikaner. Es ist unschwer zu erkennen, wie auch in USA das prozentuale Verhältnis zwischen Arm und Reich ist. Wenn die Massen in Bewegung geraten und das Militär zum Einsatz kommt, werden die US-Amerikaner auch erleben, wie gefährlich ihre Waffengesetze sind, denn die Massen werden bewaffnet sein und Arm und Reich, Weiß und Schwarz werden mit diesen Waffen aufeinander losgehen.

 

Vielleicht passiert aber auch gar nichts, was ebenfalls zu den US-Amerikanern passen würde, die ja auch noch ihren Ku-Klux-Clan, die amerikanischen Nazis und andere Extremgruppen haben, über die sie sich abreagieren können. Der 8. November wird ein Schicksalstag für die ganze Welt sein.

 

Veröffentlicht am 01.11.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 







Fototapete für das Pissoir...

 

Neues Wort für Senioren gesucht

Eine Metapher meint scherzhaft: "Alt sein will keiner, alt werden will jeder...". Das ging auch mir Mitte der Vierzig locker über die Lippen, doch heute begreife ich erst wirklich, was dahinter steckt. Alt zu werden bedeutet automatisch, irgendwann tatsächlich alt zu sein. Auf dem Weg dorthin übersieht man leicht den Meilenstein, der anzeigt, dass das Ziel bereits erreicht ist. Noch bemüht man Worte wie "Best-Ager", "Silver Surfer" und ähnliche Umschreibungen, notfalls sogar "Senior", wenn "Rentner", "Pensionär" oder "Unruheständler" noch nicht angemessen erscheinen. Selbst "Classicals", "Knowies" oder "Oldies" kommen über die Lippen, wenn Alter und Weiheit noch nicht zusammenfinden wollen. Doch was ist daran so schlimm, wenn man "alt" ist? Es ist der Jugendwahn, die Überbetonung von Schönheit, Fitness und Vitalität, die uns den Blick verstellen. Manchen Zeitgenossen hilft mit zunehmendem Alter Reichtum, der selbst von ganz jungen Frauen als sexy empfunden wird. Dass bei ernstem Interesse dahinter die Erkenntnis stecken könnte, dass "dem Alten" oder "der Alten" ja nicht mehr so viel Zeit bleibt und man mit dem geerbten Reichtum ein ganz neues Leben beginnen könnte, kommt betuchten Senioren nicht in den Sinn. Sie genießen ihre vermeintliche Attraktivität und ignorieren den Stachel, der bereits im Fleisch steckt. Mitmenschen vermuten nicht unberechtigt, dass der Genießer deswegen "nicht mehr ganz dicht" sei.

 

Erlebtes muss verarbeitet werden

 

Im Lauf des Lebens wirken Eindrücke auf uns ein, denen wir unterschiedliche Bedeutungen beimessen. Waren sie ungewöhnlich, ordnen wir sie als Glück, Pech, Schicksal oder gar Fügung ein,  ohne weitere Schlüsse daraus zu ziehen. "Es war halt so", sagt eine innere Stimme. Erst, wenn sich Dinge wiederholen, erregen sie unser Interesse und wir fragen uns, ob wir es hätten beeinflussen können. Vieles kann man zwar nicht verhindern, aber zumindest beeinflussen oder gar steuern. Dazu werden jedoch Erkenntnisse benötigt, die reiften, weil das bisher Erlebte verarbeitet wurde. Menschen, die das konsequent machen, werden als ernster und nachdenklicher empfunden, ja sogar als etwas ängstlicher und zögerlicher als diejenigen, die mit Vollgas von einem Crash zum anderen eilen, um dynamisch zu erscheinen.

 

Lemmingen gleich

 

Es ist also nicht verwunderlich, wenn sich ältere Menschen geradezu darüber amüsieren, wie diese menschliche Art der Tölpel geradezu blind über alle Klippen hüpfen, als seien sie nicht mehr ganz dicht. Im Kern generieren sich diese Empfindungen umso stärker, wenn tölpelhaftes Verhalten selbstbewusst vorgetragen wird. Erfahrungen macht jeder, wirklich verarbeitet werden sie von nur wenigen Menschen. Von älteren Menschen hört man oft den Satz: "So langsam müsste er/sie das ja mal merken...", womit auf das zunehmende Alter und das Defizit an gewonnenen Erkenntnissen angespielt wird und der Vergleich mit Lemmingen kommt in den Sinn. Deren unbeirrter Marsch zur Klippe gilt als verrückt, wird jedoch als naturgemäß empfunden, weil es Lemminge sind. Die machen das halt so. Kein Lemming konnte wegen den Folgen seines Handelns Erfahrungen weitergeben. Sie sterben nur nicht aus, weil sie genügend Nachwuchs produzieren. Das Naturschauspiel bleibt uns erhalten.

 

Der Tod als Schlusspunkt

 

Wer mit dem Leben nicht verantwortungsbewusst umgeht, der ignoriert oder verdrängt auch den Tod. Eine Ausnahme bilden bei Menschen, die nur so dahinleben Situationen, die direkt betroffen machen, wie der Tod eines Angehörigen. Tatsächlich ist der Tod aber ein allgegenwärtiger Begleiter, der tagtäglich Schlusspunkte unter vielerlei Situationen setzt. Ältere Menschen sind solchen "Schlusspunkten" naturgemäß näher und verarbeiten deshalb Erfahrungen intensiver, weil sie darin eine Chance sehen, ihr Leben etwas zu verlängern. Gelegentlich lassen sie unbedarftere Mitmenschen an ihrer Erfahrung teilhaben, weil sie davon überzeugt sind, damit Anderen zu helfen. Oft geschieht das in Ehrenämtern oder Beteiligungsprozessen. Wird der Sinn und die ursächliche Motivation nicht erkannt oder falsch gedeutet, werden solche Prozesse abgebrochen. Damit hat sich eine Sache aber nicht erledigt, zumindest nicht bei dem, der es gewohnt ist, darüber nachzudenken, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

 

Leider bleibt oft nur die Alternative, bis zum Tod mit Situationen zu leben und sich darauf einstellen zu müssen. Erfahrung ist leider nicht immer übertragbar und verfehlen ihren Sinn.

 

Veröffentlicht am 15.10.2016

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Kaninchenjagd

 

Bald will er wiedergewählt werden, der Dr. Peter Tauber von der CDU und er wird wiedergewählt werden. Dafür sorgt schon die CDU selbst. Allzu mächtig ist er in der CDU geworden und sein Netzwerk ist gewaltig. Umso mächtiger ein Politiker wird, desto mehr Feinde hat er aber auch. Bei weiblichen Führungspersonen ist das ähnlich. Werden solch umstrittene Personen in ein Team geholt, dann nur wegen ihren Charaktereigenschaften und ihren Wesenszügen. Es scheint völlig egal zu sein, wie die Wähler über diese Personen denken. Nun wagen es erstmals CDU-ler, dem Generalsekretär der CDU die Maske vom Gesicht zu reißen und dessen Wesen offen zu legen. Sexismus und Mobbing heißen die Vorwürfe. Das wiegt umso schwerer, weil Beweise auf den Tisch gelegt werden. Das Papier "Kaninchenjagd", mit dem die ehemalige Kreis-Geschäftsführerin der CDU aus dem Amt gemobbt werden sollte, wurde von ihm in Auftrag gegeben, wie er selbst einräumte. "Verfasst habe er es allerdings nicht, ein guter Freund sei es gewesen, nur von dessen Existenz habe er gewusst...", gab er gespielt reumütig zu und er erntete dafür von seiner blinden politischen Anhängerschaft Applaus.

 

Damit dokumentierte die Versammluing, dass es ihr egal ist, ob sie noch für ganz dicht im Kopf gehalten wird. Es ist halt die CDU, die CDU, in der einst Dr. Tauber mit dem verstorbenen Parteikollegen Missfelder durch die Lande zog, um älteren Menschen das Recht auf neue Hüftgelenke abzusprechen. Es ging damals nur darum, ganz oben für Beachtung zu sorgen, um sich für besondere Aufgaben zu empfehlen. In der CDU klappt so etwas ja hervorragend. Beide kamen sehr gut unter.

 

Wer sagt denn, dass es nicht auch Angela Merkel treffen kann?

 

Das System Merkel erinnert auf fatale Weise an das System Kohl. Merkel hat (noch) alle Fäden in der Hand und ihr Machtgeflecht ist aus Parteifreunden ihrer Gnade geknüpft. Die Bayerische CSU unterhöhlt zunehmend das Geflecht, hat aber keinen einzigen ernst zu nehmenden Politiker zu bieten, der bundesweit eine Chance hätte. Auch Tauber weiß das und versucht, sich selbst zu positionieren, weil es in der CDU ebenfalls keine männlichen Leuchttürme mehr gibt. Die hat Merkel schon vor langer Zeit trickreich dem Erdboden gleich gemacht. Nun gibt es einen Tauber mit einem gewaltigen Netzwerk von Ja-Sagern. Der wird sich nicht so einfach kalt stellen lassen.

 

Ist die Berliner Kaninchenjagd schon eröffnet?

 

Ein Mann, der mit derart gewissenlosen Machenschaften auffällt, könnte auch Teil eines Kanzlersturzes werden oder bereits sein. Ist Angela Merkel vielleicht inzwischen ebenfalls das Kaninchen, das gehetzt werden soll? Man braucht das Papier ja nur den richtigen Personen in die Hand zu drücken. Tauber kennt das heimische Papier genau und auch die Personen, die es umsetzen könnten. Es ist jedoch klar, dass man nicht nur an dem schuld ist, was man selbst anstellt, sondern auch an dem, was man nicht verhindert. Das könnte ihm zum Verhängnis werden.

 

Auch in Maintal gab es einen Unterstürzerkreis für Tauber und dessen Geflecht, das ihn bis nach Berlin brachte. Auch diese Personen müssen sich jetzt für die Verfehlungen ihres politischen Idols ansehen lassen. Vielleicht wartet der eine oder andere Haflinger ja immer noch auf eine bezahlte Berufung nach Berlin, weil man sich zum Geflecht Tauber zählt!? Die Affäre Tauber wirkt weit bis in die Provinz, während Tauber in Berlin zunehmend abhebt. Gefahr ist im Verzug!

 

Veröffentlicht am 01.10.2016

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Ein ehtisch-moralisches Fiasko

 
Es gibt Politiker, die Aufrichtigkeit und Anstand ausstrahlen und mit denen sich das Wahlvolk identifizieren kann, selbst wenn sie eine andere politische Richtung vertreten. Nun besteht unser Volk aber schon lange nicht mehr aus Menschen mit bodenständigen Eigenschaften. So, wie das Mischungsverhältnis von arm und reich, von abhängig und unabhängig, privilegiert und unterprivilegiert ist, so finden auch Politker wie Dr. Tauber ihre Wähler. Es ist jene Ellenbogengesellschaft, die ohne Rücksicht vorwärts strebt, der jedes Mittel recht ist, um eine Position zu erreichen, in der sie Menschen ungestraft auf den Kopf spucken können und dafür aus den eigenen Reihen noch mit Applaus bedacht werden.

Auch in Maintal gab es zu Bundestagswahlen Unterstützer für Tauber und andere christdemokratische Emporkömmlinge, die womöglich damit rechneten, dass man sie als Unterstützer nach Berlin nachholt. Diese benötigen ihre Unterstützung jedoch schon lang nicht mehr, wie es der Bürgermeisterkandidat Markus Heber während seines Wahlkampfs erfahren musste. Als engagierter Steigbügelhalter hätte er damals Unterstützung verdient. Er war aber nur einer der vielen blauäugigen Steigbügelhalter, wie man sie in allen politischen Ortsvereinen findet. Ich kann mir gut vorstellen, wie er sich heute fühlen muss.

Die Politik bekleckert sich momentan wahrlich nicht mit Ruhm und ihre Figuren in der ersten Reihe ähneln eher der Funktion von Schießbudenfiguren. Sie bekommen reihenweise ihre Quittung bei Wahlen. Die Parteien setzen partout nicht auf ethisch-moralische Erneuerung, um sich von den Protestparteien, die  ohne Inhalte agieren, klar abzugrenzen. Die schwache vordere Reihe feiert sich selbst und Personen wie Dr. Tauber können sich ungehindert entwickeln. Für Politikerverdrossenheit ist das der perfekte Nährboden.

Früher legten Politiker sofort ihr Amt nieder, wenn sie ins Gerede kamen, um den Ruf ihrer Partei nicht weiterhin zu schädigen. Diese Zeiten sind vorbei. Dem Volk mutet man sogar zu, weiterhin solche Personen anzukreuzen, wenn die bevorzugte politische Richtung gewünscht ist. Den Kandidaten ist die politische Richtung jedoch "wurscht", wenn der Nährboden für's Vorwärtskommen perfekt ist. Parteien verkommen zunehmend zum Substrat für Karrieristen. Man muss sich nicht wundern, was sich da so alles ansammelt.

Klaus Klee

 

Soziale Anwandlungen

 

Maintals Kommunalpolitiker der neuen Ampel haben tolle soziale Anwandlungen, denn sie fordern als Ausschreibungskriterium für die Müllentsorgung mindestens einen Ausbildungsplatz für Lehrlinge, nachdem die Forderung nach einem Betriebsrat scheiterte. Große Unternehmen mit entsprechenden Verwaltungen können locker Lehrlinge im kaufmännischen Bereich ausbilden. Dort heben sich die Kosten infolge der Arbeitsleistung der Lehrlinge bei breiter Betreuung nahezu auf und Ausbilder sind leicht zu bestimmen. Nur wären diese Ausbildungsplätze außerhalb von Maintal. Bei kleinen gesunden Unternehmen, die mit spitzem Stift rechnen müssen, ist die Personaldecke im verwaltenden Bereich recht überschaubar. Die Maintaler Firma Max Spahn & Sohn KG, die seit 1955 den Müll im Stadtgebiet entsorgt, soll jetzt offensichtlich zur Ausbildung eines Lehrlings genötigt werden, wenn sie bei der öffentlichen Ausschreibung eine Chance haben will. Als Begründung nannte man deren Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro mit der Stadt Maintal, der eine "beachtliche Größenordnung" darstelle. Selbst Menschen, die Umsatz nicht von Ertrag unterschieden können, empfinden, dass man "nicht ganz dicht sein muss", wenn man solche Argumente und Größenordnungen benutzt. Die diesen Blödsinn fordernden Fraktionen schaffen damit nur ein unangemessenes Ausschlusskriterium und feiern das als angewandte Sozialpolitik. Bei einer Vorortbegehung meinte ein bezahlter Berater nach dem Hinweis auf die vielen langjährigen Mitarbeiter der Spedition, "man solle doch mal das soziale Denken hintenanstellen, denn täglich würden in der BRD Menschen entlassen". Und nun diese Lehrlingsausbildungsposse! Ich weiß nun einmal mehr, warum ich von der Maintaler Kommunalpolitik nicht mehr viel halte.

 

Pikanterweise muss erwähnt werden, dass es in der BRD den Ausbildungsberuf "Müllwerker" nicht gibt. Genau das ist aber das Hauptmetier der Firma Spahn. Einen solchen Beruf auszubilden, würde Sinn machen. Es bliebe jedoch nur der Beruf der Bürokauffrau oder einer Bürogehilfin übrig. Die sind im Arbeitsmarkt jedoch mit einem Überangebot vorhanden. Der Antrag der drei Fraktionen ist also ein reiner Show-Antrag oder gar ein recht hinterlistiges Vorgehen.

 

In Maintal fanden sich in der Vergangenheit immer wieder Möglichkeiten, europaweite Ausschreibungen zu umgehen. Die Vergabe des Bischofsheimer Rathausgeländes und Besonderheiten beim Verkauf des HÖHL-Geländes deuten zum Beispiel genau in diese Richtung. Das Problem ist nur, dass alle Fraktionen und Bewerber, deren Interessen nicht berücksichtigt werden, dabei still halten müssen. Denn - wie heißt es so schön? - "Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter!"

 

Nachdem die Rekommunalisierungsidee an den Fakten scheiterte, wird es schwer, die immer noch überzeugten Befürworter ins Boot zu bekommen.

 

Veröffentlicht am 28.09.2016

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Entsorgung durch Arbeit

 

Wenn Politik eines perfekt kann, dann ist es das Verarschen derjenigen Bürger, die immer stärker unter den Auswirkungen miserabler Politik leiden müssen.  Nun ist gerade die "Flexi-Rente" auf der Agenda, um gleich mehrere eklatante Fehlentwicklungen zu korrigieren, die besonders die Generation betrifft, die Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut und dabei ordentlich in ihre Rente einbezahlt hat. Die hätten nun wirklich einen gesicherten Lebensabend in Würde verdient. Die italienische Fehlbesetzung der EZB-Bank beraubte Sparer um die Früchte finanzieller Vorsorge und wegen einer höchst unsozialen Poltik leben immer mehr Rentner am Existenzminimum. Sie sind darauf angewiesen, ihre Kasse mit Jobs aufzubessern oder alternativ ihren mühsam erarbeiteten Lebensstandard abzubauen. Die politischen Täter sorgen derweil großzügig für ihr Einkommen und ihre eigene Alterssicherung und sind von den prallen Futtertrögen nicht mehr zu vertreiben. Im Gegenteil - immer mehr junge Politiker scharen sich um die nationalen und europäischen Futtertröge und profilieren sich dabei mehr oder weniger gewissenlos, um vorwärts zu kommen. Sie nehmen dabei in Kauf, nur die Spielbälle von Wirtschaft und Großfinanz zu sein, die genau solche Charaktere sucht, um sich mit ihrer Hilfe hemmungslos zu bereichern. Vielen Senioren droht nun die Entsorgung durch Arbeit, indem ihre Restlaufzeit jetzt ganz offiziell mit Arbeit gefüllt wird. Die Täter werden nach vollbrachter "Leistung" in Konzernen integriert. Dort fressen sie an ihrem Lebensabend aus gleich mehreren Futtertrögen. Ja, sind wir denn noch ganz dicht, dass wir das zulassen?

 

Das Rentensystem braucht Sterberaten

 

Neben hohen Geburtenraten braucht ein intaktes Rentensystem funktionale Sterberaten. Die steigende Lebenserwartung ist für das Rentensystem kontraproduktiv. Schnell erkannten die Jüngeren, dass die Rente für sie bei dieser Art von Politik nicht mehr reichen könnte. Sie drängten mit Hilfe der Politik die Älteren aus dem Beruf, um deren Plätze einzunehmen, um ihre eigene Zukunft schneller gestalten zu können. Wer aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist, kann sich dagegen kaum mehr verteidigen. Das ist so gewollt!

 

Momentan scheinen Überlegungen zu greifen, wie man die Lebenserwartung von Senioren wirkungsvoll reduzieren kann. Nachdem sich der Erfolg mit dem Entzug der Alterssicherung nur schleppend einstellt, versucht man es mit Entsorgung durch Arbeit, indem man dafür neue Wege sucht und natürlich findet. Entweder sollen Senioren länger arbeiten oder zu wesentlich schlechteren Konditionen wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Ab einem Stichtag werden die Bezüge drastisch reduziert, jedoch die gleiche Arbeitsleistung und Erfahrung verlangt. Der rasante Fortschritt auf dem Gebiet der Arbeitstechnik lässt Menschen infolge der Stressbelastung schneller altern. Senioren altern um ein vielfaches schneller als junge Menschen. Das Lebensende naht somit schneller!

 

In den beiden Weltkriegen wirkte die Massenvernichtung von Soldaten und Zivilisten durchaus auffrischend auf das Rentensystem. Die Gastarbeiterwelle sorgte später für derart positive Effekte, dass die Politik Rentenrücklagen für andere Zwecke verschwendete. Die Generation, die davon profitierte, sägt nun am Lebnensast derer, die diese Rücklagen einst zusammentrugen. Die erwogene frühzeitigere Entsorgung von heutigen Zahlungsempfängern durch Arbeit ist nicht nur höchst geschmacklos, sie ist pervers.

