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Die
Seite für die Dinge,
die
einem ins Auge stechen |
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MIKROKOSMOS
Du
- horch emal, jezz musses doch baal widder Karte fer de MIKROKOSMOS gewwe...!?
Wemmer
net uffbasst, dann sinn die Karte widder ratzfatz fort!
Die
wer´n ja von Johr zu Johr politischer!
Inzwische
isses schon so, dass mer hii muss,
damit
mer waaß, üwwer was sich die Leut denooch unnerhalde...
Die
nemme awwer aach kaa Blatt vor de Mund!
Lezt´Johr
hawwe se sogor em Longo sei Posse uffgegriffe!
Unn
des im Evangelische Gemeindezentrum!
Wer
waaß, was se diesjohr fer e brisant Thema uffgreife!
Waaßt´de,
was des scheene is? - Mer kann dene debei ins Gesicht gucke, die gemaant
sin!
Des
kann awwer aach unangenehm sei, wemmer direkt betroffe is...!
Ich
finn des gut, wenn´s de Leut wenichstens aamol im Johr net egal is,
was
ene sonst immer am Aa... vorbeigieht!
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Ein
ganzes Jahr lang war das "Wasserhäusi an de Eck" geschlossen.
Nun ist es wiedereröffnet. Auf dieser Seite erscheint stets das letzte
"Gebabbel". Ältere Beiträge sind auf der Seite Wochenendglosse
zu finden. Viel
Spaß beim Lesen! |
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29.08.2010 |
Spiel
mit der Fremdenfeindlichkeit
Thilo
Sarrazin gehört zur Führungsschicht unseres Landes und ist
Mitglied in der SPD. Beide Komponenten lassen vermuten, dass es sich um
einen Menschen mit ausgeprägtem Sozialempfinden handelt. Mit seinen
umstrittenen Thesen, mit denen er Fremdenfeindlichkeit anstachelt, bewegt
er sich auf gehobenem Biertischniveau, für die er von bestimmten
Bevölkerungskreisen Zustimmung erntet. Man könnte meinen, er wolle in
einem Selbstversuch die erneute Anfälligkeit unseres Landes für den
Rassenwahn der Nationalsozialisten testen. Solche Thesen fielen ja schon
einmal auf fruchtbaren Boden und am Ausgang der damaligen Entwicklung
trägt unser Land heute noch schwer. Vielleicht sind wir deshalb auch so
stark sensibilisiert, wenn wir mit Thesen konfrontiert werden, die er in
seinem Buch verbreitet. Ist Thilo Sarrazin ein Rassist? Das
zu behaupten, wäre zu einfach. Er ist eher ein diabolischer Verführer
von Menschen, die er selbst wegen ihres Intellekts verachtet, weil er
glaubt, sie mit seinen pseudowissenschaftlichen Argumenten zur Zustimmung
zu verleiten. >>>mehr
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27.08.2010 |
Leitprojekte
machen schlapp
Der
Stadtleitbildprozess startete inzwischen mit mehreren Leitprojekten und
macht gute Fortschritte, wenn man der Lokalpresse glaubt. So wird seit
einigen Monaten das Rad- und Fußwegkonzept unter die Lupe genommen,
Wachenbuchener befassen sich mit der Idee, im eigenen Ortsteil
einzukaufen, die Idee der Mehrgenerationenhäuser wird lebhaft diskutiert
und in Hochstadt soll etwas für die Jugend getan werden. Zum Start jedes
einzelnen Projekts wurde zeitversetzt und medienwirksam jeweils ein bunter
Luftballon aufgeblasen und der Versuch unternommen, diesen auch
erfolgreich starten zu lassen. Doch den Ballons fehlt es an Auftrieb und
sie machen nach kurzer Zeit mehr oder weniger schlapp. Das liegt sicher
nicht an den "Paten" der Leitprojekte und den wenigen
optimistischen Bürgern, die sich mit großen Erwartungen den Aufgaben
stellen. Es ist wohl mehr die Art, wie auf die Themen Einfluss genommen
wird. >>>mehr
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15.08.2010 |
Der
Kampf um Ostpreußen
Nun
muss ich noch ein drittes Mal das gleiche Thema aufgreifen. Es geht um das
Kriegsende in Ostpreußen. Wie bereits mehrfach berichtet, stieß
ich auf hochinteressante Kriegstagebücher, mit deren Hilfe ich die
letzten Tage meines Verwandten Walter Michel rekonstruieren
konnte. Die beiden Tagebücher von Karl Heinz Schmeelke aus
Friedrichshafen habe ich teilweise in Websites umgesetzt, die durch
Anklicken der beiden Titelbilder aufgerufen werden können. Für wen
sind diese Webseiten interessant? Wie die bereits ansteigenden
Zugriffszahlen belegen, recherchieren viele Menschen genau in dieser
Thematik. Es sind Angehörige von ehemaligen Soldaten aller Nationen,
hochbetagte Veteranen des Zweiten Weltkriegs, Menschen, deren Wurzeln in
Ostpreußen zu finden sind, junge Russen, die mehr über ihre neue Heimat
wissen wollen, Schüler und Studenten mit einem klaren Auftrag. Und was
finden Sie auf den beiden Webseiten? Detaillierte Beschreibungen der
letzten 120 Tag von Ostpreußen bis zur Vernichtung, mit deren Hilfe man
nachvollziehen kann, was passierte, als die Flüchtlinge ihre Heimatorte
verlassen hatten und was von ihren Ortschafen heute noch übrig geblieben
ist. >>>mehr
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01.08.2010 |
Mit
der Ranch auf Wanderschaft
Eigentlich
hat es ja so kommen müssen! Das Ende der stillen Duldung eines Zustands,
der eigentlich noch nie rechtmäßig war, kam spät, aber es kam. Seit
einigen Jahren geht die Stadt Maintal gegen ungenehmigte Schwarzbauten im
Grüngürtel vor und muss sich immer wieder Vergleichsfälle vorhalten
lassen, die geduldet werden. Während Freizeitgärtner, die ihre kleinen Hüttchen
bescheiden nutzen, Abrissverfügungen erhielten, konnte sich die
"Happy-Horse-Ranch" relativ sicher fühlen, weil sich der
Betreiber Klaus Karau ganz geschickt organisiert hatte.
Allzu leicht konnten die Maintaler den Eindruck gewinnen, es hier mit einem
selbstlos und sozial engagierten Schöngeist zu tun zu haben. Sein
"Streichelzoo" war Anlaufpunkt vieler Eltern und Erzieher, weil
die Kleinen dort ihren Spaß hatten. Die Spendenbüchse war
allgegenwärtig. Dass man die immer wieder an den Futterstellen fressenden
Feldratten für kleine Karnickel hielt, ist wohl Folge allgemeiner
Unwissenheit. Seine Glanznummer war und wird auch in Zukunft die Rolle des
Maintaler Nikolauses zur Weihnachtszeit sein, welcher mit der Kutsche sowohl
den Weihnachtsmarkt bereichert, als auch als gut ausgebuchter Nebenerwerbs-Nikolaus
fungiert. Nun ist der Nikolaus sauer! Dass
er deswegen gleich Hochstadt verlässt, kann man wohl kaum der
Stadtverwaltung anlasten. Dort versucht man nur, alle Bürger gleich zu
behandeln. >>>mehr
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24.07.2010 |
Neue
Doku zum Untergang Ostpreußens verfügbar
Ergänzend
zum letzten Artikel "Fast vergessenes
Kriegsdrama aufgegriffen" kann ich nun bekannt geben, dass die
Website "Der Untergang
Ostpreußens" fertiggestellt und im Internet präsent ist. Im
März/April 1945 fiel Ostpreußen nach schwersten Kämpfen in die Hand der
Roten Armee und wurde später der Sowjetunion zugesprochen, weil Stalin
unbedingt einen "eisfreien Ostseehafen" haben wollte. In
Wirklichkeit brauchte er blühende Landschaften zur Umsiedlung eigener
Landsleute. Diese blühenden Landschaften hatten die kriegführenden
Armeen jedoch in Wüsten und verbrannte Erde verwandelt. Die Sowjets
nahmen Rache am Deutschen Volk für das, was unsere Soldaten ihrem Volk
während der Eroberung und beim Rückzug angetan hatten. So lautete der
Befehl, dass alle Deutschen in Ostpreußen getötet werden sollten und die
Vernichtung total auszufallen habe. Hierbei verloren Hunderttausende auf
beiden Seiten ihr Leben. Die Dokumentation basiert auf
Original-Kriegsberichten und Notizen eines Soldaten, der dem Kessel von
Heiligenbeil entkam und als Zeitzeuge die Erinnerung an das Grauen wach
halten will. Seine Hoffnung, dass sich so etwas nie mehr wiederholt,
dürfte sich zerschlagen haben angesichts der Tatsache, dass heute schon
wieder Deutsche Soldaten in Leichensäcken zuhause abgeliefert werden. >>>mehr
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13.07.2010 |
Fast
vergessenes Kriegsdrama aufgegriffen
Es
gibt interessante Augenblicke, die man wie eine Geburt empfindet. In
wenigen Tagen wird auf dieser Homepage eine neue Dokumentation erscheinen,
die eines der düstersten Kapitel des Zweiten Weltkrieges beleuchtet. Sie
ist bereits fertiggestellt und wartet nur noch auf die Freigabe durch die
beiden Zeitzeugen Karl Heinz Schmeelke und Hermann
Lohmann, auf deren Unterlagen die Dokumentation aufbaut. Sie
überlebten das Drama hautnah, das sich am Frischen Haff im ehemaligen
Ostpreußen während der letzten Kriegstage abspielte. Karl Heinz
Schmeelke bereitete jahrelang viele eigene und andere Unterlagen
samt Fotomaterial auf und besuchte mehrmals die Stätten, an denen sein
Leben damals auf der Kippe stand. Seit einigen Jahren sind seine Erinnerungen
auch auf CD erhältlich, die er zusammen mit dem Deutschlandfunk produzierte. Dazu aber
mehr auf der neuen Website. >>>mehr
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12.07.2010 |
Neues
vom Trompeter L.
Die
Hochstädter Kerb war der passende Rahmen für die zweite Verabschiedung
von Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich - diesmal als
Chorleiter. An dieser Stelle
wurde er damals auch als Pfarrer verabschiedet. Man kann gespannt sein,
welches Thema für die nächste Verabschiedung herhalten muss. Die Gruppe
TonArt wird es wohl nicht sein, denn dort verabschiedete er sich schon vor
einiger Zeit sang- und klanglos zusammen mit seinem Sohn. Die Bindungen sind
wohl sehr verschieden. Zur Hochstädter Kirchengemeinde ist die Bindung
inzwischen nahezu gänzlich verloren gegangen. Der Evangelische Posaunenchor
Hochstadt ist sein Rückzugsraum. Dort ist er nun offiziell - als
Ehrenvorsitzender - so zu sagen deren Pate. Wie der Vorsitzende René Kröller ausdrücklich
betonte, wird Hermann Langheinrich weiterhin dem
Posaunenchor angehören und bei Bedarf auch als Dirigent fungieren. Die
Chance für einen Neuanfang dürfte damit vertan sein. Das autoritäre
Verhältnis zu Teilen des Chores wird weiter wirken. Das war kein Abschied
sondern eine taktische Zwischenehrung. >>>mehr
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11.07.2010
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Die
Nationalmannschaft braucht keinen Begrüßungsonkel
Es
steht mal wieder die Frage im Raum, bis zu welchem Platz eines
Endergebnisses man sich noch freuen kann, denn wir sind bei der
Fußballweltmeisterschaft erneut Dritter geworden. Vor uns rangieren nur
Spanien und Holland. Ist das ein adäquater Platz für die Deutsche
Mannschaft? Gemessen an unseren spielerischen und kämpferischen
Qualitäten ist der dritte Platz mehr als die Mannschaft und der Trainer
zu Beginn des Turniers erwartet hatten. Wenn Mannschaften diesmal geschlagen
wurden, dann haben sie sich selbst geschlagen. Es lag vielfach am
mangelnden Teamgeist oder gelben Karten, welche Sperrungen zur Folge
hatten. Was wäre zum Beispiel gewesen, wenn Müller im Spanien-Spiel
hätte spielen dürfen? Unsere Mannschaft hat nicht die Spitzenspieler,
wie sie in den spanischen und italienischen Ligen spielen. Dafür
bestachen sie durch perfekten Mannschaftsgeist. Auch wenn für viele
Spieler die Verlockung
groß ist, das alles entscheidende Tor zu schießen, unsere Spieler sahen
meistens den besser postierten Nebenmann, den sie in Position brachten.
Das fehlte den Stars von Spanien, Holland, Frankreich, Portugal und Brasilien. Sie beraubten
sich selbst der Möglichkeiten. Unseren Spieler gebührt höchste
Anerkennung für den dritten Platz, der auch nicht durch die Anwesenheit
des neuen Bundespräsidenten geschmälert wurde. Der wäre mal besser nach
Afghanistan geflogen, wenn er sich getraut hätte. Dort stehen die jungen
Männer, die wirklich Zuspruch brauchen. Die Nationalmannschaft braucht
keinen Begrüßungsonkel. >>>mehr
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01.07.2010 |
Der
neue Bundespräsident ist kein Alpha-Tier
Wir
haben einen neuen Bundespräsidenten: Christian Wulff (CDU),
der präsidiale Typ! Er ist jünger als Joachim Gauck aber
alt genug für das Amt. Als Oberhaupt einer Patchwork-Familie ist dennoch
konservativ - aber kein Alpha-Tier, wie er selbst von sich behauptet.
Bundespräsident zu sein, das kommt seinen Veranlagungen entgegen. Für
die Bundesregierung war es nach der verlorenen Mehrheit im Bundesrat
wichtig, einen Bundespräsidenten zu küren, der im Ernstfall auch Gesetze
unterschreibt, die höchst umstritten sind, wenn sie von Schwarz/Gelb
kommen. Den restlichen Schnickschnack ums Amt gönnt man ihm, wenn er
ansonsten im Sinne seiner Befürworter funktioniert. So waren auch die
Bundeskanzlerin und ihr Stellvertreter froh, dass es im dritten Anlauf
dann doch klappte, auch wenn es an der Partei DIE LINKEN lag, dass er
gewählt wurde. Mit den Stimmen der LINKEN hätte nämlich Joachim
Gauck bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht.
Sie mussten aber mit der absolut chancenlosen Luc Jochimsen
und der kollektiven Enthaltung im dritten Wahlgang gleich dreimal ihre
zweifelhafte Gesinnung demonstrieren. >>>mehr
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29.06.2010 |
Doppelt
kompromittiert hält besser
Das
war ein wirklich interessanter Augenblick, als die Personen, die
ihr Thema sonst nur hinter verschlossenen Türen abhandeln, sich
öffentlich gegenseitig kompromittierten. Trotz aller Bemühungen, beiden
Absichten einen seriösen Charakter zu verleihen, bleibt das Gefühl, dass
hier recht raffiniert taktiert wird. Im Grund genommen kompromittierten
sich die Interessenvertreter gegenseitig. Mit dem von CDU, FDP und den
Grünen inszenierten und über den parteilosen Stadtrat Ralf
Sachtleber folgsam zelebrierten Vorgehen wurde dem Vorstand
der Bischofsheimer Evangelischen Kirchengemeinde vermittelt, nicht so
erfolgreich um die benötigten finanziellen Mittel gerungen zu haben, wie
es letztendlich unter Führung der Stadt möglich sei. Deshalb
ermächtigte das Parlament mit knappster Mehrheit den Stadtrat, die
erforderlichen Verhandlungen weiter zu führen. Zuvor musste sich die
Vorsitzende des Kirchenvorstands vor dem Parlament und der Öffentlichkeit
als Bettlerin mit Maximalforderungen kompromittieren. Damit
kompromittierte sie indirekt aber auch den Magistrat, indem sie dessen
eklatante Gestaltungsschwäche offen legte, die erst einen derart
raffinierten Fischzug der Gemeinde ermöglicht. Die sind ja nicht blöd!.
Wer seine schwächsten Flanken derart entblößt, fordert schlitzohrige
Verhaltensweisen förmlich heraus. >>>mehr
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27.06.2010 |
Das
Kerbfinale - Posaunenchor gegen Kirche
Die
Hochstädter Kerb ist eine Traditionsveranstaltung, die sehr eng mit dem
Namen von Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich verbunden ist.
Seit vielen Jahren pflegt und nutzt er diese Veranstaltung für
gemeinnützig verbrämte kommerzielle Zwecke und als Plattform für seine
musikalische Jugendarbeit. Der Zeltgottesdienst bescherte ihm alljährlich
ein volles Haus und eine sehenswerte Kollekte. Das Organisieren von Festen
und Konzerten prägte seinen Ruf mehr als sein Amt als Priester.
Nachdem er in den Ruhestand ging, wurde das noch deutlicher, weil mit Uwe
Rau, seinem Nachfolger, fortan ein ausgesprochener Seelsorger die
Gemeinde übernahm. Hermann Langheinrich reizte die Geduld
seines Nachfolgers und die des Kirchenvorstandes restlos aus, die sie ihm
während seines Wechsels in den Ruhestand entgegenbrachte. Das
Autoritätsgehabe und die Wichtigkeit der eigenen Person war bei Hermann
Langheinrich nicht zu zügeln. Irgendwann war der Bogen
überspannt - ohne ins Detail zu gehen - und man entzog ihm den Posten des
Leiters des Posaunenchors. Genau diese Truppe hatte er nämlich für seine
Zwecke instrumentalisiert, indem sie bis zum heutigen Tag all seine
positiven und negativen Eingebungen flankiert. Am Kerbsonntag
verabschiedet nun der Posaunenchor den ehemaligen Chorleiter just zur
gleichen Zeit, in der der diesjährige Kerbgottesdienst angesetzt ist, der
allerdings vom Kirchenvorstand in die Kirche verlegt wurde. Damit sind die
Fronten klar und die Mitglieder der Gemeinde müssen sich entscheiden, ob
sie in der Kirche die Kirchweih feiern oder im Festzelt den Tribun des
Zeltfestes ehren und preisen. >>>mehr
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22.06.2010 |
VERMISST
- bald als Buch erhältlich?
Im
Jahr 2006 gelangte ich in den Besitz von über 150 Feldpostbriefen eines
Verwandten aus dem Russlandfeldzug. Auf meiner Website VERMISST
sind diese Briefe in den Kontext zu den Kriegshandlungen gestellt, wodurch
viele Facetten - auch die des Verhältnisses der Soldaten zu ihren
Familien in der Heimat - begreifbarer werden. Walter Michel steht
sinnbildlich für eine ganze Generation. Sinn der Dokumentation soll die
Aufklärung der Jugend über das Schicksal von Gleichaltrigen während des
Krieges und die Bewusstmachung sein, wie unsinnig Kriege für die
betroffene Bevölkerung aber wie wichtig sie für Wirtschaft und
Kriegsgewinnler des Landes waren. Zugunsten einer weltweiten Turboentwicklung
von Technik und Logistik mit Hilfe der Kriegsmaschinerie mussten im 2. Weltkrieg mehr als 50 Millionen Menschen ihr Leben lassen. Eine ganze
Generation wurde ihrer Jugend und ihres Lebens beraubt. Dazu kamen noch Millionen als
Kriegsversehrte, Flüchtlinge, Witwen und Waisen. Gewinner und Verlierer
glauben seither an "Schicksal" und "Gunst der Stunde". Diese Ausarbeitung blieb nicht unbemerkt, zumal
monatlich mehrere Tausend Leser auf die Internet-Dokumentation zugreifen.
Nun zeigt ein Verlag Interesse an der Dokumentation, um sie als Buch zu
veröffentlichen. Damit wird sie wahrscheinlich für eine breite Leserschaft zugänglich.
>>>mehr
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19.06.2010 |
Mit
Kraft regieren
Ein
Aufschrei geht durchs Land, weil Hannelore Kraft (SPD) in
Nordrhein-Westfalen zusammen mit den Grünen eine Minderheitsregierung
bilden will. Es ist die Rede vom "Ypsilanti-Effekt" und von der
stillen Duldung durch die Linkspartei. Dabei steht nach neuester
Positionierung der FDP gar nicht fest, ob die fehlende(n) Stimme(n)
überhaupt von den LINKEN kommen. Enthaltungen hätten die gleiche
Wirkung. Noch-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU)
erdreistet sich sogar, in diesem Zusammenhang davon zu reden, die
Linkspartei stünde nicht auf dem Boden der Verfassung. Allzu gern
versuchen CDU-Politiker immer wieder, Parteien als nicht rechtsstaatlich
zu bezeichnen, nur weil man ihnen den Verfassungsschutz auf den Hals
hetzte. Es gelingt jedoch lediglich, diese als politische
"Schmuddelkinder" abzustempeln und man erzeugt damit bei einem
großen Teil der Wähler erhebliche Zweifel. Die Frage ist doch: Warum
werden diese rechten und linken Parteien überhaupt zu Wahlen zugelassen,
wenn sie angeblich nicht auf dem Boden unserer Verfassung
stehen? >>>mehr
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10.06.2010 |
Großmeisterin
der Perseveration
Es
gibt Menschen mit einer besonderen Art von Beharrlichkeit, die ihre Gegner
in die Knie oder zumindest zum Einlenken zwingt. Zu diesen Menschen
gehört zweifellos unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Kurz nach der Wende muss Helmut Kohl sofort seine
Seelenverwandtschaft zur Pfarrerstochter aus der Uckermark erkannt haben
und baute sie in seine politische Konstruktion mit ein. Beide sind
Großmeister der Perseveration, dem Festhalten an einem Gedanken ohne
Rücksicht auf den Fortgang eines Gesprächs. Wenn Angela Merkel kurzzeitig
argumentativ beidreht, so hat es Ähnlichkeit mit einem militärischen
Segelmanöver, das lediglich der günstigeren Position dient, um bei der
nächsten Vorbeifahrt eine finale Breitseite abzufeuern. Obwohl sie diese
Taktik national und international immer wieder erfolgreich fährt, fallen
gerade die Machos unter den männlichen Kontrahenten reihenweise darauf
herein. Koch hat gerade ein solches Manöver erlebt und Brüderle steht es
unmittelbar bevor. Gelegentlich entlockt man ihr dabei mal ein leichtes
Grinsen. Meistens spielt sie jedoch mit ihrer Mimik perfekt alle
möglichen Gemütsverfassungen durch, die nur dem einen Zweck dienen: ihre
Opfer sollen übermütig und leichtsinnig in ihre aufgestellten Fallen
laufen. Man nennt es den "Colombo-Effekt". >>>mehr
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10.06.2010 |
Pokerrunden
auf verschiednen Ebenen
Nun
ließ Kanzlerin Angela Merkel auch noch ihren
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in Sachen
Kreditbürgschaft für OPEL an die Wand laufen. Einmal mehr gelang es der
FDP im Kabinett nicht, die Koalitionspartner komplett zu überzeugen. Also
entschied die Kanzlerin, dass Brüderle seine Ablehnung medienwirksam
zelebriert und öffnete gleichzeitig mit der Gesprächsrunde der
Ministerpräsidenten der Länder, in denen OPEL-Standorte sind, eine
andere Ebene für Lösungen. Geschickter kann man den Koalitionspartner
gar nicht vorführen. Dabei ist die Begründung von Rainer Brüderle
gar nicht so falsch. Erst führt GM die Bundesregierung monatelang mit
Gesprächen vor, die der Herauslösung von OPEL aus dem Mutterkonzern
dienen sollten und blieb dann doch dabei, OPEL nicht zu verkaufen. In den
USA konnte GM vom Staat gerettet werden und es ist davon auszugehen, dass
man bei OPEL auf die Europäischen Staaten setzte, die in ihrer
Währungszone keine Turbulenzen mehr vertragen. >>>mehr
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09.06.2010 |
Spätkapitalistische
Dekadenz landet bei 5%
Nun
hat es der Guido wirklich geschafft! Er hat die Wählergunst nahezu
pulverisiert. Im Februar 2009 stand die FDP bei 18% (Forsa). Nun ist der
Wert auf 5% gesunken. Was der FDP blieb, sind diejenigen, für die sie
Politik betreibt. Hinzu kommen noch einige Wähler, die auch dazu gehören
wollen und glauben, von dem satt zu werden, was von den Tischen der
Kernwählerschaft der FDP herunter fällt. Die Grünen steigerten im
gleichen Zeitraum die Wählergunst von 10 auf 18%. Die SPD konnte ihr
Ergebnis nur um 3% von 23 auf 26% verändern. Die CDU fiel um 2%-Punkte
von 34 auf 32%. In der Wählergunst vereinigt die Regierung momentan
maximal 37% auf sich. Deutlicher kann eine Statistik nicht sein. Hinzu
kommt, dass es in der CDU/CSU-Kooperation gewaltig grummelt und sogar
innerhalb der CDU immer mehr Stimmen laut werden, die das Spiel nicht mehr
gut heißen wollen. >>>mehr
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08.06.2010 |
Unausgewogene
Lastenverteilung
"Viele
kleine Beträge ergeben einen großen Betrag", könnte der
Grundgedanke gewesen sein, der für die Struktur des Sparpaketes sorgte.
Hinzu kommt, dass man sich genau die Opfergruppe auswählte, die sich dem
Zugriff des Staates nicht entziehen kann. Der überwiegende Teil des
Volkes befindet sich quasi in einer Art Geiselhaft. Dabei gäbe es durchaus
Methoden, wie man der kleinen Opfergruppe der Superreichen in Summe einen
wesentlich größeren Beitrag zur Finanzkrise abknöpfen könnte. Da wäre
zum Beispiel die Vermögenssteuer, die unter Gerhard Schröder
abgeschafft wurde. Die ganze Welt wundert sich über dieses Bonbon, denn
ihre Reichen werden alle zur Kasse gebeten. Das, was die Regierung als
"ausgewogen" bezeichnet, ist auf der Seite der Banken und
Unternehmen ein schwammiges Gebilde, denn Ergebnisse sind kurzfristig
nicht erzielbar. Damit zum Beispiel die Energieproduzenten eine
"Brennelementesteuer" zahlen, schenkt man ihnen längere
Laufzeiten - ein Ziel von Schwarz/Gelb, das schon vorher feststand. Dass
die Brennelementesteuer die Strompreise verändern, dürfte klar sein.
Also werden auch diese Auswirkungen auf die Endverbraucher übertragen,
die ohnehin den Rest des "ausgewogenen" Paketes zu tragen haben.
Gewerkschaften und Sozialverbände melden bereits erheblichen Widerstand
an. >>>mehr
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05.06.2010 |
Geht
es bereits um unsere Demokratie?
Die
CDU wird momentan anscheinend von einem Geheimbund beherrscht, dessen
Großmeister inzwischen Roland Koch sein könnte. Man nennt
den Männerbund den Andenpakt und er machte sich zum Ziel, massiven
Einfluss auf Personalentscheidungen der CDU zu nehmen. Folgt man
Informationen in Wikipedia,
so haben sich diese Herren verpflichtet, niemals gegen eine andere Person
des Paktes zu kandidieren oder dessen Rücktritt zu fordern. Die letzte
Großtat sei die Verhinderung der Kanzlerkandidatur von Angela
Merkel im Jahr 2002 gewesen. Angeblich sei der Andenpakt 2007
aufgelöst worden. Siehe auch Artikel
im Handelsblatt vom 27.05.2010. Nun greifen mit der Nominierung von Christian
Wulff erneut Aktivitäten, die der Gruppe zugeschrieben werden.
Wenn das tatsächlich so ist, dann ist Roland Koch wesentlich
gefährlicher einzustufen als er es ohnehin schon ist. >>>
mehr
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04.06.2010 |
Das
nächste Fixierbild bitte
Über
Nacht ist der Stern der Ursula von der Leyen wieder
gesunken. Ausgerechnet der Mann, der sie in die Politik einführte,
negiert jetzt ihre Kandidatur und bringt sich selbst ins Spiel. Mit Christian
Wulff (CDU) wirft der letzte der nach dem Abgang von Roland
Koch noch verbliebenen starken CDU-Führungspersönlichkeiten den
Hut in den Ring. Damit stellt er sich gegen das bisherige Votum der
Kanzlerin. Der Mann, der kürzlich noch das Amt des Ministerpräsidenten
jedem anderen Amt in Berlin vorzog, überlegt es sich jetzt anders.
Vielleicht merkt auch er, dass Wahlen nicht mehr so leicht zu gewinnen
sind und die Koalitionsalternativen in den politischen Abstieg führen.
Als Bundespräsident wäre man aus allem heraus und wenn die Amtszeiten
auf maximal eine Periode mit 6 Jahren beschränkt werden sollte, wäre das
ein schöner finaler Ausstieg. Für die Kanzlerin wird es langsam
kritisch, denn die CDU verliert zunehmend an Substanz. Nun sind bald nur
noch so Typen wie Pofala und Hinze um sie herum und Volker Kauder
verkörpert ja auch nicht unbedingt den Typ mit Rückgrat. >>>mehr
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03.06.2010 |
Entsorgt
die Kanzlerin eine Konkurrentin?
Das
höchste Amt im Staat steht zur Disposition. Es muss neu besetzt werden
und man sucht nach einer Person, die Deutschland würdig und kompetent
vertreten kann. Es sind Qualitäten gefragt, die Deutschland auf allen
möglichen Gebieten in der Spur halten können oder in diese wieder
zurück bringen. Der nächste Bundespräsident oder die Bundespräsidentin
müssen über alle gesellschaftliche Gruppen hinweg eine Klammer bilden
können. Außerdem sind Verfassung, Recht und Gesetz zu achten sowie eine
größtmögliche Ethik in allen Entscheidungen anzuwenden. Momentan wird Ursula
von der Leyen (CDU) am höchsten gehandelt. Aber auch Wolfgang
Schäuble (CDU)hat gute Chancen. Der Kandidat muss zudem einige
Perspektiven für die schwarz/gelbe Regierung und für die Kanzlerin Angela
Merkel bieten und zusätzlich über die Parteigrenzen hinaus
wählbar sein. Für Ursula von der Leyen sprechen mehrere
Gründe. >>>mehr
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01.06.2010 |
Flucht
in der Krise
Der
Bundespräsident verlässt das sinkende Schiff - so sehen es viele
Bundesbürger. Von der Regierung allein gelassen und zu den
finanzpolitischen Problemen ungehört konnte er nur noch das Geschehen
kommentieren und zum richtigen Verhalten aufrufen. Als er in einem Satz
mehrere Gedankengänge ohne seine Ghostwriter zusammenfasste, war es
passiert: Er öffnete in diesem Satz einen weiten Interpretationsspielraum
für Menschen, die generell hören, was sie gern hören wollen. Diese
Deutung wurde dann auch umgehend vermarktet und Horst Köhler
stand vor einem Problem. Dieses Hineininterpretieren war vermutlich der
letzte berühmte Tropfen, der bei ihm das Fass zum Überlaufen brachte.
Als ausgeprägtes Sensibelchen entließ er eigentlich das Volk, das
entlassen und allein gelassen in der schwersten Krise seit 60 Jahren auf
Lösungen wartet. Applaus gibt es für diese "Fahnenflucht"
nicht. Einmal mehr ist Horst Köhler allein. Das Experiment
mit einem Nichtpolitiker als Bundespräsident ist endgültig
gescheitert. >>>mehr
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25.05.2010 |
Was
Deutschland braucht und was nicht
Deutschland
im Lena-Fieber und die Farben Schwarz-Rot-Gold werden stolz strapaziert.
Eine junge Abiturientin erzeugte in allen Bevölkerungsschichten ein
nationales WIR-Gefühl, wie es zuletzt zur Fußballweltmeisterschaft
vorherrschte. Für eine kurze Zeit vergaßen die Menschen ihre großen und
kleinen Probleme sowie die Probleme unserer Zeit. Hinter dem Phänomen
Lena steht keine gesangliche Höchstleistung und kein genialer Musiktitel
- dahinter steht ganz schlicht und einfach Lena, eine herzerfrischende
junge Dame, mit deren Art und Ausstrahlung sich halb Europa
identifizierte. Es ist die große Sehnsucht unserer Zeit nach Offenheit
und Ehrlichkeit, nach einfacher klarer Sprache ohne Absichten, die man
erst später entdeckt. Damit zeichnet sie einen krassen Gegensatz zur
Politik und der Wirtschaft, die uns permanent belügt und hinters Licht
führt. >>>mehr
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25.05.2010 |
Der
Spuk ist vorbei - für die CDU beginnt er erst
Dienstag,
25. Mai 2010, 12 Uhr 30: Hessen atmet auf! Ministerpräsident Roland
Koch (CDU) erklärt seinen Rücktritt von allen politischen
Ämtern! Damit geht für mehr als die Hälfte aller Hessen ein politischer
Spuk zuende. Was folgen könnte, wäre mit der falschen Personalie der
absolute Niedergang der CDU in Hessen. Ohne Roland Koch, der
zentralen Figur des personifizierten Machterhalts, wird sich das eher
schwammige Gebilde der Rest-CDU nicht lange halten können, zumal auch Silke
Lautenschläger den Kram hinschmeißt. Die Allianz der unbequemen
Wahrheiten feiert damit die Freiheit persönlicher Entscheidungen. Das
System Koch feilte jahrelang an einer Leitkultur für Hessen, die eine
Reihe strittiger Akzente setzte. Roland Koch wurde zum
bundesweiten Synonym für Schwarzgeld, erlogene jüdische Vermächtnisse,
Wahlkämpfe mit schmutzigem Geld und ausländerfeindlichen Parolen. In
seinem Umfeld blühte die Vetternwirtschaft und langjährige Weggefährten
durften als Steigbügelhalter an der Macht schnuppern. >>>mehr
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23.05.2010 |
Maintal-Forum
im Fokus
Vielleicht
hat es sich ja noch nicht in Maintal herumgesprochen, es gibt eine
Plattform für Diskussionen: das Maintal-Forum. Man erreicht es unter http://forum.maintal.de
. Die hier vertretenen Themen sind forumtypisch breit gefächert und die
Forumteilnehmer versuchen, mit den Kommunalpolitikern, den
"Hauptamtlichen" und dem Stadtverordnetenvorsteher als erstem
Bürger der Stadt Maintal ins Gespräch zu kommen. Natürlich wird auch
heftig untereinander diskutiert. Den Hauptsinn sehen die Teilnehmer
im Dialog zu Themen, die alle Bürger interessieren. Man richtete extra
eine breite Themenauffächerung zum Stadtleitbildprozess ein. Leider ist
das Interesse an diesen Themen zumindest im Maintal-Forum sehr gering.
Immer wieder gibt es im Forum "Zuwachs", wenn sich Personen
anmelden, die ihren Wohnsitz nach Maintal verlegen und nun alles mögliche
wissen wollen. "Hier sind Sie richtig - hier werden Sie
geholfen", könnte die Devise heißen. >>>mehr
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19.05.2010 |
Die
Kehrseite der Medaille
"Ehre,
wem Ehre gebührt", ist die häufig verwendete Floskel, wenn es darum
geht, einem feierlichen Akt einen Sinn zu geben. Die zur Ehrung
herangezogenen Gründe reichen von der bloßen zeitlich gemessenen
tätigen Mitgliedschaft über die gefühlte Wichtigkeit einer Tätigkeit
bis hin zur finalen Würdigung Todkranker für ein Lebenswerk. Aber nicht
alle Zielpersonen für Ehrungen empfinden eine Ehrung als bedeutsamen Akt.
So werden Ehrungen und heraushebende Erwähnungen von manchen Betroffenen
auch konsequent abgelehnt. Sie setzen die Beweggründe für ihr Handeln in
Bezug zur Bedeutung für die Allgemeinheit und zu ihren eigenen
Bedürfnissen. Selbstlosigkeit der stillen Starkleister geht meist mit
Bescheidenheit einher, was gerade das Besondere der Leistung ausmacht.
Menschen mit einem ausgeprägten Helfersyndrom brauchen dagegen ein
Betätigungsfeld, um ihre Bedürfnisse auszuleben. So finden an Tagen
gebündelter Ehrungen eine Vielzahl von Ehrungssituationen zusammen, die
rationell über einen Kamm geschoren werden.
>>>mehr
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12.05.2010 |
Bischofsheimer
Seifenblasen
Unser
Magistrat reitet seit 2006 ein totes Pferd. Seit dem dubiosen
"Zuschlag" an die Firma Wohnbau HESS GmbH für das
Bischofsheimer Rathausgelände ist bis heute weder eine verbindliche
Planung noch ein Kaufvertrag abgeschlossen. Der Hauptgrund dürfte in den
schlechten derzeitigen Vermarktungschancen für Eigentumswohnungen liegen.
Damit gestaltet sich die Finanzierung schwierig. Dem Magistrat, der
HESS-Lobby und den Magistratsunterstützungsfraktionen ist anzukreiden,
dass sie eine Lösung und einen Investor bevorzugten, der offensichtlich
nicht in der Lage ist, ein solches Projekt aus eigener finanzieller Kraft
zu stemmen. Bei zumindest einem Interessenten wäre sofort Geld geflossen
und das Bauobjekt wahrscheinlich bereits erstellt und in Betrieb
genommen. Diese Chance wurde vertan. Der Magistrat war allerdings nicht
ganz untätig, weil just zur Bürgermeisterwahl eine Lösung vom Himmel
fiel, welche die Evangelische Kirchengemeinde ins Projekt einbezog. Nach
einen Jahr intensiver Gespräche mit Problemchen aller zukünftiger
Vertragspartner sagte die Evang. Kirchengemeinde gestern endgültig
den Bau eines neuen Gemeindezentrums ab.
Das Problem ist also wieder völlig offen. >>>mehr
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30.04.2010 |
Zensur
und Trauerprosa
Eine
meiner meistgelesenen Websites ist die Seite VERMISST,
die sich mit dem kurzen Leben eines Soldaten des Zweiten Weltkrieges
befasst. Fast 250 Feldpostbriefe sind in der Dokumentation in den Kontext
zu den Kampfhandlungen des Russlandfeldzuges gestellt. Die Seite wurde
weltweit inzwischen über 30.000 mal aufgerufen und von zahlreichen
Lesern erhielt ich Zuschriften. Ein interessanter Augenblick ergab
sich am 29.04.2010, als sich nach 67 Jahren eine der prägendsten
Kriegserlebnisse von Walter Michel und der Einfluss der
damaligen Briefzensur offenbarte. Ein Leser stellte einen Brief zur
Verfügung, der trotz der Richtigkeit einiger Tatsachen auch
Ungereimtheiten enthielt, die nahezu eindeutig Zensur belegen. Dass Walter
Michel dieses Ereignis nachweisbar nie beschrieb, deutet ebenfalls auf
Beschlagnahme eines Briefes durch die Zensur hin. Sowohl für die Familie
des Lesers als auch für mich ergaben sich daraus neue Erkenntnisse. So
klären sich auch noch nach so langer Zeit Ereignisse über das Internet. >>>mehr
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29.04.2010 |
Die
HMV-Erfolgsstory geht weiter
Ein
besonders interessanter Augenblick ist in jedem Jahr die
Jahreshauptversammlung, zu der der HUMOR-MUSIK-VEREIN
"Edelweiß" seinen Mitgliedern die Bilanz des letzten Jahres
präsentiert. Neben der finanziellen Entwicklung steht natürlich der
Erfolg besonders im Blickpunkt. Erfolg hängt allerdings von vielen
Faktoren ab und nicht alle Faktoren sind beeinflussbar. Bei einigen Festen
muss zum Beispiel das Wetter mitspielen. Für das, was wirklich
beeinflussbar ist, haben die Humoristen ein gutes Händchen. Bei der
Sicherung der Finanzen beschränken sie sich nicht nur auf den Verkauf
immer größerer Mengen an Speisen und Getränken, sie bieten den
Maintalern neben Traditionellem (Kreppelzeitung) und Attraktivem
(Fastnachtssitzungen) auch Anspruchsvolles, wie das Lokale Kabarett
MIKROKOSMOS. Damit ist der HMV einer der vielseitigsten
Geselligkeitsvereine Maintals.
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HUMOR-MUSIK-VEREIN |
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24.04.2010 |
Hochinteressante
Bewusstmachung
In
Maintal fand am 23. April 2010 der Maintaler
Geldkongress statt. Was im Vorfeld als innovative
Informationsveranstaltung für Unternehmer, Selbständige,
Führungskräfte, Eltern, Rentner und Interessierte geplant und mit einem
stringenten Anmeldesystem geplant war, entpuppte sich leider als Szenetreff für
Pseudointellektuelle und Weltverbesserer. Wie sagte Dr. Matthias
Klarebach nach einer Publikumsreaktion so schön: "Wenn Sie
nicht intelligent wären, dann wären Sie ja heute nicht hier...",
wobei die Doppeldeutigkeit klar zu spüren war. Man hatte wohl mit einem
anders strukturierten Publikum gerechnet. >>>mehr
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16.04.2010 |
Zwischen
Kampfgeist und Ohnmacht
Auf
dieser Seite geht es ja bekanntlich um interessante Augenblicke.
Ein solcher Moment ist gekommen, wenn man sich mit Personen austauscht,
die späte Einblicke in die Wirkung gezielter und punktgenau platzierter
Informationen ermöglichen. In der Maintaler Kommunalpolitik herrscht
nämlich ein abgestufter Informationsstand unter den Stadtverordneten.
Eine handvoll Personen kennt stets nahezu alle Details und Facetten einer
Sache, ein weiterer Kreis kennt nahezu die halbe Wahrheit und der große
Rest wird auf einem limitierten Kenntnisstand gehalten oder erst
unmittelbar vor der Sitzung mit Papier zugeschüttet. Genau dieser
Personenkreis soll aber die Hand für oder gegen eine Sache heben. Sie
verlassen sich darauf, dass Andere für sie "vorgedacht" haben.
Auf diesem Weg erkennen viele Stadtverordneten erst im Nachhinein, was sie
mal wieder "angestellt" haben. Dann ist es aber bereits zu
spät. >>>mehr |
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12.04.2010 |
Maintals
Parteien erodieren
Wir
nähern uns der nächsten Kommunalwahl, einem weiteren interessanten
Augenblick, der zeigen wird, wie Maintals Wahlberechtigte die
politische Arbeit der Parteien bewerten. Der Maintal TAGESANZEIGER
thematisierte erneut den Mitgliederschwund der Parteien. Mit meinem
Artikel Hilferuf aus dem
Scherbenhaufen ging ich bereits auf die Lage der Maintaler GRÜNEN
ein. Das Thema Mitgliederschwund betrifft jedoch alle Maintaler Parteien.
Das hat natürlich handfeste Gründe. Bereits zu Beginn der
Legislaturperiode trieben es alle Parteien recht heftig, weil man bis zur
nächsten Wahl auf das Vergessen der Wähler setzte. Sie trieben es
allerdings bis weit in die zweite Hälfte der Amtszeit, so dass sich
gewaltige Gewitterwolken über den Kommunalpolitikern auftürmten. Wen
wundert es da, dass nach jeder windigen Entscheidung im Parlament weitere
Mitglieder austraten und sich bisherige Stammwähler abwandten. >>>mehr
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29.03.2010 |
Zwischen
Harley und Rollstuhl
Das
ist jetzt doch verdammt schnell gegangen und es ist auch ein wirklich
interessanter Augenblick, 66 Jahre alt zu werden. Unter den Senioren bin
ich beinahe noch ein Junger. Wenn ich auf eine ganz bestimmte Art in den
Spiegel schaue, denke ich erstaunt: "So sieht also einer mit 66
aus!" und bin mit mir ganz zufrieden. Das war es dann aber auch schon
mit dem Restgefühl vergangener Jahre. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Die Route 66 mit 66 Jahren entlang zu fahren, das ist der Traum so manchen
Mannes. Einige schaffen das ja - sogar mit einer Harley. Mir ist es
vom Umfeld her eher nach Rollstuhlfahren und meine Route 66 ist eher die
A66 ins nahe Hessencenter. Aber - auch ein Rollstuhl kann getunt sein, wie
man sieht. Das heißt, dass man auch mit 66 noch alle Optionen hat. Die
jungen Alten sind heute im Ehrenamt enorm gefragt. Ihr Drang zur späten
Selbstverwirklichung treibt sie an und das Zauberwort heißt
"Bürgerbeteiligung". Infolge klammer Kassen greift die Kommune
auch gern auf die kostenlose Ressource der jungen Alten zurück. Leider
werden viele ihrer Arbeitsergebnisse nicht folgerichtig umgesetzt,
weil ganz andere Interessen dahinter stehen. So ist es wahrscheinlich
besser, wenn man sich den schönen Dingen des Lebens zuwendet, zumal es
sich ohnehin so langsam dem Ende zu neigt.
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22.03.2010 |
Politische
Wetterlage: Veränderlich
In
der Maintaler Kommunalpolitik zeichnen sich Veränderungen ab. Vor einiger
Zeit sorgte die CDU mit ihrem neuen Parteivorsitzenden Markus
Heber (23) für Aufsehen. Nun zieht die SPD mit einem
Doppelschlag nach. Sie ersetzte die vier Ortsvereine durch einen einzigen
Ortsverein und wählte Sebastian Meier (29) zum
Vorsitzenden. Während die zwei großen Parteien nur bedingt Probleme
haben, zur Kommunalwahl ihre Listen zu füllen, sieht es bei Bündnis
90 /DIE GRÜNEN mit ihren 10 Mitgliedern sehr dünn aus. Sie riefen
die Bevölkerung auf, Interesse an grüner Politik zu zeigen, die
allerdings in Maintal nicht mehr zu erkennen ist. Ein wenig
Verkehrsverbund und Sozialpolitik ist einfach zu wenig, die
Investorenpolitik zu verräterisch. Die Maintaler SPD plante den großen
Wurf mit einem jungen Vorsitzenden, dem sogar bereits das Format eines
Bürgermeisters zugesprochen wird. Der Fraktionsvorsitzende als
bestmöglichster Kandidat für dieses Amt dürfte darüber amüsiert sein.
In Teilen ist der Wurf möglicherweise gelungen. Man kann demnächst beim
Durchstarten gespannt sein, welche Vorstandsmitglieder auf den
Stadtteil-Bremsen stehen werden und wer den Turbo zünden wird.
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22.03.2010 |
Sauschnelle
Prothesen
Die
Winterolympiade der Behinderten macht es möglich, dass man sich jeden Tag
über die ausgefeilte Prothesentechnik und die damit zu erzielenden
Leistungen informieren kann. Für die Teilnehmer sind die Erfolge der Lohn
gewaltiger Schinderei und Quälerei, die bedingt durch die Behinderungen
notwendig sind. An vielen Bewegungsabläufen erkennt man aber auch die
wiedererlangte Freude der Sportler nach schweren Verletzungen oder
Operationen. Bei all den positiven Begleiterscheinungen sollte man aber
nicht vergessen, dass es sich hier auch um die weltweit größte
Prothesenschau handelt, in der viele spezialisierte Firmen miteinander
konkurrieren. Manche Sportler reisen mit einem kompletten Team an, das
sich ausschließlich nur um die ausgefeilten Hightech-Prothesen, Sehhilfen
und anderweitig ausgeklügelten menschlichen Ersatzteile kümmert. Das ist
schon wesentlich mehr als der olympische Geist, der hierbei beschworen
wird. >>>mehr
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20.03.2010 |
Vorgeführt
und ernüchtert
Entsetzt
verfolgten einige AG-Vorsitzende des neuen Stadtleitbildprozesses die
Entwicklung während der Stadtverordnetenversammlung als die
Parlamentarier ein dreistes Täuschungsmanöver des Magistrats gerade
rückten. Monatelang war in allen Pressemitteilungen des Magistrats die
Rede davon, dass das neue Stadtleitbild vom Parlament
"beschlossen" werden würde, was bei den Bürgern und den
engagierten Prozessteilnehmern mit der Annahme gleichgesetzt wurde,
dass etwas Beschlossenes auch tatsächlich umgesetzt wird. Kundige
Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende betonten jedoch im Vorfeld, dass
das neue Stadtleitbild und die vorgeschlagenen Leitprojekte bestenfalls zur
Kenntnis genommen werden können, weil etliche Punkte der
Leitprojekte konträr zu aktuellen Beschlüssen des Parlaments
stünden und der Wille der Interessengruppen und einiger Bürger keinen
Antragscharakter hätten. Während sich die lokale Presse dieses
Täuschungsmanövers nicht annahm, waren die Leser meiner Homepage und die
des Maintal Forums stets informiert. >>>
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16.03.2010 |
Männerbeauftragte
und die Lotusfüße
Die
Frankfurter Neue Presse brachte am 15.03.2010 eine Glosse zum Thema
Männerbeauftragte. Ein solcher Artikel löst ganz unterschiedliche
Reaktionen aus. Während einige Männer hierin eine Satire sehen,
qualifizieren Andere den Text als unterstes Stammtischniveau ab. Ein
Publizist forderte mich während der Erörterung des Themas auf,
mich doch mal mit dem Thema "Lotusfüße" und mit Foucault
auseinander zu setzen weil ich spaßig meinte, es läge doch eigentlich
nur am kleinen anatomischen Unterschied. Zugegeben: das klingt
hochintellektuell und ich habe mich auch sofort informiert. Dennoch
führte es mich nicht weiter. Ich glaube man muss die Frauen heute und im
Jetzt ergründen, um zu erkennen, was sie umtreibt. >>>mehr
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16.03.2010 |
Kenntnisnahme
mit Moralpredigt
Pünktlich
zu Ostern nahm die Stadtverordnetenversammlung die Ausarbeitung eines
neuen Stadtleitbildes zur Kenntnis, das unter Anleitung von Frau Professor
Funke, intensiver Co-Moderation des Magistrats und unter Beteiligung
zahlreicher Interessengruppen sowie einiger engagierter Bürger entstand.
Dabei ging die Absicht des Magistrats nicht auf, sich das Stadtleitbild
und die organisatorischen Veränderungen in der Verwaltung
"genehmigen" zu lassen, indem man den Punkt 1 des Antrages als
"beschlossen" passieren lässt. Die Fraktionen waren wachsam und
nahmen sowohl das überarbeitete Stadtleitbild als auch die Leitprojekte
lediglich zur Kenntnis. Damit herrscht endlich Klarheit darüber, dass das
Stadtleitbild nur eine Leitlinie ist, die berücksichtigt wird, wenn alle
Rahmenbedingungen stimmen. Der Knackpunkt ist das Geld, das hinten und
vorne fehlt. Umgesetzt werden zunächst nur die "Projekte", die
mit viel Bürgerinitiative und wenig Geld umzusetzen sind. >>>
mehr
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13.03.2010 |
Seltene
Qualitäten begeisterten Millionen
Die
Zeitschrift WELT ONLINE titelt: "Lena
wird sich in Oslo kaum durchsetzen können". ZDF ONLINE
meint: "Mit Kleinmädchen-Charme nach Oslo".
SPIEGEL ONLINE meldet: "Lenas
Mezzo-Mix-Triumph". STERN.DE meldet: "Rotbäckchen
fährt nach Oslo". Und die ZEIT ONLINE meint sogar:
"Wir sind gar nicht so!"
Gemeint ist mit letzterer Schlagzeile, dass die Deutsche weibliche Jugend
nicht keck, charmant, mutig, zeitgemäß, geschmackvoll, intelligent und
mitreißend sei und das Blatt resümiert: "Mit
der Wahl hat das Publikum ihr keinen Gefallen getan." Die
Rede ist von Lena Meyer-Landrut, die in der nationalen
Ausscheidung für den Eurovision Song Contest in Oslo siegte. Sie konnte
sich gegen Jennifer Braun durchsetzen, eine weitaus bessere
Sängerin. Sie siegte, gerade weil sie keck, charmant, mutig, zeitgemäß,
geschmackvoll, intelligent und mitreißend ist und das ohne falsche
Wimpern und Kosmetik. >>>mehr
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08.03.2010 |
Bürgerhilfe
feiert 10-jähriges Bestehen
Am
29. März 2000 wurde die Bürgerhilfe Maintal e.V. unter dem Namen
"Seniorenhilfe Maintal" gegründet und zählt inzwischen über 2200
Mitglieder, davon über 300 Aktive. Im Februar 2002 änderte die
Mitgliederversammlung den Vereinsnamen. Der Verein ist im Sinne einer
Genossenschaft organisiert. Wer Dienste leistet, erwirbt sich ein
Punkteguthaben, für das man im Bedarfsfall ebenfalls Hilfe in Anspruch
nehmen kann. So lautet das Motto auch: Miteinander - Füreinander! Am 7.
März 2010 feierte die Bürgerhilfe ihr 10-jähriges Bestehen, wofür ich
auch an dieser Stelle gratuliere. >>>mehr
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05.03.2010 |
Hessische
CDU leistet sich eine fragwürdige Staatsrichterin
Während
der Landtagssitzung thront der Hessische Justizminister Jörg-Uwe
Hahn (FDP) mit hochrotem Kopf auf seinem Platz und war auch nach
Aufforderung nicht bereit, sich zu einer Untersuchung oder
Disziplinarmaßnahme gegen die Richterin Karin Wolski zu
äußern. Diese steht im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen
Steuerhinterziehung in großem Stil gegen ihren Mann als
Nutznießerin im Fokus der Ermittlungen. Sie wird als Miteigentümerin
einiger von einer reichen Bekannten auf dubiose Art geschenkten, jedoch
nicht versteuerten Immobilien und anderen Sachleistungen genannt. Ferner
soll sie 6 Autos unter einer Scheinadresse angemeldet haben. Das alles
scheint für die schwer justiziable Dame völlig normal zu sein . Auch
dass weder sie noch ihr Mann als Großverdiener jahrelang mit Duldung der
Finanzbehörde keine Steuererklärungen abzugeben brauchten, findet sie
völlig normal. >>>mehr
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03.03.2010 |
Gesamtdeutsche
Solidarität wäre inzwischen gerechter
Ein
deutliches Zeichen für die rasant ansteigende Mangelverwaltung
bundesdeutscher Gemeinden sind die Schlaglöcher auf unseren
innerörtlichen Straßen. Die Kreis- und Landesstraßen sehen aber auch
nicht viel besser aus. Pendler, die derzeit durch Maintal oder über
entsprechende Umgehungsstraßen fahren, fühlen sich nach Südosteuropa
versetzt. Selbst den Vergleich mit den innerörtlichen Straßen der
ehemaligen DDR halten sie vielfach nicht mehr stand. Stellt man den
Vergleich zum heutigen Zustand der Straßen in den neuen
Bundesländern an, versteht man die Welt ohnehin nicht mehr. Der
Solidaritätszuschlag lässt grüßen. Die Vereinigung nahm unserem Land
infolge der krassen politischen Fehler während der Vereinigung sehr viel
Kraft und bescherte uns eine immense Arbeitslosigkeit. Die letzte
Wirtschafts- und Währungskrise besorgte den Rest. Wo fängt Solidarität
an und wo hört sie auf? Es kann nicht sein, dass diejenigen, die seit
zwanzig Jahren für die Vereinigung bluten, nun in den Zuständen leben
müssen, die damals ihrer Solidarität bedurften. >>>mehr
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27.02.2010 |
Vom
Konterkarierten zum Kleinkarierten
Das
Werk der Consulting-Berater zum Stadtleitbildprozess ist mit der
professionellen Präsentation der Ergebnisse vollbracht und so langsam
kehren die Treiber des Prozesses zu ihrer eher kleinkarierten Arbeitsweise
zurück. Schluss mit der geschickt angewandten Metaplantechnik, deren Vorteile allzu
gern im Sinne der Auftraggeber konterkariert werden. Die Vorgehensweise ist
immer gleich: Ideen zu einem Thema werden mit wenigen Worten auf Kärtchen
geschrieben,
auf eine Metaplantafel geheftet, anschließend sortiert und mit
Klebepunkten gewichtet.
Eine geschickt zusammengestellte "Arbeitsgruppe" formuliert
daraus Ergebnisse und Aussagen. Diskussionen sind grundsätzlich nicht
möglich oder werden unterbunden. Mit den Ergebnissen kann der
Auftraggeber später nach Belieben verfahren. Moderiert wurde nach der Methode, die
Eberhard und Wolfgang Schnelle von der Firma Metaplan GmbH im Jahr 1972
entwickelten. Seitdem bedienen sich Auftraggeber jeder Couleur dieser
Methode. Es kommt auf den professionellen Tatsch an, den eine
Vorgehensweise haben muss, um von der längst vom Auftraggeber ins Auge gefassten Absicht
abzulenken. >>>mehr
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24.02.2010 |
Die
Gruppensprecher - Stars des Abends
Bürgerversammlungen
haben in Maintal stets ein Kernthema. Im Jahr 2010 musste dafür der Stadtleitbildprozess
herhalten. Mit großer Spannung verfolgten die Veranstalter den Zustrom
der Bürger, der ins Bischofsheimer Bürgerhaus träufelte. Er blieb
sicherlich unter den Erwartungen zurück, denn gemessen an den ca. 200
Prozessteilnehmern war die Besucherzahl kaum höher. Der Anteil der
normalen Besucher dürfte unter 60 Personen gelegen haben. Dafür war die
Inszenierung des Abends umso bemerkenswerter, was nicht nur an der
perfekten Ausstattung lag. Die Bürger konnten sich im Mittelpunkt
fühlen. Sie wurden sehr beeindruckend von den Gruppensprechern der
8 Teams informiert. Die eigentlichen Treiber des Projekts hielten sich
deutlich zurück und unterstrichen damit, dass es ein Prozess von Bürgern
für Bürger sein soll. Sie waren damit aus verschiedenen Gründen sehr
gut beraten. >>>mehr
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20.02.2010 |
Große
Inszenierung eines lauen Bühnenstückes
Am
Dienstag, dem 23. Februar 2010 findet im Bürgerhaus Bischofsheim die
diesjährige Bürgerversammlung der Stadt Maintal statt. Hauptthema ist
der Stadtleitbildprozess, der die Lokale Agenda ablösen soll. Monatelang
haben sich die einzelnen Gruppen zu jeweils einer oder zwei Sitzungen
getroffen und Ideen gesammelt, alte Ideen neu aufgenommen und eifrig
Bürgerbeteiligung geübt. Bürgerinnen und Bürger, die in der Lokalen
Agenda, der Zukunftswerkstatt, dem Arbeitskreis zum Sportstättenkonzept
und bei anderen Projekten mitgewirkt hatten, erkannten schnell die immer
wiederkehrende Arbeitsweise des Bürgermeisters und gingen auf Distanz.
Ein großer Teil der Teilnehmer wird deshalb der Veranstaltung fern
bleiben, weil sie sich nicht wieder veralbern lassen wollen. Man spricht
offen von einem Kasperltheater mit klar verteilten Rollen. >>>mehr
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15.02.2010 |
Die
Sache mit der spätrömischen Dekadenz
Guido
Westerwelle, der amtierende Außenminister und führende Kopf der
FDP, beschimpfte vor einigen Tagen während einer Hartz IV-Debatte zehn
Millionen Menschen und meinte: "Wer dem Volk anstrengungslosen
Wohlstand verspreche, lade zu spätrömischer Dekadenz ein...".
Hierbei zeigte es sich, dass sein loses Mundwerk wohl kaum auf Wissen
aufbaut, wohl mehr auf diffusen Andeutungen, die sich bei näherer
Betrachtung als haltloses Geschwätz erweisen. Heiner Geissler (CDU),
Jesuitenschüler und ehemaliger CDU-Generalsekretär ließ es sich nicht
entgehen, Westerwelle in hoher rhetorischer Manier der alten Schule als
Esel zu bezeichnen. >>>mehr
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06.02.2010 |
"Humor-Bedürfnisanstalt"
- das Unwort der Kampagne
Wir
befinden uns momentan in der Mitte der diesjährigen Fastnachtskampagne
und das heimische Sitzungsgeschehen lockt die Menschen an. Die Säle sind
nicht proppevoll, aber zum Schunkeln reicht es, wenn keine größeren
Lücken die Kette unterbrechen. Mehrere Dutzend Karnevalisten befreundeter
oder zumindest nahestehender Vereine pflegen die Gegenbesuchstradition, um
sich kommerziell zu unterstützen. Dazwischen Grüppchen, Cliquen und
Einzelpersonen, die sich gut unterhalten lassen wollen. Man lechzt nach
Höhepunkten, die jeder Besucher in einem anderen Segment des Programms
sucht und schätzt. Dann der unvermeidliche Auftritt der Prinzenpaare, die
alljährlich ihre besonderen Intelligenzleistungen versprühen. In der
Mitte der kurzweiligen Ansprache fällt das provokant oder gedankenlos
gewählte Wort "Humor-Bedürfnisanstalt". Und das aus dem
Mund des Fastnachtsprinzen gegenüber dem örtlichen Humoristen-Verein,
der dem Prinzenpaar gerade humoristisches Asyl gewährt. >>>mehr
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05.02.2010 |
Chuzpe
der Loeki Häger-Hogerland trifft das Nationalgefühl
Es
gibt heute Themen, die auf seltsame Weise solidarisieren. Dass Armut auch
dazu gehören könnte, hätte ich nie gedacht. Vielleicht bekennen wir uns
ja national so bereitwillig zur Armut, weil wir uns wegen unseres
jahrelangen Wahlverhaltens schuldig fühlen. Wenn es partout ganz bestimmten
Wählergruppen gut gehen soll, müssen zwangsläufig viele andere
Mitbürger darunter leiden. Seit Jahren kennt unsere Wirtschaft keinen
Zuwachs mehr, von dem alle profitieren könnten, sondern nur noch die
Umverteilung, wozu man sich der Regierenden bedient. Die Folge ist wachsende Armut. Da es aber nicht gelingt, die
Verlierer unserer Gesellschaft irgendwo zu verstecken, wird bei den Nutznießern
der Politik immer wieder das Schamgefühl berührt, wenn sie der Armut
offen
begegnen. Werden die Armen von Zeitgenossen verbal angegriffen, setzt sogar ein
ganz besonderer
Schutzmechanismus ein. Wie paradox! Man lässt zwar Armut zu, findet es aber unfair,
wenn Arme angegriffen werden, wie es Loeki
Häger-Hogerland unterlief.
Fürwahr
- eine seltsame Moral! >>>mehr
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29.01.2010 |
Technik
und Kommerz rangieren vor Mensch und Gesundheit
Heute
ist mal nicht die Rede von Sicherheitslücken und von Datenmissbrauch,
sondern von den Auswirkungen modernster Datenübertragungstechnik auf den
Organismus. Kinder, Jugendliche, Trendsetter und Menschen im
Kommunikationsrausch nutzen nahezu alle technischen Neuheiten und
verhelfen der Branche zu immer neuen Umsatzrennern. Dabei kommen viele
Konsumenten nicht nur finanziell in Schwierigkeiten, auch die Gesundheit
ist massiv gefährdet. Immer häufiger leiden Menschen unter Elektrosmog
und der intensiven Bestrahlung durch alle möglichen Geräte. Dies führte
zu einem Maintaler Ärzteappell, der von 25 niedergelassenen Ärzten
unterzeichnet wurde. Seit Jahren setzen sich Aktivisten für eine
schonende Versorgung der Bürger mit Mobilfunkstrahlung ein und wenden
sich gegen die aus der Sicht der Betreiber verständliche
kostengünstigste Versorgung aus den Zentren des Verbrauchs heraus, weil
mit diesem Verfahren die Bestrahlung am intensivsten ist. Viele Städte
und Gemeinden - außer Maintal - erarbeiteten schlüssige Konzepte, an die
sich Mobilfunkbetreiber zu halten haben. >>>mehr
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23.01.2010 |
Karnevalistische
Seifenblasen und die Krise
Viel
ist in diesen Zeiten die Rede von der Krise, jeder meint damit etwas
anderes, aber alles gehört irgendwie zusammen. In diesem Fall ist die
Rede von der Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Besuch
von kulturellen Veranstaltungen und von Fastnachtssitzungen. Immer weniger
Menschen gönnen sich vergnügliche Stunden. Gerade ist der diesjährige
Reigen der Fastnachtssitzungen angelaufen und die Säle sind nur teilweise
gefüllt. Unter dem Strich bzw. über alle Veranstaltungen hinweg bleibt
ein kräftiges Minus an Besuchern und bei so manchem Verein überlegt man
schon, die Anzahl der Veranstaltungen zukünftig zu reduzieren. Was einst
einem Höhenflug glich, wird zunehmend zu karnevalistischen Seifenblasen,
die zerplatzen. >>>mehr
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21.01.2010 |
Wer
sich zu weit vor wagt, kann nicht mehr zurück
In
Hochstadt wartet die Evangelische Kirchengemeinde auf das Ergebnis des von
Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich selbst eingeleiteten
Disziplinarverfahrens. Es soll endlich wieder Ruhe in der Gemeinde
einkehren. Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer noch der Pfarrer im
Ruhestand und mit ihm der Posaunenchor, der seinen Begründer und
selbstgewählten Chorleiter in einer Art "Korpsgeist"
unterstützt. Diese Auslegung stammt dem Wort nach nicht aus den Reihen
des Posaunenchors, ergibt sich aber aus der Darlegung der Beweggründe
für die Unterstützung der Anliegen des Pfarrers i.R. . Vielleicht ist
der Begriff "Korpsgeist" aber hier gar nicht richtig angebracht,
denn im Brockhaus von 1911 heißt es, Korpsgeist sei "die tätige
Teilnahme jedes einzelnen am gemeinschaftlichen Wohl aller, unter
Beiseitesetzung aller egoistisch-persönlichen Rücksichten".
Das gemeinschaftliche Wohl aller scheint nicht mehr gegeben, weil
persönliche egoistische Rücksichten genommen werden. >>>mehr
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20.01.2010 |
Eine
Frage der Ehre
Zur
Fastnachtszeit empfingen die Ministerpräsidenten einiger Bundesländer in
ihren Räumen die Prinzenpaare vieler Städte und Gemeinden. So auch Roland
Koch, der ins Biebricher Schloss einlud und 240 Prinzenpaare
dessen Einladung gefolgt waren. Die Interessengemeinschaft
Mittelrheinischer Karneval lobte den Ministerpräsident überschwänglich
für sein Engagement, das er angeblich den Narren entgegenbrachte. Was
damit gemeint war, bleibt jedoch im Dunklen. Roland Koch
rief seinerseits die Narren auf, politische Vorträge intensiv zu
fördern, denn "die Fastnacht dürfte nicht unpolitisch werden".
Angesichts der umstrittenen Person Roland Koch und dem
schiefen Licht, in dem er und einige seiner Minister stehen, kann diese
Äußerung nur als unverschämtes selbstgefälliges Feixen bezeichnet
werden. Für Prinzenpaare und Vereinsfunktionäre ist es deshalb eine
Frage der Ehre, der Einladung zu folgen.
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03.01.2010 |
Muss
es immer erst Tote geben?
Es
hat mal wieder einen Radfahrer erwischt! Am Samstag, dem 2. Januar 2010
wurde auf der Verbindungsstraße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ein
Radfahrer erfasst und verstarb an den Unfallfolgen. Der in den Unfall
verwickelte Autofahrer dürfte sein ganzes Leben lang unter diesem
Eindruck leiden. Wie auch immer der Unfall geschah, die Bischofsheimer
Straße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ist grundsätzlich für
Radfahrer gesperrt. Viele Radfahrer ignorieren das und bringen sich und
andere damit in Gefahr. >>>mehr
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02.01.2010 |
Vielseitige
HMV-Talente werben für das Sitzungsprogramm
Auch
wenn im Artikel des Maintal TAGESANZEIGER vom 2. Januar 2010 nicht
direkt davon die Rede ist, so dürfte klar sein, dass man während der
Karnevalszeit die beiden Ausnahmetalente Pia Jost und Silvia
Koffler der Hochstädter Humoristen nur live erleben kann, wenn
man eine der drei bevorstehenden Fastnachtssitzungen des HMV
besucht. So wird es wieder ein interessanter Augenblick sein, wenn
sie auf der Bühne präsentieren, was sie sich für dieses Programm haben
einfallen lassen. Wer das verpasst, hat erst wieder während der Programme
des lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS die Freude, die beiden live zu
erleben. Dort prägen sie mit ihren Auftritten ebenfalls das Programm in
ganz besonderer Weise. >>>mehr
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31.12.2009 |
Rückblick
und Blick nach vorn
Es
gibt Jahre, die einem in vorwiegend schlechter Erinnerung bleiben. Das
Jahr 2009 ist so ein Jahr, auch wenn es einige positiv empfundene
Ereignisse gab. Unser Lokalblatt beleuchtete alljährlich nochmals das
Wesentliche und die Fraktionsvorsitzenden sowie der Bürgermeister
verkünden ihre Sicht der Dinge. Natürlich gäbe es dazu einiges zu
sagen, doch zu diesem Jahreswechsel verkneife ich mir das. Die ureigenen Highlights und Tiefpunkte,
die uns Bürger persönlich betreffen, gehen tiefer, auch wenn davon die
Öffentlichkeit nichts erfährt. Alles zusammengenommen ergibt sich ein eher düsteres Bild, das sich auch im Jahr 2010 nicht wesentlich
erhellen wird. >>>mehr
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22.12.2009
Nachtrag
31.12.2009 |
Neues
von "Trompeter L."
Weihnachten
in Hochstadt und die lautesten Misstöne kommen aus der Kirche. Das ist
ein wahrhaft interessanter Augenblick, zu dem sich die
Frankfurter Rundschau erneut über die Disharmonien in
der Evangelischen Kirchengemeinde Hochstadt äußert. Noch immer schwelt
der Konflikt zwischen Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich und
der Kirchengemeinde sowie Pfarrer Uwe Rau. Der Hochstädter
Posaunenchor ließ sich sogar für die Interessen von Hermann
Langheinrich instrumentalisieren und sagte die Teilnahme an der
Christmette an Heiligabend ab. Das dürfte der vorerst absonderlichste
Höhepunkt der Konfrontation sein. Die Angelegenheit hat jedoch weitaus
dunklere Facetten als die, mit der die Frankfurter Rundschau
aufwartet. >>>mehr
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19.12.2009 |
Maintaler
Senioren sind online
Am
Montag dem 14. Dezember knallten die Sektkorken, als die Homepage der
aktiven Maintaler Senioren im Internet feierlich gestartet wurde. Mit der
sehr ansprechend und übersichtlich gestalteten Homepage steht allen
Maintaler Senioren nun eine Informationsquelle zur Verfügung, die alle
Aktivitäten umfasst, welche vom SeniorenOffice betreut werden.
Vereinzelten sparwütigen Politikern, welche die Funktion des SeniorenOffice
infrage stellten und meinten, man könne sie problemlos auf Maintaler
Vereine übertragen, werden beim Studium der Vielfalt der Aktivitäten und
der Kernproblematik erkennen, welchen Stellenwert das SeniorenOffice
besitzt. >>>mehr
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15.12.2009 |
Schreiben
versus Depression
Die
interessanten Augenblicke werden für mich immer seltener. Befasste
ich mich bis vor wenigen Wochen noch mit der Maintaler Kommunalpolitik, so
nehme ich sie heute nur noch am Rande wahr. In meinem Garten, der ein
zentraler Punkt meines Lebens war, war ich seit mehreren Wochen schon
nicht mehr. Pflege, Krankheiten und Verletzungen der Menschen innerhalb
meines engsten Umfeldes bestimmen mein Leben. Momentan lebe ich nur noch
im Heute und im Jetzt. Was mich noch einigermaßen zusammenhält, ist die
Vermutung, dass es vielen Menschen so oder so ähnlich geht und irgendwann
diese Phase des Lebens beendet ist. Man muss sich gegen die schleichend
daher kommende Depression wehren - so, wie es vielen Menschen abverlangt
wird. >>>mehr
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28.11.2009 |
Stadtleitbildprozess
braucht unbedingt ein Logo
Selten
hat ein Projekt die Maintaler Stadtverwaltung so intensiv beansprucht, wie
der Aufguss der Lokalen Agenda 21, der jetzt unter dem Begriff
"Stadtleitbildprozess" verkauft wird. Wochenlang wird
schon darüber in der örtlichen Presse ausführlich berichtet, ohne dass
etwas nennenswert Neues dabei zu lesen ist. Als besonders interessanter
Augenblick wird nun die Ausschreibung eines Wettbewerbs gefeiert, um ein
Logo für den Prozess zu finden. Ohne ein Logo geht nämlich in Maintal
gar nichts. Man hat dafür sogar eine spezielle Arbeitsgruppe im Rathaus
gebildet und hielt die Auszubildenden für das adäquate Gremium. Nun
können die Bürger endlich ihren Ideen freien Lauf lassen. Die Sache ist
in guten Händen. >>>mehr
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17.11.2009 |
Die
Auswirkungen der Bundespolitik kommen in den Gemeinden an
Während
der Stadtverordnetenversammlung vom 16. November 2009 brachte
Bürgermeister und Kämmerer Erhard Rohrbach den Maintaler
Haushalt 2010 ein. Dieser schließt erstmals mit einem Rekorddefizit von
8,6 Millionen € ab. Kurz zuvor hatte er seine Ernennungsurkunde für die
nächsten sechs Amtsjahre erhalten. Angesichts der Aussichten für Maintal
kam nur verhaltener Applaus auf. Einen ersten Vorgeschmack bekamen die
Anwesenden durch die Ankündigung, dass sich die Grundsteuer um 70
Prozentpunkte von 350 auf 420% erhöht. Das trifft die Nutzer von
Wohneigentum und deren Mieter. Die Vermieter - also die kommerziellen
Nutzer - bleiben außen vor. Ein erstes Zeichen ungerechter
Lastenverteilung und der Retourkutsche für die erzwungene Rücknahme der
Straßenbeitragssatzung ist also bereits gegeben.
>>>mehr
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15.11.2009 |
Narren
sind nur mit Humor zu ertragen
Seit
dem 11.11. sind wieder die offiziellen Narren unterwegs und verbreiten
notorisch ihren Frohsinn unter dem Rest der Nation. Es regnet erneut
Vliese und Orden und "verdiente Narren" werden zu Rittern
geschlagen. Tollitäten der letzten Kampagne treten ab und neue
Prinzenpaare werden inthronisiert. Dazu wird getanzt, getrunken und
allerlei Gesprochenem und Gesungenem zugehört, das eigentlich dem
Schwachsinn bedenklich nahe kommt. Es ist halt die Zeit der Karnevalisten
und der Narren. Hier komen sich auch Menschen näher, die sich ansonsten
aus dem Weg gehen. Glauben
Sie mir, ich weiß, wovon ich rede, denn ich war über zwei Jahrzehnte
Teil dieses Frohsinns und habe den Quatsch äußerst aktiv mitgestaltet.
Es war halt ein Teil der Vereinsaktivitäten und es war für mich eine
Selbstverständlichkeit, diesen Teil des Vereinsgeschehens mit zu
begleiten. Im Herzen war ich jedoch immer ein Humorist und ertrug die
Karnevalisten so gut es ging. mehr>>>
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05.11.2009 |
Kabarett
kann ein richtiger Jungbrunnen sein
Die
vier Kabarettveranstaltungen der Gruppe MIKROKOSMOS waren für die
Akteure und für das Publikum im wahrsten Sinne interessante
Augenblicke. Das bestätigen die vielen Gespräche und die uns
erreichenden Informationen. Als Senior und Mitbegründer des lokalen
Kabaretts in Hochstadt fühlte ich den Stress in der Vorbereitungsphase
besonders deutlich und trug mich deshalb mit dem Gedanken, dass dies meine
letzte Teilnahme sein sollte. Vielleicht schaute ich deshalb auch so
ernst, wie auf neben stehendem Bild während des Programmbeginns. Während
der vier Abende begeisterte mich die Leistung jedes einzelnen
Ensemblemitglieds sowie die tolle Reaktion des Publikums so sehr, dass der
Gedanke ans Aufhören wie weggeblasen ist. Lokales Kabarett kann ein
richtiger Jungbrunnen sein. >>>mehr
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31.10.2009 |
Premiere
in Hochstadt
Da
erlebt man einen der interessantesten Augenblicke des Jahres und kann doch
nicht so schreiben, wie man will. Schließlich sollen die Besucher der
drei anderen Veranstaltungen nicht zu viel erfahren, denn die Spannung
wäre womöglich weg. Dennoch möchte ich einige Worte über das
Wechselbad der Gefühle los werden, das die Kabarett-Truppe hinter und auf
der Bühne durchlebt. Zunächst sei noch ein Hinweis erlaubt. Auch heute
verwende ich den winzigen Hinweis auf mögliche Restkarten, weil auch
gestern in einem Fall zwei Karten wegen Krankheit zurück gegeben
wurden, die an der Abendkasse sofort wieder verkauft werden konnten. Wie
sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
>>>mehr
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23.10.2009 |
Wenn
wegen knapper Kassen die Tradition dem Fortschritt weichen muss
Die
momentane Wirtschaftslage bringt es mit sich, dass an allen Ecken und
Enden gespart werden muss. So auch in Vereinen, die jetzt häufig mit
einem veränderten Konsumverhalten der Bürger konfrontiert werden. Der
Euro rollt auf der Ausgabenseite stärker als auf der Einnahmenseite. Die
Folge ist, dass man einspart, wo es nur geht. Das hat aber so seine
Tücken. Auch wenn es gelingt, die Qualität von Veranstaltungen und deren
Ausstattungen zu halten, die Folgen sind in anderen Bereichen spürbar. >>>mehr
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22.10.2009 |
Redaktion
der HOCHSTÄDTER KREPPELZEITUNG ist traurig
Es
gibt interessante Augenblicke im Leben, die einem unter die Haut gehen.
Einer dieser Augenblicke fand in dieser Woche statt, als Berthold Böhm
nach über 30-jähriger Zugehörigkeit zur Redaktion der HOCHSTÄDTER
KREPPELZEITUNG seinen Rückzug aus dem "Kreppelgericht"
bekannt gab, wie sich die Redaktion seit ihrer Gründung im Jahr 1902
nennt. Mit ihm verliert die Kreppelzeitung einen unglaublich vielseitigen
humoristischen Redakteur, der es über Jahrzehnte verstand, die
vielfältigsten Themen in seiner ureigenen Art zu glossieren. Nur allzu
gern würde ich an dieser Stelle das eine oder andere Geheimnis lüften.
Die Statuten der Kreppelzeitung verbieten es jedoch, den Zusammenhang
zwischen Autoren und Texten herzustellen. Dahinter steht in jedem Fall das
gesamte "Kreppelgericht". |
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18.10.2009
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Kabarett
und Satire muss man verstehen können
Nur
noch zwei Wochen stehen der Kabarettgruppe MIKROKOSMOS für den
letzten Schliff am Programm zur Verfügung. Dann wird es ernst. Die fast
500 Eintrittskarten haben ihre Besitzer innerhalb weniger Tage gefunden
und das Motto des Programms 2009 lautet "Bis aaner weint!"
Das ist natürlich nicht sprichwörtlich so zu verstehen, sondern trägt
der Tatsache Rechnung, dass das geflügelte Hochstädter Wort "Bis
aaner flennt" von Neubürgern etwas hochdeutscher ausgesprochen wird.
Es soll einfach als gutgemeinter Beitrag zur Integration verstanden
werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass "aaner weint", wird
das Verständnis des Publikums für Kabarett und Satire zeigen. >>>mehr
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07.10.2009 |
Kleinstädtische
Inquisition
Interessante
Augenblicke erlebe ich gerade in einer ungewollten Konfrontation mit
aufgeschreckten Katholiken und pikierten Protestanten Maintals. Ich
erlaubte mir, einige Aspekte der Ökumenischen Segnung eines
Einkaufsmarktes zu hinterfragen. Wohlgemerkt: Ich stellte lediglich
Fragen. Diese waren allerdings sehr hintergründig und spitz formuliert,
wie etwa:
Befinden
sich die Kunden jetzt auf geweihtem christlichem Boden?
Was
bedeutet diese Handlung für die Kunden?
Ist
dies nun ein christlicher Einkaufmarkt oder folgen die anderen
Konfessionen noch?
>>>mehr
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01.10.2009 |
Achten
Sie auf Emanzen!
Nun
werden Sie fragen, was der Unterschied zwischen einer emanzipierten Frau
und einer "Emanze" ist. Emanzipierte Frauen sind
Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen, die sich für Frauenthemen und
Frauenprobleme intelligent und wirkungsvoll einsetzen. Diese Bewegung
entstand in den 60er und 70er Jahren und schon damals wurde für eine
gewisse Art von Frauenrechtlerinnen die Kurzform EMANZE geprägt. >>>mehr
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01.10.2009 |
Alle
drei Kabarettveranstaltungen 2009 waren in knapp 2 Stunden ausverkauft
An
dieser Stelle wurde bereits über die Vorbereitungen zum diesjährigen
Kabarettprogramm der Gruppe MIKROKOSMOS berichtet. Ein
interessanter Augenblick war für das gesamte Ensemble natürlich der
Beginn des Kartenverkaufs am heutigen 1. Oktober 2009. Drei mal 120 Karten
standen zum Verkauf und innerhalb von zwei Stunden waren alle drei
Veranstaltungen ausverkauft.
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30.09.2009 |
Wieder
allein in der Mitte?
Die
Bundestagswahl ist gelaufen und Deutschlands Mitte kann sich darüber
freuen, dass sie wieder unter sich ist. Linke und rechte Parteien konnten
aus der Wirtschafts- und Bankenkrise unverständlicherweise keinen
argumentativen Nutzen ziehen. Die wahren Gewinner waren die neoliberalen
Kräfte, deren Politik in weiten Teilen ja geradezu erst diese Krise
begünstigte. So, wie die SPD unter Gerhard Schröder mit
Macht die Mitte zu erobern versuchte und dies auch teilweise schaffte, so
eignete sich nun die CDU in der großen Koalition verstärkt soziale
Kompetenz an und konnte damit die SPD wieder aus der Mitte vertreiben. Die FDP hingegen
setzte komplett auf den Konflikt zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen, um
die Kluft weiter zu vergrößern. >>>mehr
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02.09.2009 |
Die
Zeit ist das Maß aller Dinge
Recht
bekannt sind die zerfließenden Uhren von Salvatore Dahli. Sie sollen
verdeutlichen, wie uns die Zeit unter den Händen zerrinnt. Der ganz
persönliche Zeitrahmen eines jeden Menschen ist seine Lebenszeit, die in
Jahren recht überschaubar, in Monaten ausgedrückt üppiger und in Tagen
und Stunden gerechnet schier gewaltig zu sein scheint. Und doch kann im
nächsten Moment schon alles vorbei sein. Dennoch planen viele Menschen in
recht großen Zeiträumen, wenn es zum Beispiel um Zinsen und Tilgung
geht. Eine Ehe soll gar ein Leben lang halten. Sieht man sich jedoch
genauer an,
wie wir mit der Zeit umgehen, kommt man ins Grübeln. >>>
mehr |
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29.08.2009 |
Vom
Saulus zum Paulus - Die Erinnerungslücke des Dr. Tauber
Vor
einigen Tagen warnte unser Bürgermeister noch vor den Gefahren, die
"in der Scheinwelt des Internets" lauern. Es wäre für ihn
möglicherweise ein interessanter Augenblick, zu erleben, dass diese
"Scheinwelt des Internets" auf Anfrage nahezu jede
Erinnerungslücke schließt, die offensichtlich momentan beim
Bundestagskandidaten Dr. Peter Tauber (CDU) auftrat. Er
wurde - möglicherweise zum unpassenden Zeitpunkt - an seine Äußerungen
erinnert, dass auch er es richtig finde, dass über 85-Jährige ihre
Hüftgelenke selbst bezahlen müssten. Das passt nun so gar nicht mehr zu
seiner Wahlkampfstrategie. >>>mehr
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22.08.2009 |
Ich
bewahre Euch vor dem bösen Internet
Viele
Internet-Anwender und -nutzer sind heute sehr stark auf schnelle
Übertragungszeiten angewiesen, weil sie das Internet beruflich nutzen.
Sie mussten aus Einsparungsgründen ihren Arbeitsplatz teilweise nach
Hause verlegen und teilen sich ihren voll aufgerüsteten
Firmenarbeitsplatz mit mehreren Kolleginnen und Kollegen. Sie fahren nur
noch zur Abstimmung und zu Meetings in die Firma. Wenn man sich in den
Firmenserver einwählt, Arbeitspakete downloadet und die Ergebnisse wieder
uploadet oder gar online arbeitet, ist man auf hohe
Datenübertragungsraten angewiesen. >>>mehr |
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10.08.2009 |
Vier
"Geburten" pro Jahr
Seniorenzeitung
60 AUFWÄRTS im Aufwind
Zeitungsleute erleben in regelmäßigen Abständen
Interessante
Augenblicke, wenn
aus ihrer Stoffsammlung das fertige Produkt entsteht. Bis zur letzten
Minute wird korrigiert, gestaltet und am Satz gefeilt. Ist eine wirklich
schön gestaltete und lesenswerte Zeitung "geboren", dann ist
das gesamte Team zufrieden. Doch bis dahin ist ein gewaltiges Stück
Arbeit zu bewältigen. >>>mehr |
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08.08.2009 |
Ärztlicher
Notdienst Bruchköbel - Lebenshilfe mit Krankenhauseinweisung
Viele
Maintaler beschweren sich immer wieder über den Ärztlichen Notdienst der
Kassenärztlichen Vereinigung für den Raum Maintal. Man behauptet, Ärzte
jeder erdenklichen Fachrichtung würden den Dienst versehen und die Hilfe
sei oft nicht passend. Eine ganz andere Erfahrung machte ich im
häuslichen Umfeld. Ein Bereitschaftsarzt mit starkem
böhmisch/mährischem Akzent bestach mit gut dosierter ärztlicher Kunst
und sehr großer Lebenserfahrung. >>>
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02.08.2009 |
Pflegende
Angehörige - eine Aufgabe mit vielen unliebsamen Facetten
Wenn
man pflegender Angehöriger ist, kann es passieren, dass viele
Dinge vor der übernommenen Aufgabe in den Hintergrund treten. Je nach
Belastung treten beim Pflegenden zunehmend Abnutzungserscheinungen auf,
die mitunter bedenkliche Formen annehmen. Dabei ist es nicht der
Arbeitsanteil der Aufgabe, der einem zu schaffen macht, sondern die
psychische Belastung infolge des Verhaltens der Zielperson. >>>
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30.07.2009 |
Ein
ganz außerordentliches Erlebnis
Satire-Freunde
freuten sich bereits auf die zweite Lesung
von Graukopf-Satiren, die im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt
Maintal am 29. Juli 2009 um 19 Uhr im Historischen Rathaus Hochstadt
stattfand. Zur zweiten Lesung kam auch Jacqueline Wastensteiner,
die ihre Satire "Der innerliche Tod" vortrug. >>> mehr |

