HUMOR   -   SATIRE   -   INFOTAINMENT   -   KOMMUNALPOLITIK  -  GRAUKOPF-STUDIEN

 

 

 

 

 

 

Die Seite für die Dinge,

die einem ins Auge stechen


 

Meine Homepage gliedert sich in viele Themen auf, die unterschiedlich stark frequentiert werden. Im Juli 2009 galten die häufigsten Seitenaufrufe den Graukopfsatiren, VERMISST sowie Kriegsberichterstattung und Werbung. Danach folgten die politischen Seiten, die sich auf Wochen und Quartale verteilen.

Die WASTENSTEINER-Satiren werden ebenfalls immer häufiger geöffnet, sowie meine Satiren über den Zeitgeist.

Nachdem ich meine dokumentarisch-satirische Berichterstattung über die Maintaler Kommunalpolitik im Juli 2009 einstellte, möchte ich mich auf interessante Augenblicke konzentrieren, die auch für meine Leser interessant sein könnten.

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

 


08.03.2010

Bürgerhilfe feiert 10-jähriges Bestehen

Am 29. März 2000 wurde die Bürgerhilfe Maintal e.V. unter dem Namen "Seniorenhilfe Maintal" gegründet und zählt inzwischen über 2200 Mitglieder, davon über 300 Aktive. Im Februar 2002 änderte die Mitgliederversammlung den Vereinsnamen. Der Verein ist im Sinne einer Genossenschaft organisiert. Wer Dienste leistet, erwirbt sich ein Punkteguthaben, für das man im Bedarfsfall ebenfalls Hilfe in Anspruch nehmen kann. So lautet das Motto auch: Miteinander - Füreinander! Am 7. März 2010 feierte die Bürgerhilfe ihr 10-jähriges Bestehen, wofür ich auch an dieser Stelle gratuliere.  >>>mehr

 

05.03.2010

Hessische CDU leistet sich eine fragwürdige Staatsrichterin

Während der Landtagssitzung thront der Hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) mit hochrotem Kopf auf seinem Platz und war auch nach Aufforderung nicht bereit, sich zu einer Untersuchung oder Disziplinarmaßnahme gegen die Richterin Karin Wolski zu äußern. Diese steht im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen Steuerhinterziehung in großem Stil  gegen ihren Mann als Nutznießerin im Fokus der Ermittlungen. Sie wird als Miteigentümerin einiger von einer reichen Bekannten auf dubiose Art geschenkten, jedoch nicht versteuerten Immobilien und anderen Sachleistungen genannt. Ferner soll sie 6 Autos unter einer Scheinadresse angemeldet haben. Das alles scheint für die schwer justiziable Dame völlig normal zu sein . Auch dass weder sie noch ihr Mann als Großverdiener jahrelang mit Duldung der Finanzbehörde keine Steuererklärungen abzugeben brauchten, findet sie völlig normal.  >>>mehr

 

03.03.2010

Gesamtdeutsche Solidarität wäre inzwischen gerechter

Ein deutliches Zeichen für die rasant ansteigende Mangelverwaltung bundesdeutscher Gemeinden sind die Schlaglöcher auf unseren innerörtlichen Straßen. Die Kreis- und Landesstraßen sehen aber auch nicht viel besser aus. Pendler, die derzeit durch Maintal oder über entsprechende Umgehungsstraßen fahren, fühlen sich nach Südosteuropa versetzt. Selbst den Vergleich mit den innerörtlichen Straßen der ehemaligen DDR halten sie vielfach nicht mehr stand. Stellt man den Vergleich zum heutigen Zustand der Straßen in den neuen Bundesländern an, versteht man die Welt ohnehin nicht mehr. Der Solidaritätszuschlag lässt grüßen. Die Vereinigung nahm unserem Land infolge der krassen politischen Fehler während der Vereinigung sehr viel Kraft und bescherte uns eine immense Arbeitslosigkeit. Die letzte Wirtschafts- und Währungskrise besorgte den Rest. Wo fängt Solidarität an und wo hört sie auf? Es kann nicht sein, dass diejenigen, die seit zwanzig Jahren für die Vereinigung bluten, nun in den Zuständen leben müssen, die damals ihrer Solidarität bedurften.  >>>mehr

 

27.02.2010

Vom Konterkarierten zum Kleinkarierten

Das Werk der Consulting-Berater zum Stadtleitbildprozess ist mit der professionellen Präsentation der Ergebnisse vollbracht und so langsam kehren die Treiber des Prozesses zu ihrer eher kleinkarierten Arbeitsweise zurück. Schluss mit der geschickt angewandten Metaplantechnik, deren Vorteile allzu gern im Sinne der Auftraggeber konterkariert werden. Die Vorgehensweise ist immer gleich: Ideen zu einem Thema werden mit wenigen Worten auf Kärtchen geschrieben, auf eine Metaplantafel geheftet, anschließend sortiert und mit Klebepunkten gewichtet. Eine geschickt zusammengestellte "Arbeitsgruppe" formuliert daraus Ergebnisse und Aussagen. Diskussionen sind grundsätzlich nicht möglich oder werden unterbunden. Mit den Ergebnissen kann der Auftraggeber später nach Belieben verfahren. Moderiert wurde nach der Methode, die Eberhard und Wolfgang Schnelle von der Firma Metaplan GmbH im Jahr 1972 entwickelten. Seitdem bedienen sich Auftraggeber jeder Couleur dieser Methode. Es kommt auf den professionellen Tatsch an, den eine Vorgehensweise haben muss, um von der längst vom Auftraggeber ins Auge gefassten Absicht abzulenken.  >>>mehr

 

24.02.2010

Die Gruppensprecher - Stars des Abends

Bürgerversammlungen haben in Maintal stets ein Kernthema. Im Jahr 2010 musste dafür der Stadtleitbildprozess herhalten. Mit großer Spannung verfolgten die Veranstalter den Zustrom der Bürger, der ins Bischofsheimer Bürgerhaus träufelte. Er blieb sicherlich unter den Erwartungen zurück, denn gemessen an den ca. 200 Prozessteilnehmern war die Besucherzahl kaum höher. Der Anteil der normalen Besucher dürfte unter 60 Personen gelegen haben. Dafür war die Inszenierung des Abends umso bemerkenswerter, was nicht nur an der perfekten Ausstattung lag. Die Bürger konnten sich im Mittelpunkt fühlen. Sie  wurden sehr beeindruckend von den Gruppensprechern der 8 Teams informiert. Die eigentlichen Treiber des Projekts hielten sich deutlich zurück und unterstrichen damit, dass es ein Prozess von Bürgern für Bürger sein soll. Sie waren damit aus verschiedenen Gründen sehr gut beraten.    >>>mehr

 

20.02.2010

Große Inszenierung eines lauen Bühnenstückes

Am Dienstag, dem 23. Februar 2010 findet im Bürgerhaus Bischofsheim die diesjährige Bürgerversammlung der Stadt Maintal statt. Hauptthema ist der Stadtleitbildprozess, der die Lokale Agenda ablösen soll. Monatelang haben sich die einzelnen Gruppen zu jeweils einer oder zwei Sitzungen getroffen und Ideen gesammelt, alte Ideen neu aufgenommen und eifrig Bürgerbeteiligung geübt. Bürgerinnen und Bürger, die in der Lokalen Agenda, der Zukunftswerkstatt, dem Arbeitskreis zum Sportstättenkonzept und bei anderen Projekten mitgewirkt hatten, erkannten schnell die immer wiederkehrende Arbeitsweise des Bürgermeisters und gingen auf Distanz. Ein großer Teil der Teilnehmer wird deshalb der Veranstaltung fern bleiben, weil sie sich nicht wieder veralbern lassen wollen. Man spricht offen von einem Kasperltheater mit klar verteilten Rollen.  >>>mehr

 

15.02.2010

Die Sache mit der spätrömischen Dekadenz

Guido Westerwelle, der amtierende Außenminister und führende Kopf der FDP, beschimpfte vor einigen Tagen während einer Hartz IV-Debatte zehn Millionen Menschen und meinte: "Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspreche, lade zu spätrömischer Dekadenz ein...". Hierbei zeigte es sich, dass sein loses Mundwerk wohl kaum auf Wissen aufbaut, wohl mehr auf diffusen Andeutungen, die sich bei näherer Betrachtung als haltloses Geschwätz erweisen. Heiner Geissler (CDU), Jesuitenschüler und ehemaliger CDU-Generalsekretär ließ es sich nicht entgehen, Westerwelle in hoher rhetorischer Manier der alten Schule als Esel zu bezeichnen. >>>mehr

 

06.02.2010

"Humor-Bedürfnisanstalt" - das Unwort der Kampagne

Wir befinden uns momentan in der Mitte der diesjährigen Fastnachtskampagne und das heimische Sitzungsgeschehen lockt die Menschen an. Die Säle sind nicht proppevoll, aber zum Schunkeln reicht es, wenn keine größeren Lücken die Kette unterbrechen. Mehrere Dutzend Karnevalisten befreundeter oder zumindest nahestehender Vereine pflegen die Gegenbesuchstradition, um sich kommerziell zu unterstützen. Dazwischen Grüppchen, Cliquen und Einzelpersonen, die sich gut unterhalten lassen wollen. Man lechzt nach Höhepunkten, die jeder Besucher in einem anderen Segment des Programms sucht und schätzt. Dann der unvermeidliche Auftritt der Prinzenpaare, die alljährlich ihre besonderen Intelligenzleistungen versprühen. In der Mitte der kurzweiligen Ansprache fällt das provokant oder gedankenlos gewählte Wort "Humor-Bedürfnisanstalt". Und das aus dem Mund des Fastnachtsprinzen gegenüber dem örtlichen Humoristen-Verein, der dem Prinzenpaar gerade humoristisches Asyl gewährt. >>>mehr

 

05.02.2010

Chuzpe der Loeki Häger-Hogerland trifft das Nationalgefühl

Es gibt heute Themen, die auf seltsame Weise solidarisieren. Dass Armut auch dazu gehören könnte, hätte ich nie gedacht. Vielleicht bekennen wir uns ja national so bereitwillig zur Armut, weil wir uns wegen unseres jahrelangen Wahlverhaltens schuldig fühlen. Wenn es partout ganz bestimmten Wählergruppen gut gehen soll, müssen zwangsläufig viele andere Mitbürger darunter leiden. Seit Jahren kennt unsere Wirtschaft keinen Zuwachs mehr, von dem alle profitieren könnten, sondern nur noch die Umverteilung, wozu man sich der Regierenden bedient. Die Folge ist wachsende Armut. Da es aber nicht gelingt, die Verlierer unserer Gesellschaft irgendwo zu verstecken, wird bei den Nutznießern der Politik immer wieder das Schamgefühl berührt, wenn sie der Armut offen begegnen. Werden die Armen von Zeitgenossen verbal angegriffen, setzt sogar ein ganz besonderer Schutzmechanismus ein. Wie paradox! Man lässt zwar Armut zu, findet es aber unfair, wenn Arme angegriffen werden, wie es Loeki Häger-Hogerland unterlief. 

Fürwahr - eine seltsame Moral!  >>>mehr

 

29.01.2010

Technik und Kommerz rangieren vor Mensch und Gesundheit

Heute ist mal nicht die Rede von Sicherheitslücken und von Datenmissbrauch, sondern von den Auswirkungen modernster Datenübertragungstechnik auf den Organismus. Kinder, Jugendliche, Trendsetter und Menschen im Kommunikationsrausch nutzen nahezu alle technischen Neuheiten und verhelfen der Branche zu immer neuen Umsatzrennern. Dabei kommen viele Konsumenten nicht nur finanziell in Schwierigkeiten, auch die Gesundheit ist massiv gefährdet. Immer häufiger leiden Menschen unter Elektrosmog und der intensiven Bestrahlung durch alle möglichen Geräte. Dies führte zu einem Maintaler Ärzteappell, der von 25 niedergelassenen Ärzten unterzeichnet wurde. Seit Jahren setzen sich Aktivisten für eine schonende Versorgung der Bürger mit Mobilfunkstrahlung ein und wenden sich gegen die aus der Sicht der Betreiber verständliche kostengünstigste Versorgung aus den Zentren des Verbrauchs heraus, weil mit diesem Verfahren die Bestrahlung am intensivsten ist. Viele Städte und Gemeinden - außer Maintal - erarbeiteten schlüssige Konzepte, an die sich Mobilfunkbetreiber zu halten haben. >>>mehr

 

23.01.2010

Karnevalistische Seifenblasen und die Krise

Viel ist in diesen Zeiten die Rede von der Krise, jeder meint damit etwas anderes, aber alles gehört irgendwie zusammen. In diesem Fall ist die Rede von der Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Besuch von kulturellen Veranstaltungen und von Fastnachtssitzungen. Immer weniger Menschen gönnen sich vergnügliche Stunden. Gerade ist der diesjährige Reigen der Fastnachtssitzungen angelaufen und die Säle sind nur teilweise gefüllt. Unter dem Strich bzw. über alle Veranstaltungen hinweg bleibt ein kräftiges Minus an Besuchern und bei so manchem Verein überlegt man schon, die Anzahl der Veranstaltungen zukünftig zu reduzieren. Was einst einem Höhenflug glich, wird zunehmend zu karnevalistischen Seifenblasen, die zerplatzen.   >>>mehr

 

21.01.2010

Wer sich zu weit vor wagt, kann nicht mehr zurück

In Hochstadt wartet die Evangelische Kirchengemeinde auf das Ergebnis des von Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich selbst eingeleiteten Disziplinarverfahrens. Es soll endlich wieder Ruhe in der Gemeinde einkehren. Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer noch der Pfarrer im Ruhestand und mit ihm der Posaunenchor, der seinen Begründer und selbstgewählten Chorleiter in einer Art "Korpsgeist" unterstützt. Diese Auslegung stammt dem Wort nach nicht aus den Reihen des Posaunenchors, ergibt sich aber aus der Darlegung der Beweggründe für die Unterstützung der Anliegen des Pfarrers i.R. . Vielleicht ist der Begriff "Korpsgeist" aber hier gar nicht richtig angebracht, denn im Brockhaus von 1911 heißt es, Korpsgeist sei "die tätige Teilnahme jedes einzelnen am gemeinschaftlichen Wohl aller, unter Beiseitesetzung aller egoistisch-persönlichen Rücksichten".  Das gemeinschaftliche Wohl aller scheint nicht mehr gegeben, weil persönliche egoistische Rücksichten genommen werden. >>>mehr

 

20.01.2010

Eine Frage der Ehre

Zur Fastnachtszeit empfingen die Ministerpräsidenten einiger Bundesländer in ihren Räumen die Prinzenpaare vieler Städte und Gemeinden. So auch Roland Koch, der ins Biebricher Schloss einlud und 240 Prinzenpaare dessen Einladung gefolgt waren. Die Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval lobte den Ministerpräsident überschwänglich für sein Engagement, das er angeblich den Narren entgegenbrachte. Was damit gemeint war, bleibt jedoch im Dunklen. Roland Koch rief seinerseits die Narren auf, politische Vorträge intensiv zu fördern, denn "die Fastnacht dürfte nicht unpolitisch werden". Angesichts der umstrittenen Person Roland Koch und dem schiefen Licht, in dem er und einige seiner Minister stehen, kann diese Äußerung nur als unverschämtes selbstgefälliges Feixen bezeichnet werden. Für Prinzenpaare und Vereinsfunktionäre ist es deshalb eine Frage der Ehre, der Einladung zu folgen.