 

Senioren sind längst abgehängt

 

Seit Jahrzehnten sind die Ersparnisse der Senioren den Begehrlichkeiten der Politik und der sie Beherrschenden ausgesetzt. Mit der Europa-Politik und dem parasitären Umgang mit der Vereinigung verlor die Politik die Menschen völlig aus dem Auge, die vorbildliche Altersicherung betrieben hatten. Mit deren gekappten Kapitalerträgen wird das südliche Europa saniert und Staaten, die nie in die EU hätten aufgenommen werden sollen, gefüttert. Wie diese sich nun verhalten, ist für alle rechtschaffenen Bürger ein Schlag ins Gesicht. Auch nach 25 Jahren hängen die neuen Bundesländer immer noch am Tropf, Berlin lebt mit Schulden in Saus und Braus, in den alten Bundesländern verkommt die Infrastruktur und die Armut steigt in allen Bereichen, als gehöre das automatisch dazu.

 

Einige Senioren versuchen, gegen das Abgehängt-sein anzukämpfen, indem sie sich ehrenamtlich engagieren. Auch das wird derzeit von Kommunen und Organisationen dazu genutzt, die sich ergebenden personellen Potenziale mit den eigenen Stellenbesetzungsplänen zu verweben. Millionen von ehrenamtlich geleisteten Stunden sparen Arbeitsplätze, weshalb das Ehrenamt allerorts gepflegt wird. Der mit diesen Einsätzen verbundene Stress fördert ebenfalls das Altern der Senioren, was der gewollten Entsorgung durch Arbeit sehr nahe kommt.

 

Parteien, die die Flexi-Rente voran treiben, mögen durchaus dem Willen ihrer Klientel folgen. Das geschieht aber in den meisten Fällen wegen der Fehler der Politik und vielen gescheiterten Lebensplanungen. Zu Arbeiten, ohne in die Sozialversicherungssysteme einzuzahlen (Schwarzarbeit und liederliches Handeln als Selbständige), führt in vielen Fällen zu Notlagen, für die die Politik nun Lösungen anzubieten versucht. Im Grund genommen ist das eine politische Bankrott-Erklärung sozialer Politik.

 

Veröffentlicht am 15.09.2016

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Kurt Halbritter
   
"Wir sind so gut, wir sind so toll..."

Gutmenschen toben sich in vielen Bereichen ehrenamtlich aus und werden manchmal sogar dafür ausgezeichnet. Sie legten in ihren Bereichen sinnbildlich die Kleider ab, damit diejenigen, denen sie Gutes tun, nicht merken, dass sie selbst nicht von Altersarmut und Existenzängsten betroffen sind. Sie vermitteln, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, betätigen sich meistens jedoch, um sich selbst gut zu fühlen und den Abstand zu denen zu genießen, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen.

Unter ihnen gibt es aber auch aufopferungsvolle und im Stillen wirkende Menschen, die wegen ihrer Bescheidenheit die Masse bilden, in denen Hirarchien gedeihen. Eine gute Sache zu leiten, wird als Aufstieg inmitten der Gesellschaft empfunden. An der Spitze einer Organisation oder Aktivität für die Leistung der Bescheidenen geehrt zu werden, wird als gutes Gefühl empfunden. Manche häufen deshalb viele Aktivitäten an, um sich immer öfter gut fühlen zu können. Sie altern dabei nicht sonderlich, weil sie Zeitmanagement (Delegieren) betreiben.

Köpfe solcher Organisationen salbadern häufig mit vollem Mund über Altersarmut, Kinderarmut und soziale Missstände, weil sie meinen, in ihren Positionen seien sie das der Gesellschaft schuldig. Gutmensch zu sein, ist ein harter Job der eigenen Vermarktung. Als Gutmensch betrachtet zu werden, ist ihnen ein großes Bedürfnis. Scheiden sie aus ihren Ämtern aus, drängen sofort andere Selbstdarsteller nach. Das Reservoir an Gutmenschen ist unerschöpflich. Viele von ihnen würden sich selbst ebenfalls durch Arbeit entsorgen, wenn sie tatsächlich die Ämel hochkrempeln würden.

Keine Angst - die Gefahr ist bei zelebrierenden Gutmenschen nur hypothetisch.

Klaus Klee

 

Das langsame Sterben eines Gartens

 

Langsam nähert sich der Zeitpunkt, an dem mein Garten im Fechenheimer Mainbogen abgeräumt und "renaturiert" sein muss, damit an gleicher Stelle ein Auenwald entstehen kann. Im Rahmen der Umsetzung des Konzepts "Gestaltung des Frankfurter Grüngürtels" wurden bereits unzählige Gärten - also gepflegte Kulturflächen - stillgelegt, um sogenannte "naturnahe Landschaften" entstehen zu lassen. Die Protagonisten dieser Idee kommen aus den Reihen der Grünen, die in Frankfurt zum Regieren gebraucht werden. Dort leben sie ihre fanatischen Radfahrexzesse und wahnwitzigen Renaturierung aus. Mit der Schelte ist nicht die Idee gemeint, sondern das arbeitsscheue Vorgehen der Öko-Strategen. "Renaturieren" heißt bei ihnen, die Natur sich selbst zu überlassen. Innerhalb kurzer Zeit überwuchern die stillgelegten Flächen mit Brombeerhecken und wildem Holunder. Beides erstickt die Kulturpflanzen und Obstbäume, die alljährlich gute Ernten abwarfen. Landschaftsdpflege ist nicht deren Ding! Ich behaupte, dass diese Strategen nie selbst erfuhren, wie viel Arbeit im Kultivieren von fruchtbaren Flächen steckt. Was Jahrhunderte die Menschen ernährte, wird für Ideen geopfert, für die kein grüner Stratege auch nur einen Finger krümmt. Das ist es, was mich am meisten ärgert.

 

Untere Naturschutzbehörde als Handlanger

 

In den 35 Jahren, die ich selbst den Garten betreibe, ließ sich - bis zu dessen Einsparung - immer wieder der damalige Feldschütz sehen, um sich von der Einhaltung bestimmter Vorschriften zu überzeugen. Mit einigen Tomaten, Möhren, Äpfeln oder Birnen war er zugänglich und schöpfte seine Ermessensspielräume aus. Er wusste noch, was richtig und praxisgerecht war.

 

In den letzten 25 Jahren ließ sich keine Person einer Behörde mehr sehen und als 2006 viele Gartenhütten abbrannten, nahmen die Behörden keine Kenntnis von den auf altem Grund wieder aufgebauten Hütten, obwohl die Grüngürtelplanungen bereits liefen. Die Grundstücksbesitzer wurden auch nicht von den Planungen in Kenntnis gesetzt. Einige Fehlinvestitionen wurden somit in den Sand gesetzt. Bürgernähe sieht anders aus!

 

Vor zwei Jahren tauchten plötzlich Personen der Unteren Naturschutzbehörde auf, um uns über die Planungen zu informieren und uns Fristen zur Einstellung der Gärten zu setzen. Sie handelten auf Anordnung des Magistrats. Von sich aus wären sie nie gekommen, wie sie beteuerten. Sie waren also lediglich Handlanger der Verwaltung, die Tatsachen schaffen sollten, damit die Planungen greifen.

 

Verkauf war die einzige Option

 

Infolge der Planungen wären die Grundstücke vom Zugang mit Fahrzeugen her abgeschnitten und zurückgebaute Zäune hätten jeden Zugriff durch Fremde zugelassen. Die Stadt sprach von "Tauschland in Ortsrandlage", konnte jedoch solches gar nicht anbieten. In der Presse war von "Flurbereinigung" die Rede. Wir entschieden uns dann für den Verkauf an die Stadt Frankfurt. Der Verkauf war mit der Auflage verbunden, alle Zäune, Wege, Hütten, Fundamente, Pumpen und artfremde Gehölze zu entfernen. Allein auf meinem Grundstück lagen ca. 300 Waschbetonplatten und ca. 100 m Randeinfassplatten, die wegen des immer wiederkehrenden Hochwassers verlegt worden waren, ohne den Boden zu versiegeln.

 

Die Wetterschutzhütte, die ich nach dem Brand 2007 gebaut hatte, habe ich zusammen mit der Feldschmiede und der Kupferesse der Maintaler Kinder- und Jugendfarm gespendet. Das Dach habe ich selbst entfernt und Mitarbeiter des Maintaler Bauhofes demontierten den Rest und transportierten ihn ab. Von der KiJu-Farm ließ sich während des Abbaues allerdings niemand sehen. Nun bin ich gespannt, wer die Hütte wann auf der Farm wieder aufbaut.

 

Viele Gerätschaften und Baumaterialien wurden bereits und werden in den nächsten Wochen noch von Interessenten abgeholt, die sie wieder einem ähnlichen Zweck zuführen. Dennoch bleibt noch genügend Arbeit übrig, bis der Garten zum Verwahrlosen übergeben werden kann.

 

Unsicherheit wegen Blindgängern

 

Wie eine Luftaufnahme beweist, fielen im Bereich der Gärten viele Bomben ins Feld. Beim Zerkleinern und beim Abtransport des Fundamentes meiner Hütte könnten Unsicherheiten entstehen, deren Risiko ich nicht tragen kann. Nun ist die Stadt Frankfurt als neuer Eigentümer des Gartens am Zug, über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Kommunen des Umlandes überdecken derartige Objekte mit einer Schicht Mutterboden. So deckte übrigens auch Maintal sämtliche Altlasten der Müllkippen zu, die heute allerdings als "Grüne Mitte" gefeiert werden. Warum also nicht auch hier!?

 

 

Das Herz blutet

 

Wenn ich heute sehe, wie mein Garten langsam zugrunde geht, blutet mir das Herz. Die Vögel, die seit Jahren ganzjährig gehegt werden, deren Aufzuchten man miterlebte und die man im Winter fast täglich fütterte, ahnen noch nicht, was auf sie zu kommt. Der kleine Teich und die Pumpen werden kein Wasser mehr vorhalten, die Libellen werden sich andere Brutplätze suchen müssen. Draußen lauern schon die wilden Brombeerhecken, die jährlich locker drei bis vier Meter wuchern und denen dann kein grüner Ökophantast als neuer Eigentümer zuleibe rücken wird. Im nicht mehr entfernten Laub werden sich die Schädlinge breit machen und ihren Teil zur Vernichtung der Obstbäume beitragen. In diesem Jahr leistete der Buchsbaumzündler bereits ganze Arbeit.

 

Es ist eine Schande, dass diese Grundstücke nach jahrelanger Pflege als Kulturland geopfert werden und man dies auch noch "Renaturierung" nennt. Hier war die Natur in besten Händen. Die grüne Frankfurter Mischpoke kann sich dumm-dreist über gewachsene Historien hinwegsetzen und alle schauen zu!

 

Veröffentlicht am 09.08.2016

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Die verlorene Begeisterung wiedergefunden

 

Was ist eigentlich Sache, wenn beim Kontakt mit Modellbau eines Seniors behauptet wird: "Wie kann man nur in diesem Alter noch mit Autos spielen!?" und sofort nachschiebt: "Der ist doch nicht mehr ganz dicht!" und den Kopf schüttelt? Aus meiner Sicht ist das zu kurz gedacht, denn die Kombination mit Technik erweckt Modellbau erst zum Leben. Ich bedauere, dass viele Menschen über der Mühsal des Alltags ihre Fähigkeit verloren haben, sich in begrenztem Maß mit ihren vorhandenen Talenten zu befassen. Heute muss angeblich alles was man macht einen Sinn haben, es muss etwas dabei heraus kommen, sonst ist es angeblich nichts. Vielleicht ist diese Einstellung mit Scheuklappen zu vergleichen, mit denen persönliche Irritationen verhindert werden sollen!? Man müsste ja seinen Gefühlen - vor dem rationalen Denken - etwas Platz einräumen. Menschen, die das machen, sind zum Beispiel Modellbauer, die Freude dabei empfinden, die Wirklichkeit naturgetreu nachzubilden und sie mit einem Schuss Wunschdenken zu kombinieren. Aufgeschlossene Menschen findet man zum Beispiel als Besucher der Miniaturwelt in Hamburgs Speicherstadt oder auf einer der zahlreichen Modellbauausstellungen. Sehen? - Ja, bestaunen? - Ja, - aber das war es dann schon. Wenn man doch nur den Mut hätte, den Schritt zu wagen! Einige trifft man vielleicht in Läden, in denen man kaufen kann, was man für derartige Hobbys braucht. Ob sie diesen Ort mit leeren Händen oder einer Einkaufstüte  verlassen, entscheidet womöglich über den Beginn einer neuen Freizeitbeschäftigung. Man kann ja ganz klein anfangen.

 

Mühe und Lohn

 

Zunächst muss festgestellt werden, dass sich sehr viele Menschen mit derartigen Hobbys befassen und eine Menge Zeit und Arbeit investieren, um sich über die Ergebnisse ihres Hobbys zu freuen. Da werden Hunderte von Stunden in den Bau eines Schiffes oder eines Flugzeuges gesteckt, ehe der Tag kommt, an dem das Modell zum Leben erwacht. Eisenbahn- und Rennbahnfreunden geht es ähnlich. Ist ein Ergebnis erzielt, wird sofort das nächste in Angriff genommen. Das Schlimmste für Modellbauinfizierte wäre, wenn sich ihr Hobby erschöpfen würde oder irgendwann die Möglichkeiten ausgereizt wären. Modellanlagen oder Modellbausammlungen dürfen aus der Sicht der Modellbauer nie fertig werden. Es wäre das Versiegen einer Freudenquelle. Solang der Lohn die Mühe übersteigt, wäre das Einstellen eines Hobbys ein schwerer Verlust. Sind diese Menschen deshalb vielleicht doch "nicht mehr ganz dicht"? Wenn man bedenkt, wie viel Geld und Arbeitskraft sie ohne materiellen Gegenwert investieren, könnte man es glauben. Tatsächlich kann Modellbau zu einer Sucht führen, die Unsummen verschlingt. Hier muss man Grenzen setzen. Bleibt also die Frage: "Sollte es so gar keinen Gegenwert für dessen Ergebnisse geben?" Die Antwort heißt: "Der Lohn ist grenzenlose Freude und die Lust auf mehr!"

 

Modellbauer brauchen Visionen

 

Mit was sich auch immer ein Modellbauer befasst, er braucht eine Vision. Natürlich können Baupläne und exakte Beschreibungen helfen, mit größtmöglicher Genauigkeit ein Vorbild zu treffen. Wesentlich reizvoller ist es jedoch, ein fertiges Modell dreidimensional vor Augen zu sehen, es maßstäblich zu konstruieren und sich detailliert mit den konstruktiven Erfordernissen auseinander zu setzen. Dazu braucht man alles jemals Erlernte und das weitere Studium geeigneter Techniken, mit denen die Ergebnisse der Wirklichkeit nahe kommen. Das Fachwerk eines Hauses muss zum Beispiel handwerklichen Regeln entsprechen, damit es stabil ist. Wer die Technik nicht kennt, muss sie recherchieren oder das Modell wirkt fachlich schlecht.

 

Soll das Modell zusätzliche Funktionen erfüllen, so übersteigt das ohnehin die gängigen Beschreibungen und Vorlagen. Die Modifikation des Vorbildes wird zur Herausforderung, was sehr viel Geschick und Können erfordert. So investiert der Modellbauer nicht nur in Materialen, sondern auch in Wissen, Geräte und Maschinen, mit denen das produziert werden kann, was es nicht zu kaufen gibt oder unerschwinglich wäre. 

 

Hinsichtlich der Kosten kommt der Modellbauer ohnehin immer wieder in gewaltige Gewissenskonflikte und es bedarf schon der Nachsicht der Lebenspartnerin, die Konflikte zufriedenstellend zu lösen. Ein Glücksfall ist, wenn die Partnerin ähnlich große Freude am Hobby des Mannes empfindet. Oft ist es auch nur die Freude darüber, zu wissen, wo der Mann ist und was er treibt. Das ist Frauen so manches Verständnis für ein Hobby wert.

 

Der harte Schnitt

 

Viele meiner Leser wissen, mit was ich die letzten Jahre verbrachte und welche Projekte ich begleitete und immer noch begleite. Wem das fremd ist, dem zähle ich die Aktivitäten kurz auf. 

  • Jahrelang pflegte ich meine Mutter, 

  • ganzjährig nahm mich die Pflege meines großen Gartens in Beschlag, 

  • vierteljährlich gestaltete ich die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS,

  • jährlich wirkte ich in der Hochstädter Kreppelzeitung, 

  • eine große Aufgabe war die Mitwirkung in der Kabarettgruppe MIKROKOSMOS und 

  • über 12 Jahre berichtete ich auf dieser Homepage über die Maintaler Kommunalpolitik, 

  • schrieb mehrere Bücher 

und hatte kaum Zeit für mich selbst. Meine Hobbys und handwerklichen Fähigkeiten vernachlässigte ich, weil einfach keine Zeit dafür blieb. Die frühere Begeisterung hierfür blieb auf der Strecke.

 

Um diesen Zustand für die Restlaufzeit meines Lebens zu ändern, zog ich mich aus diversen Aktivitäten etwas zurück oder gab sie ganz auf. Hierzu stellte ich mir immer wieder die Frage, bei welchen Verpflichtungen oder Aktivitäten die Mühe den Lohn überwog. Als ich das öffentlich thematisierte, wurde ich plötzlich geehrt, um vordergründig zumindest das jeweilige Gleichgewicht zwischen Mühe und Lohn wieder herzustellen. Das beeinflusste meine Entscheidungen jedoch nicht. 

  • Zuerst reduzierte ich meine Aufgaben bei der Kreppelzeitung und schreibe keine Bücher mehr, 

  • dann strich ich ersatzlos die kritisch-satirische Berichterstattung über die Kommunalpolitik, weil Maintals Politik und Politiker beratungs- und erneuerungsresistent sind und der Magistrat eine unaufrichtige Bürgerbeteiligung praktiziert. Das ist keine Minute des Nachdenkens und des Kommentierens mehr wert. Diese Subkultur habe ich völlig ausgeblendet. 

  • Die Aufgabe meiner Funktion als Verwaltungsbeirat der Eigentumswohnanlage in der ich wohne fiel mir leicht, als ich erkannte, dass gegenseitige Rücksichtnahme nur sehr bedingt vorhanden ist..

  • Die Seniorenzeitung ist mir weiterhin ein Anliegen, jedoch werde ich in Kürze die zeitaufwändige Erstellung des druckfertigen Layouts abgeben. 

  • Meine Aktivitäten beim Kabarett MIKROKOSMOS werde ich ebenfalls reduzieren. Das gesamte Ensemble kann sich dadurch inhaltlich stärker engagieren, damit das inzwischen preisgekrönte Kabarett weiterhin erfolgreich sein  kann. 

  • Bleibt bis zum Jahresende noch mein Garten, den ich inzwischen verkauft und zugunsten eines Naturschutzprojektes zurückbaue. 

So habe ich für die Zukunft wesentliche Weichen gestellt.

 

Begeisterung wiedergefunden

 

Mit Freude habe ich erkannt, dass ich seit dem Jahreswechsel mit dem Aufleben eines alten Hobbys erstmals wieder Freude und Begeisterung über Geleistetes empfinde. Momentan koste ich es jede Minute aus, die mir dafür bleibt. Ab dem Jahreswechsel 2016/17 werden dann alle Reduzierungsmaßnahmen greifen und mir hoffentlich einen neuen erfreulicheren Lebensabschnitt bescheren. 

 

Bedauerlich ist allerdings die Erkenntnis, in der Vergangenheit mit der Maintaler Kommunalpolitik so viel Zeit meines Ruhestandes nutzlos verbracht zu haben, weil ich glaubte, dass sich Dinge zum Guten wenden können, wenn sie ausführlich öffentlich thematisiert werden. Viel zu spät erkannte ich, mit wem ich es dabei zu tu habe und dass meine Hoffnung absurd war. Ohne diese Erkenntnis würde ich heute noch meine Zeit vergeuden. So gesehen war Maintals politische Kultur auch mal für etwas gut!

 

Was ich heute mache, lohnt sich ausschließlich für mich persönlich. Was andere Menschen darüber denken, ist mir inzwischen relativ egal. Allerdings teile ich gern meine Freude mit Menschen, denen meine Aktivitäten gefallen. In diesem Metier sind solche Momente rar, weil Modellbauer gern allein mit ihrem Hobby sind. Schließlich ist es für sie eine Welt, die nur sie so intensiv empfinden, wie sie sich betätigen. 