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26.07.2009 |
MIKROKOSMOS
startet durch
Die
Kabarett-Gruppe MIKROKOSMOS arbeitet bereits intensiv am
diesjährigen Programm, das am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November
2009 stattfindet. Ein interessanter Augenblick war gekommen, als die Ideen
förmlich ins Sprudeln kamen.
Wer
in derartige Aktionen und Abläufe schon einmal eingebunden war, der
weiß, dass unmittelbar nach der letzten Vorstellung die gesamte
Anspannung von einem abfällt, die sich über Wochen und Monate aufgebaut
hatte. >>>
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24.07.2009 |
Informationsquelle
versiegt nahezu unbemerkt
Nach
der Einstellung meiner Dokumentation der Maintaler Kommunalpolitik
erlebte ich im Kontakt mit meinen Lesern eine Reihe interessanter
Augenblicke, die mich jedoch nicht von meinem Entschluss abbrachten.
Besonders interessant war für mich die Feststellung, dass die örtliche
Presse kein Interesse an diesem Thema hatte, obwohl man händeringend
Themen sucht, um das Sommerloch zu füllen. >>>
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Spiel
mit der Fremdenfeindlichkeit
Thilo
Sarrazin gehört zur Führungsschicht unseres Landes und ist
Mitglied in der SPD. Beide Komponenten lassen eigentlich vermuten, dass es
sich um einen Menschen mit ausgeprägtem Sozialempfinden handelt. Mit
seinen umstrittenen Thesen, mit denen er Fremdenfeindlichkeit anstachelt,
bewegt er sich auf gehobenem Biertischniveau, für das er von bestimmten
Bevölkerungskreisen Zustimmung erntet. Man könnte meinen, er wolle in
einem Selbstversuch die erneute Anfälligkeit unseres Landes für den
Rassenwahn der Nationalsozialisten testen. Solche Thesen fielen ja schon
einmal auf fruchtbaren Boden und am Ausgang der damaligen Entwicklung
trägt unser Land heute noch schwer. Vielleicht sind wir deshalb auch so
stark sensibilisiert, wenn wir mit Thesen konfrontiert werden, die er in
seinem Buch verbreitet. Ist Thilo Sarrazin ein Rassist? Das
zu behaupten, wäre zu einfach. Er ist eher ein diabolischer Verführer
von Menschen, die er selbst wegen ihres Intellekts verachtet, weil
er glaubt, sie mit seinen pseudowissenschaftlichen Argumenten zur
Zustimmung zu verleiten.
Sarrazins
Gedankengänge münden aus gutem Grund nicht in eine Handlungs-
empfehlungen, denn dann stünde er der Volksverhetzung sehr nahe.
Soweit will er es vermutlich gar nicht treiben. Die harmloseste Variante
seiner Inszenierung könnte die reine Werbeabsicht für sein Buch sein,
das sich offensichtlich gut verkauft. Vielleicht sucht er aber auch den
offenen Konflikt mit der SPD, damit sie ihn aus der Partei ausschließt.
Damit würde er erreichen, dass sich die SPD verstärkt dahingehend äußert, kein Hort
derartigen
Gedankengutes zu sein. Die Folge wäre, dass sich diejenigen, die ihm
applaudieren, in anderen Parteien sammeln oder zu ihnen als Wähler
abwandern.
Das haben auch die anderen Parteien erkannt und werden auf Thilo
Sarrazin nur mit Theaterdonner reagieren und klammheimlich die gedankliche
Sarrazin-Gemeinde als potentielle Wähler vereinnahmen. Der rechte Rand
der Gesellschaftlich bietet immer noch Potenziale für etablierte Parteien,
die es abzugrasen gilt.
Meiner
Meinung nach ist Thilo Sarrazin ein intellektueller Spieler
mit einem großen Bedürfnis öffentlicher Wahrnehmung. Gefährlich wird
es nur, wenn seine Saat aufgeht. Das kann schon dadurch geschehen, weil er
die Muslime und andere Gruppen, die seit Jahren in unserer Mitte leben,
als Bedrohung für unsere nationale Identität hochstilisiert. Dann könnten sich einige grobe
handwerkliche Fehler unseres Sozial- und Schulsystems rächen, die unsere
Politik zu verantworten haben. Mit der
wachsenden Verarmung der Deutschen wird ebenfalls ihre Bereitschaft wachsen,
neuen Rattenfängern zu folgen, die sie von allem bedrohlich Fremden befreien
wollen. Der Weg vom Patrioten zum Nationalisten ist schneller
zurückgelegt als viele Politiker das heute glauben wollen. Man braucht
nur nach Frankreich und Holland zu sehen.
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Welt
Online am 29.08.2010
Sarrazin
nach kruden Juden-Thesen unter Beschuss
Thilo
Sarrazin zieht mit immer neuen Aussagen zu Muslimen und zu
Juden Empörung auf sich. Die erste Demonstration ist angekündigt.
Man kann Thilo Sarrazin nicht vorwerfen, er sei
unehrlich bei der Begründung für sein skandalumtostes Buch.
Endlich könne er aussprechen, was er schon immer besser wusste - so
lässt sich eine Passage in der Einleitung deuten. In seinen 39
Berufsjahren als Beamter und Politiker musste Sarrazin seinen Chefs
den Rücken freihalten. "Oftmals konnten subjektiv
empfundene Wahrheiten nur dosiert vorgetragen werden",
gesteht er sein jahrelanges Leiden. Nun legt er in Interviews zu
seinem Buch nach und verstört mit Äußerungen über Gene
bestimmter Völker und einen Genpool Europas auch bisherige
Unterstützer.
Für
andere Thesen finden sich allerdings auch Verteidiger. An diesem
Montag stellt Sarrazin sein Buch "Deutschland schafft sich ab -
Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" in der
Bundespressekonferenz vor. Beim Internetbuchhändler Amazon steht
das Buch bereits auf Platz 1 der Verkaufsliste. Demonstranten, unter
ihnen auch Politiker von Grünen und SPD, wollen dann vor dem Haus
der Bundespressekonferenz in Berlin gegen die Präsentation des
Buches vorgehen. Das Motto lautet "Kein Podium für geistige
Brandstifter".
Die
Vorwürfe gegen Sarrazin nehmen seit Tagen an Schärfe zu. Seiner
These von einer Überfremdung Deutschlands durch
integrationsunwillige Einwanderer aus islamisch geprägten Ländern
wie der Türkei und arabischen Staaten konnten zunächst noch
Politiker wie der frühere hessische Ministerpräsident Roland
Koch (CDU) oder Peter Gauweiler (CSU) folgen.
Die Empörung steigerte sich, als Sarrazin in Interviews Juden oder
Basken eigene Gene zuordnete. Der Zentralrat der Juden in
Deutschland, lehnte eine Definition von Juden über ihr Erbgut ab
und sprach von "Rassenwahn".
Wie
schon in seiner Zeit als provokationsfreudiger Berliner
SPD-Finanzsenator beharrt Sarrazin bislang auf seiner Meinung und
scheint den Aufruhr zu genießen. Er wolle das "große
gesellschaftliche Bedürfnis nach ungeschminkter Wahrheit"
befriedigen, schreibt er.
"FAZ"-Herausgeber
Frank Schirrmacher attestiert Sarrazin zwar, sicher
kein Rassist zu sein. Mit den Hinweisen auf eine "katastrophale
Einwanderungs- Familien- und Integrationspolitik" und deren
Auswirkungen liege er richtig. Gleichzeitig verweist Schirrmacher
aber in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" auf
einen fatalen Irrweg, den Sarrazin mit seinen Buch einschlage.
Sarrazins
Thesen zur Vererbung von Intelligenz seien höchst strittig, die
Fragen wissenschaftlich ungeklärt. Er vermische Erbbiologie und
Kultur und erneuere eine große Einwanderungs- und
Intelligenzdebatte aus den USA vor 100 Jahren, so Schirrmacher.
Inzwischen habe sich aber gezeigt, dass Bildung und die Förderung
von Begabung und Talent auch schwierige Einwanderungsgruppen wie
etwa die "muslimischen Milieus aufwecken könnte".
Sarrazin
schreibt, Intelligenz sei laut Untersuchungen zwischen 40 und 80
Prozent vererbbar. Weil die im Durchschnitt weniger intelligente
Unterschicht mehr Kinder bekomme, werde das Volk auf Dauer immer
dümmer. Zudem befürchtet er das Ende der deutschen Kultur.
Türkisch- oder arabischstämmige Familien hätten mehr Nachwuchs.
In drei Generationen, also bis Ende des Jahrhunderts, drohe eine
Mehrheit in der Bevölkerung, die der deutschen Kultur fern stehe.
Sarrazin will dagegen die "westlichen Werte und die jeweilige
kulturelle Eigenart der Völker" bewahren. Ein Beispiel für
das hilflose Agieren der Politik in der Debatte findet sich im
aktuellen Berliner Stadtmagazin "Zitty", eigentlich ein
Vorkämpfer für Multi-Kulti-Ideen. Es geht um deutsche Eltern aus
dem links-alternativen Milieu, die gegen ihren Willen ihre
langjährige Heimat Kreuzberg verlassen. Ihre Kinder werden in
Schulen als einzige Deutsche und "Ungläubige" gemobbt und
lernen nicht richtig Sprechen und Schreiben. Als die Sängerin der
Band Wir sind Helden, Judith Holofernes, wegen ihres
Sohnes verzweifelt, rät ihr die zuständige Grünen-Stadträtin,
sich doch noch einmal nach Schulen umzusehen - und empfiehlt: "Keep
cool Baby - alles wird gut."
Der
Berliner SPD-Landesverband wird am 6. September über die Zukunft
von Thilo Sarrazin als Parteimitglied beraten. An
diesem Tag treffe sich der Vorstand zu seiner regulären Sitzung,
sagte die Sprecherin des Landesverbandes, Daniela Augenstein.
Dabei solle auch überprüft werden, ob sich an den umstrittenen
Aussagen Sarrazins "qualitativ" etwas verändert habe.
Erst dann werde über ein neues Parteiordnungs- verfahren gegen den
derzeitigen Bundesbank-Vorstand entschieden, betonte sie.
Sarazins
Thesen:
Thilo
Sarrazin: "Beim gegenwärtigen demografischen Trend wird
Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch acht
Millionen und in 300 Jahren noch drei Millionen Einwohner
haben."
Richtig
ist, dass die Einwohnerzahl sinken wird. Das Statistische
Bundesamt rechnet mit einem Rückgang von fast 82,5 Millionen im
Jahr 2005 auf 65 bis 70 Millionen im Jahr 2060. Hingegen ist eine
seriöse Vorausberechnung für 2110, gar 2210 oder 2310 völlig
unmöglich.
Dasselbe
gilt für Sarrazins Rechenmodelle an anderer Stelle, wo er zum
Ergebnis kommt, dass sich innerhalb von vier Generationen (also von
hundert Jahren) der Bevölkerungsanteil der Migranten aus dem Nahen
und Mittleren Osten sowie aus Afrika in Deutschland von derzeit 6,5
auf 69,7 Prozent erhöhen werde.
Sarrazin:
"Muslime in Deutschland haben eine unterdurchschnittliche
Beteiligung am Arbeitsmarkt, unterdurchschnittliche Erfolge im
Bildungswesen und eine überdurch- schnittliche Quote von
Transferleistungen sowie eine überdurchschnittliche Beteiligung an
der Gewaltkriminalität."
Richtig
ist, dass es bei Migranten aus der Türkei sowie dem Nahen und
Mittleren Osten eine geringere Erwerbstätigkeit, aber mit gut zehn
Prozent einen höheren Anteil von Hartz-IV-Empfängern gibt als
unter Menschen ohne Migrationshintergrund (3,4 Prozent
Hartz-IV-Anteil).
Weitgehend
zutreffend ist auch die Aussage zur Gewaltkriminalität. Was die
Bildungs- erfolge betrifft, so liegt Sarrazin bei der Gesamtheit der
Muslime falsch. Zwar haben nur sieben Prozent der
Türkischstämmigen Abitur, in der Gesamtbevölkerung sind es 17
Prozent. Doch von den muslimischen Zuwanderern aus dem Irak, dem
Iran und Afghanistan haben gut 30 Prozent Abitur und 15,2 einen
Hochschulabschluss (Gesamtbevölkerung: 11,3 Prozent).
Sarrazin:
"Den muslimischen Einwanderern in Europa haftet eine
besondere Mischung aus islamischer Religiosität und traditionellen
Lebensformen an. Diese Mischung erschwert die ökonomische und
kulturelle Integration und sorgt über die damit verbundene
mangelhafte Emanzipation der Frauen für den besonderen
Kinderreichtum der muslimischen Migranten, der durch die Segnungen
des europäischen Sozialstaates noch gefördert wird."
Richtig
ist, dass 90 Prozent der muslimischen Migranten als religiös zu
gelten haben. Was den "besonderen Kinderreichtum der
muslimischen Migranten" betrifft, so berücksichtigt Sarrazin
nicht, dass neue Studien eine stark sinkende Geburtenrate schon in
der zweiten Generation der hier lebenden Türkinnen belegen.
Richtig
dürfte sein, dass der Sozialstaat Anreize dazu setzen kann,
durch viele Kinder so viele Transferleistungen zu erhalten, dass man
nicht mehr arbeiten muss - sofern man bereit ist, auf niedrigem
Einkommensniveau zu leben.
Sarrazin:
"Man muss davon ausgehen, dass aus demografischen
Gründen der Unterschichtanteil der Bevölkerung kontinuierlich
wächst. Bei den Migranten wurde bereits gezeigt, dass jene
Migrantengruppen besonders viele Nachkommen haben, die als besonders
bildungsfern eingestuft werden müssen, also vor allem die Migranten
aus der Türkei, dem Nahen Osten und aus Afrika.
In
dieselbe Richtung weisen Erkenntnisse der Arbeitsmarktforschung.
Danach tendieren die Frauen, die nicht so gut oder gar nicht in den
Arbeitsmarkt integriert sind, stärker dazu, Kinder zu bekommen oder
die Schar ihrer Kinder noch zu vergrößern. Intelligenz aber ist zu
50 bis 80 Prozent erblich. Deshalb bedeutet ein schichtabhängig
unterschiedliches generatives Verhalten leider auch, dass sich das
vererbte intellektuelle Potenzial der Bevölkerung kontinuierlich
verdünnt."
Richtig
ist, dass die Geburtenraten in höheren Schichten niedriger sind
als in unteren. Doch deshalb muss die Unterschicht nicht wachsen. So
wurde die Unterschicht in Deutschland in den 60er-Jahren dank
Bildungs- und Wirtschaftsaufschwung in der Relation kleiner. Völlig
unplausibel aber ist, warum viele
Kinder in ärmeren Schichten die Intelligenz der Bevölkerung sinken
lassen. Selbst eine extrem hohe Erblichkeit von 80 Prozent ließe
noch Raum für förderliche Umwelteinflüsse etwa durch schulische
Förderung - für die sich Sarrazin in seinem Buch auch einsetzt. Als
merke er selber, dass die Erblichkeit so streng nicht wirkt. Zudem
lässt sich jene Erblichkeit immer nur zwischen einzelnen Eltern und
Kindern finden, nie in größeren Gruppen mit einer Fülle von
Einflussfaktoren, und das schon gar nicht über längere Zeiträume.
Sarrazin:
"Der schwedische Soziologe Gunnar Myrdal hat sich am
Beispiel seines Heimatlandes bereits in den 1930er-Jahren intensiv
damit auseinandergesetzt, dass eine entwickelte westliche
Gesellschaft in der Summe die Tendenz hat, weniger fruchtbar zu
sein, als es für die Nachhaltigkeit ihres Fortbestandes notwendig
wäre, und er hat sich auch damit auseinandergesetzt, dass es nicht
gleichgültig ist, wer die Kinder bekommt."
Hier
wird es gefährlich: Der schwedische Minister und
Nobelpreisträger Gunnar Myrdal (1898-1987) verfocht
zusammen mit seiner Frau Alva seit den 30er-Jahren eine damals als
progressiv empfundene Bevölkerungspolitik, die verhindern sollte,
"dass Arme, Ungebildete und Unerfahrene den Grundstock der
Bevölkerung bilden", wie Gunnar Myrdal schrieb.
Zu
jener Politik gehörten nicht nur Kinderkrippen und finanzielle
Leistungen zur Erhöhung erwünschter Geburten, sondern auch 60?000
Sterilisierungen, die zwischen 1935 und 1975 in Schweden bei
angeblich "Geistesschwachen" und "Asozialen"
durchgeführt wurden. Um als "asozial" zu gelten,
genügten schon Diffamierungen, wenn ledige Frauen tanzen gingen.
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Leitprojekte
machen schlapp
Der
Stadtleitbildprozess startete inzwischen mit mehreren Leitprojekten und
macht gute Fortschritte, wenn man der Lokalpresse glaubt. So wird seit
einigen Monaten das Rad- und Fußwegkonzept unter die Lupe genommen,
Wachenbuchener befassen sich mit der Idee, im eigenen Ortsteil
einzukaufen, die Idee der Mehrgenerationenhäuser wird lebhaft diskutiert
und in Hochstadt soll etwas für die Jugend getan werden. Zum Start jedes
einzelnen Projekts wurde zeitversetzt und medienwirksam jeweils ein bunter
Luftballon aufgeblasen und der Versuch unternommen, diesen auch
erfolgreich starten zu lassen. Doch den Ballons fehlt es an Auftrieb und
sie machen nach kurzer Zeit mehr oder weniger schlapp. Das liegt sicher
nicht an den "Paten" der Leitprojekte und den wenigen
optimistischen Bürgern, die sich mit großen Erwartungen den Aufgaben
stellen. Es ist wohl mehr die Art, wie auf die Themen Einfluss genommen
wird. Wie mehrere Teilnehmer von Leitprojekten berichten, seien die nicht
organisierten Bürger in der Minderzahl und es dominieren die
Interessenvertreter und stadtbekannte thematische Protagonisten. Diese
seien auffallend gut präpariert und zeigten den "Laien", wo es
lang gehe. Man fühle sich als Wegbegleiter zu vorgefassten Zielen und
nicht als aktives Teammitglied. Das schrecke eher ab. Nach zwei Sitzungen
sei die Luft eigentlich raus.
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Pickt
man sich nur den Wachenbuchener Prozess "Wachenbuchener kaufen
in Wachenbuchen ein" heraus, so reduziert sich das vorläufige
Ergebnis auf einen handlichen "Einkaufsführer für
Wachenbuchen", dessen Inhalt wegen der Über- schaubarkeit des
kleinen Ortsteiles wohl kaum neue Erkenntnisse bringen
dürfte. Man hat halt mal drüber geredet und es hat keine Kosten
verursacht. |
Alle
Teilnehmer, mit denen ich sprach, konnten sich des Eindrucks nicht
erwehren, dass im Hintergrund Fäden gezogen werden. Ich möchte
allerdings den Prozess an dieser Stelle nicht stören und keine
Motivation rauben. Es bestätigt sich meiner Meinung nach jedoch das, was
mich davon abhielt, mich nach der Lokalen Agenda erneut aktiv
einzubringen. Es ist die Art, wie man Bürgerbeteiligung praktiziert, die
vielen Menschen nicht gefällt.
Ich
bringe mal ein prozessneutrales Beispiel für die viel gepriesene
Bürgerbeteiligung nach Art des Rathauses. Der Anstrich des renovierten
Hochstädter Bürgerhauses sollte mit Hilfe von Bürgerbeteiligung
festgelegt werden. Dazu lud man einige Vereinsvertreter ein. Einige hatten
sich gut vorbereitet und ihre Ideen wahrscheinlich vorab bereits ins
Rathaus getragen oder aus dem Rathaus erhalten, denn deren Vorstellungen
waren bereits gereift. Das Bürgerhaus wurde kompromisslos Rot-Weiß
angestrichen und bekam einen klassischen Schriftzug der 70-er Jahre. Nun
hätte man als Magistrat ja gleich sagen können : "Das haben
wir schon immer so gestrichen!" oder "Anders haben wir es noch
nie gemacht!" und "Da könnte ja jeder kommen!" Mit
moderierter Bürgerbeteiligung umgeht man allerdings spätere
Diskussionen. Alle übrigen Vereinsvertreter konnten sich nämlich nur
noch zwischen mehreren Rot-Tönen - davon nur ein wirklich ernst zu
nehmender - entscheiden. Dass der Schriftzug nun eher einem
Feuerwehrstützpunkt als einem Bürgerhaus ähnelt, war ebenfalls nicht
mehr diskutierbar. Es grenzt an ein Wunder, dass die Fassade keine
zusätzlichen schwarzen Punkte mit kleinen Füßchen erhielt. Nach meinem
Verständnis sieht ernst gemeinte Bürgerbeteiligung anders aus.
Das
geschilderte Vorgehen kann ohne Weiteres auf den Stadtleitbildprozess
übertragen werden, denn die Vertreter der Stadt wirkten ja bereits auf
die Festlegung der Leitprojekte mit "dafür haben wir kein
Geld", "das schaffen wir von der Kapazität her nicht" und
"das würden wir gern noch zurückstellen" ein. Man kann auf das
erste wirklich nennenswerte Ergebnis eines Leitprojektes gespannt sein.
Gemach - wir haben ja noch zehn Jahre Zeit.
Das
Projekt "Rad- und fußgängerfreundliches Maintal" scheint
dagegen recht munter zu funktionieren, was wohl am Paten Kai
Sennewald liegt, der zu überzeugen weiß und bei dem man eine
Fremdsteuerung weitestgehend ausschließt. Das Leitbildprojekt ging heute
mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit, in der allerdings
ebenfalls um mehr Beteiligung geworben wird.
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Bildung
von inhaltlichen Arbeitsgruppen
als
Schwerpunkt der nächsten Sitzung - Forum zum Opeleck
Die
Berichte über weitere Leitbildprojekte werden immer häufiger - der
Stadtleitbild- prozess nimmt deutlich an Fahrt auf. Wir freuen uns
darüber und sehen es als zusätzliche Motivation. (Zitat Sennewald)
Die
fünfte Sitzung der Projektgruppe wird am Dienstag, den 14.09.2010,
19h00 im Rathaus Hochstadt, Sitzungssaal (2. Obergeschoss)
stattfinden. Neben der Klärung von organisatorischen Fragen sollen
vor allem inhaltliche Arbeitsgruppen gebildet werden, die möglichst
konkrete Vorschläge zu verschiedenen Themengebieten
erarbeiten.
Diese
Lösungsvorschläge sollen dann der Projektgruppe vorgelegt und von
ihr verab- schiedet werden. Wichtige Themengebiete können z.B.
sein:
-
Lösungsvorschlag
für das Opeleck,
-
Einrichtung
eine Beirates Radfahrer- und fußgängerfreundliches
Maintal,
-
Gestaltungsrichtlinien
für die Berücksichtigung der Belange von Radfahrern und
Fußgängern bei anstehenden straßenbaulichen Maßnahmen.
Zum
Problem Opeleck wurde bereits ein Lösungsvorschlag ausgearbeitet,
der im Internet (unter www.stadtleitbild-maintal.de
, im Hauptmenü "Leitprojekte" wählen und dann unter
"Radfahrer- und fußgängerfreundliches Maintal")
einsehbar ist. Der Dateiname lautet "Opel EckV03.pdf".
Die
Gruppe würde sich freuen, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger
Maintals an der Diskussion über dieses Problem beteiligen, in dem
Sie im Forum Radfahrer- und fußgängerfreundliches Maintal
(erreichbar unter http://forum.maintal.de/
, im Hauptmenü Forum wählen und dann nach der Registrierung) ihre
Meinung äußern. In dem Forum können natürlich auch andere, das
Leitprojekt betreffende Themen diskutiert werden. Weiterhin besteht
die Möglichkeit, sich per Mail
(an
stadtleitbild-radfussverkehr@maintal.de
) oder brieflich (Stadt Maintal, FD Stadtentwicklung und Umwelt,
Radfahrer- und fußgängerfreundliches Maintal, Klosterhofstraße
4-6, 63477 Maintal) an der Diskussion zu beteiligen.
Interessierte
Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der nächsten
Sitzung teilzunehmen und mitzumachen.
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Es
fällt allerdings auf, dass die Radfahrerlobby versucht, generell mehr
Einfluss auf die Planungen der Stadt zu nehmen, obwohl es sich bei den
Radfahrern generell um eine inhomogene Gruppe handelt, die zum Teil aus
Personen besteht, die bestehende Verkehrsregeln permanent missachten und
deswegen eher eine Gefahr für den restlichen Verkehr darstellen. Selbst
wenn es einen Maintaler Radfahrer-Beirat gäbe - er hätte genauso wenig
Einfluss wie der Seniorenbeirat, weil er in der HGO ( der Hessischen
Gemeindeordnung) überhaupt nicht vorkommt. Man könnte ihm in einem
geneigten Moment mal zuhören - mehr aber nicht. Wie gesagt: Bürgernähe
sieht anders aus.
Veröffentlicht
am 27.08.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Der
Kampf um Ostpreußen
Nun
muss ich noch ein drittes Mal das gleiche Thema aufgreifen. Es geht um das
Kriegsende in Ostpreußen. Wie bereits mehrfach berichtet, stieß
ich auf hochinteressante Kriegstagebücher, mit deren Hilfe ich die
letzten Tage meines Verwandten Walter Michel rekonstruieren
konnte. Die beiden Tagebücher von Karl Heinz Schmeelke aus
Friedrichshafen habe ich teilweise in Websites umgesetzt, die durch
Anklicken der beiden Titelbilder aufgerufen werden können. Für wen
sind diese Webseiten interessant? Wie die bereits ansteigenden
Zugriffszahlen belegen, recherchieren viele Menschen genau in dieser
Thematik. Es sind Angehörige von ehemaligen Soldaten aller Nationen,
hochbetagte Veteranen des Zweiten Weltkriegs, Menschen, deren Wurzeln in
Ostpreußen zu finden sind, junge Russen, die mehr über ihre neue Heimat
wissen wollen, Schüler und Studenten mit einem klaren Auftrag. Und was
finden Sie auf den beiden Webseiten? Detaillierte Beschreibungen der
letzten 120 Tag von Ostpreußen bis zur Vernichtung, mit deren Hilfe man
nachvollziehen kann, was passierte, als die Flüchtlinge ihre Heimatorte
verlassen hatten und was von ihren Ortschafen heute noch übrig geblieben
ist.