 

03.01.2010

Muss es immer erst Tote geben?

Es hat mal wieder einen Radfahrer erwischt! Am Samstag, dem 2. Januar 2010 wurde auf der Verbindungsstraße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ein Radfahrer erfasst und verstarb an den Unfallfolgen. Der in den Unfall verwickelte Autofahrer dürfte sein ganzes Leben lang unter diesem Eindruck leiden. Wie auch immer der Unfall geschah, die Bischofsheimer Straße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ist grundsätzlich für Radfahrer gesperrt. Viele Radfahrer ignorieren das und bringen sich und andere damit in Gefahr. >>>mehr

 

   

02.01.2010

Vielseitige HMV-Talente werben für das Sitzungsprogramm 

Auch wenn im Artikel des Maintal TAGESANZEIGER vom 2. Januar 2010 nicht direkt davon die Rede ist, so dürfte klar sein, dass man während der Karnevalszeit die beiden Ausnahmetalente Pia Jost und Silvia Koffler der Hochstädter Humoristen nur live erleben kann, wenn man eine der drei bevorstehenden  Fastnachtssitzungen des HMV besucht. So wird es wieder ein interessanter Augenblick sein, wenn sie auf der Bühne präsentieren, was sie sich für dieses Programm haben einfallen lassen. Wer das verpasst, hat erst wieder während der Programme des lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS die Freude, die beiden live zu erleben. Dort prägen sie mit ihren Auftritten ebenfalls das Programm in ganz besonderer Weise. >>>mehr

 

31.12.2009

Rückblick und Blick nach vorn

Es gibt Jahre, die einem in vorwiegend schlechter Erinnerung bleiben. Das Jahr 2009 ist so ein Jahr, auch wenn es einige positiv empfundene Ereignisse gab. Unser Lokalblatt beleuchtete alljährlich nochmals das Wesentliche und die Fraktionsvorsitzenden sowie der Bürgermeister verkünden ihre Sicht der Dinge. Natürlich gäbe es dazu einiges zu sagen, doch zu diesem Jahreswechsel verkneife ich mir das. Die ureigenen Highlights und Tiefpunkte, die uns Bürger persönlich betreffen, gehen tiefer, auch wenn davon die Öffentlichkeit nichts erfährt. Alles zusammengenommen ergibt sich ein eher düsteres Bild, das sich auch im Jahr 2010 nicht wesentlich erhellen wird. >>>mehr

 

22.12.2009

Nachtrag

31.12.2009

Neues von "Trompeter L."

Weihnachten in Hochstadt und die lautesten Misstöne kommen aus der Kirche. Das ist ein wahrhaft interessanter Augenblick, zu dem sich die  Frankfurter Rundschau  erneut über die Disharmonien in der Evangelischen Kirchengemeinde Hochstadt äußert. Noch immer schwelt der Konflikt zwischen Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich und der Kirchengemeinde sowie Pfarrer Uwe Rau. Der Hochstädter Posaunenchor ließ sich sogar für die Interessen von Hermann Langheinrich instrumentalisieren und sagte die Teilnahme an der Christmette an Heiligabend ab. Das dürfte der vorerst absonderlichste Höhepunkt der Konfrontation sein. Die Angelegenheit hat jedoch weitaus dunklere Facetten als die, mit der die Frankfurter Rundschau aufwartet. >>>mehr

 

19.12.2009

Maintaler Senioren sind online 

Am Montag dem 14. Dezember knallten die Sektkorken, als die Homepage der aktiven Maintaler Senioren im Internet feierlich gestartet wurde. Mit der sehr ansprechend und übersichtlich gestalteten Homepage steht allen Maintaler Senioren nun eine Informationsquelle zur Verfügung, die alle Aktivitäten umfasst, welche vom SeniorenOffice betreut werden. Vereinzelten sparwütigen Politikern, welche die Funktion des SeniorenOffice infrage stellten und meinten, man könne sie problemlos auf Maintaler Vereine übertragen, werden beim Studium der Vielfalt der Aktivitäten und der Kernproblematik erkennen, welchen  Stellenwert das SeniorenOffice besitzt. >>>mehr

 

15.12.2009

Schreiben versus Depression

Die interessanten Augenblicke werden für mich immer seltener. Befasste ich mich bis vor wenigen Wochen noch mit der Maintaler Kommunalpolitik, so nehme ich sie heute nur noch am Rande wahr. In meinem Garten, der ein zentraler Punkt meines Lebens war, war ich seit mehreren Wochen schon nicht mehr. Pflege, Krankheiten und Verletzungen der Menschen innerhalb meines engsten Umfeldes bestimmen mein Leben. Momentan lebe ich nur noch im Heute und im Jetzt. Was mich noch einigermaßen zusammenhält, ist die Vermutung, dass es vielen Menschen so oder so ähnlich geht und irgendwann diese Phase des Lebens beendet ist. Man muss sich gegen die schleichend daher kommende Depression wehren - so, wie es vielen Menschen abverlangt wird.  >>>mehr

 

28.11.2009

Stadtleitbildprozess braucht unbedingt ein Logo

Selten hat ein Projekt die Maintaler Stadtverwaltung so intensiv beansprucht, wie der Aufguss der Lokalen Agenda 21, der jetzt unter dem Begriff "Stadtleitbildprozess" verkauft wird. Wochenlang wird schon darüber in der örtlichen Presse ausführlich berichtet, ohne dass etwas nennenswert Neues dabei zu lesen ist. Als besonders interessanter Augenblick wird nun die Ausschreibung eines Wettbewerbs gefeiert, um ein Logo für den Prozess zu finden. Ohne ein Logo geht nämlich in Maintal gar nichts. Man hat dafür sogar eine spezielle Arbeitsgruppe im Rathaus gebildet und hielt die Auszubildenden für das adäquate Gremium. Nun können die Bürger endlich ihren Ideen freien Lauf lassen. Die Sache ist in guten Händen.  >>>mehr

 

17.11.2009

Die Auswirkungen der Bundespolitik kommen in den Gemeinden an

Während der Stadtverordnetenversammlung vom 16. November 2009 brachte Bürgermeister und Kämmerer Erhard Rohrbach den Maintaler Haushalt 2010 ein. Dieser schließt erstmals mit einem Rekorddefizit von 8,6 Millionen € ab. Kurz zuvor hatte er seine Ernennungsurkunde für die nächsten sechs Amtsjahre erhalten. Angesichts der Aussichten für Maintal kam nur verhaltener Applaus auf. Einen ersten Vorgeschmack bekamen die Anwesenden durch die Ankündigung, dass sich die Grundsteuer um 70 Prozentpunkte von 350 auf 420% erhöht. Das trifft die Nutzer von Wohneigentum und deren Mieter. Die Vermieter - also die kommerziellen Nutzer - bleiben außen vor. Ein erstes Zeichen ungerechter Lastenverteilung und der Retourkutsche für die erzwungene Rücknahme der Straßenbeitragssatzung ist also bereits gegeben. >>>mehr

 

15.11.2009

Narren sind nur mit Humor zu ertragen

Seit dem 11.11. sind wieder die offiziellen Narren unterwegs und verbreiten notorisch ihren Frohsinn unter dem Rest der Nation. Es regnet erneut Vliese und Orden und "verdiente Narren" werden zu Rittern geschlagen. Tollitäten der letzten Kampagne treten ab und neue Prinzenpaare werden inthronisiert. Dazu wird getanzt, getrunken und allerlei Gesprochenem und Gesungenem zugehört, das eigentlich dem Schwachsinn bedenklich nahe kommt. Es ist halt die Zeit der Karnevalisten und der Narren. Hier komen sich auch Menschen näher, die sich ansonsten aus dem Weg gehen. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede, denn ich war über zwei Jahrzehnte Teil dieses Frohsinns und habe den Quatsch äußerst aktiv mitgestaltet. Es war halt ein Teil der Vereinsaktivitäten und es war für mich eine Selbstverständlichkeit, diesen Teil des Vereinsgeschehens mit zu begleiten. Im Herzen war ich jedoch immer ein Humorist und ertrug die Karnevalisten so gut es ging.  mehr>>>

 

05.11.2009

Kabarett kann ein richtiger Jungbrunnen sein

Die vier Kabarettveranstaltungen der Gruppe MIKROKOSMOS waren für die Akteure und für das Publikum im wahrsten Sinne interessante Augenblicke. Das bestätigen die vielen Gespräche und die uns erreichenden Informationen. Als Senior und Mitbegründer des lokalen Kabaretts in Hochstadt fühlte ich den Stress in der Vorbereitungsphase besonders deutlich und trug mich deshalb mit dem Gedanken, dass dies meine letzte Teilnahme sein sollte. Vielleicht schaute ich deshalb auch so ernst, wie auf neben stehendem Bild während des Programmbeginns. Während der vier Abende begeisterte mich die Leistung jedes einzelnen Ensemblemitglieds sowie die tolle Reaktion des Publikums so sehr, dass der Gedanke ans Aufhören wie weggeblasen ist. Lokales Kabarett kann ein richtiger Jungbrunnen sein. >>>mehr

 

31.10.2009

Premiere in Hochstadt

Da erlebt man einen der interessantesten Augenblicke des Jahres und kann doch nicht so schreiben, wie man will. Schließlich sollen die Besucher der drei anderen Veranstaltungen nicht zu viel erfahren, denn die Spannung wäre womöglich weg. Dennoch möchte ich einige Worte über das Wechselbad der Gefühle los werden, das die Kabarett-Truppe hinter und auf der Bühne durchlebt. Zunächst sei noch ein Hinweis erlaubt. Auch heute verwende ich den winzigen Hinweis auf mögliche Restkarten, weil auch gestern in einem Fall zwei Karten  wegen Krankheit zurück gegeben wurden, die an der Abendkasse sofort wieder verkauft werden konnten. Wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. >>>mehr

 

23.10.2009

Wenn wegen knapper Kassen die Tradition dem Fortschritt weichen muss

Die momentane Wirtschaftslage bringt es mit sich, dass an allen Ecken und Enden gespart werden muss. So auch in Vereinen, die jetzt häufig mit einem veränderten Konsumverhalten der Bürger konfrontiert werden. Der Euro rollt auf der Ausgabenseite stärker als auf der Einnahmenseite. Die Folge ist, dass man einspart, wo es nur geht. Das hat aber so seine Tücken. Auch wenn es gelingt, die Qualität von Veranstaltungen und deren Ausstattungen zu halten, die Folgen sind in anderen Bereichen spürbar. >>>mehr

 

22.10.2009

Redaktion der HOCHSTÄDTER KREPPELZEITUNG ist traurig

Es gibt interessante Augenblicke im Leben, die einem unter die Haut gehen. Einer dieser Augenblicke fand in dieser Woche statt, als Berthold Böhm nach über 30-jähriger Zugehörigkeit zur Redaktion der HOCHSTÄDTER KREPPELZEITUNG seinen Rückzug aus dem "Kreppelgericht" bekannt gab, wie sich die Redaktion seit ihrer Gründung im Jahr 1902 nennt. Mit ihm verliert die Kreppelzeitung einen unglaublich vielseitigen humoristischen Redakteur, der es über Jahrzehnte verstand, die vielfältigsten Themen in seiner ureigenen Art zu glossieren. Nur allzu gern würde ich an dieser Stelle das eine oder andere Geheimnis lüften. Die Statuten der Kreppelzeitung verbieten es jedoch, den Zusammenhang zwischen Autoren und Texten herzustellen. Dahinter steht in jedem Fall das gesamte "Kreppelgericht".

18.10.2009

Kabarett und Satire muss man verstehen können

Nur noch zwei Wochen stehen der Kabarettgruppe MIKROKOSMOS für den letzten Schliff am Programm zur Verfügung. Dann wird es ernst. Die fast 500 Eintrittskarten haben ihre Besitzer innerhalb weniger Tage gefunden und das Motto des Programms 2009 lautet "Bis aaner weint!" Das ist natürlich nicht sprichwörtlich so zu verstehen, sondern trägt der Tatsache Rechnung, dass das geflügelte Hochstädter Wort "Bis aaner flennt" von Neubürgern etwas hochdeutscher ausgesprochen wird. Es soll einfach als gutgemeinter Beitrag zur Integration verstanden werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass "aaner weint", wird das Verständnis des Publikums für Kabarett und Satire zeigen. >>>mehr

 

07.10.2009

Kleinstädtische Inquisition

Interessante Augenblicke erlebe ich gerade in einer ungewollten Konfrontation mit aufgeschreckten Katholiken und pikierten Protestanten Maintals. Ich erlaubte mir, einige Aspekte der Ökumenischen Segnung eines Einkaufsmarktes zu hinterfragen. Wohlgemerkt: Ich stellte lediglich Fragen. Diese waren allerdings sehr hintergründig und spitz formuliert, wie etwa: 

Befinden sich die Kunden jetzt auf geweihtem christlichem Boden?

Was bedeutet diese Handlung für die Kunden?

Ist dies nun ein christlicher Einkaufmarkt oder folgen die anderen Konfessionen noch?

>>>mehr

 

01.10.2009

Achten Sie auf Emanzen!

Nun werden Sie fragen, was der Unterschied zwischen einer emanzipierten Frau und einer "Emanze" ist. Emanzipierte Frauen sind Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen, die sich für Frauenthemen und Frauenprobleme intelligent und wirkungsvoll einsetzen. Diese Bewegung entstand in den 60er und 70er Jahren und schon damals wurde für eine gewisse Art von Frauenrechtlerinnen die Kurzform EMANZE geprägt. >>>mehr

 

01.10.2009

Alle drei Kabarettveranstaltungen 2009 waren in knapp 2 Stunden ausverkauft

An dieser Stelle wurde bereits über die Vorbereitungen zum diesjährigen Kabarettprogramm der Gruppe MIKROKOSMOS berichtet. Ein interessanter Augenblick war für das gesamte Ensemble natürlich der Beginn des Kartenverkaufs am heutigen 1. Oktober 2009. Drei mal 120 Karten standen zum Verkauf und innerhalb von zwei Stunden waren alle drei Veranstaltungen ausverkauft.