 

Seit dem Jahresende können die Aktivitäten im Internet unter dem Link für die gesamte Modellanlage miterlebt werden. Mit vielen Bildern und Erklärungen können immer wieder die neuesten Veränderungen nachvollzogen werden. Mit der kleinen nebenstehenden Bildergalerie  kann die Bandbreite der Modellanlage nachempfunden werden. Was fehlt, ist natürlich das belebende Moment Rennsport, das man nur hat, wenn ein knappes Dutzend Fahrzeuge hart um Positionen kämpfen und dabei einen Sound erzeugen, der kaum der Wirklichkeit nachsteht. Ein Erlebnis, das in dieser Kulisse immer wieder das Herz höher schlagen lässt.

 

Veröffentlicht am 09.08.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

Bilderbogen der neuen Begeisterung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brexit for Freedom

 

Unsere englischen Nachbarn sind schon ein illustres Völkchen. Sie lieben ihre Monarchie, ihre Burgen und Schlösser und bewegen sogar noch Zugbrücken, wenn ihnen danach ist. Gerade ziehen sie gegenüber Europa die Zugbrücken hoch, um angeblich ihre Freiheit zu retten. Bei der Abstimmung über den Brexit feierten sie eine neue Freiheit, ohne zu wissen, wie sie aussehen wird. Noch nennen sie sich als der Rest einer einstigen Großmacht "Great Britain", doch Schottland strebt bereits nach Unabhängigkeit. Es ist die Stunde der Nationalisten. Nach einer turbulenten Austrittsphase, bei der es von der EU keine Geschenkte geben wird und geben darf, wird vielleicht nur noch Klein-England übrigbleiben. England könnte einer der ersten europäischen Staaten werden, der zwischen allen Stühlen sitzt, mit einer eigenen Währung kleine Brötchen backt und sich nur noch mit großer Mühe selbst versorgen kann. Die Mehrzahl der Engländer leben scheinbar immer noch im Glauben, wirtschaftlich unabhängig zu sein. Doch - was wäre England ohne Europa!? 

Das vom Krieg erholte Europa bot ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftliche Bedingungen, die schnell vergessen ließen, wie sehr sie vorher am Tropf der Welt hingen, als sie die Seewege nicht mehr beherrschten und andere Nationen sie mit einem riesigen logistischen Aufwand versorgen mussten. Mit dem Brexit ziehen sie nun auch Zugbrücken gegenüber Ländern jenseits des Atlantiks hoch. Die Ewig-Gestrigen nennen es euphorisch "Freiheit", was zeigt, dass sie eigentlich nicht ganz dicht sind.

 

Verletzter Nationalstolz

 

Wie unangenehm den Engländern von Anfang an die deutsche Vorrangstellung in der EU und der G7 war, entlud sich nun in der wahnwitzigen Volksabstimmung, die von übelster Hetze, Unwahrheiten und einem politischen Zerrbild verbunden war. Was mit "Freiheit" umschrieben wird, ist im Grund genommen verletzter Nationalstolz, der unter den älteren Briten, die auf dem Land leben, weit verbreitet ist. Die Jugend denkt anders. Das zeigen die Wahlanalysen. Der Nationalstolz wird jetzt weiteren Schaden nehmen, weil die sich Briten so töricht benahmen und sich selbst zum Gespött machten. Sie wollten nur ein wenig Aufstand gegen die EU inszenieren, um bei Verhandlungen bessere Ergebnisse zu erzielen. So war es zumindest der Plan. Mit einem wirklichen Brexit haben die Briten nie gerechnet. Nun sehen sie, was passiert, wenn in einer verschlafenen Demokratie einmal populistisch alle Register gezogen werden.

 

Wahn ohne Plan

 

Es ist ein Wahn ohne Plan, wie es sich nun herausstellt. Keiner traut sich, das Ergebnis der Wahl umzusetzen. Kurzerhand wurde der blonde Brexit-Frontkämpfer von den eigenen Leuten aus dem Rennen um das Amt des neuen Premierministers genommen, der den Brexit mit Europa verhandeln soll. Man attestierte ihm Unfähigkeit, dieses Amt und die Verhandlungen führen zu können. Zum Rattenfänger hatte er offensichtlich das Zeug. Während die EU die Nase voll hat und auf einen schnellen Austritt drängt, kocht die Stimmung auf der Insel hoch. Ein Zürück wird es jedoch nicht geben.

 

Die Befürworter des Brexit wähnen sich nun sogar in der Sprecherrolle aller unzufriedenen europäischen Nationen, vergessen aber, dass diese Nationen durch eigenes Verschulden, teilweise sogar über falsche Angaben in heikle Situationen gerieten, die ein stringentes Durchgreifen erforderten. Einige Staaten wollten sogar, dass die Nato sofort in ihre Länder nachrückte. Die Verknüpfung von Wirtschaft und militärischer Macht ist allerdings brisant, zeigt aber, dass nach dem Zerfall der Sowjetunion ein Paradigmenwechsel in der aktiven Friedenssicherung stattfand, damit auf europäischem Boden nationalistische und imperialistische Tendenzen unter Kontrolle sind. Diesen Konsens verlassen die Briten ebenfalls, obwohl Konflikte mit Russland wegen dieser Entwicklung in vollem Gang sind. Haben die Engländer schon vergessen, wie wichtig es ist, gut eingebettet zu sein?

 

Erforderlicher Rückschnitt

 

Die Europäische Union und die sie führenden Personen bedürfen allerdings eines Prozesses der Umdenkens, der Entbürokratisierung und der personellen Erneuerung. Eine Debatte um die Unabhängigkeit wirtschaftlich assoziierter Staaten ist fällig. Die EU nimmt die Bürger nicht mit, entscheidet vielfach über deren Köpfe und greift in die Gesetzgebung der Staaten ein. Mit der Entsorgung von Politkern nach Brüssel entstand zudem ein Wildwuchs, der gefährlich ist. Im europäischen Parlament sitzen unzählige Abgeordnete, die zwar von ihrem Job leben, aber erklärte EU-Gegner sind. Sitzen dort die Keimlinge der europäischen Unzufriedenheit? Immerhin - sie sind gewählt. Wer sich die Nominierungen, die Wahlen und die Wahlbeteiligung ansieht, erkennt jedoch, welches Mandat diese Personen haben. 

 

Ein Rückschnitt des EU-Baumes auf allen Ebenen ist dringend erforderlich, damit er überlebt. Die Briten haben ihren Ast bereits abgesägt, auf dem sie saßen. Der Weg ist zwar typisch britisch, aber wenig sinnvoll.

 

Veröffentlicht am 03.07.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

15 Jahre im Unruhestand

 

Vor wenigen Tagen begann das 15. Jahr meines Unruhestandes. Mein Berufsleben liegt schon so weit zurück, dass ich kaum mehr daran denke. Das ist ungewöhnlich, denn es bestimmte immerhin 45 Jahre meines Lebens und ich betrachtete das Metier als meine Berufung. Im Ruhestand entdeckte ich jedoch ganz andere Neigungen, die wohl eine noch größere Berufung dargestellt hätten, wenn ich sie früher erkannt und umgesetzt hätte. Was ich heute in meiner Freizeit mache, folgt erkannten Stärken und ich setze sie nicht zum Lebensunterhalt um. Das ist wohl der gravierendste Unterschied. Leider versperrt uns diese Notwendigkeit in jungen Jahren die freie Sicht auf unsere Talente und Neigungen. Es ist also jetzt gut abgesichert der neue existenzielle Freiraum und die Tatsache, dass ich auf niemand Rücksicht zu nehmen brauche, der den Unterschied ausmacht. 

 

Was ist es aber, was ich in den letzten Jahren erkannte? 

 

Der Umgang mit der Sprache, mit Formulierungen und Texten war zwar auch täglicher Bestandteil meines Berufes, jedoch im engen Korsett unternehmerischer Interessen. Heute nutze ich das Schreiben zur Argumentation im Bereich Bewusstmachung, Satire und Kabarett im Zusammenhang mit gesellschaftsverändernden Prozessen. Das bekam in den letzten Jahren Maintals Kommunalpolitik zu spüren. Eine andere wichtige Entdeckung waren gestalterische Fähigkeiten und brach liegendes handwerkliches Geschick. Heute freue ich mich über maßstabgetreuen Modellbau und die Gestaltung einer kleinen Miniaturwelt, die ich anschließend filme und fotografiere. Das kommt meinem immer enger werdenden räumlichen Wirkungskreis entgegen. Im Gegenzug verabschiede ich mich gerade von meinem Garten, den ich 35 Jahre mit großer Freude betrieb. 

 

Alle Veränderungen sind in Maßnahmen eingebettet, die ich altersbedingt für notwendig halte. Es gilt nun, die "Restlaufzeit des Lebens" angenehm und erfüllt zu gestalten. Die Chancen sind derzeit recht gut, wenn die Gesundheit lang genug mitspielt.

 

Was bringt mir das Schreiben?

 

Es wäre zu kurz gedacht, wenn man die Aktivitäten mit gesteigerten Mitteilungsbedürfnis umschreiben würde. Das ist es sicherlich nicht, wenn sich auch die Frage stellt, warum ich die Plattformen Homepage, Bücher, Facebook, Seniorenzeitung, Kreppelzeitung und Kabarett nutze, um Dinge zu thematisieren, die mich bewegen. 

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass vieles, was mich bewegt und andere Menschen meines Umfelds tangiert, einer Kommentierung bedarf. Mit manchen betroffenen Menschen kann ich in dieser Tiefe gar nicht persönlich kommunizieren. Wer sich jedoch angesprochen fühlt, kann sich mit meinen Texten befassen und erfahren, wie ich über was denke. Einem persönlichen Gespräch kann das als nützlicher Vorlauf dienen. Dieses Vorgehen macht mich gelegentlich angreifbar und meine Statements werden je nach Betroffenheit individuell zurecht gebogen, um sie persönlich erträglicher zu machen. An den Fakten und meiner Meinung ändert das nichts, solange kein persönlicher Dialog folgt. 

 

So bleibt es mehrheitlich bei der stillen Kenntnisnahme oder beim befreienden oder verlegenen Lachen im Kabarett all derer, die sich ertappt fühlen. Das Schreiben ist für mich eine Art Gedankenentsorgung, damit ich den Kopf für neue Eindrücke frei bekomme. Ich gehe Themen analytisch an, kläre die unterschiedlichen Standpunkte aller Involvierten Personen und komme zu Bewertungen, mit denen ich leben kann oder vielmehr leben muss.

 

Was bewirkt kreative Gestaltung?

 

In einer rastlosen Welt und nur wenigen Wünschen muss man sich auf das Wesentliche konzentrieren. Seit ca. 2 Jahren strukturiere ich meine Aktionsfelder neu und versehe sie mit anderen Prioritäten. Dinge, die ich früher als wichtig einstufte, haben heute einen anderen Stellenwert, weil Mühe und Lohn inzwischen nicht mehr in der Waage sind. Anstelle etwas für Andere zu tun, die meine Aktivitäten eigentlich gar nicht oder nicht angemessen schätzen, wende ich mich immer mehr Dingen zu, die mir persönlich gut tun. 

 

Meine Kreativität fokussiert sich jetzt auf Aktivitäten, die mir täglich kleine Erfolgserlebnisse bescheren. Was ich derzeit mit meinen Händen umsetze, stärkt mein Vertrauen in die noch vorhandene Leistungsfähigkeit, wenn auch nur auf einer kleinen Ebene. Wenn Visionen, also Dinge, die ich bereits fertig vor mir sehe, nach mühevoller Kleinarbeit fertig sind und dem Angestrebten entsprechen, generieren sich Glücksgefühle, wie sie jeder kennt, der intensiv Modellbau betreibt. Um die jeweiligen Ziele zu erreichen, muss ich gelegentlich etwas tiefer in die Taschen greife, denn die idealen Materialien und geeignetes Zubehör sind nicht billig. Sie gehören jedoch zum fertigen Bild, wenn es gelungen sein soll.

 

Momentan befinde ich mich auf einem Trip, auf dem viele Modellbauer sind. Ich durchforste das Internet, informiere mich über Hobbybörsen und Angebote, bin pausenlos unterwegs und fotografiere, um den Originalen möglichst nahe zu kommen. Wer das nicht kennt, weiß jetzt vermutlich gar nicht, wovon ich spreche und denkt womöglich, "der ist doch nicht ganz dicht!"

 

Was wird einmal aus all den Miniaturen?

 

Immer wieder stelle ich mir die Frage, was später mit den Miniaturen geschieht, die gerade entstehen. Irgendwann werden sie wohl nicht mehr meiner Freude und meiner neuen Leidenschaft dienen. Aber - haben sie nicht längst ihren Zweck erfüllt, wenn ich einmal nicht mehr bin? In welchen Besitz sie einmal übergehen, ist eigentlich egal, denn ihr Hauptzweck, der Freude am Erschaffen, haben sie bereits erfüllt. Ihren Wert kann ein späterer Besitzer kaum nachvollziehen. Genau dies trifft auf all die Modellbauer, Hobbyeisenbahner und Hobbyrennbahnbauer zu, die keine Kinder haben und bis ins hohe Alter ihrem Hobby frönen. Die Dinge werden auseinandergerissen, vermarktet oder einfach entsorgt, obwohl sie mehr oder weniger eindrucksvoll verkörpern, zu welcher Leistung sein Besitzer fähig war. Der Wert reduziert sich auf die Kleinbeträge, die man bei der Verwertung kassieren kann, egal, was all das einmal kostete und wie viel Arbeit darin steckt. Ihr Zweck war zeitlich begrenzt und diente der Freude an eigener Schaffenskraft. Gerade in unsrem letzten Lebensabschnitt ist das unbezahlbar!

 

Veröffentlicht am 12.6.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Es gibt im Leben nichts Gutes,

außer - man tut es!

 

Im Ruhestand sind viele Aktivitäten möglich, die während des Berufslebens nur schwer in dieser Tiefe hätten betrieben werden können. So wartete förmlich sehr viel Gutes auf meinen Ruhestand, der vorgezogen im Jahr 2002 begann. Zunächst nahm ich etliche Funktionen in meinem Verein wahr, brachte dessen Finanzen auf eine solide Basis und rief 2004 das Kabarett des Vereins ins Leben, das 2005 mit dem ersten Programm startete. Heute ist es eine prämierte Erfolgsstory, die aus der Maintaler Kulturszene nicht mehr wegzudenken ist. 

 

Mein ehrenamtliches politisches Engagement und die Arbeit in der Maintaler Seniorenzeitung betrachte ich als lohnenswert, inzwischen sorgten allerdings zahlreiche Aha-Effekte für ein besseres Distanzgefühl zur Politik.

Anders ist es mit der Zeitung 60 AUFWÄRTS. Sie hat noch sehr viel Potenzial und die Gestaltung bereitet unglaublich viel Freude.

 

 

Leider sehe ich die politisch gewollte Entwicklung bei der offiziellen Maintaler Seniorenvertretung alles andere als positiv. Die verabschiedete Seniorenbeiratssatzung offenbart, was politisch gewünscht ist. Vergeblich war die Hoffnung auf wirkliche Seniorenpower.

 

 

In meinem persönlichen Ruhestand werde ich weiterhin auf Power setzen, der Fokus verschiebt sich jedoch zugunsten des persönlichen Nutzens. Dieser stellt sich leider nur ein, wenn man selbst zielgerichtet daran arbeitet. Man darf sich selbst nicht vergessen!

Bekanntlich gibt es nicht Gutes, außer - man tut es!

 

Klaus Klee

 

 

Überdruck

 

Wenn Menschen, die im gleichen Haus wohnen, spontan zusammenkommen und sich gedanklich austauschen, weil sie das Zusammenleben bedrückt und sie im Gespräch näher zusammenrücken wollen, ist etwas faul in einem Haus. Die Frage "Wie geht es denn dir momentan" deutet auf ein kollektives Gefühl des Unwohlseins hin. Man will Gewissheit haben, dass man mit seinem unangenehmen Gefühl nicht allein ist. Auf die Frage, was denn so unangenehm sei, kommen seltsame Entwicklungen auf den Tisch. Da ist plötzlich davon die Rede, dass man beobachtet, wer zuhause ist und wer das Haus verließ, kombiniert mit der Feststellung, dass man erleichtert sei, manchen Mitbewohnern nicht begegnen zu müssen. Der Gang zur Mülltonne oder zum Briefkasten wird abgebrochen, wenn sich bestimmte Mitbewohner im Treppenhaus oder im Hof aufhalten. Trifft man sie dennoch, grußlos mit versteinertem Gesicht, fühlt man sich nicht wohl. Die Folge: Man geht aneinander vorbei als wäre der andere Luft. Sich bloß nicht in ein Gespräch verwickeln lassen, damit sich aufgestauter Zorn und Ärger nicht spontan entlädt. Das menschliche Klima ist durch und durch vergiftet.

 

Solche Entwicklungen sind unweigerlich mit Schuldzuweisungen und Empfindungen verbunden, die sich irgendwann entladen. Immer lauter werden die Stimmen und führen dazu, klar zu benennen, wer wohl der Grund sei und nicht so recht in die Gemeinschaft passe. Der Übereinstimmungsgrad ist dabei recht hoch. Beim Gedankenaustausch kommen viele Erlebnisse mit den Reizfiguren auf den Tisch und es werden Urteile gefällt, die wohl nie mehr aus der Welt zu schaffen sind. Dreiste verbreitete Lügen und geschürter Unfrieden werden beim Gedankenaustausch transparent. Alle Argumente sind scheinbar recht, wenn sie nur irgendwie zu diffamierten Personen passen. Umso unbedarfter angesprochene Zuhörer sind, umso leichter werden sie ausgehorcht, als stille Post oder als Mitläufer benutzt. 

 

So ist es leider in zahlreichen Wohnobjekten, wenn einzelne Bewohner alle Regeln des harmonischen Zusammenlebens verletzen und keinerlei Bereitschaft erkennen lassen, dies zu ändern. Nimmt sich eine solche Gemeinschaft organisatorisch auch noch selbst das Organ, das alle Regeln des Zusammenlebens festzurrt und an deren Einhaltung arbeitet, ist der Zustand der offenen Anarchie erreicht und Menschen, die um den häuslichen Frieden bangen, rücken näher zusammen.

 

Verwalten statt Gestalten?

 

Reduziert sich die Gemeinschaft von Eigentümern freiwillig organisatorisch und wälzt alle Funktionen und Verantwortungen auf die Hausverwaltung und den Hausmeister ab, ist die eigene Mitsprache sehr stark eingeschränkt. Die Hausverwaltung ist weder ein Mediator, noch ein Terminator. Liberale Hausverwalter klären ausschließlich über geltende Rechte und Bestimmungen auf und überlassen den Eigentümern das Handeln in der Meinung, dass das genügen müsste. Es obliegt nun jedem Einzelnen, ob er aufgezeigte Risiken erkennt, übernimmt und anderen Bewohnern Gefahren zumutet. Andere Hausverwaltungen dagegen greifen hart durch, wenn sie dazu allein berechtigt wurden, notfalls über die Gerichte. Geschieht in provozierender Weise absolut nichts, steigt der Druck im Kessel und es kommt irgendwann zum Eklat. Das scheint die Absicht zu sein, wenn Einzelne sich so verhalten.

 

Veröffentlicht am 28.05.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Wenn der Druck im Kessel steigt

 

Jetzt gibt es ja Menschen, die das alles gar nicht merken, weil sie etwas schlichter gestrickt oder ignorant sind. Sie zündeln mit, ohne es zu merken oder unterstützen passiv die Störer, weil sie selbst nicht konfliktfähig sind. Sie leben hinter ihren Türen wie auf einer einsamen Insel. 

Andere dagegen praktizieren gar das Verhalten des Vogel Strauß und warten, bis alles irgendwann vorbei ist. Sie merken gar nicht, in welcher Gefahr sie sind, wenn Einigkeit und der Zusammenhalt verloren gehen. 

Geht auch noch die Hausverwaltung verloren, weil das Objekt infolge steigender Probleme unattraktiv und unbequem wird, hat eine Eigentümergemeinschaft ohne Verwaltungsbeirat keinen offiziellen Vertreter und damit ein gravierendes Problem, das dann Gerichte klären müssen.