Beide
Seiten unterscheiden sich dadurch, dass "Der
Kampf um Ostpreußen" einer detaillierten Erlebnisschilderung
gleichkommt, während die Seite "Der
Untergang von Ostpreußen" im Stil eines bebilderten
Gefechtstagebuchs geschrieben ist.
Warum
sollte man so etwas lesen oder betrachten?
Der
Wahnsinn des Krieges kostete 60 Millionen Menschen das Leben. Dabei waren
die Opfer in der Zivilbevölkerung extrem hoch, weil der Krieg von allen
Seiten "total" und "radikal" geführt wurde. Es ging
in der Endphase um Vernichtung um jeden Preis.
Das
traf hauptsächlich die wehr- und schutzlose Zivilbevölkerung in den
Städten und in den Grenzgebieten. Ostpreußen ist ein gutes
Beispiel für die Vernichtungsstrategien bei Kriegsende. Hier kämpften
unter Anderem das Fallschirm-Panzer-Korps HG und die Panzerdivision
"Großdeutschland" im Verbund der 4. Armee, die im
Russlandfeldzug sehr erfolgreich waren. Beim Kampf um Ostpreußen, das von
der obersten Heeresführung bereits aufgegeben war, hatten beide Einheiten
nur noch eine Aufgabe: Die Flucht der Zivilbevölkerung zum Frischen Haff
zu decken. Die Einheiten verbluteten im Bestreben, mit ihrem Widerstand
gegen eine 10- bis 20-fache Übermacht an Soldaten und Kriegsgerät den
Flüchtlingstrecks genügend Vorsprung zu sichern. Was sich in diesem
Kampf abspielte, kann man in den beiden Dokumentationen nachvollziehen.
Die
Dokumentationen greifen aber auch das Verhalten der Offiziere scharf an,
die sich vor der Verantwortung drückten und die Frontsoldaten gnadenlos
in den Tod schickten, während sie selbst ihre Haut retteten. Nie habe ich
eindrucksvoller den krassen Unterschied zwischen dem Leben in den
Stabsstellen und in der Hauptkampflinie empfunden als in den Schilderungen
von Karl Heinz Schmeelke.
Schauen
Sie mal rein - es lohnt sich!
Veröffentlicht
am 15.08.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Mit
der Ranch auf Wanderschaft
Eigentlich
hat es ja so kommen müssen! Das Ende der stillen Duldung eines Zustands,
der eigentlich noch nie rechtmäßig war, kam spät, aber es kam. Seit
einigen Jahren geht die Stadt Maintal gegen ungenehmigte Schwarzbauten im
Grüngürtel vor und muss sich immer wieder Vergleichsfälle vorhalten
lassen, die geduldet werden. Während Freizeitgärtner, die ihre kleinen Hüttchen
bescheiden nutzen, Abrissverfügungen erhielten, konnte sich die
"Happy-Horse-Ranch" relativ sicher fühlen, weil sich der
Betreiber Klaus Karau ganz geschickt organisiert hatte.
Allzu leicht konnten die Maintaler den Eindruck gewinnen, es hier mit einem
selbstlos und sozial engagierten Schöngeist zu tun zu haben. Sein
"Streichelzoo" war Anlaufpunkt vieler Eltern und Erzieher, weil
die Kleinen dort ihren Spaß hatten. Die Spendenbüchse war
allgegenwärtig. Dass man die immer wieder an den Futterstellen fressenden
Feldratten für kleine Karnickel hielt, ist wohl Folge allgemeiner
Unwissenheit. Seine Glanznummer war und wird auch in Zukunft die Rolle des
Maintaler Nikolauses zur Weihnachtszeit sein, welcher mit der Kutsche sowohl
den Weihnachtsmarkt bereichert, als auch als gut ausgebuchter Nebenerwerbs-Nikolaus
fungiert. Nun ist der Nikolaus sauer! Dass er deswegen gleich Hochstadt
verlässt, kann man wohl kaum der Stadtverwaltung anlasten. Dort versucht
man nur, alle Bürger gleich zu behandeln.
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Karaus´s
Glanznummer des Weihnachtsmannes ist recht typisch für seine
gesamte Vorgehensweise. In der Rolle des unbedarften Träumers
ließen sich Gebäude errichten, die verschiedensten Zwecken
dienten. Das Hauptgebäude der "Happy-Horse-Ranch" nahm
locker bis zu dreißig feiernde Personen auf, obwohl es keinerlei
Fluchtwege und sonstige vorgeschriebenen Einrichtungen gab.
Brandschutz war problematisch. |
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Auch
die sanitären Einrichtungen entsprachen weder den Erfordernissen, noch
den Vorschriften. Dass Klaus Karau den ungenehmigten Zustand
nun verschlimmbesserte, macht die Sache nicht legaler. Irgendwie hatte er
den Bogen überspannt und es waren der Augen zu viele, die zugedrückt
wurden. Betrachtet man nur den kommerziellen Fahrbetrieb zu
Festveranstaltungen oder anlässlich des Weihnachtsmarktes, so fragt man
sich, ob er sich mit seinen Kutschen und der Straßenverkehrsordnung sowie
den Bestimmungen für die Personenbeförderung im Einklang befindet und ob
die Haftung überhaupt gewährleistet ist bzw. war. Indem er perfekt den
unbedarften Träumer mimte, verschaffte er sich geduldete Freiräume,
über denen stets Gefahren schwebten.
Der
Artikel des Maintal TAGESANZEIGERs fördert den verklärten Blick
auf den Zustand, der nun beendet wird. Hier wird das "Herz für
Kinder" völlig falsch bewertet. Es war stets Mittel zum Zweck und
ein gutes Nebeneinkommen. Die fiskalische Seite will ich hier gar nicht
erörtern. Hier wird theatralisch ein Abgang inszeniert, der vorauszusehen
war, denn Recht muss Recht bleiben. Still dulden kann man nur innerhalb
ganz dünner Grauzonen.