 

30.09.2009

Wieder allein in der Mitte?

Die Bundestagswahl ist gelaufen und Deutschlands Mitte kann sich darüber freuen, dass sie wieder unter sich ist. Linke und rechte Parteien konnten aus der Wirtschafts- und Bankenkrise unverständlicherweise keinen argumentativen Nutzen ziehen. Die wahren Gewinner waren die neoliberalen Kräfte, deren Politik in weiten Teilen ja geradezu erst diese Krise begünstigte. So, wie die SPD unter Gerhard Schröder mit Macht die Mitte zu erobern versuchte und dies auch teilweise schaffte, so eignete sich nun die CDU in der großen Koalition verstärkt soziale Kompetenz an und konnte damit die SPD wieder aus der Mitte vertreiben. Die FDP hingegen setzte komplett auf den Konflikt zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen, um die Kluft weiter zu vergrößern. >>>mehr

 

02.09.2009

Die Zeit ist das Maß aller Dinge

Recht bekannt sind die zerfließenden Uhren von Salvatore Dahli. Sie sollen verdeutlichen, wie uns die Zeit unter den Händen zerrinnt. Der ganz persönliche Zeitrahmen eines jeden Menschen ist seine Lebenszeit, die in Jahren recht überschaubar, in Monaten ausgedrückt üppiger und in Tagen und Stunden gerechnet schier gewaltig zu sein scheint. Und doch kann im nächsten Moment schon alles vorbei sein. Dennoch planen viele Menschen in recht großen Zeiträumen, wenn es zum Beispiel um Zinsen und Tilgung geht. Eine Ehe soll gar ein Leben lang halten. Sieht man sich jedoch genauer an, wie wir mit der Zeit umgehen, kommt man ins Grübeln. >>> mehr

29.08.2009

Vom Saulus zum Paulus - Die Erinnerungslücke des Dr. Tauber

Vor einigen Tagen warnte unser Bürgermeister noch vor den Gefahren, die "in der Scheinwelt des Internets" lauern. Es wäre für ihn möglicherweise ein interessanter Augenblick, zu erleben, dass diese "Scheinwelt des Internets" auf Anfrage nahezu jede Erinnerungslücke schließt, die offensichtlich momentan beim  Bundestagskandidaten Dr. Peter Tauber (CDU) auftrat. Er wurde - möglicherweise zum unpassenden Zeitpunkt - an seine Äußerungen erinnert, dass auch er es richtig finde, dass über 85-Jährige ihre Hüftgelenke selbst bezahlen müssten. Das passt nun so gar nicht mehr zu seiner Wahlkampfstrategie. >>>mehr

 

22.08.2009

Ich bewahre Euch vor dem bösen Internet

Viele Internet-Anwender und -nutzer sind heute sehr stark auf schnelle Übertragungszeiten angewiesen, weil sie das Internet beruflich nutzen. Sie mussten aus Einsparungsgründen ihren Arbeitsplatz teilweise nach Hause verlegen und teilen sich ihren voll aufgerüsteten Firmenarbeitsplatz mit mehreren Kolleginnen und Kollegen. Sie fahren nur noch zur Abstimmung und zu Meetings in die Firma. Wenn man sich in den Firmenserver einwählt, Arbeitspakete downloadet und die Ergebnisse wieder uploadet oder gar online arbeitet, ist man auf hohe Datenübertragungsraten angewiesen. >>>mehr

10.08.2009

Vier "Geburten" pro Jahr

Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS im Aufwind

Zeitungsleute erleben in regelmäßigen Abständen Interessante Augenblicke, wenn aus ihrer Stoffsammlung das fertige Produkt entsteht. Bis zur letzten Minute wird korrigiert, gestaltet und am Satz gefeilt. Ist eine wirklich schön gestaltete und lesenswerte Zeitung "geboren", dann ist das gesamte Team zufrieden. Doch bis dahin ist ein gewaltiges Stück Arbeit zu bewältigen.  >>>mehr

08.08.2009

Ärztlicher Notdienst Bruchköbel - Lebenshilfe mit Krankenhauseinweisung

Viele Maintaler beschweren sich immer wieder über den Ärztlichen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung für den Raum Maintal. Man behauptet, Ärzte jeder erdenklichen Fachrichtung würden den Dienst versehen und die Hilfe sei oft nicht passend. Eine ganz andere Erfahrung machte ich im häuslichen Umfeld. Ein Bereitschaftsarzt mit starkem böhmisch/mährischem Akzent bestach mit gut dosierter ärztlicher Kunst und sehr großer Lebenserfahrung. >>> mehr

02.08.2009

Pflegende Angehörige - eine Aufgabe mit vielen unliebsamen Facetten

Wenn man pflegender Angehöriger ist, kann es passieren, dass viele Dinge vor der übernommenen Aufgabe in den Hintergrund treten. Je nach Belastung treten beim Pflegenden zunehmend Abnutzungserscheinungen auf, die mitunter bedenkliche Formen annehmen. Dabei ist es nicht der Arbeitsanteil der Aufgabe, der einem zu schaffen macht, sondern die psychische Belastung infolge des Verhaltens der Zielperson. >>> mehr

30.07.2009

Ein ganz außerordentliches Erlebnis

Satire-Freunde freuten sich bereits auf die zweite Lesung von Graukopf-Satiren, die im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt Maintal am 29. Juli 2009 um 19 Uhr im Historischen Rathaus Hochstadt stattfand. Zur zweiten Lesung kam auch Jacqueline Wastensteiner, die ihre Satire "Der innerliche Tod" vortrug. >>> mehr

26.07.2009

MIKROKOSMOS startet durch

Die Kabarett-Gruppe MIKROKOSMOS arbeitet bereits intensiv am diesjährigen Programm, das am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November 2009 stattfindet. Ein interessanter Augenblick war gekommen, als die Ideen förmlich ins Sprudeln kamen. 

Wer in derartige Aktionen und Abläufe schon einmal eingebunden war, der weiß, dass unmittelbar nach der letzten Vorstellung die gesamte Anspannung von einem abfällt, die sich über Wochen und Monate aufgebaut hatte. >>> mehr

24.07.2009

Informationsquelle versiegt nahezu unbemerkt

Nach der Einstellung meiner Dokumentation der Maintaler Kommunalpolitik erlebte ich im Kontakt mit meinen Lesern eine Reihe interessanter Augenblicke, die mich jedoch nicht von meinem Entschluss abbrachten. Besonders interessant war für mich die Feststellung, dass die örtliche Presse kein Interesse an diesem Thema hatte, obwohl man händeringend Themen sucht, um das Sommerloch zu füllen. >>> mehr


 

 

Bürgerhilfe feiert 10-jähriges Bestehen

 

Am 29. März 2000 wurde die Bürgerhilfe Maintal e.V. unter dem Namen "Seniorenhilfe Maintal" gegründet und zählt inzwischen über 2200 Mitglieder, davon über 300 Aktive. Im Februar 2002 änderte die Mitgliederversammlung den Vereinsnamen. Der Verein ist im Sinne einer Genossenschaft organisiert. Wer Dienste leistet, erwirbt sich ein Punkteguthaben, für das man im Bedarfsfall ebenfalls Hilfe in Anspruch nehmen kann. So lautet das Motto auch: Miteinander - Füreinander! Am 7. März 2010 feierte die Bürgerhilfe ihr 10-jähriges Bestehen, wofür ich auch an dieser Stelle gratuliere.  

 

Zum Leistungsumfang der Bürgerhilfe gehören 

  • Besuchsdienste an Wochentagen und am Wochenende 

  • Beratung / Begleitung bei Behördengängen, Arztbesuchen usw. 

  • Entlastung von pflegenden Angehörigen · Reparaturhilfen 

  • Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen 

  • Der Wunschgroßelterndienst 

  • Wohnraumbetreuung 

  • Die "Nahrungsquelle" 

  • Der "TextilShop"

Ausführliche Informationen kann man der Homepage http://buergerhilfe-maintal.de  entnehmen oder man besucht einfach die Geschäftsstelle in der Neckarstraße 9 montags bis freitags von 10 - 12 Uhr und zusätzlich donnerstags von 15 - 17 Uhr.

 

Bürgerhilfe auf einem ihrer Ausflüge

 

Die Bürgerhilfe ist in den 10 Jahren ihres Bestehens zu einer starken Gemeinschaft gereift, in der sich vornehmlich Senioren aktiv betätigen. Ihre Motivation ist von Lebenserfahrung und dem Wissen um die Schwächen des gegenwärtigen Zeitgeistes geprägt. Sie werden überall dort aktiv, wo notwendige Hilfe anderweitig für die Menschen unbezahlbar oder gar nicht zu realisieren ist. Gelebte Solidarität ist in allen Bereichen zu spüren. Bewundernswert ist der Einsatz in allen Bereichen. Jeder hilft - seinen Stärken entsprechend. Im Hintergrund steht aber auch eine Vielzahl passiver Mitglieder, die den Verein finanziell unterstützen. Sie sorgen für die benötigten finanziellen Mittel des Vereins.

 

 

Krankenbegleitdienst                               Wunschgroßeltern

 

 

Veröffentlicht am 08.03.2010 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regal der "Nahrungsquelle"

 

Hessische CDU leistet sich eine fragwürdige Staatsrichterin

 

Während der Landtagssitzung thront der Hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) mit hochrotem Kopf auf seinem Platz und war auch nach Aufforderung nicht bereit, sich zu einer Untersuchung oder Disziplinarmaßnahme gegen die Richterin Karin Wolski zu äußern. Diese steht im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen Steuerhinterziehung in großem Stil  gegen ihren Mann als Nutznießerin im Fokus der Ermittlungen. Sie wird als Miteigentümerin einiger von einer reichen Bekannten auf dubiose Art geschenkten, jedoch nicht versteuerten Immobilien und anderen Sachleistungen genannt. Ferner soll sie 6 Autos unter einer Scheinadresse angemeldet haben. Das alles scheint für die schwer justiziable Dame völlig normal zu sein . Auch dass weder sie noch ihr Mann als Großverdiener jahrelang mit Duldung der Finanzbehörde keine Steuererklärungen abzugeben brauchten, findet sie völlig normal. Die seinerzeit von der CDU für ihr Amt als Hessische Staatsrichterin vorgeschlagene Karin Wolski scheint fest ins "System Koch" eingebettet zu sein, wie Oppositionspolitiker mutmaßen. Nun bröckelt jedoch langsam die Front in der CDU/FDP und erste Empfehlungen hinsichtlich eines freiwilligen Rücktritts werden laut.

 

In Zeiten, in denen eine evangelische Bischöfin wegen eines Verkehrsdelikts alle Ämter nieder legt, findet das Verhalten der Richterin kein Verständnis. Sie fühlt sich alleine Recht und Gesetz, jedoch nicht Ethik und Moral verpflichtet. Sie zeigt damit das gleiche Verhalten, das man im gesamten Umfeld von Roland Koch immer wieder findet. Es scheint einfach alles erlaubt zu sein, was nicht restlos bewiesen ist und wofür man verurteilt wird. Und wenn jemand verurteilt wird, dann gibt es dafür Bauernopfer, die ihren Kopf hinhalten müssen - und wenn es der eigene Mann ist. Es stellt sich die Frage nach dem Nutzen für einige verantwortliche Politiker, den das Stillhalten und die Duldung strafbarer Handlungen hat.

 

Die Hessische Justiz nimmt derzeit schweren Schaden und es ist langsam Zeit, dass die Opposition die Bremsen anzieht. Bisher geht der nennenswerteste Druck von einer einzigen Zeitung - der Frankfurter Rundschau - aus, die schon lange das "System Koch" im Visier hat und ausführlich darüber berichtet. Damit wächst aber auch der Druck der Staatskanzlei auf die Presse und das Fernsehen. Wahrscheinlich fürchtet man um die Haltbarkeit des Geflechts, dem inzwischen Teile der Legislative und der Judikative angehören, die für dessen Stabilität sorgen. Irgendwann fällt aber das gesamte Gebilde sowieso wie ein Kartenhaus zusammen. Warum also nicht rechtzeitig für die nötigen Erschütterungen sorgen!?

 

Wie lange sehen wir noch zu, wie wir jeden Tag auf eine andere Art hinters Licht geführt und dafür auch noch verhöhnt werden? 

 

Auch die Ortsvereine der CDU und der FDP geraten immer mehr in den Sog des schlechten Erscheinungsbildes der Partei. Sie können ihren Mitgliedern kaum noch das Verhalten ihrer Spitzenpolitiker erklären. Von den angesehensten Kommunalpolitikern erwarte ich sogar, dass sie sich für dieses Erscheinungsbild schämen, denn so moralisch  verkommen ist keine(r) von ihnen, wie es hier den Anschein hat.

 

Veröffentlicht am 04.03.2010 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Das neue Gesicht  der

Hessischen Justitia

 

Gesamtdeutsche Solidarität wäre inzwischen gerechter

 

Ein deutliches Zeichen für die rasant ansteigende Mangelverwaltung bundesdeutscher Gemeinden sind die Schlaglöcher auf unseren innerörtlichen Straßen. Die Kreis- und Landesstraßen sehen aber auch nicht viel besser aus. Pendler, die derzeit durch Maintal oder über entsprechende Umgehungsstraßen fahren, fühlen sich nach Südosteuropa versetzt. Selbst den Vergleich mit den innerörtlichen Straßen der ehemaligen DDR halten sie vielfach nicht mehr stand. Stellt man den Vergleich zum heutigen Zustand der Straßen in den neuen Bundesländern an, versteht man die Welt ohnehin nicht mehr. Der Solidaritätszuschlag lässt grüßen. Die Vereinigung nahm unserem Land infolge der krassen politischen Fehler während der Vereinigung sehr viel Kraft und bescherte uns eine immense Arbeitslosigkeit. Die letzte Wirtschafts- und Währungskrise besorgte den Rest. Wo fängt Solidarität an und wo hört sie auf? Es kann nicht sein, dass diejenigen, die seit zwanzig Jahren für die Vereinigung bluten, nun in den Zuständen leben müssen, die damals ihrer Solidarität bedurften.

 

Nun mag es ja der eine oder andere Leser als reichlich übertrieben ansehen, den Solidaritätszuschlag mit Schlaglöchern in Verbindung zu bringen. So abwegig ist es jedoch nicht. Der Zustand der Straßen sagt sehr viel über die Mangelverwaltung eines Landes aus.

 

Wie aus einer Meldung einer Frankfurter Rundschau hervorgeht, sind von den 400.000 km kommunaler Straßennetze mehr als 64.000 km permanent in einem erbärmlichen Zustand. Nach den Auswirkungen des Winters dürften 30-40% aller bundesdeutschen Straßen stark geschädigt sein. Da sich auch immer mehr Transporte von der Schiene auf die Straße verlagern, sind diese natürlich zusätzlich belastet. Die vielen Streckenniederlegungen der Bahn machen sich nun zusätzlich bemerkbar. Auch die Maut führte zu einer stärkeren Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die normalen Straßen. Viele falsche politische Entscheidungen einschließlich der Privatisierung der Bahn schlagen nun zu Buche.