 

In den meisten Fällen liegt das Übel im Wesen von nur einer Person oder Personengruppe, die in der Gemeinschaft zündelt, Regeln verletzt und eigene Regeln installieren will. Das merkt man daran, wenn viele Jahre Harmonie und verantwortliches Handeln herrschte und plötzlich negative Veränderungen eintreten. Der Ausgangszeitpunkt solcher Entwicklungen kann mühelos ermittelt und in kausalen Zusammenhang mit erfolgten Eigentümer- oder Mieterwechseln gebracht werden. 

 

Was passiert, wenn der Druck bei absichtlich demontiertem Ventil weiter steigt, ist absehbar. Doch darauf scheint man es förmlich anzulegen, auch, weil Andere es ebenfalls geschehen lassen.

 

Klaus Klee

 

 

Permanent subversiv

 

Als ich dieser Website den Namen "NICHT MEHR GANZ DICHT" gab, war ich mir nicht sicher, ob das eine glückliche Wahl war. So einen Titel kann man sehr schnell falsch verstehen. Vielleicht wäre "UNCHECKED" besser gewesen. Inzwischen stelle ich aber über meine Websitestatistik fest, dass diese Seite bereits eine ganze Menge Liebhaber gefunden hat und das Feedback besagt, dass so eine sozialkritische Seite im Web, die sich mit verschiedenen Facetten menschlichen Fehlverhaltens befasst, mit Interesse gelesen wird. Auch bin ich erstaunt, wie viele Leser auf ähnliche Verhaltensweisen und Probleme mit ihren Mitmenschen stoßen. Gerade die letzte Parabel scheint viele arrogante und bornierte Zeitgenossen treffend karikiert zu haben. Es tauchte in diesem Zusammenhang sogar die Frage auf, warum dieser Typ Mensch stets so sicher ist und intelligente sozial denkende Menschen so voller Zweifel sind. Eines scheint klar zu sein: beide Typen passen einfach nicht zusammen, schon, weil sie sich nicht auf Augenhöhe begegnen.

 

So ist es nicht verwunderlich, dass derartige Menschen kaum wirkliche Freunde haben. Mit beinahe krankhaftem Eifer versuchen sie immer wieder, Menschen auf ihre Seite zu ziehen, die ihnen die Bestätigung vermitteln, sie seien auf dem rechten Weg. Eigentlich geht es ihnen vielmehr darum, menschliche Beziehungen zu zerstören, um selbst mehr Einfluss zu gewinnen. Dabei werden oft alle Register der Diffamierung gezogen. In diesem Bemühen helfen Wesenszüge, die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, Scham und Reue nicht kennen. Das "ICH" steht bei ihnen absolut im Mittelpunkt. Also verhält man sich permanent subversiv.

 

Intelligente Menschen sind in der Lage, Lebenserfahrung und psychologisches Wissen so zu kombinieren, dass sie zu richtigen Entscheidungen fähig sind. Der Gegenüber liegt dabei oft wie ein offenes Buch vor ihnen. Manchmal dauert es etwas länger, wenn sich kritisch beäugte Personen geschickt zu verstellen versuchen. Bringt man sie jedoch in eine Situation, in der sie emotional gefordert werden, offenbaren sie völlig unkontrolliert ihre Defizite. Die Maske ist gefallen und ihr Wesen entfaltet sich danach vollends. Sie merken viel zu spät oder gar nicht, dass sie einer bewussten Inszenierung aufsaßen, um allgemein Aha-Effekte auszulösen. Jeder so, wie er es verdient!

 

Was macht ein Mensch nun mit diesem offenliegenden Markenzeichen, das er sich unüberlegt einhandelte? Wie wird er sie wieder los? Diese Fragen stellen sich solche Menschen oft gar nicht. Sie machen weiter wie bisher. Schließlich leben sie ja so lang in einer Art Refugium, so lange man sie gewähren lässt. Was man ihnen nicht explizit verbietet, wird fortgeführt. Alle Unarten werden hemmungslos und opportunistisch verstärkt ausgelebt.

 

Fehlende Augenhöhe

 

Sich "auf Augenhöhe" zu begegnen, ist das Bewusstsein gegenseitiger Achtung. Dabei spielen soziale Verhaltensweisen eine sehr große Rolle. Mit ihnen zeigt der Mensch seine Fähigkeit zu einem harmonischen Miteinander. Echtes soziales Verhalten und Kooperation überwindet sogar Trennendes. Augenhöhe hat in diesem Zusammenhang nur wenig mit materieller oder standesbezogener Gleichwertigkeit zu tun. Aufrichtige und weniger gut gestellte können über ihr Sozialverhalten von der Augenhöhe her höher gestellt sein als Wohlhabende, die sich nicht an Regeln halten. Selbst der Umkehrschluss ist noch richtig. Welche Kombination man auch wählt, man landet immer wieder beim Sozialverhalten.

 

Wenn man sich nicht auf Augenhöhe befindet, weil die gegenseitige Achtung beschädigt ist, ist die Kommunikation sehr schwierig. Was auch immer gesagt wird, der Andere "macht zu", stellt das Empfangen abrupt ein und geht seinerseits auf Sendung. Dabei werden zurechtgelegte Argumente verwendet, die man sich selbst so lang einredete, bis man sie selbst glaubt. Die fehlende Fähigkeit, empfangene Informationen richtig zu verarbeiten, hat emotionale Gründe. Man redet aneinander vorbei und genießt das Nicht-verstanden-werden als Alleinstellungsmerkmal. Das schafft nun mal keine Augenhöhe und überzeugt auch nicht. Nun gäbe es ja noch die Möglichkeit, sich in aller Ruhe mit überlegt geschriebenen Texten auseinander zu setzen, damit man begreift, was man liest, wenn man schon nicht zuhören kann. Hier ist jedoch festzustellen, dass Lesen und Verstehen  vielfach ebenso wenig beherrscht wird, wie das Meinen und das Sagen. Erkenntnisse reifen nur bei Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen.

 

Augenhöhe entscheidet auf der sozialen Leiter über Oben und Unten. Grotesk ist es, wenn die unten Stehenden meinen, man müsste sich auf sie einstellen. Wer das schon einmal versucht hat und seine Argumente auf ein anderes Niveau ausrichtete, merkt, dass diese Menschen selbst ihr eigenes Niveau nicht beherrschen. Es ist ihnen einfach egal, was Andere denken. Subkulturen haben nun mal ihre eigenen Regeln.

 

Ein altes Sprichwort sagt: "Der Krug geht so lang zum Brunnen, bis er bricht!" Es gibt Situationen, in denen Menschen darauf warten, dass dies passiert.

 

Veröffentlicht am 21.05.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Wohin gehst Du?

 

"Quo vadis?" heißt die Frage, die wir Menschen uns selbst immer wieder mal stellen sollten. Besonders dann, wenn ein Vorgehen sinnlos wurde oder schon längere Zeit sinnlos war. An einem unsinnigen Vorgehen beharrlich festzuhalten, kostet Nerven und beschert keinen Erfolg. Das muss man allerdings erkennen, ehe weitergehende Schritte eingeleitet werden können.

 

Zunächst muss man ergründen, wohin man eigentlich will und was einem daran hindert, dort anzukommen. Vielleicht ist man ja gar nicht allein, wie bisher irrtümlich angenommen und andere Menschen haben ein Recht, gefragt zu werden!? Unterbleibt das und andere Menschen reklamieren ihrerseits Interessen, so sollte man das ernst nehmen. Das beharrliche Ignorieren ist kontraproduktiv und wirkt sich aus. Um seine eigenen Interessen  umzusetzen, braucht man in einer Gemeinschaft Gleichgesinnte in der Sache. Hier hilft es nichts, nur Mitstreiter zu suchen, wenn diese in der Sache nicht voll und ganz hinter einem stehen und diese über einen besonderen Aha-Effekt nachdenklich werden.

 

Auch hier spielt wieder die Augenhöhe eine große Rolle. Wer Gefolgschaft unter schlicht Denkenden sucht, die leicht zu vereinnahmen sind, stimmt bereits die Augenhöhe nicht. Diese werden nur bei der Stange bleiben, um sich ernst genommen zu fühlen, auch wenn sie in Konfliktsituationen nur Kanonenfutter sind. Geht die Schlacht verloren, tragen sie den Misserfolg mit. Das begreift mancher aber erst, wenn die Situation eintritt. Aber auch dann gibt es noch Mitläufer, die rein gar nichts raffen. 

 

Ehe richtungweisende Entscheidungen anstehen, sollte sich jeder fragen, wo er hin will und welche Personen bereits im Vorfeld alle Trümpfe in der Hand haben. Erst dann sollt man überlegen, ob man die Kooperation oder die Konfrontation mit Andersdenkenden sucht. Es wäre falsch, sogenannten Rattenfängern zu folgen, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Letztendlich ist es auch ratsam, sich Andersdenkende genau anzusehen und sich mit ihren Argumenten auseinander zu setzen. Dahinter steht oft auch eine zielgerichtete Taktik, die es zu ergründen gilt. Gut vorbereitete Diskutanten haben Vorteile gegenüber denen, die nur emotional aus der Hüfte schießen. 

 

Der Weg ist das Ziel! 

Diesen Weg muss man kennen oder man verirrt sich.

 

Klaus Klee

 

 

Parabel mit Tauben

 

Kürzlich amüsierte mich ein Kalenderspruch, bei der eine Taube auf einem Schachbrett landete und mitspielen wollte, obwohl sie die Regeln nicht verstand. Sie erkannte deshalb auch nicht, dass sie nach wirren Zügen ganz schnell verloren hatte. Als das Spiel aus war und niemand mehr mit ihr spielte, warf sie alle Figuren vor Zorn um, schiss kräftig aufs Schachbrett, stolzierte auf dem selbst verschissenen Brett erhaben und stolz herum, als habe sie die Partie gewonnen. 

Die Parabel reizte deshalb so zum Lachen, weil einem sofort Personen einfallen, die sich immer wieder ähnlich benehmen. Noch grotesker wird es, wenn es sich um weiße Tauben handelt, die gern zusätzlich mit ihrer symbolischen Reinheit und einem selbstgerechtem Nimbus kokettieren. So mitten in den selbsterzeugten Verschmutzungen auf einem sehr anspruchsvollen Spielfeld, auf dem jetzt natürlich niemand mehr spielen will, wirkt das noch grotesker. Ohne eine den Kalenderspruch begleitende Abbildung sind die Bilder, die der Spruch im Kopf erzeugt, grenzenlos austauschbar. Vielleicht ist es ja gerade die zelebrierte erhaben präsentierte Dummheit vieler Tauben, die Menschen so belustigt. 

Nun erlebte ich im realen Leben eine exakt identische Situation, die ich nie für möglich gehalten habe. Als Zugabe flötete in diesem Fall der deutlich hinter der weißen Taube folgende Taubenpartner in Richtung Schachbrett sogar noch ein trotziges "Du bist vielleicht primitiv...!", um seiner Angebeteten zu gefallen. Dann waren die illustren Tauben wieder unter sich und das verschissene Schachbrett verwaist.

 

Man braucht jetzt gar nicht den Anlass zu kennen, um die Auswirkungen der in der Parabel geschilderten Situation nachzuvollziehen und die unterschiedlichen Welten zu beurteilen, die hier aufeinander stießen. Die Art, wie sich ignorante Menschen geben, wie falsch sie ihre Situation einschätzen, leichtgläubige Mitmenschen in ihre Strategie hineinziehen, absolut unverantwortlich gewachsene Strukturen zerstören und manifestierte Regeln erschüttern wollen, begegnet uns immer wieder. 

 

Die wahren Verlierer sind die, die solche Individuen gewähren lassen, nur um ihre Ruhe zu haben. Sie verzichten sogar auf elementare Rechte und persönlichen Einfluss. Dabei sind es gerade die harmlos daher kommenden Tauben, die man gewähren lässt, die einem später aufs Auge scheißen. Mit ihren ätzenden Hinterlassenschaften zerstören sie alles, was man nicht bewusst schützt. Der Grund: Sie sind anatomisch im wahrsten Sinne nicht ganz dicht und ihre Hinterlassenschaften kommen solang, bis sie irgendwann andere Reviere beschmutzen oder das Beschmutzen für immer einstellen. So lang müssen wir mit diesen beschissenen Tauben leben.

 

Veröffentlicht am 13.05.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passendes Bild 

bitte selbst 

im Kopf erzeugen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vernunft im Alltag

 

Vernunft und Unvernunft sind unweigerlich mit der Fähigkeit des menschlichen Denkens verbunden, der Ausprägung wichtiger Teile des Gehirns. Die Fähigkeit zum logischen Denken und entsprechender Problemlösungen ist Teil unseres Verstandes. Die Neurowissenschaften verwenden dafür den Begriff "fluide Intelligenz". Vernunft ist die Fähigkeit, sachliche und soziale Folgen von Handlungen und egoistischer Verhaltensimpulse richtig abzuschätzen. Die Maßstäbe für Vernunft werden von allgemeinen Regeln, sozialer Kompetenz und ethischen Normen gesetzt. Wo diese freiwillig beachtet werden, bedarf es keiner weiteren Regelwerke. Überwiegt jedoch die Unvernunft und nehmen Mitmenschen daran Anstoß, so müssen gemeinsam getroffene Vereinbarungen, die auf Basis der Vernunft beruhen, die zuvor freiwillig ausgeübte Vernunft ersetzen. Für alle Menschen, die sich vernünftig und sozial angepasst verhalten, ist diese Vorgehensweise allerdings eine echte Zumutung und sogar die zwangssozialisierten Unvernünftigen empfinden es als eine Zumutung. Sie vergessen allerdings, dass erst sie es waren, die diese Zwangsfolge auslösten.

 

Das Wohnen in großen Wohneinheiten ist zum Beispiel solange harmonisch und positiv anregend, wie Vernunft und gegenseitige Rücksichtnahme spürbar sind. Letzteres ist aus gutem Grund in Hausordnungen als Mittel zur Bewältigung allgegenwärtiger Ambilvalenz, dem Nebeneinander gegensätzlicher Ansichten und Handlungen, fest verankert. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich mit einer "Sowohl-als-auch-Strategie" ein Toleranzbereich bilden, in dem grenzwertige Dinge gerade noch erträglich sind. Wird dieser Spielraum infolge dreist angewandter Unvernunft permanent erweitert, werden Grenzen erreicht, die nicht mehr hinnehmbar sind. Hier muss die Vernunft über Regelwerke greifen!

"Sowohl-als-auch" werden zu "Entweder-oder".

 

Aggressive Verweigerungshaltungen

 

Es gibt Menschen, die angewandte Vernunft als Bevormundung und als Zwang empfinden. Je nach sozialer Ausprägung und Intellekt resultiert daraus mitunter eine recht aggressive Verweigerungshaltung, die nicht direkt als Unvernunft erkannt wird. In manchen Fällen mag auch ein wirklicher genetischer Defekt eine Rolle spielen. 

 

Da von solchen Verweigerungshaltungen eine starke Kraft ausgeht, die auch andere Menschen in eine Art Strudel ziehen können, bedürfen sie der Klärung. Die Solidarität einer Gemeinschaft entscheidet nun über die weitere Eskalation oder die Befriedung. 

 

Einer aggressiven Verweigerungshaltung muss eine ähnlich strukturierte Maßnahme entgegen wirken, weil nur dieses Vorgehen von Aggressoren klar erkannt wird und zur Wiederherstellung der Vernunft führen kann. Dabei ist sogar die Frage erlaubt, ob die Aggressoren angesichts abnormer Verhaltensweisen "nicht mehr ganz dicht" seien. Gelingt die Rückbesinnung nicht, wird ein Stück ethischer Werte geopfert, ohne die eine Gemeinschaft zunehmend verwildert.

 

Veröffentlicht am 04.05.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Für was Zeitungen gut sein können

 

Ich wurde bereits mehrmals gefragt, warum diese Website "Nicht mehr ganz dicht?" heißt. Der Grund ist ganz einfach: Wir nehmen diese Floskel immer dann in den Mund, wenn sich Mitmenschen nicht so verhalten, wie wir es erwarten. Und weil wir oft gar nicht wissen, warum sich Menschen absonderlich verhalten, halten wir im Extremfall natürlich auch einen geistigen Defekt für möglich. Das undichte Dach als Symbol  soll gleichzeitig signalisieren, dass viele Defekte durchaus reparabel sind. Das setzt natürlich die Erkenntnis voraus, dass ein Defekt vorliegt. Hier ein Beispiel: In einer von mehreren Wohnanlagen eines gut bürgerlichen Wohngebiets wird ein einziger Briefkasten plötzlich mit fünf recht voluminösen Wochenzeitungen, die am Vorabend noch neben dem Hauseingang auf einem Stapel am Boden lagen, absichtlich vollgestopft, so, dass es am nächsten Tag nicht mehr möglich ist, die reguläre Post einzuwerfen. Das erlaubt die Frage: "Wie krank ist das denn?"

 

Nun wäre es sicher nicht schwer, Schuldige zu finden, zumal sich sonderbare Handlungen im gleichen Objekt häufen. Man würde damit jedoch nicht berücksichtigen, dass es auch fremde verwirrte Menschen geben könnte, die bei Dunkelheit um die Häuser ziehen, sich einen einzelnen Briefkasten aussuchen, den sie heimlich und mit Gewalt voll stopfen. Wahrscheinlicher ist jedoch ein ganz persönlicher Hintergrund und die Zeitungen sowie die Zielperson wurden nur Opfer eines Wutausbruchs. Das würde durchaus zu vielen anderen Handlungen passen, die fortwährend für Ärger sorgen.  Doch was wäre die Konsequenz, wenn man eine Person hinsichtlich dieser irren Handlung eindeutig überführen und öffentlich brandmarken würde? Die Folgen wären gravierend. Bei einer nur vorübergehenden psychischen Störung erschiene das nicht angebracht. Das will also gut überlegt sein!

 

Wut und Mitleid liegen oft nah beieinander

 

Eins und Eins ergibt Zwei. Das ist normalerweise faktisch richtig und wird gern als Beweis für Annahmen verwendet, die auf der Hand liegen. In einer Gemeinschaft, in der es jedoch mehrere Störenfriede gibt, die sich vorübergehend sogar solidarisieren, weiß man nie, was passiert, wenn solche Verbindungen plötzlich gestört sind, weil sie zu sehr belasten. Wer weiß schon, wie sich in einer solchen Zweckgemeinschaft plötzlicher Liebesentzug auswirkt!? Ein gemeinsames Feindbild wird da schnell mal zum willkommenen Ziel des angestauten Frustes. Spätestens jetzt müsste es solchen Zweckfreundschaften peinlich sein, sich jemals auf so etwas eingelassen zu haben. Wer will schon mit solch kindischen Handlungen in Zusammenhang gebracht werden!?

 

Die Spirale der Unvernunft

 

Werden Handlungen von Menschen immer irrer und grotesker und sind sie gar eine Reaktion auf das völlig legitime Bestehen auf Ordnung und Sicherheit innerhalb einer Gemeinschaft, so sind sie nur noch schwer nachvollziehbar. Was für alle anderen Menschen völlig normal ist, kann eigentlich gar nicht infrage gestellt werden. So ist es interessant, festzustellen, was passiert, wenn man klar macht: "Bis hier her und nicht weiter!"  

 

Choleriker rasten mitunter völlig aus, handeln noch bewusster dagegen, um im nächsten Moment anderen Ortes effektheischend in Tränen auszubrechen. Diese zelebrierte Wut löst bei Mitmenschen jedoch kaum Verständnis, eher Mitleid aus. Indirekt wird der Choleriker behandelt, als sei er krank. Im direkten Kontakt wird allerdings oft Verständnis geheuchelt. Damit hilft man dem Choleriker aber ganz und gar nicht. Die Spirale der Unvernunft wird unnötig befeuert. Ausbaden müssen es dann unschuldige Zeitungen...!

