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Die
Seite für die Dinge,
die
einem ins Auge stechen |
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Meine
Homepage gliedert sich in viele Themen auf, die unterschiedlich stark
frequentiert werden. Im Juli 2009 galten die häufigsten Seitenaufrufe den
Graukopfsatiren, VERMISST
sowie Kriegsberichterstattung und Werbung.
Danach folgten die politischen Seiten, die sich auf Wochen und Quartale
verteilen.
Die
WASTENSTEINER-Satiren werden ebenfalls
immer häufiger geöffnet, sowie meine Satiren über den Zeitgeist.
Nachdem
ich meine dokumentarisch-satirische Berichterstattung über die Maintaler
Kommunalpolitik im Juli 2009 einstellte, möchte ich mich auf interessante
Augenblicke konzentrieren, die auch für meine Leser interessant sein
könnten.
Ich
wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!
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13.03.2010 |
Seltene
Qualitäten begeisterten Millionen
Die
Zeitschrift WELT ONLINE titelt: "Lena
wird sich in Oslo kaum durchsetzen können". ZDF ONLINE
meint: "Mit Kleinmädchen-Charme nach Oslo".
SPIEGEL ONLINE meldet: "Lenas
Mezzo-Mix-Triumph". STERN.DE meldet: "Rotbäckchen
fährt nach Oslo". Und die ZEIT ONLINE meint sogar:
"Wir sind gar nicht so!"
Gemeint ist mit letzterer Schlagzeile, dass die Deutsche weibliche Jugend
nicht keck, charmant, mutig, zeitgemäß, geschmackvoll, intelligent und
mitreißend sei und das Blatt resümiert: "Mit
der Wahl hat das Publikum ihr keinen Gefallen getan." Die
Rede ist von Lena Meyer-Landrut, die in der nationalen
Ausscheidung für den Eurovision Song Contest in Oslo siegte. Sie konnte
sich gegen Jennifer Braun durchsetzen, eine weitaus bessere
Sängerin. Sie siegte, gerade weil sie keck, charmant, mutig, zeitgemäß,
geschmackvoll, intelligent und mitreißend ist und das ohne falsche
Wimpern und Kosmetik. >>>mehr
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08.03.2010 |
Bürgerhilfe
feiert 10-jähriges Bestehen
Am
29. März 2000 wurde die Bürgerhilfe Maintal e.V. unter dem Namen
"Seniorenhilfe Maintal" gegründet und zählt inzwischen über 2200
Mitglieder, davon über 300 Aktive. Im Februar 2002 änderte die
Mitgliederversammlung den Vereinsnamen. Der Verein ist im Sinne einer
Genossenschaft organisiert. Wer Dienste leistet, erwirbt sich ein
Punkteguthaben, für das man im Bedarfsfall ebenfalls Hilfe in Anspruch
nehmen kann. So lautet das Motto auch: Miteinander - Füreinander! Am 7.
März 2010 feierte die Bürgerhilfe ihr 10-jähriges Bestehen, wofür ich
auch an dieser Stelle gratuliere. >>>mehr
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05.03.2010 |
Hessische
CDU leistet sich eine fragwürdige Staatsrichterin
Während
der Landtagssitzung thront der Hessische Justizminister Jörg-Uwe
Hahn (FDP) mit hochrotem Kopf auf seinem Platz und war auch nach
Aufforderung nicht bereit, sich zu einer Untersuchung oder
Disziplinarmaßnahme gegen die Richterin Karin Wolski zu
äußern. Diese steht im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen
Steuerhinterziehung in großem Stil gegen ihren Mann als
Nutznießerin im Fokus der Ermittlungen. Sie wird als Miteigentümerin
einiger von einer reichen Bekannten auf dubiose Art geschenkten, jedoch
nicht versteuerten Immobilien und anderen Sachleistungen genannt. Ferner
soll sie 6 Autos unter einer Scheinadresse angemeldet haben. Das alles
scheint für die schwer justiziable Dame völlig normal zu sein . Auch
dass weder sie noch ihr Mann als Großverdiener jahrelang mit Duldung der
Finanzbehörde keine Steuererklärungen abzugeben brauchten, findet sie
völlig normal. >>>mehr
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03.03.2010 |
Gesamtdeutsche
Solidarität wäre inzwischen gerechter
Ein
deutliches Zeichen für die rasant ansteigende Mangelverwaltung
bundesdeutscher Gemeinden sind die Schlaglöcher auf unseren
innerörtlichen Straßen. Die Kreis- und Landesstraßen sehen aber auch
nicht viel besser aus. Pendler, die derzeit durch Maintal oder über
entsprechende Umgehungsstraßen fahren, fühlen sich nach Südosteuropa
versetzt. Selbst den Vergleich mit den innerörtlichen Straßen der
ehemaligen DDR halten sie vielfach nicht mehr stand. Stellt man den
Vergleich zum heutigen Zustand der Straßen in den neuen
Bundesländern an, versteht man die Welt ohnehin nicht mehr. Der
Solidaritätszuschlag lässt grüßen. Die Vereinigung nahm unserem Land
infolge der krassen politischen Fehler während der Vereinigung sehr viel
Kraft und bescherte uns eine immense Arbeitslosigkeit. Die letzte
Wirtschafts- und Währungskrise besorgte den Rest. Wo fängt Solidarität
an und wo hört sie auf? Es kann nicht sein, dass diejenigen, die seit
zwanzig Jahren für die Vereinigung bluten, nun in den Zuständen leben
müssen, die damals ihrer Solidarität bedurften. >>>mehr
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27.02.2010 |
Vom
Konterkarierten zum Kleinkarierten
Das
Werk der Consulting-Berater zum Stadtleitbildprozess ist mit der
professionellen Präsentation der Ergebnisse vollbracht und so langsam
kehren die Treiber des Prozesses zu ihrer eher kleinkarierten Arbeitsweise
zurück. Schluss mit der geschickt angewandten Metaplantechnik, deren Vorteile allzu
gern im Sinne der Auftraggeber konterkariert werden. Die Vorgehensweise ist
immer gleich: Ideen zu einem Thema werden mit wenigen Worten auf Kärtchen
geschrieben,
auf eine Metaplantafel geheftet, anschließend sortiert und mit
Klebepunkten gewichtet.
Eine geschickt zusammengestellte "Arbeitsgruppe" formuliert
daraus Ergebnisse und Aussagen. Diskussionen sind grundsätzlich nicht
möglich oder werden unterbunden. Mit den Ergebnissen kann der
Auftraggeber später nach Belieben verfahren. Moderiert wurde nach der Methode, die
Eberhard und Wolfgang Schnelle von der Firma Metaplan GmbH im Jahr 1972
entwickelten. Seitdem bedienen sich Auftraggeber jeder Couleur dieser
Methode. Es kommt auf den professionellen Tatsch an, den eine
Vorgehensweise haben muss, um von der längst vom Auftraggeber ins Auge gefassten Absicht
abzulenken. >>>mehr
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24.02.2010 |
Die
Gruppensprecher - Stars des Abends
Bürgerversammlungen
haben in Maintal stets ein Kernthema. Im Jahr 2010 musste dafür der Stadtleitbildprozess
herhalten. Mit großer Spannung verfolgten die Veranstalter den Zustrom
der Bürger, der ins Bischofsheimer Bürgerhaus träufelte. Er blieb
sicherlich unter den Erwartungen zurück, denn gemessen an den ca. 200
Prozessteilnehmern war die Besucherzahl kaum höher. Der Anteil der
normalen Besucher dürfte unter 60 Personen gelegen haben. Dafür war die
Inszenierung des Abends umso bemerkenswerter, was nicht nur an der
perfekten Ausstattung lag. Die Bürger konnten sich im Mittelpunkt
fühlen. Sie wurden sehr beeindruckend von den Gruppensprechern der
8 Teams informiert. Die eigentlichen Treiber des Projekts hielten sich
deutlich zurück und unterstrichen damit, dass es ein Prozess von Bürgern
für Bürger sein soll. Sie waren damit aus verschiedenen Gründen sehr
gut beraten. >>>mehr
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20.02.2010 |
Große
Inszenierung eines lauen Bühnenstückes
Am
Dienstag, dem 23. Februar 2010 findet im Bürgerhaus Bischofsheim die
diesjährige Bürgerversammlung der Stadt Maintal statt. Hauptthema ist
der Stadtleitbildprozess, der die Lokale Agenda ablösen soll. Monatelang
haben sich die einzelnen Gruppen zu jeweils einer oder zwei Sitzungen
getroffen und Ideen gesammelt, alte Ideen neu aufgenommen und eifrig
Bürgerbeteiligung geübt. Bürgerinnen und Bürger, die in der Lokalen
Agenda, der Zukunftswerkstatt, dem Arbeitskreis zum Sportstättenkonzept
und bei anderen Projekten mitgewirkt hatten, erkannten schnell die immer
wiederkehrende Arbeitsweise des Bürgermeisters und gingen auf Distanz.
Ein großer Teil der Teilnehmer wird deshalb der Veranstaltung fern
bleiben, weil sie sich nicht wieder veralbern lassen wollen. Man spricht
offen von einem Kasperltheater mit klar verteilten Rollen. >>>mehr
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15.02.2010 |
Die
Sache mit der spätrömischen Dekadenz
Guido
Westerwelle, der amtierende Außenminister und führende Kopf der
FDP, beschimpfte vor einigen Tagen während einer Hartz IV-Debatte zehn
Millionen Menschen und meinte: "Wer dem Volk anstrengungslosen
Wohlstand verspreche, lade zu spätrömischer Dekadenz ein...".
Hierbei zeigte es sich, dass sein loses Mundwerk wohl kaum auf Wissen
aufbaut, wohl mehr auf diffusen Andeutungen, die sich bei näherer
Betrachtung als haltloses Geschwätz erweisen. Heiner Geissler (CDU),
Jesuitenschüler und ehemaliger CDU-Generalsekretär ließ es sich nicht
entgehen, Westerwelle in hoher rhetorischer Manier der alten Schule als
Esel zu bezeichnen. >>>mehr
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06.02.2010 |
"Humor-Bedürfnisanstalt"
- das Unwort der Kampagne
Wir
befinden uns momentan in der Mitte der diesjährigen Fastnachtskampagne
und das heimische Sitzungsgeschehen lockt die Menschen an. Die Säle sind
nicht proppevoll, aber zum Schunkeln reicht es, wenn keine größeren
Lücken die Kette unterbrechen. Mehrere Dutzend Karnevalisten befreundeter
oder zumindest nahestehender Vereine pflegen die Gegenbesuchstradition, um
sich kommerziell zu unterstützen. Dazwischen Grüppchen, Cliquen und
Einzelpersonen, die sich gut unterhalten lassen wollen. Man lechzt nach
Höhepunkten, die jeder Besucher in einem anderen Segment des Programms
sucht und schätzt. Dann der unvermeidliche Auftritt der Prinzenpaare, die
alljährlich ihre besonderen Intelligenzleistungen versprühen. In der
Mitte der kurzweiligen Ansprache fällt das provokant oder gedankenlos
gewählte Wort "Humor-Bedürfnisanstalt". Und das aus dem
Mund des Fastnachtsprinzen gegenüber dem örtlichen Humoristen-Verein,
der dem Prinzenpaar gerade humoristisches Asyl gewährt. >>>mehr
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05.02.2010 |
Chuzpe
der Loeki Häger-Hogerland trifft das Nationalgefühl
Es
gibt heute Themen, die auf seltsame Weise solidarisieren. Dass Armut auch
dazu gehören könnte, hätte ich nie gedacht. Vielleicht bekennen wir uns
ja national so bereitwillig zur Armut, weil wir uns wegen unseres
jahrelangen Wahlverhaltens schuldig fühlen. Wenn es partout ganz bestimmten
Wählergruppen gut gehen soll, müssen zwangsläufig viele andere
Mitbürger darunter leiden. Seit Jahren kennt unsere Wirtschaft keinen
Zuwachs mehr, von dem alle profitieren könnten, sondern nur noch die
Umverteilung, wozu man sich der Regierenden bedient. Die Folge ist wachsende Armut. Da es aber nicht gelingt, die
Verlierer unserer Gesellschaft irgendwo zu verstecken, wird bei den Nutznießern
der Politik immer wieder das Schamgefühl berührt, wenn sie der Armut
offen
begegnen. Werden die Armen von Zeitgenossen verbal angegriffen, setzt sogar ein
ganz besonderer
Schutzmechanismus ein. Wie paradox! Man lässt zwar Armut zu, findet es aber unfair,
wenn Arme angegriffen werden, wie es Loeki
Häger-Hogerland unterlief.
Fürwahr
- eine seltsame Moral! >>>mehr
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29.01.2010 |
Technik
und Kommerz rangieren vor Mensch und Gesundheit
Heute
ist mal nicht die Rede von Sicherheitslücken und von Datenmissbrauch,
sondern von den Auswirkungen modernster Datenübertragungstechnik auf den
Organismus. Kinder, Jugendliche, Trendsetter und Menschen im
Kommunikationsrausch nutzen nahezu alle technischen Neuheiten und
verhelfen der Branche zu immer neuen Umsatzrennern. Dabei kommen viele
Konsumenten nicht nur finanziell in Schwierigkeiten, auch die Gesundheit
ist massiv gefährdet. Immer häufiger leiden Menschen unter Elektrosmog
und der intensiven Bestrahlung durch alle möglichen Geräte. Dies führte
zu einem Maintaler Ärzteappell, der von 25 niedergelassenen Ärzten
unterzeichnet wurde. Seit Jahren setzen sich Aktivisten für eine
schonende Versorgung der Bürger mit Mobilfunkstrahlung ein und wenden
sich gegen die aus der Sicht der Betreiber verständliche
kostengünstigste Versorgung aus den Zentren des Verbrauchs heraus, weil
mit diesem Verfahren die Bestrahlung am intensivsten ist. Viele Städte
und Gemeinden - außer Maintal - erarbeiteten schlüssige Konzepte, an die
sich Mobilfunkbetreiber zu halten haben. >>>mehr
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23.01.2010 |
Karnevalistische
Seifenblasen und die Krise
Viel
ist in diesen Zeiten die Rede von der Krise, jeder meint damit etwas
anderes, aber alles gehört irgendwie zusammen. In diesem Fall ist die
Rede von der Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Besuch
von kulturellen Veranstaltungen und von Fastnachtssitzungen. Immer weniger
Menschen gönnen sich vergnügliche Stunden. Gerade ist der diesjährige
Reigen der Fastnachtssitzungen angelaufen und die Säle sind nur teilweise
gefüllt. Unter dem Strich bzw. über alle Veranstaltungen hinweg bleibt
ein kräftiges Minus an Besuchern und bei so manchem Verein überlegt man
schon, die Anzahl der Veranstaltungen zukünftig zu reduzieren. Was einst
einem Höhenflug glich, wird zunehmend zu karnevalistischen Seifenblasen,
die zerplatzen. >>>mehr
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21.01.2010 |
Wer
sich zu weit vor wagt, kann nicht mehr zurück
In
Hochstadt wartet die Evangelische Kirchengemeinde auf das Ergebnis des von
Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich selbst eingeleiteten
Disziplinarverfahrens. Es soll endlich wieder Ruhe in der Gemeinde
einkehren. Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer noch der Pfarrer im
Ruhestand und mit ihm der Posaunenchor, der seinen Begründer und
selbstgewählten Chorleiter in einer Art "Korpsgeist"
unterstützt. Diese Auslegung stammt dem Wort nach nicht aus den Reihen
des Posaunenchors, ergibt sich aber aus der Darlegung der Beweggründe
für die Unterstützung der Anliegen des Pfarrers i.R. . Vielleicht ist
der Begriff "Korpsgeist" aber hier gar nicht richtig angebracht,
denn im Brockhaus von 1911 heißt es, Korpsgeist sei "die tätige
Teilnahme jedes einzelnen am gemeinschaftlichen Wohl aller, unter
Beiseitesetzung aller egoistisch-persönlichen Rücksichten".
Das gemeinschaftliche Wohl aller scheint nicht mehr gegeben, weil
persönliche egoistische Rücksichten genommen werden. >>>mehr
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20.01.2010 |
Eine
Frage der Ehre
Zur
Fastnachtszeit empfingen die Ministerpräsidenten einiger Bundesländer in
ihren Räumen die Prinzenpaare vieler Städte und Gemeinden. So auch Roland
Koch, der ins Biebricher Schloss einlud und 240 Prinzenpaare
dessen Einladung gefolgt waren. Die Interessengemeinschaft
Mittelrheinischer Karneval lobte den Ministerpräsident überschwänglich
für sein Engagement, das er angeblich den Narren entgegenbrachte. Was
damit gemeint war, bleibt jedoch im Dunklen. Roland Koch
rief seinerseits die Narren auf, politische Vorträge intensiv zu
fördern, denn "die Fastnacht dürfte nicht unpolitisch werden".
Angesichts der umstrittenen Person Roland Koch und dem
schiefen Licht, in dem er und einige seiner Minister stehen, kann diese
Äußerung nur als unverschämtes selbstgefälliges Feixen bezeichnet
werden. Für Prinzenpaare und Vereinsfunktionäre ist es deshalb eine
Frage der Ehre, der Einladung zu folgen.
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03.01.2010 |
Muss
es immer erst Tote geben?
Es
hat mal wieder einen Radfahrer erwischt! Am Samstag, dem 2. Januar 2010
wurde auf der Verbindungsstraße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ein
Radfahrer erfasst und verstarb an den Unfallfolgen. Der in den Unfall
verwickelte Autofahrer dürfte sein ganzes Leben lang unter diesem
Eindruck leiden. Wie auch immer der Unfall geschah, die Bischofsheimer
Straße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ist grundsätzlich für
Radfahrer gesperrt. Viele Radfahrer ignorieren das und bringen sich und
andere damit in Gefahr. >>>mehr
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02.01.2010 |
Vielseitige
HMV-Talente werben für das Sitzungsprogramm
Auch
wenn im Artikel des Maintal TAGESANZEIGER vom 2. Januar 2010 nicht
direkt davon die Rede ist, so dürfte klar sein, dass man während der
Karnevalszeit die beiden Ausnahmetalente Pia Jost und Silvia
Koffler der Hochstädter Humoristen nur live erleben kann, wenn
man eine der drei bevorstehenden Fastnachtssitzungen des HMV
besucht. So wird es wieder ein interessanter Augenblick sein, wenn
sie auf der Bühne präsentieren, was sie sich für dieses Programm haben
einfallen lassen. Wer das verpasst, hat erst wieder während der Programme
des lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS die Freude, die beiden live zu
erleben. Dort prägen sie mit ihren Auftritten ebenfalls das Programm in
ganz besonderer Weise. >>>mehr
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31.12.2009 |
Rückblick
und Blick nach vorn
Es
gibt Jahre, die einem in vorwiegend schlechter Erinnerung bleiben. Das
Jahr 2009 ist so ein Jahr, auch wenn es einige positiv empfundene
Ereignisse gab. Unser Lokalblatt beleuchtete alljährlich nochmals das
Wesentliche und die Fraktionsvorsitzenden sowie der Bürgermeister
verkünden ihre Sicht der Dinge. Natürlich gäbe es dazu einiges zu
sagen, doch zu diesem Jahreswechsel verkneife ich mir das. Die ureigenen Highlights und Tiefpunkte,
die uns Bürger persönlich betreffen, gehen tiefer, auch wenn davon die
Öffentlichkeit nichts erfährt. Alles zusammengenommen ergibt sich ein eher düsteres Bild, das sich auch im Jahr 2010 nicht wesentlich
erhellen wird. >>>mehr
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22.12.2009
Nachtrag
31.12.2009 |
Neues
von "Trompeter L."
Weihnachten
in Hochstadt und die lautesten Misstöne kommen aus der Kirche. Das ist
ein wahrhaft interessanter Augenblick, zu dem sich die
Frankfurter Rundschau erneut über die Disharmonien in
der Evangelischen Kirchengemeinde Hochstadt äußert. Noch immer schwelt
der Konflikt zwischen Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich und
der Kirchengemeinde sowie Pfarrer Uwe Rau. Der Hochstädter
Posaunenchor ließ sich sogar für die Interessen von Hermann
Langheinrich instrumentalisieren und sagte die Teilnahme an der
Christmette an Heiligabend ab. Das dürfte der vorerst absonderlichste
Höhepunkt der Konfrontation sein. Die Angelegenheit hat jedoch weitaus
dunklere Facetten als die, mit der die Frankfurter Rundschau
aufwartet. >>>mehr
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19.12.2009 |
Maintaler
Senioren sind online
Am
Montag dem 14. Dezember knallten die Sektkorken, als die Homepage der
aktiven Maintaler Senioren im Internet feierlich gestartet wurde. Mit der
sehr ansprechend und übersichtlich gestalteten Homepage steht allen
Maintaler Senioren nun eine Informationsquelle zur Verfügung, die alle
Aktivitäten umfasst, welche vom SeniorenOffice betreut werden.
Vereinzelten sparwütigen Politikern, welche die Funktion des SeniorenOffice
infrage stellten und meinten, man könne sie problemlos auf Maintaler
Vereine übertragen, werden beim Studium der Vielfalt der Aktivitäten und
der Kernproblematik erkennen, welchen Stellenwert das SeniorenOffice
besitzt. >>>mehr
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15.12.2009 |
Schreiben
versus Depression
Die
interessanten Augenblicke werden für mich immer seltener. Befasste
ich mich bis vor wenigen Wochen noch mit der Maintaler Kommunalpolitik, so
nehme ich sie heute nur noch am Rande wahr. In meinem Garten, der ein
zentraler Punkt meines Lebens war, war ich seit mehreren Wochen schon
nicht mehr. Pflege, Krankheiten und Verletzungen der Menschen innerhalb
meines engsten Umfeldes bestimmen mein Leben. Momentan lebe ich nur noch
im Heute und im Jetzt. Was mich noch einigermaßen zusammenhält, ist die
Vermutung, dass es vielen Menschen so oder so ähnlich geht und irgendwann
diese Phase des Lebens beendet ist. Man muss sich gegen die schleichend
daher kommende Depression wehren - so, wie es vielen Menschen abverlangt
wird. >>>mehr
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28.11.2009 |
Stadtleitbildprozess
braucht unbedingt ein Logo
Selten
hat ein Projekt die Maintaler Stadtverwaltung so intensiv beansprucht, wie
der Aufguss der Lokalen Agenda 21, der jetzt unter dem Begriff
"Stadtleitbildprozess" verkauft wird. Wochenlang wird
schon darüber in der örtlichen Presse ausführlich berichtet, ohne dass
etwas nennenswert Neues dabei zu lesen ist. Als besonders interessanter
Augenblick wird nun die Ausschreibung eines Wettbewerbs gefeiert, um ein
Logo für den Prozess zu finden. Ohne ein Logo geht nämlich in Maintal
gar nichts. Man hat dafür sogar eine spezielle Arbeitsgruppe im Rathaus
gebildet und hielt die Auszubildenden für das adäquate Gremium. Nun
können die Bürger endlich ihren Ideen freien Lauf lassen. Die Sache ist
in guten Händen. >>>mehr
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17.11.2009 |
Die
Auswirkungen der Bundespolitik kommen in den Gemeinden an
Während
der Stadtverordnetenversammlung vom 16. November 2009 brachte
Bürgermeister und Kämmerer Erhard Rohrbach den Maintaler
Haushalt 2010 ein. Dieser schließt erstmals mit einem Rekorddefizit von
8,6 Millionen € ab. Kurz zuvor hatte er seine Ernennungsurkunde für die
nächsten sechs Amtsjahre erhalten. Angesichts der Aussichten für Maintal
kam nur verhaltener Applaus auf. Einen ersten Vorgeschmack bekamen die
Anwesenden durch die Ankündigung, dass sich die Grundsteuer um 70
Prozentpunkte von 350 auf 420% erhöht. Das trifft die Nutzer von
Wohneigentum und deren Mieter. Die Vermieter - also die kommerziellen
Nutzer - bleiben außen vor. Ein erstes Zeichen ungerechter
Lastenverteilung und der Retourkutsche für die erzwungene Rücknahme der
Straßenbeitragssatzung ist also bereits gegeben.
>>>mehr
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15.11.2009 |
Narren
sind nur mit Humor zu ertragen
Seit
dem 11.11. sind wieder die offiziellen Narren unterwegs und verbreiten
notorisch ihren Frohsinn unter dem Rest der Nation. Es regnet erneut
Vliese und Orden und "verdiente Narren" werden zu Rittern
geschlagen. Tollitäten der letzten Kampagne treten ab und neue
Prinzenpaare werden inthronisiert. Dazu wird getanzt, getrunken und
allerlei Gesprochenem und Gesungenem zugehört, das eigentlich dem
Schwachsinn bedenklich nahe kommt. Es ist halt die Zeit der Karnevalisten
und der Narren. Hier komen sich auch Menschen näher, die sich ansonsten
aus dem Weg gehen. Glauben
Sie mir, ich weiß, wovon ich rede, denn ich war über zwei Jahrzehnte
Teil dieses Frohsinns und habe den Quatsch äußerst aktiv mitgestaltet.
Es war halt ein Teil der Vereinsaktivitäten und es war für mich eine
Selbstverständlichkeit, diesen Teil des Vereinsgeschehens mit zu
begleiten. Im Herzen war ich jedoch immer ein Humorist und ertrug die
Karnevalisten so gut es ging. mehr>>>
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05.11.2009 |
Kabarett
kann ein richtiger Jungbrunnen sein
Die
vier Kabarettveranstaltungen der Gruppe MIKROKOSMOS waren für die
Akteure und für das Publikum im wahrsten Sinne interessante
Augenblicke. Das bestätigen die vielen Gespräche und die uns
erreichenden Informationen. Als Senior und Mitbegründer des lokalen
Kabaretts in Hochstadt fühlte ich den Stress in der Vorbereitungsphase
besonders deutlich und trug mich deshalb mit dem Gedanken, dass dies meine
letzte Teilnahme sein sollte. Vielleicht schaute ich deshalb auch so
ernst, wie auf neben stehendem Bild während des Programmbeginns. Während
der vier Abende begeisterte mich die Leistung jedes einzelnen
Ensemblemitglieds sowie die tolle Reaktion des Publikums so sehr, dass der
Gedanke ans Aufhören wie weggeblasen ist. Lokales Kabarett kann ein
richtiger Jungbrunnen sein. >>>mehr
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31.10.2009 |
Premiere
in Hochstadt
Da
erlebt man einen der interessantesten Augenblicke des Jahres und kann doch
nicht so schreiben, wie man will. Schließlich sollen die Besucher der
drei anderen Veranstaltungen nicht zu viel erfahren, denn die Spannung
wäre womöglich weg. Dennoch möchte ich einige Worte über das
Wechselbad der Gefühle los werden, das die Kabarett-Truppe hinter und auf
der Bühne durchlebt. Zunächst sei noch ein Hinweis erlaubt. Auch heute
verwende ich den winzigen Hinweis auf mögliche Restkarten, weil auch
gestern in einem Fall zwei Karten wegen Krankheit zurück gegeben
wurden, die an der Abendkasse sofort wieder verkauft werden konnten. Wie
sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. >>>mehr
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23.10.2009 |
Wenn
wegen knapper Kassen die Tradition dem Fortschritt weichen muss
Die
momentane Wirtschaftslage bringt es mit sich, dass an allen Ecken und
Enden gespart werden muss. So auch in Vereinen, die jetzt häufig mit
einem veränderten Konsumverhalten der Bürger konfrontiert werden. Der
Euro rollt auf der Ausgabenseite stärker als auf der Einnahmenseite. Die
Folge ist, dass man einspart, wo es nur geht. Das hat aber so seine
Tücken. Auch wenn es gelingt, die Qualität von Veranstaltungen und deren
Ausstattungen zu halten, die Folgen sind in anderen Bereichen spürbar. >>>mehr
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22.10.2009 |
Redaktion
der HOCHSTÄDTER KREPPELZEITUNG ist traurig
Es
gibt interessante Augenblicke im Leben, die einem unter die Haut gehen.
Einer dieser Augenblicke fand in dieser Woche statt, als Berthold Böhm
nach über 30-jähriger Zugehörigkeit zur Redaktion der HOCHSTÄDTER
KREPPELZEITUNG seinen Rückzug aus dem "Kreppelgericht"
bekannt gab, wie sich die Redaktion seit ihrer Gründung im Jahr 1902
nennt. Mit ihm verliert die Kreppelzeitung einen unglaublich vielseitigen
humoristischen Redakteur, der es über Jahrzehnte verstand, die
vielfältigsten Themen in seiner ureigenen Art zu glossieren. Nur allzu
gern würde ich an dieser Stelle das eine oder andere Geheimnis lüften.
Die Statuten der Kreppelzeitung verbieten es jedoch, den Zusammenhang
zwischen Autoren und Texten herzustellen. Dahinter steht in jedem Fall das
gesamte "Kreppelgericht". |
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18.10.2009
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Kabarett
und Satire muss man verstehen können
Nur
noch zwei Wochen stehen der Kabarettgruppe MIKROKOSMOS für den
letzten Schliff am Programm zur Verfügung. Dann wird es ernst. Die fast
500 Eintrittskarten haben ihre Besitzer innerhalb weniger Tage gefunden
und das Motto des Programms 2009 lautet "Bis aaner weint!"
Das ist natürlich nicht sprichwörtlich so zu verstehen, sondern trägt
der Tatsache Rechnung, dass das geflügelte Hochstädter Wort "Bis
aaner flennt" von Neubürgern etwas hochdeutscher ausgesprochen wird.
Es soll einfach als gutgemeinter Beitrag zur Integration verstanden
werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass "aaner weint", wird
das Verständnis des Publikums für Kabarett und Satire zeigen. >>>mehr
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07.10.2009 |
Kleinstädtische
Inquisition
Interessante
Augenblicke erlebe ich gerade in einer ungewollten Konfrontation mit
aufgeschreckten Katholiken und pikierten Protestanten Maintals. Ich
erlaubte mir, einige Aspekte der Ökumenischen Segnung eines
Einkaufsmarktes zu hinterfragen. Wohlgemerkt: Ich stellte lediglich
Fragen. Diese waren allerdings sehr hintergründig und spitz formuliert,
wie etwa:
Befinden
sich die Kunden jetzt auf geweihtem christlichem Boden?
Was
bedeutet diese Handlung für die Kunden?
Ist
dies nun ein christlicher Einkaufmarkt oder folgen die anderen
Konfessionen noch?
>>>mehr
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01.10.2009 |
Achten
Sie auf Emanzen!
Nun
werden Sie fragen, was der Unterschied zwischen einer emanzipierten Frau
und einer "Emanze" ist. Emanzipierte Frauen sind
Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen, die sich für Frauenthemen und
Frauenprobleme intelligent und wirkungsvoll einsetzen. Diese Bewegung
entstand in den 60er und 70er Jahren und schon damals wurde für eine
gewisse Art von Frauenrechtlerinnen die Kurzform EMANZE geprägt. >>>mehr
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01.10.2009 |
Alle
drei Kabarettveranstaltungen 2009 waren in knapp 2 Stunden ausverkauft
An
dieser Stelle wurde bereits über die Vorbereitungen zum diesjährigen
Kabarettprogramm der Gruppe MIKROKOSMOS berichtet. Ein
interessanter Augenblick war für das gesamte Ensemble natürlich der
Beginn des Kartenverkaufs am heutigen 1. Oktober 2009. Drei mal 120 Karten
standen zum Verkauf und innerhalb von zwei Stunden waren alle drei
Veranstaltungen ausverkauft.
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30.09.2009 |
Wieder
allein in der Mitte?
Die
Bundestagswahl ist gelaufen und Deutschlands Mitte kann sich darüber
freuen, dass sie wieder unter sich ist. Linke und rechte Parteien konnten
aus der Wirtschafts- und Bankenkrise unverständlicherweise keinen
argumentativen Nutzen ziehen. Die wahren Gewinner waren die neoliberalen
Kräfte, deren Politik in weiten Teilen ja geradezu erst diese Krise
begünstigte. So, wie die SPD unter Gerhard Schröder mit
Macht die Mitte zu erobern versuchte und dies auch teilweise schaffte, so
eignete sich nun die CDU in der großen Koalition verstärkt soziale
Kompetenz an und konnte damit die SPD wieder aus der Mitte vertreiben. Die FDP hingegen
setzte komplett auf den Konflikt zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen, um
die Kluft weiter zu vergrößern. >>>mehr
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02.09.2009 |
Die
Zeit ist das Maß aller Dinge
Recht
bekannt sind die zerfließenden Uhren von Salvatore Dahli. Sie sollen
verdeutlichen, wie uns die Zeit unter den Händen zerrinnt. Der ganz
persönliche Zeitrahmen eines jeden Menschen ist seine Lebenszeit, die in
Jahren recht überschaubar, in Monaten ausgedrückt üppiger und in Tagen
und Stunden gerechnet schier gewaltig zu sein scheint. Und doch kann im
nächsten Moment schon alles vorbei sein. Dennoch planen viele Menschen in
recht großen Zeiträumen, wenn es zum Beispiel um Zinsen und Tilgung
geht. Eine Ehe soll gar ein Leben lang halten. Sieht man sich jedoch
genauer an,
wie wir mit der Zeit umgehen, kommt man ins Grübeln. >>> mehr |
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29.08.2009 |
Vom
Saulus zum Paulus - Die Erinnerungslücke des Dr. Tauber
Vor
einigen Tagen warnte unser Bürgermeister noch vor den Gefahren, die
"in der Scheinwelt des Internets" lauern. Es wäre für ihn
möglicherweise ein interessanter Augenblick, zu erleben, dass diese
"Scheinwelt des Internets" auf Anfrage nahezu jede
Erinnerungslücke schließt, die offensichtlich momentan beim
Bundestagskandidaten Dr. Peter Tauber (CDU) auftrat. Er
wurde - möglicherweise zum unpassenden Zeitpunkt - an seine Äußerungen
erinnert, dass auch er es richtig finde, dass über 85-Jährige ihre
Hüftgelenke selbst bezahlen müssten. Das passt nun so gar nicht mehr zu
seiner Wahlkampfstrategie. >>>mehr
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22.08.2009 |
Ich
bewahre Euch vor dem bösen Internet
Viele
Internet-Anwender und -nutzer sind heute sehr stark auf schnelle
Übertragungszeiten angewiesen, weil sie das Internet beruflich nutzen.
Sie mussten aus Einsparungsgründen ihren Arbeitsplatz teilweise nach
Hause verlegen und teilen sich ihren voll aufgerüsteten
Firmenarbeitsplatz mit mehreren Kolleginnen und Kollegen. Sie fahren nur
noch zur Abstimmung und zu Meetings in die Firma. Wenn man sich in den
Firmenserver einwählt, Arbeitspakete downloadet und die Ergebnisse wieder
uploadet oder gar online arbeitet, ist man auf hohe
Datenübertragungsraten angewiesen. >>>mehr |
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10.08.2009 |
Vier
"Geburten" pro Jahr
Seniorenzeitung
60 AUFWÄRTS im Aufwind
Zeitungsleute erleben in regelmäßigen Abständen
Interessante
Augenblicke, wenn
aus ihrer Stoffsammlung das fertige Produkt entsteht. Bis zur letzten
Minute wird korrigiert, gestaltet und am Satz gefeilt. Ist eine wirklich
schön gestaltete und lesenswerte Zeitung "geboren", dann ist
das gesamte Team zufrieden. Doch bis dahin ist ein gewaltiges Stück
Arbeit zu bewältigen. >>>mehr |
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08.08.2009 |
Ärztlicher
Notdienst Bruchköbel - Lebenshilfe mit Krankenhauseinweisung
Viele
Maintaler beschweren sich immer wieder über den Ärztlichen Notdienst der
Kassenärztlichen Vereinigung für den Raum Maintal. Man behauptet, Ärzte
jeder erdenklichen Fachrichtung würden den Dienst versehen und die Hilfe
sei oft nicht passend. Eine ganz andere Erfahrung machte ich im
häuslichen Umfeld. Ein Bereitschaftsarzt mit starkem
böhmisch/mährischem Akzent bestach mit gut dosierter ärztlicher Kunst
und sehr großer Lebenserfahrung. >>> mehr |
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02.08.2009 |
Pflegende
Angehörige - eine Aufgabe mit vielen unliebsamen Facetten
Wenn
man pflegender Angehöriger ist, kann es passieren, dass viele
Dinge vor der übernommenen Aufgabe in den Hintergrund treten. Je nach
Belastung treten beim Pflegenden zunehmend Abnutzungserscheinungen auf,
die mitunter bedenkliche Formen annehmen. Dabei ist es nicht der
Arbeitsanteil der Aufgabe, der einem zu schaffen macht, sondern die
psychische Belastung infolge des Verhaltens der Zielperson. >>> mehr |
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30.07.2009 |
Ein
ganz außerordentliches Erlebnis
Satire-Freunde
freuten sich bereits auf die zweite Lesung
von Graukopf-Satiren, die im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt
Maintal am 29. Juli 2009 um 19 Uhr im Historischen Rathaus Hochstadt
stattfand. Zur zweiten Lesung kam auch Jacqueline Wastensteiner,
die ihre Satire "Der innerliche Tod" vortrug. >>> mehr |