 

Neben einem grandiosen Missmanagement bei der Erhaltung der Straßen spielt die Finanzkraft der Städte und Gemeinden eine große Rolle. Ein nur wenig durchdachtes  Baumanagement führt dazu, dass selbst erst kürzlich sanierte Straßenzüge in kurzer Zeitfolge mehrmals hintereinander aufgerissen werden, um neue Versorgungsleitungen zu legen. Die reparierten Abschnitte sind anschließend ideale Frostangriffsflächen, die zu einem miserablen Straßenzustand führen. Die Folgen sind neben erhöhter Unfallgefahr natürlich auch Schäden an Fahrzeugen in unbekannter Höhe. 

 

Im Konjunkturpaket für die Gemeinden waren Mittel für den Straßenbau und die Straßensanierung vorgesehen. Diese Mittel wurden jedoch vielfach für andere Zwecke vorgesehen, wie es zum Beispiel in Offenbach der Fall war. Nun rächt sich das, denn die Gelder sind verplant und die Kassen leer. Die Mittel aus der Kraftfahrzeugsteuer und der Mineralölsteuer werden nicht zweckgebunden eingesetzt, denn Steuern und Abgaben dienen heute zum Stopfen aller möglicher Löcher - nur nicht denen der Straßen. 

 

Steuern und Abgaben für die Ewigkeit

 

Was der Staat einmal erhebt, erhebt er ewig. 

  • Die Sektsteuer diente dem Aufbau der kaiserlichen Marine, die längst versenkt ist - die Sektsteuer blieb. 

  • Der Solidaritätszuschlag existiert jetzt seit 20 Jahren, die Fehler der Vereinigung sind bis heute nicht behoben, so dass die Auswirkungen weiterhin subventioniert werden. Wann ist endlich Schluss damit? Wenn der Soli schon weiterhin besteht, sollte er zusätzlich auch dort ausgegeben werden, wohin die vielen Bürger der neuen Bundesländer ihren neuen Lebensmittelpunkt verlegten. 

  • Die Ökosteuer dient zum überwiegenden Teil der Stützung der Rentenkassen und nur zu einem geringen Teil der Förderung erneuerbarer Energien. Ein gigantischer  Verpackungsschwindel!

  • Die Hundesteuer wird zu allem verwendet nur nicht für die Hinterlassenschaften der Hunde. Eine Steuer für Katzen, Pferde, Vögel, Fische etc. gibt es noch nicht.

  • Die vielfältigen Alkoholsteuern und die Tabaksteuer werden nicht für die Auswirkungen des Alkohols und des Rauchens verwendet. Diese Kosten tragen alle Krankenversicherten gemeinsam.

Die Kette der Beispiele könnte man endlos weiterführen. Anstatt mit den jeweiligen Steuern die naheliegendste Verwendung anzustreben, verlieren sich die Einnahmen im großen Topf der tausend Löcher, womit wir wieder bei den Löchern auf unseren Straßen wären.

 

Schlaglöcher und marode Straßen sind voraussehbar und beplanbar. Wenn die Haushalte korrekt aufgestellt wären, gäbe es das Problem maroder Straßen nicht mehr. Würden Kreise, Länder und der Bund zusätzlich korrekte Haushalte akzeptieren, dürften deren politische Gremien keine unerfüllbaren Finanzausgleichsforderungen generieren und müssten den eigenen Gürtel enger schnallen. Es fehlt einfach an nationaler Solidarität!

 

Wer weiß, vielleicht erleben wir ja noch eine Steuer zum Ausgleich politischer Fehlentscheidungen, die mit der Begründung erhoben wird, dass Irren menschlich sei.

 

Veröffentlicht am 04.03.2010 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Konterkarierten zum Kleinkarierten

 

Das Werk der Consulting-Berater zum Stadtleitbildprozess ist mit der professionellen Präsentation der Ergebnisse vollbracht und so langsam kehren die Treiber des Prozesses zu ihrer eher kleinkarierten Arbeitsweise zurück. Schluss mit der geschickt angewandten Metaplantechnik, deren Vorteile allzu gern im Sinne der Auftraggeber konterkariert werden. Die Vorgehensweise ist immer gleich: Ideen zu einem Thema werden mit wenigen Worten auf Kärtchen geschrieben, auf eine Metaplantafel geheftet, anschließend sortiert und mit Klebepunkten gewichtet. Eine geschickt zusammengestellte "Arbeitsgruppe" formuliert daraus Ergebnisse und Aussagen. Diskussionen sind grundsätzlich nicht möglich oder werden unterbunden. Mit den Ergebnissen kann der Auftraggeber später nach Belieben verfahren. Moderiert wurde nach der Methode, die Eberhard und Wolfgang Schnelle von der Firma Metaplan GmbH im Jahr 1972 entwickelten. Seitdem bedienen sich Auftraggeber jeder Couleur dieser Methode. Es kommt auf den professionellen Tatsch an, den eine Vorgehensweise haben muss, um von der längst vom Auftraggeber ins Auge gefassten Absicht abzulenken.

 

Für die zweckmäßige Moderation greifen die Auftraggeber tief in die Tasche. Während der Consulter zusätzlich sein eigenes Wissen beisteuert und meint, der Sache zu dienen, lassen sich die eigens dazu zusammengetrommelten Zielpersonen mitunter sogar  begeistern. Der Auftraggeber genießt den geschickt eingefädelten Schachzug und geht zielbewusst an die Umsetzung seiner längst fertigen Pläne. 

 

Einige Tage nach der Präsentation der aufbereiteten Ergebnisse des so eingefädelten Stadtleitbildprozesses bewertet der Maintal TAGESANZEIGER diesen mit einem Kommentar, der ruhig noch tiefer hätte gehen können. Allzu durchsichtig war die Angelegenheit. Lars-Erik Gerth wollte es jedoch bei der Ankündigung belassen, den Prozess weiterhin gut im Auge zu behalten. Das sichert interessante Artikel in Raten.

 

 

 

Stadtleitbild flankiert (Um-)Besetzungsprobleme

 

In Kürze wird der Magistrat zwei Stellen besetzen, für die mit dem Stadtleitbildprozess die Voraussetzungen geschaffen wurden. Für den aus dem Amt scheidenden Herbert Begemann wird wahrscheinlich jetzt ein Kulturbeauftragter folgen und für die neue  Koordinationsstelle für das Bürgerengagement ist ebenfalls eine Person vorgesehen. Noch ist angeblich nicht bekannt, wer die Glücklichen sein werden, denn es soll ja recht ordnungsgemäß vorgegangen werden. Dennoch sind bereits hier und da Namen und Besetzungs-Theorien zu hören, die recht plausibel sind. Der Magistrat sollte das Geheimnis um die beiden Personalien bald lüften, denn die Spatzen auf dem Dach wissen oft schon mehr als offiziell bekannt sein darf. 

 

Neue Philosophie oder Augenwischerei?

 

Kernidee des Stadtleitbildprozesses ist angeblich, dass man die Projekte in die Hand der Bürger legt und Unterstützung seitens der Verwaltung anbietet. Die Politik hält sich demnach heraus, hat also auch nichts zu entscheiden. Werden Mittel benötigt, so wird nur über deren Bereitstellung entschieden aber nicht über den Sachverhalt der Maßnahme. Das reizt scheinbar einen kleinen Personenkreis von Aktivisten, die dafür ihre Arbeitskraft und ihre persönlichen Beziehungen einsetzen wollen. Wenn es so käme, wäre das ein Fortschritt.

 

Es ist aber eher zu befürchten, dass nun die ganz kleinen Karos greifen und viele Ziele und Projekte den Interessen des Magistrats untergeordnet werden müssen, wie zu besten Agenda-Zeiten. Bei der Auswahl der 12 Leitprojekte konnten das die Teilnehmer bereits feststellen. Es bedarf schon eines verdammt fairen Umgangs miteinander, damit der Stadtleitbildprozess erfolgreich wird. 

 

Veröffentlicht am 27.02.2010 © Klaus Klee

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Die Gruppensprecher - Stars des Abends

 

Bürgerversammlungen haben in Maintal stets ein Kernthema. Im Jahr 2010 musste dafür der Stadtleitbildprozess herhalten. Mit großer Spannung verfolgten die Veranstalter den Zustrom der Bürger, der ins Bischofsheimer Bürgerhaus träufelte. Er blieb sicherlich unter den Erwartungen zurück, denn gemessen an den ca. 200 Prozessteilnehmern war die Besucherzahl kaum höher. Der Anteil der normalen Besucher dürfte unter 60 Personen gelegen haben. Dafür war die Inszenierung des Abends umso bemerkenswerter, was nicht nur an der perfekten Ausstattung lag. Die Bürger konnten sich im Mittelpunkt fühlen. Sie  wurden sehr beeindruckend von den Gruppensprechern der 8 Teams informiert. Die eigentlichen Treiber des Projekts hielten sich deutlich zurück und unterstrichen damit, dass es ein Prozess von Bürgern für Bürger sein soll. Sie waren damit aus verschiedenen Gründen sehr gut beraten. 

 

Viele Plätze blieben aus mangelndem Interesse leer

 

Dem Besucher bot sich bei der Ankunft ein ein sehr professionellen Eindruck. Zahlreiche gut platzierte Stellwände galten der Präsentation der umfangreichen  Arbeitsergebnisse und es stand ausreichendes Informationsmaterial zur Verfügung. Auch hielten sich Teilnehmer der einzelnen Arbeitsgruppen an diesen Stellwänden zur Beantwortung von Fragen auf, was einen hohen Identifikationsgrad mit den Ergebnissen vermittelte. 

 

So waren Besucher, die dem Stadtleitbildprozess eher skeptisch gegenüber standen und sich kritische Fragen und Anmerkungen für die Diskussion vorgenommen hatten, eher zum vorsichtigen Umgang mit dem neu aufgekeimten Bürgerengagement bereit. Ähnlich wie beim Start der Lokalen Agenda vor 12 Jahren war bei den Gruppen eine enorme Begeisterung für den Prozess zu spüren und es wäre falsch gewesen, diesen Enthusiasmus zu bremsen.

 

Die Anwesenden verfolgten aufmerksam die Vorträge

 

Auch wenn einige Anwesende meinten, sie würden richtiggehend "zugequatscht", weil praktisch alle Inhalte der Stellwände noch einmal ganz dezidiert vorgetragen wurden, so beeindruckte doch die Souveränität einiger Gruppensprecher. Besonders Kai Sennewald und Ina Mechthold überzeugten sehr und konnten vermitteln, dass sie mit einem langen Atem in den neuen Prozess starten werden. Dabei werden sie sich wohl auf die wenigen Ideen konzentrieren, die Substanz haben und die eher blumig philosophisch abgefassten Ziele als hehre Hintergrundsprojektionen verwalten. 

 

Ortsteiltypisch fiel die Präsentation der Wachenbuchener Gruppe aus, die sich recht naiv vornimmt, die Einkaufsgewohnheiten der Wachenbuchener zugunsten der Neuausrichtung und Ansiedlung von Läden zu verändern. Derartige Umerziehungsprozesse scheitern in der Regel. Die Umsetzung dieses Zieles sollte man dennoch gut beobachten.

 

Die Dörnigheimer Interessen präsentierte Georg Peukert

 

In allen Präsentationen und in den Leitprojekten fanden sich Ziele wieder, die von  Projektgruppen nahezu nicht zu beeinflussen sind, wie zum Beispiel:

  • innerstädtisches Wohnen fördern

  • bezahlbaren Wohnraum für Senioren schaffen

  • den Konsum regionaler und umweltfreundlicher Produkte fördern

  • die Lebensqualität durch die Förderung eines rücksichtsvollen und umweltverträglichen Fahrverhaltens verbessern

  • Würde und Anerkennung im Alter erhalten

  • gastronomische Angebote an den Rad- und Wanderwegen einrichten

  • Wachenbuchener kaufen in Wachenbuchen ein

um nur einige Punkte zu nennen. Wenn Wachenbuchener nur noch in Wachenbuchen einkaufen würden, dann würden sie schlichtweg verhungern und wären hoffnungslos unterversorgt. 3.500 Einwohner stellen dennoch kein marktfähiges Potenzial dar, das zur Eröffnung eines Ladens ermutigt. 

 

Die Punkte würden zweifellos die Lage im Quartier verbessern und lesen sich auch gut. Wer kämpft aber schon gern gegen Windmühlen. Solche Punkte waren auch im Programm der Lokalen Agenda enthalten und bilden neben den Ideen, die Geld kosten, heute noch den Bodensatz der unerledigten Ideen. Ein Anwesender bezeichnete deshalb diese Ideen als "umetikettiertes ideelles Gammelfleisch".

 

Stadtrat Ralf Sachtleber relativiert die Bedeutung des Stadtleitbildprozesses

 

Ehe die Diskussion eröffnet wurde, präsentierte Stadtrat Sachtleber die letzte Folie, in der stand, was der Stadtleitbildprozess in Wirklichkeit sein soll:

  • Kein Forderungskatalog an die Verwaltung

  • Kein Ersatz für politische Entscheidungen

  • Keine Beschäftigungstherapie für die Bürgerschaft

sondern

  • Ein Handlungsleitfaden für eine fruchtbare Zusammenarbeit von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung im Sinne einer aktiven Bürgerschaft!

Mit anderen Worten: 

 

"Wir machen nicht automatisch, was wir sollen, auch nicht, was wir nicht wollen und picken uns nur heraus, was uns in den Kram passt. Beschäftigt Euch darum nicht mit Sachen, die nicht gewollt sind - Ihr spart Euch damit viel Zeit und Kraft!"

 

Benutzt wurde ferner wiederholt die in hintergründiger Absicht gewählte Formulierung:

 "Das Stadtleitbild wird von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen!"

 

Genau das ist jedoch falsch, denn es handelt sich eindeutig um eine Kenntnisnahme. Die Stadtverordneten heben die Hand, dass sie es zur Kenntnis genommen haben. Suggeriert wird mit der falschen Bezeichnung jedoch, dass etwas umgesetzt wird, wenn es beschlossen ist. Genau das ist hier nicht zwingend der Fall.

 

Auch die ominösen in den Haushalt eingestellten 80.000 € für die Umsetzung der Leitprojekte dürften eine Mogelpackung sein und wohl eher der Summe umetikettierten Haushaltsposten gleichen Inhalts entsprechen. Aber - wer merkt das schon!

 

 

"Die Botschaft hörte ich wohl, jedoch - mir fehlt der Glaube!"