 

Veröffentlicht am 30.04.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Öffentlichkeit als Mittel gegen Mobbing

 

Es passiert überall und immer wieder, dass man mit absonderlichen Handlungen konfrontiert wird. Das dann öffentlich zu thematisieren, anstatt nur unter vorgehaltener Hand darüber zu sprechen, ist wichtig. Völlig fehl am Platz wäre es, dieses Vorgehen mit Vorgängen im Internet gleichzusetzen, bei denen Menschen unter einem Pseudonym gemobbt werden. Dort werden Personen exakt namentlich genannt, während die Mobber anonym bleiben. Der Unterschied: Alle Erörterungen auf dieser Seite bleiben anonym und haben allgemeinen Bezug, weil sie nur die soziale Seite beleuchten. 

 

Das allgemeine Erörtern sozialrelevanter Missstände, die leider weit verbreitet sind, kann Betroffenen und Tätern helfen, praktikable und anständige Wege aus dem Dilemma zu finden. Dazu gehört allerdings, dass zunächst klar gestellt wird, was effektiv Sache ist. Das Bewusstsein von Recht und Unrecht ist nun mal die Grundvoraussetzung für Erkenntnisse. Ist das direkte Gespräch nicht möglich, weil es verweigert wird, müssen andere Wege gefunden werden, einzelne Zielpersonen zu erreichen.

 

Es wäre jedoch vielmehr angebracht, dass sich nahestehende Personen solchen Verirrten annehmen würden, wenn sie Einfluss darauf haben, anstatt sich über öffentliche Erörterungen zu mokieren. Dazu müssen sie jedoch Lösungen parat haben und nicht selbst Teil des Problems sein. Hier würde sich auch zeigen, wie fest man zueinander steht und wie ernst man sich gegenseitig nimmt. 

 

Völlig unsinnig wäre es, Abnormales zur Normalität zu erklären, damit dem Choleriker vermeintlich geholfen wird. Da sollten alle Normalen zusammenhalten, sonst eskalieren Zustände vollends und ein schmerzhafter Showdown wird unvermeidlich.

 

Klaus Klee

 

 

Schmierfinken

 

In vielen Bereichen unseres Lebens begegnen wir mehr oder weniger geistreichen Schöpfungen von Schmierfinken. Es ist eine ganz bestimmte Gattung Mensch, die mit ihren Hinterlassenschaften Wände, Gegenstände und Gedrucktes beschmieren, um angestauten Frust los zu werden. Manche kompensieren damit sogar Lust und verzieren zum Beispiel Toilettenwände mit geistreichen Sprüchen und kleinen Zeichnungen. Ob jetzt Sprayer, Rabauke oder Schmierfink, stets spielt die soziale Integration eine große Rolle. Im Grund genommen handelt es sich um feige Verhaltensweisen. Dennoch - es sind Botschaften. Parteien und Politiker beklagen immer wieder beschmierte und kommentierte Wahlplakate. Protestparolen und Schmierereien an Wänden von Behörden, Einrichtungen oder Privatpersonen, ja sogar auf Schriftstücken, die der Ordnung, Sicherheit und der Information dienen, sind im Grund genommen Botschaften. Sie zeugen allerdings eher von einer chronischen Argumentationsschwäche und Unvermögen im direkten Kontakt. Es bleibt solchen Menschen oft nur die heimliche Schmiererei. Peinlich wird es jedoch und manchmal auch teuer, wenn Schmierfinken enttarnt werden. Dann wird es für sie im sozialen Umfeld schwierig. Wer wird sie jetzt noch ernst nehmen und wie normale Menschen behandeln?!

 

Intelligenz geht anders

 

Nun gibt es aber auch Schmierfinken, die ihre Handlungen sogar für eine kommunikative Spitzenleistung halten. Sie sind möglicherweise sogar intelligent, nur unbeherrscht und nutzen ihre Intelligenz destruktiv. Positive Ansätze sind mangels stichhaltiger Argumente in einem solchen Zustand von ihnen kaum zu erwarten, weil sie sich in eine immer enger werdende Sackgasse manövrieren. 

 

Intelligente Menschen erkennen Sackgassen rechtzeitig und leiten Wendemanöver ein. Andere schmieren am Ende der Sackgasse all das an die Wände, was sie vermeintlich an der Fortführung ihres Weges hindert. Vermutlich wird dabei das gleiche Lustgefühl ausgelöst, das Lemminge direkt vor der Klippe empfinden. Intelligenz geht anders!

 

Denkt man sich das, worauf Schmierereien platziert werden, einmal weg, dann stehen nur noch die Schmierereien im Raum. Völlig losgelöst verkörpern sie das, was sie wirklich sind - Psychogramme, die mehr über die Person aussagen, als dieser vielleicht lieb ist. 

 

Veröffentlicht am 27.04.2016

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Was mit einer Schmiererei 

eigentlich gesagt werden wollte

 

Wenn man ausgehängt wird

 

Wo Menschen zusammenleben gibt es Dinge, die geregelt und bekannt gegeben oder manchmal auch nur in Erinnerung gerufen werden müssen, wenn man merkt, dass sich nicht jeder an allgemeine Regeln hält. Für so etwas benutzt man sogenannte "schwarze Bretter" oder "Pinwände", um möglichst zeitnah viele Täter und Betroffene zu erreichen, damit diese merken, dass bestimmte Vorgehensweisen moniert werden. Dem Verfasser solcher Informationen wäre es sicher lieber, wenn manche Informationen erst gar nicht artikuliert werden müssten und sie längst verinnerlicht wären. Leider ist das manchmal nicht der Fall. Die meisten Leser solcher Informationen stellen auch sofort fest, dass sie sich selbst gar nicht angesprochen fühlen müssen, weil es sich um Beanstandungen gegen eine kleine Minderheit handelt, die noch nicht ausreichend sozial integriert ist oder ganz bewusst entgegen jede Vernunft handelt. Die zur Ordnung gerufenen Personen nehmen natürlich an, dass der Verfasser "nicht mehr ganz dicht" sei, weil sie von ihm derart öffentlich gerügt werden. Getreu dem Spruch "getroffene Hunde bellen" fallen dann die Reaktionen aus. Einsicht - Fehlanzeige!

 

Wie soll man sich in entsprechender Position verhalten, wenn Menschen bewusst und in böser Absicht Regeln das Anstands und der Vernunft ignorieren? Wer ist schon psychologisch so geschult, dass er sich erfolgreich als Therapeut versuchen kann? Außerdem steht es keinem Dritten zu, andere Menschen zu therapieren. Sollte nämlich eine Persönlichkeitsstörung vorliegen, wäre das ein Fall für Spezialisten. Die gehen dann zurück bis in die Kindheit, um zu erkennen, warum Menschen so krass ticken. Normal denkende Menschen dagegen meinen, es genüge schlicht Einsicht, um solche Defekte zu beheben. Psychologen wissen jedoch, dass sich solche Menschen oft in einem selbstverursachten Strudel der Ereignisse befinden, dem sie nur entkommen, indem sie sich diesem abrupt entziehen. Sie werfen hin, wollen nichts mehr hören und sehen und meinen, es werde schon Gras darüber wachsen. Bekanntlich gibt es aber immer Kamele in den eigenen Reihen, die das Gras wieder abfressen und die Konflikte neu befeuern.

 

Rationale Gedanken und sachliche Argumentationen sind natürlich nahezu unangreifbar, wenn sie logisch sind und sich mit dem Empfinden der Mehrheit der Betroffenen decken. Die dienen bei Uneinsichtigen der Aufklärung und dem Aufbau sozialen Druckes. Der Aufbau eines gewissen sozialen Druckes, den nur Geschlossenheit vermittelt, isoliert dann Andershandelnde und der Weg zurück in die Gemeinschaft ist nur über Einsicht und ein entsprechendes Verhalten möglich. Das kann persönlich schmerzen, ist aber die Folge eigener gemeinschaftsschädlicher Vorgehensweisen. 

 

Es ist nun mal die sprichwörtliche Suppe, die man auszulöffeln hat. Eine Alternative wäre, dass man seine Suppen anderswo auslöffelt oder dort neue Süppchen kocht. Wer dazu die passenden Veranlagungen hat, dem wird das nicht schwer fallen. Aber damit verlagern sich Probleme nur - ein wahrer Teufelskreis!

 

Veröffentlicht am 23.04.2016

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Unfaire Verhaltensweisen registrieren Gemeinschaften ganz genau und blicken dabei auf die Personen, die dem Treiben Einhalt gebieten können. Selbst wird man nicht tätig, wenn man Personen bestimmt hat, die für solche Dinge zuständig sind. Dabei entsteht ein gewisser Druck auf die Zuständigen. Es gilt nun, absolut öffentlich zu dokumentieren, dass man etwas dagegen unternimmt, gleichzeitig die Missstände anzusprechen und klare Vorschläge zu unterbreiten. 

 

Ist erkennbar, dass Personen etwas schwer von Begriff oder sozial nicht ausreichend integriert sind, muss die Wortwahl etwas verständlicher sein. Handeln die Zielpersonen jedoch lediglich in böser Absicht und sind durchaus in der Lage, ihre Handlungsweise zu erkennen, ist danach womöglich demonstrative Entrüstung spürbar. Nach dem Motto "Ich bin doch nicht blöd!" wird die Wortwahl zurückgewiesen. Meistens ändert sich durch diese Art der Rüge nichts, man hat es aber direkt angesprochen, bevor echte Sanktionen greifen, bei denen dann die gesamte Gemeinschaft Farbe bekennen muss. 

 

Wo das ausbleibt, zieht sich die Spirale der Zumutungen immer enger zu und es ist mit weiteren zu rechnen. Derart Ermutigte loten pausenlos Grenzen aus und werden bei jedem Widerspruch ähnlich provokant und uneinsichtig reagieren. Jede Gemeinschaft ist selbst dran schuld, wenn sie sich alles gefallen lässt.

 

Klaus Klee

 

 

Verwaltetes Altern

 

Maintals Anteil an Senioren wächst permanent, sie werden immer älter und etliche Senioren wollen noch etwas reißen, solange sie noch Saft in den Knochen und im Hirn spüren. Gerade die jungen Alten, die noch mitten im Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand sind, sie wollen ihren Erfahrungsschatz weiter geben. Das Problem ist nur, dass sie mit ihrer Erfahrung Regelkreise stören. Liebend gern würde man sie wie auf einem Gnadenhof pflegen und bespaßen. Doch manche von ihnen geben noch keine Ruhe. Selbst Teile der Kommunalpolitik sind nicht an ihrem Erfahrungsschatz interessiert. Allerdings führt man ihnen gern bei Wahlen die Hand oder fährt sie sogar ins Wahlbüro, wenn man sich ihres Votums sicher ist. Dann muss es aber auch wieder gut sein, denn man kann sich ja nicht über Gebühr mit Personen abgeben, die nicht mehr im aktiven Prozess der Arbeitswelt sind. Da hat man endlich deren Arbeitsplätze ergattert, nun wollen sie womöglich immer noch fachlich mitreden und Dinge verändern. Wie krass ist das denn!?

 

Gut, wer noch ganz gut mit dem Auto zurecht kommt, kann ja entbehrliche Lebensmittel einsammeln oder Kranke zum Arzt fahren. Wer es sogar bis in den Seniorenbeirat schafft, damit er oder sie in der eigenen Organisationen nicht im Weg herum laufen, kann regelmäßig zu den Versammlungen gehen, das Sitzungsgeld abholen und dann ist es auch wieder gut. In vielerlei Hinsicht kann man sich dort wie bei den fröhlichen Senioren fühlen. Alles unverbindlich, nicht anstrengend und wichtig oder gar ernst wird man auch nicht genommen. Angepasste Menschen am Anfang, in der Mitte oder am Ende ihrer Restlaufzeit halt, wie man so schön sagt. Pflegeleicht und unkompliziert!

 

Solche Senioren im Ehrenamt sind sogar "berufen", vom Magistrat, einer gemischten Truppe hauptamtlicher Magistratsmitglieder und einer illustren Truppe der Kommunalpolitik, die man offensichtlich in den Fraktionen locker entbehren kann und die im Magistrat deshalb natürlich auch nichts reißen. Etablierte Parteien benutzen ihre Senioren als Bindeglieder zu den betagten Stammwählern. Diese sollen sich schließlich adäquat vertreten fühlen - ein Trugschluss! Das ist nämlich ebenfalls gerade im Umbruch, wie man bei der Maintaler SPD sieht, die ihre Senioren zunehmend aus dem aktiven Geschehen drängt. Dabei will man sich eigentlich auf alte sozialdemokratische Werte besinnen, die nur noch die Alten kennen, um bundesweit wieder Wahlen zu gewinnen. Der Sinn der neuen Ausrichtung in Maintal erschließt sich mir deshalb nicht. Aber - über Kommunalpolitik wollte ich ja kein Wort mehr verlieren.

 

Was soll man Senioren raten?

 

Hier war bereits von "Restlaufzeit" die Rede. Das trifft den Kern der Sache ganz gut. Wie viel Zeit bleibt denn Senioren noch, um einigermaßen unbeschadet dem Ende entgegen zu leben? Keiner weiß es! Senioren haben sich im Leben eingerichtet, können je nach wirtschaftlicher Situation loslassen und sollten sich mit sich selbst und ihrem direkten Umfeld beschäftigen. Die Zeit des Kampfes und des Gestaltens, die viel Kraft kostete, ist vorbei und die jüngere Generation hat ein Recht darauf, alle bereits beherrschten Fehler erneut zu machen, um daraus zu lernen. Sie gestalten mit den selbst gewonnenen Erkenntnissen (wenn sie solche gewinnen) ihre eigene Zukunft, die ja nicht deckungsgleich mit dem sein muss, wie sie sich heutige Senioren vorstellen. 

 

Die Senioren müssen begreifen, dass diejenigen, die an den Stellhebeln sitzen, zwar nicht immer die beste Besetzung sind, aber am längeren Hebel sitzen. Sie wissen angeblich nicht nur alles besser, sie verschaffen sich auch immer wieder die Möglichkeit, dies folgenschwer auszuleben. Senioren haben da keine Chance mehr, wie man an der kürzlich verabschiedeten Maintaler Seniorenbeiratssatzung sieht. 

 

Senioren sollten sich in ihr Schicksal fügen und nur noch an sich selbst denken. Oder wollen Sie sich - sollten Sie bereits Senior sein - fortwährend vorführen und düpieren lassen, nur, weil Sie seit je her das Beste wollen!? Das haben Sie doch nicht nötig! 

Schließlich sind Sie ja noch ganz dicht, oder?

 

Veröffentlicht am 15.04.2016

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Phantastische Phantasten

 

Was wären wir ohne unser Selbstwertgefühl! In jedem Alter sind wir uns bewusst, was wir leisten und was wir können, weil mit unseren Leistungen die Maßstäbe wachsen. Selbstkritische stellen dabei insgeheim fest, dass - sollten sie wieder mal dazugelernt haben - die bisherige Leistung eher belächelt werden sollte. Treffen nun Junge und Senioren aufeinander, hat das Belächelt- werden eine andere Qualität, weil sich nicht miteinander vergleichbare Summenwerte der Erfahrungen gegenüber stehen. Das mag bei wirklich respektablen Personen etwas anders sein, die posaunen jedoch ihre Erfahrung nicht so vehement hinaus, um ernst genommen zu werden. Autorität muss einem entgegen gebracht werden. Dann ist sie echt.

 

Gibt man Menschen, die noch in der Aufbauphase sind, wichtige Funktionen, so überspringen viele von ihnen erforderliche Entwicklungsstufen. Das geht zu Lasten der entgegengebrachten Autorität. Es hatte schon Sinn, dass alles seine Zeit braucht. Zeit hat aber heute fast niemand mehr. Also lügt und schleimt sich mancher oder manche hinauf, wo bereits viele andere mäßig Fähige sitzen und zelebrieren ihre Nummer wie auf dem Hochseil, während die Masse insgeheim auf einen tiefen Fall spekuliert. 

 

Senioren können darüber eigentlich nur lächeln, weil es ihrer Erfahrung entspricht. Genau da sitzt aber der Stachel im Fleisch vieler Funktionsträger, die sich von Senioren belehrt fühlen. Erfolgen diese Belehrungen auch noch öffentlich, wird der Trotzreflex aktiviert. Entsprechende Mails von Senioren werden ungelesen abgewiesen, Empfangsbestätigungen unterdrückt und selbst im härtesten Frost die kalte Schulter gezeigt. 

 

Unsere Senioren sind phantastische Phantasten, wenn sie glauben, sie könnten noch etwas in einem Bereich bewirken, der von Ignoranten dominiert wird, die sich ihrer Sache ganz sicher sind. Warum nur sind die Dummen so sicher und die Intelligenten voller Zweifel?!

Als Senior sollte man nicht mehr so oft zweifeln, wenn die Sache klar ist. Wer weiß - vielleicht war man in jungen Jahren auch nicht viel besser!

 

Klaus Klee

 

 

Die Sache mit dem Ballast

 

Es ist schon interessant, was sich manche Menschen im Laufe ihres Lebens aufbürden. Ob familiär, im Beruf, in Vereinen oder rund um ihren Lebensmittelpunkt - einiges belastet sie nur eine gewisse Zeit, anderes werden sie kaum mehr oder nur sehr schwer wieder los. Ist das dann doch der Fall, fühlt sich mancher erleichtert. Nur die, die bisher von einer Leistung profitierten, finden das nicht ganz so toll. Sie meinen manchmal sogar, "der Kerl ist nicht mehr ganz dicht", weil sie stets davon ausgingen, dass es dem freiwilligen Leistungsträger doch auch Spaß machte und er einen Vorteil dadurch hatte. Der Fehler ist, sie schließen von sich auf andere. Nun erahnen sie, dass sich der Spaß in Grenzen hielt und sie sich geirrt hatten. Oft werden solche Prozesse durch Spannungen oder Zumutungen ausgelöst, durch die der Spaß ins Gegenteil umschlägt oder stark getrübt ist. Was bisher Freude machte, wird plötzlich zum Ballast. Das Abwerfen des Ballastes wird folgerichtig als Befreiung empfunden.

 

Im von der Aktion betroffenen Umfeld müssen dann Lösungen gefunden werden. Nun rächt es sich, wenn der bisherigen Leistung und deren Umfang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Es war ja bisher so praktisch, dass sich viele Dinge wie von selbst regelten. Wer den Umfang dennoch erahnt, macht einen großen Bogen um die gesuchte Lösung. Gibt es Personen, die sich um die frei gewordene Funktion reißen, so waren sie meist am provozierten Eintreten der Vakanz beteiligt. Sind sie fähig und eine echte Alternative, bleibt nur die Frage, wie die Sache weiter geht. Je nach Alter und Konstitution kann das, was bisher als Ballast anfiel, getragen werden, wenn Freude damit verbunden ist. Ein Wechsel bringt überschaubare Veränderungen und neue Lernprozesse lassen Menschen reifen. Wer weiß, wie dann die Freude generiert wird!? Dadurch entstehen neue Situationen und veränderte Qualitäten.

 

Bei einem betagten Leistungsträger, der mehrere Pakete trägt, die nun immer schwerer werden, kann der Wechsel durchaus willkommen sein. Er kann ein Paket abgeben, merkt dennoch, dass die restlichen Pakete immer noch eine gewaltige Last darstellen. Bald muss weiterer Ballast abgeworfen werden. Erneut werden wieder Regelkreise betroffen sein, die sich bisher in Sicherheit wiegten. Dann steht auch dort die Frage im Raum, "was haben wir falsch gemacht?" Denn es wird klar, dass es immer einen Grund gibt, warum man diesen oder jenen Ballast abwirft. Die Befreiungsaktion ist nicht mehr aufzuhalten. Bei korrekten und pflichtbewussten Funktionsträgern erfolgt der Rückzug Gott sei Dank geordnet. Ein spontanes Hinwerfen einer wichtigen Funktion wäre ja auch der Beweis für eine bisherige Fehlbesetzung.

 

Ich selbst befinde mich seit einiger Zeit ebenfalls im Prozess des Ballastabwerfens und weiß, wovon ich rede. Für mich ist die Freude an einer Funktion der Prüfstein, denn eine Last lässt sich dadurch viel leichter empfinden. Verliere ich die Freude an einer Sache, so werfe ich sie kontrolliert und endgültig ab. Vor Jahren kümmerte ich mich noch um eine qualifizierte Nachfolge bzw. um Ersatz. Wenn Andere jedoch bereits mit den Hufen trappeln, erübrigt sich das und ich freue mich nur noch auf die Zeit danach. Wer nie echten Ballast für Andere getragen hat, wird jetzt eher sagen: "Der ist doch nicht mehr ganz dicht!