Veröffentlicht
am 01.08.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Neue
Doku zum Untergang Ostpreußens verfügbar
Ergänzend
zum letzten Artikel "Fast vergessenes
Kriegsdrama aufgegriffen" kann ich nun bekannt geben, dass die
Website "Der Untergang
Ostpreußens" fertiggestellt und im Internet präsent ist. Im
März/April 1945 fiel Ostpreußen nach schwersten Kämpfen in die Hand der
Roten Armee und wurde später der Sowjetunion zugesprochen, weil Stalin
unbedingt einen "eisfreien Ostseehafen" haben wollte. In
Wirklichkeit brauchte er blühende Landschaften zur Umsiedlung eigener
Landsleute. Diese blühenden Landschaften hatten die kriegführenden
Armeen jedoch in Wüsten und verbrannte Erde verwandelt. Die Sowjets
nahmen Rache am Deutschen Volk für das, was unsere Soldaten ihrem Volk
während der Eroberung und beim Rückzug angetan hatten. So lautete der
Befehl, dass alle Deutschen in Ostpreußen getötet werden sollten und die
Vernichtung total auszufallen habe. Hierbei verloren Hunderttausende auf
beiden Seiten ihr Leben. Die Dokumentation basiert auf
Original-Kriegsberichten und Notizen eines Soldaten, der dem Kessel von
Heiligenbeil entkam und als Zeitzeuge die Erinnerung an das Grauen
wach halten will. Seine Hoffnung, dass sich so etwas nie mehr wiederholt,
dürfte sich zerschlagen haben angesichts der Tatsache, dass heute schon
wieder Deutsche Soldaten in Leichensäcken zuhause abgeliefert werden.
In
den kommenden Wochen und Monaten, wenn diese Website auf allen
Suchmaschinen präsent sein wird, werden viele Menschen, deren Wurzeln aus
Ostpreußen stammen oder nach Kriegsinformationen suchen, all die Orte
unter den Namen finden, die sie vor 1946 hatten. Heute sind Zinten,
Insterburg, Trakehnen, Gumbinnen, Heiligenbeil, Balga, Pillau und viele
andere Ortsnamen in Vergessenheit geraten, obwohl sich mit diesen Namen
eine der größten Tragödien verbindet, die der Zweite Weltkrieg erlebte.
Die vierte Armee sicherte damals den Rückzug und die Flucht der
ostpreußischen Bevölkerung bis ans Frische Haff, wo sich entweder ihr
Schicksal besiegelte oder die Rettung auf sie wartete. Jeder Tag
erheblichen Widerstands schaffte mehr Zeit für die Flucht. Hier kämpften
Soldaten für die Zivilbevölkerung, deren totale Vernichtung der Gegner
betrieb. Militärische Ziele waren in den Hintergrund getreten, weil der
Krieg längst verloren war. Es ging nur noch um das nackte Leben. Das
Sterben hatte eine andere Dimension.
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Die
Dokumentation ist mit der schon seit längerer Zeit bestehenden
Website "VERMISST Das kurze Leben des
Walter Michel " verknüpft. Das nebenstehende Logo auf
dieser Website führt zu den zeitgleich stattgefundenen
Geschehnissen der zweiten Doku, um das damals aufziehende Unheil
erlebbar zu machen. In der Phase, als sich Walter Michel
und Karl-Heinz Schmeelke - ohne sich je begegnet zu
sein - auf engstem Raum in Groß Hoppenbruch verweilten, wird
die Situation transparent, in der sich Walter Michel
befand und in der er den Tod fand. Dabei wird auch klar, warum er
heute noch als vermisst gilt. |
Eine
weitere Dokumentation ist gerade in Vorbereitung. Sie zeigt mit eigenen
Worten die Sicht eines Frontsoldaten, der in der Hauptkampflinie zuhause
war und der später seine Notizen in Erzählform aufbereitete. Auch hier
werden viele Original-Aufnahmen zu sehen sein, die er von der Front
mitbrachte. Sie zeigen vor allen Dingen das unendliche Leid der
Frontsoldaten, den Anblick der leichenübersäten Gräben und
Stacheldrahtverhaue sowie das grauenhafte Ende von Mensch und Tier in
einem hasserfüllten Kampf, für den heute jede Vorstellungskraft
fehlt.
Wer
sich ernsthaft damit befasst, solche Tragödien zukünftig zu verhindern
und wer Militär grundsätzlich und den Dienst mit der Waffe ablehnt,
sollte sich informieren, was Krieg in letzter Konsequenz bedeutet. So
gesehen sind die drei Dokumentationen in besonderer Weise zur
Bewusstmachung geeignet.
Veröffentlicht
am 24.07.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Fast
vergessenes Kriegsdrama aufgegriffen
Es
gibt interessante Augenblicke, die man wie eine Geburt empfindet. In
wenigen Tagen wird auf dieser Homepage eine neue Dokumentation erscheinen,
die eines der düstersten Kapitel des Zweiten Weltkrieges beleuchtet. Sie
ist bereits fertiggestellt und wartet nur noch auf die Freigabe durch die
beiden Zeitzeugen Karl Heinz Schmeelke und Hermann
Lohmann, auf deren Unterlagen die Dokumentation aufbaut. Sie
überlebten das Drama hautnah, das sich am Frischen Haff im ehemaligen
Ostpreußen während der letzten Kriegstage abspielte. Karl Heinz
Schmeelke bereitete jahrelang viele eigene und andere Unterlagen
samt Fotomaterial auf und besuchte mehrmals die Stätten, an denen sein
Leben damals auf der Kippe stand. Seit einigen Jahren sind seine Erinnerungen
auch auf CD erhältlich, die er zusammen mit dem Deutschlandfunk produzierte. Dazu aber
mehr auf der neuen Website.
Auch
wenn die Website den Titel "Der Untergang Ostpreußens"
trägt, sie dokumentiert keineswegs in allen Teilen den Verlust Ostpreußens,
sondern sie schildert den Rückzug der Vierten Armee und
letztendlich deren Untergang im Kessel von Heiligenbeil. Nach der
Einnahme von Königsberg war das Schicksal Ostpreußens endgültig besiegelt. Spätestens
an der Stelle, an der Heiligenbeil erwähnt wird, werden einige Leser meiner Homepage einen Zusammenhang
mit meiner Dokumentation "VERMISST - das kurze Leben des Walter
Michel" erahnen. Im Rahmen meiner Recherchen stieß ich nämlich auf
das erwähnte Thema, das sehr viel Licht in Ereignisse bringt, die mir bisher
verborgen geblieben waren. Dieser Teil Deutscher Geschichte wurde mehrere
Jahrzehnte nicht vermittelt. Allenfalls die Vertriebenenverbände hielten
die Erinnerung an Ostpreußen wach.
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Auch
wenn in dieser Dokumentation der Verlust Ostpreußens und der
Verlust der Kultur dieses verlorenen Landesteiles und die mutwillige
Zerstörung Deutscher Identität beklagt wird, es
werden nicht jene Töne angeschlagen, die heute noch die
Heimatvertriebenen anschlagen. Der Verlust war nämlich die Konsequenz
des Versagens unserer damaligen Machthaber. Das begann bereits mit der Aufteilung
Polens vor dem Russland-Feldzug und wandte sich nach dem
verlorenen Krieg endgültig gegen uns. Viele Jahre zementierte der
eiserne Vorhang die Verhältnisse. In einem vereinten Europa
verschwinden jetzt die Grenzen und die alte Heimat ist für viele
Menschen wieder erreichbar.
Im
Bereich des ehemaligen Heiligenbeil sind von Groß
Hoppenbruch über Balga bis Kahlholz wie in
anderen Landesteilen allerdings die Ortschaften verschwunden. |
Selbst
geschichtsträchtige Orte, wie die Burg von Balga sind nur noch mit
Mühe zu finden. Die Natur legte sich gnädig übers Land. Die
neuen Bewohner des ehemaligen Ostpreußens haben keinen Bezug zur
Geschichte ihrer neuen Heimat, sonst würden sie Festungsanlagen des
frühen Mittelalters nicht als Steinbrüche nutzen. Gerechterweise muss
man allerdings feststellen, dass der Abbruch bereits im alten Preußen
begann, als man die Festungsanlage Pillau baute.
An vielen Stellen sind
noch nicht einmal alle Kriegstoten geborgen und würdevoll beerdigt,
obwohl in diesem Bereich in den letzten Kriegstagen Hunderttausende von
Soldaten beider Seiten, Einheimische und Flüchtlinge starben. Bis Mitte
1950 lagen an den alten Kampfstätten noch die Leichen, weil weite
Bereiche nicht mehr zivil zu nutzen waren. Wer dem
Inferno entkam, konnte sich glücklich schätzen. Nur Wenige wollen jemals
an den Ort der grauenhaften Ereignisse zurück, an denen sich sowjetische
Truppen für das rächten, was man ihren Landsleuten zuvor angetan hatte.
Karl
Heinz Schmeelke zog es dagegen wieder in den Kessel von
Heiligenbeil, um nach den Überresten seiner Einheit zu suchen. Sein
spezielles Interesse galt den in den letzten Tagen vor der Flucht über
die Nehrung vergrabenen Regimentsgefechtsbüchern und Aufzeichnungen, die
er retten konnte. Sie bildeten zusammen mit seinen eigenen Aufzeichnungen
den Grundstock der Aufarbeitung seines Kriegstraumas.
Für
Menschen mit Geschichtsbewusstsein und vor allen Dingen für die junge
Generation dürfte die Lektüre einen weißen Fleck im Wissen um Krieg,
Vertreibung, Tod und Verderben füllen. In einigen Tagen steht die
Dokumentation frei zur Verfügung.
Veröffentlicht
am 14.07.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Relikt eines Dramas im
Jahr 1945
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Neues
von Trompeter L.
Die
Hochstädter Kerb war der passende Rahmen für die zweite Verabschiedung
von Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich - diesmal als
Chorleiter. An dieser Stelle
wurde er damals auch als Pfarrer verabschiedet. Man kann gespannt sein,
welches Thema für die nächste Verabschiedung herhalten muss. Die Gruppe
TonArt wird es wohl nicht sein, denn dort verabschiedete er sich schon vor
einiger Zeit sang- und klanglos zusammen mit seinem Sohn. Die Bindungen sind
wohl sehr verschieden. Zur Hochstädter Kirchengemeinde ist die Bindung
inzwischen nahezu gänzlich verloren gegangen. Der Evangelische Posaunenchor
Hochstadt ist sein Rückzugsraum. Dort ist er nun offiziell - als
Ehrenvorsitzender - so zu sagen deren Pate. Wie der Vorsitzende René Kröller ausdrücklich
betonte, wird Hermann Langheinrich weiterhin dem
Posaunenchor angehören und bei Bedarf auch als Dirigent fungieren. Die
Chance für einen Neuanfang dürfte damit vertan sein. Das autoritäre
Verhältnis zu Teilen des Chores wird weiterhin wirken. Das war kein
Abschied sondern eine taktische Zwischenehrung.
Erstaunlich
war, was Hermann Langheinrich oder sein Posaunenchor zu
diesem Anlass auf die Beine stellte. Die Vereinigung der Evangelischen
Posaunenchöre des Umlands wurden extra zur Huldigung zusammengetrommelt
und sogar zu einer einseitigen Stellungnahme im Tagesanzeiger wegen des
Kerbgottesdienstes motiviert, als ob sie das etwas anginge. Der
Kerbgottesdienst fand in diesem Jahr wieder in der Kirche statt und nicht
im Festzelt. Dorthin hatte ihn Hermann Langheinrich über
dreißig Jahre lang verlegt, denn Festzelte und Feste generell sind seine
große Leidenschaft. So gehören Trompete und Apfelwein symbolisch und
praktisch zu seinem Image, wie der Deckel auf den Topf.
Die
Gemeinde sieht es offensichtlich gelassen, auch wenn sich eine Reihe
von Gemeindemitgliedern über die Kapriolen ihres ehemaligen
Pfarrers aufregen. Es ist wohl die Enttäuschung darüber, ihn
Jahrzehnte lang nicht richtig eingeschätzt zu haben. Der
Posaunenchor kann es möglicherweise bis heute noch nicht. Den großen
Zapfenstreich - den müssen die Bläser noch einstudieren.
Veröffentlicht
am 12.07.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Die
Nationalmannschaft braucht keinen Begrüßungsonkel
Es
steht mal wieder die Frage im Raum, bis zu welchem Platz eines
Endergebnisses man sich noch freuen kann, denn wir sind bei der
Fußballweltmeisterschaft erneut Dritter geworden. Vor uns rangieren nur
Spanien und Holland. Ist das ein adäquater Platz für die Deutsche
Mannschaft? Gemessen an unseren spielerischen und kämpferischen
Qualitäten ist der dritte Platz mehr als die Mannschaft und der Trainer
zu Beginn des Turniers erwartet hatten. Wenn Mannschaften diesmal geschlagen
wurden, dann haben sie sich selbst geschlagen. Es lag vielfach am
mangelnden Teamgeist oder gelben Karten, welche Sperrungen zur Folge
hatten. Was wäre zum Beispiel gewesen, wenn Müller im Spanien-Spiel
hätte spielen dürfen? Unsere Mannschaft hat nicht die Spitzenspieler,
wie sie in den spanischen und italienischen Ligen spielen. Dafür
bestachen sie durch perfekten Mannschaftsgeist. Auch wenn für viele
Spieler die Verlockung
groß ist, das alles entscheidende Tor zu schießen, unsere Spieler sahen
meistens den besser postierten Nebenmann, den sie in Position brachten.
Das fehlte den Stars von Spanien, Holland, Frankreich, Portugal und Brasilien. Sie beraubten
sich selbst der Möglichkeiten. Unseren Spieler gebührt höchste
Anerkennung für den dritten Platz, der auch nicht durch die Anwesenheit
des neuen Bundespräsidenten geschmälert wurde. Der wäre mal besser nach
Afghanistan geflogen, wenn er sich getraut hätte. Dort stehen die jungen
Männer, die wirklich Zuspruch brauchen. Die Nationalmannschaft braucht
keinen Begrüßungsonkel.
Wenn
man sah, wie sich Bundeskanzlerin Angela Merkel während
ihres Besuches in Südafrika unter all den Schwarzen ohne ihren Guido wohl
fühlte und verzückt in die Hände klatschte, so wirkte das präsidiale
Herumsitzen von Bundspräsident Christian Wulff in
Anbetracht der enormen Reisekosten eher, als wäre es mit einem schlechten Gewissen
verbunden gewesen. Er genießt halt jetzt sein Amt - koste es, was es
wolle!
In
der Heimat werden derweil zum letzten Mal die bunten Fahnen geschwenkt und
Nationalgefühl gezeigt, wie zur letzten Fußballweltmeisterschaft. Bald
werden die schwarz-rot-goldenen Devotionalien wieder verschwunden sein und
die Verhaltensforscher werden das Phänomen analysieren.
Was braucht das Volk!
Brot und Spiele waren und sind das Allheilmittel für schwere Zeiten.
Damit kann man die Massen für eine gewisse Zeit ruhig stellen. In
der Politik und in den Unternehmen sollte man sich sinnvoller Weise den Erfolg
des Teamgeistes ansehen anstatt sich an Leistungen egoistischer Stars
ihrer eigenen Mannschaften zu berauschen. Mit guten Chancen auf allen Plätzen der Gesellschaft ließe
sich viel bewirken. Das Volk hat seine enorme Begeisterungsfähigkeit bewiesen,
auch wenn nicht der erste Platz dabei heraussprang. Was zählt, ist
Motivation, Solidarität und Teamgeist!
Veröffentlicht
am 11.07.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Der
neue Bundespräsident ist kein Alpha-Tier
Wir
haben einen neuen Bundespräsidenten: Christian Wulff (CDU),
der präsidiale Typ! Er ist jünger als Joachim Gauck aber
alt genug für das Amt. Als Oberhaupt einer Patchwork-Familie ist dennoch
konservativ - aber kein Alpha-Tier, wie er selbst von sich behauptet.
Bundespräsident zu sein, das kommt seinen Veranlagungen entgegen. Für
die Bundesregierung war es nach der verlorenen Mehrheit im Bundesrat
wichtig, einen Bundespräsidenten zu küren, der im Ernstfall auch Gesetze
unterschreibt, die höchst umstritten sind, wenn sie von Schwarz/Gelb
kommen. Den restlichen Schnickschnack ums Amt gönnt man ihm, wenn er
ansonsten im Sinne seiner Befürworter funktioniert. So waren auch die
Bundeskanzlerin und ihr Stellvertreter froh, dass es im dritten Anlauf
dann doch klappte, auch wenn es an der Partei DIE LINKEN lag, dass er
gewählt wurde. Mit den Stimmen der LINKEN hätte nämlich Joachim
Gauck bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht.
Sie mussten aber mit der absolut chancenlosen Luc Jochimsen
und der kollektiven Enthaltung im dritten Wahlgang gleich dreimal ihre
zweifelhafte Gesinnung demonstrieren.
Die
wichtigste und zweifelfreiste Feststellung ist die, dass es eine geheime
Wahl war. Woher die Stimmen aller drei Wahlgänge kamen, kann niemand mit
Gewissheit feststellen. Selbst das so eindeutig erscheinende Wahlverhalten
der LINKEN schließt Wählerwanderungen nicht aus. Dennoch kann man von
massiven Wahlbeeinflussungen ausgehen. So musste den potenziellen Wählern
von CDU, CSU und FDP klar sein, welche Auswirkungen ein dritter Wahlgang
ohne die absolute Mehrheit haben würde. Die einfache Mehrheit hätte
bedeutet, dass der Bundespräsident ausschließlich wegen der Enthaltung
der LINKEN ins Amt gekommen wäre. Strategen, die so gern vom
Ypsilanti-Effekt faseln, hätten dieses Argument nie mehr in den Mund
nehmen dürfen. Das hat so manchen CSU- und CDU-Wähler wieder auf Kurs
gebracht, auch wenn sie der Kanzlerin und den FDPlern gern eins
ausgewischt hätten.
Die
LINKEN verrannten sich in scheinsachliche Argumente, obwohl jeder weiß,
dass das Amt des Bundespräsidenten keinen politisch gestaltenden Auftrag
hat. Er soll das Deutsche Volk repräsentieren und nicht die Deutsche
Parteien-Unkultur. Für das Amt war Joachim Gauck wesentlich
besser geeignet als Wulff. Er war aber für die alten SED-Kader und die
Kommunisten innerhalb der LINKEN nicht wählbar. Allzu hart hatte er nach
ihrem Empfinden den Besen als Chef der Stasi-Aufklärungsbehörde gekehrt.
Dass sich westdeutsche Gewerkschaftler und ehemalige Sozialdemokraten von
dieser Gruppierung so vereinnahmen ließen, war schon recht ungewöhnlich
und hatte rein gar nichts mit einer freien Wahlentscheidung zu tun - so
sehr sich die Parteispitze auch herausredete.
Joachim
Gauck erntete als unterlegener Kandidat lang anhaltenden Applaus
von SPD und Grünen und es war schon befremdlich, wie teilnahmslos sich
der Rest des Plenums verhielt. Bei so einer Wahl gebührt allen Kandidaten
Respekt. Der frenetische Jubel von Schwarz/Gelb bei der Verkündung des
Endergebnisses glich einem Befreiungsschrei und zeigte, dass auch gerupfte
Hühner noch mit nur einer Schwanzfeder wackeln können.
Die
Politik wird wieder zum Tagesgeschäft übergehen und Christian
Wulff in seine neue Residenz einziehen. Bis zur letzten Minute
hatte er sich sein letztes Hintertürchen offen gelassen und er war erst
beim Feststehen des Endergebnisses bereit, sein Amt als Ministerpräsident
abzugeben. Das sagt viel über den Mann aus, der immer nur seine
politische Karriere verfolgte. Dass ihn Angelika Merkel
damit als Kronprinzen entsorgte, kommt ihm gar nicht in den Sinn - oder
doch?
Ich
vergaß: Ein Bundespräsident muss kein Alpha-Tier sein! Ein Kanzler
schon...!
Davon
kann Angelika Merkel einmal mehr ein Lied singen.
Veröffentlicht
am 01.07.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Christian Wulff