 

Mit diesem Satz ist die Gefühlslage vieler kritischer Besucher beschrieben, die ebenfalls  zugegen waren. Ich hatte mir zum Beispiel fest vorgenommen, folgende Fragen zu stellen:

  • Die Stimmung erinnert an die Euphorie zu Beginn des Prozesses der Lokalen Agenda. Wie erklärt sich der Magistrat, dass sich dieser Elan erschöpfte?

  • Welche personellen und organisatorischen Fehler sind dafür verantwortlich?

  • Welche Lehren hat man daraus gezogen?

  • Mit welchen personellen und organisatorischen Veränderungen hätte man die Lokale Agenda spürbar belebt und zu zielgerichteter Wirkungsweise geführt?

  • Warum hat man die Lokale Agenda nicht reformiert anstelle den gesamten Prozess praktisch noch einmal zu wiederholen?

  • Handelte es sich hier nicht doch um eine Beschäftigungstherapie für die Bürger, die aus einer gewissen Interessenlage heraus resultiert?

  • Woher nimmt man die Zuversicht, dass der neue Prozess anders verläuft als der Prozess der Lokalen Agenda?

Damit hätte sich wahrscheinlich die zähe und wenig ergiebige Diskussion etwas belebt. Sie hätte den engagierten Bürgern aber auch einen Teil des Schwungs genommen, die offensichtlich fest daran glauben, nun alles besser zu machen als die Teilnehmer des Vorgängerprozesses. Die Fragen wären kontraproduktiv gewesen. Außerdem lernt man in der Umsetzung mehr als aus Unkenrufen.

 

Wie am Rande der Veranstaltung zu hören war, wirkte der Bürgermeister sehr stringent auf die Zusammenstellung der Leitprojekte ein, indem er unter Anderem das Argument benutzte, dass er für dieses und jenes Ziel derzeit kein Personal der Verwaltung zur Verfügung stellen könne. So kam es zu der Anreicherung hehrer Ziele, die weder etwas kosten noch Arbeitskräfte binden. 

 

Im Laufe der Veranstaltung wurde mehrmals deutlich, dass sich die Umsetzung nun auf die Bürger verlagert, die selbst tätig werden sollen. So werden sie sich zum Beispiel wohl selbst in die Wartezimmer der über 50 Maintaler Ärzte setzen müssen, um den ärztlichen Notdienst zu verwirklichen und allerlei Aktionen vorbereiten, um die anderen Ziele anzugehen. Im Rathaus finden sie Unterstützung - allerdings nur, wenn sie gewährt wird und benötigte finanzielle Mittel nur, wenn sie ins Konzept passen. 

 

"Es gibt viel zu tun - fangt derweil schon mal an!"

 

Veröffentlicht am 24.02.2010 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

Bürgermeister Erhard Rohrbach

beschränkte sich auf die An- und Abmoderation während sich Ralf Sachtleber und Kai Sennewald auf ihre Einsätze vorbereiteten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken zum neuen Team-Spirit

 

Bürgerbeteiligung, Bürgerengagement und Ehrenamt sind heute gängige Schlagworte. Sie stehen für eine hohe Kultur des Zusammenlebens, für soziales Verantwortungsgefühl und für soziale Kompetenz. Wen wundert es, dass man da auch auf Bürgernähe stößt, die gewählte Vertreter der Bürgerschaft gern praktizieren wollen. Eigentlich gibt jemand, der Bürgernähe sucht, zu erkennen, dass er sich bereits von den Bürgern entfernt hat oder sich zumindest ihnen nicht nahe genug fühlt. Wie auch immer - wo etwas Gutes geschieht, dort ist man gern dabei. Also: Warum nicht eifrig Bürgernähe suchen?!

 

Echte Bürgernähe kennt Spielregeln

 

Wer über Bürgernähe die Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement sucht, sollte allerdings einige Spielregeln beachten, denn Bürger sind mitunter recht empfindlich und feinfühlig. Einflussnahme will da schon gut dosiert sein. Gemeinnützig aktive Bürger lassen sich vor allen Dingen nicht gern instrumentalisieren. Zudem ist "Von Bürgern für Bürger" ein wichtiges Motto, um dessen Erhalt gekämpft wird. Kritisch ist, wenn die Bürgernähe unterlaufen wird. Hinlänglich bekannt ist aber auch das geflügelte Wort "sich mit fremden Federn Schmücken". Oft werden gängige Teamregeln nicht beachtet und manche Zeitgenossen bemächtigen sich der Ergebnisse bürgerlichen Engagements oder etikettieren fremde Erfolge oder Arbeitsergebnisse einfach um. Die mögliche Unterstellung, dass so etwas unbemerkt bleibt, brüskiert engagierte Bürger zusätzlich, sobald sie es bemerken.

 

Fehlende Bürgernähe ist schädlich

 

Bürgerengagement im Team führt manchmal zu ganz besonderen Ideen mit guten Ansätzen zur erfolgreichen Umsetzung. Die am Prozess beteiligten Bürger legen dann natürlich großen Wert auf die Realisierung. Leider führen viele Ideen nach kurzer Zeit einen Dornröschenschlaf. Die Summe solcher "Dornröschen" führt automatisch zum Verdruss, weil sich die involvierten Bürger nicht ernst genommen fühlen. Ist ein Team regelbedingt von Entscheidungsträgern abhängig, die eine Umsetzung des Bürgerengagements im konkreten Fall be- oder verhindern, so ist der Team-Geist schnell verpufft. 

 

Sieht man das aus dem Blickwinkel engagierter Senioren, wie sie zuhauf in diesen Teams zu finden sind, so kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Teams greifen auf geballte Lebenserfahrung und berufliches Wissen zurück, das jahrzehntelang erprobt ist. Wer hier als moderierender Quereinsteiger Bürgernähe sucht, muss selbst im höchsten Maß akzeptiert sein. Mit praktizierter, also ausübender Autorität allein ist es da nicht getan, auch nicht, wenn man sich als Treiber eines Prozesses sieht.

 

Neue Geisteshaltung und Motivation

 

Bei völlig neuen Verhaltensweisen, die von denen der Vergangenheit abweichen, wird gern die Floskel bemüht, man sei "von einem neuen frischen Geist beseelt" und "man wolle in das Bürgerengagement neuen Schwung bringen". Automatisch stellt sich die Frage, auf welche Art der alte Schwung abhanden kam, wenn er wirklich einmal vorhanden war. An der ehrlichen Antwort wird die Glaubwürdigkeit des neuen Arguments gemessen. Schnell rücken erkannte Bremser von Prozessen in den Fokus. Treten diese nach der Verkündung neuen Schwungs dann auch noch selbst aufs Gaspedal, ist Skepsis angebracht.

 

Der aktuelle Bezug verdeutlich das Problem

 

Informierte Leser und Leserinnen haben natürlich gemerkt, dass diese Gedanken auch zu Prozessen wie dem Stadtleitbildprozess, der Lokalen Agenda oder zu anderen Projekten mit großer Bürgerbeteiligung passen. Diese Prozesse wurden als Prozesse der Bürger initiiert und sollten von Amtsträgern nach Kräften unterstützt, jedoch nicht unbedingt stringent gelenkt werden. Nur so erreicht man eine hohe Akzeptanz bei der angestrebten Bürgernähe, die diese Bezeichnung dann auch verdient. Die Präsentation der Ergebnisse des aktuellen  Stadtleitbildprozesses zeigte, dass diese Überlegungen stattfanden und der Erfolg blieb nicht aus.

 

Der Blick nach vorn ist wichtig

 

Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass sich nun bei allen Prozessen mit Bürgerbeteiligung der avisierte neue Schwung einstellt und auch anhält, damit viele Erfahrungen der Vergangenheit abgehakt werden können. Das Wissen der Bürger gehört zu den besten und kostengünstigsten Ressourcen, die genutzt werden können. Gerade die Senioren sind hierbei besonders aktiv und erwarten natürlich absolute Ernsthaftigkeit.

 

Klaus Klee

 

 

Große Inszenierung eines lauen Bühnenstückes

 

Am Dienstag, dem 23. Februar 2010 findet im Bürgerhaus Bischofsheim die diesjährige Bürgerversammlung der Stadt Maintal statt. Hauptthema ist der Stadtleitbildprozess, der die Lokale Agenda ablösen soll. Monatelang haben sich die einzelnen Gruppen zu jeweils einer oder zwei Sitzungen getroffen und Ideen gesammelt, alte Ideen neu aufgenommen und eifrig Bürgerbeteiligung geübt. Bürgerinnen und Bürger, die in der Lokalen Agenda, der Zukunftswerkstatt, dem Arbeitskreis zum Sportstättenkonzept und bei anderen Projekten mitgewirkt hatten, erkannten schnell die immer wiederkehrende Arbeitsweise des Bürgermeisters und gingen schnell auf Distanz. Ein großer Teil der Teilnehmer wird deshalb der Veranstaltung fern bleiben, weil sie sich nicht wieder veralbern lassen wollen. Man spricht offen von einem Kasperltheater mit klar verteilten Rollen.

 

Immer wieder berichteten mir Teilnehmer unterschiedlicher Gruppen von den gleichen Missständen, die vornehmlich von den Teilnehmern der Stadt und bestimmten Interessengruppen ausgingen. Manches sei regelrecht inszeniert worden. So verwundert es auch nicht, dass sich Christian Wolf aus Dörnigheim heute in einem Leserbrief im Maintal TAGESANZEIGER Luft macht. Was er schreibt, deckt sich mit allen anderen Informationen, die ich habe.

 

 

Es gehört zu den interessanten Augenblicken des Stadtleitbildprozesses, dass sich der Zorn bereits vor der Bürgerversammlung entlädt. Viele Besucher rechnen damit, dass der in solchen Situationen hoffnungslos überforderte Stadtverordnetenvorsteher die anschließende Diskussion in getreuer Harmonie mit dem Magistrat wieder negativ beeinflusst. Parteilicher Flankenschutz ist seine Stärke.

 

Hier sind die wesentlichen beanstandeten Besonderheiten während der Sitzungen des Stadtleitbildprozesses aufgelistet, die einigen Teilnehmern auffielen, beziehungsweise die sie nachträglich bestätigten:

  • Bei der Eröffnungsveranstaltung gab es keine Möglichkeit, nach dem Sinn, Zweck, den Beteiligungsmöglichkeiten und den Modalitäten zu fragen.

  • Aus dem Rathaus gelangte über die Presse eine Flut von Hurra-Meldungen an die Öffentlichkeit. Ergebnisse wurden jedoch bewusst zurückgehalten.

  • Außer von Organisationen, Interessengruppen, Stadtverordneten, Bediensteten der Fachabteilungen, Parteien, Vereinen und natürlich dem Bürgermeister und dem Stadtrat nahmen von 200 Teilnehmern in den 8 Gruppen lediglich ca. 30 "normale" Bürger teil.

  • Bürgermeister und Stadtrat schalteten sich in den Gruppen "sehr gestaltend" ein, um die Ergebnisse in bestimmte Richtungen zu lenken.

  • Vorschläge, die auf ein soziales menschliches Gesicht Maintals abzielten, wurden vom Bürgermeister als kommunistisches Gedankengut abgetan und zurückgewiesen. Er "dulde so etwas nicht in AG-Sitzungen".

  • Der Gestaltungsraum der Teilnehmer war beschnitten.

  • Die Teilnehmer durften sich nur auf ein Themengebiet festlegen. Die Teilnahme an mehreren Gruppen wurde Bürgern nicht gestattet. Den Interessenvertretern standen allerdings alle Gruppen offen.

  • Viele Teilnehmer blieben der zweiten Sitzung fern! (Warum wohl?)

  • Die Stadtteilgruppen, die am stärksten besetzt waren, durften nur einmal tagen, obwohl dort das größte Interesse vorlag. Diese Gruppen bestanden aus vielen normalen Bürgern, deren Bürgerbeteiligung eigentlich gewünscht war.

  • In der Gruppe "Hochstadt" kam ein Stadtverordneter mit einem langen Zettel mit vorbereiteten Informationen, die er brav auf seine Kärtchen schrieb. 
    Wie durchsichtig!

  • Die Sitzungsorganisation und die Regularien waren den Gruppen unterschiedlich "angepasst". Dafür hatten die Teilnehmer kein Verständnis.

  • AG-Vertreter für die spätere Auswertung und "Gewichtung" mussten auf Weisung des Magistrats zu Beginn der Sitzung gewählt werden, obwohl man noch gar nicht wusste, mit wem man es überhaupt zu tun hatte.

  • Es wurde auch nicht jeder Vorschlag angenommen, weil der Bürgermeister ein Veto-Recht hatte und dies rigoros nutzte.

  • Eine nachvollziehbare Satzung zur Regelung der Besetzung gab es nicht.

  • Die Sitzungen waren mit organisatorischen Abläufen stark überfrachtet, wodurch sich die Sitzungen in die Länge zogen. Viele Teilnehmer verließen deshalb die Sitzungen vorzeitig.

  • Frau Professor Funke entglitten die Sitzung immer wieder, was ganz wesentlich an der starken Einmischung des Bürgermeisters lag.

Einige frustrierte Teilnehmer werden deshalb die Bürgerversammlung nicht besuchen. Ein deutlicheres Zeichen für leichtfertiges oder mutwiliges Zerschlagen wertvollen  Bürgerengagements kann es gar nicht geben. 

 

Wie erklären sich das engagierte Bürger ?

 

Einer der Gründe für die grandiose Inszenierung eines aufgewärmten Themas dürfte wohl der Mangel an Arbeit im Magistrat sein. Wie sonst soll man sich den Einsatz wertvoller und teuerer personeller Ressourcen und hoher Honorare zur Wiederholung eines vorhandenen Prozesses erklären. Wo kein Geld ist, kann man als Magistrat nichts gestalten. Also bläst man zur Ablenkung bunte Luftballons auf, um die Bürger zu beeindrucken. 

 

Ein weiterer Beweggrund kann das gestörte Verhältnis des Stadtrats zu allzu engagierten Bürgern sein, deren Aktivitäten in Handlungsbedarf münden. Scheinbar will er völlig frei sein, ob er etwas unternimmt oder nicht, wann er etwas und was er konkret zu tun gedenkt. Das beste Beispiel ist der Mobilfunk und der Ausbau des Breitbandkabelnetzes in Maintal. Diese Themen fehlen gänzlich im Stadtleitbildprozess, obwohl sie ganz wesentlich für die Standortattraktivität sind. Die Lokale Agenda entsprach sowieso nicht dem Verständnis von Ralf Sachtleber.