 

Veröffentlicht am 10.04.2016

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Schweres Zusammenleben

 

In Maintal leben ungefähr 40.000 Menschen jeden Alters, unzähliger Nationalitäten und Religionen, die arm, reich oder wohlhabend, gesittet oder ungehobelt, intelligent oder eher dümmlich, raffiniert oder gutgläubig sind. Fast alle teilen das Los miteinander, mehr oder weniger miteinander auskommen zu müssen, wenn sie einigermaßen zufrieden sein wollen. Hier sind wir aber an einem Punkt - dem der persönlichen Zufriedenheit, an dem sich die meisten Geister scheiden. Das wirft die Frage auf, "wann ist man denn zufrieden?". Bei der Beantwortung dieser Frage spielt der Blick auf andere Menschen eine ganz große Rolle, denn genau bei diesem Blick generiert sich Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Ist der Blick auch noch infolge mangelnder Selbsteinschätzung getrübt oder gar verstellt, so generieren sich zusätzlich womöglich Neid und Missgunst, weil es nicht gelingt, hinter das Erfolgsrezept der Beneideten zu kommen. Ein weiterer Fehler: So belastete Mitbürger wähnen sich völlig unberechtigt auf Augenhöhe mit dem Vergleichsmuster. Vielfach muss jetzt die angeblich ungerechte Verteilung des Glücks herhalten. Am Können und bestimmten Lebensformen darf es jedoch nicht liegen, weil man - wollte man Gleiches erreichen - selbst einiges ändern müsste. Ab einem bestimmten Zeitpunkt der persönlichen Entwicklung ist das leider nur noch selten möglich. Dabei ist Zufriedenheit so einfach zu erreichen. Man muss sich nur darüber freuen, dass es nicht noch dicker kommt. Ein Status Quo kann bereits Zufriedenheit auslösen, wenn man sich seiner eigenen Handicaps bewusst ist.

 

Menschen, die in Einfamilienhäusern mit viel Luft rund ums Haus leben, haben es etwas leichter, zufrieden zu sein als Menschen, die mit vielen anderen Menschen zusammen in einer Wohnanlage leben. Das muss jetzt nicht gerade ein Hochhaus mit über 100 Wohnung sein. Es genügen bereits überschaubare Wohnanlagen, in denen jeder jeden kennt. Leider lernt man seine Mitbewohner oftmals viel zu gut kennen - zumindest mehr, als einem lieb ist. Stellt sich dabei heraus, dass es besser wäre, wenn diese Menschen allein und mit viel Luft ums Haus leben würden, stellt sich die Frage: "Warum suchten sie gerade diese Hausgemeinschaft aus und zelebrieren dort ihren ureigenen Lebensstil, der immer wieder mit dem der übrigen Bewohner kollidiert?" Es mag daran liegen, weil sie Andere brauchen, um ihre eigenen Lebensvorstellungen umsetzen zu können. Gemeinsam kann man nämlich finanziell mehr stemmen und Kosten verteilen sich viel breiter - ein nicht zu unterschätzender Nutzen! Problematisch wird es aber, wenn die Ansprüche auseinander gehen.

 

Sehr oft leben Minimalisten, Normalsituierte und Anspruchsdenkende im gleichen Objekt. Alle können durchaus voneinander profitieren. Hier ist es durchaus vernünftig, sich so zu verhalten, dass man auch von den Anspruchsdenkenden mitgenommen wird und diese bereit sind, Minimalisten zuliebe Wege zu ebnen. Geradezu unvernünftig wäre es, wenn Minimalisten in solchen Situationen Konflikte heraufbeschwören und ausgiebig pflegen würden. Setzen sich nämlich die Anspruchsdenkenden bei einem solchen Verhalten ihrerseits ohne Rücksicht durch, entstehen schwierige Situation. 

 

Ist das Rad aber einmal überdreht, lässt es sich nur noch schwer zurückdrehen. Hier kann bei den Störenden nur noch Einsicht helfen, um die Folgen abzumildern. Wegen der verlorengegangenen Augenhöhe gelingt es jedoch meisten nur sehr selten, den alten Zustand wieder herzustellen.

 

Sollten Auswüchse persönlicher Unzufriedenheit Ursache für diverse Fehlverhaltensweisen sein, so ist es ratsam, zunächst die Basis des eigenen Handels genau zu untersuchen und richtig einzuschätzen. Das entscheidet bei den Auffälligen darüber, wie groß eigene Brötchen gebacken werden können. Da viele Menschen das nicht beherrschen, beherrschen deren Unmut die weiteren ungeschickten Verhaltensweisen. 

 

Soziales Miteinander lebt von Unterschieden zwischen den Menschen und den darauf gefundenen gemeinschaftsdienlichen Verhaltensweisen. Wer das nicht beherrscht, ist fehl am Platz und stört funktionierende Gemeinschaften. Schnell breitet sich auf breiter Front Unzufriedenheit wie ein Krebsgeschwür aus und vergiftet das gesamte Umfeld. 

 

Nur entschlossenes Handeln kann solche Prozesse stoppen!

 

Veröffentlicht am 07.04.2016

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Zerstörende Einzelegoismen

 

Egoismus in den eigenen vier Wänden ist unauffällig, von einem nur kleinen Personenkreis auszuhalten und jedermanns eigene Sache. Verlassen jedoch auffällige Verhaltensweisen den persönlichen Lebensraum, so stoßen sie unweigerlich an Grenzen, weil sie den Lebensraum anderer Menschen betreffen. 

Unter normalen Erwachsenen gelten in solchen Fällen Regeln des Zusammenlebens, die allerdings beherrscht sein wollen und gegenseitige Rücksichtnahme erfordern. Wo dies fehlt, ist Ärger vorprogrammiert. Menschen, die womöglich schon immer ohne Rücksicht auf Andere nur das machten, was sie selbst wollten, wählen meist fortwährend kleine Schritte, um zu testen, wann das Maß voll ist. Ist irgendwann der Punkt erreicht, so manifestieren sich die Zumutungen, wenn sie nicht gestoppt und zurückgeführt werden. 

Werden fortwährende Zumutungen konkret thematisiert, sind die Reaktionen allerdings heftig und meistens auch noch unsachlich. Schließlich fühlt man sich ertappt und man steht vor einer Art Stop-Schild. Es ist zudem peinlich, auf Dreistigkeiten angesprochen zu werden. Menschen, die eine einigermaßen normale Entwicklung durchliefen, wissen, wie sie sich letztendlich jetzt zu verhalten haben. Manchen Menschen ist das jedoch nicht möglich und spätkindlicher Trotz bestimmt das weitere Handeln. Selbst wenn doch noch eine Änderung der Verhaltensweisen einträte, hat das Ansehen und die Akzeptanz erheblich gelitten, weil andere stets das Bild eines zornigen unangepassten Kindes vor Augen haben. Natürlich gibt es auch Menschen, die ähnlich strukturiert sind und sich nicht so sehr gestört fühlen. Sie bilden gelegentlich Schein-Allianzen, wenn ihre eigenen Befindlichkeiten tangiert sind. Sie sind allerdings nicht der wirkliche Maßstab für gegenseitige Rücksichtnahme. Sie wissen es jedoch oft nicht...!

 

 

Abfall-Anomalien

 

Das Wort "Anomalie" ist in Verbindung mit "Abfall" nicht nur sprachlich gesehen feminin. Es ist erwiesen, dass Männer mit der Abfalltrennung und der Handhabung von Abfall völlig anders umgehen als Frauen. Das wird an Müllbehältern von Wohnanlagen besonders deutlich. Wenn dort in Papierbehältern ganze Zalando-Schuhkartons, nicht zerkleinerte Kosmetik-Verpackungen und Pizza-Schachteln (teilweise noch mit Pizza-Resten) und komplette leere Waschmittelpakete innerhalb weniger Stunden nach der Leerung bereits schon wieder die Tonne füllen, dann ist die vorangegangene Feststellung eindeutig. Bei großen Wellpappverpackungen ist das nicht so ganz eindeutig, denn auch Männer beherrschen anstelle des Zerkleinerns die Zick-Zack-Faltung, die hochkant eingestellt ebenfalls die Tonne mit viel Luft in den Zwischenräumen füllt. "Nach mir die Sintflut" scheint der Gedanke zu sein, der dahinter steht. Und die konsequente Trennung des Abfalls nach Papier und Plastik scheitert meist schon beim Sammeln des Mülls vor der Entsorgung. Was steckt hinter diesem Verhalten? Es ist die gegenseitige Rücksichtnahme, die fehlt oder unterentwickelt ist. Vielleicht ist das sogar die Art, wie viele Menschen sich von der Hausgemeinschaft abheben oder abgrenzen wollen. Es ist ihnen völlig egal, dass andere Hausbewohner dazu meinen, dass diese Menschen "nicht mehr ganz dicht" seien. Am Umgang mit Abfall erkennt man besonders deutlich, wie Menschen sozial strukturiert sind.

 

Im Grund genommen sind die Ursachen für dieses Verhalten in Defiziten der Erziehung und der persönlichen Entwicklung zu suchen. Wenn allgemein gültige Verhaltensweisen gerade in Gemeinschaftsbereichen von den immer gleichen Personen ignoriert werden, so wird es wohl nicht an den Hausbewohnern liegen, die sich normal verhalten. Oder vielleicht doch!? Ordnung und ordnungsgemäßes Handeln wird oft als "spießig" angesehen. Dagegen kann man die Spuren der in gewisser Weise abartigen Freidenker (oder auch gedankenloser Individuen) überall verfolgen. Nicht ordnungsgemäß abgeschlossene Türen und Unordnung in genutzten Gemeinschaftsbereichen, Berge von Schuhen vor der Wohnungstür, Kleinmöbel im Treppenhaus, wild abgestellte Fahrräder auf niedergetretenen Grünanlagen und andere Auffälligkeiten weisen direkt zu den Verursachern. Spricht man die Missstände an, ist die Empörung bei den Verursachern groß. Auch das entspricht durchaus ihrem Sozialempfinden.

 

Geradezu grotesk mutet es an, wenn um die feste Etablierung der Unordnung und all dieser Anomalien gekämpft wird. Oft gelingt das sogar, weil die Mehrheit einfach ihre Ruhe haben will. Es wird einfach hingenommen, während Menschen, die sich um die Änderung der eingerissenen Unordnung und des unerträglich ignoranten Verhaltens kämpfen, diskreditiert und beschimpft werden. Liegen mal wieder vom Wind verwehte und vom Regen durchnässte Werbeflyer direkt vor der Haustür, steigen geschäftsmäßig Gestylte mit einem großen Schritt darüber hinweg. "Wer wird sich denn die Hände schmutzig machen!?" Das machen anschließend die als Spießer gebrandmarkten Bewohner, die infolge ihrer Erziehung und Lebensauffassung Unordnung als störend empfinden.

 

Absolut ernüchternd ist, dass sich daran nichts ändern wird, denn alle Menschen haben ab einem gewissen Zeitpunkt ihre Entwicklung abgeschlossen. Dann haben sich auch ihre Anomalien manifestiert. Jetzt kann man nur noch verhindern, dass diese Menschen eine führenden Rollen innerhalb einer Gemeinschaft einnehmen!

 

Veröffentlicht am 01.04.2016

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Subjekt Nachbar

 

Das Subjekt eines Satzes sagt aus, wer oder was etwas tut oder erleidet. Das Prädikat sagt nur aus, was ein Subjekt tut oder erleidet. Ein Satz kann auch mehrere Subjekte und Prädikate enthalten. In der verachtenswerten Form spricht man allerdings ebenfalls von "Subjekten". Sprachwissenschaftlich ist das eine klare, im sprachlichen Umgang unter Nachbarn aber eine heikle Sache. Wird ein durchaus im abwertenden Sinn als "Subjekt" empfundenes Mitglied der Nachbarschaft als solches so benannt, kann das für den Betroffenen durchaus beleidigenden Charakter haben, auch wenn das die übrigen Nachbarn nicht so empfinden. Entscheidend ist die als gültig empfundene Norm, der Grad der gegenseitigen Rücksichtnahme, eben "was sich gehört". Gerade in Zeiten, in denen man mit fremden Kulturen und Verhaltensweisen konfrontiert wird, steigt der Grad der Ablehnung gegen Menschen, die vorsätzlich Normen verletzen. Die vergleichend zur Anwendung kommende "Norm" ist nun mal, was hierzulande oder in einem bestimmten Regelkreis Usus ist. Der Nachbar wird also im ursprünglichen Sinn völlig zurecht als Subjekt empfunden - im Sinne von "anders" eben, als nicht mehr ganz dicht.

 

Innerhalb von zusammenlebenden Gemeinschaften bilden gleichgeartete Subjekte sehr oft Zweckgemeinschaften, um gegen Andere eine abnorme Lebensfasson durchzusetzen. Eine bei davon Betroffenen leider weit verbreitete ängstliche Toleranz und deren Bedürfnis nach Ruhe lassen dann Dinge geschehen, die man eigentlich so nicht will, gegen die man allerdings auch nichts unternimmt. Ist ein betroffenes Mitglied einer Gemeinschaft auf seine Art Subjekt und stellt störende Sachverhalte klar, wird es kurioserweise als eigentlicher Subjektkern empfunden und die Vorzeichen kehren sich um. Mitglieder der betroffenen Gemeinschaft spielen dann "Vogel Strauß" oder solidarisieren sich in der Hoffnung, dass der Spuk bald vorbei ist, damit wieder Ruhe einkehrt.

 

Hier hilft allen Beteiligten, sich darüber klar zu werden, was man langfristig will. Es wird sonst nie Ruhe geben. Überzogene Einzelegoismen müssen in diesem Fall als solche klar erkannt und abgestellt werden. Wo sich das mangels Einsicht schwierig gestaltet, können Mitmenschen helfen, allerdings nur, wenn sie auch dazu in der Lage sind. Leider richten sich ausgeprägte Einzelegoismen sehr oft gegen Freund und Feind, was zur Isolation in einer unerträglichen Welt führt. Sieht man sich die Ursachen der Interventionen an, so erscheinen sie durchaus beherrschbar. Es liegt bei der Umsetzung offensichtlich nur an der Einsicht und am Wollen, das das zielgerichtete Können beeinflusst.

 

Nun gibt es ja auch Menschen, die eigentlich wollen, aber partout nicht können. Das ist der Fall, wenn sie mit Charaktereigenschaften ausgestattet sind, die ein rationales Verhalten erschweren oder gar verhindern. Sie wären in einer gut funktionierenden Gemeinschaft und einer Welt gegenseitiger Rücksichtnahme ganz gut aufgehoben und ließen sich unauffällig und schonend therapieren. Dazu müssten sie allerdings die Bedürfnisse Anderer erkennen und respektieren, so wie sie es für sich selbst erwarten. Sie würden dann allmählich wieder zum Subjekt im rein sprachwissenschaftlichen Sinn zurückfinden. Ich weiß, es ist schwer, aber einen Versuch ist es allemal wert!

 

Veröffentlicht am 25.03.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Brisante Mischung

 

Maintals Bevölkerung lebt zum überwiegenden Teil in Wohnanlagen und Wohnblocks oder Objekten mit mehreren Parteien. Wenn man viel Glück hat, ist die Mischung angenehm oder erträglich. Es genügt aber bereits ein einziger personeller Störfaktor, um den Frieden erheblich zu stören. Schlimmer sind mehrere Störer, die sich zusammentun. Oft fehlt ein plausibler Grund für das störende Verhalten und man muss annehmen, dass es persönliche Aversionen sind, die zum Mobbing ähnlichen Verhalten oder zu noch aggressiveren Verhaltensweisen führen. Manchmal wird auch ein ganz persönlicher Wesenszug dahinter stecken, der dazu führt, gezielt Unfrieden zu erzeugen. 

 

Leider kann man sich die Menschen nicht aussuchen, mit denen man zusammenleben muss. Oft war man zuerst an Ort und Stelle und die Störenfriede kamen später hinzu. Was ist also zu tun, wenn Friedfertige, Harmonische, Alte, Junge, Krawallschachteln, Streithansels, Unordentliche, sowohl Ignorante als auch Interessierte unter einem Dach zusammenleben? Sie müssen den kleinsten gemeinsamen Nenner finden - eine Hausordnung, an die sich alle Bewohner halten müssen. Umso mehr Störfaktoren im Laufe der Zeit auftraten, desto direkter müssen die Regeln aufgestellt sein und greifen. Nur so ist Ruhe und Ordnung in eine brisante Mischung zu bringen. Manchmal löst sich ja auch ein Problem von selbst, wenn Störenfriede einen neuen Regelkreis finden. Eine Alternative dazu wäre allerdings Einsicht.

 

Klaus Klee

 

 

Die Sache mit den Gemeinsamkeiten

 

Eine ganz andere Sicht, als sie von mir im Artikel "Krücke oder Stütze?" beschrieben wurde, ist die Wirkung des Zusammenhalts gleichstarker Partner. Dabei ist es völlig egal, ob das gemeinsame Anliegen tragbar oder strittig ist. Positive Anliegen werden durch Zusammenhalt allerdings ebenso verstärkt, wie fragwürdige Anliegen. Bei einem gewissen Grad an argumentativer Fairness und empfundener Aufrichtigkeit lassen sich auch mit solchen Menschen tragbare Kompromisse finden. In der Politik nennt man das eine Koalition oder vereinbarte Kooperation, die man eingeht. Es gibt aber auch andere Lebensbereiche, in denen fairer Zusammenhalt sinnvoller ist als blanker Opportunismus. Das gilt für Bereiche des Zusammenlebens, in denen mehrere Teilnehmer einer Gemeinschaft absolut die gleichen Rechte haben und nur prozentuale Anteile einen kleinen Unterschied ausmachen. Auch hier können sich Gruppierungen bilden, die unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse haben. Hier müssen sich solche Gruppierungen aber rechtzeitig fragen, welche Vorgehensweisen für übergreifende tragfähige Beschlüsse sinnvoll sind. Eine harte Konfrontation erst an Tagen der Entscheidung sind kontraproduktiv und können eine Gemeinschaft schwer beschädigen oder gar zerstören. Weichen müssen rechtzeitig gestellt werden. Hat man bereits alle Türen zugeschlagen, ist diese Chance vertan.

 

In den nächsten Tagen werden landauf landab wieder Fraktionen aufeinander zu gehen, um gemeinsame Schnittmengen auszuloten. Dabei zahlt es sich aus, wenn man den Wertekanon noch nicht verlassen hat. Schließt eine Fraktion jede Kooperation aus, indem sie sich im Vorfeld mit der Floskel "gegen Parteienfilz" von anderen Parteien grundsätzlich distanziert, so wird sie nur dann eine Rolle spielen können, wenn sich der Rest uneinig ist. Wechselnde Mehrheiten unterstützen naturgemäß blanken Opportunismus. Diese Strategie kann sogar bewusst gewählt werden, wenn trotz bestehender Schnittmengen eine faire Kompromissbereitschaft fehlt.

 

Opponierende Gruppierungen mit ähnlichen Strategien findet man auch im privaten und im beruflichen Lebensraum. Im Sport sind Kämpfer mit unsauberen Mitteln zum Beispiel als "Stinker" bekannt. Sie leisten verqueren Widerstand, weil sie zu fairen offensiven Aktionen nicht fähig sind. Eine besondere Spezies in Gruppen sind die "ganz-vorne-Mitläufer", die jedoch nur lose im Geschirr mitlaufen, um ohne nennenswerte eigene Leistung mit den Ersten im Ziel anzukommen. Es sind meistens zahlenmäßig schwache Minderheiten mit ausgeprägten Charakteren, die mit allen Mitteln ihren Vorteil suchen. Sie reizen zudem ihre gefühlte Wichtigkeit restlos aus und wechseln sogar bei Bedarf das Geschirr, wenn sie sich anderer Schnittmengen bewusst werden. Betrogen fühlen sich dann diejenigen, die solchen Menschen vertrauten.

 

Veröffentlicht am 13.03.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Krücke oder Stütze?