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26.07.2009 |
MIKROKOSMOS
startet durch
Die
Kabarett-Gruppe MIKROKOSMOS arbeitet bereits intensiv am
diesjährigen Programm, das am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November
2009 stattfindet. Ein interessanter Augenblick war gekommen, als die Ideen
förmlich ins Sprudeln kamen.
Wer
in derartige Aktionen und Abläufe schon einmal eingebunden war, der
weiß, dass unmittelbar nach der letzten Vorstellung die gesamte
Anspannung von einem abfällt, die sich über Wochen und Monate aufgebaut
hatte. >>> mehr |

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24.07.2009 |
Informationsquelle
versiegt nahezu unbemerkt
Nach
der Einstellung meiner Dokumentation der Maintaler Kommunalpolitik
erlebte ich im Kontakt mit meinen Lesern eine Reihe interessanter
Augenblicke, die mich jedoch nicht von meinem Entschluss abbrachten.
Besonders interessant war für mich die Feststellung, dass die örtliche
Presse kein Interesse an diesem Thema hatte, obwohl man händeringend
Themen sucht, um das Sommerloch zu füllen. >>> mehr |

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Seltene
Qualitäten begeisterten Millionen
Die
Zeitschrift WELT ONLINE titelt: "Lena
wird sich in Oslo kaum durchsetzen können". ZDF ONLINE
meint: "Mit Kleinmädchen-Charme nach Oslo".
SPIEGEL ONLINE meldet: "Lenas
Mezzo-Mix-Triumph". STERN.DE meldet: "Rotbäckchen
fährt nach Oslo". Und die ZEIT ONLINE meint sogar:
"Wir sind gar nicht so!"
Gemeint ist mit letzterer Schlagzeile, dass die Deutsche weibliche Jugend
nicht keck, charmant, mutig, zeitgemäß, geschmackvoll, intelligent und
mitreißend sei und das Blatt resümiert: "Mit
der Wahl hat das Publikum ihr keinen Gefallen getan." Die
Rede ist von Lena Meyer-Landrut, die in der nationalen
Ausscheidung für den Eurovision Song Contest in Oslo siegte. Sie konnte
sich gegen Jennifer Braun durchsetzen, eine weitaus bessere
Sängerin. Sie siegte, gerade weil sie keck, charmant, mutig, zeitgemäß,
geschmackvoll, intelligent und mitreißend ist und das ohne falsche
Wimpern und Kosmetik.

Moderator
Stefan Raab lieferte mit dieser Casting-Serie sein
vorläufiges Meisterstück ab und bewies, dass man außergewöhnliche
Talente auch ohne eine Flut herabwürdigender Kommentare und
peinlicher Schnüffeleien im Privatleben der Kandidaten entdecken kann.
Beide Kandidatinnen hatten eigentlich den Sieg verdient. Jennifer
Braun konnte im Finale mit allen drei Gesangsnummern sängerisch
überzeugen, wenn es auch an der Performance etwas haperte. Allzu sehr
konzentrierte sie sich auf fehlerfreie Darbietungen, worunter ihre
Bewegungen etwas litten. Ganz anders trat Lena Meyer-Landrut
auf. Sie interpretierte die beiden ersten Songs auf eine unnachahmliche
Art und Weise, in der Text und Inhalt zu überzeugenden Balladen
verschmolzen. Gesangliche Herausforderungen ersetzte sie in einigen
Passagen einfach durch kecken Sprechgesang. Ihr anmutig
mädchenhafter Charme entlud sich total, nachdem feststand, dass sie
gewonnen hatte. Während man sonst erlebt, dass die Interpreten bei der
Zugabe routiniert zu Werke schreiten, war bei ihr körperlich zu erleben,
was der überraschende Sieg in ihr bewirkte. Sie ließ Millionen
Fernsehzuschauer ungeniert daran teilhaben.
Hat
Lena in Oslo eine Chance?
Hier
gehen die Meinungen der Journalisten gewaltig auseinander. Allgemein
spricht man von einem europaweiten Entscheidungsgebilde, das von
nationalen Stimmungen, gegenseitiger Unterstützung und organisierten
Abstimmungsverhalten geprägt ist. In den letzten Jahren wurden die
Auftritte immer bizarrer und glichen manchmal Horrorszenen. Nun kommt eine
18-Jährige mit einem schlichten Liedchen, Witz und Charme daher, um die
Herzen von ca. 120 Millionen Zuschauer zu erreichen.
Man
ist an Nicole erinnert, die den Contest 1982 mit ihrem Lied "Ein
Bisschen Frieden" gewinnen konnte. Bei Lena ist allerdings
keine naiv anmutende Sehnsucht zu spüren, sondern ein entwaffnendes
"hier bin ich, es macht mir Spaß und ich will euch das zeigen".
Jede Bewegung, jede Geste, jeder Blick wirkt natürlich und weckt beim
Zuschauer Schutzinstinkte. Gleichzeitig spürt man aber deutlich, dass
Intelligenz und Mut die Fäden ziehen. Lena bewirkt, dass man sich
anstelle des Songs mit ihr selbst befasst. Das schafft Nähe und weckt den
Wunsch, ebenso unbeschwert sein zu können. Bei ausgebufften Zeitgenossen
kann sie damit allerdings nicht punkten. Vielleicht aber bei Millionen
Teenies, die in ihr eine anbetungswürdige Ikone ihrer Generation sehen.
Jennifer
Braun muss über ihr Ausscheiden nicht traurig sein, auch wenn Ralph
Siegel ihr größere Chancen in Oslo einräumte als Lena. Das
Abschneiden Deutscher Interpreten in den letzten Jahren hat jedoch
gezeigt, dass auch namhafte Macher und bekannte Interpreten mit angeblich
zeitgemäßen Songs und professionellem Auftreten keinen Blumentopf
gewinnen. Jennifer Braun wäre ebenfalls in diese Falle
getappt. Man hätte sie bis zum Auftritt noch gewaltig
zurechtgebogen, damit die Performance stimmt. Damit wäre sie noch
gleicher unter Gleichen gewesen - trotz phantastischer Stimme.
Lena
Meyer-Landrut wird man genau so lassen, wie sie ist, denn das ist
ja gerade das Geheimnis ihres Erfolgs. Hoffentlich war es keine
einstudierte Masche.
Veröffentlicht
am 08.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Lena
Meyer-Landrut
Entdeckung
der charmanten Intelligenz
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Bürgerhilfe
feiert 10-jähriges Bestehen
Am
29. März 2000 wurde die Bürgerhilfe Maintal e.V. unter dem Namen
"Seniorenhilfe Maintal" gegründet und zählt inzwischen über 2200
Mitglieder, davon über 300 Aktive. Im Februar 2002 änderte die
Mitgliederversammlung den Vereinsnamen. Der Verein ist im Sinne einer
Genossenschaft organisiert. Wer Dienste leistet, erwirbt sich ein
Punkteguthaben, für das man im Bedarfsfall ebenfalls Hilfe in Anspruch
nehmen kann. So lautet das Motto auch: Miteinander - Füreinander! Am 7.
März 2010 feierte die Bürgerhilfe ihr 10-jähriges Bestehen, wofür ich
auch an dieser Stelle gratuliere.
Zum
Leistungsumfang der Bürgerhilfe gehören
-
Besuchsdienste
an Wochentagen und am Wochenende
-
Beratung
/ Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen usw.
-
Entlastung
von pflegenden Angehörigen · Reparaturhilfen
-
Betreuung
und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen
-
Der
Wunschgroßelterndienst
-
Wohnraumbetreuung
-
Die
"Nahrungsquelle"
-
Der
"TextilShop"
Ausführliche
Informationen kann man der Homepage http://buergerhilfe-maintal.de
entnehmen oder man besucht einfach die Geschäftsstelle in der
Neckarstraße 9 montags bis freitags von 10 - 12 Uhr und zusätzlich
donnerstags von 15 - 17 Uhr.

Bürgerhilfe
auf einem ihrer Ausflüge
Die
Bürgerhilfe ist in den 10 Jahren ihres Bestehens zu einer starken
Gemeinschaft gereift, in der sich vornehmlich Senioren aktiv betätigen.
Ihre Motivation ist von Lebenserfahrung und dem Wissen um die Schwächen
des gegenwärtigen Zeitgeistes geprägt. Sie werden überall dort aktiv,
wo notwendige Hilfe anderweitig für die Menschen unbezahlbar oder gar
nicht zu realisieren ist. Gelebte Solidarität ist in allen Bereichen zu
spüren. Bewundernswert ist der Einsatz in allen Bereichen. Jeder hilft -
seinen Stärken entsprechend. Im Hintergrund steht aber auch eine Vielzahl
passiver Mitglieder, die den Verein finanziell unterstützen. Sie sorgen
für die benötigten finanziellen Mittel des Vereins.

Krankenbegleitdienst
Wunschgroßeltern

Veröffentlicht
am 08.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Regal der
"Nahrungsquelle"
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Hessische
CDU leistet sich eine fragwürdige
Staatsrichterin
Während
der Landtagssitzung thront der Hessische Justizminister Jörg-Uwe
Hahn (FDP) mit hochrotem Kopf auf seinem Platz und war auch nach
Aufforderung nicht bereit, sich zu einer Untersuchung oder
Disziplinarmaßnahme gegen die Richterin Karin Wolski zu
äußern. Diese steht im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen
Steuerhinterziehung in großem Stil gegen ihren Mann als
Nutznießerin im Fokus der Ermittlungen. Sie wird als Miteigentümerin
einiger von einer reichen Bekannten auf dubiose Art geschenkten, jedoch
nicht versteuerten Immobilien und anderen Sachleistungen genannt. Ferner
soll sie 6 Autos unter einer Scheinadresse angemeldet haben. Das alles
scheint für die schwer justiziable Dame völlig normal zu sein . Auch
dass weder sie noch ihr Mann als Großverdiener jahrelang mit Duldung der
Finanzbehörde keine Steuererklärungen abzugeben brauchten, findet sie
völlig normal. Die seinerzeit von der CDU für ihr Amt als Hessische
Staatsrichterin vorgeschlagene Karin Wolski scheint fest ins
"System Koch" eingebettet zu sein, wie Oppositionspolitiker
mutmaßen. Nun bröckelt jedoch langsam die Front in der CDU/FDP und erste
Empfehlungen hinsichtlich eines freiwilligen Rücktritts werden laut.
In
Zeiten, in denen eine evangelische Bischöfin wegen eines Verkehrsdelikts
alle Ämter nieder legt, findet das Verhalten der Richterin kein
Verständnis. Sie fühlt sich alleine Recht und Gesetz, jedoch nicht Ethik
und Moral verpflichtet. Sie zeigt damit das gleiche Verhalten, das man im
gesamten Umfeld von Roland Koch immer wieder findet. Es
scheint einfach alles erlaubt zu sein, was nicht restlos bewiesen ist und
wofür man verurteilt wird. Und wenn jemand verurteilt wird, dann gibt es
dafür Bauernopfer, die ihren Kopf hinhalten müssen - und wenn es der
eigene Mann ist. Es stellt sich die Frage nach dem Nutzen für einige
verantwortliche Politiker, den das Stillhalten und die Duldung strafbarer
Handlungen hat.
Die
Hessische Justiz nimmt derzeit schweren Schaden und es ist langsam Zeit,
dass die Opposition die Bremsen anzieht. Bisher geht der nennenswerteste
Druck von einer einzigen Zeitung - der Frankfurter Rundschau - aus,
die schon lange das "System Koch" im Visier hat und ausführlich
darüber berichtet. Damit wächst aber auch der Druck der Staatskanzlei
auf die Presse und das Fernsehen. Wahrscheinlich fürchtet man um die
Haltbarkeit des Geflechts, dem inzwischen Teile der Legislative und der
Judikative angehören, die für dessen Stabilität sorgen. Irgendwann
fällt aber das gesamte Gebilde sowieso wie ein Kartenhaus zusammen. Warum
also nicht rechtzeitig für die nötigen Erschütterungen sorgen!?
Wie
lange sehen wir noch zu, wie wir jeden Tag auf eine andere Art hinters
Licht geführt und dafür auch noch verhöhnt werden?
Auch
die Ortsvereine der CDU und der FDP geraten immer mehr in den Sog des
schlechten Erscheinungsbildes der Partei. Sie können ihren Mitgliedern
kaum noch das Verhalten ihrer Spitzenpolitiker erklären. Von den
angesehensten Kommunalpolitikern erwarte ich sogar, dass sie sich für
dieses Erscheinungsbild schämen, denn so moralisch verkommen ist
keine(r) von ihnen, wie es hier den Anschein hat.
Veröffentlicht
am 04.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Das neue
Gesicht der
Hessischen
Justitia
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Gesamtdeutsche
Solidarität wäre inzwischen gerechter
Ein
deutliches Zeichen für die rasant ansteigende Mangelverwaltung
bundesdeutscher Gemeinden sind die Schlaglöcher auf unseren
innerörtlichen Straßen. Die Kreis- und Landesstraßen sehen aber auch
nicht viel besser aus. Pendler, die derzeit durch Maintal oder über
entsprechende Umgehungsstraßen fahren, fühlen sich nach Südosteuropa
versetzt. Selbst den Vergleich mit den innerörtlichen Straßen der
ehemaligen DDR halten sie vielfach nicht mehr stand. Stellt man den
Vergleich zum heutigen Zustand der Straßen in den neuen
Bundesländern an, versteht man die Welt ohnehin nicht mehr. Der
Solidaritätszuschlag lässt grüßen. Die Vereinigung nahm unserem Land
infolge der krassen politischen Fehler während der Vereinigung sehr viel
Kraft und bescherte uns eine immense Arbeitslosigkeit. Die letzte
Wirtschafts- und Währungskrise besorgte den Rest. Wo fängt Solidarität
an und wo hört sie auf? Es kann nicht sein, dass diejenigen, die seit
zwanzig Jahren für die Vereinigung bluten, nun in den Zuständen leben
müssen, die damals ihrer Solidarität bedurften.
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Nun
mag es ja der eine oder andere Leser als reichlich übertrieben
ansehen, den Solidaritätszuschlag mit Schlaglöchern in Verbindung
zu bringen. So abwegig ist es jedoch nicht. Der Zustand der Straßen
sagt sehr viel über die Mangelverwaltung eines Landes aus. |
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Wie
aus einer Meldung einer Frankfurter Rundschau hervorgeht, sind von den
400.000 km kommunaler Straßennetze mehr als 64.000 km permanent in einem
erbärmlichen Zustand. Nach den Auswirkungen des Winters dürften 30-40%
aller bundesdeutschen Straßen stark geschädigt sein. Da sich auch immer
mehr Transporte von der Schiene auf die Straße verlagern, sind diese
natürlich zusätzlich belastet. Die vielen Streckenniederlegungen der
Bahn machen sich nun zusätzlich bemerkbar. Auch die Maut führte zu
einer stärkeren Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die normalen
Straßen. Viele falsche politische Entscheidungen einschließlich der
Privatisierung der Bahn schlagen nun zu Buche.
Neben
einem grandiosen Missmanagement bei der Erhaltung der Straßen spielt die
Finanzkraft der Städte und Gemeinden eine große Rolle. Ein nur wenig
durchdachtes Baumanagement führt dazu, dass selbst erst kürzlich
sanierte Straßenzüge in kurzer Zeitfolge mehrmals hintereinander
aufgerissen werden, um neue Versorgungsleitungen zu legen. Die reparierten
Abschnitte sind anschließend ideale Frostangriffsflächen, die zu einem miserablen Straßenzustand führen. Die Folgen sind
neben erhöhter Unfallgefahr natürlich auch Schäden an Fahrzeugen in
unbekannter Höhe.
Im
Konjunkturpaket für die Gemeinden waren Mittel für den Straßenbau und die
Straßensanierung vorgesehen. Diese Mittel wurden jedoch vielfach für
andere Zwecke vorgesehen, wie es zum Beispiel in Offenbach der Fall war.
Nun rächt sich das, denn die Gelder sind verplant und die Kassen leer. Die Mittel aus der
Kraftfahrzeugsteuer und der Mineralölsteuer werden nicht zweckgebunden
eingesetzt, denn Steuern und Abgaben dienen heute zum Stopfen aller möglicher
Löcher - nur nicht denen der Straßen.
Steuern
und Abgaben für die Ewigkeit
Was
der Staat einmal erhebt, erhebt er ewig.
-
Die
Sektsteuer diente dem Aufbau
der kaiserlichen Marine, die längst versenkt ist - die Sektsteuer blieb.
-
Der Solidaritätszuschlag existiert jetzt seit 20 Jahren, die Fehler der
Vereinigung sind bis heute nicht behoben, so dass die Auswirkungen
weiterhin subventioniert werden. Wann ist endlich Schluss damit? Wenn der
Soli schon weiterhin besteht, sollte er zusätzlich auch dort ausgegeben werden, wohin
die vielen Bürger der neuen Bundesländer ihren neuen Lebensmittelpunkt
verlegten.
-
Die
Ökosteuer dient zum überwiegenden Teil der Stützung der
Rentenkassen und nur zu einem geringen Teil der Förderung
erneuerbarer Energien. Ein gigantischer Verpackungsschwindel!
-
Die
Hundesteuer wird zu allem verwendet nur nicht für die
Hinterlassenschaften der Hunde. Eine Steuer für Katzen, Pferde,
Vögel, Fische etc. gibt es noch nicht.
-
Die
vielfältigen Alkoholsteuern und die Tabaksteuer werden
nicht für die Auswirkungen des Alkohols und des Rauchens verwendet.
Diese Kosten tragen alle Krankenversicherten gemeinsam.
Die
Kette der Beispiele könnte man endlos weiterführen. Anstatt mit den
jeweiligen Steuern die naheliegendste Verwendung anzustreben, verlieren
sich die Einnahmen im großen Topf der tausend Löcher, womit wir wieder
bei den Löchern auf unseren Straßen wären.
Schlaglöcher
und marode Straßen sind voraussehbar und beplanbar. Wenn die Haushalte
korrekt aufgestellt wären, gäbe es das Problem maroder Straßen nicht
mehr. Würden Kreise, Länder und der Bund zusätzlich korrekte Haushalte
akzeptieren, dürften deren politische Gremien keine unerfüllbaren
Finanzausgleichsforderungen generieren und müssten den eigenen Gürtel
enger schnallen. Es fehlt einfach an nationaler Solidarität!
Wer
weiß, vielleicht erleben wir ja noch eine Steuer zum Ausgleich
politischer Fehlentscheidungen, die mit der Begründung erhoben wird,
dass Irren menschlich sei.
Veröffentlicht
am 04.03.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Vom
Konterkarierten zum Kleinkarierten
Das
Werk der Consulting-Berater zum Stadtleitbildprozess ist mit der
professionellen Präsentation der Ergebnisse vollbracht und so langsam
kehren die Treiber des Prozesses zu ihrer eher kleinkarierten Arbeitsweise
zurück. Schluss mit der geschickt angewandten Metaplantechnik, deren Vorteile allzu
gern im Sinne der Auftraggeber konterkariert werden. Die Vorgehensweise ist
immer gleich: Ideen zu einem Thema werden mit wenigen Worten auf Kärtchen
geschrieben,
auf eine Metaplantafel geheftet, anschließend sortiert und mit
Klebepunkten gewichtet.
Eine geschickt zusammengestellte "Arbeitsgruppe" formuliert
daraus Ergebnisse und Aussagen. Diskussionen sind grundsätzlich nicht
möglich oder werden unterbunden. Mit den Ergebnissen kann der
Auftraggeber später nach Belieben verfahren. Moderiert wurde nach der Methode, die
Eberhard und Wolfgang Schnelle von der Firma Metaplan GmbH im Jahr 1972
entwickelten. Seitdem bedienen sich Auftraggeber jeder Couleur dieser
Methode. Es kommt auf den professionellen Tatsch an, den eine
Vorgehensweise haben muss, um von der längst vom Auftraggeber ins Auge gefassten Absicht
abzulenken.
Für
die zweckmäßige Moderation greifen die Auftraggeber tief in die Tasche.
Während der Consulter zusätzlich sein eigenes Wissen beisteuert und
meint, der Sache zu dienen, lassen sich die eigens dazu
zusammengetrommelten Zielpersonen mitunter sogar begeistern. Der
Auftraggeber genießt den geschickt eingefädelten Schachzug und geht
zielbewusst an die Umsetzung seiner längst fertigen Pläne.
Einige
Tage nach der Präsentation der aufbereiteten Ergebnisse des so
eingefädelten Stadtleitbildprozesses bewertet der Maintal TAGESANZEIGER
diesen mit einem Kommentar, der ruhig noch tiefer hätte gehen können.
Allzu durchsichtig war die Angelegenheit. Lars-Erik Gerth wollte es jedoch bei der Ankündigung belassen,
den Prozess weiterhin gut im Auge zu behalten. Das sichert interessante
Artikel in Raten.


Stadtleitbild
flankiert (Um-)Besetzungsprobleme
In
Kürze wird der Magistrat zwei Stellen besetzen, für die mit dem
Stadtleitbildprozess die Voraussetzungen geschaffen wurden. Für den aus
dem Amt scheidenden Herbert Begemann wird wahrscheinlich
jetzt ein Kulturbeauftragter folgen und für die neue Koordinationsstelle für das
Bürgerengagement ist ebenfalls eine Person vorgesehen. Noch ist angeblich
nicht bekannt, wer die Glücklichen sein werden, denn es soll ja recht
ordnungsgemäß vorgegangen werden. Dennoch sind bereits hier und da Namen
und Besetzungs-Theorien zu hören, die recht plausibel sind. Der
Magistrat sollte das Geheimnis um die beiden Personalien bald lüften,
denn die Spatzen auf dem Dach wissen oft schon mehr als offiziell bekannt
sein darf.
Neue
Philosophie oder Augenwischerei?
Kernidee
des Stadtleitbildprozesses ist angeblich, dass man die Projekte in die
Hand der Bürger legt und Unterstützung seitens der Verwaltung anbietet.
Die Politik hält sich demnach heraus, hat also auch nichts zu
entscheiden. Werden Mittel benötigt, so wird nur über deren
Bereitstellung entschieden aber nicht über den Sachverhalt der Maßnahme.
Das reizt scheinbar einen kleinen Personenkreis von Aktivisten, die dafür
ihre Arbeitskraft und ihre persönlichen Beziehungen einsetzen wollen.
Wenn es so käme, wäre das ein Fortschritt.
Es
ist aber eher zu befürchten, dass nun die ganz kleinen Karos greifen und
viele Ziele und Projekte den Interessen des Magistrats untergeordnet
werden müssen, wie zu besten Agenda-Zeiten. Bei der Auswahl der 12
Leitprojekte konnten das die Teilnehmer bereits feststellen. Es bedarf
schon eines verdammt fairen Umgangs miteinander, damit der
Stadtleitbildprozess erfolgreich wird.
Veröffentlicht
am 27.02.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Die
Gruppensprecher - Stars des Abends
Bürgerversammlungen
haben in Maintal stets ein Kernthema. Im Jahr 2010 musste dafür der Stadtleitbildprozess
herhalten. Mit großer Spannung verfolgten die Veranstalter den Zustrom
der Bürger, der ins Bischofsheimer Bürgerhaus träufelte. Er blieb
sicherlich unter den Erwartungen zurück, denn gemessen an den ca. 200
Prozessteilnehmern war die Besucherzahl kaum höher. Der Anteil der
normalen Besucher dürfte unter 60 Personen gelegen haben. Dafür war die
Inszenierung des Abends umso bemerkenswerter, was nicht nur an der
perfekten Ausstattung lag. Die Bürger konnten sich im Mittelpunkt
fühlen. Sie wurden sehr beeindruckend von den Gruppensprechern der
8 Teams informiert. Die eigentlichen Treiber des Projekts hielten sich
deutlich zurück und unterstrichen damit, dass es ein Prozess von Bürgern
für Bürger sein soll. Sie waren damit aus verschiedenen Gründen sehr
gut beraten.

Viele
Plätze blieben aus mangelndem Interesse leer
Dem
Besucher bot sich bei der Ankunft ein ein sehr professionellen Eindruck.
Zahlreiche gut platzierte Stellwände galten der Präsentation der
umfangreichen Arbeitsergebnisse und es stand ausreichendes
Informationsmaterial zur Verfügung. Auch hielten sich Teilnehmer der
einzelnen Arbeitsgruppen an diesen Stellwänden zur Beantwortung von
Fragen auf, was einen hohen Identifikationsgrad mit den Ergebnissen
vermittelte.
So
waren Besucher, die dem Stadtleitbildprozess eher skeptisch gegenüber
standen und sich kritische Fragen und Anmerkungen für die Diskussion
vorgenommen hatten, eher zum vorsichtigen Umgang mit dem neu aufgekeimten
Bürgerengagement bereit. Ähnlich wie beim Start der Lokalen Agenda vor
12 Jahren war bei den Gruppen eine enorme Begeisterung für den Prozess zu
spüren und es wäre falsch gewesen, diesen Enthusiasmus zu bremsen.

Die
Anwesenden verfolgten aufmerksam die Vorträge
Auch
wenn einige Anwesende meinten, sie würden richtiggehend
"zugequatscht", weil praktisch alle Inhalte der Stellwände noch
einmal ganz dezidiert vorgetragen wurden, so beeindruckte doch die
Souveränität einiger Gruppensprecher. Besonders Kai Sennewald
und Ina Mechthold überzeugten sehr und konnten vermitteln,
dass sie mit einem langen Atem in den neuen Prozess starten werden. Dabei
werden sie sich wohl auf die wenigen Ideen konzentrieren, die Substanz
haben und die eher blumig philosophisch abgefassten Ziele als hehre
Hintergrundsprojektionen verwalten.
Ortsteiltypisch
fiel die Präsentation der Wachenbuchener Gruppe aus, die sich recht naiv
vornimmt, die Einkaufsgewohnheiten der Wachenbuchener zugunsten der
Neuausrichtung und Ansiedlung von Läden zu verändern. Derartige
Umerziehungsprozesse scheitern in der Regel. Die Umsetzung dieses Zieles
sollte man dennoch gut beobachten.

Die
Dörnigheimer Interessen präsentierte Georg Peukert
In
allen Präsentationen und in den Leitprojekten fanden sich Ziele wieder,
die von Projektgruppen nahezu nicht zu beeinflussen sind, wie zum
Beispiel:
-
innerstädtisches
Wohnen fördern
-
bezahlbaren
Wohnraum für Senioren schaffen
-
den
Konsum regionaler und umweltfreundlicher Produkte fördern
-
die
Lebensqualität durch die Förderung eines rücksichtsvollen und
umweltverträglichen Fahrverhaltens verbessern
-
Würde
und Anerkennung im Alter erhalten
-
gastronomische
Angebote an den Rad- und Wanderwegen einrichten
-
Wachenbuchener
kaufen in Wachenbuchen ein
um
nur einige Punkte zu nennen. Wenn Wachenbuchener nur noch in Wachenbuchen
einkaufen würden, dann würden sie schlichtweg verhungern und wären
hoffnungslos unterversorgt. 3.500 Einwohner stellen dennoch kein
marktfähiges Potenzial dar, das zur Eröffnung eines Ladens
ermutigt.
Die
Punkte würden zweifellos die Lage im Quartier verbessern und lesen sich
auch gut. Wer kämpft aber schon gern gegen Windmühlen. Solche Punkte
waren auch im Programm der Lokalen Agenda enthalten und bilden neben den
Ideen, die Geld kosten, heute noch den Bodensatz der unerledigten Ideen.
Ein Anwesender bezeichnete deshalb diese Ideen als "umetikettiertes
ideelles Gammelfleisch".