 

Dabei wird vom Magistrat immer wieder betont, wie wichtig Bürgerbeteiligung sei. Man schwärmt von einem neuen Geist und einer neuen Einstellung, die der Magistrat gewonnen habe. Blickt man durch, so erkennt man, dass dies bestenfalls Halluzinationen sind, die den Bürgern als geniale Visionen  verkauft werden.

 

Bürgerbeteiligung ist bei vielen Entscheidungsprozessen zwingend vorgeschrieben und dient neben dem Eindruck der Zustimmung auch der Erkenntnis, wie die Bürger geplante Maßnahmen und Projekte sehen und welche Bedenken sie dagegen haben. Dabei ist es ganz wichtig, ob sich die Bürger in einem repräsentativen Querschnitt zusammenfinden und auch ungehindert die Gelegenheit haben, ihre Meinungen zu äußern. 

 

Mit der bewussten Einflussnahme auf diese Prozesse, wie sie immer wieder unternommen wird, werden die Aussagen jedoch bewusst verfälscht. Anschließend kann man aus dem Ergebnisprotokoll bedarfsgerecht herausfiltern, was dem Magistrat und bestimmten Interessengruppen ins Konzept passt. Irgendwann kommt der brutale Daumen, mit dem der angebliche Bürgerwille durchgedrückt wird. Das war bei der Sportstätte in der Grünen Mitte besonders gravierend der Fall. Nur bediente man sich da zusätzlich eines mehrfach reklamierten aber nie korrigierten Protokollfehlers. Das Vorgehen hat also System!

 

Ich werde mir das Schauspiel am Dienstag genau ansehen und mit den Anwesenden fühlen, welcher Spirit von der Bürgerbeteiligung übrig blieb. Auch wird es interessant sein, welche "Paten" sich für die ersten 12 Projekte gefunden haben. 

 

Unter dem Strich bleibt es ein teuerer Spaß, der zudem viel Arbeitszeit städtischer Mitarbeiter verschlang und dem wahrscheinlich kein besseres Ergebnis entgegensteht, als man es mit der Optimierung des Prozesses der Lokalen Agenda erreicht hätte. Lesen Sie dazu auch "Nun löffelt mal die Suppe aus..."

 

Veröffentlicht am 20.02.2010 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sache mit der spätrömischen Dekadenz

 

Guido Westerwelle, der amtierende Außenminister und führende Kopf der FDP, beschimpfte vor einigen Tagen während einer Hartz IV-Debatte zehn Millionen Menschen und meinte: "Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspreche, lade zu spätrömischer Dekadenz ein...". Hierbei zeigte es sich, dass sein loses Mundwerk wohl kaum auf Wissen aufbaut, wohl mehr auf diffusen Andeutungen, die sich bei näherer Betrachtung als haltloses Geschwätz erweisen. Heiner Geissler (CDU), Jesuitenschüler und ehemaliger CDU-Generalsekretär ließ es sich nicht entgehen, Westerwelle in hoher rhetorischer Manier der alten Schule als Esel zu bezeichnen. 

 

So, wie es die hohe Schule parlamentarischer Rhetorik früherer Bundestagssitzungen entsprach, führte Heiner Geissler den hinter den Ohren noch recht grünen Außenminister und Vizekanzler vor, indem er erläuterte, durch was sich unter anderem die spätrömische Dekadenz auszeichnete. Zu dieser Zeit habe Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt. Im Hinblick auf die heutige Bundesregierung träfe Westerwelles gewagter  Geschichtsvergleich zu, denn vor 100 Tagen sei ein Esel Außenminister geworden, so Geissler gegenüber der WELT.

In den Ruhr Nachrichten konnte es sich Geissler nicht verkneifen, Westerwelle darauf hinzuweisen, dass die spätrömische Dekadenz nicht unter den Sklaven und dem einfachen Volk verbreitet war sondern unter einer Luxuselite und einer Oberschicht, die sich jeden Tag bis zum Erbrechen vollgefressen hätte, während die einfachen Leute Hunger litten.

 

Derlei Kritik empört natürlich FDP-Kreise, deren Politik auf die Luxuselite und die Oberschicht abzielt, die größtenteils den Nutzen aus der Verarmung vieler Menschen zieht. Selbst die Kanzlerin Angela Merkel wird von FDP-Politikern als Oberlehrerin der Nation beschimpft, weil sie ausrichten ließ, Westerwelles Wortwahl entspräche nicht ihrem Duktus. Die FDP legt es jetzt darauf an, den Sozialstaat federführend nach deren Vorstellungen zu gestalten und die anderen Parteien müssen aufpassen, dass ihnen das nicht gelingt. Zugunsten der Macht ist heute nahezu alles möglich. Ein lächerlich gemachter Westerwelle könnte leicht zum tollen Hund werden.

 

Veröffentlicht am 15.02.2010 © Klaus Klee

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Heiner Geissler (CDU)

 

"Humor-Bedürfnisanstalt" - das Unwort der Kampagne

 

Wir befinden uns momentan in der Mitte der diesjährigen Fastnachtskampagne und das heimische Sitzungsgeschehen lockt die Menschen an. Die Säle sind nicht proppevoll, aber zum Schunkeln reicht es, wenn keine größeren Lücken die Kette unterbrechen. Mehrere Dutzend Karnevalisten befreundeter oder zumindest nahestehender Vereine pflegen die Gegenbesuchstradition, um sich kommerziell zu unterstützen. Dazwischen Grüppchen, Cliquen und Einzelpersonen, die sich gut unterhalten lassen wollen. Man lechzt nach Höhepunkten, die jeder Besucher in einem anderen Segment des Programms sucht und schätzt. Dann der unvermeidliche Auftritt der Prinzenpaare, die alljährlich ihre besonderen Intelligenzleistungen versprühen. In der Mitte der kurzweiligen Ansprache fällt das provokant oder gedankenlos gewählte Wort "Humor-Bedürfnisanstalt". Und das aus dem Mund des Fastnachtsprinzen gegenüber dem örtlichen Humoristen-Verein, der dem Prinzenpaar gerade humoristisches Asyl gewährt.

 

Vielen Besuchern fiel dieser Fauxpas gar nicht auf, denn es lohnt sich bekanntlich kaum, Karnevalsregenten an den Lippen zu hängen. Wer allerdings die feinen Nuancen zwischen Humor und Narretei beziehungsweise Karneval kennt, reagiert allergisch auf solche Sprüche. Selbst wenn gemeint war, dass der Veranstaltungsort und der ausrichtende Verein eine Anstalt zur Befriedigung des Humorbedürfnisses sei, verbindet jeder normale Zuhörer den Begriff "Bedürfnisanstalt" mit einem Ort, an dem man sich des Verdauten entledigt. Es erübrigt sich, die gängigen Bezeichnungen für die Absonderungen aufzuzählen. Es stand im Raum, dass sinnbildlich genau das gemeint war. Zumindest stand eine Zweideutigkeit im Raum, die einer plumpen Unverschämtheit sehr nahe kam. Vielleicht sollte man es als Humorist wirklich mit Humor nehmen, indem man in der Äußerung menschliche Schwächen erkennt und lachend verzeiht.

 

Textergänzung aufgrund diverser Leserzuschriften

 

Viele Leser machten mich darauf aufmerksam, dass Prinz Eckhard diese Formulierung auf allen Fastnachtssitzungen gebrauchte - auch auf den eigenen Veranstaltungen. Er fand das sicher sehr witzig, denn er sprüht ja förmlich vor Witzigkeit, wie die Käwern selbst immer wieder betonen. Dabei scheint die Witzigkeit mehr aus der Magengrube als vom Hirn zu kommen. Gut, wenn es noch Menschen mit Humor gibt, die sich zuerst ansehen, wer was sagt und sich dann erst die Mühe machen, darüber wirklich nachzudenken. 

Nun ist klar, dass es bei diesem Prinzen schon einer Humorbedürfnisanstalt bedarf, damit man solche vermeintlich humorvollen verbalen Ausscheidungen sofort entsorgen kann. Mich würde nur interessieren, wer bei den Käwern immer wieder den Eimer ausleert, wenn er voll ist.

 

 

Reflexion nach 25 Jahren

 

Was für mich die Fastnachtssitzung des HMV so interessant machte, war die Tatsache, dass ich exakt vor 25 Jahren als Sitzungspräsident auf dieser Bühne stand und in dieser Zeit die wesentlichen Veränderungen Einzug hielten, die bis zum heutigen Tag das Konzept der Veranstaltungen prägen. Lange bevor in der Szene die freie Moderation und eine in der Mitte geöffnete Bühne kannte, war das bereits bei den Humoristen Standard. Ein besonderer Hingucker sind seit damals die Bühnenkulissen, wenn sie von  Ästheten gestaltet waren. Allzu viele gibt es davon allerdings nicht. Im Laufe der Jahre wurden die Programme vom zeitlichen Ablauf her immer flotter. Ein mehrseitiges Programmheft (nebenstehend abgebildet) informiert die Besucher detailliert über alle Mitwirkenden und Gruppen, wodurch die endlosen Litaneien der Namensverlesungen wegfallen. Von all dem profitieren die Besucher, weil dadurch 20 - 25 Minuten des Programms eingespart werden, die mit Unterhaltung gefüllt werden können. Nach wie vor befindet sich die Truppe allerdings in einem ähnlichen Programmkorsett, wie alle anderen karnevaltreibenden Vereine. Gemeint sind die vier Blöcke Gesang, Tanz, Comedy und die Wortbeiträge. Jede Gruppe des Vereins ist im Programm vertreten und liefert die Ergebnisse unzähliger Übungsstunden ab. Nahezu Hundert Aktive gestalten so das Programm. 

Der Programmablauf wird deshalb alljährlich zur großen Herausforderung für das Sitzungspräsidium, das ebenfalls vor 25 Jahren gegründet wurde.

 

Was hat sich in diesen 25 Jahren verändert?

 

Der Gesang hat sich im HMV enorm entwickelt. Die "Humorias" sind heute eine Gruppe, die kaum mehr an die oft statisch wirkenden Auftritte früherer Jahre erinnert. Dynamik und Explosivität sind ihre Markenzeichen. Bei den Einzelvorträgen ist der Wandel besonders deutlich zu spüren. Vorträge mit Geist und Witz sind heute durchgängig Standard. Politische Vorträge sind absolute Highlights, die unvergessen bleiben. Einen solchen Glanzpunkt setzte in diesem Jahr Frank Walzer, der mit feiner Klinge operierte und exakt den Nerv des Publikums traf. Die Qualität mancher Vorträge wird nur durch die Tagesform der Akteure und durch scheinkompetente  "Vortragsflüsterer" beeinflusst, die gelegentlich seltsame Ratschläge geben. So ist es im HMV inzwischen verpönt, allzu platte und schlüpfrige Witze einzubauen. Dennoch schleicht sich diese Unart immer wieder durch falsche Ratgeber ein. Bei den Tänzen und den sogenannten Gruppenstücken veränderte sich bis auf die Zusammensetzung der Akteure praktisch nichts. Dafür ist die Ausstattung anspruchsvoller und hochwertiger geworden. Gleiches trifft auch für die technische Ausstattung zu, die Unsummen verschlang, um von den hohen Leihgebühren für die Ausstattung mit Ton und Beleuchtung wegzukommen. Die perfekte Bedienung des Equipments und damit die punktgenaue Unterstützung der Programmpunkte ist allerdings noch im Werden, wie man unschwer feststellen konnte. 

Der absolute Glanzpunkt des Programms ist der Auftritt der vor einigen Jahren gegründeten vereinseigenen Guggemusik-Truppe, die Begeisterung pur versprüht.

 

Soviel aus der "Humor-Bedürfnisanstalt" HMV Hochstadt, wie sie respektlos genannt wurde. Interessant ist, dass alle drei Sitzungen der Kampagne ihren ganz eigenen Charakter haben, weil das Publikum einen ganz wesentlichen Faktor darstellt. So ist es verständlich, dass man auch auf sehr viele unterschiedliche Meinungen stößt. Für alle Akteure des Maintaler Karnevals ist die Kampagne der jährliche Höhepunkt und der Zeitpunkt des gegenseitigen Vergleiches hinsichtlich Leistung, Begeisterungsfähigkeit und Publikumsgunst. Das wird unter den Aktiven vielfach ernster genommen als es die Sache verdient. 

 

Veröffentlicht am 06.02.2010, ergänzt am 9.02.2010 © Klaus Klee

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"Alles reine Auslegungssache!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chuzpe der Loeki Häger-Hogerland trifft das Nationalgefühl

 

Es gibt heute Themen, die auf seltsame Weise solidarisieren. Dass Armut auch dazu gehören könnte, hätte ich nie gedacht. Vielleicht bekennen wir uns ja national so bereitwillig zur Armut, weil wir uns wegen unseres jahrelangen Wahlverhaltens schuldig fühlen. Wenn es partout bestimmten Wählergruppen gut gehen soll, müssen zwangsläufig viele andere Mitbürger darunter leiden. Seit Jahren kennt unsere Wirtschaft keinen Zuwachs mehr, von dem alle profitieren könnten, sondern nur noch die Umverteilung, wozu man sich der Regierenden bedient. Die Folge ist wachsende Armut. Da es aber nicht gelingt, die Verlierer unserer Gesellschaft irgendwo zu verstecken, wird bei den Nutznießern der Politik immer wieder das Schamgefühl berührt, wenn sie der Armut offen begegnen. Werden die Armen von Zeitgenossen verbal angegriffen, setzt sogar ein ganz besonderer Schutzmechanismus ein. Wie paradox! Man lässt zwar Armut zu, findet es aber unfair, wenn Arme angegriffen werden, wie es Loeki Häger-Hogerland unterlief. 

Fürwahr - eine seltsame Moral!

 

Ausgangspunkt war nachfolgender Artikel des Maintal TAGESANZEIGER, in dem über Aktivitäten des VdK Bischofsheim berichtet wurde. Darin kam offen zur Sprache, dass es Kindern armer Mitbürger am nötigen Pausenbrot fehle und eine Art Schulspeisung die Lösung sein könnte. Birgt das soziale Gefälle unter Kindern bereits Konfliktpotenzial, so verstärkt eine kritische Diskussion um das Thema Schulspeisung das Empfinden noch zusätzlich. Genau das machte Loeki Häger-Hogerland in einem Leserbrief und lobte gleichzeitig überschwänglich, wie das in ihrem Heimatland Holland üblich sei. Seitdem ergießt sich der Volkszorn über sie, wie die anschließend zu lesenden Leserbriefe zeigen.