 

Die deutsche Sprache differenziert sehr genau und erlaubt es, mit wenigen Worten sehr treffend zu formulieren. Weniger gut durchdachte Formulierungen öffnen dagegen weite Interpretationsspielräume. In Alltagsangelegenheiten kommt noch hinzu, dass Erlebtes und persönliche Erfahrungen in Beurteilungen einfließen, die Gehörtes oder Gelesenes relativieren. So kann eine bewusste, aber ungeschickte Äußerung zur weiteren Bestätigung bereits gefasster Meinungen führen. 

Beginnt eine Nachricht zum Beispiel mit "Ich und mein Mann, wir sind der Meinung, dass...", so kann das durchaus eine sachliche Feststellung sein, aber automatisch auch Fragen aufwerfen. Unabhängig davon, wie der Leser dieser Botschaft hinsichtlich Partnerschaft, Selbstbestimmung und Emanzipation denkt, stehen mehrere Fragen im Raum: 

  • Warum ist gerade sie die Wortführerin? 

  • Ist der Partner überhaupt in der Sache umfassend informiert? 

  • Ist bei ihnen Augenhöhe gegeben? 

  • Soll der so vereinnahmte Gatte argumentativ nur als Stütze dienen oder wird er eher als Krücke missbraucht? 

  • Warum äußert er sich nicht selbst? 

  • Will er nicht, kann er nicht oder darf er nicht? 

In eine solche Situation sollte eine kluge Frau ihren Partner eigentlich erst gar nicht hineinmanövrieren. Die Schwäche einer Position potenziert sich dadurch, während sich eine starke Position halbiert.

 

So mitten in den Frauenwochen, an denen in Frauenhainen Linden für Frauen gepflanzt werden, Frauen sich und ihre Stellung in der Gesellschaft zelebrieren und Männer dabei bestenfalls applaudierende Zuschauer sind, sollten Frauen auch mal darüber nachdenken, was sie denn warum nicht erreichen. Es ist die geballte Faust gegen Männer, die viele Geschlechtsgenossinnen im Sack haben, ohne zu differenzieren, mit wem sie es zu tun haben. Der blinde Drang nach Dominanz, nach Macht, nach Durchsetzung steht den radikalsten unter ihnen auf der Stirn geschrieben. Es ist nur schwer vorstellbar, dass ihre Partner verschont bleiben. Diese wiederum würden von ihren Geschlechtsgenossen sogar verstanden werden, wenn sie klar Position beziehen würden.

 

Als absolute Lachnummer empfinden es Beobachter solcher Verhaltensweisen, wenn sie erleben, dass ähnlich dominante Frauen des gleichen Umfelds im deckungsgleichen Kontext exakt die selbe Formulierung benutzen. Erneut bestätigt sich eine bestehende Meinung und man erkennt klar die so solidarisierten Schicksalsschwestern. Gab es zuvor noch berechtigte Zweifel hinsichtlich der Beurteilung "Stütze oder Krücke", nimmt nun die endgültige Meinung Gestalt an.

 

Sollte das "Ich und mein Mann..." in besonderen Sachfragen, die vom gesamten Umfeld nachweislich nicht mitgetragen werden, nur als Verstärkung, quasi als Verdoppelung der eigenen Meinung gegolten haben, so unterstreicht es eigentlich nur die selbst erkannte schwache eigene Position. Dass eine solche partnerschaftliche Vereinnahmung aus einer vermeintlichen Stütze eine Krücke werden lässt, ist der Preis dafür, wenn man Andere für sich sprechen lässt. Unter weiblichen Opportunisten ist dieses Verhalten allerdings sehr weit verbreitet. Man vereinnahmt Andere zum eigenen angestrebten Vorteil. Dabei werden mitunter sogar erfahrene Krücken als schwache Stützen verkauft.

 

Veröffentlicht am 12.03.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Die Persönlichkeit macht den Unterschied

 

Wer nun annimmt, der nebenstehende kleine Artikel habe einen frauenfeindlichen Hintergrund, urteilt vorschnell. Der Sachverhalt wäre der gleiche, wenn er mit umgekehrten Vorzeichen thematisiert würde. Wenn ein Mann seine Frau argumentativ vereinnahmt, stellen sich die gleichen Fragen. 

 

Die jeweiligen Persönlichkeiten - der Vereinnahmer und der Vereinnahmten - machen den Unterschied. Bei solchen Sachverhalten reagiere ich teils belustigt, teils etwas genervt. Vielleicht liegt es daran, weil schon etliche Krawallschachteln und Zicken meinen Weg kreuzten, denen in vermeintlich angemessenem Abstand die Lebenspartner widerspruchslos folgten. 

 

Grotesk werden solche Begegnungen, wenn  Argumentationsschwächen und eine mäßige Diskussionskultur zusätzlich zu verbalen Ausfällen führen, um bei den Protagonistinnen (Kugelfischen ähnlich) mehr Substanz vorzutäuschen. "Ich und mein Mann..." wird dann mit dem allerletzten Atemzug den Argumenten hinzugefügt. Am Ende steht bei einigen Frauen beim Misslingen  ein Frust- und Wutflennen, wenn das Kartenhaus der schwachen Argumente restlos in sich zusammenfällt und der Partner hilflos daneben steht. Da schwimmen sie dann dahin, die wieder platten Kugelfische und ihre Männer folgen ihnen.

 

Wie macht man aus einer Krücke 

eine echte Stütze?

 

Wenn betroffene Lebenspartner mit sich reden lassen, kann bereits eine dabei glaubhaft vermittelte losgelöste Position den Eindruck von unabhängigem Verhalten vermitteln. Das kann für den Betroffenen mitunter partnerschaftliche Konsequenzen haben. Es ist aber eine Abwägung, die jeder für sich treffen muss. Der Emanzipationsgrad des Mannes spielt dabei eine große Rolle. Am Grad der eingeforderten Solidarität in Situationen, in denen sich die Partnerin (oder Partner bei umgekehrtem Sachverhalt) zu weit aus dem Fenster lehnte und dem Grad der persönliche Beziehung entscheidet sich, ob man Stütze oder Krücke ist. Auch sollte man bedenken, dass man natürlich als Krücke auch für einen größeren Personenkreis keine Stütze sein kann. Der Mann als Werkzeug - es ist schon schwer mit der eigenen Persönlichkeit.

 

Klaus Klee

 

 

Substanz vortäuschen

 

Bei der Wahl am 6. März 2016 wählen wir neben der Stadtverordnetenversammlung auch einen neuen Kreistag. Mit dem Aufstellen der Listen wurde erneut ein sehr unanständiges Täuschungsmanöver eingeleitet, um unbedarfte Wähler und Wählerinnen sowie Senioren zum Kreuz im Kreis für ihre Partei zu verleiten. Wir kennen das von Festen, auf denen die Bierkrüge nur mäßig eingeschenkt sind. Dort wird der Leerraum mit Schaum aufgefüllt. Auf den Listen der Wahlen wurden deshalb auch diesmal wieder bekannte Personen als Schaum vorne platziert, um einen vollen Krug vorzutäuschen. Keiner der Personen -  Landrat, Bürgermeister oder Stadträte, die sich dafür hergaben, hat oder würde im Fall seiner Wahl sein Amt niederlegen und ins Parlament einziehen. Sie täuschen also die Wähler ganz bewusst, damit sich Gruppierungen, denen es an Substanz fehlt, mit Qualitäten schmücken können, die der Truppe offensichtlich  fehlen. Es ist eine Frage des Anstands, ob man sich als exponierte Persönlichkeit für diese Wählertäuschung hergibt. Ich rate deshalb jedem Wähler, solche Personen zu streichen und vom Panaschieren Gebrauch zu machen. Wer dennoch aus lieber Gewohnheit oder aus Unwissenheit sein Kreuzchen in einen Kreis setzt, sollte die Folgen bedenken. 

 

Hat eine Liste nur 15 Kandidaten, so bewirkt bei 45 Stimmen, die man in Maintal hat, das Kreuz im Kreis, dass auf jeden Kandidat dieser Liste 3 Stimmen entfallen. Bei einem Kreuz im Kreis einer der großen Parteien bekommt jeder Kandidat nur eine einzige Stimme. Es gibt im Parlament aber in jeder Partei hervorragende Kandidaten. Sie gehen leer aus, während der letzte schwache Hinterbänkler der Lieblingspartei belohnt wird. 

Über den Link http://seniorenaktiv-maintal.de/Seiten/Zeitung/Img/2016_01.pdf oder in der aktuellen Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS finden Sie eine sehr gute Anleitung zum Kumulieren und Panaschieren, die Sie nutzen sollten. Gerade, weil die Wahlbeteiligung so niedrig ist, kommt es darauf an, dass Bürgerinnen und Bürger, die das Wahlrecht ernst nehmen, auch qualifiziert wählen. Nur so können pflichtbewusste Bürger den größtmöglichen Effekt erzielen. Der Gedanke, dass ausgerechnet diese Bürger schludrig wählen, wäre mir unerträglich.

 

Diejenigen, die uns an der Nase herumführen wollen, sollten wir angemessen abstrafen. Das betrifft auch den Landrat, der momentan auf Wahlkampftour ist und angeblich die Kreistagsliste der SPD anführt, um den Platz später einem weniger qualifizierten Genossen zu überlassen. 

 

Veröffentlicht am 28.02.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

  Entschuldigung - Stärke oder Schwäche?

 

Ich gehe mal davon aus, dass sich jeder Mensch schon einmal so verhalten hat, dass eine Entschuldigung angebracht war. Das setzt Einsicht und Charakterstärke voraus. In manchen Gehirnwindungen mancher Menschen hat sich im Laufe der Jahre jedoch ein Zweifel eingenistet, ob es sich bei einer Entschuldigung wirklich um Stärke oder um Schwäche handelt. Schwäche deshalb, weil man eine Position aufgibt. Die innere Stimme sagt dann manchmal: "Ja, bin ich denn noch ganz dicht?" Ein Tipp: Das haben alle Involvierten längst für die Betroffenen beantwortet. Ehe man also vollends zur Unperson wird, wäre ein rasches Umdenken oder Zur-Besinnung-kommen angesagt. Wenn da nur das verdammte Ego, die Sturheit und Charakterschwächen nicht wären, die solchen Personen nicht bewusst sind, weil sie ihr Verhalten selten selbstkritisch reflektieren. Aus diesem Teufelskreis kann allerdings ein Lebenspartner/-partnerin heraushelfen, wenn er/sie Einfluss hat und das Dilemma erkennt. Dazu gehört je nach Situation Mut, wenn Konsequenzen zu erwarten sind.

 

Problem der Sippenhaft

 

Unter Sippenhaft versteht man, wenn Familienmitglieder für die Taten von Angehörigen einstehen müssen, bzw. für deren Handlungen mitverantwortlich gemacht werden, weil sie die Dinge geschehen lassen. In Partnerschaften gibt es unterschiedliche Temperamente und Auffassungen, die natürlich auch Auswirkungen auf das Partnerschaftsverhältnis haben. So ist allenthalben zwischen Lebenspartnern Druck zu spüren, wenn unterschiedliche Ansichten nicht freiwillig mitgetragen werden. Also werden grenzwertige oder gar unakzeptable Handlungen zähneknirschend mitgetragen. Dass das Umfeld die Frage stellt, ob er/sie denn noch ganz dicht seien, wird auf dem gemeinsamen Weg ins Abseits in Kauf genommen. Was die Einen als Stärke empfinden, empfinden Andere als Schwäche. Und wenn beide gleichermaßen klug sind, gibt keiner nach. Die Folge: Eine Art Sippenhaft greift!

 

Lebenserfahrung versus Opportunismus

 

Lebenserfahrung hilft, eine Situation erfolgreich beurteilen zu können. Es ist eine Frage der Intelligenz, ob, was und wie viel man aus Erlebtem hinzu lernt. Es gibt Menschen mit einem unglaublichen Wissen, die dies aber nicht oder nur schwach in praktische Lebensformen umsetzen können. Einer der häufigsten Gründe ist bestehender Opportunismus, also nur das zu tun, was dem eigenen Vorteil nutzt. Wenn man so intelligent ist, dass man die eigene Absicht zwar erkennt aber dennoch so handelt, verleugnet man gegenüber Dritten die eigene Meinung. Dies kann sich allmählich zur Lebenslüge ausweiten. 

 

Wird diese Lebenslüge von Dritten offen angesprochen, fühlen sich Angesprochene sehr oft pikiert oder sogar beleidigt, anstelle sich nur ertappt zu fühlen. Erkennen Dritte die partnerschaftlichen Probleme, in die der Angesprochene durch eine Korrektur seines Verhaltens geraten würde, brechen sie die Bewusstmachung ab. Welche Auswirkungen das jedoch auf die gegenseitige Wertschätzung hat, ist leicht auszurechnen.

 

Wirkung von Entschuldigungen

 

Je nach Schwere einer Verfehlung und dem Empfinden der Glaubhaftigkeit einer Entschuldigung wird sie angenommen oder abgelehnt. Dieses Risiko besteht immer. Es ist jedoch eine Möglichkeit eines Neuanfangs. Entschuldigungen werden sehr oft mit Rechtfertigungen kombiniert, um den Grad der Verfehlung zu relativieren. Diese Rechtfertigungen taugen jedoch bestenfalls zum Erkennen der hinter der Verfehlung stehenden Systematik, um sie zukünftig auszuschließen. So ist es zweckmäßig, dass zur Entschuldigung hinzugefügt wird, dass man die Verfehlung sowie deren Ursachen und Auswirkungen erkannt und daraus die richtigen Schlüsse gezogen hat. Vor Gericht hat das sogar eine Auswirkung auf das Strafmaß.

 

Wirkung von unterlassenen Entschuldigungen

 

Zeitgenossen, die obige Ausführungen nicht begriffen haben, werden sich auch nicht entschuldigen. Sie haben den Weg ins gesellschaftliche Abseits gewählt, wenn auch nur in einem begrenzten Umfang. Sie fühlen sich sogar stark, wenn sie ähnlich strukturierte Gleichgesinnte haben. Bei ihnen wird sich der Opportunismus verstärken, dem allerdings immer stärkerer Widerstand entgegengesetzt wird. Ein deutlich gesendetes Zeichen, dass sie im Umfeld unter die normale Augenhöhe abgerutscht sind, wird sie sogar noch beflügeln und es wird sich bei ihnen die Meinung verfestigen, dass alle Anderen nicht mehr ganz dicht seien - der Schritt zur Borniertheit ist nicht weit.

 

Irren ist menschlich

 

Wem diese Konsequenz - vorausgesetzt, sie ist einem bewusst - zu heikel ist, der kann sich mitunter damit aus der Affäre ziehen, dass er/sie reumütig erklärt, dass Irren menschlich sei, das falsche Verhalten erkannt sei und zukünftig unterbleiben würde. Wenn diese Brücke von allen Betroffenen akzeptiert wird, besteht Hoffnung. Wo das nicht der Fall ist, wird sich das Irren munter fortsetzen. So etwas ist dann nur noch mit straffen Gemeinschaftsregelungen in den Griff zu bekommen, die konsequent durchgesetzt werden.

 

Veröffentlicht am 25.02.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Kann man Menschen 

zu ihrem Glück zwingen?

 

Es gibt Situationen, in denen es schmerzt, wenn man sieht, dass jemand total aus dem Ruder läuft. Das ist sogar dann der Fall, wenn sich gezielte Aktionen gegen einem selbst richten. Man ist zunächst irritiert, warum das so ist, weil das über eine gewissen Zeitraum in dieser Form noch nicht der Fall war. Entweder ist etwas geschehen und/oder die betreffenden Person oder Personen haben sich bisher verstellt. Zumindest liegt ein verändertes Verhalten vor, das Ursachen hat.

 

Bedrückend ist zudem, wie sehr diese Menschen ins Abseits rennen, so, als hätten sie kein Gefühl für Verhältnismäßigkeit. Fehlt auch noch wirkliches Gewicht gegenüber einer großen Gruppe, gleichen diese Menschnen Lemmingen. Dabei wäre es so einfach, alles wieder ins Lot zu bringen. Ein Blick in den Spiegel der gegenseitigen Rücksichtnahme würde bereits helfen, um den eigenen Standort zu bestimmen.

 

Wenn es abgelehnt wird, miteinander zu reden

 

Ein effektives Mittel ist in solchen Fällen, wenn man miteinander redet. Was soll man aber machen, wenn vom Gesprächsangebot kein Gebrauch gemacht wird!? Man fragt sich natürlich, warum ein Gespräch abgelehnt wird. Beliebt ist oft die offensive Behauptung, der Gegenüber würde einem dabei das Wort im Mund herumdrehen. Bei näherer Betrachtung steckt meistens eine akute Argumentationsschwäche und das Bewusstsein einer mangelnde Diskussionskultur dahinter. Um diesem Verdacht vorzubeugen, wird in ganz harrnäckigen Fällen sogar die gefühlte berufliche Wichtigkeit bemüht, also die Kompetenz, die man haben müsste. Nur ist es oft nicht weit her damit. Das merken sogar Personen im weiten Umfeld. Sind schwache und/oder unrichtige Argumente noch mit Frechheiten kombiniert, die dem Gegenüber den Schneid abkaufen sollen, verbaut man sich total den Weg in ein faires, sachliches Gespräch.

 

Überhaupt ist das mit dem "Wort im Mund herum drehen" so eine Sache. Der Spruch "Reden ist nicht Sagen und Hören ist nicht Verstehen" deutet darauf hin, dass Menschen vielfach nur das hören, was sie hören wollen und dann auch nur das verstehen, was sie von vorn herein verstehen wollten. Erfolgt die Richtigstellung, so ist der Sachverhalt meist umgekehrt als selbst angenommen. Da man sich aber nicht die Schuld geben will, hat "der Andere einem das Wort im Mund herumgedreht". Das ist eine sehr häufig anzutreffende Diskussionsschwäche.

 

Anders ist der Fall gelagert, wenn eine Person der anderen Person nicht traut oder die vorhandene Argumentationsschwäche kennt und verhindert, dass es zu einem klärenden Gespräch kommt. Hier entscheidet der Emanzipationsgrad des Verhinderten darüber, ob man sich durchsetzt. 

 

Völlig unsinnig wäre es jedoch, Menschen mit solchen Problemen zu ihrem Glück zwingen zu wollen.

 

Klaus Klee

 

 

Verbogene Rollenspiele

 

Wie empfinden Sie als Leser eigentlich die Rolle, die viele Frauen gegenwärtig spielen? Gut - die Frage ist etwas verallgemeinernd gestellt, denn es gibt ja auch Frauen, die sich völlig normal verhalten, wobei wiederum "normal" eher etwas mit Wunschdenken zu tun hat. Ich meine hier Frauen, die ihre Frauenrolle ganz speziell als eine Art Männerersatz definieren. Sie machen das meist ohne Rücksicht und gelegentlich recht anmaßend. Wie sich männliche Lebenspartner ihre Partnerin wünschen, interessiert diese Frauen nur selten. 

 

Frauen, die wirkliche Partnerschaft praktizieren, gehen da intelligenter vor und setzen ihre wirklichen Stärken ein, zumal Frauen mehr Möglichkeiten haben als die Männer. Aber nein - der Wunsch, bisherige Männerrollen anzunehmen, scheint verlockender. Ist das gar die Ursache von einigen Fehlentwicklungen? Wen wundert es heute noch, dass bei dieser Entwicklung gleichgeschlechtliche Partnerschaften als echte Alternative angesehen werden, wenn es Partnerinnen nur noch darum geht, wer in der Beziehung oder am Arbeitsplatz als Frau der bessere Mann ist. Die zur Anwendung kommende Messlatte ist bei diesen Frauen allerdings immer noch die des gestandenen Mannes und Frauen benutzen sie ausgiebig in ihrem neuen Herrschaftswahn, ohne es zu merken.

 

Frauen und Männer mit nicht adäquater hormoneller Ausstattung agieren ähnlich. In gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften wollen sie zwar bewusst das andere Geschlecht aus ihrer Beziehung heraushalten, oft übernimmt jedoch ein Partner fiktiv die Frauen- bzw. die Männerrolle. Geht es nicht doch nur um das widerspruchslose Beherrschen sowie die Freude am Besitz des Anderen, den man an sich bindet? Muss dabei nicht doch eine(r) die eigentlich ungeliebte Geschlechterrolle übernehmen, weil die Beziehung sonst zu fade wäre? Menschen simulieren also selbst den perfekten Ersatz des anderen Geschlechts.