Stadtrat
Ralf Sachtleber relativiert die Bedeutung des Stadtleitbildprozesses
Ehe
die Diskussion eröffnet wurde, präsentierte Stadtrat Sachtleber die
letzte Folie, in der stand, was der Stadtleitbildprozess in Wirklichkeit
sein soll:
-
Kein
Forderungskatalog an die Verwaltung
-
Kein
Ersatz für politische Entscheidungen
-
Keine
Beschäftigungstherapie für die Bürgerschaft
sondern
Mit
anderen Worten:
"Wir
machen nicht automatisch, was wir sollen, auch nicht, was wir nicht wollen
und picken uns nur heraus, was uns in den Kram passt. Beschäftigt Euch
darum nicht mit Sachen, die nicht gewollt sind - Ihr spart Euch damit viel
Zeit und Kraft!"
Benutzt
wurde ferner wiederholt die in hintergründiger Absicht gewählte
Formulierung:
"Das
Stadtleitbild wird von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen!"
Genau
das ist jedoch falsch, denn es handelt sich eindeutig um eine
Kenntnisnahme. Die Stadtverordneten heben die Hand, dass sie es
zur Kenntnis genommen haben. Suggeriert
wird mit der falschen Bezeichnung jedoch, dass etwas umgesetzt wird, wenn
es beschlossen ist. Genau das ist hier nicht zwingend der Fall.
Auch
die ominösen in den Haushalt eingestellten 80.000 € für die Umsetzung
der Leitprojekte dürften eine Mogelpackung sein und wohl eher der Summe
umetikettierten Haushaltsposten gleichen Inhalts entsprechen. Aber - wer
merkt das schon!
"Die
Botschaft hörte ich wohl, jedoch - mir fehlt der Glaube!"
Mit
diesem Satz ist die Gefühlslage vieler kritischer Besucher beschrieben,
die ebenfalls zugegen waren. Ich hatte mir zum Beispiel fest
vorgenommen, folgende Fragen zu stellen:
-
Die
Stimmung erinnert an die Euphorie zu Beginn des Prozesses der Lokalen
Agenda. Wie erklärt sich der Magistrat, dass sich dieser Elan
erschöpfte?
-
Welche
personellen und organisatorischen Fehler sind dafür verantwortlich?
-
Welche
Lehren hat man daraus gezogen?
-
Mit
welchen personellen und organisatorischen Veränderungen hätte man
die Lokale Agenda spürbar belebt und zu zielgerichteter Wirkungsweise
geführt?
-
Warum
hat man die Lokale Agenda nicht reformiert anstelle den gesamten
Prozess praktisch noch einmal zu wiederholen?
-
Handelte
es sich hier nicht doch um eine Beschäftigungstherapie für die
Bürger, die aus einer gewissen Interessenlage heraus resultiert?
-
Woher
nimmt man die Zuversicht, dass der neue Prozess anders verläuft als
der Prozess der Lokalen Agenda?
Damit
hätte sich wahrscheinlich die zähe und wenig ergiebige Diskussion etwas
belebt. Sie hätte den engagierten Bürgern aber auch einen Teil des
Schwungs genommen, die offensichtlich fest daran glauben, nun alles besser
zu machen als die Teilnehmer des Vorgängerprozesses. Die Fragen wären
kontraproduktiv gewesen. Außerdem lernt man in der Umsetzung mehr als aus
Unkenrufen.
Wie
am Rande der Veranstaltung zu hören war, wirkte der Bürgermeister sehr
stringent auf die Zusammenstellung der Leitprojekte ein, indem er unter
Anderem das Argument benutzte, dass er für dieses und jenes Ziel derzeit
kein Personal der Verwaltung zur Verfügung stellen könne. So kam es zu
der Anreicherung hehrer Ziele, die weder etwas kosten noch Arbeitskräfte
binden.
Im
Laufe der Veranstaltung wurde mehrmals deutlich, dass sich die Umsetzung
nun auf die Bürger verlagert, die selbst tätig werden sollen. So werden
sie sich zum Beispiel wohl selbst in die Wartezimmer der über 50
Maintaler Ärzte setzen müssen, um den ärztlichen Notdienst zu
verwirklichen und allerlei Aktionen vorbereiten, um die anderen Ziele
anzugehen. Im Rathaus finden sie Unterstützung - allerdings nur, wenn sie
gewährt wird und benötigte finanzielle Mittel nur, wenn sie ins Konzept
passen.
"Es
gibt viel zu tun - fangt derweil schon mal an!"
Veröffentlicht
am 24.02.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Bürgermeister
Erhard Rohrbach
beschränkte
sich auf die An- und Abmoderation während
sich Ralf Sachtleber und Kai Sennewald auf ihre Einsätze vorbereiteten
|
Gedanken
zum neuen Team-Spirit |
Bürgerbeteiligung,
Bürgerengagement und Ehrenamt sind heute gängige Schlagworte. Sie
stehen für eine hohe Kultur des Zusammenlebens, für soziales
Verantwortungsgefühl und für soziale Kompetenz. Wen wundert es, dass
man da auch auf Bürgernähe stößt, die gewählte Vertreter der
Bürgerschaft gern praktizieren wollen. Eigentlich gibt jemand, der
Bürgernähe sucht, zu erkennen, dass er sich bereits von den Bürgern
entfernt hat oder sich zumindest ihnen nicht nahe genug fühlt. Wie
auch immer - wo etwas Gutes geschieht, dort ist man gern dabei. Also:
Warum nicht eifrig Bürgernähe suchen?!
Echte
Bürgernähe kennt Spielregeln
Wer
über Bürgernähe die Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement sucht,
sollte allerdings einige Spielregeln beachten, denn Bürger sind
mitunter recht empfindlich und feinfühlig. Einflussnahme will da
schon gut dosiert sein. Gemeinnützig aktive Bürger lassen sich vor
allen Dingen nicht gern instrumentalisieren. Zudem ist "Von
Bürgern für Bürger" ein wichtiges Motto, um dessen Erhalt
gekämpft wird. Kritisch ist, wenn die Bürgernähe unterlaufen wird.
Hinlänglich bekannt ist aber auch das geflügelte Wort "sich mit
fremden Federn Schmücken". Oft werden gängige Teamregeln nicht
beachtet und manche Zeitgenossen bemächtigen sich der Ergebnisse
bürgerlichen Engagements oder etikettieren fremde Erfolge oder
Arbeitsergebnisse einfach um. Die mögliche Unterstellung, dass so
etwas unbemerkt bleibt, brüskiert engagierte Bürger zusätzlich,
sobald sie es bemerken.
Fehlende
Bürgernähe ist schädlich
Bürgerengagement
im Team führt manchmal zu ganz besonderen Ideen mit guten Ansätzen
zur erfolgreichen Umsetzung. Die am Prozess beteiligten Bürger legen
dann natürlich großen Wert auf die Realisierung. Leider führen
viele Ideen nach kurzer Zeit einen Dornröschenschlaf. Die Summe
solcher "Dornröschen" führt automatisch zum Verdruss, weil
sich die involvierten Bürger nicht ernst genommen fühlen. Ist ein
Team regelbedingt von Entscheidungsträgern abhängig, die eine
Umsetzung des Bürgerengagements im konkreten Fall be- oder
verhindern, so ist der Team-Geist schnell verpufft.
Sieht
man das aus dem Blickwinkel engagierter Senioren, wie sie zuhauf in
diesen Teams zu finden sind, so kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu.
Teams greifen auf geballte Lebenserfahrung und berufliches Wissen
zurück, das jahrzehntelang erprobt ist. Wer hier als moderierender
Quereinsteiger Bürgernähe sucht, muss selbst im höchsten Maß
akzeptiert sein. Mit praktizierter, also ausübender Autorität allein
ist es da nicht getan, auch nicht, wenn man sich als Treiber eines
Prozesses sieht.
Neue
Geisteshaltung und Motivation
Bei
völlig neuen Verhaltensweisen, die von denen der Vergangenheit
abweichen, wird gern die Floskel bemüht, man sei "von einem
neuen frischen Geist beseelt" und "man wolle in das
Bürgerengagement neuen Schwung bringen". Automatisch stellt sich
die Frage, auf welche Art der alte Schwung abhanden kam, wenn er
wirklich einmal vorhanden war. An der ehrlichen Antwort wird die
Glaubwürdigkeit des neuen Arguments gemessen. Schnell rücken
erkannte Bremser von Prozessen in den Fokus. Treten diese nach der
Verkündung neuen Schwungs dann auch noch selbst aufs Gaspedal, ist
Skepsis angebracht.
Der
aktuelle Bezug verdeutlich das Problem
Informierte
Leser und Leserinnen haben natürlich gemerkt, dass diese Gedanken
auch zu Prozessen wie dem Stadtleitbildprozess, der Lokalen Agenda
oder zu anderen Projekten mit großer Bürgerbeteiligung passen. Diese
Prozesse wurden als Prozesse der Bürger initiiert und sollten von
Amtsträgern nach Kräften unterstützt, jedoch nicht unbedingt
stringent gelenkt werden. Nur so erreicht man eine hohe Akzeptanz bei
der angestrebten Bürgernähe, die diese Bezeichnung dann auch
verdient. Die Präsentation der Ergebnisse des aktuellen
Stadtleitbildprozesses zeigte, dass diese Überlegungen stattfanden
und der Erfolg blieb nicht aus.
Der
Blick nach vorn ist wichtig
Es
ist zu hoffen und zu wünschen, dass sich nun bei allen Prozessen mit
Bürgerbeteiligung der avisierte neue Schwung einstellt und auch
anhält, damit viele Erfahrungen der Vergangenheit abgehakt werden
können. Das Wissen der Bürger gehört zu den besten und
kostengünstigsten Ressourcen, die genutzt werden können. Gerade die
Senioren sind hierbei besonders aktiv und erwarten natürlich absolute
Ernsthaftigkeit.
Klaus
Klee
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Große
Inszenierung eines lauen Bühnenstückes
Am
Dienstag, dem 23. Februar 2010 findet im Bürgerhaus Bischofsheim die
diesjährige Bürgerversammlung der Stadt Maintal statt. Hauptthema ist
der Stadtleitbildprozess, der die Lokale Agenda ablösen soll. Monatelang
haben sich die einzelnen Gruppen zu jeweils einer oder zwei Sitzungen
getroffen und Ideen gesammelt, alte Ideen neu aufgenommen und eifrig
Bürgerbeteiligung geübt. Bürgerinnen und Bürger, die in der Lokalen
Agenda, der Zukunftswerkstatt, dem Arbeitskreis zum Sportstättenkonzept
und bei anderen Projekten mitgewirkt hatten, erkannten schnell die immer
wiederkehrende Arbeitsweise des Bürgermeisters und gingen schnell auf
Distanz. Ein großer Teil der Teilnehmer wird deshalb der Veranstaltung
fern bleiben, weil sie sich nicht wieder veralbern lassen wollen. Man
spricht offen von einem Kasperltheater mit klar verteilten Rollen.
Immer
wieder berichteten mir Teilnehmer unterschiedlicher Gruppen von den
gleichen Missständen, die vornehmlich von den Teilnehmern der Stadt und
bestimmten Interessengruppen ausgingen. Manches sei regelrecht inszeniert
worden. So verwundert es auch nicht, dass sich Christian Wolf aus
Dörnigheim heute in einem Leserbrief im Maintal TAGESANZEIGER Luft
macht. Was er schreibt, deckt sich mit allen anderen Informationen, die
ich habe.

Es
gehört zu den interessanten Augenblicken des
Stadtleitbildprozesses, dass sich der Zorn
bereits vor der Bürgerversammlung entlädt. Viele Besucher rechnen damit,
dass der in solchen Situationen hoffnungslos überforderte
Stadtverordnetenvorsteher die anschließende Diskussion in getreuer
Harmonie mit dem Magistrat wieder negativ beeinflusst. Parteilicher
Flankenschutz ist seine Stärke.
Hier
sind die wesentlichen beanstandeten Besonderheiten während der Sitzungen
des Stadtleitbildprozesses aufgelistet, die einigen Teilnehmern auffielen,
beziehungsweise die sie nachträglich bestätigten:
-
Bei
der Eröffnungsveranstaltung gab es keine Möglichkeit, nach dem Sinn,
Zweck, den Beteiligungsmöglichkeiten und den Modalitäten zu fragen.
-
Aus
dem Rathaus gelangte über die Presse eine Flut von Hurra-Meldungen an
die Öffentlichkeit. Ergebnisse wurden jedoch bewusst
zurückgehalten.
-
Außer
von Organisationen, Interessengruppen, Stadtverordneten, Bediensteten
der Fachabteilungen, Parteien, Vereinen und natürlich dem
Bürgermeister und dem Stadtrat nahmen von 200 Teilnehmern in den 8 Gruppen lediglich ca.
30 "normale" Bürger teil.
-
Bürgermeister
und Stadtrat schalteten sich in den Gruppen "sehr
gestaltend" ein, um die Ergebnisse in bestimmte Richtungen zu
lenken.
-
Vorschläge,
die auf ein soziales menschliches Gesicht Maintals abzielten, wurden
vom Bürgermeister als kommunistisches Gedankengut abgetan und
zurückgewiesen. Er "dulde so etwas nicht in AG-Sitzungen".
-
Der
Gestaltungsraum der Teilnehmer war beschnitten.
-
Die
Teilnehmer durften sich nur auf ein Themengebiet festlegen. Die
Teilnahme an mehreren Gruppen wurde Bürgern nicht gestattet. Den
Interessenvertretern standen allerdings alle Gruppen offen.
-
Viele
Teilnehmer blieben der zweiten Sitzung fern! (Warum wohl?)
-
Die
Stadtteilgruppen, die am stärksten besetzt waren, durften nur einmal
tagen, obwohl dort das größte Interesse vorlag. Diese Gruppen
bestanden aus vielen normalen Bürgern, deren Bürgerbeteiligung
eigentlich gewünscht war.
-
In
der Gruppe "Hochstadt" kam ein Stadtverordneter mit einem
langen Zettel mit vorbereiteten Informationen, die er brav auf seine
Kärtchen schrieb.
Wie durchsichtig!
-
Die
Sitzungsorganisation und die Regularien waren den Gruppen
unterschiedlich "angepasst". Dafür hatten die Teilnehmer
kein Verständnis.
-
AG-Vertreter
für die spätere Auswertung und "Gewichtung" mussten auf
Weisung des Magistrats zu Beginn der Sitzung gewählt werden,
obwohl man noch gar nicht wusste, mit wem man es überhaupt zu tun
hatte.
-
Es
wurde auch nicht jeder Vorschlag angenommen, weil der Bürgermeister
ein Veto-Recht hatte und dies rigoros nutzte.
-
Eine
nachvollziehbare Satzung zur Regelung der Besetzung gab es nicht.
-
Die
Sitzungen waren mit organisatorischen Abläufen stark überfrachtet,
wodurch sich die Sitzungen in die Länge zogen. Viele Teilnehmer
verließen deshalb die Sitzungen vorzeitig.
-
Frau
Professor Funke entglitten die Sitzung immer wieder, was ganz
wesentlich an der starken Einmischung des Bürgermeisters lag.
Einige
frustrierte Teilnehmer werden deshalb die Bürgerversammlung nicht
besuchen. Ein deutlicheres Zeichen für leichtfertiges oder mutwiliges Zerschlagen wertvollen Bürgerengagements kann es gar nicht
geben.
Wie
erklären sich das engagierte Bürger ?
Einer
der Gründe für die grandiose Inszenierung eines aufgewärmten Themas
dürfte wohl der Mangel an Arbeit im Magistrat sein.
Wie sonst soll man sich den Einsatz wertvoller und teuerer personeller
Ressourcen und hoher Honorare zur Wiederholung eines vorhandenen Prozesses
erklären. Wo kein
Geld ist, kann man als Magistrat nichts gestalten. Also bläst man zur Ablenkung bunte
Luftballons auf, um die Bürger zu beeindrucken.
Ein
weiterer Beweggrund kann das gestörte Verhältnis des Stadtrats zu allzu
engagierten Bürgern sein, deren Aktivitäten in Handlungsbedarf münden.
Scheinbar will er völlig frei sein, ob er etwas unternimmt oder nicht,
wann er etwas und was er konkret zu tun gedenkt. Das beste Beispiel ist
der Mobilfunk und der Ausbau des Breitbandkabelnetzes in Maintal. Diese
Themen fehlen gänzlich im Stadtleitbildprozess, obwohl sie ganz
wesentlich für die Standortattraktivität sind. Die Lokale Agenda
entsprach sowieso nicht dem Verständnis von Ralf Sachtleber.
Dabei
wird vom Magistrat immer wieder betont, wie wichtig Bürgerbeteiligung
sei. Man schwärmt von einem neuen Geist und einer neuen Einstellung, die
der Magistrat gewonnen habe. Blickt man durch, so erkennt man, dass dies
bestenfalls Halluzinationen sind, die den Bürgern als geniale Visionen
verkauft werden.
Bürgerbeteiligung
ist bei vielen Entscheidungsprozessen zwingend vorgeschrieben und dient
neben dem Eindruck der Zustimmung auch der Erkenntnis, wie die Bürger
geplante Maßnahmen und Projekte sehen und welche Bedenken sie dagegen
haben. Dabei ist es ganz wichtig, ob sich die Bürger in einem
repräsentativen Querschnitt zusammenfinden und auch ungehindert die Gelegenheit
haben, ihre Meinungen zu äußern.
Mit
der bewussten Einflussnahme auf diese Prozesse, wie sie immer wieder
unternommen wird, werden die Aussagen jedoch bewusst verfälscht. Anschließend
kann man aus dem Ergebnisprotokoll bedarfsgerecht herausfiltern, was dem Magistrat und bestimmten
Interessengruppen ins Konzept passt. Irgendwann kommt der brutale Daumen,
mit dem der angebliche Bürgerwille durchgedrückt wird. Das war bei der
Sportstätte in der Grünen Mitte besonders gravierend der Fall. Nur
bediente man sich da zusätzlich eines mehrfach reklamierten aber nie korrigierten
Protokollfehlers. Das Vorgehen hat also System!
Ich
werde mir das Schauspiel am Dienstag genau ansehen und mit den Anwesenden
fühlen, welcher Spirit von der Bürgerbeteiligung übrig blieb. Auch wird
es interessant sein,
welche "Paten" sich für die ersten 12 Projekte gefunden haben.
Unter dem Strich bleibt es ein teuerer Spaß, der zudem viel Arbeitszeit
städtischer Mitarbeiter verschlang und dem wahrscheinlich kein besseres
Ergebnis entgegensteht, als man es mit der Optimierung des Prozesses der
Lokalen Agenda erreicht hätte. Lesen Sie dazu auch "Nun
löffelt mal die Suppe aus..."
Veröffentlicht
am 20.02.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Die
Sache mit der spätrömischen Dekadenz
Guido
Westerwelle, der amtierende Außenminister und führende Kopf der
FDP, beschimpfte vor einigen Tagen während einer Hartz IV-Debatte zehn
Millionen Menschen und meinte: "Wer dem Volk anstrengungslosen
Wohlstand verspreche, lade zu spätrömischer Dekadenz ein...".
Hierbei zeigte es sich, dass sein loses Mundwerk wohl kaum auf Wissen
aufbaut, wohl mehr auf diffusen Andeutungen, die sich bei näherer
Betrachtung als haltloses Geschwätz erweisen. Heiner Geissler (CDU),
Jesuitenschüler und ehemaliger CDU-Generalsekretär ließ es sich nicht
entgehen, Westerwelle in hoher rhetorischer Manier der alten Schule als
Esel zu bezeichnen.
So,
wie es die hohe Schule parlamentarischer Rhetorik früherer
Bundestagssitzungen entsprach, führte Heiner Geissler den
hinter den Ohren noch recht grünen Außenminister und Vizekanzler vor,
indem er erläuterte, durch was sich unter anderem die spätrömische
Dekadenz auszeichnete. Zu dieser Zeit habe Kaiser Caligula einen Esel zum
Konsul ernannt. Im Hinblick auf die heutige Bundesregierung träfe
Westerwelles gewagter Geschichtsvergleich zu, denn vor 100 Tagen sei
ein Esel Außenminister geworden, so Geissler gegenüber der WELT.
In
den Ruhr Nachrichten konnte es sich Geissler nicht verkneifen,
Westerwelle darauf hinzuweisen, dass die spätrömische Dekadenz nicht
unter den Sklaven und dem einfachen Volk verbreitet war sondern unter
einer Luxuselite und einer Oberschicht, die sich jeden Tag bis zum
Erbrechen vollgefressen hätte, während die einfachen Leute Hunger
litten.
Derlei
Kritik empört natürlich FDP-Kreise, deren Politik auf die Luxuselite und
die Oberschicht abzielt, die größtenteils den Nutzen aus der Verarmung
vieler Menschen zieht. Selbst die Kanzlerin Angela Merkel wird
von FDP-Politikern als Oberlehrerin der Nation beschimpft, weil sie
ausrichten ließ, Westerwelles Wortwahl entspräche nicht ihrem Duktus.
Die FDP legt es jetzt darauf an, den Sozialstaat federführend nach deren
Vorstellungen zu gestalten und die anderen Parteien müssen aufpassen,
dass ihnen das nicht gelingt. Zugunsten der Macht ist heute nahezu alles
möglich. Ein lächerlich gemachter Westerwelle könnte leicht zum tollen
Hund werden.
Veröffentlicht
am 15.02.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Heiner Geissler (CDU)
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"Humor-Bedürfnisanstalt"
- das Unwort der Kampagne
Wir
befinden uns momentan in der Mitte der diesjährigen Fastnachtskampagne
und das heimische Sitzungsgeschehen lockt die Menschen an. Die Säle sind
nicht proppevoll, aber zum Schunkeln reicht es, wenn keine größeren
Lücken die Kette unterbrechen. Mehrere Dutzend Karnevalisten befreundeter
oder zumindest nahestehender Vereine pflegen die Gegenbesuchstradition, um
sich kommerziell zu unterstützen. Dazwischen Grüppchen, Cliquen und
Einzelpersonen, die sich gut unterhalten lassen wollen. Man lechzt nach
Höhepunkten, die jeder Besucher in einem anderen Segment des Programms
sucht und schätzt. Dann der unvermeidliche Auftritt der Prinzenpaare, die
alljährlich ihre besonderen Intelligenzleistungen versprühen. In der
Mitte der kurzweiligen Ansprache fällt das provokant oder gedankenlos
gewählte Wort "Humor-Bedürfnisanstalt". Und das aus dem
Mund des Fastnachtsprinzen gegenüber dem örtlichen Humoristen-Verein,
der dem Prinzenpaar gerade humoristisches Asyl gewährt.
Vielen
Besuchern fiel dieser Fauxpas gar nicht auf, denn es lohnt sich
bekanntlich kaum, Karnevalsregenten an den Lippen zu hängen. Wer
allerdings die feinen Nuancen zwischen Humor und Narretei beziehungsweise
Karneval kennt, reagiert allergisch auf solche Sprüche. Selbst wenn
gemeint war, dass der Veranstaltungsort und der ausrichtende Verein eine
Anstalt zur Befriedigung des Humorbedürfnisses sei, verbindet jeder
normale Zuhörer den Begriff "Bedürfnisanstalt" mit einem Ort,
an dem man sich des Verdauten entledigt. Es erübrigt sich, die gängigen
Bezeichnungen für die Absonderungen aufzuzählen. Es stand im Raum, dass
sinnbildlich genau das gemeint war. Zumindest stand eine Zweideutigkeit im
Raum, die einer plumpen Unverschämtheit sehr nahe kam. Vielleicht sollte
man es als Humorist wirklich mit Humor nehmen, indem man in der Äußerung
menschliche Schwächen erkennt und lachend verzeiht.
| Textergänzung
aufgrund diverser Leserzuschriften |
Viele
Leser machten mich darauf aufmerksam, dass Prinz Eckhard diese
Formulierung auf allen Fastnachtssitzungen gebrauchte - auch auf den
eigenen Veranstaltungen. Er fand das sicher sehr witzig, denn er
sprüht ja förmlich vor Witzigkeit, wie die Käwern selbst immer
wieder betonen. Dabei scheint die Witzigkeit mehr aus der Magengrube
als vom Hirn zu kommen. Gut, wenn es noch Menschen mit Humor gibt,
die sich zuerst ansehen, wer was sagt und sich dann erst die Mühe
machen, darüber wirklich nachzudenken.
Nun
ist klar, dass es bei diesem Prinzen schon einer
Humorbedürfnisanstalt bedarf, damit man solche vermeintlich
humorvollen verbalen Ausscheidungen sofort entsorgen kann. Mich
würde nur interessieren, wer bei den Käwern immer wieder den Eimer
ausleert, wenn er voll ist.
|
Reflexion
nach 25 Jahren
Was
für mich die Fastnachtssitzung des HMV so interessant machte, war die
Tatsache, dass ich exakt vor 25 Jahren als Sitzungspräsident auf dieser
Bühne stand und in dieser Zeit die wesentlichen Veränderungen Einzug
hielten, die bis zum heutigen Tag das Konzept der Veranstaltungen prägen.
Lange bevor in der Szene die freie Moderation und eine in der Mitte
geöffnete Bühne kannte, war das bereits bei den Humoristen Standard. Ein
besonderer Hingucker sind seit damals die Bühnenkulissen, wenn sie
von Ästheten gestaltet waren. Allzu viele gibt es davon allerdings
nicht. Im Laufe der Jahre wurden die Programme vom zeitlichen Ablauf her
immer flotter. Ein mehrseitiges Programmheft (nebenstehend abgebildet)
informiert die Besucher detailliert über alle Mitwirkenden und Gruppen,
wodurch die endlosen Litaneien der Namensverlesungen wegfallen. Von all
dem profitieren die Besucher, weil dadurch 20 - 25 Minuten des Programms
eingespart werden, die mit Unterhaltung gefüllt werden können. Nach wie
vor befindet sich die Truppe allerdings in einem ähnlichen
Programmkorsett, wie alle anderen karnevaltreibenden Vereine. Gemeint sind
die vier Blöcke Gesang, Tanz, Comedy und die Wortbeiträge. Jede Gruppe
des Vereins ist im Programm vertreten und liefert die Ergebnisse
unzähliger Übungsstunden ab. Nahezu Hundert Aktive gestalten so das
Programm.
Der
Programmablauf wird deshalb alljährlich zur großen Herausforderung für
das Sitzungspräsidium, das ebenfalls vor 25 Jahren gegründet wurde.
Was
hat sich in diesen 25 Jahren verändert?
Der
Gesang hat sich im HMV enorm entwickelt. Die "Humorias" sind
heute eine Gruppe, die kaum mehr an die oft statisch wirkenden Auftritte
früherer Jahre erinnert. Dynamik und Explosivität sind ihre
Markenzeichen. Bei den Einzelvorträgen ist der Wandel besonders deutlich
zu spüren. Vorträge mit Geist und Witz sind heute durchgängig Standard.
Politische Vorträge sind absolute Highlights, die unvergessen bleiben.
Einen solchen Glanzpunkt setzte in diesem Jahr Frank Walzer,
der mit feiner Klinge operierte und exakt den Nerv des Publikums traf. Die
Qualität mancher Vorträge wird nur durch die Tagesform der Akteure und
durch scheinkompetente "Vortragsflüsterer" beeinflusst,
die gelegentlich seltsame Ratschläge geben. So ist es im HMV inzwischen
verpönt, allzu platte und schlüpfrige Witze einzubauen. Dennoch
schleicht sich diese Unart immer wieder durch falsche Ratgeber ein. Bei
den Tänzen und den sogenannten Gruppenstücken veränderte sich bis auf
die Zusammensetzung der Akteure praktisch nichts. Dafür ist die
Ausstattung anspruchsvoller und hochwertiger geworden. Gleiches trifft
auch für die technische Ausstattung zu, die Unsummen verschlang, um von
den hohen Leihgebühren für die Ausstattung mit Ton und Beleuchtung
wegzukommen. Die perfekte Bedienung des Equipments und damit die
punktgenaue Unterstützung der Programmpunkte ist allerdings noch im
Werden, wie man unschwer feststellen konnte.
Der
absolute Glanzpunkt des Programms ist der Auftritt der vor einigen Jahren
gegründeten vereinseigenen Guggemusik-Truppe, die Begeisterung pur
versprüht.
Soviel
aus der "Humor-Bedürfnisanstalt" HMV Hochstadt, wie sie
respektlos genannt wurde. Interessant ist, dass alle drei Sitzungen der
Kampagne ihren ganz eigenen Charakter haben, weil das Publikum einen ganz
wesentlichen Faktor darstellt. So ist es verständlich, dass man auch auf
sehr viele unterschiedliche Meinungen stößt. Für alle Akteure des
Maintaler Karnevals ist die Kampagne der jährliche Höhepunkt und der
Zeitpunkt des gegenseitigen Vergleiches hinsichtlich Leistung,
Begeisterungsfähigkeit und Publikumsgunst. Das wird unter den Aktiven
vielfach ernster genommen als es die Sache verdient.
Veröffentlicht
am 06.02.2010, ergänzt am 9.02.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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"Alles
reine Auslegungssache!"
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Chuzpe
der Loeki Häger-Hogerland trifft das Nationalgefühl
Es
gibt heute Themen, die auf seltsame Weise solidarisieren. Dass Armut auch
dazu gehören könnte, hätte ich nie gedacht. Vielleicht bekennen wir uns
ja national so bereitwillig zur Armut, weil wir uns wegen unseres
jahrelangen Wahlverhaltens schuldig fühlen. Wenn es partout bestimmten
Wählergruppen gut gehen soll, müssen zwangsläufig viele andere
Mitbürger darunter leiden. Seit Jahren kennt unsere Wirtschaft keinen
Zuwachs mehr, von dem alle profitieren könnten, sondern nur noch die
Umverteilung, wozu man sich der Regierenden bedient. Die Folge ist wachsende Armut. Da es aber nicht gelingt, die
Verlierer unserer Gesellschaft irgendwo zu verstecken, wird bei den Nutznießern
der Politik immer wieder das Schamgefühl berührt, wenn sie der Armut
offen begegnen. Werden die Armen von Zeitgenossen verbal angegriffen, setzt sogar ein
ganz besonderer
Schutzmechanismus ein. Wie paradox! Man lässt zwar Armut zu, findet es aber unfair,
wenn Arme angegriffen werden, wie es Loeki
Häger-Hogerland unterlief.
Fürwahr
- eine seltsame Moral!
Ausgangspunkt
war nachfolgender Artikel des Maintal TAGESANZEIGER, in dem über
Aktivitäten des VdK Bischofsheim berichtet wurde. Darin kam offen zur
Sprache, dass es Kindern armer Mitbürger am nötigen Pausenbrot fehle und
eine Art Schulspeisung die Lösung sein könnte. Birgt das soziale
Gefälle unter Kindern bereits Konfliktpotenzial, so verstärkt eine
kritische Diskussion um das Thema Schulspeisung das Empfinden noch
zusätzlich. Genau das machte Loeki Häger-Hogerland in
einem Leserbrief und lobte gleichzeitig überschwänglich, wie das in
ihrem Heimatland Holland üblich sei. Seitdem ergießt sich der Volkszorn
über sie, wie die anschließend zu lesenden Leserbriefe zeigen.
Die
Armut selbst ist der Skandal
Es
lässt sich einfach nicht leugnen, dass die Armut in unserem land wächst.
Schon jedes fünfte Kind ist von Armut bedroht. Daneben gibt es das Leben
im Überfluss. Arm und Reich pflegen bestimmte Ess-, Trink-,
Unterhaltungs- und Suchtgewohnheiten. Es mag sein, dass ein Teil der sozial Schwachen
hinsichtlich der Ernährung falsche Prioritäten setzt und das Geld eher
für andere Bedürfnisse ausgibt. Gerade Spiel- und Suchtbedürfnisse können hier
übermächtig sein, weil sie teilweise dazu beitragen, das Elend für
kurze Zeit zu vergessen. Hier macht Frau Häger-Hogerland allerdings den Fehler, das
zu verallgemeinern. Jeder Fall ist ganz spezifisch und die Kinder sind
dagegen nahezu machtlos. Viele Alleinerziehende haben zum Beispiel nie
Kochen gelernt und haben demzufolge auch keine Ahnung von gesunder
Ernährung. Die Leidtragenden sind die Kinder. In diese Lücke stößt die
Fürsorge, von der im Zeitungsartikel die Rede war.
Frau
Häger-Hogerland bemühte mal wieder als Präsentationsart eine Chuzpe,
wie man das von ihr gewohnt ist, um den gesellschaftlichen
Skandal der Armut raffiniert zu geißeln. Der Vergleich mit Holland glich
dabei einem Stich ins Wespennest. Diese für sie typische Chuzpe und die
Herkunft "Holland"
führten zum gängigen Vorurteil gegenüber der Schreiberin, aus der
Historie heraus deutschfeindlich zu sein und immer wieder Themen
aufzugreifen, um diese ihr unterstellte Haltung auszuleben. Das wird in
den Leserbriefen deutlich. Plötzlich geht es gar nicht mehr um die
Pausenbrote und um die Armut. Vor dieser Tendenz der Diskussion sollten wir uns
hüten.
Liest
man sich den strittigen Leserbrief genau durch, so kann man durchaus
sachlich darüber diskutieren. Es bedarf dabei keines Nationalstolzes.
Vielmehr sollten alle gesellschaftlichen Schichten unseres Landes - voran
die Politiker - dafür sorgen, dass die wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Fehlentwicklungen wieder zurückgeführt werden. Erst
die Auswirkungen der Gesetze und Gesetzesänderungen der letzen Jahre
ließen die Armut dramatisch ansteigen. Die extreme Umverteilung muss
bis zu einem gewissen Grad zurückgeführt werden. Wir laufen sonst
Gefahr, dass unser Gesellschaftssystem zerbricht. So gesehen, fachte Frau
Häger-Hogerland eine Diskussion an, die nützlich ist.
An
der Wahlurne fallen die wichtigen Entscheidungen
Jährlich
wächst die Zahl der Nichtwähler, die zu einem großen Prozentsatz aus
dem Lager der sozial Benachteiligten kommen. Hier hat die Armut ganze
Arbeit geleistet. Die
gesellschaftlich Benachteiligten müssen jedoch ebenso von ihrem Wahlrecht
Gebrauch machen, wie alle anderen, die in den politischen Verhältnissen ihren wirtschaftlichen
Vorteil sehen. Nur so kann man in unserem Land wirklich etwas verändern. Solange
müssen die Armen noch verstärkt von der Wohlfahrt und von sozialen
Hilfsangeboten leben. Es bedarf der Eigeninitiative, wenn man etwas
verändern möchte und das Stimmrecht kennt nicht die Unterscheidung
zwischen Arm und Reich!
Freie
Meinungsäußerung kann arg reizen
Die
Zielperson der momentanen Aufregung ist alles Andere als eine Mitbürgerin
ohne bürgerliches Engagement, wie der Leserbrief von Brigitta
Trunski belegt. Vielleicht ist das ja der Grund für die sehr
pointierte Meinungsäußerung von Loeki Häger-Hogerland,
die sich damit einbringen will. Es ist ihr einfach nicht egal, was um sie
herum passiert. Leider haben viele Leser mit den von ihr geworfenen
Texten das Problem der Interpretation. Ich weiß aus eigener Erfahrung,
wovon ich rede. Sie wies im Kern lediglich auf die verschiedenen Sichten hin, die
das Thema Schulspeisung haben kann. Zumindest
kann man ihr das wohlwollen unterstellen. Natürlich sagt man aus
Verärgerung schon mal, "dann soll sie doch dorthin zurückgehen, wo
alles besser ist", wie es nicht nur Philipp Eibelshäuser
äußerte. Wirklich ernst gemeint war das sicherlich auch nicht. Es ist
mal wieder die berühmte Goldwaage, auf die alle Äußerungen gelegt
werden. Jeder versteht das, was er verstehen will. Einige
Meinungsäußerungen können dabei gewaltig reizen. Damit muss es jetzt
aber auch gut sein.