 

Die Armut selbst ist der Skandal

 

Es lässt sich einfach nicht leugnen, dass die Armut in unserem land wächst. Schon jedes fünfte Kind ist von Armut bedroht. Daneben gibt es das Leben im Überfluss. Arm und Reich pflegen bestimmte Ess-, Trink-, Unterhaltungs- und Suchtgewohnheiten. Es mag sein, dass ein Teil der sozial Schwachen hinsichtlich der Ernährung falsche Prioritäten setzt und das Geld eher für andere Bedürfnisse ausgibt. Gerade Spiel- und Suchtbedürfnisse können hier übermächtig sein, weil sie teilweise dazu beitragen, das Elend für kurze Zeit zu vergessen. Hier macht Frau Häger-Hogerland allerdings den Fehler, das zu verallgemeinern. Jeder Fall ist ganz spezifisch und die Kinder sind dagegen nahezu machtlos. Viele Alleinerziehende haben zum Beispiel nie Kochen gelernt und haben demzufolge auch keine Ahnung von gesunder Ernährung. Die Leidtragenden sind die Kinder. In diese Lücke stößt die Fürsorge, von der im Zeitungsartikel die Rede war.

 

Frau Häger-Hogerland bemühte mal wieder als Präsentationsart eine Chuzpe, wie man das von ihr gewohnt ist, um den gesellschaftlichen Skandal der Armut raffiniert zu geißeln. Der Vergleich mit Holland glich dabei einem Stich ins Wespennest. Diese für sie typische Chuzpe und die Herkunft "Holland" führten zum gängigen Vorurteil gegenüber der Schreiberin, aus der Historie heraus deutschfeindlich zu sein und immer wieder Themen aufzugreifen, um diese ihr unterstellte Haltung auszuleben. Das wird in den Leserbriefen deutlich. Plötzlich geht es gar nicht mehr um die Pausenbrote und um die Armut. Vor dieser Tendenz der Diskussion sollten wir uns hüten.

 

Liest man sich den strittigen Leserbrief genau durch, so kann man durchaus sachlich darüber diskutieren. Es bedarf dabei keines Nationalstolzes. Vielmehr sollten alle gesellschaftlichen Schichten unseres Landes - voran die Politiker - dafür sorgen, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen wieder zurückgeführt werden. Erst die Auswirkungen der Gesetze und Gesetzesänderungen der letzen Jahre ließen die Armut dramatisch ansteigen. Die extreme Umverteilung muss bis zu einem gewissen Grad zurückgeführt werden. Wir laufen sonst Gefahr, dass unser Gesellschaftssystem zerbricht. So gesehen, fachte Frau Häger-Hogerland eine Diskussion an, die nützlich ist.

 

An der Wahlurne fallen die wichtigen Entscheidungen

 

Jährlich wächst die Zahl der Nichtwähler, die zu einem großen Prozentsatz aus dem Lager der sozial Benachteiligten kommen. Hier hat die Armut ganze Arbeit geleistet. Die gesellschaftlich Benachteiligten müssen jedoch ebenso von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, wie alle anderen, die in den politischen Verhältnissen ihren wirtschaftlichen Vorteil sehen. Nur so kann man in unserem Land wirklich etwas verändern. Solange müssen die Armen noch verstärkt von der Wohlfahrt und von sozialen Hilfsangeboten leben. Es bedarf der Eigeninitiative, wenn man etwas verändern möchte und das Stimmrecht kennt nicht die Unterscheidung zwischen Arm und Reich! 

 

Freie Meinungsäußerung kann arg reizen

 

Die Zielperson der momentanen Aufregung ist alles Andere als eine Mitbürgerin ohne bürgerliches Engagement, wie der Leserbrief von Brigitta Trunski belegt. Vielleicht ist das ja der Grund für die sehr pointierte Meinungsäußerung von Loeki Häger-Hogerland, die sich damit einbringen will. Es ist ihr einfach nicht egal, was um sie herum passiert. Leider haben viele Leser mit den von ihr geworfenen Texten das Problem der Interpretation. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich rede. Sie wies im Kern lediglich auf die verschiedenen Sichten hin, die das Thema Schulspeisung haben kann. Zumindest kann man ihr das wohlwollen unterstellen. Natürlich sagt man aus Verärgerung schon mal, "dann soll sie doch dorthin zurückgehen, wo alles besser ist", wie es nicht nur Philipp Eibelshäuser äußerte. Wirklich ernst gemeint war das sicherlich auch nicht. Es ist mal wieder die berühmte Goldwaage, auf die alle Äußerungen gelegt werden. Jeder versteht das, was er verstehen will. Einige Meinungsäußerungen können dabei gewaltig reizen. Damit muss es jetzt aber auch gut sein.

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht am 05.02.2010, ergänzt am 08.02.2010  © Klaus Klee

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Das Feixen der Politiker

 

 

"Wir senken die Unternehmenssteuern, 

kürzen die Hartz IV-Bezüge

und führen dafür Schulspeisung ein!

Wir sind ja schließlich keine Unmenschen!

Wer ist dafür?"

 

Technik und Kommerz rangieren vor Mensch und Gesundheit

 

Heute ist mal nicht die Rede von Sicherheitslücken und von Datenmissbrauch, sondern von den Auswirkungen modernster Datenübertragungstechnik auf den Organismus. Kinder, Jugendliche, Trendsetter und Menschen im Kommunikationsrausch nutzen nahezu alle technischen Neuheiten und verhelfen der Branche zu immer neuen Umsatzrennern. Dabei kommen viele Konsumenten nicht nur finanziell in Schwierigkeiten, auch die Gesundheit ist massiv gefährdet. Immer häufiger leiden Menschen unter Elektrosmog und der intensiven Bestrahlung durch alle möglichen Geräte. Dies führte zu einem Maintaler Ärzteappell, der von 25 niedergelassenen Ärzten unterzeichnet wurde. Seit Jahren setzen sich Aktivisten für eine schonende Versorgung der Bürger mit Mobilfunkstrahlung ein und wenden sich gegen die aus der Sicht der Betreiber verständliche kostengünstigste Versorgung von innen nach außen, weil bei diesem Verfahren die Bestrahlung am intensivsten ist. Viele Städte und Gemeinden - außer Maintal - erarbeiteten schlüssige Konzepte, in die sie die Mobilfunkbetreiber einbinden. In Maintal sträubt sich der Magistrat allerdings dagegen und beruft sich immer wieder auf die Einhaltungen der gültigen Grenzwerte. Genau die sind jedoch aus guten Gründen höchst angreifbar geworden.

 

Ahnungslos - uninteressiert - untätig und mäßig gescheit...

 

Vortrag zur Belastbarkeit der gültigen Grenzwerte

 

Der Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema "Warum Grenzwerte schädigen und nicht schützen", den die letzte noch in der Lokalen Agenda verbliebene Gruppe - die Mobilfunkgruppe - am 27.1.2010 im Maintaler Rathaus veranstaltete, gehörte zu einer Veranstaltungskette, die unverständlicherweise auch bei der Presse auf nur wenig Interesse stößt. Dabei wäre deren Mitwirkung zur Sensibilisierung der Leser sehr wichtig. Stadtverordnete der CDU, der SPD und der WAM waren vertreten, auch wenn dahinter sicher keine ausgesprochenen Fraktionsinteressen standen. 

 

Die Veranstaltung war zwar gut besucht, nur die für die Maintaler Mobilfunk- und Kommunikationsstrategie zuständigen Vertreter des Magistrats und der Stadtverwaltung  fehlten. Damit liegen diese Damen und Herren ganz auf dem Kurs der bundesdeutschen Interessengemeinschaft, die aus Politikern und der Kommunikationslobby besteht. Ihr Standardargument ist die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte, was angeblich völlig ausreichende Sicherheit böte. Genau das ist jedoch ein völlig falscher Ansatz und sie sollten das nicht nur wissen, sondern auch dementsprechend handeln.

 

 

In vielen Ländern sind die Grenzwerte aus gutem Grund um das 1000-fache niedriger. Der Vortrag von Prof. Dr. Guido Zimmer verdeutlichte eindrucksvoll, wie falsch bereits der Ansatz bei der seinerzeitigen Ermittlung des gültigen Grenzwertes war, hinter dem sich heute alle Verantwortlichen verstecken. So wurde für Tests ein Gel verwendet, eine tote Masse, die keinerlei Rückschlüsse auf Auswirkungen menschlichen Gewebes zulässt. Weitere fragwürdige Vorgehensweisen rundeten die Festlegung der Grenzwerte ab. So existieren praktisch keine biologischen und biochemischen Untersuchungen. Das ist inzwischen bekannt. 

 

Vertrauen ist heute nicht mehr angebracht

 

Professor Zimmer appellierte an die Anwesenden, sich nicht darauf zu verlassen, dass Staat, Länder und Gemeinden für sie ausreichend Vorsorge betreiben, wie es eigentlich ihr Auftrag ist. Solange die Forschung gemeinsam vom Staat und Unternehmen finanziert wird, entsprechen Forschungsergebnisse eher den Forschungsvorgaben der Geldgeber. In die Forschung der Zukunftstechnologien wird zudem wesentlich stärker investiert als in die Erforschung der Risiken und Auswirkungen der gleichen Technologien auf Mensch und Tier. Beides müsste jedoch gleichermaßen gefördert und voran getrieben werden. Hier werden eindeutig demokratische Prinzipien verletzt. (Siehe Grafik)

 

 

Vertrauen in Institutionen zu haben, ist schon lange nicht mehr angebracht, wie der Umgang mit der Atomenergie und strahlenintensiven Technologien zeigt. Solange von Lobbyisten die vorsorgende Forschung mit Gutachten und Gegengutachten ausgebremst wird, wird der Bürger immer stärker auf sich selbst angewiesen sein. Was bleibt den Bürgern anderes übrig, als die Risiken im direkten Umfeld selbst zu minimieren und sich vor der Strahlung bestmöglich selbst zu schützen. 

 

Hierzu kann man die Strahlenbelastungen innerhalb der Wohnungen von einem Maintaler Baubiologen messen lassen und gemeinsam geeignete Abschirmungsmaßnahmen entwickeln. Diese Selbsthilfe mag für Bürger gelten, die in der Lage sind, sich zu informieren und ihr Handeln intelligent zu lenken. Jedoch muss unsere Aufmerksamkeit auch dem Heer der Menschen gelten, die nicht ausreichend mit Informationsbereitschaft und intelligenten Fähigkeiten ausgestattet sind. Ebenso den Kindern, denen man die komplexe Thematik noch nicht vermitteln kann. Sie sind aber größtenteils die stärksten Nutzer derjenigen Technologien, nach dessen Profit die Wirtschaft giert und die eine Überversorgung erfordern. Das unbewusst ignorante Handeln der Unwissenden gleicht dem Zug der Lemminge und die Bemühungen der Mobilfunkaktivisten gleichen dem Versuch, diesen kollektiven Zug zu den Klippen aufzuhalten. Es ist ein Teufelskreis, dem man nur mit Ehrlichkeit, Offenheit und Zivilcourage entkommen kann.

 

Der Staat sitzt in der Falle

 

Mit dem Verkauf der UMTS-Lizenzen für hohe zweistellige Milliardenbeträge hat die Regierung wegen der zu erwartenden Regressansprüche ein Interesse daran, dass die Kommunikationsbranche bei ihrem rasanten Ausbau nicht von der Forschung und den Kritikern behindert wird. Das geht inzwischen so weit, dass das Wohl der Technik und des Kommerzes vor dem Schutz der Menschen rangiert. Es ist ein Skandal, dass es überhaupt dazu kam und dass das ungeniert so weiterbetrieben wird. 

 

Auch in den Kommunen wird heftig gemauert. Wer heute registriert, wie offen und ungeniert zum Beispiel unser Bürgermeister und die Wirtschaftsförderung für eine spezielle Kommunikationsersatzlösung bei DSL wirbt, anstelle leitungsgebundene Lösungen zu bevorzugen, wie sie von der Agenda-Gruppe Mobilfunk empfohlen werden, sollte sich dazu die passenden Fragen stellen. Auch das Meiden des sonst so gepriesenen Bürgerengagements wirft Fragen auf. Vielleicht empfindet man es in den Fachabteilungen und im Dezernat aus Rücksicht auf die "Geschätspartner" nicht opportun, sich öffentlich im Kreis der Maintaler Kritiker und Vorsorgeaktivisten ("...sind ja alles Spinner!") zu zeigen. Das würde auch zum Verhalten passen, dass man bisher alle Angebote ausschlug, Mitglieder der Agenda-Gruppe beratend an Verhandlungen mit den Kommunikationsfirmen zur Umsetzung einer schonenden Mobilfunkversorgung zu beteiligen.

 

Nun sind die Gremien gefragt

 

Mobilfunk-Prävention ist im Magistrat der Stadt Maintal ein Fremdwort. Nun ist die Politik gefragt. Die anwesenden Stadtverordneten waren zumindest von den Ausführungen des Vortrages überzeugt, wie die Diskussion zeigte. Ob sie in ihren Fraktionen Gehör finden, wird sich zeigen. In einigen Parteiprogrammen findet sich sogar das Interesse an der Thematik wieder - zu Wahlkampfzeiten. Es ist jedoch eher anzunehmen, dass man in einigen Parteien den Parlamentskollegen die Teilnahme an zukünftigen Veranstaltungen ausredet.

 

Veröffentlicht am 29.01.2010, ergänzt am 01.02.2010  © Klaus Klee

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Schonende Mobilfunkversorgung,

ein Heißluftballon im Wahlkampf

 

 

 

 

Neuer Sendemast auf städtischem Grund

neben einem Wohngebiet und zukünftig in der Mitte zweier Wohngebiete

 

 

 

 

 

Stets gilt das Konzept, dass aus 

der Mitte heraus versorgt wird anstelle

von außen nach innen.

 

Karnevalistische Seifenblasen und die Krise

Ein Thekengespräch

 

Viel ist in diesen Zeiten die Rede von der Krise, jeder meint damit etwas anderes, aber alles gehört irgendwie zusammen. In diesem Fall ist die Rede von der Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Besuch von kulturellen Veranstaltungen und von Fastnachtssitzungen. Immer weniger Menschen gönnen sich vergnügliche Stunden. Gerade ist der diesjährige Reigen der Fastnachtssitzungen angelaufen und die Säle sind nur teilweise gefüllt. Unter dem Strich bzw. über alle Veranstaltungen hinweg bleibt ein kräftiges Minus an Besuchern und bei so manchem Verein überlegt man schon, die Anzahl der Veranstaltungen zukünftig zu reduzieren. Was einst einem Höhenflug glich, wird zunehmend zu karnevalistischen Seifenblasen, die zerplatzen.

 

Manchmal ist es ganz gut, wenn man Thekengesprächen zuhört. Hier kommen die Probleme offen auf den Tisch und zwischen den Vereinen wird Klartext geredet. Gerade erst ging der diesjährige  Sitzungsreigen eines Vereins zuende und die Besucherzahlen liegen auf dem Tisch. Dem zweiten Hochstädter Verein stehen die Sitzungswochenenden noch bevor. Noch sind "einige Restkarten" erhältlich. Es ist aber abzusehen, dass ebenfalls zumindest eine Sitzung "etwas lockerer gestellt" werden muss, um Fülle zu suggerieren.