 

Interessant ist, dass alle freien Partnerschaften heute ebenso stabil oder instabil sind wie viele Ehen. Wenn Wunschdenken und Realität nicht mehr zusammenpassen, ist eine echte Partnerschaft faktisch tot. Es kommt jetzt nur darauf an, wann bei wem der Groschen fällt und die Reißleine gezogen wird. Was nun zu überwinden ist, sind viele erzeugte einseitige Abhängigkeiten, die sehr oft die Trennung erschweren. Irgendwann müsste das ja den Betroffenen mal bewusst werden. So manches Rollenspiel setzt sich jedoch nach einer Trennung munter mit neuen Partnern fort, ohne infrage gestellt zu werden. Das ICH und das eigene Ego verhindern offensichtlich entsprechende Denkprozesse.

 

Zähneknirschendes Festhalten

 

Wenn Lebensgemeinschaften weiterbestehen, obwohl sie faktisch tot sind, so deutet das Zähneknirschen darauf hin, dass es entweder große Abhängigkeiten oder ein starkes Traditionsbewusstsein gibt. Der Glaube und die gesellschaftliche Einbindung verstärken ebenfalls den Durchhaltewillen. Manche Lebensgemeinschaften wählen ein lockeres Partnerverhalten, wobei beiderseits Untreuen zugelassen werden. Nach dem Motto "Er oder sie kommt sowieso wieder zu mir zurück..." geht man getrennte Wege. Unter solch bedrückenden Lebensverhältnissen stehende Frauen wecken im Umfeld anderer Frauen Schutzgefühle. Bei Männern geschieht das eher nicht, weil es nicht der traditionellen Rolle des Mannes entspricht. Wo Frauen zunehmend männliche und Männer zunehmend weibliche Züge annehmen, ist eine geschlechtsspezifische Umorientierung nicht mehr weit. Aber auch dann halten davon Betroffene oft weiterhin an ihrer alten Beziehung fest und spielen heimlich ein  Doppelspiel. Das Outen hätte für sie zu weitgehende Folgen.

 

Organisiertes Rollenverständnis

 

Die Frauenbewegung gilt landläufig als Ursache für die veränderte Rolle, die viele Frauen anstreben. Eine bessere Bildung fördert Emanzipation. Ist diese Bildung nicht mit praktischer Schlauheit gepaart, wird meist eine Art wahnwitziger Geschlechterkampf praktiziert. Er findet Nahrung im eigenen partnerschaftlichen Empfinden, in der fehlenden Augenhöhe, auf der man sich begegnet. Organisierte Feministinnen versuchen, andere Frauen zu missionieren, ihnen bei der Annahme einer neuen Rolle oder bestimmter Verhaltensweisen behilflich zu sein. Dabei gieren sie nach Erfolg und Anerkennung, erhalten meist jedoch bestenfalls nur Aufmerksamkeit. Achtung und Anerkennung sind natürlich absolut geschlechtsneutral. Eine Sache wird nicht beachtenswerter, nur weil sie eine Frau oder ein Mann vollbrachte.

 

Organisierte Rollenspiele, wie zum Beispiel die jährlich Baumpflanzaktion des Maintaler Frauenbeirats sind pure Symbole und laufen eigentlich der Gleichstellung zuwider, solange Männer nicht gleichbehandelt werden. Möglicherweise wurde das ja bereits versucht, doch offensichtlich legen Männer auf solche Symbole weitaus geringeren Wert als organisierte Frauen. Die von solchen Organisationen symbolisch umarmten Frauen sind anschließend als Einzelpersonen wieder völlig auf sich gestellt. Die Frage ist, wem das wirklich was bringt.

 

Die Lust, sich wichtig zu fühlen

 

Es mag wohl an der Jahrhunderte dauernden Rolle des Mannes zu liegen, alles Wichtige zu entscheiden und an der Rolle der Frau, mit den Auswirkungen leben zu müssen, dass so viele Frauen heute versuchen, das Heft in die Hand nehmen. Dazu gehört ein Partner, der das mit sich machen lässt. Wenn die Entscheidungen und Handlungen der Frau allgemeinen Ansprüchen  nicht genügen oder Normen verletzen, wird es kritisch. Ein Mann, dessen Frau die wirklich bessere Entscheiderin ist, gewinnt natürlich dazu, wenn er sie gewähren lässt. Die Rollen wechseln aus Vernunft. Viele Frauen wollen allerdings nicht fortwährend im Wahrnehmungsschatten ihres Partners stehen oder ganz einfach eine wichtige Rolle spielen. Unter bestimmten Gesichtspunkten kann das erheblich ins Lächerliche abgleiten, was wiederum die Frage aufwirft, warum der Lebenspartner hier nicht eingreift. Vielfach leben beide bereits länger unter diesen Auswirkungen und wollen jedem unsachlichen Gezänk aus dem Weg gehen. 

 

Wichtig zu sein, das ist eine Folgerung, die von außen kommen muss. Sich selbst wichtig zu finden, ist bis zu einem gewissen Grad borniert, wenn es nicht von der Allgemeinheit getragen wird. Sich wichtig zu geben, entspricht eher der Lust, wichtig sein zu wollen. 

 

So geraten immer mehr Menschen in verbogene Rollenspiele, die sich Andere ausdenken. Wenn man das merkt, sollte man einen Schlussstrich drunter ziehen. Diejenigen, die so etwas auslösen, sind aus Prinzip unzugänglich, weil sie das als persönliche Stärke empfinden. Irgendwie sind mir unter normalen Menschen die klassischen Rollen lieber. Ausgenommen davon sind natürlich Menschen, die wirklich außergewöhnlich sind und auch so handeln. Sie haben meine größte Hochachtung, eben - weil sie intelligent denken und handeln. Eine wichtige Rolle zu spielen ist dabei die zwangsläufige Folge.

 

Veröffentlicht am 05.02.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Verallgemeinerndes Klischee

 

Wenn man sich thematisch mit Geschlechterrollen befasst, kommt man nicht umhin, den biologischen Aspekt zu beleuchten. Paare mit dem Vorhaben einer Familiengründung kommen nicht umhin, zweierlei Geschlechts zu sein, wenn sie das eigene Erbgut fortführen wollen. Seitdem es Menschen gibt, werden diese Geschlechterrollen gelebt, die dem Zweck dienlich sind. Während der Schwangerschaft und dem Aufziehen des Nachwuchses ist der Mann derjenige, der seiner Familie Schutz uns Auskommen sichert. Diese Verantwortung erfordert ganze Kerle und natürlich eine gesicherte Existenz. Das bindet den Mann ganztägig an seine Arbeit, mit der er die Familie unterhält. Frauen, die Familie wirklich ernst nehmen, übernehmen dann den häuslichen Bereich und die Erziehung. Das erfordert jedoch, dass beide Partner ihre Rollen annehmen. Die obige Karikatur ist das überspitzte Abbild dieser Lebenskonstruktion, wenn sie extrem ausgelebt wird. 

 

Heute zwingen Lebensstandard und Konsum sowie die mangelnde Haltbarkeit von Beziehungen die Frauen dazu, Bildung und Beruf intensiver Aufmerksamkeit zu schenken, um notfalls auch allein leben zu können. Ein gewisser Drang in die Spitze und zur absoluten  Gleichstellung mit dem Mann ist oft die Folge, wenn sich Erfolg einstellt. Mit dem Erfolg verändert sich in einer Beziehung die Stellung. So übernehmen Frauen heute oft nur das reine Austragen und Gebären, während der weniger erfolgreiche Partner im Anschluss die bisherige Rolle der Frau übernimmt. Das funktioniert sogar mehrmals, wenn die Frau ein hohes Einkommen sichert. Auch wenn Kinder und Erziehung sowie das Führen eines Haushalts äußerst anspruchsvolle Aufgaben sind, gerät der Mann dabei beruflich ins Hintertreffen. Das kann sich ändern, wenn die Kinder mal groß genug oder aus dem Haus sind.

 

Können sich Paare nicht zu dieser Lebensform entschließen und verstehen die Geschlechterrolle als lustbetonten Spaß, bleiben Partnerschaften kinderlos. Leider bleiben auch viele Paare ungewollt kinderlos. Beides verändert allerdings die Fokussierung. Beruf, Lebensstandard und Selbstverwirklichung sind dann stärker ausgeprägt. Damit kommen allerdings nicht alle Lebenspartner zurecht. Gerade die Aufteilung der Pflichten führt zu nicht allzu beliebten Situationen. Ein übersteigertes Selbstwertgefühl und ein gewisses Maß an Frust verleiten zu einem unangemessenen Auftreten gegenüber Partner und Mitmenschen. Eine zügige  Weiterentwicklung bis hin zur Egomanie ist oft nicht ausgeschlossen, denn Karriere und Partnerschaft erfordern eine hohe soziale Kompetenz, zu der viele Menschen in solchen Situationen nicht mehr fähig sind.

 

Die Augenhöhe macht den Unterschied

 

Die eigene Erziehung und erlebte Vorbilder sind für das Ablehnen des verallgemeinernden Klischees der traditionellen Lebensgemeinschaft verantwortlich. Wer nie seine Rolle fundamentiert plante und sich über Klischees hinwegsetzen kann, sucht Alternativen. Wohin das führen kann, kann jeder im eigenen Umfeld sehen. Partner und Mitmenschen, die es verstehen, sich auf Augenhöhe zu begegnen (wenn es die wirklich geben sollte), erleben weniger Frust und haben Freude am Zusammenleben. 

 

Klaus Klee

 

 

Freude - absolut selbst gemacht

 

Unter dem Gesichtspunkt "Nicht mehr ganz dicht?" versuchen viele Mitbürger immer wieder, ungewohnte Verhaltensweisen und Handlungen ihrer Mitmenschen abwertend zu beurteilen, weil das, was sie umtreibt, nicht so ganz den allgemeinen Verhaltensweisen entspricht. Mitbürger und Mitbürgerinnen, die bestimmte Hobbys betreiben, werden belächelt oder gar für etwas verrückt gehalten. Betreiber von Modellbahnen und Miniaturwelten, die ihr Hobby ausfeilen, wissen genau, wovon hier die Rede ist. Sie unterhalten sich fast nur noch mit Gleichgesinnten über ihre Passion, um nicht fortwährend belächelt zu werden. Der Grund: "Hinsichtlich des Alters sei das Verhalten angeblich untypisch."  

Seit einigen Tagen tausche ich mich mit einem Nachbarn aus, der sehr vielseitig interessiert ist und sich ebenfalls mit Modellbau beschäftigt. Wir kamen dabei zum Schluss, dass es erst eines bestimmten Alters und des Blickes für Details bedarf, um wirklich realitätsnahe Modelle zu bauen. Oft wird Modellbau mit "Spielen" verwechselt. Speziell beim Eisenbahn- und Rennbahnmodellbau, bei denen das spielerische Moment mit Modellbau verknüpft wird. Ohne diese Komponente spräche man von Dioramen. Bei allen Varianten sind die empfundene Lust und die Freude ähnlich. In manchen Fällen kann man gar von Sucht sprechen, wenn es allzu sehr übertrieben wird.

 

Lebenspartner reagieren nicht immer positiv

 

Viele Vereinsaktivitäten und Hobbys finden bei Lebenspartnern nicht immer den Grad der Zustimmung, den sich die Betreiber dieser Passionen wünschen. Der Unterschied zwischen beiden Betätigungsfeldern besteht darin, dass Hobbys oft zuhause stattfinden, wobei der Lebenspartner also in der Nähe ist. Bei Vereinsaktivitäten sind die Partner unterwegs und Lebensgefährten allein, wenn sie nicht auch im Verein tätig sind. Findet das Hobby in separaten Räumen statt, kann auch in der Nähe das häufige Alleingelassenwerden ebenfalls zu Spannungen führen, zumal der Partner sehr oft sehr entrückt wirkt und in Gedanken zu sein scheint. Es kommt zu ähnlichen Empfindungen, wie man sie zwischen Lebensgefährten kennt, von denen ein Teil beruflich überengagiert ist. Erfreulich ist, dass es sich bei Hobbys und Vereinsaktivitäten um wohltuenden Stress handelt, der für sehr viel Ausgeglichenheit sorgt. Das kommt auch den Lebenspartnern zugute.

 

Im mentalen Vakuum machte es "klick"

 

Manche Lebensphasen benötigen eine Umorientierung. So, wie man als Verlierer in der Politik anschließend einen Kick und viel Freude als Fastnachtsprinzenpaar sucht, so suchte ich eine völlig neue Freudenquelle und fand sie in der Wiederaufnahme eines alten Hobbys. Wie es sich gerade entwickelt, können Sie auf dem Link Modellbauspaß mitverfolgen.

 

Zum Jahresende entwickelte sich bei mir ein kleines mentales Vakuum, weil ich die Berichterstattung und die Kommentierung der Kommunalpolitik, die mich zuletzt nur noch frustrierte, nach zwölf Jahren einstellte. Natürlich juckt es gewaltig, das kommunale Maintaler Possenspiel in seiner Neuauflage satirisch zu kommentieren. Es wäre für mich  jedoch weiterhin frustrierend, weil sich alles immer wieder wiederholt, so, als hätten die Maintaler Kommunalpolitiker nichts dazugelernt. Mit einem "Klick" legte ich jetzt eigennützig den Schalter um und setzte persönlich einen neuen Schwerpunkt. Ich kombiniere nun kurzerhand Modellbau, Fotografie und Modellbahnspaß und verwirkliche damit einen kleinen Traum. 

 

Komfortable Weichenstellung

 

Ein Problem bestand zunächst darin, eine entsprechend große Grundfläche zu schaffen, auf der man sich längerfristig gestalterisch austoben kann. Gleichzeitig musste gewährleistet sein, dass ohne körperliche Belastungen gewerkelt werden kann. Betreiber von großen elektrischen Eisenbahnen kennen zum Beispiel die Strapazen, die während der Installationen unter der Platte lauern. Die Kombination kreativer Modellbau mit einer digitalen Rennbahn gewährleistet, dass diese Strapazen entfallen. Alles findet im Sitzen oder im Stehen statt.

 

 

Hände und Augen müssen mitmachen

 

Wenn man gestalterisch oder reproduktiv im Miniaturbereich tätig ist, spielt das Geschick eine große Rolle. Feinfühlige Hände und scharfe Augen sind die Grundvoraussetzung. Hinzu kommt ein gutes räumlichen Vorstellungsvermögen und das Talent, das fertige Ergebnis schon sehen zu können. Ohne diese Vision muss man sich exakt an Baupläne halten, womit man eigentlich nur reproduktiv tätig ist. Gerade im Alter ist es wichtig, Fähigkeiten zu pflegen und die Gehirnhälften zu trainieren. Das hält einem jung und möglichst frisch. 

 

Die Freude ist absolut Trumpf

 

Wer es versteht, sich von Konventionen und Vorurteilen frei zu machen und nur auf seine Empfindungen hört, geht einen eigenen Weg. Quellen der immerwährenden kleinen Freuden zu generieren, schafft einen Ausgleich zu vielen negativen Begleiterscheinungen des Lebens, die vorwiegend für Verdruss sorgen. Der Hobbyraum wird zur Insel der Glückseligkeit und er ist so wichtig für die eigene Zufriedenheit. Eigentlich sind Gleichgesinnte von denen zu beneiden, denen solche Freuden völlig fremd sind.

 

Veröffentlicht am 24.01.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

Einige Impressionen

 

Beim Aufbau einer Miniaturwelt sind den Ideen keine Grenzen gesetzt und die Umsetzung hängt nur vom Geschick ab. Wichtig beim Modellbau ist, dass der Maßstab konsequent eingehalten wird. Sind, wie beim Hochstädter Schützenhäuschen, die Ziegel einzeln zu setzen, so darf es vor dem Puzzle nicht grauen. Am Ende steht ein naturnahes Modell, das beim Anblick erfreut.

 

 

 

 

Wirklichkeitsnahe Festzeltgarnituren sind fast nur mit der Pinzette herzustellen. Teller, Gläser und Würste müssen maßstabsgetreu hergestellt werden.

 

 

Wenn es Nacht wird auf der Rennstrecke, spielt die Technik und die Beleuchtung eine große Rolle.

 

 

 

Welkende Lokalzeitung

 

Maintals einzige gedruckte Lokalzeitung befindet sich derzeit im Spätherbst ihres Lebens und welkt so vor sich hin. Noch halten täglich Leser diesen (kunter-)bunten publizistischen Blättern die Treue, auch wenn sie inzwischen keine interessante Maintaler Lektüre mehr darstellen. Nichtthematisiertes wird einfach mit Informationsbeständen des Stammhauses aufgefüllt. Es gibt eine falsche Sentimentalität und Treue gegenüber einem Blatt, das einst Sachverhalte kritisch thematisierte und viele Gemüter bewegte. Im letzten Jahrzehnt passte sich die Zeitung Leserschichten an, die sich freuen, ihren eigenen Namen zu lesen und ihr Konterfei auf Gruppenfotos zu entdecken. Inserenten bestimmen, welche Seiten ihnen gehören und wohin der Lesestoff verbannt wird. Die Redakteure sind offensichtlich nicht mehr Herr ihrer Artikel und der Gestaltung ihrer Zeitung. Das journalistische Recherchieren wird über Personalknappheit reduziert oder gar unterbunden. Das haben die Leser längst bemerkt, weil sie nicht so blöd sind, wie sie vom Stammhaus der Zeitung gehalten werden.

 

Wer am ehemaligen Domizil in der Kennedystraße vorbeifährt, dem wird klar, dass mit dem Wandel und dem Wegzug des Maintal TAGESANZEIGERs auch ein Stück Maintal verloren ging. Es fehlt bei dem verbliebenen journalistischen Rest einfach die für interessante Artikel ausreichende kommunale Bindung. Die Macher der Zeitung stochern inzwischen dilettantisch im Nebel, was Leser vielleicht kostengünstig interessieren könnte. Mit billig zu erwerbenden Fotos wird platzfüllend gestaltet. Das, was man wirklich wissen möchte, ist täglich in knapp 5 Minuten zwischen den banalen Geburtstagslisten, kirchlichen Terminen, dem Küren des Babys des Jahres, großformatigen Gruppenbildern von meist uninteressanten Ereignissen, Werbung und Eigenwerbung und natürlich der Propaganda aus dem Rathaus ausgefiltert. Neuerdings füllen wieder Fernsehprogramme und sogar ein Horoskop die überwiegend inhaltsleeren Seiten. 

 

Der absolute Schwachsinn sind jetzt Traueranzeigen aus dem weiten Umland, die in Maintal niemand interessieren. Ist den neuen Machern eigentlich nicht klar, dass die heimischen Todesanzeigen zu den wenigen Informationen gehören, wegen denen Abonnenten noch bei der Stange bleiben? Hier nun ebenfalls platzfüllende Strategien anzuwendenden, zeigt, in welchem Zustand sich die Lokalzeitung wirklich befindet. Es hat den Anschein, als hätten die drei verbliebene Redakteure der Zeitung absolut keinen Einfluss mehr auf die Inhalte und die Gestaltung. Wer so geschwächt seine Arbeit verrichtet, kann kaum mehr als wirksame Stimme der Bürgerschaft empfunden werden. Journalistisches Talent welkt unverantwortlich vor sich hin. Wen wundert es, wenn man für das gleiche Geld eine überregionale Zeitung abonniert!?

 

Dennoch passt die Lokalzeitung zu Maintal  - unattraktiv, langweilig, ohne Leuchtturmprojekte und -aktivitäten, die in der Region herausragen. So, wie bodenständige Menschen dennoch in Maintal bleiben, halten Leser ihrer Zeitung die Treue. Viele Leser wollen die letzten Journalisten, die mit Maintal ihr Brot verdienen, halten, weil danach keine gedruckte Zeitung, die sich sogar "unabhängige Tageszeitung" nennen darf, mehr für Maintal existiert. 

 

Die Welt gehört inzwischen den digitalen Medien. Doch die haben Maintal noch gar nicht entdeckt. Wie auch?

 

Veröffentlicht am 06.01.2016

© Klaus Klee Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Erinnerung an eine Tradition