Joachim Gauck
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Doppelt
kompromittiert hält besser
Das
war ein wirklich interessanter Augenblick, als die Personen, die
ihr Thema sonst nur hinter verschlossenen Türen abhandeln, sich
öffentlich gegenseitig kompromittierten. Trotz aller Bemühungen, beiden
Absichten einen seriösen Charakter zu verleihen, bleibt das Gefühl, dass
hier recht raffiniert taktiert wird. Im Grund genommen kompromittierten
sich die Interessenvertreter gegenseitig. Mit dem von CDU, FDP und den
Grünen inszenierten und über den parteilosen Stadtrat Ralf
Sachtleber folgsam zelebrierten Vorgehen wurde dem Vorstand
der Bischofsheimer Evangelischen Kirchengemeinde vermittelt, nicht so
erfolgreich um die benötigten finanziellen Mittel gerungen zu haben, wie
es letztendlich unter Führung der Stadt möglich sei. Deshalb
ermächtigte das Parlament mit knappster Mehrheit den Stadtrat, die
erforderlichen Verhandlungen weiter zu führen. Zuvor musste sich die
Vorsitzende des Kirchenvorstands vor dem Parlament und der Öffentlichkeit
als Bettlerin mit Maximalforderungen kompromittieren. Damit
kompromittierte sie indirekt aber auch den Magistrat, indem sie dessen
eklatante Gestaltungsschwäche offen legte, die erst einen derart
raffinierten Fischzug der Gemeinde ermöglicht. Die sind ja nicht blöd!
Wer seine schwächsten Flanken derart entblößt, fordert schlitzohrige
Verhaltensweisen förmlich heraus.
Die
Definition für "Politik" lautet verkürzt: "Auf
die Durchsetzung bestimmter Ziele gerichtetes Verhalten von Individuen,
Gruppen, Organisationen, Parteien, Klassen, Parlamenten und Regierungen,
wobei sich aus der Interessenbestimmtheit der Kampfcharakter ergibt."
Besonders deutlich lebt sich diese Definition momentan rund um das Ödland
aus, auf dem einmal das Rathaus in Bischofsheim stand. Seit Jahren sind
alle Bemühungen fehlgeschlagen, Bischofsheim einen attraktiven
Ortsmittelpunkt zurück zu geben. Dieser war einmal rund um das Rathaus
gegeben, das zu besten Zeiten der Bischofsheimer SPD gebaut wurde. Zur
besten Zeit der Maintaler CDU verwahrloste es dann und wurde abgerissen,
ehe man eine praktikable Lösung hatte.
An
Alternativen mangelte es nicht - lediglich an der Akzeptanz und bestimmten
Interessen, die nur sehr schwer nachzuvollziehen sind. Anstelle jetzt
unter das kollektive Versagen einen Schlussstrich zu ziehen und einen
Neuanfang zu wagen, wird verschlimmbessert.
Wird
gerade ein Präzedenzfall geschaffen?
Vereinfacht
gesehen soll hier der Eigentümer eines für politische Strategien
interessanten Grundstückes zum Tausch und zur Bebauung gezwungen werden,
obwohl ihm die finanziellen Mittel und die Fähigkeit zur wirtschaftlichen
Umsetzung fehlen. Die Stadt übernimmt die Verhandlungen mit dem
Geldgeber. Im Erfolgsfall dürfte die Kommune die Geschädigte und die
Kirchengemeinde der Nutznießer sein, denn in solche Verhandlungen geht
man nur mit einer verhandelbaren Gegenleistung. Genau auf diese dürfte es
die Evangelische Kirche abgesehen haben, denn wer sich so offen
anbietet, ist ein ideales Opfer. Die sind ja nicht blöd!
Wenn
dieser Fall zum Normalfall wird, dann werden demnächst noch ganz andere
Schlauberger auf der Matte stehen. Zum Beispiel die Kelterei HÖHL, wenn
es um die Baugenehmigung für das Hochstädter Kleeblatt geht. Hier stehen
mehrere Emissionswerte der Genehmigung entgegen, die sich nur mit der
Schließung der Kelterei beseitigen lassen. Da es der Regierungspräsident
ohnehin schon verfügt hat, müsste das Gelände der Kelterei zwingend in
Bauland umgewandelt werden. Das allein dürfte bereits ein deutlicher
Gewinn für die Besitzer der Kelterei sein. Mit solchen Strategen, die
momentan die Maintaler Politik bestimmen, lässt sich da locker noch eine
hohe Abfindung für den Abriss herausschlagen - schließlich sind hier
viele Interessen im Spiel. Die Verhandlungen führt dann erneut die Stadt
und bringt vermutlich auch gleich die Geschenke mit.
Das
kann ja heiter werden!
Veröffentlicht
am 29.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Das
Kerbfinale - Posaunenchor gegen Kirche
Die
Hochstädter Kerb ist eine Traditionsveranstaltung, die sehr eng mit dem
Namen von Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich verbunden ist.
Seit vielen Jahren pflegt und nutzt er diese Veranstaltung für
gemeinnützig verbrämte kommerzielle Zwecke und als Plattform für seine
musikalische Jugendarbeit. Der Zeltgottesdienst bescherte ihm alljährlich
ein volles Haus und eine sehenswerte Kollekte. Das Organisieren von Festen
und Konzerten prägte seinen Ruf mehr als sein Amt als Priester.
Nachdem er in den Ruhestand ging, wurde das noch deutlicher, weil mit Uwe
Rau, seinem Nachfolger, fortan ein ausgesprochener Seelsorger die
Gemeinde übernahm. Hermann Langheinrich reizte die Geduld
seines Nachfolgers und die des Kirchenvorstandes restlos aus, die sie ihm
während seines Wechsels in den Ruhestand entgegenbrachte. Das
Autoritätsgehabe und die Wichtigkeit der eigenen Person war bei Hermann
Langheinrich nicht zu zügeln. Irgendwann war der Bogen
überspannt - ohne ins Detail zu gehen - und man entzog ihm den Posten des
Leiters des Posaunenchors. Genau diese Truppe hatte er nämlich für seine
Zwecke instrumentalisiert, indem sie bis zum heutigen Tag all seine
positiven und negativen Eingebungen flankiert. Am Kerbsonntag
verabschiedet nun der Posaunenchor den ehemaligen Chorleiter just zur
gleichen Zeit, in der der diesjährige Kerbgottesdienst angesetzt ist, der
allerdings vom Kirchenvorstand in die Kirche verlegt wurde. Damit sind die
Fronten klar und die Mitglieder der Gemeinde müssen sich entscheiden, ob
sie in der Kirche die Kirchweih feiern oder im Festzelt den Tribun des
Zeltfestes ehren und preisen.
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Im
Maintal TAGESANZEIGER meldete sich am 26. Juni ein
Gemeindemitglied anonym zu Wort, das vorgibt, "berufliche
Nachteile" zu befürchten, wenn sein Name genannt würde. Es
appelliert an alle beteiligten Parteien, nicht weiter die Gemeinde
zu spalten und endlich wieder Frieden einkehren zu lassen. Mit dem
Bruch der Tradition des jährlichen Zeltgottesdienstes würden
die jungen Leute des Posaunenchors in einen Konflikt "Verein
gegen Kirche" getrieben. |
Es
ist gar nicht notwendig, alle Facetten des intensives Streits zu
beleuchten. Es reicht die Einschätzung, dass die Karre tief im Dreck
sitzt und an den entgegengesetzten Polen zwei Pfarrer sitzen, die
unversöhnlich auf eine höhere Entscheidung warten, als ob außer ihnen
beiden ein Anderer besser beurteilen könnte, was zu tun und zu lassen
ist. Auf der einen Seite agiert Hermann Langheinrich mit
seinen Getreuen vom Posaunenchor und auf der anderen Seite übernimmt der
Kirchenvorstand den Schutz des amtierenden Pfarrers Uwe Rau,
dessen Wehrhaftigkeit lediglich darin besteht, auf seinem Standpunkt zu
verharren. Letzteres Verhalten dürfte mit der aktiven Funktion des
Seelsorgers verbunden sein, die ihm ein aggressives Agieren verbietet. Von
derartigen Zwängen entledigt kann Hermann Langheinrich
zeigen, was seit Jahren in ihm steckt. Seine "Jünger" vom
Posaunenchor wollen oder können jedoch die Rolle nicht erkennen, die
ihnen dabei zugedacht ist.
Am
Kerbsonntag erfolgt nun die endgültige Verabschiedung von Hermann
Langheinrich als Gründer und Chorleiter des Posaunenchors. Er
selbst hat dafür gesorgt, dass dieser Akt förmlich herbeigesehnt wurde -
in der Hoffnung, dass dann wieder Friede in der Gemeinde einkehrt und alle
Teile des Gemeindelebens wieder harmonisch vereint werden können. Es ist
aus verschiedensten Gründen anzunehmen, dass das Festzelt zu diesem
Anlass nur mäßig gefüllt sein wird. Viele Gemeindemitglieder werden
Farbe bekennen oder zuhause bleiben.
Vielleicht
hätte man die Ehrung passenderweise besser zum späteren Zeitpunkt der
Kerbbeerdigung ansetzen sollen, wenn der "Kerbborsch"
hinausgetragen wird.
Damit
hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können.
Es
lebe die Hochstädter Kerb!
Veröffentlicht
am 27.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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VERMISST
- bald auch als Buch erhältlich?
Im
Jahr 2006 gelangte ich in den Besitz von über 150 Feldpostbriefen eines
Verwandten aus dem Russlandfeldzug. Auf meiner Website VERMISST
sind diese Briefe in den Kontext zu den Kriegshandlungen gestellt, wodurch
viele Facetten - auch die des Verhältnisses der Soldaten zu ihren
Familien in der Heimat - begreifbarer werden. Walter Michel steht
sinnbildlich für eine ganze Generation. Sinn der Dokumentation soll die
Aufklärung der Jugend über das Schicksal von Gleichaltrigen während des
Krieges und die Bewusstmachung sein, wie unsinnig Kriege für die
betroffene Bevölkerung aber wie wichtig sie für Wirtschaft und
Kriegsgewinnler des Landes waren. Zugunsten einer weltweiten Turboentwicklung
von Technik und Logistik mit Hilfe der Kriegsmaschinerie mussten im 2. Weltkrieg
mehr als 50 Millionen Menschen ihr Leben lassen. Eine ganze
Generation wurde ihrer Jugend und ihres Lebens beraubt. Dazu kamen noch Millionen als
Kriegsversehrte, Flüchtlinge, Witwen und Waisen. Gewinner und Verlierer
glauben seither an "Schicksal" und "Gunst der Stunde".
Diese Ausarbeitung blieb nicht unbemerkt, zumal
monatlich mehrere Tausend Leser auf die Internet-Dokumentation zugreifen.
Nun zeigt ein Verlag Interesse an der Dokumentation, um sie als Buch zu
veröffentlichen. Damit wird sie wahrscheinlich für eine breite Leserschaft zugänglich.
Die
Doku entwickelte sich weiter
An
dieser Stelle und in der Maintaler Seniorenzeitung machte ich bereits
mehrmals auf die Doku aufmerksam, wodurch sich das Interesse steigerte.
Weltweit greifen inzwischen auch Schulen und Universitäten darauf zu, wie
statistische Auswertungen beweisen. Völlig unerwartet entwickelt sich die
Ausarbeitung in den letzten Wochen weiter, weil über´s Internet neue Infos und
Erkenntnisse einflossen und weiterhin einfließen. So kam ein Kontakt zu zwei noch lebenden Zeitzeugen des
Kessels von Heiligenbeil zustande, die zwar nichts direkt über den Verbleib von Walter
Michel sagen können, jedoch zum gleichen Zeitpunkt am gleichen
Ort waren, als sich seine Spur verlor.
Hermann
Lohmann und Karl Heinz Schmeelke arbeiteten
ebenfalls seit einigen Jahren ihre
Vergangenheit auf und produzierten zusammen mit
dem Deutschlandfunk die Hörspiel-CD "Der weite Weg zurück nach
Balga", nachdem sie zusammen nochmals den Ort des Geschehens in Balga
besuchten. Sie produzierten von diesem Ereignis einen Film, in den auch
Originalaufnahmen und Bilder von den damaligen Kampfhandlungen einflossen.
Auch sie stellten pazifistische Überlegungen ihrer Dokumentationen voran,
was zumindest Karl Heinz Schmeelke die Kritik etlicher
Angehöriger seiner früheren Einheit und unangebrachte Skepsis bestimmter
Medien
einbrachte. Dennoch wollen beide Veteranen ihre
Erfahrung trotz ihres hohen Alters noch etliche Jahre nutzen, um nachfolgenden Generationen zu
verdeutlichen, wohin Kriege führen und mit welch ausweglosen Situation
Regierungen ihre Bürger für das Erreichen politischer Ziele seelisch und
körperlich schwer schädigen.

In
den nächsten Tagen trifft bei mir eine weitere Sendung Bilder und
Filmaufnahmen ein, die mir freundlicherweise zur Auswertung überlassen werden. Mit
ihrer Hilfe wird das Grauen der letzten Kesselschlacht des zweiten
Weltkriegs begreifbar, die von den Teilnehmern ohne zu zögern mit den
Verhältnissen in Stalingrad verglichen werden.

Was ich bisher sah,
übersteigt meine bisherige Vorstellungskraft. Hermann Lohmann,
mit dem ich seit Tagen auch im telefonischen Kontakt stehe, machte mich darauf aufmerksam, dass
damals in den Medien alle Veröffentlichungen von Bildern, Filmmaterial
und Schilderungen von Kampfhandlungen derart gefiltert waren, dass sie
eine bestimmte Aussage unterstützen.
Filmaufnahmen und Fotos dagegen, die Wehrmachtsangehörige trotz strenger Verbote
machten und auch nach Hause retten konnten, zeigen die volle Härte des
Geschehens und das Grauen des Krieges. Gegen Kriegsende wurde auf diese Art
im Bild
festgehalten, was man viele Jahre lang infolge des Traumas mit Worten kaum erklären konnte.
Aus
der Geschichte nichts gelernt
In
Zeiten, in denen unsere Soldaten bereits wieder im Auftrag unserer
Politiker sterben und in Leichensäcken zuhause abgeliefert werden, in
Zeiten, in denen unsere Soldaten im angeblichen Friedenseinsatz schon wieder traumatisiert werden, ist die Aufklärung
wichtiger denn je. Die ungeschminkte Wahrheit wird man nur selten in der Presse
finden, denn das mögen die dafür verantwortlichen Politiker gar nicht.
Ihre medialen "Truppen" sitzen an der Spitze der Medienanstalten
und achten darauf, dass nur das gesendet wird, was ins Konzept passt. Umso
wertvoller sind private Dokumentationen.
Veröffentlicht
am 23.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Mit
Kraft regieren
Ein
Aufschrei geht durchs Land, weil Hannelore Kraft (SPD) in
Nordrhein-Westfalen zusammen mit den Grünen eine Minderheitsregierung
bilden will. Es ist die Rede von der "Ypsilanti-Falle" und von
der stillen Duldung durch die Linkspartei. Dabei steht nach neuester
Positionierung der FDP gar nicht fest, ob die fehlende(n) Stimme(n)
überhaupt von den LINKEN kommen. Enthaltungen hätten die gleiche
Wirkung. Noch-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU)
erdreistet sich sogar, in diesem Zusammenhang davon zu reden, die
Linkspartei stünde nicht auf dem Boden der Verfassung. Allzu gern
versuchen CDU-Politiker immer wieder, Parteien als nicht rechtsstaatlich
zu bezeichnen, nur weil man ihnen den Verfassungsschutz auf den Hals
hetzte. Es gelingt jedoch lediglich, diese als politische
"Schmuddelkinder" abzustempeln und man erzeugt damit bei einem
großen Teil der Wähler erhebliche Zweifel. Die Frage ist doch: Warum
werden diese rechten und linken Parteien überhaupt zu Wahlen zugelassen,
wenn sie angeblich nicht auf dem Boden unserer Verfassung stehen?
Wo
sind die massiven Einsprüche der anderen Parteien gegen deren Zulassung
zur Wahl? Es gibt sie nicht, weil sie nicht erfolgreich wären. Der
Verfassungsschutz findet seit Jahren keinerlei Anhaltspunkte, die relevant
wären. Wenn Parteien zur Wahl zugelassen sind, dann muss man auch
akzeptieren, dass sie gewählt werden. Jegliches Opponieren ist als
Verunglimpfung der Wählerschaft zu werten.
Nach
erfolgter Wahl muss eine Regierung gebildet werden - eine Regierung, die
das politische Geschehen in die Hand nimmt. Um diese erfolgreich
einzusetzen, braucht man im Parlament Mehrheiten. Alle
Sondierungsgespräche für mögliche Koalitionen brachten in NRW keine
mehrheitliche Lösung. Eine große Koalition scheiterte ebenfalls. Blieb
also nur eine Minderheitsregierung CDU/FDP oder SPD/Grüne. Die erste
Variante schloss die FDP aus, weil sie aussichtslos war. Eine
"Minderheitsregierung" Rot/Grün basiert in NRW auf nur einer
einzigen fehlenden Stimme, was ihre Chancen deutlich erhöht.
In
der Vergangenheit hatten Minderheitsregierungen allerdings nur eine kurze
Lebensdauer. Das liegt aber an der politischen Kultur unseres Landes.
Vielleicht führt das Experiment in NRW ja zu einer nachhaltigen
Veränderung der politischen Kultur. Wenn zukünftig in NRW sachlich um
Lösungen gerungen wird und auf diesem Weg Abgeordnete individuell
überzeugt werden anstelle sich an die Vorgaben ihres politischen Lagers
zu halten, könnte es klappen mit der Demokratie. Genau so hatten sich die
Väter des Grundgesetzes ihre Demokratie vorgestellt. Was die Parteien mit
ihrer Fraktions- und Koalitionsdisziplin aus den demokratischen Regeln
inzwischen machten, erinnert eher an Logenverhalten und Korpsgeist.
Die
nordrheinwestfälische FDP entschied sich inzwischen, einen eigenen Weg zu
gehen und die LINKEN meinten, sich ebenfalls an Sachargumenten orientieren
zu wollen. Was die schwarz/gelbe politische Landschaft derzeit so in Rage
bringt, ist die Tatsache, dass die Minderheitsregierung in NRW das
Kräfteverhältnis im Bundesrat kippt. Hier stehen nämlich eine Reihe von
Entscheidungen an, die höchst umstritten sind und nur mit Mehrheiten
durchgedrückt werden können. Ferner steht NRW eine komplette Reform des
Schulwesens bevor, wogegen sich Schwarz/Gelb erheblich wehrt.
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Also
schießen die politischen Pharisäer wie Pilze aus dem Boden, die
der Entscheidung von Rot/Grün in NRW etwas Unanständiges anhängen
wollen. Man zieht die "Ypsilanti-Falle" aus dem Hut.
In
meinen Augen ist das Vorgehen von Rot/Grün in NRW gelebte
Demokratie und der einzige Weg, wie die SPD ihre Ziele in NRW und im
Bund verwirklichen kann. In einer großen Koalition würde die SPD
gewaltig an Profil verlieren. Für die Grünen ist es ebenfalls
wichtig, wieder in Regierungsverantwortung zu kommen. Die Wähler
statteten sie mit einem eindrucksvollen Wählerauftrag aus.
Wahrscheinlich wird die Minderheitsregierung aber keine komplette
Legislaturperiode halten. |
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Vorgezogene
Neuwahlen braucht Rot/Grün jedoch vorerst in Anbetracht der Umfragewerte
nicht zu fürchten. Die offensichtliche Kraftlosigkeit in der politischen
Gestaltung bewog Jürgen Rüttgers wohl, nicht erneut gegen Hannelore
Kraft anzutreten. Er schließt sogar den Fraktionsvorsitz im
Landtag aus. Damit hat der letzte Kronprinz der CDU sein Pulver
verschossen. Die FDP würde von den Wählern zusätzlich zum Bundestrend
für das groteske Taktieren in NRW abgestraft werden, zumal sie
offensichtlich nur mit einer Partei Politik gestalten kann. Der schnell
mal eingeschlagene neue Weg der demonstrierten Eigenständigkeit ist nur
dem verloren gegangenen Profil geschuldet. Man muss schon auf die Zeit
nach Westerwelle warten. Dann klappt es auch wieder mit den Wählern.
Veröffentlicht
am 19.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Großmeisterin
der Perseveration
Es
gibt Menschen mit einer besonderen Art von Beharrlichkeit, die ihre Gegner
in die Knie oder zumindest zum Einlenken zwingt. Zu diesen Menschen
gehört zweifellos unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Kurz nach der Wende muss Helmut Kohl sofort seine
Seelenverwandtschaft zur Pfarrerstochter aus der Uckermark erkannt haben
und baute sie in seine politische Konstruktion mit ein. Beide sind
Großmeister der Perseveration, dem Festhalten an einem Gedanken ohne
Rücksicht auf den Fortgang eines Gesprächs. Wenn Angela Merkel kurzzeitig
argumentativ beidreht, so hat es Ähnlichkeit mit einem militärischen
Segelmanöver, das lediglich der günstigeren Position dient, um bei der
nächsten Vorbeifahrt eine finale Breitseite abzufeuern. Obwohl sie diese
Taktik national und international immer wieder erfolgreich fährt, fallen
gerade die Machos unter den männlichen Kontrahenten reihenweise darauf
herein. Koch hat gerade ein solches Manöver erlebt und Brüderle steht es
unmittelbar bevor. Gelegentlich entlockt man ihr dabei mal ein leichtes
Grinsen. Meistens spielt sie jedoch mit ihrer Mimik perfekt alle
möglichen Gemütsverfassungen durch, die nur dem einen Zweck dienen: ihre
Opfer sollen übermütig und leichtsinnig in ihre aufgestellten Fallen
laufen. Man nennt es den "Colombo-Effekt". Anschließend
ermöglicht sie Ihren unterlegenen Kontrahenten sogar noch einen gespielt
würdevollen Abgang, damit diese ihr Gesicht wahren können.
Wer
nun aber annimmt, es bei ihr mit einem einfach gestrickten Menschen zu tun
zu haben, der lediglich einige raffinierte Taktiken und eine gewaltige
Selbstbeherrschung besitzt, begeht den nächsten Fehler. Angela
Merkel ist eine überaus kluge Analytikerin, die sehr komplexe
Zusammenhänge spielend erkennt und die Stellen herausfindet, an denen
eine Gedankenkonstruktion klemmt. Während hochkompetent auftretende
männliche Kontrahenten komplizierte Lösungen mit immer neuen Varianten
schmücken, um ihre fachliche Reputation in noch größere Höhen zu
schrauben, verblüfft Angela Merkel im zweiten Anlauf mit
höchstpragmatischen Lösungen, die sie die konkurrierenden Herren noch
mit ihren kleinen fachlichen Sahnehäubchen schmücken lässt, damit sie
leichter zustimmen können. Ist die Sache später ausgelöffelt, bleiben
die kleinen Sahnehäubchen meistens leicht angetrocknet auf dem Boden der
Tasse zurück.
In
ihrem nationalen Umfeld verdrängt Angela Merkel so nahezu
alle Personen, die für ihr Amt in Betracht kämen. Roland Koch
und Christian Wulff ist sie zunächst erst einmal los.
Ursula von der Leyen wurde von ihr in der letzten Woche
politisch gewogen und auf eine Art für zu leicht befunden, dass diese
gern in ihrer bisherigen Funktion verbleibt. Kurzzeitig durfte sie dafür
die Präsidentin der Herzen spielen. Das muss ihr genügen.
Interessant
wird die Sache, wenn Angela Merkel ihren Platz räumen
müsste. Darauf arbeiten die Herren des Andenpakts seit einigen Jahren
hin. Momentan muss die Kanzlerin die Hürde der Bundespräsidentenwahl
nehmen, weil sie sich auf Christian Wulff festlegte. Sollte
das Andenpakt-Mitglied scheitern und sich die Spannungen in der Koalition
verstärken, könnte man ihr im Parlament die Machtfrage stellen. In
diesem Fall muss man allerdings befürchten, dass Deutschland vom Regen in
die Traufe kommt.
Veröffentlicht
am 12.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Pokerrunden
auf verschiedenen Ebenen
Nun
ließ Kanzlerin Angela Merkel auch noch ihren
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in Sachen
Kreditbürgschaft für OPEL an die Wand laufen. Einmal mehr gelang es der
FDP im Kabinett nicht, die Koalitionspartner komplett zu überzeugen. Also
entschied die Kanzlerin, dass Brüderle seine Ablehnung medienwirksam
zelebriert und öffnete gleichzeitig mit der Gesprächsrunde der
Ministerpräsidenten der Länder, in denen OPEL-Standorte sind, eine
andere Ebene für Lösungen. Geschickter kann man den Koalitionspartner
nicht vorführen. Dabei ist die Begründung von Rainer Brüderle
gar nicht so falsch. Erst führt GM die Bundesregierung monatelang mit
Gesprächen vor, die der Herauslösung von OPEL aus dem Mutterkonzern
dienen sollten und blieb dann doch dabei, OPEL nicht zu verkaufen. In den
USA konnte GM vom Staat gerettet werden und es ist davon auszugehen, dass
man bei OPEL auf die europäischen Staaten setzte, die in ihrer
Währungszone keine Turbulenzen mehr vertragen.
Das
ist reichlich unverfroren, zumal GM bereits schon wieder schwarze Zahlen
schreibt. Die FDP steht auf dem Standpunkt, der Markt müsse das Problem
allein lösen. Den Opelanern hilft das nicht, denn GM zieht ihr Ding mit
hoher Wahrscheinlichkeit durch und 10.000 Entlassungen dürften die Folge
sein. Am größten Standort und für GM wichtigen
Entwicklungszentrum in Rüsselsheim dürfte die Gefahr der Schließung
nicht so hoch sein, wie an den anderen Standorten. In Hessen sitzt
allerdings ebenfalls die FDP und zusätzlich mit Jörg Uwe Hahn
ein Scharfmacher im Boot. Man kann gespannt sein, wie sich Roland
Koch verhalten wird.
Opel
in Europa bedeutet gleichzeitig konkurrierende Interessen europäischer
Staaten. Das nutzt GM geschickt aus. Bei den staatlichen Hilfen geht es
nicht nur um die Rettung von Arbeitsplätzen, sondern auch die
Entscheidung, dass im Fall der Zusage Werke in anderen europäischen
Staaten geschlossen werden. Für den europäischen Gedanken ist das Gift.
Die Lösungswege ähneln immer stärker raffinierten Pokerpartien. Wie
hoch Rainer Brüderle pokerte, wird man am Ende sehen.
Veröffentlicht
am 10.06.2010 © Klaus Klee
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DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Spätkapitalistische
Dekadenz landet bei 5%
Nun
hat es der Guido wirklich geschafft! Er hat die Wählergunst nahezu
pulverisiert. Im Februar 2009 stand die FDP bei 18% (Forsa). Nun ist der
Wert auf 5% gesunken. Was der FDP blieb, sind diejenigen, für die sie
Politik betreibt. Hinzu kommen noch einige Wähler, die auch dazu gehören
wollen und glauben, von dem satt zu werden, was von den Tischen der
Kernwählerschaft der FDP herunter fällt. Die Grünen steigerten im
gleichen Zeitraum die Wählergunst von 10 auf 18%. Die SPD konnte ihr
Ergebnis nur um 3% von 23 auf 26% verändern. Die CDU fiel um 2%-Punkte
von 34 auf 32%. In der Wählergunst vereinigt die Regierung momentan
maximal 37% auf sich. Deutlicher kann eine Statistik nicht sein. Hinzu
kommt, dass es in der CDU/CSU-Kooperation gewaltig grummelt und sogar
innerhalb der CDU immer mehr Stimmen laut werden, die das Spiel nicht mehr
gut heißen wollen. Der Hessische Kronprinz der FDP droht aus einer
armseligen Umfrageposition heraus sogar damit, den gemeinsamen Kandidaten
für das Amt des Bundespräsidenten auflaufen zu lassen, wenn sich CDU/CSU
nicht angepasst verhält. Die große konservative Volkspartei wird bald
die Reißleine ziehen müssen, sonst stürzt sie zusammen mit ihrem
Schicksalspartner ab.
Die
freien Demokraten, die einst für mehrere Werte standen, haben sich zu
einer reinen Klientelpartei entwickelt, die sich der exzessiven
Umverteilung von Unten nach Oben verschrieb. Dabei steht die Minimierung
wenn nicht sogar die Zerschlagung der wichtigen Sozialstrukturen ganz oben
auf ihrer Agenda. Trug ein Teil der FDP-Wähler bestimmte Zielsetzungen
noch mit, so regt sich zunehmend eine Art von Schamgefühl gegenüber den
Verlierern unserer Gesellschaft. Man kann von spätkapitalistischer
Dekadenz sprechen, der die Wähler zunehmend eine Abfuhr erteilen.
Ich
gehe sogar soweit, dass die FDP momentan den sozialen Frieden im Land
empfindlich stört und dass sie am Sozialstaat zündelt. CDU/CSU stehen
hilflos wie Feuerwehrleute daneben, die dem Brandstifter die Schlüssel
fürs Feuerwehrauto überließen. Wehrhafte und entschlossene Wehrmänner
würden sich bei so großer Gefahr des Löschfahrzeuges bemächtigen und
den Brand löschen. Den überführten Brandstifter würden sie seinem
Schicksal zuführen. Das wäre ja machbar, wenn nicht Oberbrandpfeife aus
Niedersachsen gemeinsamer zukünftiger Branddirektor werden sollte. Ihn
hatte man gemeinsam nominiert. Jetzt könnte dieser sich als
Brandbeschleuniger entpuppen. Ich gehe nicht davon aus, dass sich CDU/CSU
von Jörg-Uwe Hahn (FDP) noch länger auf der Nase
herumtanzen lässt.
Für
die Regierung stehen die Aussichten schlecht, weiterhin als kompetente
Kraft angesehen zu werden, die die Probleme unseres Landes sozial gerecht
lösen kann. Dazu müsste sie die FDP auf die Plätze verweisen und auf
die Rolle reduzieren, die ihr eigentlich zufiel - die Rolle des
Mehrheitsbeschaffers, denn zu mehr taugt sie nicht. Die Regierung trägt
ohnehin schwer an den Pfeifen, die die FDP ins Kabinett schickte. Die
Wähler könnten sich vielleicht damit zufrieden geben, wenn die Kanzlerin
endlich aufräumt und sich nicht weiterhin erpressen lässt. Mal sind es
revolutionäre Zellen innerhalb der CDU, mal Haflinger aus Bayern und dann
noch dieser Guido Westerwelle, den übermütige Wähler
unverständlicherweise zum Mehrheitsbeschaffer machten.
Welche
Auswirkungen haben die Trends auf die Kommunalwahl?
Bekanntermaßen
sind auch Kommunalwahlen von Bundes- und Landestrends beeinflusst. Wenn
das bei der nächsten Kommunalwahl wieder so sein sollte, so wird es die
FDP schwer haben, überhaupt ins Parlament zu kommen. Kommunal ohnehin
blass mit einem negativen Bundestrend im Rücken - das sind schlechte
Voraussetzungen.
Die
Grünen können dagegen vom Bundestrend profitieren, wenn es ihnen
gelingt, ihr Maintaler Image zu verbessern und vor allen Dingen Mitglieder
zu gewinnen, die wirkliche grüne Politik betreiben. Es wäre fatal, wenn
grün denkende Wähler in Maintal erneut ein halbleeres grünes Fass ins
Parlament rollen würden.
SPD
und CDU dümpeln auf ihren Werten herum. Das ist im Bund ähnlich wie in
Maintal. Hier wird sich gewaltig etwas bewegen müssen, sonst tanzen ihnen
die zukünftigen Partner gewaltig auf dem Kopf herum. Regieren ist heute
bei 5 Parteien nicht mehr so einfach wie früher. Man muss den Wähler
schon die richtige Orientierung geben!
Veröffentlicht
am 09.06.2010 © Klaus Klee
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FDP
5%