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Veröffentlicht
am 05.02.2010, ergänzt am 08.02.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Das
Feixen der Politiker
"Wir
senken die Unternehmenssteuern, kürzen
die Hartz IV-Bezüge und
führen dafür Schulspeisung ein! Wir
sind ja schließlich keine Unmenschen! Wer
ist dafür?"
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Technik
und Kommerz rangieren vor Mensch und Gesundheit
Heute
ist mal nicht die Rede von Sicherheitslücken und von Datenmissbrauch,
sondern von den Auswirkungen modernster Datenübertragungstechnik auf den
Organismus. Kinder, Jugendliche, Trendsetter und Menschen im
Kommunikationsrausch nutzen nahezu alle technischen Neuheiten und
verhelfen der Branche zu immer neuen Umsatzrennern. Dabei kommen viele
Konsumenten nicht nur finanziell in Schwierigkeiten, auch die Gesundheit
ist massiv gefährdet. Immer häufiger leiden Menschen unter Elektrosmog
und der intensiven Bestrahlung durch alle möglichen Geräte. Dies führte
zu einem Maintaler Ärzteappell, der von 25 niedergelassenen Ärzten
unterzeichnet wurde. Seit Jahren setzen sich Aktivisten für eine
schonende Versorgung der Bürger mit Mobilfunkstrahlung ein und wenden
sich gegen die aus der Sicht der Betreiber verständliche
kostengünstigste Versorgung von innen nach außen, weil bei diesem Verfahren die Bestrahlung am intensivsten ist. Viele Städte
und Gemeinden - außer Maintal - erarbeiteten schlüssige Konzepte, in die
sie die Mobilfunkbetreiber einbinden. In Maintal sträubt sich der
Magistrat allerdings dagegen und beruft sich immer wieder auf die Einhaltungen der
gültigen Grenzwerte. Genau die sind jedoch aus guten Gründen höchst angreifbar geworden.

Ahnungslos
- uninteressiert - untätig und mäßig gescheit...
Vortrag
zur Belastbarkeit der gültigen Grenzwerte
Der
Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema "Warum
Grenzwerte schädigen und nicht schützen", den die letzte
noch in der Lokalen Agenda verbliebene Gruppe - die Mobilfunkgruppe - am
27.1.2010 im Maintaler Rathaus veranstaltete, gehörte zu einer
Veranstaltungskette, die unverständlicherweise auch bei der Presse auf
nur wenig Interesse stößt. Dabei wäre deren Mitwirkung zur
Sensibilisierung der Leser sehr wichtig. Stadtverordnete der CDU, der SPD und der WAM
waren vertreten, auch wenn dahinter sicher keine ausgesprochenen
Fraktionsinteressen standen.
Die
Veranstaltung war zwar gut besucht, nur die für die Maintaler Mobilfunk-
und Kommunikationsstrategie zuständigen Vertreter des Magistrats und der
Stadtverwaltung fehlten. Damit liegen diese Damen und Herren ganz
auf dem Kurs der bundesdeutschen Interessengemeinschaft, die aus
Politikern und der Kommunikationslobby besteht. Ihr Standardargument ist die
Einhaltung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte, was angeblich
völlig ausreichende Sicherheit böte. Genau das ist jedoch ein völlig
falscher Ansatz und sie sollten das nicht nur wissen, sondern auch
dementsprechend handeln.

In
vielen Ländern sind die Grenzwerte aus gutem Grund um das 1000-fache
niedriger. Der Vortrag von Prof. Dr. Guido Zimmer
verdeutlichte eindrucksvoll, wie falsch bereits der Ansatz bei der
seinerzeitigen Ermittlung des gültigen Grenzwertes war, hinter dem sich
heute alle Verantwortlichen verstecken. So wurde für Tests ein Gel verwendet,
eine tote Masse, die keinerlei Rückschlüsse auf Auswirkungen
menschlichen Gewebes zulässt. Weitere fragwürdige Vorgehensweisen
rundeten die Festlegung der Grenzwerte ab. So existieren praktisch keine
biologischen und biochemischen Untersuchungen. Das ist inzwischen bekannt.
Vertrauen
ist heute nicht mehr angebracht
Professor Zimmer appellierte an die Anwesenden, sich nicht darauf zu
verlassen, dass Staat, Länder und Gemeinden für sie ausreichend Vorsorge
betreiben, wie es eigentlich ihr Auftrag ist. Solange die Forschung gemeinsam vom Staat und Unternehmen
finanziert wird, entsprechen Forschungsergebnisse eher den Forschungsvorgaben
der Geldgeber. In die Forschung der Zukunftstechnologien wird zudem wesentlich stärker
investiert als in die Erforschung der Risiken und Auswirkungen der
gleichen Technologien auf Mensch
und Tier. Beides müsste jedoch gleichermaßen gefördert und voran
getrieben werden. Hier werden eindeutig demokratische Prinzipien verletzt.
(Siehe Grafik)

Vertrauen
in Institutionen zu haben, ist schon lange nicht mehr angebracht, wie der
Umgang mit der Atomenergie und strahlenintensiven Technologien zeigt.
Solange von Lobbyisten die vorsorgende Forschung mit Gutachten und
Gegengutachten ausgebremst wird, wird der Bürger immer stärker auf sich
selbst angewiesen sein. Was bleibt den Bürgern anderes übrig, als die Risiken
im direkten Umfeld selbst zu minimieren und sich vor der Strahlung
bestmöglich selbst zu schützen.
Hierzu kann man die Strahlenbelastungen
innerhalb der Wohnungen von einem Maintaler Baubiologen messen lassen und
gemeinsam geeignete Abschirmungsmaßnahmen entwickeln. Diese Selbsthilfe
mag für Bürger gelten, die in der Lage sind, sich zu informieren und ihr
Handeln intelligent zu lenken. Jedoch muss unsere Aufmerksamkeit auch dem
Heer der Menschen gelten, die nicht ausreichend mit
Informationsbereitschaft und intelligenten Fähigkeiten ausgestattet sind.
Ebenso den Kindern, denen man die komplexe Thematik noch nicht vermitteln
kann. Sie sind aber größtenteils die stärksten Nutzer derjenigen
Technologien, nach dessen Profit die Wirtschaft giert und die eine
Überversorgung erfordern. Das unbewusst ignorante Handeln der Unwissenden
gleicht dem Zug der Lemminge und die Bemühungen der
Mobilfunkaktivisten gleichen dem Versuch, diesen kollektiven Zug zu den
Klippen aufzuhalten. Es ist ein Teufelskreis, dem man nur mit Ehrlichkeit,
Offenheit und Zivilcourage entkommen kann.
Der
Staat sitzt in der Falle
Mit
dem Verkauf der UMTS-Lizenzen für hohe zweistellige Milliardenbeträge
hat die Regierung wegen der zu erwartenden Regressansprüche ein Interesse
daran, dass die Kommunikationsbranche bei ihrem rasanten Ausbau nicht von der Forschung und den
Kritikern behindert wird. Das geht inzwischen so weit, dass das Wohl der
Technik und des Kommerzes vor dem Schutz der Menschen rangiert. Es ist ein
Skandal, dass es überhaupt dazu kam und dass das ungeniert so
weiterbetrieben wird.
Auch in den Kommunen wird heftig gemauert. Wer
heute registriert, wie offen und
ungeniert zum Beispiel unser Bürgermeister und die Wirtschaftsförderung
für eine spezielle Kommunikationsersatzlösung bei DSL wirbt, anstelle
leitungsgebundene Lösungen zu bevorzugen, wie sie von der Agenda-Gruppe
Mobilfunk empfohlen werden, sollte sich dazu die passenden Fragen stellen.
Auch das Meiden des sonst so gepriesenen Bürgerengagements wirft Fragen
auf. Vielleicht empfindet man es in den Fachabteilungen und im Dezernat
aus Rücksicht auf die "Geschätspartner" nicht
opportun, sich öffentlich im Kreis der Maintaler Kritiker und
Vorsorgeaktivisten ("...sind ja alles Spinner!") zu zeigen. Das
würde auch zum Verhalten passen, dass man bisher alle Angebote ausschlug,
Mitglieder der Agenda-Gruppe beratend an Verhandlungen mit den
Kommunikationsfirmen zur Umsetzung einer schonenden Mobilfunkversorgung zu
beteiligen.
Nun
sind die Gremien gefragt
Mobilfunk-Prävention
ist im Magistrat der Stadt Maintal ein Fremdwort. Nun ist die Politik
gefragt. Die anwesenden Stadtverordneten waren zumindest von den
Ausführungen des Vortrages überzeugt, wie die Diskussion zeigte. Ob sie
in ihren Fraktionen Gehör finden, wird sich zeigen. In einigen
Parteiprogrammen findet sich sogar das Interesse an der Thematik wieder -
zu Wahlkampfzeiten. Es ist jedoch eher anzunehmen, dass man in einigen
Parteien den Parlamentskollegen die
Teilnahme an zukünftigen Veranstaltungen ausredet.
Veröffentlicht
am 29.01.2010, ergänzt am 01.02.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Schonende
Mobilfunkversorgung,
ein Heißluftballon im
Wahlkampf

Neuer Sendemast auf
städtischem Grund
neben einem Wohngebiet und
zukünftig in der Mitte zweier Wohngebiete

Stets gilt das Konzept,
dass aus
der Mitte heraus versorgt
wird anstelle
von außen nach innen.
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Karnevalistische
Seifenblasen und die Krise
Ein
Thekengespräch
Viel
ist in diesen Zeiten die Rede von der Krise, jeder meint damit etwas
anderes, aber alles gehört irgendwie zusammen. In diesem Fall ist die
Rede von der Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Besuch
von kulturellen Veranstaltungen und von Fastnachtssitzungen. Immer weniger
Menschen gönnen sich vergnügliche Stunden. Gerade ist der diesjährige
Reigen der Fastnachtssitzungen angelaufen und die Säle sind nur teilweise
gefüllt. Unter dem Strich bzw. über alle Veranstaltungen hinweg bleibt
ein kräftiges Minus an Besuchern und bei so manchem Verein überlegt man
schon, die Anzahl der Veranstaltungen zukünftig zu reduzieren. Was einst
einem Höhenflug glich, wird zunehmend zu karnevalistischen Seifenblasen,
die zerplatzen.
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Manchmal
ist es ganz gut, wenn man Thekengesprächen zuhört. Hier kommen die
Probleme offen auf den Tisch und zwischen den Vereinen wird Klartext
geredet. Gerade erst ging der diesjährige Sitzungsreigen
eines Vereins zuende und die Besucherzahlen liegen auf dem Tisch.
Dem zweiten Hochstädter Verein stehen die Sitzungswochenenden noch
bevor. Noch sind "einige Restkarten" erhältlich. Es ist
aber abzusehen, dass ebenfalls zumindest eine Sitzung "etwas
lockerer gestellt" werden muss, um Fülle zu suggerieren. |
Überzogener
Wettbewerb führte in die Sackgasse
Seit
Jahren versuchen sich die beiden karnevaltreibenden Vereine in Hochstadt
zu überbieten. Waren es einst nur je zwei Veranstaltungen, so mussten es
plötzlich vier und drei Veranstaltungen sein. Da auch das nicht genügte,
musste
zusätzlich ein deutlicher Unterschied zwischen den Eintrittspreisen das Klima anheizen. Man wähnte sich in der grenzenlosen Publikumsgunst
und sonnte sich in Selbstüberschätzung. Heute präsentiert das Publikum
die Rechnung und bleibt in Scharen den Veranstaltungen fern.
Die
Kosten laufen davon
Wer
heute 15 Euro bzw. 13 Euro für eine Eintrittskarte hinlegt und paarweise
an so einem Abend leicht mal 100 Euro ausgibt, der nimmt womöglich an,
dass die Eintrittspreise und die Einnahmen der Sektbar die Kosten decken.
Das ist jedoch ein gewaltiger Irrtum. Zuerst müssen mal pro Abend die
Kosten für die Veranstaltungsstätte, den Brandschutz, das Finanzamt und
die GEMA bezahlt werden. Diese Kosten werden über die ersten 75
Eintrittskarten des Abends gedeckt. Lichteffekte und Beschallung schlucken
nochmals den Erlös von 50 Eintrittskarten. Für Kostüme und die
Ausstattung reichen gerade mal die Erlöse von 100 Eintrittskarten je
Veranstaltung. Der musikalische Rahmen verschlingt nahezu den Rest der
Kartenerlöse. Hinzu kommen die langfristigen Investitionen in Bühne und
die sonstige Technik sowie Hallenmieten für die Übungsstunden.
Besonders
ärgerlich ist der veränderte Bestuhlungsplan, der zu einer Reduzierung
der Sitzplätze führte. So waren die Vereine gezwungen, zugunsten eines
variablen Angebots an jeweils drei Veranstaltungen festzuhalten, weil sie
nur so die Kartenwünsche erfüllen und die Fixkosten decken konnten. Der
Rückgang der Besucherzahlen erfordert nun im kommenden Jahr ernsthafte
Überlegungen, die Anzahl der Veranstaltungen zu reduzieren und die damit
wieder ausverkauften Veranstaltungen teuerer anzubieten.
Das
Preis-/Leistungsverhältnis wird immer entscheidender
An
dieser Stelle ist es angebracht, darüber nachzudenken, was gute
Veranstaltungen ausmacht und welche Einflüsse das Publikum abwandern
lässt. Zumindest ein Verein in Hochstadt erkannte das bereits vor Jahren
und arbeitet kontinuierlich am Erfolg. Dabei wurde auch dem Wandel in den
Seh- und Hörgewohnheiten Rechnung getragen. Auch wird ein nahezu
professionelles Auftreten der Akteure geschätzt. Natürlich ergötzen
sich auch viele Zuschauer daran, wenn sich ortsbekannte Personen zum Affen
machen - pardon - den Narren herauskehren, wie in diesem Jahr unser
Bürgermeister im Männerballett.
Man
erkannte auch, dass die Zeit der gesammelten Kalauer über und unter der
Gürtellinie out sind. Damit kann man höchstens noch stark alkoholisierte
Besucher zu später Stunde erreichen. Gefragt sind wieder ausgefeilte
Vorträge, die gekonnt und frei vorgetragen werden. Wer will schon in
einer Kampagne den gleichen Vortrag an verschiedenen Orten hören!? Unser
ehemaliger Landrat berichtete einmal, dass er bei seiner Rundreise durch
die Sitzungen des Main-Kinzig-Kreises einen Vortrag gleich ein halbes
Dutzend mal ertragen musste.
Die
handgemachten Vorträge mit Geist und Witz sind Trumpf, ebenso gekonnte
Gesangseinlagen. Natürlich dürfen die Tänze nicht fehlen, die den
Sitzungen einen besonderen Glanz verleihen - oder auch nicht. Im Vorteil
sind hier eindeutig die Turnvereine mit anhängender Karnevalsabteilung.
Mit ihren Leistungen kann man nur durch Originalität und Ausstattung
konkurrieren.
Was
das Publikum gar nicht mag, sind endlose Auftritte von Prinzenpaaren und
Abordnungen, Ordensverleihungen und dröges Geschwätz der Moderatoren.
Auch die endlosen Litaneien bei der Namensverlesung von Akteuren sind störend und nur noch mit der Wiederholung von Darbietungen
zu
überbieten. Oft werden die Zugaben gar nicht gefordert aber dennoch
gebracht.
Auch
fortwährende Animationen zur Fröhlichkeit und Bewegungsübungen sind dem
Wohlbefinden eher abträglich und in Grippezeiten unerwünscht. Wenn die
Stimmung stimmt, dann wird auch auf freiwilliger Basis geschunkelt. Lässt
man das Publikum sich bewegen, damit es wegen oder trotz des Programms
nicht einschläft, dann muss man am Programm etwas ändern.
Wenn
man sich an etwas Besonderes erinnert...
Viele Programmgestalter in Reihen der
Karnevalisten meinen, die Programme
müssten immer besser werden. Auch das ist ein gewaltiger Irrtum. Wichtig
ist, dass man etwas erlebt, was noch nicht da gewesen ist oder etwas, was
besonders originell war. Wenn man am nächsten Morgen am Frühstückstisch
nochmals lacht, weil man sich an einen Punkt erinnert, der besonders
gefiel, dann ist das absolut positiv.
Wenn
man weitererzählt, was in diesem Jahr völlig neu war oder was einem
überraschte, dann ist der Verein auf einem guten Weg. Kann man nur
berichten, dass es ähnlich wie im letzten Jahr war, gleicht das der
Erwähnung eines Toilettenbesuchs.
Schlimm ist es,
wenn im nicht voll besetzten Saal an vielen Stellen laute Unterhaltungen
und Stimmungsselbstläufer aufkommen, wodurch man die Vortragenden akustisch nicht
mehr versteht. Auch das vorzeitige Verlassen der Sitzungen bei bestimmten Darbietungen ist ein ernstes Zeichen, dass etwas schief läuft.
Diese Eindrücke können beim Besucher in ihrer Gesamtheit zum ganz "besonderen"
Erlebnis werden, an das man sich später wieder erinnert und deswegen
solchen Veranstaltungen fern bleibt.
Daraus
entwickelt sich oft eine Abwärtsspirale, die nur schwer zu stoppen ist.
Für die Konkurrenz gilt es nun, das wirklich Besondere zu bieten, um die
abwandernden Besucher zu gewinnen. Auch so können Krisen noch einen
positiven Effekt haben. Das Konkurrenzverhältnis holt dabei allerdings die
krisengeschüttelten Vereine ein.
Wichtig
ist, dass man sofort erkennt, wenn man sich in der Krise befindet und
geeignete Maßnahmen ergreift. Hochmut und Selbstgefälligkeit wären der
falsche Weg!
Sie
sehen, dass auch Thekengespräche durchaus anspruchsvoll sein können,
wenn sich die richtigen Leute austauschen. Es müsste doch mit dem Teufel
zugehen, wenn der Hochstädter Karneval Schaden nehmen würde. Nun sind
Humor und Ernsthaftigkeit gefragt - vielleicht sogar etwas
Partnerschaft...!?.
Veröffentlicht
am 23.01.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Wer
sich zu weit vor wagt, kann nicht mehr zurück
In
Hochstadt wartet die Evangelische Kirchengemeinde auf das Ergebnis des von
Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich selbst eingeleiteten
Disziplinarverfahrens. Es soll endlich wieder Ruhe in der Gemeinde
einkehren. Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer noch der Pfarrer im
Ruhestand und mit ihm der Posaunenchor, der seinen Begründer und
selbstgewählten Chorleiter in einer Art "Korpsgeist"
unterstützt. Diese Auslegung stammt dem Wort nach nicht aus den Reihen
des Posaunenchors, ergibt sich aber aus der Darlegung der Beweggründe
für die Unterstützung der Anliegen des Pfarrers i.R. . Vielleicht ist
der Begriff "Korpsgeist" aber hier gar nicht richtig angebracht,
denn im Brockhaus von 1911 heißt es, Korpsgeist sei "die tätige
Teilnahme jedes einzelnen am gemeinschaftlichen Wohl aller, unter
Beiseitesetzung aller egoistisch-persönlichen Rücksichten".
Das gemeinschaftliche Wohl aller scheint nicht mehr gegeben, weil
persönliche egoistische Rücksichten genommen werden.

Wie
aus dem Artikel des Maintal TAGESANZEIGER hervor geht, gab es
etliche Versuche, den Konflikt friedlich beizulegen und es wurde sogar ein
Vermittler bemüht. In letzter Konsequenz gab es jedoch keine Einigung,
die alle Parteien zufrieden gestellt hätte.
Welcher
Eindruck entsteht dadurch nach außen?
Gemeindemitglieder,
die das groteske Schauspiel verfolgen, fragen sich, von welcher Qualität
die beiden Pfarrer sind, wenn sie noch nicht einmal konsensfähig zu sein
scheinen. Dabei spielt es keine Rolle, wer im Recht ist. Menschen, die in
kritischen und vermeintlich ausweglosen Lebenslagen sind, suchen sehr oft
die Hilfe beim Pfarrer, weil sie ihm wegen seines Berufs ein hohes Maß an
sozialer Kompetenz unterstellen. Nun stellen sie fest, dass dort die Kraft
und das Können fehlt, die eigenen Probleme friedlich zu lösen. Welche
Rolle wurde ihnen da über Jahrzehnte hinweg vorgespielt und in welches
Licht gerät dadurch der amtierende Pfarrer durch seinen Vorgänger?
Der
Schaden bezüglich der Glaubwürdigkeit ist immens und die Äußerung von
Pfarrer Langheinrich, er könne sich einen Rückzug erst nach der
nächsten Kerb vorstellen, zeigt, in welcher Rolle er sich fühlt. Da ist
wieder der agile Gemeindemanager und nicht der Seelsorger, der er Kraft
seines Amtes ebenfalls sein sollte. Noch einmal will er einige Bürger
dazu verleiten, zugunsten der Hochstädter Kerb eine GbR (Gesellschaft
bürgerlichen Rechts) einzugehen und selbstlos mit ihrem gesamten
Vermögen zu haften. Allein dieses Verleiten zu einer höchst kritischen
Handlung und das Suggerieren göttlichem Beistands stellt bereits eine
Skrupellosigkeit dar, die beispiellos ist. Bewahren, Beschützen und
Vernunft predigen - Fehlanzeige!
Das
Warten auf die Entscheidung im Disziplinarverfahren ist der Gemeinde nicht
dienlich aber unvermeidlich. Es ist zu erwarten, dass nach dem Scheitern
eines Vergleichs mit der Entscheidung auch Maßnahmen verbunden sind.
Diese könnten empfindlich ausfallen und zudem das Pfarramt
belasten.
Vielleicht
gibt es ja nach einem der nächsten Gottesdienste ein Duell mit Waffen im
Kirchhof, wie man früher Fragen der Ehre klärte. Je nach Ausgang des
Duells könnte der "Sieger" ja dann zum Abendmahl laden, wobei
allerdings geklärt werden muss, wer wem die Hostie reicht. Selbst das
führte ja bekanntlich schon zu einem Eklat.
Die
Kirche ist auch nicht mehr das, was sie mal war!
Veröffentlicht
am 21.01.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Eine
Frage der Ehre
Zur
Fastnachtszeit empfingen die Ministerpräsidenten einiger Bundesländer in
ihren Räumen die Prinzenpaare vieler Städte und Gemeinden. So auch Roland
Koch, der ins Biebricher Schloss einlud und 240 Prinzenpaare
dessen Einladung gefolgt waren. Die Interessengemeinschaft
Mittelrheinischer Karneval lobte den Ministerpräsident überschwänglich
für sein Engagement, das er angeblich den Narren entgegenbrachte. Was
damit gemeint war, bleibt jedoch im Dunklen. Roland Koch
rief seinerseits die Narren auf, politische Vorträge intensiv zu
fördern, denn "die Fastnacht dürfte nicht unpolitisch werden".
Angesichts der umstrittenen Person Roland Koch und dem
schiefen Licht, in dem er und einige seiner Minister stehen, kann diese
Äußerung nur als unverschämtes selbstgefälliges Feixen bezeichnet
werden. Für Prinzenpaare und Vereinsfunktionäre ist es deshalb eine
Frage der Ehre, der Einladung zu folgen.
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Ehre,
wem Ehre gebührt
Wenn
Roland Koch die "Narren" zu politischen
Vorträgen animiert, dann meint er natürlich nicht, dass diese sich
kritisch mit Politikern und deren persönlicher Handschrift
auseinander setzen sollen, sondern er setzt bei so viel
persönlichem Zuspruch darauf, dass die Narren huldigen. Wäre es
anders, so hätten sich viele Prinzenpaare gefragt, ob es ihnen
selbst zur Ehre gereicht, der Einladung zu folgen. Sie erlagen
wahrscheinlich ihrer eigenen empfundenen Wichtigkeit, dem Ruf einer
derart umstrittenen Person zu folgen und sich damit in den Kreis der
politischen Sympathisanten einzureihen. Kein Wunder, dass der
Ministerpräsident sich auch in der heimischen Bütt´ Zuspruch
wünscht. Dass unsere Maintaler Tollitäten dem Ruf erneut folgten,
macht sie mir nicht sympathischer. Sie ehrten damit einen Mann, der
Ehre am wenigsten verdient. |
Vielleicht
folgen sie ja zukünftig der Aufforderung Kochs und thematisieren in der
Bütt die skandalöse Rechtsbeugung im Amt, die steuerliche Schonung von
Amts wegen, die zweifelhafte Entfernung von fähigen Steuerbeamten, die
Geißelung von Minderheiten, von Ausländern und Arbeitslosen. Es wäre
gut, immer wieder darauf hinzuweisen, wie Roland Koch und
seine Regierungsmischpoke ans Ruder kam und wie er sich im Amt hält.
Damit erzeugt man in den Sälen keine Stimmung, das ist aber auch nicht
der einzige Sinn der Fastnacht. Im Karneval benutzte man stets die Maske
des Narren, um den Herrschenden unverblümt die Wahrheit zu sagen. Man
darf nicht vergessen, dass solches zu bestimmten Zeiten sogar verboten
war. Schon deshalb sollte diese Freiheit genutzt werden und nicht, weil es
ein Herr Koch hintergründig empfiehlt.
Was
man selbst von Politik hält, kann man besonders eindrucksvoll
demonstrieren, wenn man derartigen Einladungen erst gar nicht folgt und
öffentlich bekennt, warum man sich so verhielt. Dass unsere Maintaler
Tollitäten hierzu keine Veranlassung sahen, spricht eine eigene Sprache.
Schon deshalb besuche ich übrigens seit einigen Jahren keine
Fastnachtssitzungen mehr, die absolut unpolitisch oder politisch
tendenziös sind.
Veröffentlicht
am 20.01.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Muss
es immer erst Tote geben?
Es
hat mal wieder einen Radfahrer erwischt! Am Samstag, dem 2. Januar 2010
wurde auf der Verbindungsstraße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ein
Radfahrer erfasst und verstarb an den Unfallfolgen. Der in den Unfall
verwickelte Autofahrer dürfte sein ganzes Leben lang unter diesem
Eindruck leiden. Wie auch immer der Unfall geschah, die Bischofsheimer
Straße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ist grundsätzlich für
Radfahrer gesperrt. Viele Radfahrer ignorieren das und bringen sich und
andere damit in Gefahr. Mitleid ist wohl nicht angebracht!
Unabhängig
vom aktuellen Fall kann festgestellt werden, dass nicht nur auf dieser
Strecke zahlreiche Radfahrer die Verkehrsregeln ignorieren. Sie fahren mit
Rädern, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, auf Straßen,
die für Radfahrer gesperrt sind, ignorieren Ampelanlagen, fahren nach
Anbruch der Dämmerung ohne Licht und rasen über Bürgersteige. Dabei
können sie sich in Maintal auch ganz sicher sein, denn kein Polizist und
keine Ordnungspolizei unternimmt gezielt etwas dagegen.
Möglicherweise
ändert sich das jetzt für einen kurzen Zeitraum, denn es muss immer erst
ein Mensch ums Leben kommen, damit ein Problem ernst genommen wird.
Maintaler
Parteien mit bekannter Fahrradnähe sprechen sich immer wieder für den
Ausbau des Maintaler Radwegenetzes aus. Hochstadt und Bischofsheim
verbindet aus gutem Grund ein exzellenter Radweg. Radfahrer mit bunten
Trikots und Rennrädern ignorieren das jedoch generell. Es ist nicht
cool, mit Rennrädern auf Radfahrwegen zu fahren. Zwischen Hochstadt und
Hohe Tanne kann man das gleiche beobachten. Sind Radfahrwege deshalb
unsinnige Investitionen? Natürlich nicht! Vielleicht müsste man deren
Nutzung zwingend vorschreiben und die Einhaltung der
Straßenverkehrsordnung stärker kontrollieren. Man könnte ja auch an die
Vernunft appellieren - aber welcher Radfahrer hat das schon?
Veröffentlicht
am 03.01.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Vielseitige
HMV-Talente werben für das Sitzungsprogramm
Auch
wenn im Artikel des Maintal TAGESANZEIGER vom 2. Januar 2010 nicht
direkt davon die Rede ist, so dürfte klar sein, dass man während der
Karnevalszeit die beiden Ausnahmetalente Pia Jost und Silvia
Koffler der Hochstädter Humoristen nur live erleben kann,
wenn man eine der drei bevorstehenden Fastnachtssitzungen des HMV
besucht. So wird es wieder ein interessanter Augenblick sein, wenn
sie auf der Bühne präsentieren, was sie sich für dieses Programm haben
einfallen lassen. Wer das verpasst, hat erst wieder während der Programme
des lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS die Freude, die beiden live zu
erleben. Dort prägen sie mit ihren Auftritten ebenfalls das Programm in
ganz hervorragender Weise.
Ihr
besonderes Talent besteht darin, dass sie keine Rollen spielen,
sondern wirkliche Typen verkörpern - ohne Wenn und Aber. Wenn der zu
verkörpernde Typ "steht", wachsen um sie herum automatisch Text
und Handlung. Das gibt ihren Auftritten das Besondere. Es spricht für
ihre Bescheidenheit, dass sie im Interview zum nachstehenden Artikel nicht
mit diesen Pfunden wuchern. Für sie ist das scheinbar
selbstverständlich, weil sie halt eben so sind. Gerade beim Kabarett sind
diese Fähigkeiten gefragt, weil dort die kleinste Irritation bereits zum
Misslingen von Programmpunkten führen kann. So sind ihre Auftritte
während der Fastnachtssitzungen - wie für die restlichen Mitglieder des
Ensembles - pikante Sahnehäubchen, die den Fastnachtsprogrammen das
Besondere verleihen. Sie stellen fast komplett die Crew der Vortragenden
und der Verein weiß das zu schätzen. Dennoch kennen sie keine
Starallüren und nehmen für sich keine Rechte in Anspruch, die
teamkritisch wären. Damit gehören sie zum Tafelsilber der Humoristen.
Wer
also neben dem üblichen Standard-Menü zur Karnevalszeit auch das Dessert
genießen will, sollte noch eine der wenigen Restkarten für den 30.
Januar und den 5. Februar in der Vorverkaufsstelle Lotto/Toto Cercas in
der Bischofsheimer Straße in Hochstadt ergattern. Mein Tipp: Es
lohnt sich!


Veröffentlicht
am 02.01.2010 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Fotos: Kalle
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Rückblick
und Blick nach vorn
Es
gibt Jahre, die einem in vorwiegend schlechter Erinnerung bleiben. Das
Jahr 2009 ist so ein Jahr, auch wenn es einige positiv empfundene
Ereignisse gab. Unser Lokalblatt beleuchtete alljährlich nochmals das
Wesentliche und die Fraktionsvorsitzenden sowie der Bürgermeister
verkünden ihre Sicht der Dinge. Natürlich gäbe es dazu einiges zu
sagen, doch zu diesem Jahreswechsel verkneife ich mir das. Die ureigenen Highlights und Tiefpunkte,
die uns Bürger persönlich betreffen, gehen tiefer, auch wenn davon die
Öffentlichkeit nichts erfährt. Alles zusammengenommen ergibt sich ein eher düsteres Bild, das sich auch im Jahr 2010 nicht wesentlich
erhellen wird.
Ich
möchte mit den Dingen beginnen, die ich persönlich positiv empfand und
dann erst so langsam zum Unangenehmen übergehen.
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Ich
blieb von schweren Krankheiten verschont und finde immer noch
genügend Motivation, mein Leben zufriedenstellend zu meistern. |
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Das
Kabarett MIKROKOSMOS lieferte auch in diesem Jahr vier respektable
Veranstaltungen ab und festigte seinen Platz im kulturellen Programm
Maintals. Daraus schöpfe ich Kraft und Freude. |
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Im
Mai und Juli fanden erfolgreich vor jeweils ausverkauftem Haus meine
Graukopf-Lesungen statt, an der auch Jacqueline Wastensteiner
teilnahm. Das ermutigte mich zu weiteren Satire-Lesungen, die kommen
werden. |
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Sämtliche
Ausgaben der Seniorenzeitungen 60 AUFWÄRTS fanden großen Anklang
und die Zeitung entwickelte sich prächtig. Das ehrenamtliche
Engagement hat sich gelohnt. |
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Karla
Köllner bekam das Bundesverdienstkreuz, womit ihre politischen und
sozialen Leistungen gewürdigt wurden. Ich habe mich für sie sehr
gefreut. |
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In
meinem direkten persönlichen Umfeld bin ich von Menschen umgeben,
mit denen ich sehr gut harmoniere und auf die ich mich verlassen
kann. Der Kreis ist klein aber fein. Das gibt Kraft und Zuversicht. |
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Die
Kunstfigur Horst Schlämmer wurde zur besten Politikerpersiflage
2009 und das bewies, dass man mit Humor und Satire schlimme
Zustände erträglich formulieren kann.. |
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Die
Straßenbeitragssatzung wurde nach heftigen Protesten der
Bürgerschaft wieder abgeschafft. Erfolglos wurde die Erhöhung der
Grundsteuer thematisiert. Das benötigte Geld wird aber wegen der
maroden Straßen benötigt. |
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Das
Gelände des ehemaligen Bischofsheimer Rathauses wird gedrittelt,
Europäisches Recht umgangen und das Thema mit anderen Projekten so
verwoben, dass es zumindest voran geht, wenn auch auf fragwürdige
Weise. |
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In
der zweiten Jahrshälfte stellte ich nach 7 Jahren meine intensive kommunale Berichterstattung ein, weil
die Qualität der Kommunalpolitik den Aufwand der Berichterstattung
nicht mehr rechtfertigte. Der Gewinn: Weniger Frust. |
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Erhard
Rohrbach wird wieder zum Bürgermeister gewählt, weil erneut keine
mehrheitsfähige Alternative zur Wahl stand. Noch nicht einmal die
linken Parteien konnten sich wirkungsvoll verständigen. Die Rathausführung
hat
sich dadurch allerdings zumindest nicht verschlechtert. |
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Die
Welt wurde von einer Finanz- und Wirtschaftskrise erfasst. In der Finanzkrise
wurde in erster Line den Banken geholfen, welche die Krise erzeugten.
Infolge der Wirtschaftskrise lief eine
Verschuldungsmaschinerie an, deren Profite ebenfalls in die falschen
Taschen fließen, während die Lasten den Bürgern aufgebürdet
werden. |
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Hessen
erlebte mit der politischen Demontage und dem inszenierten Sturz von
Andrea Ypsilanti, die ein Korrektiv zur verfehlten SPD-Politik
darstellte, das Scheitern der Erneuerung und den bundesweiten Fall
der SPD. Hessen
bekam dadurch eine Regierung, die das Wahlergebnis völlig
auf den Kopf stellt. |
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In
Berlin regiert eine schwarz/gelbe Koalition mit teilweise
fragwürdigen Ministern. Es ist zwar gut, dass die große Koalition
beendet ist. Ein derartiges Fiasko, wie in den den ersten 100 Tagen,
lässt für die Zukunft jedoch Schlimmes befürchten. |
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Mit
der Schweinegrippe stopft sich die Pharmaindustrie die Taschen mit
Steuergeldern voll,
nachdem völlig überzogen Ängste geschürt wurden. |
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Die
politischen Konstellationen in Maintal entsprechen absolut nicht
mehr meinen Vorstellungen, denn deren Protagonisten agieren völlig an den
Bedürfnissen der Bürger vorbei. Ihr Vorgehen ist nur wegen des
mangelnden politischen Interesses der Bürger möglich. |
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Die
Maintaler SPD folgt dem Landes- und Bundestrend und verliert
kräftig Federn. Bar jeder Erneuerungskraft ist bisher auch keine
Besserung in Sicht. |
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FDP
und Grüne sind derzeit die größten Gewinner der Politikverdrossenheit und
legten prozentual zu, was nicht unbedingt vom Sachverstand der
wenigen
Wähler zeugt, die überhaupt noch zur Wahl gingen. |
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Die
Lokale Agenda wird inoffiziell zu Grabe getragen und ein angeblich neuer
Stadtleitbildprozess auf dem
Fundament der jahrelang nicht umgesetzten Ideen mit genau den Strukturen ins Leben gerufen, die die
Lokale Agenda benötigt hätte. Noch steht nicht fest, wie
erfolgreich der neue Prozess sein wird, weil Politiker darüber
entscheiden, was aus den
Ergebnissen wird. |
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Meine
private Situation ist infolge gesundheitlicher Probleme und
unnatürlichen Betreuungsstresses äußerst angespannt und zwingt
mich, etliche ausgleichende Aktivitäten zu reduzieren, die mir bisher gefielen. |
Natürlich
stellt die Aufzählung keine Rangfolge dar. Dafür sind die Problemfelder
viel zu verschieden. In der Magengrube grummelt es bei mir jedoch noch zu
vielen anderen Themen.
-
So stört mich gewaltig die Passivität vieler
Bürger, wenn es um Politik und Sicherheit geht, wie zum Beispiel
bei den Themen Soziale Gerechtigkeit oder Strahlenbelastung in
Wohngebieten.
-
Auch missfällt mir, dass einige Maintaler Investoren
permanent begünstigt oder bevorteilt werden ohne Gegenleistungen zu
erbringen, die den städtischen Finanzen dienlich sind.
-
Ich verstehe auf
Landesebene nicht, dass man fähige Steuerbeamte, die prominente Steuerbetrüger am
Haken hatten, für nicht
zurechnungsfähig erklären ließ. Das und andere Details im Hessischen
Finanzministerium deutet auf fragwürdige Strukturen in Ämtern und
personelle Fehlbesetzungen hin.
-
Ich
verspüre in Summe eine gewisse Ohnmacht gegenüber
politischer Willkür.
Zum
Jahreswechsel sehe ich keinen einzigen Lichtblick, der mich beflügeln
könnte. Die Politikerverdrossenheit sitzt bei mir tiefer als je zuvor. Im
privaten Bereich zeichnet sich ebenfalls nicht ab, die sich meine
stressige Situation wirklich verbessert. Somit erscheint vieles leider
sehr trostlos.
Die positiven Dinge des letzten Jahres
werde ich weiter pflegen, um daraus Kraft zu schöpfen. Mich
hält nur die bisherige Erkenntnis in Schwung, dass auf sieben magere
sieben fette Jahre folgen. Ich will hoffen, dass ich das noch erlebe.
Ich
wünsche allen meinen Lesern ein erfolgreiches Jahr 2010.
Veröffentlicht
am 31.12.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Berichterstattung
eingestellt




Roland
Koch wieder im Sattel

Stadtleitbildprozess
löst
Lokale Agenda ab
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Neues
von "Trompeter L."
Weihnachten
in Hochstadt und die lautesten Misstöne kommen aus der Kirche. Das ist
ein wahrhaft interessanter Augenblick, zu dem sich die
Frankfurter Rundschau erneut über die Disharmonien in
der Evangelischen Kirchengemeinde Hochstadt äußert. Noch immer schwelt
der Konflikt zwischen Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich und
der Kirchengemeinde sowie Pfarrer Uwe Rau. Der Hochstädter
Posaunenchor ließ sich sogar für die Interessen von Hermann
Langheinrich instrumentalisieren und sagte die Teilnahme an der
Christmette an Heiligabend ab. Das dürfte der vorerst absonderlichste
Höhepunkt der Konfrontation sein. Die Angelegenheit hat jedoch weitaus
dunklere Facetten als die, mit der die Frankfurter Rundschau
aufwartet.
Die
subversiven Umtriebe des Pfarrers im Ruhestand werden bisher in der
Öffentlichkeit nur an der Affäre um den ehemaligen Hausmeister des
Gemeindezentrums festgemacht, die das Fass erst zum Überlaufen brachte.
Nach Aussagen höchstengagierter Mitglieder der Gemeinde und anderer
Insiderquellen bauten sich die Disharmonien zwischen dem alten und dem
neuen Pfarrer schon längere Zeit auf, weil die versuchte Einflussnahme
auf Abläufe der Gottesdienste und anderer Bereiche sehr stringent waren.
Selbst das Gemeindebüro wurde weit über das verträgliche Maß hinaus
weiterhin in
Anspruch genommen. Als die offene Konfrontation ausbrach, initiierte Hermann
Langheinrich mit einigen Getreuen eine Satzungsänderung des
Posaunenchores, um der Entlassung als Chorleiter durch den Kirchenvorstand
entgegen zu treten*. Diese Satzungsänderung ist bis heute äußerst
strittig und spaltete zudem die Gemeinde. Der traurige Höhepunkt ist die
Absage der Teilnahme des Posaunenchors an der Christmette und die
Ankündigung des Rücktritts des inzwischen vom Posaunenchor ernannten
Chorleiters im Jahr 2010.
Mit
dem gegen sich selbst eingeleiteten Disziplinarverfahren erhoffte sich Hermann
Langheinrich eine Stützung seiner strittigen Handlungsweisen
seitens der Kirchenaufsicht.
Inzwischen wiegen aber die Behinderungen gegenüber dem amtierenden
Pfarrer
wesentlich schwerer und er muss womöglich mit Folgen rechnen. Inwieweit
auch Vorgänge um die Hochstädter Kirchenkonzerte eine Rolle spielen, die
Hermann Langheinrich aktiv hintertrieben haben soll, ist
noch unklar. Bei vielen Gemeindemitgliedern ist seine über viele Jahre
gewachsene Autorität erheblich gesunken und teilweise restlos
aufgebraucht, weil man von einem Kirchenmann andere Verhaltensweisen
erwartet.
Das
Kabarett MIKROKOSMOS, das alljährlich Veranstaltung im Ev. Gemeindezentrum Hochstadt aufführt, brachte die wahre
Ursache des Konflikts mit dem Sketch "Trompeter L." auf
den Punkt. Es geht nach Meinung der Kabarettisten ausschließlich um
Autorität und um das Nicht-loslassen-können, um verletzten Stolz und um
Macht.
Für
viele Menschen, die in ihrem Berufsleben viel geleistet haben, ist der
Übergang in den Ruhestand und die Wiedereingliederung in das Heer der
ganz normalen Menschen schwierig. Dass es aber einem ehemaligen
Seelsorger, der von Berufs wegen verständnisvoll, einfühlsam und
ausgleichend sein sollte, genauso geht, ist schon eine auffällige
Besonderheit, die heftig diskutiert wird.
*Nachtrag
vom 31.12.2009
In
einem Brief des Vorstands des Evangelischen Posaunenchors Hochstadt
vom 31.12.2009 erfolgte folgende Stellungnahme (Auszug):
|
"Der
Posaunenchorvorstand hat im März diesen Jahres dem Kirchenvorstand die
Ergebnisse unserer Jahreshauptversammlung berichtet. Dabei wurde dem
Kirchen- vorstand selbstverständlich angeboten, dass der Posaunenchor wie
immer an allen hohen kirchlichen Feiertagen in der Kirche spielen werde. Der
Posaunenchorvorstand hatte im März d.J. den bisherigen Leiter und
Gründer, Herrn Pfarrer Langheinrich erneut zum Chorleiter ernannt.
Der
Kirchenvorstand nahm unser Angebot dankend an, allerdings nur, wenn der
Chorleiter nicht Hermann Langheinrich heißt. Er heißt aber so und
deshalb konnten wir im ganzen Jahr 2009 nicht im Gottesdienst spielen.
Auch am Heiligen Abend nicht. Wir bedauern dies sehr. Wir
hätten gern am Heiligen Abend, am 1. Weihnachtsfeiertag und auch an
Silvester im Gottesdienst gespielt.
Die
von Ihnen angesprochene Satzungsänderung ist nicht durch Herrn
Langheinrich "und einige Getreuen" initiiert, sondern vom
Rechtsamt der Landeskirche angeregt worden. Sie stellt klar, dass
der Hochstädter Posaunenchor ein rechtlich selbständiger Verein
innerhalb der Ev. Kirchengemeinde ist und auch bleiben will."
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Es
folgen übliche Kritiken wegen Unausgewogenheit und die Aufforderung,
zukünftig mit dem Vorstand des Posaunenchors Kontakt aufzunehmen, damit
korrekt berichtet würde.
Interessant
ist, dass es nur um die eine rot markierte Textpassage ging und nicht um
die Kernaussage meines Artikels, obwohl der Posaunenchor das wichtigste
Bein ist, auf dem Pfarrer Langheinrich derzeit steht und ihm eine
gewichtige Position verschafft. Die Presse sprach sogar von der Spaltung
der Gemeinde.
Zum
Zeitpunkt der Kündigung als Chorleiter muss die rechtliche Handhabe
seitens des Kirchenvorstands wohl schlüssig und die Satzungsänderung des
Posaunenchors eine Folge zur Abwehr der Kündigung gewesen sein. Eine
andere Deutung gibt es nicht.
Ob
hier das Rechtsamt der Landeskirche eine gangbare Lösung
aufzeichnete, ist ohne Belang, weil das Rechtsamt nicht antragstellend
war, sondern der Posaunenchor selbst - dort wiederum spezielle
Protagonisten. Man kann vorgeschlagene Wege wählen, man muss es aber
nicht, wenn wichtige Gründe dagegen sprechen. Für diesen Sachverhalt
bedurfte es übrigens keiner zusätzlichen Recherche, wie vom Posaunenchorvorstand
moniert wurde.
Dem
Vorstand des Posaunenchors und dessen Mitgliedern muss klar gewesen sein,
dass die getroffene Entscheidung, die eher einer Art (Chor-)Korpsgeist folgt, zu
Konsequenzen führen musste, wenn sie den Beschluss des Kirchenvorstands
aushebelt. So werte ich die Rechtfertigung hinsichtlich der
Kirchenauftritte auch eher pharisäerhaft.
Wenn
der Posaunenchor ein Verein innerhalb der Kirchengemeinde ist und die
Kirchengemeinde kein Verein innerhalb des Posaunenchors, so haben doch
wohl die Entscheidungen des Kirchenvorstands Vorrang. So sehe ich das als
Gemeindemitglied.
Der
obige Artikel kommentierte außerdem lediglich den Artikel der Frankfurter
Rundschau und ergänzte ihn um eine Sicht, die sich aus den
andauernden Querelen ergibt. Sie muss nicht für jeden voll und ganz
akzeptabel sein, das räume ich gern ein.
Als
Gebot der Fairness veröffentliche ich die obige Stellungnahme des
Posaunenchors, kann jedoch nicht erkennen, dass dies zur Lösung des
eigentlichen Zielkonflikts beiträgt.
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Maintal
Kirchenmusik
mit Misstönen
Von
Jörg Andersson
Der
evangelische Posaunenchor Hochstadt zählt zu den größten der
Landeskirche Kurhessen- Waldeck und ist bis heute mit seinem
Initiator verbunden: Hermann Langheinrich hat ihn vor
42 Jahren gegründet und schwingt weiter den Taktstock. Doch
zwischen dem Pfarrer im Ruhestand und der Kirche schwelt ein Streit,
und so wird die Christmette
am Heiligabend erstmals ohne Posaunenchor zelebriert.
Langheinrich,
der 45 Jahre als Seelsorger in Maintal wirkte und von Landeskirche
und Stadt für seine Verdienste geehrt wurde, hatte bereits im
Februar - aus für ihn nicht einsichtigen Gründen - vom
Kirchenvorstand die Kündigung als Chorleiter erhalten. Hinter
der Demission stecken Vorfälle um einen noch von Langheinrich
eingestellten Küster. Diesem wurde im August 2008 ein
Auflösungsvertrag nahegelegt, nachdem bekannt worden war, dass er
mehrere Frauen sexuell belästigt haben soll. Für den
Kirchenvorstand und Pfarrer Uwe Rau "sehr
eindeutige Fälle".
Langheinrich
hingegen "sah die Vorwürfe als zu hoch angesetzt". Vier
Anzeigen seien anonym gewesen, ein Strafverfahren gegen den Küster
sei gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. Das
Verhältnis zwischen Kirchenvorstand und Langheinrich, der dem
Ex-Küster zur Seite stand, ist seither zerrüttet. Denn es heißt,
Langheinrich habe eine Zeugin beeinflusst, die Vorwürfe der
sexuellen Übergriffe zu entkräften.
Im
Juli 2010 will Langheinrich zurücktreten
Über
das unangenehme Küster-Kapitel würde vermutlich längst
geschwiegen, wäre nicht der Posaunenchor, den Langheinrich weiter
führt, nachdem über eine Satzungsänderung
die Chorleitung ohne
Mitspracherecht des Kirchenvorstandes geregelt wurde.
Trotz
Kündigung und nun ohne Aufwandsentschädigung der Kirche widmet
sich Langheinrich fleißig der Jugendlichen-Ausbildung. Einen
Nachfolger zu finden, sei schwer, sagt der 71-Jährige und kündigt
nun an, das Amt nach der Kerb im Juli 2010 niederlegen zu wollen.
Im
evangelisch geprägten Hochstadt mit 2400 Gemeindemitgliedern war es
trotz der verfahrenen Situation zuletzt auch deshalb ruhig, weil der
Kirchenvorstand "maßgeblich zur Deeskalation beigetragen
hat", wie das Landeskirchenamt betont.
De
facto hat Langheinrich Hausverbot in seiner Kirche
Unter
anderem duldete dieser weitere Auftritte Langheinrichs in der
Kirche, obgleich de facto ein Hausverbot gilt. Pfarrer Karl
Waldeck stellte nun klar, dass man die Auseinandersetzung
zügig beilegen wolle und jetzt auch juristische Schritte erwäge.
Denn bedauerlicherweise habe Langheinrich einen Vergleich abgelehnt,
bei dem ihm angeboten worden sei, noch bis Ende Dezember Chorleiter
zu bleiben, sofern der Kirchenvorstand bei der Neubesetzung wieder
zu hören sei.
"Ich
will wissen, was man mir vorwirft", sagt Langheinrich,
der selbst das Disziplinarverfahren beantragt hatte. Kirchenamtssprecher
Waldeck deutet jetzt auf § 26 des Pfarrerdienstgesetzes, wonach zu
vermeiden sei, was den Dienst des Nachfolgers erschwert.
Andernfalls drohe auch Pfarrern im Ruhestand ein Verweis oder gar
härtere Sanktionen.
Posaunenchor
und Kirchengemeinde belaste das Thema, sagt Hochstadts Pfarrer Rau
(46). Zu Weihnachten gebe es "Sehnsucht nach Frieden und
Klarheit".
FR
21.12.2009
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Veröffentlicht
am 22.12.2009 und ergänzt am 31.12.2009
© Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Fiktives
Interview
zum Spannungsverhältnis
innerhalb der
Evangelischen
Kirchengemeinde Hochstadt
und dem Pfarrer i.R.
Hermann Langheinrich
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Programmpunkt
der
Kabarett-Gruppe MIKROKOSMOS
aus
dem Programm 2009 |
"Trompeter
L."
Journalistin
Guten
Tag Herr Trompeter, vielen Dank, dass Sie sich nun doch die Zeit nehmen,
dazu Stellung zu nehmen, warum Sie jetzt nur noch in der zweiten Reihe
trompeten sollen. Unsere Leser interessiert natürlich, was sie dazu
herauszuposaunen haben, wie man so schön sagt.
Trompeter
L.
Bei
dem Thema kenne ich keinen Spaß!
Sehen
Sie, seit vielen Jahren bin ich hier der erste Trompeter und habe vielen
jungen Leuten erst die Flöten- und dann die Trompetentöne beigebracht.
Dabei hielt ich mich stets an die Noten und ließ niemals Misstöne zu.
Harmonie ist nämlich alles!
Apropos
Harmonie...
Die
jungen Leute hören aufs Wort und folgen mir inzwischen - egal wohin - durch
Dick und Dünn!
Nun
habe ich ein einziges Mal abseits meines ruheständlerischen Trompeterlebens
ein Thema eigenwillig interpretiert und es wurde prompt von Moralisten als
falsches Spiel empfunden. Dabei braucht doch ein vielseitiger Virtuose wie
ich die Freiheit der Interpretation.
Journalistin
Wie
gewagt war denn ihre Interpretation?
Sie lösten ja eine gewaltige Unruhe
aus und nicht Wenige meinten, Sie seien weit übers Ziel hinausgeschossen.
Was sagen Sie denn zu den Vorwürfen?
Trompeter
L.
Das
hängt immer von der Sichtweise ab! Mein
Gott! -
Was gilt schon die spießige Meinung Einzelner?
Man muss die
Entrüsteten einfach von der Harmlosigkeit gewisser Flirttechniken
überzeugen und dabei natürlich seine ganze Autorität in die Waagschale
werfen....
Journalistin
Und
wenn diese Waagschale bereits voll ist?
Trompeter
L.
Ist
sie das schon?
Ich
ignoriere das zumindest und blase einfach in der ersten Reihe weiter.
Verstehen Sie?
Ich
bestimme ja auch, ob meine Mitbläser und Bläserinnen in rauchfreien
Räumen rauchen oder nicht.
Selbst
auswärtige Bläser hören auf mein Wort!
Wo
ich bin, ist das gefühlte Gesetz
und
die wirkliche Moral!
Wo
ich bin, spielt deshalb im doppelten Sinn die Musik!
Journalistin
Wie
würden Sie denn ihr Verhalten beschreiben?
Trompeter
L.
Meinen
sie jetzt, wie ich mich sehe oder wie mich andere sehen oder wie ich
möchte, dass man mich sieht?
Journalistin
Meinetwegen
alle drei Versionen, wenn sie wirklich voneinander abweichen sollten.
Trompeter
L.
Wie
heißt es so schön: "Am Anfang war die Erde wüst und leer..." So
auch in dieser Gemeinde.
Was
heute Trompeten und Posaunen, Basstuben, Flöten und Querflöten, Hörner
und was sonst noch alles spielt, habe ich getauft, konfirmiert und manche
sogar verheiratet. Das soll alles vergessen sein?
Guut
- ich möchte deshalb für mich nicht gleich das erste Gebot in Anspruch
nehmen, aber...
Journalistin
Meinen
Sie nicht, dass das etwas überzogen ist?
Trompeter
L.
Wer
zweifelt, klagt an!
Meine
Autorität ist mit kleinen Ausreißern unangefochten! Wer mich vertreiben
will, muss mich und meine wackeren Mitbläser regelrecht nieder blasen.
Journalistin
Und
wenn ein Teil der Menschen eher die leisen Töne bevorzugt?
Trompeter
L.
Denen
empfehle ich den Besuch der Kirche.
Dort
gehören die leisen Töne zum Ritual.
Meine
Leidenschaften waren schon immer Organisation, Finanzen, Vereinsarbeit, die Kerb,
Konzerte, Blasmusik und gelegentlich auch mal eine freie
Interpretation.
Da
sind leise Töne eher selten.
Nun
muss ich aber wieder zur Übungsstunde.
Sie
wollen doch nicht, dass auch noch mein Apfelwein warm wird.
Journalistin
Ich
bedanke mich für das Gespräch.
Wir
berichten dann in der Montagsausgabe.
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Maintaler
Senioren sind on-line
Am
Montag dem 14. Dezember knallten die Sektkorken, als die Homepage der
aktiven Maintaler Senioren im Internet feierlich gestartet wurde. Mit der
sehr ansprechend und übersichtlich gestalteten Homepage steht allen
Maintaler Senioren nun eine Informations- quelle zur Verfügung, die alle
Aktivitäten umfasst, welche vom SeniorenOffice betreut werden.
Vereinzelten sparwütigen Politikern, welche die Funktion des SeniorenOffice
infrage stellten und meinten, man könne sie problemlos auf Maintaler
Vereine übertragen, werden beim Studium der Vielfalt der Aktivitäten und
der Kernproblematik erkennen, welchen Stellenwert das SeniorenOffice
besitzt.
DAS
TEAM
|