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Unausgewogene
Lastenverteilung
"Viele
kleine Beträge ergeben einen großen Betrag", könnte der
Grundgedanke gewesen sein, der für die Struktur des Sparpaketes sorgte.
Hinzu kommt, dass man sich genau die Opfergruppe auswählte, die sich dem
Zugriff des Staates nicht entziehen kann. Der
überwiegende Teil des Volkes befindet sich quasi in einer Art Geiselhaft.
Dabei gäbe es durchaus
Methoden, wie man der kleinen Opfergruppe der Superreichen in Summe einen
wesentlich größeren Beitrag zur Finanzkrise abknöpfen könnte. Da wäre
zum Beispiel die Vermögenssteuer, die unter Gerhard Schröder
abgeschafft wurde. Die ganze Welt wundert sich über dieses Bonbon, denn
ihre Reichen werden alle zur Kasse gebeten. Das, was die Regierung als
"ausgewogen" bezeichnet, ist auf der Seite der Banken und
Unternehmen ein schwammiges Gebilde, denn Ergebnisse sind kurzfristig
nicht erzielbar. Damit zum Beispiel die Energieproduzenten eine
"Brennelementesteuer" zahlen, schenkt man ihnen längere
Laufzeiten - ein Ziel von Schwarz/Gelb, das schon vorher feststand. Dass
die Brennelementesteuer die Strompreise verändern, dürfte klar sein.
Also werden auch diese Auswirkungen auf die Endverbraucher übertragen,
die ohnehin den Rest des "ausgewogenen" Paketes zu tragen haben.
Gewerkschaften und Sozialverbände melden bereits erheblichen Widerstand
an.
Man
muss fairerweise einräumen, dass die Aufgabe sehr schwierig ist, wenn man
eine ausgewogene Lastenverteilungen erreichen will. Dazu saßen aber
die falschen Leute am Kabinettstisch. Ursula von der Leyen
(CDU) verwaltet den größten Einzeletat.
-
Also
griff man munter in ihren Sozialtopf, um mit Kürzungen "neue
Anreize" für Langzeitarbeitslose zu schaffen. Dabei vergessen
die neoliberalen Kräfte, dass die exorbitant gestiegenen Sozialkosten
die Folge der Entlassungswellen sind, die einzig der Steigerung des
Profits dienten. Das wäre ein Grund mehr, die Nutznießer der
Arbeitslosigkeit stärker an der Bewältigung der Krise zu
beteiligen.
-
Im
Gesundheitsbereich wird deutlich, dass die Sozialtöpfe von der
Pharmaindustrie, der Ärzteschaft und der Branche für medizinische
Geräte und Hilfsmittel regelrecht geplündert werden, so dass der
Bund immer wieder zuschießen muss.
-
Der
Anstieg von Krankheiten, die mit Stress und Existenzangst zu tun
haben, müsste ebenfalls auf die Rechnung der Unternehmen gehen;
zumindest müsste der Arbeitgeberanteil für Krankenkassenbeiträge
angehoben werden. Soziale Marktwirtschaft ist mehr denn je gefragt.
-
Es
ist bedenklich, dass die Arbeitskraft von den Unternehmen immer
schonungsloser ausgebeutet wird. Jetzt kürzt man auch noch denjenigen
die Bezüge, die bereits unter dem Druck der Unternehmen
zusammenbrachen oder ihren Job verloren.
-
Die
Kürzung der Mittel für Qualifizierungsmaßnahmen
Langzeitarbeitsloser führt zur Einschränkung der Maßnahmen. Das mag
in vielen Fällen richtig sein, weil die Schulungen offensichtlich am
Bedarf vorbei erfolgen. Vor Wahlen waren jedoch immer günstige
Beschäftigungszahlen gefragt. Personen in Schulungsmaßnahmen konnte
man kurzfristig aus den Statistiken nehmen. Nun dürfen sie wieder in
den Statistiken geführt werden
Beruhigend
ist, dass das Sparpaket nun erst ins Parlament muss, wo es eingehend
geprüft wird. Zuvor werden die Gewerkschaften und Sozialverbände die
Themen filetieren. Die Bundesregierung muss dann auch erklären, wie die
vagen Absichten hinsichtlich der Banken und der Finanzwirtschaft
realisiert werden sollen.
Bis
es zur Abstimmung kommt, ist auch der neue Bundespräsident gewählt. Dann
wird man sehen, wie es generell um die Regierung bestellt ist. Mit dem
Entwurf des Sparpakets zeigte die Koalition einmal mehr, dass sie in
dieser Konstellation zu keiner ausgewogenen Politik fähig ist. Die
Koalition braucht jetzt eine spannende Fußballweltmeisterschaft, um
unbemerkt von der Öffentlichkeit ihre Liste der Grausamkeiten auf den Weg
zu bringen. Scheiden wir vorzeitig aus, gilt der Politik die volle
Aufmerksamkeit. Dann wird es eng um Merkel, Westerwelle & Co.
Veröffentlicht
am 08.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Geht
es bereits um unsere Demokratie?
Die
CDU wird momentan anscheinend von einem Geheimbund beherrscht, dessen
Großmeister inzwischen Roland Koch sein könnte. Man nennt
den Männerbund den Andenpakt und er machte sich zum Ziel, massiven
Einfluss auf Personalentscheidungen der CDU zu nehmen. Folgt man
Informationen in Wikipedia,
so haben sich diese Herren verpflichtet, niemals gegen eine andere Person
des Paktes zu kandidieren oder dessen Rücktritt zu fordern. Die letzte
Großtat sei die Verhinderung der Kanzlerkandidatur von Angela
Merkel im Jahr 2002 gewesen. Angeblich sei der Andenpakt 2007
aufgelöst worden. Siehe auch Artikel
im Handelsblatt vom 27.05.2010.
Nun
greifen mit der Nominierung von Christian Wulff erneut
Aktivitäten, die der Gruppe zugeschrieben werden. Wenn das tatsächlich
so ist, dann ist Roland Koch wesentlich gefährlicher
einzustufen als er es ohnehin schon ist. Das "System Koch"
umfasste mit Franz-Josef Jung und Volker Bouffier
bereits wesentliche Mitglieder des Andenpakts und man sah an den diversen
Skandalen um die Herren, dass sie großen Einfluss auf Polizei und Justiz
ausüben. Wie sonst könnte man sich den Fall Wolski, die Suspendierung
von fähigen Finanzbeamten und die Niederschlagung von Verfahren gegen
Steuersünder oder das Besetzen eines hohen Polizeipostens entgegen einem
Gerichtsurteil erklären? Das wird aber nur die Spitze des Eisbergs
sein.
Die
lockere Hinnahme des Rücktritts von Roland Koch seitens der
Kanzlerin dürfte den streitbaren Hessen enorm in Rage gebracht haben, was
dazu geführt haben könnte, dass Christian Wulff seinen
Hut in den Ring werfen musste, um die Favoritin der Kanzlerin
abzuservieren. Es spricht einiges dafür, dass es einen offenen Kampf des
Systems Merkel gegen den Andenpakt gibt, der bisher allerdings der
Öffentlichkeit verborgen blieb. Der Abgang von Friedrich Merz
und die Verbannung von Günther Oettinger nach Brüssel
könnten im gleichen Zusammenhang stehen. Das letzte Opfer könnte Christian
Wulff sein, der der Kanzlerin geschickt ins Netz ging. Scheitert
er, ist er für immer erledigt.
Bis
zur Wahl des Bundespräsidenten dürfte nun eine gewaltige
Presse-Maschinerie anlaufen, die dem Versuch dient, den Teil der
Bundesversammlung, der aus Bürgern ohne parteiliche Bindung besteht,
davon zu überzeugen, dass es hier nicht nur um Christian Wulff
geht, sondern um den Einfluss einer geheimbündlerischen Gruppe, die
unserer Nation einen Politkarrieristen als Bundespräsident aufdrücken
will. Die Zielrichtung des Andenpakts ist klar: Angela Merkel
soll im Amt beschädigt werden. Presseberichten zufolge hält Angela
Merkel große Stücke auf Joachim Gauck und
attestiert ihm, ein guter Präsident sein zu können. Was soll sie auch
anderes sagen, denn die Lobeshymne zum 70. Geburtstag Gaucks steht ja in
jeder Zeitung. Es geht um ihre Glaubwürdigkeit.
Was
wird also passieren?
Im
Drähteziehen und in parteilichen Grabenkämpfen steht die Kanzlerin den
aufmüpfigen Herren um nichts nach. Wen würde es wundern, wenn sie auf
ähnliche Weise dafür sorgt, dass Christian Wulff eine
Schlappe erleidet, die ihn so empfindlich beschädigt, dass er den Fuß
nicht mehr auf den Boden bekommt. Zuzutrauen ist es ihr und man könnte es
ihr nicht verdenken.
Wenn
das passiert, dann rechne ich mit der Spaltung der CDU und mit einer
weiteren politischen Kraft, vor der man heute schon Angst haben kann. Wenn
es dabei zu einem Aufsaugen des ultrarechten nationalistischen Lagers
kommt, dann Gnade uns Gott.
So
langsam wird die Bundespräsidentenwahl zu einer nationalen Frage von
elementarer Bedeutung. Entweder, wir festigen unsere Demokratie oder wir
laufen Gefahr, einer neuen extremen politischen Kraft in die Hände zu
fallen. Christian Wulff könnte die Rolle eines Wegbereiters
zufallen. Die Geschichte könnte sich in abgewandelter Form
wiederholen.
Veröffentlicht
am 04.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Großmeister
des Andenpakts?
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Das
nächste Fixierbild bitte
Über
Nacht ist der Stern der Ursula von der Leyen wieder
gesunken. Ausgerechnet der Mann, der sie in die Politik einführte,
negiert jetzt ihre Kandidatur und bringt sich selbst ins Spiel. Mit Christian
Wulff (CDU) wirft der letzte der nach dem Abgang von Roland
Koch noch verbliebenen starken CDU-Führungspersönlichkeiten den
Hut in den Ring. Damit stellt er sich gegen das bisherige Votum der
Kanzlerin. Der Mann, der kürzlich noch das Amt des Ministerpräsidenten
jedem anderen Amt in Berlin vorzog, überlegt es sich jetzt anders.
Vielleicht merkt auch er, dass Wahlen nicht mehr so leicht zu gewinnen
sind und die Koalitionsalternativen in den politischen Abstieg führen.
Als Bundespräsident wäre man aus allem heraus und wenn die Amtszeiten
auf maximal eine Periode mit 6 Jahren beschränkt werden sollte, wäre das
ein schöner finaler Ausstieg. Für die Kanzlerin wird es langsam
kritisch, denn die CDU verliert zunehmend an Substanz. Nun sind bald nur
noch so Typen wie Pofala und Hinze um sie herum und Volker Kauder
verkörpert ja auch nicht unbedingt den Typ mit Rückgrat. Bliebe nur noch
der Theodor von und zu Gutenberg und Wolfgang
Schäuble als Hochkaräter im Kabinett. Schaut Angela Merkel
rüber zur
FDP, so sieht es dort noch schlimmer aus.
Augen
zu und durch!
Am
Donnerstagnachmittag ließ die Kanzlerin aus ihrem Umfeld erklären, sie
habe sich noch nicht auf von der Leyen festgelegt, was bedeuten sollte,
dass sie nicht die Treiberin des Prozesses sei. Welch feiger Rückzug vor
der Macht der Länderfürsten, die ihr Christian Wulff
aufdrücken wollen. Eines hat Angela Merkel perfekt
geschafft: Sie hat einige Personen auf die Waage gestellt und ihr
politisches Gewicht feststellen lassen. Alle wurden bisher als zu leicht
befunden.
Übrigens:
Aus CDU-Kreisen sickerte durch, dass man mit Ursula von der Leyen
und der Kanzlerin nicht zwei protestantische Führungskräfte an der
Spitze des Staates haben wolle. Tolle Ausschlusskriterien! Inzwischen ist Christian
Wulff nominiert.
Ein
unabhängiger Kandidat war nicht erwünscht
Es
stellt sich die Frage, warum allen voran die Kanzlerin nicht nach einer
Person suchte, die als kraftvolle ethisch-moralische Instanz mit
politischer und wirtschaftlicher Erfahrung als wertvolle
Unterstürzung der Krisenbewältigung suchte und die anderen Parteien mit
einband. Nachdem die Mehrheit im Bundesrat weg ist und zukünftig auch
nicht wiederkommen wird, wird ein folgsamer Parteisoldat als
Bundespräsident zwischen allen Stühlen sitzen. Dies umso mehr, wenn sich
in absehbarer Zeit ein Regierungswechsel vollzieht. Man muss doch merken,
wenn die Situation total verfahren ist.
Möglicherweise
wäre eine starke ethisch-moralische Instanz ohne Parteienverflechtung das
beste Oberhaupt für den Souverän gewesen, denn über 60% der Bevölkerung geht
gar nicht mehr wählen und die Anzahl der Parteimitglieder aller Parteien
ist weit unter 10% der Bevölkerung gesunken. Eine Bundespräsidentin, wie
zum Beispiel Margot Käßmann, würde - wenn sie kandidieren
würde - ihre Aufgabe bestimmt sehr gut wahrnehmen und zudem endlich zu
den katholisch verwurzelten Strukturen der Regierungsparteien ein weiteres
Gegengewicht bilden. Außerdem wird sie als Mensch empfunden, der die
gleichen Fehler macht, wie andere Menschen, jedoch bereit ist, dafür die
Konsequenzen zu tragen. Ach - ich vergaß die CSU! Margot Käßmann
ist ja auch evangelisch...!
Dann
zogen SPD und Grüne ihr Kaninchen aus dem Hut
SPD
und Grüne lassen nun den früheren Chef der Stasi-Unterlagenbehörde Joachim
Gauck gegen Christian Wulff antreten. Er ist Pfarrer
und Mitbegründer des Neuen Forums sowie Vorsitzender der Vereinigung
"Gegen Vergessen - Für mehr Demokratie". Ob das so eine
glückliche Wahl war, wird sich herausstellen, denn die Gegenargumente
liegen auf der Hand. "Noch ein Ostdeutscher an der Spitze des
Staates", dürfte die Hauptbotschaft für die Magengrube sein. Selbst
wenn er katholischer Pfarrer wäre, würde das nichts ändern. Für Gauck
werden keine Mehrheiten zusammen kommen. Es bleibt mal wieder bei der
symbolischen Handlung in ohnmächtigen Zeiten. Gut gemeint, aber tot
geboren, die Idee.
Dann
stellen wir uns mal langsam auf Christian Wulff ein.
Veröffentlicht
am 04.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Christian
Wulff
Der
Geheimbündler des Andenpakts
Joachim
Gauck
Mann mit
Präsidentenformat
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Die
Nominierung von Christian Wulff (CDU) als
nächster Bundespräsident wird als Wendepunkt der Ära Merkel
angesehen werden, wenn sich die Machtverhältnisse in der BRD wieder
ändern. Die Qualität und die besonderen Eigenschaften der Kanzlerin
werden international häufig geschätzt und ihre Hartnäckigkeit
mit der von Helmut Kohl verglichen. Innenpolitisch ist
sie gefürchtet. Das allerdings nicht wegen brillanter Denkleistungen
und genialer Lösungen sondern eher für die Art, wie gründlich sie
ihren Hof leer fegt. Mit Christian Wulff ist die letzte
Etappe der Kronprinzenbereinigung vermeintlich geschafft.
Was
allerdings irgendwie stört, ist, dass sich der Andenpakt ehemaliger
JU-Vorsitzender durchsetzte und die Machtprobe für sich entschied.
Die Vorbereitungen für die Zeit nach Angela Merkel haben
damit begonnen. Auch in CDU und CSU muss das Bestellen des direkten
Kanzlerumfeldes durch Angela Merkel bedrückend
empfunden werden. Selbstbewusste Personen der Partei ließ sie
an die Wand laufen und stufte sie damit in der öffentlichen
Wahrnehmung deutlich ab. Ihr letztes Opfer ist Ursula von der
Leyen. Diese ließ sie kalt lächelnd ins offene Messer
laufen.
Der
Andenpakt, zu dem nach Einschätzung des SPIEGEL auszugsweise Günther
Oettinger, Franz Josef Jung, Volker Bouffier, Roland Koch, Christian
Wulff, Friedbert Pflüger und Matthias Wissmann
gehören, setzte sich mit dem Kandidat Christian Wulff
durch und die Umgebung von Merkel streute schnell die Nachricht, dass
sich die Kanzlerin ja noch nicht auf Ursula von der Leyen
festgelegt hatte. Damit sollte der Eindruck erweckt werden, sie sei
nicht die Treiberin des Prozesses, weshalb sie auch wegen des Wechsels
der Zielperson nun auch nicht beschädigt werde.
Angela
Merkel dürfte dennoch beschädigt sein, denn die Bürger sind
ja nicht blöd. Sie registrieren genau, dass der Höhepunkt der CDU
mit ihrer Frontfrau überschritten ist. Auch ist allzu offensichtlich,
dass sie sich mehr auf ihren Machterhalt als auf das Wohl des Landes
konzentriert. Parteiintern ist der Machtkampf voll entbrannt und die
Reihen für die Zeit nach Merkel formieren sich. Es sind
national-konservative Kreise, die hier den Ton angeben, die nur noch
den rechten Rand abfischen müssen um ein System zu installieren, das
jetzt schon Furcht einflößt.
Klaus
Klee
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Entsorgt
die Kanzlerin eine Konkurrentin?
Das
höchste Amt im Staat steht zur Disposition. Es muss neu besetzt werden
und man sucht nach einer Person, die Deutschland würdig und kompetent
vertreten kann. Es sind Qualitäten gefragt, die Deutschland auf allen
möglichen Gebieten in der Spur halten können oder in diese wieder
zurück bringen. Der nächste Bundespräsident oder die Bundespräsidentin
müssen über alle gesellschaftliche Gruppen hinweg eine Klammer bilden
können. Außerdem sind Verfassung, Recht und Gesetz zu achten sowie eine
größtmögliche Ethik in allen Entscheidungen anzuwenden. Momentan wird Ursula
von der Leyen (CDU) am höchsten gehandelt. Aber auch Wolfgang
Schäuble (CDU) hat gute Chancen. Der Kandidat muss zudem einige
Perspektiven für die schwarz/gelbe Regierung und für die Kanzlerin Angela
Merkel bieten und zusätzlich über die Parteigrenzen hinaus
wählbar sein. Für Ursula von der Leyen sprechen mehrere
Gründe.
Die
Arbeitsministerin als Vertreterin des linken Flügels gilt in der CDU als
die Haupt-Triebfeder für die Sozialdemokratisierung der Union. Sie gibt
der Union ein Profil, das auch auf der Linie der Kanzlerin liegt. Nachdem
der Union der Wirtschaftsflügel infolge der Krise zunehmend wegbricht und
Schwarz/Gelb momentan die Wähler weglaufen, wird es zum Machtkampf in der
Union kommen. So spontan, wie Ursula von der Leyen in der
derzeitigen Situation ins Bewusstsein vieler Politiker rückt, so wäre
sie auch präsent, wenn der Stuhl der Kanzlerin wackelt.
Es
gibt neben der momentan vorherrschenden Volksmeinung aber auch eine ganz
andere Sicht der Person
Ursula von der Leyen, wie der verlinkte Artikel zeigt. Demnach ist
der soziale Tatsch, der ihr nachgesagt wird, völlig anders zu bewerten.
Auch mit ihrer Kampagne für Internetsperren setzte sie große
Fragezeichen und vergrätzte weite Kreise. Dennoch wird von Teilen der
Presse ein recht positives Bild vermittelt. Es gibt aber auch kritische
Stimmen, die eine Nominierung von der Leyens mit Hindenburg vergleichen.
Es ist erstaunlich, mit welchen Eigenschaften man wie weit nach oben man
kommen kann.
Angela
Merkel ist intelligent genug, um zu wissen, dass ihr eigenes
Charisma national und international gelitten hat und sich ihre Taktiken
langsam verschleißen. Die CDU/CSU leidet an einem Mangel an
Führungskräften mit Profil, weil die Kanzlerin ihr Umfeld um kluge
Köpfe "bereinigte". Wenn sie Ursula von der Leyen
jetzt auf den Posten der Bundespräsidentin quer verschieben kann, ist sie
eine Konkurrentin los und kann sich dennoch sicher sein, dass alle
schwarz/gelb geprägten Gesetze ohne Schwierigkeiten das
Bundespräsidentenamt passieren.
Anders
bei Wolfgang Schäuble. Er wäre nur aus einem Grund eine
Option für die Kanzlerin. Sein Engagement im Finanzministerium steht
unter keinem guten Stern und seine Strategien beißen sich permanent mit
dem Koalitionsvertrag. Auch patzte er kürzlich gesundheitlich, als sie
ihre ganz große internationale Strategie zur Rettung des Euro fahren
wollte.
Wolfgang
Schäuble könnte ebenfalls ins Bundespräsidentenamt quer
entsorgt werden, damit der Weg für eine neue Option frei ist. Natürlich
wäre ein Rollstuhlfahrer im Amt ein Novum, doch auch das stünde dem
momentanen Zustand der BRD gut. Es kommt schließlich auf den Kopf an. Wolfgang
Schäuble hätte das Zeug zum Bundespräsident, auch wenn man ihn
im Ausland verbal ähnlich schwer versteht wie Öttinger. Man braucht halt
gute Übersetzer. Es fragt sich nur, wer dann Finanzminister werden soll. Roland
Koch wird es sicher nicht mehr. Der hat sich selbst entsorgt.
Ursula
von der Leyen wird das Rennen machen und das Arbeitsministerium
könnte man dem Wirtschaftsministerium angliedern. Davon versteht
Brüderle zwar auch nichts - aber gerade deswegen passt das zusammen. Die
Koalition ist eh auf dem absteigenden Ast.
Mit
Ursula von der Leyen wird ein weiterer Hoffnungsträger der
Tagespolitik kaltgestellt. Von Hoffnungen allein kann man aber nicht
leben. Deutschland steht mit einer erneuten
Schwächung der Regierung vor ganz neuen Herausforderungen. Das Chaos ist
eigentlich vorprogrammiert.
Gut,
dass in zwei Wochen die Fußballweltmeisterschaft beginnt.
Dann
kriegt es keiner mit...!
Veröffentlicht
am 03.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Flucht
in der Krise
Der
Bundespräsident verlässt das sinkende Schiff - so sehen es viele
Bundesbürger. Von der Regierung allein gelassen und zu den
finanzpolitischen Problemen ungehört konnte er nur noch das Geschehen
kommentieren und zum richtigen Verhalten aufrufen. Als er in einem Satz
mehrere Gedankengänge ohne seine Ghostwriter zusammenfasste, war es
passiert: Er öffnete in diesem Satz einen weiten Interpretationsspielraum
für Menschen, die generell hören, was sie gern hören wollen. Diese
Deutung wurde dann auch umgehend vermarktet und Horst Köhler
stand vor einem Problem. Dieses Hineininterpretieren war vermutlich der
letzte berühmte Tropfen, der bei ihm das Fass zum Überlaufen brachte.
Als ausgeprägtes Sensibelchen entließ er eigentlich das Volk, das
entlassen und allein gelassen in der schwersten Krise seit 60 Jahren auf
Lösungen wartet. Applaus gibt es für diese "Fahnenflucht"
nicht. Einmal mehr ist Horst Köhler allein. Das Experiment
mit einem Nichtpolitiker als Bundespräsident ist endgültig gescheitert.
Schon
titelt eine große Tageszeitung über einer Karikatur mit Köhler, Merkel
und Westerwelle "Vielleicht geht noch mehr...!" Vor Horst
Köhler hätte eigentlich noch Roland Koch
abgebildet sein müssen, denn die Presse stellt zunehmend Zusammenhänge
her. Man konzentriert sich nun auf die Kanzlerin und ihr Umfeld, um einen
gemeinsamen Nenner im Fluchtverhalten der Abtrünnigen zu finden. Es
scheint, als höre man eine Stimme sagen: "Dann macht doch euren Kram
alleine!"
Die
Befürchtungen vieler Bundesbürger lassen sich schnell zusammenfassen:
-
Deutschland
wird in einen gigantischen Schuldensumpf gezogen
-
Der
kleine Mann muss alleine die Zeche zahlen
-
Der
Euro geht den Bach runter und die Ersparnisse sind in Gefahr
-
Die
Renten schrumpfen weiter bei steigenden Lebenshaltungskosten
-
Alle
Bemühungen, die Negativentwicklung aufzuhalten, scheitern
-
Die
Regierung scheitert an Führungsfehlern und innerer Zerrissenheit
-
Extreme
Gruppierungen gewinnen zunehmend an Gewicht
-
Die
Demokratie ist in höchster Gefahr
Die
Zeit des Aussítzens und des geheimbündlerischen Taktierens ist um! Die
Demokratie muss zeigen, dass sie kraftvoll und zum Wohl der Menschen
Probleme nachhaltig lösen kann. Flügelkämpfe in Parteien sind out. Die
CDU/CSU/FDP-Koalition hat insgesamt mindestens sechs konkurrierende
Flügel. Die Politiker müssen sich in den politischen Lagern versammeln,
denen sie wirklich angehören anstelle dort zu sein, wo sich eine bessere
Karriere hinlegen lässt. Dann werden die Fronten klarer und die
Alternativen für den Wähler überschaubar.
Die
Flucht aus der Krise wird noch mehr Politiker erfassen, denn wer will
schon zu der Truppe gehören, die das Kartenhaus zum Einsturz bringt. Das
Experiment Merkel ist meiner Meinung nach gescheitert und die CDU/CSU
ziemlich am Ende. Die FDP kommt auf keinen grünen Zweig mehr. Man hat
bereits so großes Mitleid, dass man sie schonen möchte. Dann machen sie
allerdings so weiter wie bisher und nennen es "wertkonservativ".
Denen ist beim besten Willen nicht mehr zu helfen!
Veröffentlicht
am 01.06.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Was
Deutschland braucht und was nicht
Deutschland
im Lena-Fieber und die Farben Schwarz-Rot-Gold werden stolz strapaziert.
Eine junge Abiturientin erzeugte in allen Bevölkerungsschichten ein
nationales WIR-Gefühl, wie es zuletzt zur Fußballweltmeisterschaft
vorherrschte. Für eine kurze Zeit vergaßen die Menschen ihre großen und
kleinen Probleme sowie die Probleme unserer Zeit. Hinter dem Phänomen
Lena steht keine gesangliche Höchstleistung und kein genialer Musiktitel
- dahinter steht ganz schlicht und einfach Lena, eine herzerfrischende
junge Dame, mit deren Art und Ausstrahlung sich halb Europa
identifizierte. Es ist die große Sehnsucht unserer Zeit nach Offenheit
und Ehrlichkeit, nach einfacher klarer Sprache ohne Absichten, die man
erst später entdeckt. Damit zeichnet sie einen krassen Gegensatz zur
Politik und der Wirtschaft, die uns permanent belügt und hinters Licht
führt.
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Lena
Meier-Landrut ist sicher kein Kind von Traurigkeit aber sie
sendet all die Signale, die von der Jugend gern aufgefangen werden.
So mancher Erwachsene sah in ihr die Wunschtochter. Sie versprüht
unbekümmerten Optimismus und kombiniert ihre schulischen
Fähigkeiten mit jugendlichem Lifestile, ist in der Musikszene
bewandert und beherrscht perfekt die Interpretation. Erst ihre
eigenwillige Veränderung des gewählten Musikstücks
verwandelte die Mini-Ballade in einen Siegerhit. |
Zu
diesem genialen Kunstgriff vermittelt sie perfekt die Leichtigkeit, mit
der das scheinbar geschah. Als nach den ersten
Ausscheidungsveranstaltungen das Konzept "Authentisch ohne
Schnickschnack" immer besser aufging und weil beim Casting nur die
Stärken und nicht die Schwächen eine Rolle spielten, kristallisierte
sich die Mischung Lenas als erfolgreiches Konzept heraus. Das Publikum sah
das genauso und Lena zog als Lena und nicht als Produkt von
Casting-Machern ins Finale nach Oslo ein.
Natürlich
stand - nachdem ihre Nominierung feststand - eine gigantische Vermarktung
hinter dem Projekt, bei der sich zahlreiche Personen - allen voran Stefan
Raab - die Taschen vollgestopft haben dürften. Auch die Presse spielte
mit kleinen Ausnahmen perfekt mit. Dennoch war es nur das natürlichst
wirkende Gesamtkunstwerk Lena, das überzeugte. Ihren Auftritt spulte sie
nach dem Motto "schau´n mer mal, was dabei raus kommt" ab und
ihre Trümpfe stachen in halb Europa.
Nur
wenige Länder wie zum Beispiel Israel und einige Balkanstaaten
verweigerten ihr die Punkte. Selbst England gab nur 3 Punkte, obwohl Lena
bei den dortigen Buchmachern seit zwei Wochen als Nummer 1 geführt wurde.
Wie auch immer - Lena siegte haushoch und sie machte ihren Erfolg vom
ersten Moment an zum nationalen Erfolg. Sie will Deutschland sogar
nochmals als Herausforderin auf dem nächsten Wettbewerb vertreten, der
dann in Deutschland stattfindet.
Man
kann gespannt sein, wie es mit ihr weiter geht. Für die Werbung hat sie
einen nicht bezifferbaren Marktwert. Den wird man sich mit aller Gewalt zu
Nutzen machen wollen. Auch andere Felder tun sich vor Lena auf. Sie allein
muss entscheiden, welchen Weg sie geht. Ein gutes Zeichen ist bereits,
dass sie sich der BLÖD-Zeitung verweigert. Die junge Dame weiß also
genau was sie will und ist clever genug, ihr Markenzeichen nicht zu
verbrauchen. Ihren Sympathie- und Vertrauensvorschuss wird sie hoffentlich
pflegen. Menschen wie Lena braucht Deutschland!
Bei
Roland Koch sieht das ganz anders aus
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Einige
Leser werden sich nun fragen, wie man nur Lena mit dem
demnächst abgängigen Roland Koch in Verbindung
bringen kann. Das ist ganz einfach: Roland Koch
verkörpert in der Politik den bösen Buben, der mit unlauteren
Mitteln (schwarzen Geldern im Landtagswahlkampf) und
fremdenfeindlichen Inhalten ins Amt kam und sich dort mittels eines
speziellen Führungssystems hielt, obwohl ihm Rechtsverletzungen
nachgewiesen werden konnten. Er hatte zu diesem Zeitpunkt seinen
Einflussbereich bereits auf Justiz und Polizei ausgedehnt. Roland
Koch ist ein Siegertyp der anderen Sorte. Er polarisiert auf
unerträglich Art und weckt rechtskonservative Ressentiments bei
Älteren und rechten Gruppen sowie Hoffnungen im neoliberalen
Wählerkreis der CDU. |
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Alles
was Roland Koch je unternahm galt dem Sieg und dem
Machterhalt. Lockerheit wurde bei ihm als Feixen und Verhöhnung der
Massen empfunden. Sympathien brachten ihm nur Menschen seiner Wesensart
und joviale Narren entgegen. Heute - nach seinem Rücktritt von allen
Ämtern - schnitzt er an einer neuen Legende. Er sieht sich als Opfer,
weil seine Karriere vom Spendensumpf seiner Partei bereits früh
beschädigt worden sei. Er spielt das Unschuldslamm, dass da ahnungslos
hineingeschlitterte und nur an das Wohl der Partei dachte. Dass er dabei
aktiv fälschte und log, verschweigt der Jurist Koch. Er will nicht mehr
zu dem stehen, was er anrichtete und stellt seine politischen Schmutz- und
Hasskampagnen, die massiven Eingriffe in die Bildungspolitik und die
fortwährenden Provokationen von Minderheiten als späte Jugendsünden
hin, die einzig dem Zweck gedient hätten, Probleme ins Rampenlicht zu
zerren. Menschen vom Persönlichkeitsaufbau Roland Kochs braucht
Deutschland nicht!
Das
sind die gravierenden Unterschiede, die ich sehe.
Veröffentlicht
am 31.05.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Der
Spuk ist vorbei
- für die CDU beginnt er erst
Dienstag,
25. Mai 2010, 12 Uhr 30: Hessen atmet auf! Ministerpräsident Roland
Koch (CDU) erklärt seinen Rücktritt von allen politischen
Ämtern! Damit geht für mehr als die Hälfte aller Hessen ein politischer
Spuk zuende. Was folgen könnte, wäre mit der falschen Personalie der
absolute Niedergang der CDU in Hessen. Ohne Roland Koch, der
zentralen Figur des personifizierten Machterhalts, wird sich das eher
schwammige Gebilde der Rest-CDU nicht lange halten können, zumal auch Silke
Lautenschläger den Kram hinschmeißt. Die Allianz der unbequemen
Wahrheiten feiert damit die Freiheit persönlicher Entscheidungen. Das
System Koch feilte jahrelang an einer Leitkultur für Hessen, die eine
Reihe strittiger Akzente setzte. Roland Koch wurde zum
bundesweiten Synonym für Schwarzgeld, erlogene jüdische Vermächtnisse,
Wahlkämpfe mit schmutzigem Geld und ausländerfeindlichen Parolen. In
seinem Umfeld blühte die Vetternwirtschaft und langjährige Weggefährten
durften als Steigbügelhalter an der Macht schnuppern. Für ihre Dienste
bekamen sie lukrative Versorgungsposten und der Chef persönlich wird bald
als Konzernchef eines Großunternehmens wie FRAPORT oder einer anderen
Institution auftauchen. Er dürfte inzwischen eine ganze Schafherde im
Trockenen haben.
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Sein
inszenierter Abgang wirkte aufgesetzt und erinnerte etwas an den Empfang
von Prinzenpaaren im Biebricher Schloss. Locker und gelöst sprach er
über seinen Abgang als wäre er ein Fürst, der sich aus Jux vom Volk
befreit. Zig-mal fiel das Wort "Ich" und er
unterstrich damit, um welchen Mittelpunkt sich Hessen viele Jahre
drehte.
In
Berlin mussten die Wertkonservativen der CDU mit ansehen, wie ein Brocken
aus ihren konservativen Mauern herausbrach, was diese Gruppierung
zukünftig enorm schwächt. Unsere Kanzlerin präsentierte vor der Presse
brav ihr Liedchen vom großen Bedauern, obwohl ihre Taktik des Absägens
von gefährlichen Konkurrenten wieder einmal gut griff. Zurück bleibt der
Rest der Truppe, der als nächstes Zug um Zug der politischen
Karriereperspektiven beraubt wird. Zu ähnlich waren die Systeme Merkel
und Koch.
Und
Roland Koch trieb es in seinen Reihen äußerst heftig. Wer
erinnert sich nicht an die Rolle, die Franz-Josef Jung und Manfred
Kanter zu Roland Kochs Machterhalt spielen durften. Momentan sind Volker
Bouffier und Karlheinz Weimar mit Skandalen der
freundschaftlichen Postenbesetzung bei der Polizei und Amtsenthebungen
sowie
brisanten Steuerangelegenheiten im Visier der Ermittler. Sein Spezi Jörg
Uwe Hahn (FDP) dürfte damit ebenfalls bald im Orkus der
Hessischen Geschichte verschwinden.
Alles zusammen erweckt beim Bürger
den Eindruck einer wie auch immer gearteten Vereinigung, deren Macht bis
in die Polizei und die Justiz hineinreicht. Die Auswirkungen des Systems Koch
sind in allen Bereichen spürbar - sogar bei der Affäre Ypsilanti, die
gekonnt mit dem Kohlekraftwerk Staudinger und dem Ausbau des
Rhein-Main-Flughafens verwoben war. Koch saß trotz klar verlorener Wahl
am Ende wieder im Regierungssessel und konnte seine Klientel bedienen. Bis heute ist noch nicht restlos
geklärt, wie es zu den vier Abweichlern kam, denn glauben wird man ihnen
nie mehr.
Es
gab aber auch den anderen Roland Koch, den brillanten
Redner, den exzellenten Wirtschaftsfachmann und routinierten Landesvater,
der andere Menschen begeistern konnte. Sein politisches und rhetorisches Talent ist
unbestritten, die Wahl seiner Mittel allerdings äußerst
umstritten.
Dieser
Roland Koch konnte sein frechstes Lachen während der
Pressekonferenz nur deshalb zelebrieren, weil er vermutlich bereits weiß,
wie es mit ihm weiter geht. Und er ist Realist genug um zu wissen, wenn alle
Mittel ausgeschöpft und die politische Karriere beendet ist. Bei der
letzten Landtagswahl jagte man ihn förmlich vom Hof. Nur fragwürdiges
Taktieren verhalf ihm zu einer kurzen Verlängerung im Amt. Er will aber
jetzt nicht mehr an Bord sein, wenn das angeschlagene Schiff der hessischen CDU
zusammen mit der FDP sinkt. Das System Koch ist schwer angeschlagen. Er ist kein geborener Verlierer - aber auch
kein gestorbener Sieger. Mit seinem Abgang wollte er in Berlin und in
Hessen ein Zeichen setzen und er wird kritisch verfolgen, wie die
führungsschwache CDU ins Schlingern gerät. Er wird noch lange in den Köpfen
seiner Anhänger und seiner Gegner herumspuken. Was bleibt, ist die
Erinnerungen an das fette Lachen und seine dicke Lippe, die er überall
und jederzeit frech riskierte.
Veröffentlicht
am 25.05.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Geht
es Ihnen genauso? Der Abgang von Roland Koch, den er
angeblich vor einem Jahr bereits ins Auge gefasst hatte, wirkt
provozierend und verstärkt nochmals das Gefühl, ihn seit mehr als
einem Jahrzehnt als Ekel Roland empfunden zu haben. Seine Person
veränderte in Hessen ganz wesentlich das Ansehen und die ethische
Einschätzung aller Christdemokraten. Jede Person, die Koch nicht
zumindest differenziert beurteilte, wurde als Person eines zu
bekämpfenden Lagers empfunden. Die Ablehnung betrifft auch Verfasser
von Kommentaren zum aktuellen Ereignis, wie Dieter Schreier
vom Hanauer Anzeiger, der Koch über alle Maßen lobt und
äußerst missbilligend davon spricht, dass Koch auch als Feindbild
"herhalten musste" - er war es schlichtweg!
Schreier
lobt die Souveränität Kochs, stets Herr über die Politik gewesen zu
sein und stets selbst bestimmt zu haben, wie sich seine politische
Karriere entwickelt. Gerade der jetzige kraftvolle Rückzug sei ein
deutliches Zeichen für die Stärke Kochs. Es stimmt eher, dass Koch
ein besonderes Talent zur Selbstinszenierung hat, das er immer dann
auslebt, wenn er sich nicht genügend beachtet findet. Er gehört zu
den Menschen, die trotz ihrer Handlungs- und Denkweise respektiert
werden wollen. Geliebter Kotzbrocken - das ist sein Wunschbild, eine
besondere Form der Machthuldigung.
Warum
nur vermutet man in der Inszenierung seines Abgangs ein
hinterhältiges Machtspiel?
Kanzlerin
Angela Merkel hielt ihn bewusst an der kurzen Leine,
weil er nicht in ihren Führungszirkel passte. Das muss den
Machtmenschen Roland Koch gedemütigt haben, zumal er es immer darauf
anlegte, dass Reaktionen der Kanzlerin auf Provokationen öffentlich
ablaufen. Die Nachricht seines jetzigen Abgangs erreichte die
Kanzlerin während einer Auslandsreise in Arabien und Koch wollte
wohl, dass eine Stellungnahme der Kanzlerin vor laufenden Kameras ihm
- Roland Koch - eine internationale Note geben würde. Diesen Gefallen
erwies sie ihm allerdings nicht. Sie ließ sich nicht für seine
egomanischen Spielchen instrumentalisieren.
Was
die Freunde und Bewunderer Kochs, wie der Chefredakteur des Hanauer
Anzeigers Dieter Schreier, als besondere Vorzüge Kochs
ins Feld führen, muss man vor dem Hintergrund seiner Karriereplanung
sehen. Roland Koch war keine populistische Finte fremd, die in seine
Planung passte. Er soll stets unbequeme "Wahrheiten" gesagt
haben, die nach einiger Zeit zur allgemeinen Erkenntnis reiften. Aus
ihm soll die lautere Wahrheit gesprochen haben. Absolut das Gegenteil
war der Fall! Das zeigt: Bestimmte politische Gesinnungen können
blind machen. Meine eigene möglicherweise auch und die vieler
Studenten, Gewerkschaftler und anderer aufrechter Menschen.
Klaus
Klee
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Maintal-Forum
im Fokus
Vielleicht
hat es sich ja noch nicht in Maintal herumgesprochen, es gibt eine
Plattform für Diskussionen: das Maintal-Forum. Man erreicht es unter http://forum.maintal.de
. Die hier vertretenen Themen sind forumtypisch breit gefächert und die
Forumteilnehmer versuchen, mit den Kommunalpolitikern, den
"Hauptamtlichen" und dem Stadtverordnetenvorsteher als erstem
Bürger der Stadt Maintal ins Gespräch zu kommen. Natürlich wird auch
heftig untereinander diskutiert. Den Hauptsinn sehen die Teilnehmer
im Dialog zu Themen, die alle Bürger interessieren. Man richtete extra
eine breite Themenauffächerung zum Stadtleitbildprozess ein. Leider ist
das Interesse an diesen Themen zumindest im Maintal-Forum sehr gering.
Immer wieder gibt es im Forum "Zuwachs", wenn sich Personen
anmelden, die ihren Wohnsitz nach Maintal verlegen und nun alles mögliche
wissen wollen. "Hier sind Sie richtig - hier werden Sie
geholfen", könnte die Devise heißen.
Zunächst
entsteht beim Eintritt ins Forum der Eindruck, es werde von einer handvoll
Teilnehmer dominiert, weil sie sich besonders häufig zu Wort melden. Der
Schein trügt. Es liegt vielmehr an den vielfältigen und teilweise sehr
kontroversen Sichten der Teilnehmer, die geradezu zum Widerspruch
auffordern. Es mag so manche Provokation mitschwingen, auf die man als
Funktionsträger vielleicht nicht gleich aufspringen sollte. Das macht
aber gerade den Reiz des Forums aus, dass auch beharrliches Schweigen sehr
beredt sein kann. Möchte ein Neubürger gern wissen, wo es die beste
Eisdiele gibt, so ist unser Stadtverordnetenvorsteher oder unser
Bürgermeister gern zur Auskunft bereit. Geht es um Politikverdrossenheit
oder ein konkretes strittiges Projekt, herrscht bei den gleichen Personen
großes Schweigen. Das Forum würde Positionierungen dokumentieren und man
könnte beim Wort genommen werden.
Ganz
anders verhalten sich wiederum Stadtverordnete, die frei von Zwängen
agieren. Zu ihnen gehört Jörg Schuschkow (WAM), der sehr
ausführlich zu Fragen Stellung nimmt, nicht zuletzt, weil er bei seinen
Positionen bleiben wird, die er vertritt. So kennt man ihn. Das heißt
aber nicht, dass andere Stadtverordnete nicht bei ihren Meinung bleiben,
wenn sie diese äußern. Bedauerlich ist dabei nur, wenn sie Positionen
vertreten, die nur schwer zu akzeptieren sind.
Momentan
wird das Thema "Lobbyarbeit in Maintal" sehr stark diskutiert.
Es ist von der Wortwahl her eine äußerst vage Umschreibung des Verdachts
der Korruption und der Vorteilsgewährung. Dabei werden den
Kommunalpolitikern unangenehme Fragen gestellt und als Grund ist
herauszulesen, dass man nach Indizien sucht, die aus dem Nichtverstehen
vieler Handlungen und Absichten des Magistrats und denen der ihn direkt
unterstützenden Fraktionen resultieren. So geriet wiederholt der Investor
Wohnbau HESS in den Fokus, weil man so beharrlich an ihm festhält, obwohl
er offensichtlich außerstande ist, zumindest beim Bischofsheimer
Rathausgelände Verpflichtungen gegenwärtig zu erfüllen. Dabei kommen
spezielle Fragetechniken Generalverdächtigungen sehr nahe, denn es ist
vielen Forumteilnehmern unverständlich, welchen Vorteil Stadtverordnete
darin sehen, nicht die gleichen Konsequenzen zu ziehen, die sie als
Privatpersonen ziehen würden. Das macht nicht nur Forumteilnehmer
misstrauisch sondern auch Leser des Forums. Plausible Antworten stehen
noch aus.
Aus
meiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn in diesem Forum wesentlich
breiter und verantwortungsvoller diskutiert würde. Gerade die immer
wieder beschworene Bürgernähe könnte so eindrucksvoll praktiziert
werden. Ein kleines Ärgernis stellt allerdings die Nutzung von
Pseudonymen dar. Man weiß nie, wer hinter welchem Nickname steckt. In der
Anonymität fühlen sich viele Nutzer scheinbar wohler. Ängste scheinen
im Spiel zu sein, dass man für das, was man schreibt, zur Rechenschaft
gezogen werden könnte. So hat allerdings ein freies Forum für freie
Bürger einen bitteren Beigeschmack. Das spüren auch die Zaungäste, die
als Leser im Hintergrund bleiben. Wo bleibt eigentlich die Zivilcourage?
Veröffentlicht
am 23.05.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Die
Kehrseite der Medaille
"Ehre,
wem Ehre gebührt", ist die häufig verwendete Floskel, wenn es darum
geht, einem feierlichen Akt einen Sinn zu geben. Die zur Ehrung
herangezogenen Gründe reichen von der bloßen zeitlich gemessenen
tätigen Mitgliedschaft über die gefühlte Wichtigkeit einer Tätigkeit
bis hin zur finalen Würdigung Todkranker für ein Lebenswerk. Aber nicht
alle Zielpersonen für Ehrungen empfinden eine Ehrung als bedeutsamen Akt.
So werden Ehrungen und heraushebende Erwähnungen von manchen Betroffenen
auch konsequent abgelehnt. Sie setzen die Beweggründe für ihr Handeln in
Bezug zur Bedeutung für die Allgemeinheit und zu ihren eigenen
Bedürfnissen. Selbstlosigkeit der stillen Starkleister geht meist mit
Bescheidenheit einher, was gerade das Besondere der Leistung ausmacht.
Menschen mit einem ausgeprägten Helfersyndrom brauchen dagegen ein
Betätigungsfeld, um ihre Bedürfnisse auszuleben. So finden an Tagen
gebündelter Ehrungen eine Vielzahl von Ehrungssituationen zusammen,
die rationell über einen Kamm geschoren werden.
In
diesen Tagen wurden wieder über fünfzig Maintaler Bürgerinnen und
Bürger geehrt, die an den Ehrungsstatuten gemessen und von ihren
Organisationen gemeldet worden waren. In Gold, Silber und Bronce taxiert
wurden sie und mit Urkunden und Anstecknadeln bestückt. Dem Maintal
TAGESANZEIGER war das zwei volle Bilderseiten der ohnehin sparsamen
Lokalseiten wert. Viele der Geehrten werden die Zeitungsseiten bis an ihr
Lebensende aufheben, die Anderen sie bereits schon in die
Abfalltonne geworfen haben. Die Bedeutung des Aktes relativiert sich auf
diese Weise.
Der
Prozentsatz der Ehrungen, die wirklich angemessen oder gar bedeutend sind,
dürfte in Anbetracht dieser Massenehrungen sehr gering sein - sehr zum
Leidwesen derjenigen, die wirklich ehrwürdige Leistungen oder Beiträge
erbrachten oder immer noch erbringen. Für wirklich selbstlose Geehrte ist
die Ehrung der einzige Lohn, den sie entgegennehmen. Andere dagegen
präsentieren ihr Engagement zu jeder passenden oder unpassenden
Gelegenheit in der Tagespresse, um auf sich und ihre Wohltaten aufmerksam
zu machen. Es scheint ihnen geradezu ein Bedürfnis zu sein. Ich verzichte
hier auf Beispiele, rate jedoch dazu, entsprechende wiederkehrende Artikel
kritisch auf diesen Sachverhalt zu prüfen. Es gibt sogar Fälle
übersteigerten Selbstwertgefühls, mit denen Mitmenschen Leistungen
förmlich aufgedrängt werden, um dieses Selbstwertgefühl zu
nähren.
Eine
Ehrung kann auch durch den, der die Ehrung durchführt, zur Entehrung
werden. So verliert eine Ehrung für manchen Bürger ihre Bedeutung, wenn
sie von gewissen hessischen Spitzenpolitikern der Landesregierung
vorgenommen werden würden. Man erwartet bei einer hochkarätigen Ehrung
einfach, dass sie auch von ehrenvollen Personen vorgenommen werden. Es gab
schon Fälle, dass der zu Ehrende die Ehrung genau aus diesem Grund
ausschlug. Es ist eben eine Charaktersache.
Ich
persönlich, als jemand, der Ehrungen generell ausschlägt, war vor
einigen Jahren unfreiwillig Teilnehmer einer Gruppenehrung, der ich mich
nicht entziehen konnte. Damals war ich Mitinitiator der Spendenaktion
sowie der Spenden-Gala zugunsten der Hochwasseropfer in Dessau-Waldersee,
die knapp 20.000 Euro zusammenbrachte. Bei der Geldübergabe erhielten wir
ein Karnevals-Ordenssortiment und ein Schreiben des Vereins voller
Dankesworte. Bis zum heutigen Tag habe ich jedoch nichts mehr von den
Betroffenen gehört, die in den Genuss der Spenden kamen. Die Spende fand
noch nicht einmal überregionale Beachtung.
Die
Auszeichnung Einzelner oder einer Gruppe ist oftmals eine Farce. Die
Würdigung selbstloser Hilfe dagegen eine andere Sache. Dazu muss man aber
keine Personen herausstellen. Es ist die Sache, die unsere Aufmerksamkeit
verdient.
Veröffentlicht
am 19.05.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Bischofsheimer
Seifenblasen
Projekt
"Neues Evangelisches Gemeindezentrum" geplatzt
Unser
Magistrat reitet seit 2006 ein totes Pferd. Seit dem dubiosen
"Zuschlag" an die Firma Wohnbau HESS GmbH für das Bischofsheimer
Rathausgelände ist bis heute weder eine verbindliche Planung noch ein
Kaufvertrag abgeschlossen. Der Hauptgrund dürfte in den schlechten
derzeitigen Vermarktungschancen für Eigentumswohnungen liegen. Damit
gestaltet sich die Finanzierung schwierig. Dem Magistrat, der HESS-Lobby
und den Magistratsunterstützungsfraktionen ist anzukreiden, dass sie eine
Lösung und einen Investor bevorzugten, der offensichtlich nicht in der
Lage ist, ein solches Projekt aus eigener finanzieller Kraft zu stemmen.
Bei zumindest einem Interessenten wäre sofort Geld geflossen und das
Bauobjekt wahrscheinlich bereits erstellt und in Betrieb genommen.
Diese Chance wurde vertan.
Der
Magistrat war allerdings nicht ganz untätig, weil just zur
Bürgermeisterwahl eine Lösung vom Himmel fiel, welche die Evangelische
Kirchengemeinde ins Projekt einbezog. Nach einen Jahr intensiver
Gespräche mit Problemchen aller zukünftiger Vertragspartner sagte die
Evangelische Kirchengemeinde gestern endgültig den Bau eines neuen
Gemeindezentrums ab. Das Problem ist also wieder
völlig offen.
Die
Gründe für die Absage sind nachvollziehbar, denn die Gemeinde hätte die
Gebäude selbst finanzieren müssen. Nachdem die Landeskirche völlig
unerwartet die vorläufige Zusage zurückzog, war das
Projekt gestorben. Hinzu kommt, dass die Pfarrstelle halbiert wird, was
die Gemeinde nochmals schwächt.
Nun
stellt sich die Frage, ob die Schwäche auch dieses möglichen
Vertragspartners nicht vorher bekannt war und man sich trotzdem Planungen
zuwandte, nur weil weitere klärungsintensive Verzögerungen ins Konzept der Firma HESS
und zur Bürgermeisterwahl passten. Während der letzten Sitzung des Parlaments wurde sogar die Frage
gestellt, inwieweit HESS Kosten für derartige Planungen geltend machen könne.
Dem
dreisten Ansinnen wurde jedoch eine Absage erteilt.
Nun
kündigt der Magistrat eine neue Vorlage für die
Stadtverordnetenversammlung zum weiteren Vorgehen an. Deren Inhalt dürfte
nur ausgewählten Insidern bereits bekannt sein. Es ist aber davon auszugehen,
dass die Vorlage auf die endgültige Teilung des Geländes und das
Festhalten an HESS hinausläuft. Begründet wird das womöglich, um die Geltendmachung
bewusster Planungskosten
zu umgehen. Hier sollte man jedoch endgültig einen Schlussstrich ziehen
und dabei aufs Europäische
Vergaberecht pochen und neu
ausschreiben.
Die
Evangelische Kirchengemeinde bewirkte mit ihrem zum für den
Bürgermeister passenden Zeitpunkt gestellten Ansinnen politische
Auswirkungen, die Maintal mindestens weitere fünf Jahre mit derartigen
Investorenfisimatenten beschäftigen werden.
Ein Schelm, wer böses dabei
denkt!
Veröffentlicht
am 12.05.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Zensur
und Trauerprosa
Eine
meiner meistgelesenen Websites ist die Seite VERMISST,
die sich mit dem kurzen Leben eines Soldaten des Zweiten Weltkrieges
befasst. Fast 250 Feldpostbriefe sind in der Dokumentation in den Kontext
zu den Kampfhandlungen des Russlandfeldzuges gestellt. Die Seite wurde
weltweit inzwischen über 30.000 mal aufgerufen und von zahlreichen
Lesern erhielt ich Zuschriften. Ein interessanter Augenblick ergab
sich am 29.04.2010, als sich nach 67 Jahren eine der prägendsten
Kriegserlebnisse von Walter Michel und der Einfluss der
damaligen Briefzensur offenbarte. Ein Leser stellte einen Brief zur
Verfügung, der trotz der Richtigkeit einiger Tatsachen auch
Ungereimtheiten enthielt, die nahezu eindeutig Zensur belegen. Dass Walter
Michel dieses Ereignis nachweisbar nie beschrieb, deutet ebenfalls auf
Beschlagnahme eines Briefes durch die Zensur hin.
Sowohl
für die Familie des Lesers als auch für mich ergaben sich daraus neue
Erkenntnisse. So klären sich auch noch nach so langer Zeit Ereignisse
über das Internet.
Auslöser
war unten stehendes Bild eines Soldatengrabes und die darauf zu lesende
Aufschrift, aus der als Todestag der 10. Februar 1943 hervor ging. In der
Folge stellte der Leser fest, dass das Bild genau von der Einheit stammte,
der dessen Onkel angehörte und der am gleichen Tag verstarb. Also schrieb
er mich kurzerhand an und wir tauschten unsere Informationen aus.
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Bei
der Überprüfung der Feldpostbriefe fand ich nur einen Brief vom
13.02.43, der allerdings außer einem Ratschlag an die Eltern
keinerlei Hinweise auf massive Bombenangriffe mit vielen Toten
enthielt. Das war ungewöhnlich und lässt den Verdacht offen, dass
ein Feldpostbrief abgefangen worden ist.
Der
Leser übersandte mir ein Schreiben, das am 15. August 1943 vom
"Amt Bigge Kreis Brilon" als Abschrift erstellt worden war
und eindeutig das Vorliegen von Zensur belegt. Hier wurden
Textpassagen weggelassen und durch falsche Angaben ersetzt. |
Es
ist klar ersichtlich, dass es damals eine Art Trauer-Prosa für
Hinterbliebene gab, die auf Heldentum und Durchhaltewillen abzielte. Bei
amtlichen Benachrichtigungen und der Vielzahl der Kriegstoten sind
Formbriefe durchaus verständlich. Hier handelte es sich aber um einen
Brief eines Kameraden, der die Eltern des Gefallenen über die näheren
Umstände des Todes informieren wollte. Auch hier ist eine schonende
Formulierung nur allzu verständlich. Nicht aber die Vermischung mit
Unwahrheiten und gängigen Phrasen. Die waren selbst den Soldaten zuwider.
Es ist davon auszugehen, dass in Schreibstuben der Heimat in Trauerfällen
mit größter Kreativität zensiert wurde, um das Bild vom treuen Soldaten
zu pflegen, der fiel, als er seine Heimat schützte. Besuchen Sie die
Seite VERMISST oder zumindest die Aufarbeitung
obigen Sachverhalts, wenn es Sie interessiert. Schließlich leben wir
wieder in einer Vorkriegszeit.
Veröffentlicht
am 30.04.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Die
HMV-Erfolgsstory geht weiter
Ein
besonders interessanter Augenblick ist in jedem Jahr die
Jahreshauptversammlung, zu der der HUMOR-MUSIK-VEREIN
"Edelweiß" seinen Mitgliedern die Bilanz des letzten Jahres
präsentiert. Neben der finanziellen Entwicklung steht natürlich der
Erfolg besonders im Blickpunkt. Erfolg hängt allerdings von vielen
Faktoren ab und nicht alle Faktoren sind beeinflussbar. Bei einigen Festen
muss zum Beispiel das Wetter mitspielen. Für das, was wirklich
beeinflussbar ist, haben die Humoristen ein gutes Händchen. Bei der
Sicherung der Finanzen beschränken sie sich nicht nur auf den Verkauf
immer größerer Mengen an Speisen und Getränken, sie bieten den
Maintalern neben Traditionellem (Kreppelzeitung) und Attraktivem
(Fastnachtssitzungen) auch Anspruchsvolles, wie das Lokale Kabarett
MIKROKOSMOS. Damit ist der HMV einer der vielseitigsten
Geselligkeitsvereine Maintals.
Der
Artikel im Maintal TAGESANZEIGER unterstreicht diese Einschätzung
und nennt die besonderen Erfolgsfaktoren. Dass der Verein eine schwierige
Phase überstehen konnte, war zunächst seiner guten finanziellen
Situation zu verdanken, ohne die Einnahmenverluste nicht weggesteckt
worden und
Investitionen dieser Größenordnung unmöglich gewesen wären. Solides
Wirtschaften bei der Kreppelzeitung und der Ausbau der kabarettistischen
Aktivitäten waren feste Standbeine, mit denen die Verlustbringer nachhaltig
gestützt wurden. Es war also eher eine mittel- und langfristige Entwicklung, die den Erfolg
brachte. Daran waren Vorstände aller zurückliegenden Amtszeiten und vor
allen Dingen die Protagonisten der erfolgreichen Aktivitäten
beteiligt. Das soll aber die Entwicklung bei den übrigen
Aktivitäten nicht schmälern.
Nachhaltige
Kreativität
Was die
Humoristen auszeichnet, ist deren nachhaltige Kreativität. Kaum eine
Aktivität ist bei den Humoristen nur auf den Moment fixiert, um
kurzzeitig Highlights zu bieten. Das eine oder andere spontane Fest mag
davon ausgenommen sein. Vernetztes Denken bildet die Grundlage aller
Planungen. So konnte auch die drastische Verjüngung auf allen Ebenen
erfolgreich sein. Der Erfolg wiederum wurde zur positiven Droge, aus der
die Humoristen ihre Kraft schöpfen, sodass sie diesen Erfolg natürlich immer weiter ausbauen
wollen. Dafür werden gern große Opfer in der Freizeit gebracht. Schließlich fühlt man
sich wie in einer großen Familie. Die Förderung des Nachwuchses hat
einen hohen Stellenwert und zahlt sich langfristig aus. Die Humoristen
verraten ihre Erfolgsgeheimnisse gern auch anderen Vereinen über
ansprechende Präsentationen, wenn dies gewünscht wird.
Wie man
sieht: Die Mühe lohnt sich!

Veröffentlicht
am 29.04.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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HMV |
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Der
besondere Maintaler Verein

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Hochinteressante
Bewusstmachung
In
Maintal fand am 23. April 2010 der Maintaler
Geldkongress statt. Was im Vorfeld als innovative
Informationsveranstaltung für Unternehmer, Selbständige,
Führungskräfte, Eltern, Rentner und Interessierte geplant und mit einem
stringenten Anmeldesystem verbunden war, entpuppte sich leider als Szenetreff
für Pseudointellektuelle und Weltverbesserer. Wie sagte Dr.
Matthias Klarebach nach einer Publikumsreaktion so schön:
"Wenn Sie nicht intelligent wären, dann wären Sie ja heute nicht
hier...", wobei die Doppeldeutigkeit klar zu spüren war. Man hatte
wohl mit einem anders strukturierten Publikum gerechnet.
Ehe
sich die wenigen Maintaler Besucher zum Versammlungsort begaben, mussten
sie zunächst die alternative Szene vor dem Bischofsheimer Bürgerhaus
verdauen. Auf dem Busparkplatz stand ein riesiger Doppelstockbus mit der
Aufschrift "für mehr Demokratie" als Blickfang. Vor dem Foyer
waren Verkaufsstände für einschlägige Literatur aufgebaut und eine
weitere Organisation warb für ihre Ideen. Die Fenster waren mit
handgefertigten Transparenten zugehängt, was im Inneren deutlich
den Eindruck einer seriösen Veranstaltung beeinträchtigte. Direkt
vor dem Eingang des Bürgerhauses lag eine riesige Bombenattrappe mit
Zündschnur und markigen Parolen. Es ging zu wie auf dem Campus während
einer Demonstrationspause. Bürgerliche Besucher schreckt das eher
ab.
Dass
an diesem Abend hochkarätige Profis am Werk waren, merkte man allerdings
bereits beim ersten Vortrag, den Uwe Amthauer hielt. Der
Geschäftsführer eines mittelständischen Frankfurter Unternehmens
referierte über traditionsreiche Geldsysteme und stellte sie in den
Kontext zum Wohlstand der jeweiligen Epoche. So brachte er den Anwesenden
sehr anschaulich Geldsysteme und Währungen wie die Kauri-Muscheln,
die Ostrakas der Ägypter, Solidus und Sesterzen der Römer,
Brakteaten des Mittelalters, Taler, Dollars und Währungsalternativen
näher. Wer so etwas noch nicht in Händen hielt, konnte erstmals seltene
Exemplare begutachten.
Besonders
eindrucksvoll schilderte er die Bedeutung der Währungen während des
Aufstiegs und des Niedergangs von Kulturen, wobei immer wieder zu erkennen
war, dass stets der Zins die entscheidende Ursache des Niedergangs war.
Während Ostrakas rund 3000 Jahre als Tausch- und Zahlungsmittel Bestand
hatten, kommen heutige Währungen bereits nach 20 - 60 Jahren in die
Krise, weil sie keinen echten Gegenwert zu dem darstellen, was im
Gültigkeitsbereich der Währung wirklich produziert wird. Nach
Berechnungen der Fachleute stecken in den heutigen Preisen für Waren
bereits 40% Zinsen. In Systemen, in denen sich das Geld durch Zins von
selbst vermehrt, werden die Reichen immer reicher und die arbeitende
Bevölkerung immer ärmer. Der absolute Gau wird durch den Zinseszins
ausgelöst, weshalb schon heute feststehen dürfte, was passiert, wenn
dieser Wahnsinn nicht gestoppt wird.
Als
Reaktion darauf werden von verschiedensten Initiativen Geldsysteme in
Umlauf gebracht, die frei vom Zins sind und als gerechte Tauschmittel für
reale Leistungen fungieren. Sehr weit verbreitet ist bereits der
"Chiemgauer". Andere Ersatzwährungen sind auf dem Vormarsch. In
Maintal wurde der "Maintaler" in Umlauf gebracht, er ist jedoch
noch nicht durchschlagend etabliert.
Der
Fachbuchautor Peter Kürsteiner erläuterte in einem
spannenden Vortrag die Stellschrauben der Geldsysteme und machte deutlich,
welche Rolle die Notenbanken spielen und wie groß der Einfluss von
Politik und Wirtschaft sind. Das Szenario hätte nicht düsterer
geschildert werden können.
Dr.
Matthias Klarebach, Mitglied bei "Mehr Demokratie e.V."
und freier Trainer für Führungskräfte unternahm nach der Pause den
Versuch, den erzeugten Eindruck in politisches Handeln münden zu lassen.
Seine Visionen reichten bis hin zu Aktionen, welche die Größe der
Montagsdemonstrationen in Leipzig erreichen könnten. Dabei erhielt er
Unterstützung von Mitstreitern aus dem Plenum, was doch recht inszeniert
wirkte. In der Diskussion waren übrigens nur drei Wortmeldungen
zugelassen, die vorwiegend von Insidern bestritten wurden.
Am
Ende der Veranstaltung durften die Anwesenden auf die Melodie "10
kleine Negerlein" einen vorgefertigten schlichten spöttischen Text
auf Bänker singen. Was damit erreicht werden sollte, blieb unklar. Somit
war das Ende der Veranstaltung ähnlich "beeindruckend" wie die
angetroffene Szene vor dem Bischofsheimer Bürgerhaus zu Beginn der
Veranstaltung, die sich übrigens vortrefflich für Milieustudien eignete,
denn was an Körpersprache und Maskerade der Besucher geboten wurde, war
äußerst plakativ. Dazwischen nahm sich Heinz-Joachim Pethke
als örtlicher Chef von Mehr Demokratie e.V. und Mitveranstalter recht
bürgerlich aus. Irgendwie passte an diesem Abend die Mischung nicht. Die Veranstaltung hätte die eigentliche und eingangs erwähnte Zielgruppe
sehr gut informieren können. An ihrer Stelle kamen allerdings vorwiegend
Szenetouristen, zwischen denen sich die eigentliche Zielgruppe fast
verlor. Schade!
Die
Lokalpresse war an diesem Abend leider nicht vertreten. So war man auf
eine auf die Sache reduzierte Pressemitteilung des Veranstalters
angewiesen. Vielleicht dient der so entstandene Artikel der Sache mehr als
der eigentliche Abend - vorausgesetzt, er wird aufmerksam gelesen.
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Berichtigung:
Im
obigen blau markierten Kommentar unterlief mir eine bedauerliche
Fehleinschätzung. Es handelt sich keineswegs um eine
Pressemitteilung oder einen Artikel des Veranstalters, sondern um
einen Artikel des freien Mitarbeiters des Maintal TAGESANZEIGERS
Rainer Habermann (rh), der ausgesprochen sachlich auf
die Inhalte der Veranstaltung einging. Unsere Lokalzeitung
unternimmt natürlich alle Anstrengungen, berichtenswerte
Veranstaltungen zu besuchen und die Leser mit Informationen zu
versorgen. Sorry!
Klaus
Klee
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Veröffentlicht
am 24.04.2010, ergänzt am 28.04.2010 und am 30.04.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Das
Wesen von Veranstaltungen ist es nun mal, Sachverhalte und Botschaften
an den Mann oder die Frau zu bringen. Die perfekte Form der
informativen Veranstaltung ist gegeben, wenn die Eingeladenen auch
noch selbst zu Wort kommen dürfen. An der Art der Einladung kann man
normalerweise erkennen, welchen Kreis von Personen man antreffen wird.
Erfüllt sich die Erwartung nicht, fühlt man sich am falschen Ort
oder unter Menschen, mit denen man als normaler Bürger nicht
unbedingt in einen Topf geworfen werden möchte.
Grund
für die innere Ablehnung ist das als Provokation empfundene
pseudointellektuelle Auftreten dieser Mitbesucher. Das beginnt mit der
Kleidung, der Haartracht und den Accessoirs. Mit der Körpersprache
und der Sprechweise rundet sich das Bild ab. Damit wird nur ein Zweck
verfolgt: anders zu sein als andere Menschen - möglicherweise sogar
intelligenter. Geht dieses Ansinnen total fehl, mündet es beim
Betrachter in Belustigung und das Empfinden, sich am falschen Ort zu
befinden.
Der
Maintaler Geldkongress war sehr stark genau von dieser Szene besucht.
Dazwischen nahmen sich die wenigen Maintaler Bürger fast als
Fremdkörper aus. Ob der Veranstalter mit der Anwesenheit der Szene
der demonstrativen Allesversteher zufrieden war, wage ich zu
bezweifeln. Die eigentliche Zielgruppe waren schließlich
diejenigen Bürger, denen man den interessanten Sachverhalt vermitteln
wollte. So gesehen diente die demonstrative Präsenz der
Szenevertreter nur dem Eindruck größeren Besucherzustroms. Zu einer
echten Diskussion fehlte übrigens der Mut, denn sie wäre bei dieser
Mischung der Anwesenden nur schwer beherrschbar gewesen.
Klaus
Klee
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Zwischen
Kampfgeist und Ohnmacht
Auf
dieser Seite geht es ja bekanntlich um interessante Augenblicke.
Ein solcher Moment ist gekommen, wenn man sich mit Personen austauscht,
die späte Einblicke in die Wirkung gezielter und punktgenau platzierter
Informationen ermöglichen. In der Maintaler Kommunalpolitik herrscht
nämlich ein abgestufter Informationsstand unter den Stadtverordneten.
Eine handvoll Personen kennt stets nahezu alle Details und Facetten einer
Sache, ein weiterer Kreis kennt nahezu die halbe Wahrheit und der große
Rest wird auf einem limitierten Kenntnisstand gehalten oder erst
unmittelbar vor der Sitzung mit Papier zugeschüttet. Genau dieser
Personenkreis soll aber die Hand für oder gegen eine Sache heben. Sie
verlassen sich darauf, dass Andere für sie "vorgedacht" haben.
Auf diesem Weg erkennen viele Stadtverordneten erst im Nachhinein, was sie
mal wieder "angestellt" haben. Dann ist es aber bereits zu
spät.
Seit
sieben Jahren veröffentliche ich deshalb auf dieser Homepage rechtzeitig
Details, die jedem Stadtverordneten den Durchblick bei besonders brisanten
Themen ermöglichen, wenn er dies als Informationsquelle nutzt. Es ist gar nicht so schwer, aufschlussreiche Informationen aus erster Hand zu
bekommen. Der Grund ist ganz einfach: Bei den politischen Konstellationen
sind in Maintal nur knappe Mehrheiten möglich. Faktisch sind knapp 50%
der Kommunalpolitiker permanent mit Entscheidungen oder Vorgehensweisen
unzufrieden. Diese Unzufriedenheit gilt es zu nutzen, wenn man informiert
sein will.
Sachentscheidungen
und Wirklichkeit
In
der Kommunalpolitik sind die Aufgaben klar verteilt. Der
Magistrat muss die Entscheidungen des Parlaments zeitnah umsetzen, sofern sie
Gesetzen und Verordnungen nicht zuwider laufen. Dazu hat der Magistrat
das Parlament wahrheitsgetreu zu informieren. Leider wird die Umsetzung
unbequemer Beschlüsse sehr oft zeitlich verzögert, um neue Spielräume
auszuloten. So laufen viele Beschlüsse absolut ins Leere. Eigene Anträge und
Beschlussvorlagen des Magistrats müssen natürlich ebenfalls rechtlich einwandfrei verfasst und
zum Wohle Maintals angelegt sein. Umso mehr Personen mit Fach- und Sachwissen
mitwirken, umso qualifizierter sind Beschlussvorlagen und Anträge. In
diesem Zusammenhang ist es allerdings völlig unverständlich, dass viele
Sitzungsergebnisse streng vertraulich behandelt werden. Das erweckt permanent
den Eindruck, dass vor wem auch immer stets etwas verheimlicht werden soll.
Für das eingangs erklärte
Informationsgefälle sind jedoch die vereinbarten Vertraulichkeiten ein
wichtiges Instrument. Wer alles weiß, entscheidet anders als er
entscheiden soll. Die Halb- oder Desinformation der Entscheidungsträger -
also des Souveräns - ist die Folge. Ist das ein positives Klima für faire und
sozial ausgewogene Sachentscheidungen?
Aufschlussreiches
Gespräch
Ich
führte das kürzlich besagte aufschlussreiche Gespräch mit einem
ehemaligen Mitglied des Maintaler Parlaments, das mir einen Einblick gab,
wie treffsicher meine Informationen bei der Zielgruppe ankommen und warum
letztendlich doch so entschieden wird, dass viele Fraktionsmitglieder
Bauchschmerzen haben. Das ist der Grund, warum sie ihren Wählern in den jeweiligen
Ortsteilen nicht mehr in die Augen schauen können und zeigt, wie demotivierend
Fraktionszwang sein kann. Das Gespräch gab mir viel von dem zurück, was
ich bisher investierte und ich bin sicher, dass viele Kommunalpolitiker
durchaus nachvollziehen können, warum ich nur kommentiere und mich nicht
aktiv in die Kommunalpolitik einbringe. Der CDU-Mann Götz Winter,
der mich deswegen kürzlich angriff, ist leider noch nicht so weit, meine
Einstellung zu begreifen. Vielleicht gehört er ja zu den
Stadtverordneten, die noch glauben, in Parteien, die ohne geistige
Erneuerung herumdümpeln, etwas verändern zu können. Auch mein
Gesprächspartner war einst von diesem Gedanken beseelt, bis er begriff,
wie Kommunalpolitik in Maintal funktioniert.
Der
permanente Begünstigungsverdacht
Die
Auflösungserscheinungen in den Parteien sind wahrscheinlich die Folge der
absonderlichen Kommunalpolitik, die von einer kleinen Clique gestaltet wird. Deren Beweggründe für bestimmte Handlungen geraten immer wieder in
die Nähe des Verdachts von Korruption und Machtmissbrauch, weil es sehr
oft keine vernünftigen und schlüssigen Erklärungen für ihr Verhalten
gibt.
-
Warum
werden Magistrat und bestimmte Stadtverordnete immer wieder zum Spielball von Interessengruppen und von
Investoren?
-
Warum
sind die erzielten Ergebnisse für Maintals Kasse immer wieder so
unergiebig und beschert den Geschäftspartnern hohe Gewinne?
-
Wieso
werden immer wieder starke Rechtspositionen aufgegeben, leichtfertig
verspielt oder gar ins Gegenteil verändert?
-
Wieso
können sich Unternehmen völlig aus der Gewerbesteuer herausrechnen
und sie werden dennoch bevorzugt behandelt?
Der
Kreis der kleinen Clique weiß ganz genau, wovon ich spreche, das wurde mir bei
meinem Gespräch bewusst. Dennoch lässt man sie gewähren, indem sie als
Hauptwaffe ihr abgestuftes Informationssystem benutzen.
Von
"guten Kompromissen" und "Kuhhandeln"
In
einem anderen Gespräch gab mir ein ehemaliger Wachenbuchener Topscorer
der Kommunalpolitik einen Einblick in die Praxis Maintaler
"Kompromisse", wie sie seit vielen Jahren praktiziert werden.
Hier ist es wieder die kleine Clique, die sich darüber verständigt, dass
man bei X zustimmt, wenn dafür bei Y und Z ebenfalls mit Zustimmung zu
rechnen ist. Alles Weitere wird mit Überzeugungsaktionen in den
Fraktionen geregelt. Das nannte er "gute Kompromisse". Die
Bezeichnung "Kuhhandel" ließ er nicht gelten. Auf der Strecke bleiben
damit aber die qualifizierten
Sachdiskussionen, die später nur noch von Stadtverordneten im Parlament
geführt werden, denen man praktisch nicht mehr zuhört, weil man sich nur
noch auf den eigenen Abstimmungsreflex konzentriert. Anstelle den besten
Sachlösung zu dienen, präsentieren sich ganze Fraktionen als belustigte
Masse, die sich an den erfolglosen Argumentationen kleinerer Gegner
ergötzen. Man konzentriert sich nur noch auf den Sieg, den man feixend
feiert, währen die Dummheit und die Uninformiertheit siegte.
Die
Verantwortlichen zum Teufel jagen
Noch
steht den Parteien das Wasser nicht am Hals. Sie spielen ein gefährliches
Spiel mit der Verdrossenheit der Masse, die ihnen das Spiel ermöglicht.
Man sollte sie eigentlich aus dem Parlament prügeln, sollten sie sich sich
nicht schleunigst ändern. Das wäre zumindest genauso kompromisslos und
brutal, wie ihr eigenes Vorgehen. Leider haben sie bestenfalls nur mit
Verachtung zu rechnen. Doch - auch das geht ihnen sonstwo vorbei, weil sie
annehmen, sich in rechtlichen oder zusätzlich geöffneten Spielräumen zu
bewegen. Dies stets zum persönlichen Vorteil zu nutzen, ist allerdings
eine Charakterfrage.
Ich
weiß, dass hier mal wieder jeder positive Ansatz fehlt.
Doch
- wo soll der bei diesem Gefühl der Ohnmacht herkommen?!
Veröffentlicht
am 16.04.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Maintals
Parteien erodieren
Wir
nähern uns der nächsten Kommunalwahl, einem weiteren interessanten
Augenblick, der zeigen wird, wie Maintals Wahlberechtigte die
politische Arbeit der Parteien bewerten. Der Maintal TAGESANZEIGER
thematisierte erneut den Mitgliederschwund der Parteien. Mit meinem
Artikel Hilferuf aus dem
Scherbenhaufen ging ich bereits auf die Lage der Maintaler GRÜNEN
ein. Das Thema Mitgliederschwund betrifft jedoch alle Maintaler Parteien.
Das hat natürlich handfeste Gründe. Bereits zu Beginn der
Legislaturperiode trieben es alle Parteien recht heftig, weil man bis zur
nächsten Wahl auf das Vergessen der Wähler setzte. Sie trieben es
allerdings bis weit in die zweite Hälfte der Amtszeit, so dass sich
gewaltige Gewitterwolken über den Kommunalpolitikern auftürmten. Wen
wundert es da, dass nach jeder windigen Entscheidung im Parlament weitere
Mitglieder der Parteien austraten und sich bisherige Stammwähler
ebenfalls abwandten.
Besonders
schlimm ist, dass sich viele dieser Wähler keiner anderen Partei zuwandten,
sondern bei der nächsten Wahl erneut das Heer der Nichtwähler
vergrößern werden. Noch schlimmer ist, dass sie sich dabei auch noch
gut fühlen werden, weil sie glauben, das sei ein Denkzettel. Doch gerade
dieser Irrtum ist fatal, denn Wahlausgänge orientieren sich nur an der
Anzahl der abgegebenen gültigen Stimmen. Also werden immer weniger
Wähler mit immer weniger Stimmen über Listen genau die Kommunalpolitiker wählen, die
für die Misere verantwortlich sind, damit diese auch für die
Nichtwähler bestimmen können, was sie in den nächsten Jahren von Maintal zu
erwarten haben.