stehend:
(v.l.n.r.) Eberhard Seipp, Hans-Joachim Bogasch, Werner Zahn
sitzend:
(v.l.n.r.) Gerhard Fink, Rainer Moselewski |
|
"Maintaler
Senioren sind aktiv
und
deshalb immer auf der Suche nach Betätigungsfeldern."
Das
ist die Botschaft der neuen Maintaler Homepage, die ausschließlich von
aktiven Senioren betrieben und gestaltet wird. Sie haben damit ein
Ehrenamt, eine Betätigung gefunden, die sie voll und ganz ausfüllt. Das
wünschen sich auch viele andere Senioren. Doch was kann man tun, wo soll
man suchen, wen kann man fragen? Man erinnert sich zwar, dass in der
Zeitung der vergangenen Woche ein Hinweis zu finden war. Aber diese
Zeitung ist in der Zwischenzeit schon in der Papiertonne gelandet.
Aufgrund
dieser Situation kamen einige Maintaler Senioren, die sich ehrenamtlich
beim Maintaler SeniorenOffice engagieren, auf die Idee, eine
Website zu entwickeln, die kompakt und tagesaktuell alle Aktivitäten und
Hilfsangebote des SeniorenOffice enthält. Es gab noch ein weiteres
Ziel: der Web-Auftritt soll individuell und persönlich sein, also nicht
nur die Aktivitäten spartanisch auflisten. Er soll "Aktiven"
die Möglichkeit bieten, Aktivitäten der einzelnen Gruppen selbst in Wort
und Bild zu beschreiben. Bebilderte Berichte von zurückliegenden
Veranstaltungen laden zum gemeinsamen Erinnern ein. Kurz: eine Web-Seite
von Senioren für Senioren.
Dieser
Aufgabe stellten sich Gerhard Fink, Werner Zahn, Rainer Moselewski,
Hans-Joachim Bogasch und Eberhard Seipp. Das Ziel
war gefunden und die Herkulesaufgabe konnte in Angriff genommen werden.
Die Internet-Arbeitsgruppe kreierte zunächst drei Layout-Vorschläge und
den Slogan des Web-Auftritts "Senioren in Maintal, …freiwillig
aktiv" sowie die Internetadresse, unter der die Seite im Web zu
erreichen ist. Damit sich die Internet-Seiten mit Leben füllen, einigte
man sich während der ersten gemeinsamen Diskussion im Kreis der Gruppen
auf eine sinnvolle Arbeitsteilung. Die Internet-Arbeitsgruppe ist für die
technische Umsetzung, Koordination und Pflege verantwortlich, die
einzelnen Senioren-Gruppen liefern die Inhalte. Die IT-Abteilung der Stadt
Maintal stellte die entsprechenden Ressourcen zum Betrieb des Web-Angebots
bereit.
In
der Internet-Arbeitsgruppe ist
-
Gerhard
Fink für das Konzept, das Webdesign und die technische
Realisierung verantwortlich.
-
Werner
Zahn koordiniert die Beiträge der Gruppen Städtetouren,
Seniorengymnastik Dörnigheim, Fröhliche Senioren, Heimatmuseum und
der Vogelschutzgruppe.
-
Rainer
Moselewski ist der Ansprechpartner für die
Fremdsprachencafés, den Tanztee, die Gruppe Jung & Alt sowie die
Hausaufgabenhilfe.
-
Hans-Joachim
Bogasch nahm sich der Gruppen Rad- und Wandertouren sowie der
Seniorengymnastik an und
-
Eberhard
Seipp hält den Kontakt zur Seniorenzeitung und dem
Kulturtreff.
Mit
großem Eifer wurden von den Seniorengruppen Inhalte geschaffen und die
Webseite war schon während der Entwicklungsphase für die Eingeweihten
zugänglich. Jeder, der Inhalte und Bilder abgeliefert hatte, konnte sich
direkt von der Internet-Umsetzung überzeugen. In einem interaktiven
Prozess wurde dann so lange geändert und gefeilt, bis alle zufrieden mit
"ihrem" Internet-Auftritt waren. Die Website wird zwar von
Beginn an nicht perfekt sein und alle Informationen enthalten, aber sie
wird wachsen und immer besser werden.
An
dieser Stelle muss der lobenswerte Einsatz aller Senioren hervorgehoben
werden, die dafür sorgten, dass ein attraktiver Webauftritt in einer in
diesem Metier "weltmeisterlichen" Zeit von nur ca. sechs Wochen
entstand. Ein ganz besonderes Lob verdient dabei das Team um Gerhard
Fink.
Es
gab natürlich auch kritische Stimmen, die meinten, das brauche man nicht
und "wer hat schon einen Internetanschluss". Aber der
Medienwandel beschleunigt sich und das Internet setzt sich auch bei
älteren Menschen immer stärker als Informationsmedium durch. In der
Gruppe der Menschen über 60 Jahre möchten inzwischen 30% nicht mehr auf
das Internet als tägliche Informationsquelle verzichten; Tendenz
steigend. Wenn Sie Zeit und Lust haben, dann schauen Sie einmal bei www.seniorenaktiv.maintal.de
vorbei und teilen der Redaktion Ihren Eindruck mit. Das Team wird die
Anregungen aufgreifen.
Veröffentlicht
am 19.12.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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www.seniorenaktiv.maintal.de
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Schreiben
versus Depression
Die
interessanten Augenblicke werden für mich immer seltener. Befasste
ich mich bis vor wenigen Wochen noch mit der Maintaler Kommunalpolitik, so
nehme ich sie heute nur noch am Rande wahr. In meinem Garten, der ein
zentraler Punkt meines Lebens war, war ich seit mehreren Wochen schon
nicht mehr. Pflege, Krankheiten und Verletzungen der Menschen innerhalb
meines engsten Umfeldes bestimmen mein Leben. Momentan lebe ich nur noch
im Heute und im Jetzt. Was mich noch einigermaßen zusammenhält, ist die
Vermutung, dass es vielen Menschen so oder so ähnlich geht und irgendwann
diese Phase des Lebens beendet ist. Man muss sich gegen die schleichend
daher kommende Depression wehren - so, wie es vielen Menschen abverlangt
wird.
Ein
Blick ins weitere Umfeld bringt zusätzliche unerfreuliche Eindrücke. Ja,
gibt es denn gar nichts mehr, was noch einigermaßen normal ist? Ehekrisen
und absonderliche Verhaltensweisen signalisieren, dass wieder einmal eine
Midlife-Krise im näheren Umfeld stattfindet, bei der Betroffene moralisch
und ethisch betreut werden müssen, während suchtähnliche
Verhaltensweisen die Situation immer mehr eskalieren lassen. Der Erfolg
des Beistandes hat jedoch nur eine extrem kurze Halbwertzeit. Während
sich auf der einen Seite Menschen bewusst oder unbewusst ausleben, leiden
andere Menschen und vergeuden ihre ganze Kraft, die sie eigentlich für
sich bräuchten. Eine solch kräftezehrende Person ist meine Mutter.
Kann
man mit dem Schreiben Depressionen verhindern?
Zur
Bewältigung meiner speziellen Situation habe ich das Schreiben als Ventil
für meine Empfindungen entdeckt. Die "Graukopf-Satiren"
und die "gereimten
Ungereimtheiten" auf meiner Homepage sind ein Teil dieser
Schriften. Hinzu kommen kleine Bücher, wie das neben stehende Buch
"Zuerst komme ICH", die bisher nur als unveröffentlichte
Dateien vorliegen. All diese Texte entstehen unmittelbar nach Erlebnissen,
die ich alleine verarbeiten musste, weil ich mich wie in einem
Teufelskreis fühle. Starke Emotionen führen bei meiner Frau zu schweren
Psoriasis-Schüben, die inzwischen fast vollständig ihren Körper
bedecken. Die Ursachen sind die vielen kleinen Dinge, die sie im
Zusammenhang mit der Pflege meiner hochbetagten Mutter mitbekommt. Wäre
ihr das gesamte Ausmaß dessen, was ich erleide, bekannt, wären die
Folgen gar nicht auszudenken. Sie scheidet als Gesprächspartner aus. Mir
bleibt nur die Möglichkeit, mich über Texte zu entlasten, damit ich
andere Menschen nicht zusätzlich belaste. Nach jedem dieser Texte ertrage
ich die mich umgebenden dunklen Wolken etwas besser und entrinne so
aufkommenden depressiven Zuständen.
Tabus
sind erdrückende Schneckenhäuser
Wir
Menschen ziehen uns gern in Schneckenhäuser zurück, weil wir glauben,
dort sicher zu sein. So befinden sich meine wirklich schwerwiegenden Texte
zusammen mit meinen Empfindungen auch in der hintersten Ecke meines
Schneckenhauses. Ich habe aber immer wieder das Bedürfnis, diesen Texten
ein wenig Tageslicht zu gönnen. Doch es halten mich Tabus unserer
Gesellschaft davon ab. Eines dieser Tabus ist, dass man familiäre
Angelegenheiten nicht nach außen trägt. So etwas macht man nicht!
Warum
eigentlich? Ist es nicht das Abweichen von der Norm, von den
gesellschaftlichen Spielregeln, was uns wirklich bewegt? Ist es uns
peinlich, das anderen Menschen anzuvertrauen? In den letzten Tagen und
Wochen ließ ich den Text von "Zuerst komme ICH" einigen
handverlesenen Personen zukommen. Einige suchten daraufhin zumindest das
Gespräch. Andere, denen ich sehr viel Zuwendung bei ihren eigenen
Problemen zukommen ließ, lasen es noch nicht einmal. Für die wenigen
kurzen Gespräche bin ich dankbar, auch wenn mich das Schweigen und
das Desinteresse der restlichen Personen mehr beschäftigt. Es hängt wohl
mit dem Tabubruch zusammen, den ich damit begehe.
Ein
egomainsches Protokoll und seine weitere Zukunft
Das
kleine Buch "Zuerst komme ICH" protokolliert einen kompletten
Betreuungs-Tagesablauf und bettet ihn in kurze Gedichte und Verse ein, die
alle aufkommenden Empfindungen beim Lesen auf das Wesentliche lenken. So
vermittelt das kleine Buch - wenn man es an einem Stück liest - einen
Eindruck vom tagtäglich wiederkehrenden Ablauf und von den sich dabei
aufbauenden Spannungen. Wäre bei meiner Mutter Demenz gegeben, würde
dieses kleine Buch nicht existieren. Es ist die vollbewusste
Handlungsweise einer Person, die sich über ihr ganzes Leben hinweg als
Mittelpunkt verstand und für die alle Menschen mehr oder weniger zu ihrem
Personal gehören. Wer irgend etwas von ihr annimmt, hat bereits verloren.
Da ich bewusst absolut nichts annehme, kann ich mich meiner Versklavung
entziehen. Das zieht deswegen natürlich ihre Wut und ihren Zorn auf
mich.
Es
ist jetzt eine Frage des bekundeten Interesses meiner Leser, welche
Zukunft das kleine Buch haben wird. Vielleicht lasse ich es in einer
begrenzten Auflage drucken. Im Internet ist es unter diesem
Link bereits zu finden.
Veröffentlicht
am 15.12.2009, geändert am 25.12.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Stadtleitbildprozess
braucht unbedingt ein Logo
Selten
hat ein Projekt die Maintaler Stadtverwaltung so intensiv beansprucht, wie
der Aufguss der Lokalen Agenda 21, der jetzt unter dem Begriff
"Stadtleitbildprozess" verkauft wird. Wochenlang wird
schon darüber in der örtlichen Presse ausführlich berichtet, ohne dass
etwas nennenswert Neues dabei zu lesen ist. Als besonders interessanter
Augenblick wird nun die Ausschreibung eines Wettbewerbs gefeiert, um ein
Logo für den Prozess zu finden. Ohne ein Logo geht nämlich in Maintal
gar nichts. Man hat dafür sogar eine spezielle Arbeitsgruppe im Rathaus
gebildet und hielt die Auszubildenden für das adäquate Gremium. Nun
können die Bürger endlich ihren Ideen freien Lauf lassen. Die Sache ist
in guten Händen.
Das
Logo soll den Prozess des Stadtleitbildes in künstlerisch gestalteter
Form widerspiegeln und eine Verbindung zum Logo "Maintal Stadt Land
Fluss" aufweisen. Angesprochen sind alle Bürger, frei schaffende
Künstler, Kindertagesstätten und Schulen. Als Einsendeschluss wird
voraussichtlich der 15. Januar 2010 gelten. Näheres gibt die
Stadtverwaltung noch bekannt. An die Spitze der Kampagne stellte sich
Bürgermeister Erhard Rohrbach, der sich nach eigenen
Angaben bereits riesig auf die Einsendungen freut, auch wenn die Auswahl
wieder viele Stunden seiner kostbaren Zeit verschlingen wird.
Als
Anregung entwarf ich vorab schon mal ein Logo, das eigentlich alle
Kriterien der Ausschreibung erfüllt. Der neben stehende Entwurf
"Alter Wein" zeigt den Prozess beziehungsweise das fertige
Ergebnis des Stadtleitbildes: die umgefüllten Ideen von 1998-2001, welche
mit neuen Aspekten verschnitten wurden und somit den neuen Jahrgang 2009
repräsentieren. Während es sich beim alten Jahrgang eher um eine
natürlich getrocknete Flaschengärung handelte, soll der neue Verschnitt
spritzig und kurios im Abgang sein. Auch am Flaschendrehverschluss erkennt
man, wie sicher zumindest der Verschluss des Inhalts ist. Das garantiert
eine gute jahrelange Lagerung bis zur Spitzeneife.
Nun
kann man wirklich gespannt sein, welch tolle Ideen noch im Rathaus
eintrudeln, damit endlich mal die Protokolle und die Ergebnisse
veröffentlicht werden können. Das fehlende Logo gilt inzwischen als
Ausrede dafür, dass noch nicht einmal im Maintal Forum etwas offiziell
darüber zu lesen ist.
Veröffentlicht
am 28.11.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Entwurf
"Alter Wein ®"
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Die
Auswirkungen der Bundespolitik kommen in den
Gemeinden an
Während
der Stadtverordnetenversammlung vom 16. November 2009 brachte
Bürgermeister und Kämmerer Erhard Rohrbach den Maintaler
Haushalt 2010 ein. Dieser schließt erstmals mit einem Rekorddefizit von
8,6 Millionen € ab. Kurz zuvor hatte er seine Ernennungsurkunde für die
nächsten sechs Amtsjahre erhalten. Angesichts der Aussichten für Maintal
kam nur verhaltener Applaus auf. Einen ersten Vorgeschmack bekamen die
Anwesenden durch die Ankündigung, dass sich die Grundsteuer um 70
Prozentpunkte von 350 auf 420% erhöht. Das trifft die Nutzer von
Wohneigentum und deren Mieter. Die Vermieter - also die kommerziellen
Nutzer - bleiben außen vor. Ein erstes Zeichen ungerechter
Lastenverteilung und die Retourkutsche für die erzwungene Rücknahme der
Straßenbeitragssatzung ist also bereits gegeben.
Zunächst
beraten die Gremien und dann die Fraktionen über den Haushalt 2010. Auf
der Haben-Seite bleibt nicht mehr viel übrig, denn knapp die Hälfte des
Haushalts muss als Kreis- und Schulumlage an den Main-Kinzig-Kreis
abgeführt werden, der sich zudem aus der Verantwortung für soziale
Einrichtungen zurückzog. Dem MKK steht das Wasser genauso am Hals, wie
der Hessischen Landesregierung, denn die Politik, die in Berlin
"gemacht" wird, schlägt voll durch. In der neuen Konstellation
wird sich das noch gravierender entwickeln, denn man muss sich das
Kabinett nur ansehen. Auf der Einnahmenseite agiert ein
Wirtschaftsminister, der wohl von nur wenigen Bundesbürgern ernst
genommen wird. Die Finanzen verwaltet ein bissiger Schwabe, der
möglicherweise lediglich die Aufgabe hat, den Koalitionsvertrag mit
Sachargumenten auszuhebeln. Der Aufstand der Regierungschefs der etwas
reicheren (bzw. weniger verschuldeten) Länder ist im Bundesrat
vorprogrammiert. Politik wird so zum Tollhaus, in dem sich die Lobbyisten
tummeln.
Auf
allen Ebenen der Finanznot fehlt der Mut, sich das Geld dort zu holen, wo
es im Überfluss vorhanden ist. So gibt man immer neue Forderungen
kaskadenartig nach unten weiter - dorthin, wo die Auswirkungen am
gravierendsten sind. Doch es regt sich bereits Widerstand in den Gemeinden
und der Städte- und Gemeindebund nimmt sich zunehmend des Themas an. Aber
auch in den Gemeinden selbst ist Mut zum Widerstand gefragt. Es wird Zeit,
dass sich die Gemeinden den Landkreisen verweigern, diese den
Landesregierungen und diese sollten sich wiederum dem Bund widersetzen.
Der Widerstand muss bei den Berliner Herrenreitern und den
klientelpolitisch tätigen Parteien ankommen. Es kann nicht mehr
hingenommen werden, dass von Berlin aus Dinge versprochen und beschlossen
werden, die letztendlich in den Gemeinden mit leeren Händen umgesetzt
werden sollen. Abgesehen davon, dass eine derartige Politik
realitätsfremd ist, stellt sie auch eine Gefahr für die parlamentarische
Demokratie dar.
Wir
Deutschen neigen zu radikalen Kehrtwenden. Zuletzt bewiesen das im Jahr
1989 17 Millionen unserer Landsleute. Die derzeitig Regierenden laufen
Gefahr, nicht länger "verstanden" zu werden und sorgen für
eine Stimmung des Widerstands und der Verweigerung. Kleine Steuergeschenke
werden nicht ausreichen, um den fortschreitenden Staatsbankrott zu
kaschieren. So hoffnungslos, wie sich die finanzielle Lage der Kommunen in
Maintal darstellt, ist sie im ganzen Land. Gemeinden werden zunehmend
zahlungs- und handlungsunfähig werden. Noch wird die Last bei denjenigen
abgeladen, deren Leistung sich angeblich lohnen soll, aber nicht mehr
lange. Die derzeitige Politik wird generell und zunehmend zum Grundübel
unseres Landes und läuft Gefahr, hinweggefegt zu werden!
Ob
viele Wähler merken, was sie langfristig angerichtet haben?
Veröffentlicht
am 17.11.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Narren
sind nur mit Humor zu ertragen
Seit
dem 11.11. sind wieder die offiziellen Narren unterwegs und verbreiten
notorisch ihren Frohsinn unter dem Rest der Nation. Es regnet erneut
Vliese und Orden und "verdiente Narren" werden zu Rittern
geschlagen. Tollitäten der letzten Kampagne treten ab und neue
Prinzenpaare werden inthronisiert. Dazu wird getanzt, getrunken und
allerlei Gesprochenem und Gesungenem zugehört, das eigentlich dem
Schwachsinn bedenklich nahe kommt. Es ist halt die Zeit der Karnevalisten
und der Narren. Hier kommen sich auch Menschen näher, die sich ansonsten
aus dem Weg gehen.
Glauben
Sie mir, ich weiß, wovon ich rede, denn ich war über zwei Jahrzehnte
Teil dieses Frohsinns und habe den Quatsch äußerst aktiv mitgestaltet.
Es war halt ein Teil meiner Vereinsaktivitäten und es war für mich eine
Selbstverständlichkeit, diesen Teil des Vereinsgeschehens mit zu
begleiten. Im Herzen war ich jedoch immer ein Humorist und ertrug die
Karnevalisten so gut es ging. Über zwei Jahre war ich sogar als
Sitzungspräsident äußerst erfolgreich und habe während dieser Zeit
neue Weichen gestellt. Es ist mir jedoch nicht gelungen, die
Fastnachtssitzungen in humoristische Veranstaltungen mit
durchgängigem Niveau umzuwandeln. Dafür waren die notorischen
Karnevalisten einfach zu stark und der Wille, traditionelle
Fastnachtssitzungen abzuhalten, zu groß. Auch das muss man mit Humor
ertragen!
Dabei
ist echter Karneval eine Sache, die einen handfesten Hintergrund hat. In
der Zeit Napoleons, in der die Franzosen das Rheinland besetzt hatten,
waren die Fastnachtssitzungen mit ihren Elferräten, Garden und
Tollitäten ein provokantes Abbild der politischen Gegebenheiten. Die
Büttenredner trugen - Parlamentariern gleich - Missstände und
Forderungen an die Obrigkeit vor und persiflierten des Volkes Stimme, ohne
dafür belangt zu werden. Sie schlüpften in die Rolle des Narren, der
straffrei ausging. Politische Vorträge sind heute eher eine
Seltenheit und im Kölner Raum ist die musikalisch dominierte
Fastnacht etabliert. In unseren Breitengraden neigt man ebenfalls eher zur
leichten Kost, weil man die Obrigkeit nicht mehr fürchtet. Heute steigen
sogar Politiker in die Bütt und stellen die Tradition vollends auf den
Kopf.
Die
Markenzeichen der waschechten Karnevalisten sind hierzulande überall die
gleichen. Sie "stehen" auf klassischen Nonsensvorträgen, geleierten
gereimten Plattitüden, gesammelten Witzvorträgen, einfältigen Liedchen
zu bekannten Melodien und Tanzorgien verschiedenster Jahrgangsgruppen.
Die Ausstattung muss vielfach den Mangel an wirklicher Originalität und
Klasse kompensieren. Dementsprechend ist bereits der Rahmen aufgemotzt. "Mehr scheinen als sein" ist die Devise und so
mancher Karnevalist erhebt sich selbst während der Kampagne in den
Adelsstand, um endlich mal eine wichtige Rolle zu spielen. Das alles
verfolgen wirkliche Humoristen mit einem lachenden und einem weinenden
Auge.
Im
Grund genommen will man den Menschen nur noch Freude bringen und
Gesellschaftsvereine mit Substanz sollten das eigentlich aus eigener Kraft
können. Peinlich wird es, wenn sich zu den eigenen Beiträgen auswärtige
Leistungen hinzugesellen, die sich kaum von der Qualität eigener
Darbietungen unterscheiden. Die Eintrittspreise runden das Missverhältnis
zwischen Anspruch und Wirklichkeit ab. Dennoch werden diese
Veranstaltungen gut besucht und man feiert sich als Besucher dabei
selbst. Die Vereine liefern nur noch den passenden geselligen
Rahmen.
Eine
wichtige Rolle spielt die Presse, die nach dem Motto "jedem wohl und
niemandem weh" berichtet. Sie hält den Quervergleich zwischen den
Anbietern in der Schwebe, damit sich alle Narren freuen dürfen. Ein Narr
ist, wer dabei seine Leistung in der Presse im rechten Licht sieht. Die
Leute von der Presse haben dafür ihre eigenen Sprache und sind froh, wenn
die Kampagne wieder herum ist, denn sie lieben Karneval so wie
Weihnachtsfeiern und Nikoläuse. Nur die Narren merken das nicht, denn
für sie ist Karneval die wichtigste Sache der Welt. So klein kann eine
Welt sein!
Der
gesamte Rest an Humor geht bei mir drauf, wenn ich so manche Karnevalisten
in ihrer demonstrierten Wichtigkeit beobachte. Im Privatleben ist mancher
ein echter Kotzbrocken, zur Karnevalszeit aber ein ausgelassener Mensch,
der mit allen Mitmenschen gut können will. Die eigene kampagnenbedingte
Wichtigkeit wird mitunter zu allerlei zwischenmenschlichen Neigungen
genutzt. Unter Prinzenpaaren ist die Trennungsrate auffallend hoch und in
Folgejahren sind sie oft erneut Tollitäten - nur in anderer Besetzung.
Moral scheint unter Karnevalisten keinen hohen Stellenwert zu haben. Es findet
halt eben im Saal und auf der Bühne zusammen, was zusammen passt.
Als
wirklicher Humorist sollte man sich von den Karnevalisten nicht zum Narren
machen lassen,
auch wenn man im Verein den Karneval mitträgt. Erfreulicherweise lebt die
Vereinsjugend die tollen Tage aus und bringt sich mit eigenen Leistungen auf den
Veranstaltungen ein. Geist und Witz sind gefragt, Talent und Können die
Voraussetzung. Leider kann nur eine begrenzte Anzahl von Aktiven mithalten
und so mancher Verein muss auch seine weniger talentierten Mitglieder
auftreten lassen. Diese Karnevalisten sind zu bedauern und ihr Auftreten
ist eigentlich nur mit Humor
zu ertragen.
Veröffentlicht
am 15.11.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Kabarett
kann ein richtiger Jungbrunnen sein
Die
vier Kabarettveranstaltungen der Gruppe MIKROKOSMOS waren für die
Akteure und für das Publikum im wahrsten Sinne interessante
Augenblicke. Das bestätigen die vielen Gespräche und die uns
erreichenden Informationen. Als Senior und Mitbegründer des lokalen
Kabaretts in Hochstadt fühlte ich den Stress in der Vorbereitungsphase
besonders deutlich und trug mich deshalb mit dem Gedanken, dass dies meine
letzte Teilnahme sein sollte. Vielleicht schaute ich deshalb auch so
ernst, wie auf neben stehendem Bild während des Programmbeginns. Während
der vier Abende begeisterte mich jedoch die Leistung jedes einzelnen
Ensemblemitglieds sowie die tolle Reaktion des Publikums so sehr, dass der
Gedanke ans Aufhören nun wie weggeblasen ist. Lokales Kabarett kann ein
richtiger Jungbrunnen sein.
Als
ich im Jahr 2003 das Thema Kabarett ins Spiel brachte, waren viele
Vereinsmitglieder skeptisch. Man befürchtete, dass darunter die
Fastnachtssitzungen leiden könnten. Schon damals betrachtete ich Kabarett
als ein Betätigungsfeld, auf dem der Nachwuchs viele Fertigkeiten
erproben und ausprägen könne, die den Fastnachtssitzungen zugute kämen.
Es dauerte noch zwei Jahre, bis es zum ersten Programm kam, das dann 2005
während des Hochstädter Altstadtfestes Open Air präsentiert wurde. Da
die Sketche gut ankamen, glaubte man, man könne damit das Programm der
Kampagneneröffnung anreichern. Dies fand auch statt, jedoch mit einem
Ergebnis, das bis heute prägend ist: Fastnacht und Kabarett in einem
Programm vertragen sich nicht! Hier stoßen tatsächlich zwei
verschiedene Welten und Grundeinstellungen aufeinander. Das ist
wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Maintaler Karnevalisten nicht
zu unseren Kabarett-Besuchern gehören.
Seit
2006 finden die Kabarettveranstaltungen im Evangelischen
Gemeindezentrum Hochstadt statt. Dort wurde eine Kleinkunstatmosphäre
geschaffen, die nahezu perfekt ist. Mit jedem Jahr steigerte sich die
Truppe, die von Frank Walzer geführt wird, um in diesem
Jahr die wohl beste Leistung seit ihrem Bestehen abzuliefern. Maintal
verfügt nun über ein etabliertes lokales Kabarett, das ein Novum
darstellt. Mit dem Kabarett unterstreichen die Humoristen eindrucksvoll
ihre exponierte Stellung unter den Maintaler Gesellschaftsvereinen.
Geist und Humor, Talent und Können, jugendlicher Schwung und betagte
Lebenserfahrung verbanden sich zu einer tollen Sache, die viele Besucher
begeistert.
Maintals
politische Prominenz hat inzwischen ebenfalls das Lokale Kabarett entdeckt
und lernte es zu schätzen. Fast alle Parteien sind unter den Besuchern
vertreten - zumindest diejenigen, die Satiren und Kabarett unbeschadet
vertragen. Die Mischung der Besucher ist vielschichtig, was wahrscheinlich
ebenfalls zum dynamischen Gruppenerlebnis beiträgt. Im lokalen Kabarett
ist man während des Genusses von Satiren locker und gelöst vereint.
Für
Frank Walzer, Colin Stein und mich als Autoren
der Sketche ist es immer wieder ein besonderer Augenblick, wenn die Texte
zünden und Freude im Saal aufkommt. Das spornt an und garantiert auch im
nächsten Jahr wieder den interessanten Augenblick, wenn es auf die
Frage, wann es denn nun losgehe, wieder heißt: "Genau
Jetzt!"
Zum
Veranstaltungsbericht
Veröffentlicht
am 05.11.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Foto: Kalle
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Premiere
in Hochstadt
Da
erlebt man einen der interessantesten Augenblicke des Jahres und kann doch
nicht so schreiben, wie man will. Schließlich sollen die Besucher der
drei anderen Veranstaltungen nicht zu viel erfahren, denn die Spannung
wäre womöglich weg. Dennoch möchte ich einige Worte über das
Wechselbad der Gefühle los werden, das die Kabarett-Truppe hinter und auf
der Bühne durchlebt. Zunächst sei noch ein Hinweis erlaubt. Auch heute
verwende ich den winzigen Hinweis auf mögliche Restkarten, weil auch
gestern in einem Fall zwei Karten wegen Krankheit zurück gegeben
wurden, die an der Abendkasse sofort wieder verkauft werden konnten. Wie
sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Bis
auf den allerletzten Platz war der Saal besetzt, als wir Mikrokosmonauten
pünktlich begannen. Eine halbe Stunde vor Beginn hatten die Besucher
bereits ihre eroberten Plätze eingenommen und die Erwartungshaltung war
auch hinter der Bühne deutlich spürbar. Was dann auf der Bühne und im
Saal ablief, war einfach grandios, denn an diesem Tag passten Publikum und
Ensemble exakt zusammen. Als die Eröffnungsnummer lief, rückten sich
viele Besucher noch einmal genüsslich zurecht, denn sie genossen das
Thema sichtlich. Dieser Moment war für die Mikrokosmonauten enorm
wichtig, denn es nahm den Akteuren die respektvolle Anspannung, die sich
in eine grenzenlose Spiellaune verwandelte. Davon profitieren Besucher und
Akteure natürlich gleichermaßen.
Für
die Autoren der insgesamt 32 Programmpunkte war der Moment gekommen, an
dem es sich zeigte, welche Textpassagen auch in den nächsten Tagen wie
aufgenommen werden. Umso mehr Gags ankommen, umso besser wird dabei die
Stimmung. In einem Wechselbad zwischen Anspannung und erlösenden Momenten
vergehen die zweimal 60 Minuten wie im Flug, wobei jeder noch so kleine
Verbesserungspunkt genauestens registriert wird.
Natürlich
kommen die Besucher der folgenden Veranstaltungen in den Genuss der
Perfektion, die sich Zug um Zug einstellt. Dennoch hängt es ganz
wesentlich vom Publikum ab, wie eine Veranstaltung läuft und zu welcher
Form die Akteure auflaufen. Die Premiere verlief äußerst erfolgreich und
einige Besucher meinten, es sei das bisher beste Programm der Gruppe
MIKROKOSMOS gewesen. Wir wollen das gern glauben und setzen alles daran,
dass es die Besucher der drei weiteren Veranstaltungen ebenso empfinden.
Zum
Veranstaltungsbericht
Veröffentlicht
am 31.10.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Wenn
wegen knapper Kassen die Tradition dem Fortschritt
weichen muss
Die
momentane Wirtschaftslage bringt es mit sich, dass an allen Ecken und
Enden gespart werden muss. So auch in Vereinen, die jetzt häufig mit
einem veränderten Konsumverhalten der Bürger konfrontiert werden. Der
Euro rollt auf der Ausgabenseite stärker als auf der Einnahmenseite. Die
Folge ist, dass man einspart, wo es nur geht. Das hat aber so seine
Tücken. Auch wenn es gelingt, die Qualität von Veranstaltungen und deren
Ausstattungen zu halten, die Folgen sind in anderen Bereichen
spürbar.
Welcher
Handlungsspielraum bleibt den Vereinen?
Dazu
muss man wissen, dass sich Vereine steuerrechtlich in den Ideellen
Bereich, die Vermögens- verwaltung, den Zweckbetrieb und den
Wirtschaftsbetrieb aufteilen. Während der Ideelle Bereich auf der
Einnahmenseite von der Steuer befreit ist, fallen im Zweckbetrieb 7% und
dem Wirtschaftsbetrieb 19% Umsatzsteuer an. Übersteigen die Einnahmen des
Wirtschaftbetriebes eine bestimmte Höhe, so fallen zusätzlich
Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer an. Da heißt es: Vorsichtig
agieren und gewissenhaft verbuchen.
-
Zum
Ideellen Bereich gehört die Mitgliederverwaltung mit den
Mitgliedsbeiträgen, die Aufnahmegebühren und die Spenden.
Dafür sind Ausgaben in diesem Bereich nicht
vorsteuerabzugsberechtigt. Einnahmen und Ausgaben unterliegen den
satzungsgemäßen Richtlinien.
-
Zweckbetriebe
sind alle, dem satzungsgemäßen Zweck dienende Veranstaltungen,
wie Sportveranstaltungen, Konzerte, Fastnachtssitzungen etc., die mit
eigenen Mitgliedern bestritten werden. Darunter fallen jedoch nur die
Eintrittsgelder, die mit 7% zu versteuern sind. Dafür sind alle
Ausgaben mit dem vollen Mehrwertsteuersatz vorsteuerabzugsberechtigt.
-
Zum
Wirtschaftsbetrieb rechnet man alle Veranstaltungen, die nicht
dem satzungsgemäßen Vereinszweck gehören oder nicht von
Vereinsmitgliedern bestritten werden sowie alle Umsätze, die mit
Speisen und Getränken zu tun haben. Auch hier sind natürlich alle
Ausgaben in voller Höhe vorsteuerabzugsberechtigt.
Daraus
ergibt sich die Handlungsweise der Vereine, die je nach Größe und Umfang
ihrer Aktivitäten einen gewissen Finanzbedarf haben. Besitzt ein Verein
die Gemeinnützigkeit, so darf er streng genommen keinen Jahresüberschuss
erwirtschaften und muss dies in den Zweckbetrieb oder den ideellen Bereich
einfließen lassen. Das schränkt die Handlungsweise der Vereine nochmals
ein.
Eine
große Unbekannte ist in vielen Vereinen der geldwerte Nutzen der
Arbeitsleistung seiner Mitglieder. Da in den Vereinen fast alle Berufe
vertreten sind, ist das Sparpotenzial bei fremden
Handwerkerleistungen und anderen Bedarfen der Vereine enorm. Auch die
vielen Dienste während der Feste werden kostenlos erbracht, von den
permanenten Leistungen der Vorstandsmitglieder ganz zu schweigen. Das
steht und fällt jedoch mit der Motivation der Leistungsträger der
Vereine. Mit dem Generationenwechsel gehen diesbezüglich Veränderungen
der bisher traditionellen Gewohnheiten einher, denn jede Leistung wird von
ihren Erbringern nach Mühe und Lohn bewertet. Die Alten und ein Teil der
Jungen stellen den Verein über Alles und bringen sich nach besten
Kräften ein. Erst ab einem bestimmten Alter gönnt man sich den Vorzug,
sich zurückziehen zu können. Der Rest versucht, um Diensteinsätze herum
zu kommen.
Punktesystem
als Sozialisierungsmaßnahme
In
vielen Vereinen wird bemängelt, dass sich nur eine handvoll Mitglieder
abrackern und sich die restlichen Mitglieder passiv verhalten. Das führt
dazu, dass auch die Leistungsträger so langsam die Nase voll haben und
vom "Ich-bin-auch-nicht-mehr-so-blöd-Bazillus" befallen werden.
Ein
großer Maintaler Verein führte daraufhin ein Punktesystem ein, das
vorsieht, dass Gruppen des Vereins für ihre Etats Arbeitsleistungen
vollbringen müssen. Alle Feste und Veranstaltungen wurden nach
Arbeitspaketen und Diensten aufgeteilt und die Gruppen übernahmen
komplette Dienste und Schichten während der Veranstaltungen. Die
Etatmittel richten sich nach den erarbeiteten Punkten der Gruppe. Das
sollte für eine begrenzte Zeit den Sinn der Mitglieder für die
Notwendigkeit einer gerechten Übernahme von Aufgaben fördern.
Kurioserweise wird das System bis heute weitergeführt, obwohl das Ziel
bereits erreicht ist. Vielleicht traut man dem Frieden nicht...!?
Mühe
und Lohn
Natürlich
stieg im Laufe der Zeit der Anspruch auf eine adäquate Gegenleistung, die
man gern mit Geselligkeit verbunden haben möchte. Dem neuen
Zusammengehörigkeitsgefühl bestimmter Gruppen trug der Verein Rechnung
und so gestalteten die Gruppen jährlich einen geselligen Abend, in dessen
Mittelpunkt ein Essen stand. Diese Idee hatte eine Gruppe des Verein
traditionell bereits seit über 40 Jahren und hatte einen Weg der
Finanzierung gefunden, der den Verein nicht belastete. Das weckte bei den
anderen Gruppen Begehrlichkeiten, die allerdings die Vereinskasse
belasteten.
Im
Zug der Bewältigung der Finanzlage des Vereins legte man alle
Gruppenveranstaltungen zusammen und hob damit alte Traditionen auf, die
Jahrzehnte lang ganz wesentlich zur Motivation der Gruppe gehörte. Man
kann froh sein, dass so ein gemeinschaftliches Essen von der jungen
Generation nicht mehr hoch bewertet wird. Die Maßnahme berührt
traditionsbewusste Gruppenmitglieder aber umso mehr.
In
Vereinen haben besonders die Leistungsträger ein bestimmtes
Wertigkeitsgefühl, das gepflegt werden will. So können sinnvoll
erscheinende Maßnahmen, die nach rationalen Gesichtspunkten getroffen
werden, durchaus Auswirkungen auf das Empfinden von Mühe und Lohn haben.
Eine Facette des "Lohns" kann ein empfundener Vorzug sein, der
traditionell gepflegt wird. Jeder möchte doch, dass sein Teil der Arbeit
im Verein eine besondere Wertigkeit hat und dass Veränderungen nur im
Einvernehmen stattfinden.
Tradition
und Fortschritt gehören zusammen. Nur wer seine Wurzeln kennt und pflegt,
wird Erfolg haben.
Veröffentlicht
am 23.10.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Redaktion
der HOCHSTÄDTER KREPPELZEITUNG ist traurig
Es
gibt interessante Augenblicke im Leben, die einem unter die Haut gehen.
Einer dieser Augenblicke fand in dieser Woche statt, als Berthold Böhm
nach über 30-jähriger Zugehörigkeit zur Redaktion der HOCHSTÄDTER
KREPPELZEITUNG seinen Rückzug aus dem "Kreppelgericht"
bekannt gab, wie sich die Redaktion seit ihrer Gründung im Jahr 1902
nennt. Mit ihm verliert die Kreppelzeitung einen unglaublich vielseitigen
humoristischen Redakteur, der es über Jahrzehnte verstand, die
vielfältigsten Themen in seiner ureigenen Art zu glossieren. Nur allzu
gern würde ich an dieser Stelle das eine oder andere Geheimnis lüften.
Die Statuten der Kreppelzeitung verbieten es jedoch, den Zusammenhang
zwischen Autoren und Texten herzustellen. Dahinter steht in jedem Fall das
gesamte "Kreppelgericht".
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Seit
dem Neuanfang der Kreppelzeitung im Jahr 1948 bestand das "Kreppelgericht"
aus sechs bis acht Männern, die alte Traditionen wieder aufleben
ließen und mit Neuerungen kombinierten. Die Zeitung hatte das
handliche DIN A4-Format und zeitweise war auf der Titelseite sogar
die Micky Maus zu finden. In den 50er Jahren begann Philipp
Mankel die Zeitung mit Werbung zu kombinieren, damit sich
die Druckkosten amortisierten. Damit wurde die Anzeigenwerbung zu
einem wichtigen Baustein der Kreppelzeitung und ist heute eine der
wichtigsten Einnahmequellen des Vereins.
In
den 70er Jahren stieß Berthold Böhm zur
Kreppelzeitung, weil der Pressewart des Vereins stets Mitglied des
"Kreppelgerichts" war. Von da an drückte er der Zeitung
ganz wesentlich seinen Stempel auf und schon bald waren seine
Beiträge nicht mehr aus der Zeitung wegzudenken. |
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Der
damalige Erste Vorsitzende des HMV Manfred Birkenstock
trug wesentlich dazu bei, dass die Zeitung ein Format bekam, das
zeitgemäßen Tageszeitungen entsprach. Berthold Böhm
lieferte hierfür die neuen Titelseiten. In enger Zusammenarbeit mit
dem Maintal TAGESANZEIGER entstand das Layout und am letzten
Samstag vor dem Fastnachtswochenende kam es zum großen