Austritte
wegen knapper Kassen
Wenn
man sich in Maintal mit offenen Augen umsieht, so entdeckt man ein
riesiges Plakat, mit dem für Kirchenaustritte geworben wird. Wer
nachrechnet, was ihn die Zugehörigkeit zu einer Konfession im Jahr
kostet, könnte leicht versucht sein, der Aufforderung zu folgen. Bei den
Parteien und den Gewerkschaften fragen sich ebenfalls immer mehr Mitglieder
- allerdings völlig unaufgefordert - ob sie für die gebotenen
Fehlleistungen weiterhin
ihr sauer verdientes Geld ausgeben sollen. Hier fällt die Entscheidung
etwas leichter, weil man nicht sein Gewissen zu bemühen braucht, denn
diejenigen, die Maintaler Politik oder Einkommenspolitik gestalten, folgen sehr oft auch nicht
ihrem Gewissen.
Eintritte
mit Nutzengedanken existieren nicht mehr
Es
gab Zeiten, da traten Maintaler Bürger gleichzeitig in einen bestimmten
Turnverein und in die SPD ein, um einen Job bei der Stadt zu bekommen. Das
waren noch Zeiten! Wenn man auch noch in die ÖTV eintrat, war man rundum
abgesichert. Das hat sich wenigstens gelohnt. Heute sind die
politischen Verhältnisse völlig anders und der kleine Mann steht auch
gar nicht mehr im Mittelpunkt von Gegenleistungen für passende
Wahlergebnisse. Worin soll der Nutzen einer Parteimitgliedschaft liegen?
Austritte
wegen unakzeptablen Entscheidungen
Wer
in eine Partei eintritt, hat sicher auch politische Interessen, die man
von der Partei erfüllt sehen will. Da aber keine Partei in Maintal allein
regieren kann, sind Kooperationen angesagt. Bereits zu Beginn der
Legislaturperiode führte die Besetzung des Magistrats zu den ersten
Unstimmigkeiten und zur kollektiven Benachteiligungen der WAM, die
immerhin aus dem Stand heraus das Wahlergebnis der FDP erzielte. Es waren auch
weniger politische Grüne, die zur Ausgrenzung der WAM führten als
persönliche Aversionen. Es war vor allen Dingen die SPD, die darauf
bestand, dass die WAM im Parlament links außen sitzen muss, so wie die
REPs rechtsaußen sitzen müssen. Dabei wäre für die WAM der Platz
zwischen FDP und GRÜNEN angemessen gewesen. Das befremdete die Wähler
der WAM, die mehrheitlich aus den bisherigen Lagern aller Parteien kamen.
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Dann
kam die Phase der betont investorenfreundlichen Entscheidungen, bei denen
man sich von der Landkelterei HÖHL nach Strich und Faden verarschen
ließ, wie die spätere Entwicklung zeigte. Monatelang ging es angeblich
um Arbeitsplätze, bis von über 80 Arbeitsplätzen nur noch ein Dutzend
übrig blieb. Da wurde manipuliert,
getäuscht und getrickst, nur um die Kelterei vor der Insolvenz zu retten.
Es wurde ein großes Gelände inwertgesetzt und eine Spekulationsklausel
nach Gutsherrenart gekippt, währenddem alle zustimmenden Parteien
lediglich nur
"Bauchschmerzen" hatten. |
Gegen Ende der Legislaturperiode
können die Wähler auf dem HÖHL-Gelände nun nachvollziehen, wie es mit dem
tatsächlichen Bedarf an Eigenheimen bestellt ist.
Die
Residenz an der Mainpromenade geriet ebenfalls gewaltig in den Fokus der
Öffentlichkeit, weil der Magistrat mit einer fehlerhaften Erteilung des
gemeindlichen Einvernehmens eine fehlerhafte Baugenehmigung auslöste.
Diese wurde vom Verwaltungsgericht gekippt und der südliche Teil musste
wieder abgerissen werden. Der Investor Wohnbau HESS GmbH überschüttete
den Beschwerdeführer in der Folgezeit mit Prozessen und der
Bürgermeister nahm den Maintaler Bürger, der mit Recht die Fehler der
Fachabteilung moniert hatte, mit einer Unterlassungsklage in die Mangel.
Spätestens hier merkten viele Bürger, dass in Maintal mit zweierlei Maß
gemessen wird und es sich bei HESS um einen Lieblingsinvestor des
Bürgermeisters und einiger Kommunalpolitiker handelt, dem man zu Gefallen
lebt.
Das
Kabinettstück der Maintaler Parteien war der Bruch der
"Ampel" als sich die Gemeinsamkeiten mit der SPD erschöpft
hatten. Die SPD präsentierte als Kandidat für das Amt des Stadtrats
jenen Günther Wassermann, den die Grünen und die FDP
bereits im Vorfeld abgelehnt hatten. Die Rechnung ging nicht auf, weil die
Grünen damit einen handfesten Grund hatten, die Ampel platzen zu lassen
und sich der CDU anzubiedern. Mit veränderten Mehrheiten sah man bessere
Chancen, den Rest des Parteiprogramms umzusetzen. Beide kleinen Parteien
besannen sich anschließend darauf, vor der Kommunalwahl rechtzeitig
Trennschärfe zu zeigen und sorgten für wechselnde Mehrheiten. Wäre dies
zugunsten guter Sachentscheidungen gegangen, hätten die Wähler darin
durchaus etwas Positives gesehen. So aber reichte es nur zu
Klientelpolitik bei der FDP und zu Entscheidungen der Grünen zugunsten
von Investoren, für die es praktisch keinen grünen Wählerwillen gibt.
Die Folgen liegen auf der Hand.
Mit
neuen Bebauungsplänen in der Berliner Straße ebnete das Parlament für
die Firma GEISHEIMER den Weg zur Aufstockung des Wohnungsbestandes
um 25% auf gleicher Grundfläche, was zu einer enormen Wohnraumverdichtung
und Reduzierung der Grünflächen führte. Gleichzeitig wurde mit einer
von der Stadt Maintal geduldeten Vermietungspolitik sozial geförderter
Wohnraum bis nach der Renovierung der Gebäude blockiert, um mit neuen
Mietverträgen höhere Mieten durchzusetzen. Dagegen protestierten die ca.
420 Mietparteien und stießen bei den Stadtverordneten aller Parteien auf
taube Ohren. Als einzigen Grund konnte man vermuten, weil die WAM die
Proteste organisiert hatte. So wurde einmal mehr kollektiv entschieden
ohne von GEISHEIMER für das enorme Entgegenkommen Gegenleistungen
einzufordern. Dennoch muss man auch feststellen, dass die Renovierung der
Siedlung zumindest äußerlich gut gelungen ist und der neu geschaffene
Wohnraum für junge Familien attraktiv ist. Der Preis für den Mehrwert
ist jedoch insgesamt zu hoch.
Dann kam das Fiasko mit dem
Bischofsheimer Rathaus, bei dem selbst der Abriss für den
Investor mundgerecht durchgeführt wurde, nachdem ihm bei der
Ausschreibung bereits alle Vorteile zugespielt wurden. Mit einer
Genehmigungsposse bekam HESS den Zuschlag, der bis heute noch nicht
eingelöst ist. Seitdem spekuliert dieser nämlich ohne jede
Verpflichtung auf steigende Immobilienpreise, während Maintal den Kredit
für den Abriss bedienen muss. Ein Schelm, wer keinen Zusammenhang
zwischen Residenz an der Mainpromenade und dem Bischofsheimer Rathaus
sieht.
Mit der
Planung einer Sportstätte in der grünen Mitte
und deren getürkten Ergebnissen der Bürgerbeteiligung fühlten sich
viele Maintaler erneut verarscht. Auch der letzte Maintaler dürfte
gemerkt haben, dass es hier nur um die Vermarktung des Geländes an der
Eichenheege geht und nicht vorrangig um eine neue Sportstätte. Aus den
Ergebnissen magisträtlicher Immobiliengeschäfte kennt man hinlänglich
die unbefriedigenden Ergebnisse für die Stadtkasse und man vermutet, dass
es hier um andere Interessen geht.
Als
der langwierige Prozess der Lokalen Agenda 2010 kurzerhand gekippt
wurde und man 45.000 € für einen neuen Stadtleitbildprozess ausgab, der
nur eine aufgewärmte Variante früherer Bürgerbeteiligungsprozesse
darstellt, war für viele
Parteimitglieder und Wähler das Maß endgültig voll.
Wenn
man sich als Bürger fragt, ob in dieser Stadt noch mit einem
vernünftigen Augenmaß entschieden wird, so dominieren die Zweifel. Wer
schon keine der etablierten Parteien mehr wählen will, der wird wohl auch
weder dort eintreten oder sich gar für eine Liste zur Verfügung stellen.
Das machen nur Leute, die sich damit einen persönlichen Vorteil
verschaffen wollen oder grenzenlose Optimisten sind.
Das
Bild des Parlaments ernüchtert
Wähler,
die sich Stadtverordnetenversammlungen hellwach ansehen, erleben, was sie
und ihre Mitbürger da an Abgeordneten so zusammengewählt haben. Die wirklich kompetenten
Kommunalpolitiker kann man an zwei Händen abzählen.
Der Rest besteht aus Leuten, die es ins Parlament verschlagen
hat und die reine Abstimmungsfüllmasse sind. Was innerhalb der vier
Wände der
Parteien vielleicht noch als lebhaft registriert wird, wirkt auf der Parlamentsbank
paralysiert und nur auf den Abstimmungsreflex konzentriert. Welcher
Bürger kennt eigentlich Stadtverordnete in seiner Nähe, die sein Vertrauen
genießen? Bis auf Karla Köllner (SPD)
und Klaus Seibert (WAM) melde ich persönlich Fehlanzeige!
Nach Ende
jeder Stadtverordnetenversammlung bleibt bei den Besuchern übrigens
regelmäßig ein schaler
Beigeschmack.
Was
müsste geschehen, damit sich etwas ändert?
In
erster Linie müssten alle Parteien Entscheidungen in
der Sache und nicht nach politischer Wunschlage treffen. Als Partei kann
man natürlich auch Träume und Visionen haben. Sie müssen sich aber
ebenso stark an den Notwendigkeiten wie an den Finanzen orientieren. Ferner
müssen sich die Parteien verjüngen und junge Themen aufnehmen, die auch
von einer breiten Schicht auf- und angenommen werden können. Man kann
natürlich von den Alten lernen, sollte sie jedoch in den eigenen Reihen nicht weiter als graue
Eminenzen an der Macht teilhaben lassen. Die
Parteienlandschaft sollte sich nicht noch mehr zersplittern. Parteien, die
praktisch ohne Mitglieder existieren, sollten das Feld räumen. Wenn sich
unabhängige Bürger als Listenkandidaten der Parteien aufstellen lassen,
so könnten sie sich auch in einer Interessengruppe wie die WAM oder in
der WAM vereinigen, um ein Gegengewicht zur bisherigen
"etablierten" Interessenpolitik zu bilden. Dazu braucht man
allerdings Menschen, die bekannt und geachtet sind, die sich nicht
verbiegen wie Schilf im Wind und die es als Herausforderung ansehen, mit
den anderen Parteien um der Sache willen zu konkurrieren.
Veröffentlicht
am 12.04.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Maintal
verabschiedet einen umstrittenen
Stadtentwicklungsplan



Goldene
Zeiten für Investoren
Kelterei
HÖHL wird mehrfach begünstigt
Seltsame
Genehmigungen
zur
Residenz an der Mainpromenade
führen
zum Akteneinsichtsverfahren

Ampelbruch
verändert politische Verhältnisse in
Maintal

Geisheimer
drückt seine Pläne durch

Rathausabriss
während des Wochenmarkts schafft
neue Bischofsheimer Ortsmitte

Mit
Wilhelm Drolshagen (ver-)endete
die Lokale Agenda 2010

Die
Lokale
Agenda wird für einen neuen
Stadtleitbildprozess geopfert
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Zwischen
Harley und Rollstuhl
In eigener Sache!
Das
ist jetzt doch verdammt schnell gegangen und es ist auch ein wirklich
interessanter Augenblick, 66 Jahre alt zu werden. Unter den Senioren bin
ich beinahe noch ein Junger. Wenn ich auf eine ganz bestimmte Art in den
Spiegel schaue, denke ich erstaunt: "So sieht also einer mit 66
aus!" und bin mit mir ganz zufrieden. Das war es dann aber auch schon
mit dem Restgefühl vergangener Jahre. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Die Route 66 mit 66 Jahren entlang zu fahren, das ist der Traum so manchen
Mannes. Einige schaffen das ja - sogar mit einer Harley. Mir ist es
vom Umfeld her eher nach Rollstuhlfahren und meine Route 66 ist eher die
A66 ins nahe Hessencenter. Aber - auch ein Rollstuhl kann getunt sein, wie
man sieht. Das heißt, dass man auch mit 66 noch alle Optionen hat.
Die
jungen Alten sind heute im Ehrenamt enorm gefragt. Ihr Drang zur späten
Selbstverwirklichung treibt sie an und das Zauberwort heißt
"Bürgerbeteiligung". Infolge klammer Kassen greift die Kommune
auch gern auf die kostenlose Ressource der jungen Alten zurück. Leider
werden viele Arbeitsergebnisse dann nicht folgerichtig umgesetzt, weil
andere Interessen dahinter stehen. So ist es wahrscheinlich besser, wenn
man sich den schönen Dingen des Lebens zuwendet, zumal es sich ohnehin so
langsam dem Ende zu neigt.
Eigentlich
ist mein Interesse an vielen Dingen noch riesengroß. Leider kann ich
infolge eines Pflegefalles meinen eigentlichen Interessen nicht
ausreichend nachgehen. Das schafft ein Zufriedenheitsvakuum. Also
konzentriere ich mich auf die ganz kleinen Dinge des Lebens, die ich
zuhause umsetzen kann. Der reduzierte Umgang mit Menschen führt
allerdings zunehmend zur Isolation und zu einer eher eigenbrötlerischen
Sicht der Dinge. So mancher Artikel meiner Website lässt das erkennen.
Auch deshalb habe ich meine Schreiberei etwas reduziert. Besonders
schmerzhaft ist das zunehmende Abreißen der Kontakte zu jungen Menschen,
die mich bisher anregten und mir Schwung gaben. Man fühlt sich zunehmend
unverstanden oder wird zu kompliziert empfunden, weil die frühere
Leichtigkeit fehlt. Es bedarf wahrscheinlich eines neuen kraftvollen
Anlaufes ohne all den Ballast, der mich bleiern werden ließ. Es ist mal
wieder Zeit für eine radikale Veränderung, sonst ist alles zu
spät.
Veröffentlicht
am 29.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Politische
Wetterlage: Veränderlich
In
der Maintaler Kommunalpolitik zeichnen sich Veränderungen ab. Vor einiger
Zeit sorgte die CDU mit ihrem neuen Parteivorsitzenden Markus
Heber (23) für Aufsehen. Nun zieht die SPD mit einem
Doppelschlag nach. Sie ersetzte die vier Ortsvereine durch einen einzigen
Ortsverein und wählte Sebastian Meier (29) zum
Vorsitzenden. Während die zwei großen Parteien nur bedingt Probleme
haben, zur Kommunalwahl ihre Listen zu füllen, sieht es bei Bündnis
90 /DIE GRÜNEN mit ihren 10 Mitgliedern sehr dünn aus. Sie riefen
die Bevölkerung auf, Interesse an grüner Politik zu zeigen, die
allerdings in Maintal nicht mehr zu erkennen ist. Ein wenig
Verkehrsverbund und Sozialpolitik ist einfach zu wenig, die
Investorenpolitik zu verräterisch. Die Maintaler SPD plante den großen
Wurf mit einem jungen Vorsitzenden, dem sogar bereits das Format eines
Bürgermeisters zugesprochen wird. Der Fraktionsvorsitzende als
bestmöglichster Kandidat für dieses Amt dürfte darüber amüsiert sein.
In Teilen ist der Wurf möglicherweise gelungen. Man kann demnächst beim
Durchstarten gespannt sein, welche Vorstandsmitglieder auf den
Stadtteil-Bremsen stehen werden und wer den Turbo zünden wird.
Das
vielleicht markanteste Signal für einen Neuanfang ist die Tatsache, dass
die meisten alten Haudegen im Hintergrund bleiben und Sepp Sigulla
die Segel ganz strich. Er prägte zwar viele Jahre lang ganz wesentlich die
Maintaler Politik der Genossen, war aber kaum mehr in der Lage, auf junge
Wähler einen positiven Eindruck zu machen. Nicht ganz so glücklich
hinsichtlich eines Neuanfangs ist zu sehen, dass im Vorstand Dr.
Jochen Schild für Wachenbuchen ins Rennen geht. Hier wäre eine
jüngere Person als deutliches Zeichen der Erneuerung sinnvoller
gewesen.
Wer
lenkt nun die Geschicke der Maintaler SPD?
Sebastian
Maier, Frank Maisch, Helmut Wassermann, Jochen Späth, Helia Habibzadeh,
Winfried Langer und Dr. Jochen Schild nehmen die
Zügel der Maintaler SPD in die Hand, während der Familienverbund
Gutberlet leer ausging. In der Fraktion lenkt weiterhin Karl-Heinz
Kaiser die Geschicke.
In
einem Pressebericht war die Rede davon, dass der neue SPD-Vorsitzende im
Gegensatz zum CDU-Pendant ohne Ketten laufen dürfe. Das dürfte in den
nächsten Tagen zu heftigen Reaktionen führen, denn der Seitenhieb auf Angelika
Feuerbach und ihr Machtgebilde war ebenso heftig und stellt die
wahre Erneuerung in Zweifel. Auch in der SPD muss es sich erst erweisen,
ob die Verjüngung gelungen, positiv und der große Wurf ist.
Die
Grünen leiden unter Mitgliederschwund
Bei
den Grünen stellt sich die Führungsfrage nicht, denn was soll ein
Parteivorsitzender dort führen? Maximal 10 Personen und einen
Fraktionsführer, der eher rechts einzuordnen ist und der eine klare
Investorenpolitik betreibt. Die wirklich grün denkenden Mitglieder werden
doch in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Gelegentliche Zustimmungen
der großen Parteien werden über Zugeständnisse auf anderen Gebieten
erkauft. Eine Politik der sozialen Gerechtigkeit ist nicht wahrnehmbar.
Auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendbetreuung sowie der Seniorenpflege
ist nur Monika Vogel wahrnehmbar. Energie und
Personennahverkehr betreut Peter Arendt.
Die
Maintaler Grünen fielen in den letzten Jahren eher dadurch auf, dass sie
erst eine Machtkonstellation mit der SPD suchten, um bestimmte Punkte
ihres Programms umzusetzen, um anschließend unter fadenscheinigem Vorwand
die Seiten zu wechseln, um in Kooperation mit der CDU die restlichen
Punkte umzusetzen, die mit der SPD nicht umsetzbar gewesen wären. Das mag
ein hohes Maß an Flexibilität und pragmatischer Politik signalisieren.
Andere halten das eher für charakterloses Taktieren.
Es
wird den Grünen nichts anderes übrig bleiben, als ihre Liste gewaltig
für Nichtmitglieder zu öffnen, denn 20 Kandidaten müssten es schon
sein, wenn man erneut antreten will. Wollte man das über einen potenten
Mitgliederzuwachs erreichen, wäre Peter Arendt in seiner
Führungsrolle mehr als gefährdet. So ist man da wohl eher auf der Suche
nach Fußvolk für die Wahlliste, denn mehr als vier Personen werden wohl
nicht ins Parlament einziehen. Ob das eine Perspektive für politisch
interessierte Bürger ist, muss sich jeder selbst beantworten.
Maintals
Kommunalpolitik ist womöglich auf einem guten Weg, wobei ich jetzt nicht
preisgeben möchte, was ich für den besten Weg halte. Bürger haben davon
andere Vorstellungen als die Parteien.
Veröffentlicht
am 27.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Sauschnelle
Prothesen
Die
Winterolympiade der Behinderten macht es möglich, dass man sich jeden Tag
über die ausgefeilte Prothesentechnik und die damit zu erzielenden
Leistungen informieren kann. Für die Teilnehmer sind die Erfolge der Lohn
gewaltiger Schinderei und Quälerei, die bedingt durch die Behinderungen
notwendig sind. An vielen Bewegungsabläufen erkennt man aber auch die
wiedererlangte Freude der Sportler nach schweren Verletzungen oder
Operationen. Bei all den positiven Begleiterscheinungen sollte man aber
nicht vergessen, dass es sich hier auch um die weltweit größte
Prothesenschau handelt, in der viele spezialisierte Firmen miteinander
konkurrieren. Manche Sportler reisen mit einem kompletten Team an, das
sich ausschließlich nur um die ausgefeilten Hightech-Prothesen, Sehhilfen
und anderweitig ausgeklügelten menschlichen Ersatzteile kümmert. Das ist
schon wesentlich mehr als der olympische Geist, der hierbei beschworen
wird.

Der
Prothesenmarkt litt jahrelang unter der Einstellung der Sozialträger,
dass Prothesen lediglich der Wiederherstellung der Grundfunktionen dienen
sollen. Erst mit dem Einsatz von Prothesen für den Hochleistungssport und
einer entsprechenden Nachfrage lohnten sich weitergehende Entwicklungen.
Heute floriert der Markt und die Kassen müssen sich zunehmend auch mit
der Bezahlung hochentwickelter Prothesen befassen, wenn sie für die
Lebensqualität von Sportlern wichtig ist. Dabei entstanden inzwischen zum
Beispiel Hightech-Prothesen aus Kohlenfaserstoffen für Beinamputierte,
die ein Laufen in völlig neuen Dimensionen ermöglichen. Dabei wären im
Wettkampf sogar gesunde Sportler benachteiligt - zur Freude der
Behindertensportler.
Im
Deutschen Team befinden sich eine ganze Reihe von Sportlern, die
Goldmedaillen im halben Dutzend erkämpften. Stets steht die Technik
dahinter. Es ist verwunderlich, dass es neben der Aktivenwertung nicht
auch noch eine Konstrukteurswertung gibt. So sind sich die
Versehrtensportler dessen bewusst, dass lediglich ihr perfekter Umgang mit
den Prothesen und eine teilweise halsbrecherische Tollkühnheit für die
Erfolge verantwortlich sind. Deshalb flogen in Kanada Prothesen durch die
Luft und es waren Stürze an der Tagesordnung. Man braucht für die
Prothesenolympiade nun mal eine gehörige Portion williges Fleisch, damit
sie in den verschiedenen Kategorien auch funktioniert.
Der
Zuschauer findet sich in einem Wechselbad der Gefühle wieder. Auf der
einen Seite bewundert man den Lebenswillen, die Energie und die Ausdauer
schwerstbehinderter Menschen und auf der anderen Seite den technischen
Fortschritt. Man wird dabei aber den Verdacht nicht los, dass hierbei nur
um Marktsegmente gerungen wird.
Veröffentlicht
am 22.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Vorgeführt
und ernüchtert
Entsetzt
verfolgten einige AG-Vorsitzende des neuen Stadtleitbildprozesses die
Entwicklung während der Stadtverordnetenversammlung als die
Parlamentarier ein dreistes Täuschungsmanöver des Magistrats gerade
rückten. Monatelang war in allen Pressemitteilungen des Magistrats die
Rede davon, dass das neue Stadtleitbild vom Parlament
"beschlossen" werden würde, was bei den Bürgern und den
engagierten Prozessteilnehmern mit der Annahme gleichgesetzt wurde,
dass etwas Beschlossenes auch tatsächlich umgesetzt wird. Kundige
Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende betonten jedoch im Vorfeld, dass
das neue Stadtleitbild und die vorgeschlagenen Leitprojekte bestenfalls zur
Kenntnis genommen werden können, weil etliche Punkte der
Leitprojekte konträr zu aktuellen Beschlüssen des Parlaments
stünden und der Wille der Interessengruppen und einiger Bürger keinen
Antragscharakter hätten. Während sich die lokale Presse dieses
Täuschungsmanövers nicht annahm, waren die Leser meiner Homepage und die
des Maintal Forums stets informiert.
Heute
macht sich einer der engagiertesten und bekanntesten AG-Vorsitzenden des
neuen Stadtleitbildprozesses - Kai Sennewald - in einem
Leserbrief Luft und dürfte damit auch seinen Mitstreitern aus dem Herzen
sprechen. Eigentlich hätte er es aber wissen müssen, denn er ist im
Streit mit dem Magistrat und dem Parlament durchaus erfahren. Er und seine
Mitstreiter einer Bürgerinitiative erfochten im letzten Jahr die
Rücknahme der Straßenbeitragssatzung. So langsam wird er erahnen, dass
hierzu das dicke Ende ebenfalls noch aussteht. Allzu trickreich und listig
geht das Maintal beherrschende Gespann aus Magistrat und
Magistratsunterstützungsfraktionen vor.
Hier
aber zunächst der Leserbrief von Kai Sennewald:


Es
bleib recht wenig vom neuen Geist der Bürgerbeteiligung und des
Bürgerengagements übrig. So wird jedes einzelne Leitprojekt zum
Prüfstein für den Magistrat und das Parlament werden. Schon jetzt ist
der enorme Druck zu spüren, der von diesem Leserbrief ausgeht. Der
Magistrat kann sich jetzt keine Faxen mehr erlauben.
Nach
meinem Verständnis ist damit aber auch die Einrichtung eines Büros für
das Bürgerengagement infrage gestellt, denn es fehlt hierzu der Beschluss
des Parlaments. Auf einer Kenntnisnahme lässt sich da schwer
aufbauen.
So
langsam kommt das Kartenhaus Stadtleitbildprozess in eine gefährliche
Schieflage, wenn Kai Sennewald ihn schon als mögliche
Totgeburt bezeichnet. Einmal mehr zeigt es sich, dass der offene und
ehrliche Umgang mit den Bürgern noch sehr zu wünschen übrig lässt.
Bürgernähe und Respekt vor dem Bürgerengagement sieht ganz anders aus.
Veröffentlicht
am 20.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Kenntnisnahme
mit Moralpredigt
Pünktlich
zu Ostern nahm die Stadtverordnetenversammlung die Ausarbeitung eines
neuen Stadtleitbildes zur Kenntnis, das unter Anleitung von Frau Professor
Funke, intensiver Co-Moderation des Magistrats und unter Beteiligung
zahlreicher Interessengruppen sowie einiger engagierter Bürger entstand.
Dabei ging die Absicht des Magistrats nicht auf, sich das Stadtleitbild
und die organisatorischen Veränderungen in der Verwaltung
"genehmigen" zu lassen, indem man den Punkt 1 des Antrages als
"beschlossen" passieren lässt. Die Fraktionen waren wachsam und
nahmen sowohl das überarbeitete Stadtleitbild als auch die Leitprojekte
lediglich zur Kenntnis. Damit herrscht endlich Klarheit darüber, dass das
Stadtleitbild nur eine Leitlinie ist, die berücksichtigt wird, wenn alle
Rahmenbedingungen stimmen. Der Knackpunkt ist das Geld, das hinten und
vorne fehlt. Umgesetzt werden zunächst nur die "Projekte", die
mit viel Bürgerinitiative und wenig Geld umzusetzen sind.
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Zu
Beginn der Debatte hielt der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber
sich und den Bürgern eine Moralpredigt, die auf mehr
Bürgerengagement abzielte. Viele Bürger wüssten offensichtlich,
wie man alles besser machen könne, aber nur wenige Bürger seien
bereit, wirklich tätig zu werden. Es habe wohl mit der
Verdrossenheit der Bürger zu tun, die es jetzt aufzubrechen gelte,
meinte Sachtleber. Das war sehr hoch gehupft aber nicht weit genug
gesprungen, denn er hätte auch reflektieren müssen, was in der
Vergangenheit falsch lief und bekennen sollen, dass man im Magistrat
daraus durchaus Schlüsse gezogen hatte. Die Bürger jetzt in den
Vordergrund zu schieben, ohne die handwerklichen Fehler der Lokalen
Agenda 21 und die mangelnde Bereitschaft zu deren Behebung
zuzugeben, ist nicht fair. Man tritt ungeniert die Verpackung der Lokale Agenda in den
Mülleimer und reißt eine neue Verpackung gleichen Inhalts auf.
Lediglich der Aufdruck hat sich etwas geändert. |
Wer
die neuen Inhalte mit dem alten Inhalt des Stadtleitbilds vergleichen
möchte, sollte sich über den Link http://www.agenda21-maintal.de/leitbild.php
informieren. Da ist nicht viel Neues zu lesen.
Die
Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD konzentrierten sich vornehmlich auf
die Motivation der Bürger, den neuen Prozess nach Kräften zu
unterstützen. Irgendwie erinnerte die Vorstellung exakt an den
Start der Lokalen Agenda 21. Aus der Kenntnis der Fraktionsvorsitzenden,
was danach mit der Lokalen Agenda passierte, kaufe ich ihnen die zur Schau
getragene Zuversicht nicht ganz ab. Sie wirkte aufgesetzt und nur durch die Hoffnung
begründet, dass die Bürger - wenn man sie nur machen lässt - mehr auf
die Reihe bekommen als der Magistrat und die Fachbereiche in den letzen 10
Jahren.
Angesichts
der massiven Probleme unserer Stadt mit der Entwicklung der Einnahmen, des
Einwohnerschwunds, dem demografischen Wandel und des Entgleitenlassens jeglicher Planungsinitiativen an
Investoren wirkt der Rummel um das neu verpackte
Bürgerbeschäftigungsprogramm recht hilflos. Man lässt nicht nur die
Investoren machen was sie wollen, sondern jetzt auch hochoffiziell die
Bürger. Das Ganze soll scheinbar nur noch verwaltet werden. Eine
Stadtverwaltung haben wir. Sind die Hauptamtlichen jetzt wirklich nur noch
als tricksende Animateure tätig?
Auf
den Zuhörerplätzen, die man zu dieser Sitzung auf nur drei Reihen
begrenzte, waren etliche kritische Töne zu hören, die im Tenor darauf
hinaus liefen, dass man dem aufgefrischten Stadtleitbild die gleiche
Zukunft voraussagt, wie sie bei der Lokalen Agenda eintrat. Vor der
Tatkraft kommt nämlich immer noch die Zuversicht auf das Gelingen. Stellt
sich dieses Gefühl nicht ein, lockt man keine Leistungsträger hinter dem
Ofen hervor. Die neuen Aktivisten haben offensichtlich noch keine
Erfahrung im Umgang mit dem Magistrat und den Gremien. Sie zehren noch vom
guten Glauben und diesen sollte man ihnen nicht nehmen. Also: Mund halten
und weitermachen lassen...!
Veröffentlicht
am 16.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Männerbeauftragte
und die Lotusfüße
Die
Frankfurter Neue Presse brachte am 15.03.2010 eine Glosse zum Thema
Männerbeauftragte. Ein solcher Artikel löst ganz unterschiedliche
Reaktionen aus. Während einige Männer hierin eine Satire sehen,
qualifizieren Andere den Text als unterstes Stammtischniveau ab. Ein
Publizist forderte mich während der Erörterung des Themas auf,
mich doch mal mit dem Thema "Lotusfüße" und mit Foucault
auseinander zu setzen weil ich spaßig meinte, es läge doch eigentlich
nur am kleinen anatomischen Unterschied. Zugegeben: das klingt
hochintellektuell und ich habe mich auch sofort informiert. Dennoch
führte es mich nicht weiter. Ich glaube man muss die Frauen heute und im
Jetzt ergründen, um zu erkennen, was sie umtreibt.
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Lokales
Männerbeauftragte
Gab's
früher nicht: Frauenbeauftragte. In jedem städtischen Amt gibt's
eine. Letztens hat ein Kollege im städtischen Telefonbuch
geblättert: "Amtsleitung? Eine Frau. Stellvertretung? Eine
Frau. Rechtsvertretung? Drei Frauen. Der erste Mann taucht im
Personalrat auf." Zwei Drittel des Personals in dem Amt sind
Frauen, mindestens. Leitungspositionen sind fest in weiblicher Hand.
Was fehlt da? Ein Männerbeauftragter. Gibt's den wenigstens? Gibt's
nicht. Nur 'ne Frauenbeauftragte. Wie in jedem Amt. Tjs
http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.7420195.de.htm
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Die
Unterdrückung der Frauen in der Vergangenheit und die heute Chancenungleichheit sind
zwei verschiedene Dinge. Männer mussten schon immer ihre körperlichen
Vorteile und Fähigkeiten dazu einsetzen, für den eigenen Lebensunterhalt
und den ihrer Familie zu sorgen. Die Lebenskonstruktionen und die
Bedürfnisse der Frauen veränderten sich dagegen in den letzten Hundert Jahren
gewaltig. Die Kriege zwangen sie, die Stelle der Männer am Arbeitsplatz einzunehmen. Nach
dem letzten Krieg sorgte der Wiederaufbau und der erstrebte Lebensstandard
dafür, dass immer mehr Frauen Berufe ausübten. Inzwischen haben sich die
Mieten und die Preise den Doppelverdienern angepasst und Berufstätigkeit
oder nicht ist nicht mehr in allen Fällen frei wählbar. Singles
und Alleinerziehende sind auf einen Verdienst stark angewiesen. Das schafft
im Beruf Begehrlichkeiten, umso mehr, wenn man als Frau die gleiche Leistung bringt
wie die Männer. Wo die Möglichkeit besteht, ein Frauenregime zu
installieren oder Teil eines solchen Systems zu werden, erfolgt es
bedenkenlos. Oft entsteht so ein Frauenregime auch dadurch, dass
Führungskräfte verstärkt Frauen einstellen, um männliche Konkurrenz
nicht fürchten zu müssen.
Eine
besondere Spezies erfolgreicher Frauen engagiert sich in Frauenbeiräten und
bildet die
Speerspitze für die Frauen, die es nicht verstanden, in dieses Gremium entsandt zu
werden. Neben sehr sinnvollen Anliegen, wie die Unterstützung von
Frauenhäusern und der Kampf gegen die genitale Verstümmelung junger Frauen rangiert organisierter
Aktivismus - mit und ohne kirchlichen Hintergrund - an vorderster Stelle.
Männer brauchen diese Gremien nicht zu fürchten - eher so manche
vertrocknete Emanzen der 68er Szene, die vor keinem Mittel
zurückschrecken, wenn es gegen die Männer ganz generell geht..
Ein
Männerbeauftragter wäre die logische
Konsequenz, wenn man diese Strukturen ernst nähme oder sich eine echte
Gleichbehandlung erreichen ließe. Vielmehr meinte
besagter Publizist, das Thema sei erst vom Tisch, wenn es keine
Frauenbeauftragten oder keine Männer mehr gäbe. So weit wollen wir es
aber doch nicht kommen lassen!?
Veröffentlicht
am 16.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Seltene
Qualitäten begeisterten Millionen
Die
Zeitschrift WELT ONLINE titelt: "Lena
wird sich in Oslo kaum durchsetzen können". ZDF ONLINE
meint: "Mit Kleinmädchen-Charme nach Oslo".
SPIEGEL ONLINE meldet: "Lenas
Mezzo-Mix-Triumph". STERN.DE meldet: "Rotbäckchen
fährt nach Oslo". Und die ZEIT ONLINE meint sogar:
"Wir sind gar nicht so!"
Gemeint ist mit letzterer Schlagzeile, dass die Deutsche weibliche Jugend
nicht keck, charmant, mutig, zeitgemäß, geschmackvoll, intelligent und
mitreißend sei und das Blatt resümiert: "Mit
der Wahl hat das Publikum ihr keinen Gefallen getan." Die
Rede ist von Lena Meyer-Landrut, die in der nationalen
Ausscheidung für den Eurovision Song Contest in Oslo siegte. Sie konnte
sich gegen Jennifer Braun durchsetzen, eine weitaus bessere
Sängerin. Sie siegte, gerade weil sie keck, charmant, mutig, zeitgemäß,
geschmackvoll, intelligent und mitreißend ist und das ohne falsche
Wimpern und Kosmetik.

Moderator
Stefan Raab lieferte mit dieser Casting-Serie sein
vorläufiges Meisterstück ab und bewies, dass man außergewöhnliche
Talente auch ohne eine Flut herabwürdigender Kommentare und
peinlicher Schnüffeleien im Privatleben der Kandidaten entdecken kann.
Beide Kandidatinnen hatten eigentlich den Sieg verdient. Jennifer
Braun konnte im Finale mit allen drei Gesangsnummern sängerisch
überzeugen, wenn es auch an der Performance etwas haperte. Allzu sehr
konzentrierte sie sich auf fehlerfreie Darbietungen, worunter ihre
Bewegungen etwas litten. Ganz anders trat Lena Meyer-Landrut
auf. Sie interpretierte die beiden ersten Songs auf eine unnachahmliche
Art und Weise, in der Text und Inhalt zu überzeugenden Balladen
verschmolzen. Gesangliche Herausforderungen ersetzte sie in einigen
Passagen einfach durch kecken Sprechgesang. Ihr anmutig
mädchenhafter Charme entlud sich total, nachdem feststand, dass sie
gewonnen hatte. Während man sonst erlebt, dass die Interpreten bei der
Zugabe routiniert zu Werke schreiten, war bei ihr körperlich zu erleben,
was der überraschende Sieg in ihr bewirkte. Sie ließ Millionen
Fernsehzuschauer ungeniert daran teilhaben.
Hat
Lena in Oslo eine Chance?
Hier
gehen die Meinungen der Journalisten gewaltig auseinander. Allgemein
spricht man von einem europaweiten Entscheidungsgebilde, das von
nationalen Stimmungen, gegenseitiger Unterstützung und organisierten
Abstimmungsverhalten geprägt ist. In den letzten Jahren wurden die
Auftritte immer bizarrer und glichen manchmal Horrorszenen. Nun kommt eine
18-Jährige mit einem schlichten Liedchen, Witz und Charme daher, um die
Herzen von ca. 120 Millionen Zuschauer zu erreichen.
Man
ist an Nicole erinnert, die den Contest 1982 mit ihrem Lied "Ein
Bisschen Frieden" gewinnen konnte. Bei Lena ist allerdings
keine naiv anmutende Sehnsucht zu spüren, sondern ein entwaffnendes
"hier bin ich, es macht mir Spaß und ich will euch das zeigen".
Jede Bewegung, jede Geste, jeder Blick wirkt natürlich und weckt beim
Zuschauer Schutzinstinkte. Gleichzeitig spürt man aber deutlich, dass
Intelligenz und Mut die Fäden ziehen. Lena bewirkt, dass man sich
anstelle des Songs mit ihr selbst befasst. Das schafft Nähe und weckt den
Wunsch, ebenso unbeschwert sein zu können. Bei ausgebufften Zeitgenossen
kann sie damit allerdings nicht punkten. Vielleicht aber bei Millionen
Teenies, die in ihr eine anbetungswürdige Ikone ihrer Generation sehen.
Jennifer
Braun muss über ihr Ausscheiden nicht traurig sein, auch wenn Ralph
Siegel ihr größere Chancen in Oslo einräumte als Lena. Das
Abschneiden Deutscher Interpreten in den letzten Jahren hat jedoch
gezeigt, dass auch namhafte Macher und bekannte Interpreten mit angeblich
zeitgemäßen Songs und professionellem Auftreten keinen Blumentopf
gewinnen. Jennifer Braun wäre ebenfalls in diese Falle
getappt. Man hätte sie bis zum Auftritt noch gewaltig
zurechtgebogen, damit die Performance stimmt. Damit wäre sie noch
gleicher unter Gleichen gewesen - trotz phantastischer Stimme.
Lena
Meyer-Landrut wird man genau so lassen, wie sie ist, denn das ist
ja gerade das Geheimnis ihres Erfolgs. Hoffentlich war es keine
einstudierte Masche.
Veröffentlicht
am 13.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Lena
Meyer-Landrut
Entdeckung
der charmanten Intelligenz
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Bürgerhilfe
feiert 10-jähriges Bestehen
Am
29. März 2000 wurde die Bürgerhilfe Maintal e.V. unter dem Namen
"Seniorenhilfe Maintal" gegründet und zählt inzwischen über 2200
Mitglieder, davon über 300 Aktive. Im Februar 2002 änderte die
Mitgliederversammlung den Vereinsnamen. Der Verein ist im Sinne einer
Genossenschaft organisiert. Wer Dienste leistet, erwirbt sich ein
Punkteguthaben, für das man im Bedarfsfall ebenfalls Hilfe in Anspruch
nehmen kann. So lautet das Motto auch: Miteinander - Füreinander! Am 7.
März 2010 feierte die Bürgerhilfe ihr 10-jähriges Bestehen, wofür ich
auch an dieser Stelle gratuliere.
Zum
Leistungsumfang der Bürgerhilfe gehören
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Besuchsdienste
an Wochentagen und am Wochenende
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Beratung
/ Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen usw.
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Entlastung
von pflegenden Angehörigen · Reparaturhilfen
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Betreuung
und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen
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Der
Wunschgroßelterndienst
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Wohnraumbetreuung
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Die
"Nahrungsquelle"
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