"Showdown" an den Lichttischen in der Kennedystraße, als
die Seiten Gestalt annahmen. Zu gleicher Zeit wurden die letzen
Überschriften hergestellt und die Artikel zugeschnitten. In der
Dunkelkammer wurden die Bilder produziert und "spaltig"
geschnitten, ehe alle Elemente aufgeklebt wurden. Berthold
Böhm gestaltete die Seiten, während sich andere
Kreppelzeitungsredakteure um die Werbeanzeigen kümmerten. Letzte
Instanz war stets Norbert Albrecht vom TAGESANZEIGER,
vor dessen kritischem Auge die Seiten bestehen mussten. Nach
Fertigstellung kamen alle Seiten unter die Reprokamera und die Filme
waren druckfertig. Anschließend fand das Abschlussessen aller
Teilnehmer statt, das die Gesamtleistung abrundete.
Diese
Prozedur wiederholte sich alljährlich und mittendrin stets Berthold
Böhm, auf den immer Verlass war, auch wenn andere Kräfte
oftmals nicht so ganz bei der Sache waren. Er war einer der Männer
im HMV, die neben allem Fortschritt die Tradition hoch hielten.
Ende
der 90er Jahre kam dann der harte Schnitt, als der Maintal
TAGESANZEIGER auf Computer umstellte und die alten Lichttische
verschwanden. Inzwischen stellte auch Berthold Böhm -
wie die übrigen Redaktionsmitglieder - seine Beiträge im
Datenformat her. Gleichzeitig fand ein kleiner Aderlass in der
Redaktion statt, als einige Mitglieder den Sprung in die neue Zeit
nicht mehr adäquat fanden. So kam es zu einer Neuformierung des
Kreppelgerichts, in dem auch Frauen Einzug hielten. Die Verjüngung
war gravierend und der Wandel der Zeitung deutlich spürbar. Pia
Jost stellt seitdem das fertige Produkt am PC her und
liefert die Zeitung als CD in der Druckerei ab. Ein Stück Tradition
war damit gestorben.
In
dieser Phase war es wieder Berthold Böhm, der sich
des Nachwuchses annahm und weiterhin mit seinen typischen Beiträgen
den Wandel abfederte. Fotogeschichten und andere Elemente hielten
Einzug und er war an allen Schauplätzen präsent, wenn es darum
ging, eine gute Story zu schreiben und zu gestalten.
Nun
soll das alles nicht mehr sein!?
Berthold
Böhm meint, dass er sich zurückziehen will und er hat den
Schritt bereits vollzogen. Die Redaktion stimmt das sehr traurig,
denn sie verliert auch einen Mann, der stets ausgleichend wirkte. Er
war der dienstälteste Kreppelrichter und wird wohl weiterhin
Ehrenkreppelrichter bleiben, der vielleicht doch ab und zu als
freier Mitarbeiter seinen Schalk aufblitzen lassen wird.
Als
äußerst rühriger Vereinsmensch, der Jahrzehnte in den
Fastnachtssitzungen des HMV Glanzlichter setzte, dass die Säle
tobten, als Gestalter aufwändiger Bühnenshows und als Musiker hat
er ebenfalls stets einen Platz in der ersten Reihe des Vereins.
Schade, dass er sich nun zurückzieht.
Von
dieser Stelle aus wünsche ich ihm mit einer Träne im Knopfloch
alles Gute.
Veröffentlicht
am 22.10.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Kabarett
und Satire muss man verstehen können
Nur
noch zwei Wochen stehen der Kabarettgruppe MIKROKOSMOS für den
letzten Schliff am Programm zur Verfügung. Dann wird es ernst. Die fast
500 Eintrittskarten haben ihre Besitzer innerhalb weniger Tage gefunden
und das Motto des Programms 2009 lautet "Bis aaner weint!"
Das ist natürlich nicht sprichwörtlich so zu verstehen, sondern trägt
der Tatsache Rechnung, dass das geflügelte Hochstädter Wort "Bis
aaner flennt" von Neubürgern etwas hochdeutscher ausgesprochen wird.
Es soll einfach als gutgemeinter Beitrag zur Integration verstanden
werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass "aaner weint", wird
das Verständnis des Publikums für Kabarett und Satire zeigen.
Man
freut sich als Zuschauer, wenn Andere von Programminhalten betroffen sind.
Ist man selbst betroffen und man merkt auch genau, dass man gemeint ist,
können die Empfindungen schon mal besondere Reaktionen hervor rufen.
Genau hier ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob man als Zuschauer
kabarett- oder satiretauglich ist. In diesem Metier werden Sachverhalte
bewusst verbogen und überzeichnet, um das herauszuarbeiten und zu
verdeutlichen, was sich bei vielen Menschen nur im Unterbewusstsein
abspielt. Dabei kann es zu gewaltigen Irritationen kommen.
Geht
es zum Beispiel um Rechtsextremismus oder die Nazi-Vergangenheit und
fallen auf der Bühne Parolen und Sätze, die verdammt echt klingen, so
gibt es immer wieder Zuschauer, die den Akteuren solches Gedankengut
zurechnen. Das Kabarett "Die Schmiere" erhielt in früheren
Jahren immer wieder Verbote für einige Programme, weil das Wesen des
Kabaretts und damit die Stücke falsch verstanden wurden. Heute sind es
Themen wie Ausländerfeindlichkeit, die allzu gern falsch verstanden
werden. Kirche und Religion als Thema führen ebenfalls zu gewaltigen
Reaktionen, wenn satirisch gestellte Fragen total falsch verstanden
werden, wie es kürzlich zur Segnung des tegut-Marktes in
Dörnigheim der Fall war.
Bliebe
noch die Politik - im Programm des MIKROKOSMOS vorrangig die
Kommunalpolitik -, die natürlich an nur wenigen Personen festgemacht
wird. Deren Empfindsamkeit wird besonders auf die Probe gestellt, denn die
Mikrokosmonauten werden von Jahr zu Jahr etwas bissiger. Hier wird das
thematisiert, was in Maintal immer weniger Bürger von der Intention her
verstehen. Man sieht nur die Ergebnisse und nicht, wie sie zustande
kommen. Auch diese Lücke schließt MIKROKOSMOS immer
nachhaltiger.
Ein
weiterer Trend setzt sich in diesem Jahr fort: Die Einbeziehung des
Publikums. Mit der Auktion im letzten Programm war ein hoffnungsvoller
Anfang gemacht worden, weswegen sich die Interaktion 2009 fortsetzt.
Einige Besucher werden hinterher sagen können: "Ich habe im Programm
mitgewirkt!"
Mit
einem Grinsen stellen die Mikrokosmonauten fest, dass sich die vorderste
Stuhlreihe immer erst ganz zuletzt füllt, weil Besucher befürchten, in
Handlungen einbezogen zu werden. Deshalb wird in diesem Jahr eine andere
Stuhlreihe bevorzugt, die von Auftritt zu Auftritt wechselt. So können
die Kabarettisten auch ganz geheime Zuschauerwünsche erfüllen.
Das
diesjährige Programm wartet mit Neuerungen und ungewöhnlichen Szenen
auf, die erneut zeigen, wie kreativ die Truppe ist. Dennoch muss vor dem
Programm gewarnt werden. Man muss etwas von Kabarett und Satire verstehen,
um die Inhalte zu begreifen. Beispiele in der jüngsten Vergangenheit auf
anderem Gebiet zeigen, dass die Warnung angebracht ist. Manche hören
vielfach, was sie hören oder lesen wollen und bemühen immer seltener
ihren Denkapparat. Der ist beim Kabarett aber absolut gefragt.
Veröffentlicht
am 18.10.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Kleinstädtische
Inquisition
Interessante
Augenblicke erlebe ich gerade in einer ungewollten Konfrontation mit
aufgeschreckten Katholiken und pikierten Protestanten Maintals. Ich
erlaubte mir, öffentlich einige Aspekte der Ökumenischen Segnung eines
Einkaufsmarktes zu hinterfragen. Wohlgemerkt: Ich stellte lediglich
Fragen. Diese waren allerdings sehr hintergründig und spitz formuliert,
wie etwa:
-
Befinden
sich die Kunden jetzt auf geweihtem christlichem Boden?
-
Was
bedeutet diese Handlung für die Kunden?
-
Ist
dies nun ein christlicher Einkaufmarkt oder folgen die anderen
Konfessionen noch?
-
Dürfen
auch andere Glaubensrichtungen dort einkaufen?
-
Bekommen
Kirchenmitglieder Prozente oder die Gemeinden eine saftige Spende?
-
Warum
werden nicht alle neu eröffneten Geschäfte gesegnet?
Am
Ende gab ich zu verstehen, dass die Kirche auch Waffen segnet, weswegen
ich zu solchen Handlungen eine spezielle Meinung habe.
Jesus
trieb die Händler aus dem Tempel und die Händler lassen heute ihre
Tempel segnen
Das
war der ungeschriebene satirische Ansatz des Leserbriefs, der dahinter
stand. Für Theologen war das eigentlich eine leicht nachzuvollziehende
Sache. Nicht aber für viele Gemeindemitglieder, die nicht einmal im
Ansatz den Sinn verstanden. Sie waren wohl überfordert.
Unsere
Welt besteht nun mal aus vielen Konfessionen und einer nicht unerheblichen
Anzahl konfessionsloser Menschen. Diesem Umstand sollten Geschäftsleute
bei religiösen Handlungen Rechnung tragen. In unserer Zeit ist man
misstrauisch und wittert natürlich auch verkaufsfördernde Maßnahmen
hinter solchen Handlungen. Doch Preisnachlässe für Christen übersteigen
dann doch das religiöse Empfinden der Besitzer des Marktes, die das
lediglich aus guter alter Tradition machen. Sie kommen nämlich aus
Fulda... . Inzwischen glaube ich, dass damit keine weiteren Interessen
verbunden waren.
Zwei
amtierende und ein Pfarrer im Ruhestand haben inzwischen sachlich aber
nicht ganz wertfrei erläutert, was überhaupt gesegnet wurde. Der Segen
galt "allen Menschen, die den Markt besuchen und sich dort unter der
Menschenfreundlichkeit Gottes begegnen". Auch sei der Markt nicht
geweiht sondern gesegnet worden. Für alle anderen Fragen erübrigte sich
die Erläuterung, weil die Ernsthaftigkeit der Fragen klar erkennbar war.
Sie dienten nur der Verdeutlichung der Bandbreite Andersdenkender. Das
wird aber leichtfertig ignoriert.
Der
Ketzer hängt am Pranger
Nun
hänge ich am Pranger und werde von aufgebrachten Katholikinnen und
aufgekratzten Protestantinnen angegriffen, denen sich der intellektuelle
Ansatz der Provokation nicht erschloss. Es ging hier um eine Tabuzone,
denn kritischen Fragen geht man aus dem Weg, wenn sie die Kirche
betreffen. Mit dem Leserbrief kam jedoch eine Diskussion in Gang, die
recht heftig geführt wird. Das konnte ich am eigenen Leib erfahren.
Auffällig ist dabei die Kombination von unkritischer Hörigkeit und
religiöser Erfülltheit, wie sie mehrheitlich eigentlich nur Frauen
zelebrieren können. Die Herren Pfarrer hat man vermutlich genötigt, die
Ehre des christlichen Abendlands zu retten. Ihren Auftrag erfüllten sie
mit Haltung und Anstand, wie man es von ihnen gewohnt ist. Als gläubiger
Christ fühle ich mich allerdings in die Zeiten der Inquisition
zurückversetzt. Man muss auch solche Fragen stellen können, selbst wenn
sie als unpassend empfunden werden. Das Recht auf freie Meinungsäußerung
stufe ich höher ein als scheinreligiöse Gefühle. Außerdem gibt es
keine dummen Fragen sondern meistens nur dumme Antworten.
Siehe
auch: Neues vom Ketzer
Veröffentlicht
am 07.10.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Am
Pranger
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Achten
Sie auf Emanzen!
Nun
werden Sie fragen, was der Unterschied zwischen einer emanzipierten Frau
und einer "Emanze" ist. Emanzipierte Frauen sind
Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen, die sich für Frauenthemen und
Frauenprobleme intelligent und wirkungsvoll einsetzen. Diese Bewegung
entstand in den 60er und 70er Jahren und schon damals wurde für eine
gewisse Art von Frauenrechtlerinnen die Kurzform EMANZE geprägt.
Für
Menschen, die gern ethisch und moralisch zweifelsfreie Quellen benutzen,
lesen Sie hier die Definition der Organisation "BASISRELIGION":
"EMANZE
ist die eher spöttische Bezeichnung für eine Frau, die sich zwar
aufgeschlossen und emanzipiert gibt und die alles das auch macht, was
Männer machen, und die aber trotzdem an dem vorbeigeht, was wirkliche
Emanzipation bedeutet.
Typische
Emanzen betonen zwar ihre angebliche Befreiung von der Unterdrückung und
Bevormundung durch Männer wo immer nur möglich, doch haben alle ihre
Beteuerungen etwas Oberflächliches, Irrationales und irgendwie nicht den
Kern der Sache Treffendes an sich: Sie
doktern immer nur an Äußerlichkeiten herum, von der eigentlichen, der
inneren Emanzipation, scheinen sie keine Ahnung zu haben. Wenn
Emanzen beispielsweise auf den weiblichen Formen der Berufsbezeichnungen
bestehen, wenn sie also statt einfach von Lehrern stets von Lehrern und
Lehrerinnen reden, sofern beide gemeint sind, so ist das eine solche
belanglose Aufwertung.
Emanzen
machen den Männern genau das nach, was schon bei ihnen oft genug falsch
und witzig ist.
Kennzeichen
echter Emanzipation ist erst einmal, unterscheiden zu können, was
unproblematisch ist und was problematisch ist und das eine zu tun und das
andere zu lassen."
http://basisreligion.reliprojekt.de/emanze.htm
Viele
Gemeinden leisten sich berechtigterweise einen Frauenbeirat oder ähnliche
Gremien, um Frauen- rechtlerinnen und Feministinnen eine solide Basis für
eine erfolgreiche Frauenarbeit zu bieten.
Erfreulicherweise
sind diese Gremien auch so besetzt, dass sie ihrem wirklichen Auftrag
gerecht werden. Sie sind aber oft auch von EMANZEN durchsetzt, deren
Zielrichtung grundlegend der Mann selbst ist, der sich ihrer Meinung nicht
so verhält, wie sie es erwarten. Besonders schlecht ist es, wenn sie mit
überzogenen Aktionen gegen die Männer zu Feld ziehen und damit die
ehrenamtliche Tätigkeit des ganzen Gremiums in Misskredit bringen.
Toleranz,
Meinungsfreiheit und Presserecht sollten für Frauenrechtlerinnen und
Feministinnen tabu sein, wenn die Regeln von Sitte, Anstand und Moral
gewahrt sind. Frauenbeiräte sollten sich gelegentlich selbst von ihren
EMANZEN reinigen, wenn dies nicht mehr gewahrt ist. Den Zeitpunkt sollten
sie jedoch selbst bestimmen, auch wenn er manchmal längst überfällig
ist.
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Denkmuster
der EMANZEN
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Kabarettveranstaltungen
nach knapp 2 Stunden ausverkauft
An
dieser Stelle wurde bereits über die Vorbereitungen zum diesjährigen
Kabarettprogramm der Gruppe MIKROKOSMOS berichtet. Ein interessanter
Augenblick war für das gesamte Ensemble natürlich der Beginn des
Kartenverkaufs am heutigen 1. Oktober 2009. Drei mal 120 Karten standen
zum Verkauf und innerhalb von zwei Stunden waren alle drei Veranstaltungen
ausverkauft.
In
der Kartenverkaufsstelle LOTTO/TOTO Cercas in der Bischofsheimer
Straße in Hochstadt spielten sich hektische Szenen ab und ab 10 Uhr
überwogen die langen Gesichter. Mit einer derartigen Nachfrage hatten die
Feierabend-Kabarettisten des HMV im fünften Jahr nicht gerechnet. Gut -
zufriedene Besucher signalisierten bereits, dass sie wieder kommen
würden. Dass aber darüber hinaus nochmals mehr Besucher zu erwarten
waren, das überstieg doch alle Erwartungen.
Die
Ensemblemitglieder Angela Cercas und Gisela Jeske
hatten alle Hände voll zu tun, die leer ausgegangen Interessenten zu
besänftigen und innerhalb des Ensembles liefen die Telefone heiß, wie
man der Nachfrage gerecht werden könne.
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Letzte
Meldung:
Inzwischen
steht fest, dass eine Zusatzveranstaltung
am
Montag, dem 2. November 09 um 20 Uhr
an gleicher Stelle stattfindet.
Interessenten
können sich bei
LOTTO/TOTO Cercas
in
der Bischofsheimer Straße
vorsorglich in eine Liste
eintragen lassen. |
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Den
aktuellen Stand der Vormerkungen entnehmen Sie bitte der neben stehenden
Grafik.
Stand
06.10.09 um 15 Uhr
Veröffentlicht
am 01.10.2009, geändert am 02.10.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Fotos: Kalle
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Wieder
allein in der Mitte?
Die
Bundestagswahl ist gelaufen und Deutschlands politische Mitte kann sich darüber
freuen, dass sie wieder unter sich ist. Linke und rechte Parteien konnten
aus der Wirtschafts- und Bankenkrise unverständlicherweise argumentativ keinen Nutzen ziehen. Die wahren Gewinner waren die neoliberalen
Kräfte, deren Politik diese Krise stark begünstigte. Die CDU konnte
ebenfalls von der Schwäche der SPD profitieren, aber auch von deren
Stärken. So, wie die SPD unter Gerhard Schröder mit
Mitteln der CDU die Mitte zu erobern versuchte und dies auch teilweise schaffte, so
verschafften sich nun die CDU in der großen Koalition verstärkt soziale
Kompetenzen und konnte damit die SPD wieder aus der Mitte vertreiben. Die FDP hingegen
setzte ungeniert komplett auf den Konflikt zwischen Arbeitenden und
Erwerbslosen, um die Kluft weiter zu vergrößern.
Nach diesem Ergebnis
wird bei bestimmten Wählern der wesentliche Unterschied zwischen Mensch und
Tier offensichtlich: Kein Schwein würde seinen Metzger selbst wählen und
bestellen.
Das
kann allerdings auch für die Wähler der damaligen Regierung
Schröder gelten. Damals zählten zwar viele Wähler auf Oskar
Lafontaine, der ihr Garant für Soziale Gerechtigkeit war.
Schröder und Steinmeier schlüpften jedoch vor der Wahl in eine Art
politische Tarnkleidung, um nach der Wahl ihre wahren Absichten zu
offenbaren. Oskar Lafontaine trug das nicht mit und ging. Damit war der Weg für die Metzger
der Sozialsysteme frei. Der Seeheimer Kreis erstarkte gewaltig und die
Netzwerker forcierten ebenfalls die neue Politik. Schröder/Steinmeier
gingen dabei wesentlich weiter als sich das Helmut Kohl
jemals getraut hätte.
Eine direkte Folge der Politik
Steinmeiers und Schröders war die Abkehr vieler Gewerkschaftler und
sozialbewusster Wähler von der SPD. Die SPD verlor eine Million
Mitglieder und viele ihrer Wähler. Beim Zusammenschluss der WASG und der PDS zur LINKSPARTEI war
die SPD bereits so geschwächt, dass sich für CDU und FDP langfristig neue
Möglichkeiten boten. Die SPD zerstörte freudig ihre bisherige
Kernkompetenz.
Dass Steinmeier und Schröder
das vor vier Jahren bei
der knapp verlorenen Wahl nicht wahrhaben wollten, sah man am legendären Auftritt Schröders in
der Berliner "Elefantenrunde" Die Folgen des
Schmusekurses mit den Reichen, den Besserverdienenden und der rechten Mitte auf
Kosten der durch Hartz IV aus der Mitte abgerutschten Wähler hatte zum
enttäuschenden Wahlergebnis geführt.
Gerhard
Schröder verschwand flugs in der politischen Versenkung. Mit Frank
Walter Steinmeier rettete sich der Architekt des Rechtsruckes in die große
Koalition als
idealer Partner für Angela Merkel. Dort konnte
er den Kurs ungehindert weiter fahren. Als Andrea Ypsilanti
in Hessen erstmals mutig die Kurskorrektur anging, wurde sie trickreich
mit Hilfe des rechten Flügels ausgebremst
und die Umstände des Scheitern erscheinen heute noch fragwürdiger als damals.
Auch
nach der Pleite in Hessen dachte die SPD-Führung nicht an eine Kurskorrektur, weshalb
Steinmeiers und Münteferings schwach klassenkämpferisch klingenden Töne
im Wahlkampf auch nicht ernst genommen wurden. Die
Quittung folgte prompt bei der Bundestagswahl. Die mit Eigennutz motivierte
Mitte gilt für die SPD
vorübergehend als verloren und das ist gut so.
Wer
ist denn nun "die Mitte"?
-
Sind
es all die, die in Arbeit und Brot stehen und ihren Arbeitsplatz sowie
den damit verbundenen relativen Wohlstand gegenüber den Verlierern
unserer Gesellschaft verteidigen?
-
Fällt
man automatisch aus der Mitte heraus, wenn man nicht mehr zu den
Leistungsträgern gehört?
-
Gilt
das Gleiche auch für Arbeitslose nach einem arbeitsreichen
Leben?
-
Gehören
die gut Abgesicherten, die bereits im Ruhestand sind, noch zum
Mittelstand?
-
Entsteht
in der Mitte gerade ein Bollwerk gegen die da unten?
-
Trägt
die Mitte verstärkt die weitere Umverteilung von Unten nach Oben mit, um
eventuell davon selbst zu profitieren?
-
Wie
steht eigentlich die Intelligenzschicht unseres Landes dazu?
In
den Parteien - bis auf die FDP - ist man sich da nicht so ganz sicher,
denn mit linken und rechten Flügeln verwirrt und verunsichert man
eher die Wähler, anstelle mit ihrer Hilfe und sozialer Gerechtigkeit die
drängenden Probleme wirklich auszudiskutieren. Man
möchte halt jede politische Richtung vertreten, um als Volkspartei von einem
breiten Spektrum gewählt zu
werden.
Innerhalb
der SPD tobt jetzt der Machtkampf
Die
Auflösung der alten SPD-Spitze vollzog sich rasch und nur bedingt konsequent, damit
zumindest der
Weg sowohl personell als auch programmatisch geöffnet werden kann. Frank
Walter Steinmeier übernahm als grandios gescheiterter Kanzlerkandidat den
Fraktionsvorsitz. Den Parteivorsitz wird wohl Sigmar Gabriel
übernehmen und Andrea Nahles dürfte Generalsekretärin
werden.
Eine eigenartige Troika, die eher auf
zukünftiges Konsensgehampel als auf
Erneuerung hindeutet.
Die SPD soll sich nach dem Willen der Parteilinken gegenüber der
Linkspartei öffnen. Schon unken Journalisten und Politikkenner, am Ende
könnte sogar ein Zusammenschluss der SPD mit der Linkspartei zu einer
"Sozialen Demokratischen Einheitspartei", der SDE stehen. So weit wird es sicher nicht
kommen - noch nicht. Dazu ist der rechte Flügel noch zu stark. Die SPD braucht nun starke soziale Kräfte, die den richtigen Weg
finden, auf den alle Schichten der Gesellschaft verantwortlich mitgenommen
werden.
Drei-Klassen-Gesellschaft
manifestiert sich derweil weiter
Die
neuen Machtstrukturen unseres Landes lassen noch klarer erkennen, dass
auch zukünftig die finanzkräftige Oberschicht, Banken und Konzerne die Politik
bestimmen. Ihre politischen Mehrheiten erhalten sie von der arbeitsabhängigen Mitte, die
wiederum in abhängiger Hörigkeit die Verlierer der
Gesellschaft noch weiter aus dem Arbeitsprozess drängen. Die
Gewerkschaften werden zunehmend gemieden. Die Gewerkschaften haben
die Besserverdienenden schon lange verloren.
So wird sehr deutlich,
warum die Mitte wichtig für Regierende und die Oberschicht ist. Leider merkt die gefühlte Mitte nicht, wie hoch der Preis sein
wird. Arbeit wird zunehmend zur
Belohnung für Wohlverhalten - auch in der Wahlkabine.
Nun
ist die sozialbewusste Intelligenzschicht gefragt, um den
fortschreitenden Zerfall der Gesellschaft zu verhindern. Nur sie kann
erfolgreich die Zivilcourage der Mittelschicht beeinflussen, soziale
Kompetenz zu praktizieren und all jene wieder
mitzunehmen, die sich frustriert ins Nichtwählerlager flüchteten.
Die
nächsten Wochen und Monate werden spannend werden!
Veröffentlicht
am 30.09.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Die
Sieger...
...und
der große Verlierer
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Die
Zeit ist das Maß aller Dinge
Recht
bekannt sind die zerfließenden Uhren von Salvatore Dahli. Sie sollen
verdeutlichen, wie uns die Zeit unter den Händen zerrinnt. Der ganz
persönliche Zeitrahmen eines jeden Menschen ist seine Lebenszeit, die in
Jahren recht überschaubar, in Monaten ausgedrückt üppiger und in Tagen
und Stunden gerechnet schier gewaltig zu sein scheint. Und doch kann im
nächsten Moment schon alles vorbei sein. Dennoch planen viele Menschen in
recht großen Zeiträumen, wenn es zum Beispiel um Zinsen und Tilgung
geht. Eine Ehe soll gar ein Leben lang halten. Sieht man sich jedoch
genauer an,
wie wir mit der Zeit umgehen, kommt man ins Grübeln.
Für
viele Dinge müssen sich Menschen verabreden, wenn sie etwas gemeinsam
erreichen wollen. So, wie fahrplanmäßig Verkehrsmittel starten und
ankommen, so werden sie auch erwartet. Ist ein Liefertermin zugesagt, so
verlässt man sich darauf, dass er pünktlich eingehalten wird. Selbst
beim Rendezvous kennen wir keinen Spaß, wenn der Zeitpunkt nicht
eingehalten wird. Mannschaftsspieler sind auf den Spielbeginn fixiert und
auch Einzelkämpfer dürfen ihren Starttermin nicht verpassen. Unser Leben
ist verplant und eingeteilt.
Terminmuffel
stören gewaltig
Nun
gibt es aber auch Zeitgenossen, auf die man sich nur sehr schwer verlassen
kann. Sie feilschen um die Termine, nach denen sich alle Anderen richten
müssen,
um dann selbst unpünktlich oder gar nicht zu erscheinen. Sie fürchten
auch keine Sanktionen, denn sie halten sich für unentbehrlich. Dabei gibt
es aber auch Termine, die sie exakt einhalten, nämlich, wenn es um die Wurst geht.
Daraus leiten aber die sonst so vernachlässigten anderen Terminpartner ab,
dass sie bei dieser Person in der Priorität ganz weit hinten anstehen. Das hat oft
Folgen, die bis zum Ausschluss aus der Gruppe gehen können.
Teamplayer
wissen, wie wichtig Terminabsprachen sind. Damit ist nicht nur die
Einhaltung, sondern auch das bevorzugte Gewähren von Terminen gemeint.
Ein Team sollte sich deshalb nicht scheuen, Mitglieder kurzerhand aus dem
Team zu entfernen, wenn sie andere Prioritäten setzen als das restliche
Team. Die geschlossene Teamleistung rangiert schließlich vor Einzelegoismen.
Wie
kommen akzeptable Prioritäten zustande?
Die
probatesten Mittel sind Druck oder strenge Regeln, bei deren wiederholten
Nichteinhaltung der sofortige Ausschluss erfolgt. Ein anderes Mittel
ist, den unbedingten Wunsch zu erzeugen, zum Team gehören zu dürfen. Das
macht man am besten, bevor man eine Person ins Team aufnimmt.
Veröffentlicht
am 02.09.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Vom
Saulus zum Paulus - die Erinnerungslücke des Dr. Tauber
Vor
einigen Tagen warnte unser Bürgermeister noch vor den Gefahren, die
"in der Scheinwelt des Internets" lauern. Es wäre für ihn
möglicherweise ein interessanter Augenblick, zu erleben, dass
diese "Scheinwelt des Internets" auf Anfrage nahezu jede
Erinnerungslücke schließt, die offensichtlich momentan beim
Bundestagskandidaten Dr. Peter Tauber (CDU) auftritt. Er
wurde - möglicherweise zum unpassenden Zeitpunkt - an seine Äußerungen
erinnert, dass auch er es richtig fände, dass über 85-Jährige ihre
Hüftgelenke selbst bezahlen müssten. Das passt nun so gar nicht mehr zu
seiner Wahlkampfstrategie.
Neuer
Anlauf mit korrigierten Argumenten
Am
2. September 2009 diskutiert Dr. Peter Tauber mit Philipp
Mißfelder und Prof. Dr. Otto Wulff, dem
Vorsitzenden der Senioren-Union, im Bischofsheimer Bürgerhaus erneut
über die Generationen- gerechtigkeit in ähnlicher Besetzung wie Anfang
Mai 2005, bei der jener Dr. Peter Tauber die gewaltig in die
Kritik geratene Forderung von Philipp Mißfelder aus dem
Jahr 2003 unterstützte, über 85-Jährige sollten zukünftig ihre neuen
Hüftgelenke selbst bezahlen. Otto Wulff beurteilte die
damalige Idee Mißfelders entsprechend einem Artikel
vom 7.8.2003 im Hamburger Abendblatt als "politisch unsinnig und
ethisch einfach nicht hinnehmbar". Heute hilft er scheinbar, die
gemäßigte Variante unter die Leute zu bringen.
Späte
Jugendsünden passen nicht zum angestrebten Amt
Freilich
- damals war Tauber noch Landesvorsitzender der Hessischen Jungen Union,
Missfelder ein Parteifreund der gleichen Organisation und beide noch etwas
jünger. Als politisch Agierende mussten sie allerdings auch damals
gewusst haben, was sie so provokant von sich gaben. Aus allen Ecken der
CDU und besonders aus der CSU wurden sie deswegen massiv kritisiert und es
blieb ihnen nur die eine Ausrede, dass sie derartige Visionen nur deshalb
bemühten, um das Interesse am Thema zu wecken. Die Folge war eine
Neid-Debatte, die nur schwer einzudämmen war und die den aufrichtigen
Dialog zwischen den Generationen gehörig versalzte. Nun soll es nicht
mehr "Jung gegen Alt" heißen sondern "Jung und Alt
gemeinsam". Da hat aber ein gehöriger Umdenkprozess stattgefunden,
auf den jetzt Brigitta Trunski aus Dörnigheim in einem
Leserbrief an den Maintal TAGESANZEIGER aufmerksam machte.
Dr.
Tauber fordert den Beweis für die Leserbrief-Behauptung
Der
Blackout des Bundestagskandidaten scheint sehr umfassend zu sein, denn im
Interview mit dem TAGESANZEIGER wurde er bereits auf diese Äußerungen
angesprochen, die am 14. Mai 2005 in der Lokalzeitung zu lesen waren und
er hatte darauf ausweichend geantwortet. Das Internet spuckt die damaligen
Information auf Abfrage
natürlich sofort aus, egal ob 2003 oder 2005. Wie aus dem damaligen
Zeitungsartikel des Maintal TAGESANZEIGER zu erkennen ist, basiert er auf
einer Pressemitteilung der Maintaler CDU im Anschluss an die damalige
Diskussionsveranstaltung. Brigitta Trunski hatte sich
natürlich genauestens informiert, ehe sie ihren Leserbrief schrieb.
Umso
verwunderlicher ist es, dass Dr. Peter Tauber jetzt in einem
Brief die Auskunft einfordert, wo er den nun von ihm geleugneten Satz
gesagt habe. Gleichzeitig verwies er auf seine heute angeblich
vorherrschende Meinung zu diesem Thema und jene Veranstaltung, bei der
sich Tauber und Mißfelder - zumindest in Maintal - endgültig die
Absolution für ihre dummdreisten Provokationen von 2005 erhoffen.
Inzwischen dürfte bei Dr. Tauber der damalige Zeitungsartikel die
Erinnerungslücke geschlossen haben.
Erzählen,
was der Wähler hören will
Das
Beispiel zeigt, wie sehr Bewerber um ein politisches Mandat darauf fixiert
sind, den Wählern nur das zu erzählen, was sie hören wollen und was im
Trend liegt. Da spielen plötzlich die bisherigen Überzeugungen keine
Rolle mehr. Vom Saulus zum Paulus geläutert werden sie wahrscheinlich die
Meinung vertreten, die Dr. Peter Tauber per Brief Brigitta
Trunski zukommen ließ:
"Ich
bin der Überzeugung, dass wir die Herausforderungen, vor denen unser Land
steht, nur bewältigen können, wenn Jung und Alt gemeinsam anpacken. Dies
bedeutet auch, dass wir die Lasten zwischen den Generationen gerecht
aufteilen und die sozialen Sicherungssysteme zukünftig reformieren
müssen."
Wie
sehr sich die Ansichten gewandelt haben, kann man im Artikel des SPIEGEL
vom 8.8.2003 unter dem Titel "Das ist unter aller Sau - Stoiber
rüffelt Mißfelder" nachvollziehen, in dem es heißt:
"Volle
Rückendeckung erhielt er von der Jungen Union Hessen. Deren
Landesvorsitzender Peter Tauber sagte der 'Wetzlaer Neuen Zeitung'
zufolge, Mißfelders teils extreme Vorschläge seien eine 'bewusste
Provokation gewesen, um das Thema der Generationengerechtigkeit in den
Mittelpunkt zu rücken". Auch
Tauber kritisierte die Belastung der jüngeren Generation und forderte von
den Älteren Verzicht."
Sie
sehen, die inneren Überzeugungen haben sich nicht geändert sondern nur
der Sprachgebrauch. Damit sind wir wieder bei Horst Schlämmer.
Er ist eine ehrliche Haut ohne Gedächtnislücken. Ihn könnte man
bedenkenlos wählen, wenn er kandidieren würde. Das ist zwar auch ein
Trugschluss, allerdings ist er kleiner als der, einen Dr. Peter Tauber
ruhigen Gewissens wählen zu können.
Veröffentlicht
am 29.08.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Ich
bewahre Euch vor dem bösen Internet
Viele
Internet-Anwender und -nutzer sind heute sehr stark auf schnelle
Übertragungszeiten angewiesen, weil sie das Internet beruflich nutzen.
Sie mussten aus Einsparungsgründen ihren Arbeitsplatz teilweise nach
Hause verlegen und teilen sich ihren voll aufgerüsteten
Firmenarbeitsplatz mit mehreren Kolleginnen und Kollegen. Sie fahren nur
noch zur Abstimmung und zu Meetings in die Firma. Wenn man sich in den
Firmenserver einwählt, Arbeitspakete downloadet und die Ergebnisse wieder
uploadet oder gar online arbeitet, ist man auf hohe
Datenübertragungsraten angewiesen.
Einige
Branchen und kommunale Stellen wickeln ihre Ausschreibungen nur noch
übers Internet ab und beim Downloaden der Unterlagen sind bei Maintaler
Verhältnissen mehrere Stunden Übertragungszeit keine Seltenheit. Das
Gleiche gilt für datentechnische Einkäufe übers Internet, wie
Softwarekäufe, Filme etc., die direkt per Download abgewickelt werden.
Versandhäuser und Servicefirmen wickeln ihre Geschäfte überwiegend im
Internet ab und die Post wird früher oder später die Briefkästen
abmontieren, weil Nachrichten nur noch übers Internet ausgetauscht
werden. Die meisten Erzeugnisse der Druckindustrie werden heute
datentechnisch übermittelt. Alles geht heute schneller und effizienter,
weil es die Technik möglich macht.
Daneben
gibt es aber auch den reinen Unterhaltungswert des Internets, den viele
Menschen nutzen. Hier kann man chatten, sich in Foren austauschen, eigene
Homepages gestalten und telefonieren, Filme, TV-Programme und Nachrichten in Echtzeit
sehen und vieles mehr - wenn man einen leistungsfähigen Anschluss
besitzt.
Maintal
verfügt allerdings über einen Moralisten, der das anders sieht
Ausgerechnet
der Bürgermeister der 37.000-Seelen-Gemeinde Maintal vor den Toren
Frankfurts präsentiert sich als Fels
in der Brandung der Internetnutzung und erklärt folgendes im Maintal-Forum, das er
übrigens - trotz aller Bedenken - ebenfalls nutzt:
|
Hallo
liebe Forumsteilnehmer,
bitte
bedenken Sie aber auch, dass der Mensch in erster Linie von
persönlichen Kontakten in Familien, Gruppen, Vereinen und sonstigen
Netzwerken abhängig
ist. Die Scheinwelt des
Internets und die Loslösung von sozialen Bindungen bringt
große Gefahren mit sich. Mittlerweile ist auch wissenschaftlich
nachgewiesen, dass eine starke Internetnutzung zur Sucht werden
kann.
Viele
Grüße
Erhard
Rohrbach
|
Potzblitz!
Das ist mal eine ganz andere Sicht, die deshalb auch unsere Aufmerksamkeit verdient.
Moral gegen Fortschritt. Diese Sicht ist wahrhaft konservativ, wenn das
wirklich das Gegenteil von Fortschritt sein sollte. Da diskutieren Bürger
über ihre Probleme mit der Datengeschwindigkeit der örtlichen Netze und
bekommen ausgerechnet vom Bürgermeister anstelle aktiver Unterstützung
solche Sprechblasen serviert. Inzwischen griff sogar die Lokalzeitung das Thema
sehr kritisch auf und die etwas deplazierte Botschaft könnte
bald auch die
BLÖD
-Zeitung interessieren.
Das
hätte er mal vor der Bürgermeisterwahl loslassen sollen!
Im
Maintal-Forum geht man mit seinen Äußerungen allerdings relativ sachlich und
verständnisvoll um und es werden sogar Bedenken geäußert, eine allzu
heftige Kritik könne dem Ansehen der Stadt, dem Erdkreis und der Person
des Moralisierenden schaden, weil dadurch allzu offensichtlich wäre, welches
Gedankengut hinter allzu laschen Verhandlungen mit Kommunikationsfirmen stehen könnte. Erfolgreich verhandeln kann man
schließlich nur,
wenn man von einer Sache überzeugt ist. Nun muss man nicht gleich an
die Einstellung der Mormonen denken, wenn der erhobene Zeigefinger
auf allzu fortschrittliche Errungenschaften deutet. In diesem Fall langt
die bloße Skepsis gegenüber der zeitgemäßen Informationswelt, um das
Verhalten zu erklären.
Möglicherweise wird sich obiges Statement sogar im neuen Stadtleitbild
wiederfinden, obwohl sich gerade Fachleute zeitgemäßer
Informationstechniken der Lokalen Agenda anschicken, den Stadtleitbild-Prozess mittragen zu wollen.
Das schreckt natürlich ab und weckt neue Zweifel an der Qualität neuer
Erkenntnisse.
Eine
ganz persönliche Abschreckung?
Maintals
Stadtoberhaupt vermittelt dem Umland und ganz besonders Zuzugswilligen,
dass sie hinsichtlich des Internets langfristig auf seinen moralischen
Widerstand gegen die Sucht und die Abhängigkeit zählen können - auch
wenn es um die berufliche Abhängigkeit vom Internet gehen sollte. Maintal
und schnelles Internet - man kann nicht alles haben!
Wenn
sich diese erzkonservative Sicht durchsetzen würde, böte das Neubürgern
viel Zeit und Raum für persönliche Kontakte in Familien, Gruppen, Vereinen
und sonstigen Netzwerken Maintals, wie zum Beispiel der Maintaler Kommunalpolitik.
Hier treffen Sie dann auch den Bürgermeister persönlich, wenn er nicht
moralisch angewidert vor seinem PC sitzt. Und das trotz seiner ganz
persönlichen Abschreckung...
Veröffentlicht
am 22.08.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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"Internet
macht süchtig und abhängig!"
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Vier
"Geburten" pro Jahr
Seniorenzeitung
60 AUFWÄRTS im Aufwind
Zeitungsleute erleben in regelmäßigen Abständen
Interessante
Augenblicke, wenn
aus ihrer Stoffsammlung das fertige Produkt entsteht. Bis zur letzten
Minute wird geschrieben, korrigiert, gestaltet und am Satz gefeilt. Ist eine wirklich
schön gestaltete und lesenswerte Zeitung "geboren", dann ist
das gesamte Team zufrieden. Doch bis dahin ist ein gewaltiges Stück
Arbeit zu bewältigen.

Die Rede
ist von der Maintaler
Seniorenzeitung "60 AUFWÄRTS". Am
1. September 2009 erscheint die dritte und letzte diesjährige Ausgabe. Ab
Januar 2010 wird
sie sogar vierteljährlich erscheinen. Herausgeber ist der
Seniorenbeirat der Stadt Maintal und die Federführung liegt beim SeniorenOffice.
Die Redaktion besteht ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern, die diese
erstaunlich interessante Zeitung unter
der Leitung von Eberhard Seipp produzieren. Die Redakteure tragen die Themen
zusammen, recherchieren, verfassen Artikel, fotografieren, illustrieren und stellen den
kompletten Satz per Computer her. In die Druckerei wandert zum Schluss eine CD,
deren
Inhalt sofort kostengünstig farbig gedruckt werden kann. Die Zeitung
finanziert sich durch Anzeigen und der verbleibende geringe Fehlbetrag
wird über den Etat des SeniorenOffice abgedeckt.

Der
Maintaler Redakteur i.R. Nils C. Nagel schulte kürzlich die
Redaktionsmitglieder und begleitete die neue Ausgabe bis zu deren
Fertigstellung. Das Ergebnis stellt erneut eine starke Verbesserung dar,
nachdem sich die Zeitung im letzten Jahr bereits äußerst positiv
weiterentwickelte. Hatte
die Zeitung in den ersten 10 Jahren ihres Erscheinens eine
eher schlicht anmutende Aufmachung, so hält man heute ein farbiges
Hochglanzprodukt mit vielseitigem Inhalt in Händen, was dort, wo die
Zeitung ausliegt, spontan zum Zugreifen animiert.
Bei
der Schulung ging es aber nicht nur um solide handwerkliche Dinge, sondern vornehmlich um das, was beim Lesen als angenehm
oder mitunter auch als störend empfunden wird. Das hatte natürlich Auswirkungen auf den Schreibstil der
Autoren, die sich bisher oft recht blumig und frei artikulierten. Aus
der Sicht des erfahrenen Redakteurs löste Nils C. Nagel so
manche Doppelformulierung auf und er schulte das Team in korrekter Ausdrucksweise. Die Artikel wurden dadurch kompakter und lesen sich
plötzlich wesentlich interessanter. Artikel
mit besonderem Charakter beziehungsweise Schreibstil, wie Satiren oder kleine Erzählungen, verloren
dadurch natürlich nicht ihre persönliche Note. Die Autoren sind
sich nun aber darüber im Klaren, wie ein interessant zu lesender Text aufgebaut sein
muss und wenden ihr neues Wissen verstärkt an. Das kommt natürlich den Lesern
zugute.
 |
Inhalt und
Aufmachung allein
machen
aber noch keine gute Zeitung aus
Es
gibt viele kleine handwerkliche Störfaktoren, die beim Lesen
irgendwie auffallen oder zumindest vom Lesestoff ablenken. Dazu gehören
"Schusterjungen" und "Hurenkinder" - in der
Sprache der Drucker sind das Restworte
von Absätzen, die beim Umbruch noch in getrennten Spalten stehen. Auch
nicht höhengleiche Zeilen mehrerer nebeneinander liegender Spalten
oder Bilder und sonstige Illustrationselemente, die nicht höhengleich
mit den Nachbarzeilen positioniert sind, können irritieren und den
Lesegenuss beeinträchtigen.
Letztendlich
spielt sogar die Schrift eine große Rolle. Obwohl Druckerzeugnisse
durch "Serifen" generell lesefreundlicher werden,
entschied sich die Redaktion mehrheitlich dafür, die bisherige
Schrift beizubehalten, änderte jedoch den Zeilenabstand zugunsten der
Lesefreundlichkeit, was viele Senioren begrüßen werden.
|
Sollten
einige durch diesen Artikel sensibilisierte Leser nun
doch noch kleine Verbesserungspotenziale in der neuesten Ausgabe
entdecken, so liegt das nicht an Nils C. Nagel, der
den Redakteuren noch genügend Spielraum zur Weiterentwicklung ließ. Man
soll durchaus merken, dass es sich um eine Zeitung handelt, die
ehrenamtlich von kundigen Laien hergestellt wird.
Nun
kennen Sie bereits die in der rechten Spalte zu sehenden Gesichter der Redakteure. Sie
sollten aber auch
wissen, welche Aufgabenbereiche sie übernommen haben.
-
Eberhard
Seipp leitet die Redaktion und ist für die Anzeigenakquisition
zuständig.
-
Antje Baumgart absolviert ein Praktikum im
SeniorenOffice und unterstützt Eberhard Seipp.
-
Für Satz
und Druck ist Karl Trauden der richtige Mann, der
zusätzlich auch noch Kolumnen schreibt.
-
Ursula Pohl bereitet als
Fachfrau für die gesamte Seniorenproblematik einschlägige Informationen
auf und schreibt dementsprechende Artikel.
-
Angelika Geyer, Brigitte
Rosanowitsch und Klaus Klee sind ausschließlich
redaktionell tätig und gestalten den unterhaltsamen und wissenswerten
Teil der Zeitung.
-
Renate Gundert-Buch und Kathleen
Wendler steuern in jeder Ausgabe wichtige Informationen und
Artikel aus ihrem Fachbereich bei.
-
Hinter der Redaktion steht noch ein
weiteres Team, das für die Verteilung der Zeitungen sorgt.
Gerade
fiel das Wort "Team". Äußerst bemerkenswert finde ich, wie
stark das gesamte Redaktionsteam gemeinsam an einem Strang in die richtige
Richtung zieht. Das ist auf keinen Fall selbstverständlich. Man merkt,
dass der Weg das Ziel ist, dem sich alle auftretenden Probleme
unterordnen. Irgendwie spürt man diese Harmonie sogar beim Lesen, denn
richtig entspannt schreibt es sich einfach lockerer.
Wenn
Sie ab September eine der 2.500 kostenlosen Exemplare der Maintaler
Seniorenzeitung sehen, so greifen Sie zu. Sie finden darin sehr viel
Wissenswertes und Unterhaltsames, sind bis zum Jahresende mit allen
wichtigen Terminen versorgt und auch die Rätselfreunde kommen auf ihre
Kosten. Wer glaubt, die Zeitung sei nur für betagte Senioren interessant,
irrt gewaltig. Nehmen Sie das Angebot des Seniorenbeirats der Stadt
Maintal an, denn die Zeitung 60 AUFWÄRTS erregte auch überregional bereits
großes Aufsehen.
Veröffentlicht
am 10.08.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Die
Redaktion 60 AUFWÄRTS

Eberhard
Seipp und Antje Baumgart

Ursula
Pohl

Brigitte
Rosanowitsch-Galinski

Angelika
Geyer und Klaus Klee

Karl
Trauden

Nils
C. Nagel

Redaktionsseminar
"Journalistik"
Fotos: Nils
C. Nagel
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Ärztlicher
Notdienst Bruchköbel - Lebenshilfe mit
Krankenhauseinweisung
Viele
Maintaler beschweren sich immer wieder über den Ärztlichen Notdienst der
Kassenärztlichen Vereinigung für den Raum Maintal. Man behauptet, Ärzte
jeder erdenklichen Fachrichtung würden den Dienst versehen und die Hilfe
sei oft nicht passend. Eine ganz andere Erfahrung machte ich im
häuslichen Umfeld. Ein Bereitschaftsarzt bestach mit gut dosierter ärztlicher Kunst
und mit sehr großer Lebenserfahrung. Nun möchte ich auf dieser Seite die
altenpflegerischen Themen nicht überhand nehmen lassen, aber die
nachfolgende Geschichte gehört zu einem der interessantesten
Augenblicke meiner Pflegetätigkeit, die ich erleben durfte.
Es
gibt Seniorinnen und Senioren, die ihren körperlichen Zustand nicht mehr
mit Hilfe ihrer Lebenserfahrung im Griff behalten, weil ihr Eigensinn
Stilblüten treibt. Eine der Folgen ist, dass sie dehydrieren. Trotz
bester Versorgung umgehen sie die Vorgaben, weil eine übermäßige
Flüssigkeits- aufnahme das oft lästige Wasserlassen beeinflusst. Selbst
die Werbung suggeriert, dass das "nicht mehr so oft Müssen
müssen" eine gute Sache sei. Die Folgen sind Beinkrämpfe,
Störungen im Gehirn und erhöhte Sturzgefahr. Genau diese Symptome wurden
meiner Mutter in einer Samstagsnacht zum Problem und der lange Rest des
Wochenendes stand bevor.
Gegen
1 Uhr 30 waren die empfundenen Beschwerden so groß, dass sie mich über
unseren Notruf um Hilfe bat. Der Statusbericht war eine einzige
Jammerorgie und die Bettruhe - nach der Versorgung mit Flüssigkeit -
wurde vehement abgelehnt. Ein Arzt sollte unbedingt kommen und die
Ursachen vor Ort beheben. Als pflegender Angehöriger hatte mein
Beruhigungsversuch gegen den von wüsten Beschimpfungen begleiteten
Wutausbruch keine Chance.
Über
den DRK-Hausnotruf nahm ich Kontakt mit der Leitstelle auf, die mir drei
Alternativen anbot:
-
Ein
Krankentransportwagen kommt und bringt meine Mutter zur Untersuchung
ins Krankenhaus
-
Der
ärztliche Notdienst in Bruchköbel schickt einen Arzt zur
Begutachtung der Situation
-
Es
besteht akute Lebensgefahr und ein Notarztwagen setzt sich in Bewegung
Ich
wählte die zweite Variante, weil sie mir angemessen erschien, konnte
jedoch nicht ahnen, dass ich eine perfekte Lektion in praktischer
Lebenshilfe erhalten würde.
Nachdem
die Ankunft des Bereitschaftsarztes bevor stand, begab ich mich zur
Hofeinfahrt, um diesen einzuweisen. Als er nach fünfzehn Minuten noch
nicht da war, begab ich mich zurück in die Wohnung um nach dem Befinden
meiner Mutter zu sehen, die ich im Sessel sitzend zurückgelassen hatte.
Nun lag sie auf dem Teppich direkt vor dem Wohnzimmerschrank inmitten
einer Menge Hartgeld. Sie war mal wieder gestürzt. Das Geldversteck war
mal wieder wichtiger! Den darauf folgenden Dialog erspare ich Ihnen, liebe
Leser.
Nachdem
sie wieder im Sessel saß, ging ich zurück zur Einfahrt. Nach wenigen
Minuten kam der Bereitschaftsarzt, der mit herrlichem
böhmisch/mährischem Akzent sprach. In der Wohnung angekommen, fanden wir
meine Mutter erneut vor dem Wohnzimmerschrank liegend vor. Der Eigensinn
hatte sie erneut stürzen lassen. Nach einer kurzen Untersuchung und dem
Studium des Medikamentenplans meiner Mutter entspann sich folgender
Dialog, den ich bestmöglich wiedergeben möchte:
"Liebe
Frau Klä, haben Sie Parkinson - ich säähe, muss ich Sie einweisen in
Kraankenhaus!"
"Ach
bitte, Herr Dokter, net ins Krankehaus, da will ich net hin!"
"In
Wohnung bleiben - zuu gefährrlich, missen uunbedingt in Kraankenhaus!"
"Awwer
- so schlimm isses doch garnet, ich fühl mich schon viel besser un morje
krie ich Besuch..."
"Gnädige
Frau! Sind wir hier nicht auf türrkische Basar!
Ich Arzt - ich
entscheiden: Krankenhaus!"
"Lasse
se mich doch deheim, ich leech mich auch ins Bett und bleib ganz ruhich
liche..."
"Gnädige
Frau, Sie häären nicht auf Ihre Sohn und fallen deshalb - sind
unverfnienftig..."
"Ich
bin jetzt sofort ganz vernünftich, Herr Dokter..."
"Wenn
ich lasse Sie zuhause, gehe fort und Sie stähen auf, fallen hiiin,
jäderr sagt:
Was
hat Arzt getaan?"
"Also
- auch wenn Sie mich einweise, ich geh net ins Krankehaus!"
"Gnädige
Frau! Schreibe ich jetzt Einweisung und Transportschein.
Wenn
nicht mitfahren, missen selbst bäzahlen Krankentransport - am Wochenende
seeehr teuer!"
"Es
geht mir doch schon viel besser..."
"Guuut,
gnädige Frau, stehen jetzt auf, gähen ohne Hilfe zur Tür und wieder
zurick.
Wenn
alles gut, dann zuhause bleiben..."
"Wenn
ich aufsteh, dann fall ich doch sofort hin!"
"Deshalb
gehen in Kraankenhaus!"
"Gut!
Ich will awwer ein Zweibettzimmer!"
"Missen
mit Krankenhaus besprechen, ist nicht meine Saache..."
Als
er ging, meinte er mit einem Augenzwinkern:
"Haben
wir doch guut gemacht!?"
So
kam meine Mutter noch in der gleichen Nacht ins Krankenhaus, wo sie
sofort mit Kochsalzlösungen aufgepäppelt wurde. Nach einigen Tagen war
sie wieder soweit hergestellt, dass sich bei ihr wieder der alte Umgangston mit
Angehörigen einstellte - ein klares Zeichen für relatives Wohlbefinden.
Warum
betrachte ich diese "Behandlungsart" als gute praktische
Lebenshilfe?
Dieser
Arzt erkannte nach wenigen Minuten, um welchen Patiententyp es sich
handelte und verordnete das, was über die medizinische Notwendigkeit
hinaus als praktische Lebenshilfe anzusehen war. Jeder Mensch hat das
Recht, absolut ernst genommen zu werden. So auch im Umgang mit dem
gesamten Spektrum vom Unwohlsein bis zur akuten Lebensbedrohung. Viele
Patienten neigen dazu, ärztliche Dienste als Mittel zur Erlangung
erhöhter Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen, obwohl die Ursachen der
Beschwerden und deren Behandlung auf der Hand liegen. Genau das hatte der
Bereitschaftsarzt erkannt und die Radikalmaßnahme verordnet. Er trug
damit auch den pflegenden Angehörigen Rechnung, die für die alternative
Lösung gewaltigen Stress in Kauf hätten nehmen müssen. So war der
gesamten Familie geholfen.
Veröffentlicht
am 08.08.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Pflegende
Angehörige - eine Aufgabe mit vielen unliebsamen
Facetten
Wenn
man pflegender Angehöriger ist, kann es passieren, dass viele Dinge vor
der übernommenen Aufgabe in den Hintergrund treten. Je nach Belastung
treten beim Pflegenden zunehmend Abnutzungserscheinungen auf, die mitunter
bedenkliche Formen annehmen können. Dabei ist es nicht der Arbeitsanteil der
Aufgabe, der pflegenden Angehörigen zu schaffen macht, sondern die psychische Belastung
infolge des Verhaltens der Zielperson. Die Rede ist hier nicht von
schwerkranken Angehörigen, die noch mitten im Leben stehen, sondern von
betagten Senioren, deren Lebensumfeld die Angehörigen so lange es geht erhalten
möchten.
Die
geistige Beweglichkeit - Chance und Handicap zugleich
Der
Alterungsprozess bringt vielfältige Begleiterscheinungen mit sich. Manche
Organe funktionieren nicht mehr so, wie sie sollen und eine Reihe von
Beschwerden kommen hinzu, die ebenfalls medikamentös behandelt werden müssen.
Kommt ein Parkinson-Syndrom hinzu, so verschlechtern sich obendrein auch die
motorischen Eigenschaften. Ganz wesentlich ist in diesem Zusammenhang
allerdings, wie
gut die geistigen Kräfte noch ausgeprägt sind. Sie richten sich
jedoch meist gegen die Pflegebedürftigen, anstelle ihnen den richtigen
Weg zu weisen und werden eher zum Handicap als zur Chance.
Pflegebedürftige(r)
versus Pfleger(in)
Für
pflegende Angehörige ist ein interessanter Augenblick gekommen, wenn sich
die Stimmung gegen sie wendet, weil sie als beherrschende Faktoren und als
bevormundende Personen empfunden werden. Jede fürsorgliche Handlung
stößt dann auf Widerstand, weil sie als Eingriff in die persönliche
Freiheit empfunden wird. Ist dabei die Zielperson noch absolut klar im
Kopf, so ist für Pflegende keine Möglichkeit gegeben, das
Verhalten zu entschuldigen, wie es bei Demenz der Fall wäre. Jede
Abwehrreaktion trifft voll ins Herz und geht enorm auf die Psyche. Dass
man nur besorgt ist und Schaden abwenden will, wird einfach nicht gesehen.
Extrem wird es, wenn die pflegebedürftige Person kratzt, beißt, tritt
oder gar zuschlägt. Dann ist es besonders schwer für die Pflegeperson,
Ruhe zu bewahren. Pflegebedürftige scheuen auch nicht davor zurück, die
Pflegeperson bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor anderen Menschen zu
diskreditieren und regelrecht zu verleumden. Handelt es sich um mehrere
Pflegepersonen, so werden diese nicht selten sogar gegeneinander
ausgespielt.
Das
Festhalten am Status quo ist übermächtig
Viele
betagte Menschen entwickeln in diesem Zusammenhang ein immer stärker
werdendes Misstrauen. Sie haben Angst davor, von den pflegenden
Angehörigen in ein Pflegeheim abgeschoben zu werden. Sie wissen genau,
dass damit ein sehr heftiger Schnitt verbunden ist, der sie bis zu einem
gewissen Grad von Hab und Gut trennt - dem Hab und Gut, das anschließend ganz
wesentlich zur Finanzierung des Pflegeplatzes herangezogen wird. Es
bedeutet die Trennung von lebenslang Erschaffenem und Zusammengetragenem.
Es muss auf die Personen oder Institutionen übertragen werden, die den Lebensabend des
Angehörigen gestalten und finanzieren. Dazu fehlt vielfach die
Kraft und auch der Wille. Wer etwas besitzt, kann noch gestalten, solange
der Geist mitspielt. So auch, welche Art der Pflege persönlich angemessen
erscheint. Das will der geistig noch fitte Pflegebedürftige nur ungern
aus der Hand geben.
Verantwortungsgefühl
und Fürsorge
Finden
sich Familienangehörige, die die Pflege als Aufgabe auf sich nehmen, so entwickelt
sich ein ganz anderes Verhältnis als gegenüber fremden Personen, die
dafür entlohnt werden. Familienangehörige handeln in der Mehrzahl
aus einem tiefen Verantwortungsgefühl und aus Fürsorge. Es soll
aber auch pflegende Angehörige geben, die andere Absichten verfolgen.
Leider richtet das sich in diesem Fall wirklich berechtigte Misstrauen
meist generell gegen alle nächsten Angehörigen, die darunter sehr
leiden.
Fremde
Personen genießen die Gunst, dass der Pflegebedürftige um ihre Sympathie
bemüht ist. Kleine Geschenke begünstigen das wohlgefällige Verhalten
der Pflegepersonen, in die konstruierte Scheinwelt einzusteigen und das
Gefühl der Verbundenheit zu erzeugen. Das kippt jedoch ganz schnell, wenn
die Pflegeperson die gleichen Meinungen wie die Angehörigen vertritt. Das
wird dann nicht mehr als Fürsorge sondern als Allianz empfunden, die sich
gegen einem richtet.
Eigensinn
macht eine richtige Pflege nahezu unmöglich
Mit
dem Alterungsprozess müsste eigentlich bei klarem Verstand ein Prozess
einher gehen, bei dem die Verhaltensweisen den physischen Möglichkeiten
angepasst werden. Beim Parkinson-Syndrom kämpft der Pflegebedürftige mit
einer immer stärker werdenden Verzögerung zwischen Wollen und Können.
Trägt er dem nicht Rechnung und setzt sich spontan in Bewegung, ist der
Sturz vorprogrammiert. Die Folgen eines Sturzes sind in jedem Fall
gravierend. Sind es keine Knochenbrüche, so leidet er unter Prellungen
und Blutergüssen, die sehr schmerzhaft sind und die Bewegungsfähigkeit
weiter einschränken. Ist der Eigensinn übermächtig, so hat die
pflegende Person nahezu keine Möglichkeit der effektiven Betreuung, denn
immer neue Situationen sorgen für die Erweiterung des Problemkreises.
Helfen könnte man nur effektiv, wenn sich Einsicht oder Demenz einstellen
würde. Letzteres ist allerdings ein viel zu hoher Preis.
Wenn
der Partner nicht mehr mitspielt
Unzählige
pflegende Ehepaare kennen die Situation, wenn der psychische Stress die
physische Belastung übersteigt und irgendwann das Maß der
Unzumutbarkeiten voll ist. Meistens stellen sich dann Eheprobleme ein, die
in ein "Entweder - Oder?" münden. Der blutsverwandte Partner
kommt in arge Bedrängnis, wenn er immer noch starkes Verständnis und ein
hohes Pflichtbewusstsein für den pflegebedürftigen Elternteil empfindet.
Ehen sind bereits nach vielen Ehejahren an solchen Konstellationen
gescheitert. Um das zu verhindern, bedarf es der finalen Einsicht der sich
außergewöhnlich verhaltenden pflegebedürftigen Person.
Ist
das nicht der Fall, so gibt es nur den Weg, dass man die Pflege und
Fürsorge aufkündigt, wodurch die Person zum Handeln gezwungen
wird. Gegen den Willen des pflegebedürftigen Angehörigen kann nämlich
keine Einweisung in eine Seniorenbetreuungsstelle erfolgen. Als
Alternative bietet sich an, eine Pflegekraft ganztägig einzustellen. Das
scheitert jedoch meistens an der Bezahlbarkeit und an der Unterbringung
der Pflegekraft.
Das
Ende wird oft als Erlösung empfunden
Zwischen
pflegenden Angehörigen und deren Umfeld kann es zu starken Irritationen
kommen, wenn der natürliche Tod die Pflegesituation auflöst, die
inzwischen als tonnenschwere Last empfunden wird. Ehepartner sehen wieder
eine Hoffnung in ihrer stark angespannten Beziehung. Auch sind wieder
Urlaube und andere Gemeinsamkeiten möglich, die man über eine lange Zeit
- wenn überhaupt - nur noch getrennt wahrnehmen konnte. So reduziert sich
die Trauer im Verhältnis zur emotionalen Entfremdung gegenüber der
gepflegten Person. Ja - es stellt sich sogar ein Gefühl der Erlösung
ein.
Wohl
gemerkt: So kann sich eine Pflegesituation entwickeln, sie muss es
aber nicht.
Die
Lebensgeschichte, die Erziehung und die Charaktereigenschaften einer zu
pflegenden Person prägen das Verhalten und das macht auch vor den
nächsten Verwandten nicht Halt. Eigentlich schade!
Veröffentlicht
am 02.08.2009 © Klaus Klee
Internetzeitung
DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de
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Ein
ganz außerordentliches Erlebnis
Acht
Wochen lang hingen die Plakate für die beiden Graukopf-Satirelesungen.
Jetzt haben sie ausgedient. Am Mittwoch, dem 29. Juli 2009 fand die zweite
Lesung statt, die erneut restlos ausverkauft war. Am Ende der zweiten
Lesung konstatierten Gaby Rieth und Herbert Begemann
vom Kulturamt der Stadt Maintal, dass mit diesen Lesungen eine neue Phase
der Maintaler Lesungsreihen eingeläutet wurde. Es wurde der eindeutige
Beweis dafür geliefert, dass es für bestimmte Lesungsarten ein besonders
großes Interesse in Maintal gibt. Es ist nicht immer die ganz große Literatur, die
begeistert, sondern die emotionale Ansprache mit Themen, die Zuhörer aus
eigenem Erleben sehr
gut nachvollziehen können. So war auch zu vernehmen, dass sich das
Kulturamt weitere Events wünscht, die ebenso begeistern.

Collage
Phasen der Zufriedenheit
Fotos: M. Gros
Im
Mittelpunkt der zweiten Lesung stand die 16-jährige Schülerin Jacqueline
Wastensteiner, die ihre Satire "Der innerliche Tod"
vortrug. Gut eingebettet ins Programm war ihr die volle Aufmerksamkeit der
Zuhörer sicher. Mit sicherer Stimme und klassischer musikalischer
Untermalung überwand sie ihre Anfangsnervosität. Diese Satire und eine ganze Reihe von Artikeln und Kolumnen sind
auf ihrer WASTENSTEINER-Satire-Website
einzusehen. Dort | |