 

Überzogener Wettbewerb führte in die Sackgasse

 

Seit Jahren versuchen sich die beiden karnevaltreibenden Vereine in Hochstadt zu überbieten. Waren es einst nur je zwei Veranstaltungen, so mussten es plötzlich vier und drei Veranstaltungen sein. Da auch das nicht genügte, musste zusätzlich ein deutlicher Unterschied zwischen den Eintrittspreisen das Klima anheizen. Man wähnte sich in der grenzenlosen Publikumsgunst und sonnte sich in Selbstüberschätzung. Heute präsentiert das Publikum die Rechnung und bleibt in Scharen den Veranstaltungen fern.

 

Die Kosten laufen davon

 

Wer heute 15 Euro bzw. 13 Euro für eine Eintrittskarte hinlegt und paarweise an so einem Abend leicht mal 100 Euro ausgibt, der nimmt womöglich an, dass die Eintrittspreise und die Einnahmen der Sektbar die Kosten decken. Das ist jedoch ein gewaltiger Irrtum. Zuerst müssen mal pro Abend die Kosten für die Veranstaltungsstätte, den Brandschutz, das Finanzamt und die GEMA bezahlt werden. Diese Kosten werden über die ersten 75 Eintrittskarten des Abends gedeckt. Lichteffekte und Beschallung schlucken nochmals den Erlös von 50 Eintrittskarten. Für Kostüme und die Ausstattung reichen gerade mal die Erlöse von 100 Eintrittskarten je Veranstaltung. Der musikalische Rahmen verschlingt nahezu den Rest der Kartenerlöse. Hinzu kommen die langfristigen Investitionen in Bühne und die sonstige Technik sowie Hallenmieten für die Übungsstunden. 

Besonders ärgerlich ist der veränderte Bestuhlungsplan, der zu einer Reduzierung der Sitzplätze führte. So waren die Vereine gezwungen, zugunsten eines variablen Angebots an jeweils drei Veranstaltungen festzuhalten, weil sie nur so die Kartenwünsche erfüllen und die Fixkosten decken konnten. Der Rückgang der Besucherzahlen erfordert nun im kommenden Jahr ernsthafte Überlegungen, die Anzahl der Veranstaltungen zu reduzieren und die damit wieder ausverkauften Veranstaltungen teuerer anzubieten.

 

Das Preis-/Leistungsverhältnis wird immer entscheidender

 

An dieser Stelle ist es angebracht, darüber nachzudenken, was gute Veranstaltungen ausmacht und welche Einflüsse das Publikum abwandern lässt. Zumindest ein Verein in Hochstadt erkannte das bereits vor Jahren und arbeitet kontinuierlich am Erfolg. Dabei wurde auch dem Wandel in den Seh- und Hörgewohnheiten Rechnung getragen. Auch wird ein nahezu professionelles Auftreten der Akteure geschätzt. Natürlich ergötzen sich auch viele Zuschauer daran, wenn sich ortsbekannte Personen zum Affen machen - pardon - den Narren herauskehren, wie in diesem Jahr unser Bürgermeister im Männerballett. 

 

Man erkannte auch, dass die Zeit der gesammelten Kalauer über und unter der Gürtellinie out sind. Damit kann man höchstens noch stark alkoholisierte Besucher zu später Stunde erreichen. Gefragt sind wieder ausgefeilte Vorträge, die gekonnt und frei vorgetragen werden. Wer will schon in einer Kampagne den gleichen Vortrag an verschiedenen Orten hören!? Unser ehemaliger Landrat berichtete einmal, dass er bei seiner Rundreise durch die Sitzungen des Main-Kinzig-Kreises einen Vortrag gleich ein halbes Dutzend mal ertragen musste.

 

Die handgemachten Vorträge mit Geist und Witz sind Trumpf, ebenso gekonnte Gesangseinlagen. Natürlich dürfen die Tänze nicht fehlen, die den Sitzungen einen besonderen Glanz verleihen - oder auch nicht. Im Vorteil sind hier eindeutig die Turnvereine mit anhängender Karnevalsabteilung. Mit ihren Leistungen kann man nur durch Originalität und Ausstattung konkurrieren. 

 

Was das Publikum gar nicht mag, sind endlose Auftritte von Prinzenpaaren und Abordnungen, Ordensverleihungen und dröges Geschwätz der Moderatoren. Auch die endlosen Litaneien bei der Namensverlesung von Akteuren sind störend und nur noch mit der Wiederholung von Darbietungen zu überbieten. Oft werden die Zugaben gar nicht gefordert aber dennoch gebracht.

 

Auch fortwährende Animationen zur Fröhlichkeit und Bewegungsübungen sind dem Wohlbefinden eher abträglich und in Grippezeiten unerwünscht. Wenn die Stimmung stimmt, dann wird auch auf freiwilliger Basis geschunkelt. Lässt man das Publikum sich bewegen, damit es wegen oder trotz des Programms nicht einschläft, dann muss man am Programm etwas ändern.

 

Wenn man sich an etwas Besonderes erinnert...

 

Viele Programmgestalter in Reihen der Karnevalisten meinen, die Programme müssten immer besser werden. Auch das ist ein gewaltiger Irrtum. Wichtig ist, dass man etwas erlebt, was noch nicht da gewesen ist oder etwas, was besonders originell war. Wenn man am nächsten Morgen am Frühstückstisch nochmals lacht, weil man sich an einen Punkt erinnert, der besonders gefiel, dann ist das absolut positiv. 

 

Wenn man weitererzählt, was in diesem Jahr völlig neu war oder was einem überraschte, dann ist der Verein auf einem guten Weg. Kann man nur berichten, dass es ähnlich wie im letzten Jahr war, gleicht das der Erwähnung eines Toilettenbesuchs. 

Schlimm ist es, wenn im nicht voll besetzten Saal an vielen Stellen laute Unterhaltungen und Stimmungsselbstläufer aufkommen, wodurch man die Vortragenden akustisch nicht mehr versteht. Auch das vorzeitige Verlassen der Sitzungen bei bestimmten Darbietungen ist ein ernstes Zeichen, dass etwas schief läuft. Diese Eindrücke können beim Besucher in ihrer Gesamtheit zum ganz "besonderen" Erlebnis werden, an das man sich später wieder erinnert und deswegen solchen Veranstaltungen fern bleibt. 

 

Daraus entwickelt sich oft eine Abwärtsspirale, die nur schwer zu stoppen ist. Für die Konkurrenz gilt es nun, das wirklich Besondere zu bieten, um die abwandernden Besucher zu gewinnen. Auch so können Krisen noch einen positiven Effekt haben. Das Konkurrenzverhältnis holt dabei allerdings die krisengeschüttelten Vereine ein.

 

Wichtig ist, dass man sofort erkennt, wenn man sich in der Krise befindet und geeignete Maßnahmen ergreift. Hochmut und Selbstgefälligkeit wären der falsche Weg!

 

Sie sehen, dass auch Thekengespräche durchaus anspruchsvoll sein können, wenn sich die richtigen Leute austauschen. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn der Hochstädter Karneval Schaden nehmen würde. Nun sind Humor und Ernsthaftigkeit gefragt - vielleicht sogar etwas Partnerschaft...!?.

 

Veröffentlicht am 23.01.2010  © Klaus Klee

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Wer sich zu weit vor wagt, kann nicht mehr zurück

 

In Hochstadt wartet die Evangelische Kirchengemeinde auf das Ergebnis des von Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich selbst eingeleiteten Disziplinarverfahrens. Es soll endlich wieder Ruhe in der Gemeinde einkehren. Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer noch der Pfarrer im Ruhestand und mit ihm der Posaunenchor, der seinen Begründer und selbstgewählten Chorleiter in einer Art "Korpsgeist" unterstützt. Diese Auslegung stammt dem Wort nach nicht aus den Reihen des Posaunenchors, ergibt sich aber aus der Darlegung der Beweggründe für die Unterstützung der Anliegen des Pfarrers i.R. . Vielleicht ist der Begriff "Korpsgeist" aber hier gar nicht richtig angebracht, denn im Brockhaus von 1911 heißt es, Korpsgeist sei "die tätige Teilnahme jedes einzelnen am gemeinschaftlichen Wohl aller, unter Beiseitesetzung aller egoistisch-persönlichen Rücksichten".  Das gemeinschaftliche Wohl aller scheint nicht mehr gegeben, weil persönliche egoistische Rücksichten genommen werden.

 

 

Wie aus dem Artikel des Maintal TAGESANZEIGER hervor geht, gab es etliche Versuche, den Konflikt friedlich beizulegen und es wurde sogar ein Vermittler bemüht. In letzter Konsequenz gab es jedoch keine Einigung, die alle Parteien zufrieden gestellt hätte. 

 

Welcher Eindruck entsteht dadurch nach außen? 

 

Gemeindemitglieder, die das groteske Schauspiel verfolgen, fragen sich, von welcher Qualität die beiden Pfarrer sind, wenn sie noch nicht einmal konsensfähig zu sein scheinen. Dabei spielt es keine Rolle, wer im Recht ist. Menschen, die in kritischen und vermeintlich ausweglosen Lebenslagen sind, suchen sehr oft die Hilfe beim Pfarrer, weil sie ihm wegen seines Berufs ein hohes Maß an sozialer Kompetenz unterstellen. Nun stellen sie fest, dass dort die Kraft und das Können fehlt, die eigenen Probleme friedlich zu lösen. Welche Rolle wurde ihnen da über Jahrzehnte hinweg vorgespielt und in welches Licht gerät dadurch der amtierende Pfarrer durch seinen Vorgänger? 

 

Der Schaden bezüglich der Glaubwürdigkeit ist immens und die Äußerung von Pfarrer Langheinrich, er könne sich einen Rückzug erst nach der nächsten Kerb vorstellen, zeigt, in welcher Rolle er sich fühlt. Da ist wieder der agile Gemeindemanager und nicht der Seelsorger, der er Kraft seines Amtes ebenfalls sein sollte. Noch einmal will er einige Bürger dazu verleiten, zugunsten der Hochstädter Kerb eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) einzugehen und selbstlos mit ihrem gesamten Vermögen zu haften. Allein dieses Verleiten zu einer höchst kritischen Handlung und das Suggerieren göttlichem Beistands stellt bereits eine Skrupellosigkeit dar, die beispiellos ist. Bewahren, Beschützen und Vernunft predigen - Fehlanzeige!

 

Das Warten auf die Entscheidung im Disziplinarverfahren ist der Gemeinde nicht dienlich aber unvermeidlich. Es ist zu erwarten, dass nach dem Scheitern eines Vergleichs mit der Entscheidung auch Maßnahmen verbunden sind. Diese könnten empfindlich ausfallen und zudem das Pfarramt belasten. 

 

Vielleicht gibt es ja nach einem der nächsten Gottesdienste ein Duell mit Waffen im Kirchhof, wie man früher Fragen der Ehre klärte. Je nach Ausgang des Duells könnte der "Sieger" ja dann zum Abendmahl laden, wobei allerdings geklärt werden muss, wer wem die Hostie reicht. Selbst das führte ja bekanntlich schon zu einem Eklat. 

 

Die Kirche ist auch nicht mehr das, was sie mal war!

 

 

Veröffentlicht am 21.01.2010  © Klaus Klee

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Eine Frage der Ehre

 

Zur Fastnachtszeit empfingen die Ministerpräsidenten einiger Bundesländer in ihren Räumen die Prinzenpaare vieler Städte und Gemeinden. So auch Roland Koch, der ins Biebricher Schloss einlud und 240 Prinzenpaare dessen Einladung gefolgt waren. Die Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval lobte den Ministerpräsident überschwänglich für sein Engagement, das er angeblich den Narren entgegenbrachte. Was damit gemeint war, bleibt jedoch im Dunklen. Roland Koch rief seinerseits die Narren auf, politische Vorträge intensiv zu fördern, denn "die Fastnacht dürfte nicht unpolitisch werden". Angesichts der umstrittenen Person Roland Koch und dem schiefen Licht, in dem er und einige seiner Minister stehen, kann diese Äußerung nur als unverschämtes selbstgefälliges Feixen bezeichnet werden. Für Prinzenpaare und Vereinsfunktionäre ist es deshalb eine Frage der Ehre, der Einladung zu folgen.

 

Ehre, wem Ehre gebührt

 

Wenn Roland Koch die "Narren" zu politischen Vorträgen animiert, dann meint er natürlich nicht, dass diese sich kritisch mit Politikern und deren persönlicher Handschrift auseinander setzen sollen, sondern er setzt bei so viel persönlichem Zuspruch darauf, dass die Narren huldigen. Wäre es anders, so hätten sich viele Prinzenpaare gefragt, ob es ihnen selbst zur Ehre gereicht, der Einladung zu folgen. Sie erlagen wahrscheinlich ihrer eigenen empfundenen Wichtigkeit, dem Ruf einer derart umstrittenen Person zu folgen und sich damit in den Kreis der politischen Sympathisanten einzureihen. Kein Wunder, dass der Ministerpräsident sich auch in der heimischen Bütt´ Zuspruch wünscht. Dass unsere Maintaler Tollitäten dem Ruf erneut folgten, macht sie mir nicht sympathischer. Sie ehrten damit einen Mann, der Ehre am wenigsten verdient.

 

Vielleicht folgen sie ja zukünftig der Aufforderung Kochs und thematisieren in der Bütt die skandalöse Rechtsbeugung im Amt, die steuerliche Schonung von Amts wegen, die zweifelhafte Entfernung von fähigen Steuerbeamten, die Geißelung von Minderheiten, von Ausländern und Arbeitslosen. Es wäre gut, immer wieder darauf hinzuweisen, wie Roland Koch und seine Regierungsmischpoke ans Ruder kam und wie er sich im Amt hält. Damit erzeugt man in den Sälen keine Stimmung, das ist aber auch nicht der einzige Sinn der Fastnacht. Im Karneval benutzte man stets die Maske des Narren, um den Herrschenden unverblümt die Wahrheit zu sagen. Man darf nicht vergessen, dass solches zu bestimmten Zeiten sogar verboten war. Schon deshalb sollte diese Freiheit genutzt werden und nicht, weil es ein Herr Koch hintergründig empfiehlt. 

 

Was man selbst von Politik hält, kann man besonders eindrucksvoll demonstrieren, wenn man derartigen Einladungen erst gar nicht folgt und öffentlich bekennt, warum man sich so verhielt. Dass unsere Maintaler Tollitäten hierzu keine Veranlassung sahen, spricht eine eigene Sprache. Schon deshalb besuche ich übrigens seit einigen Jahren keine Fastnachtssitzungen mehr, die absolut unpolitisch oder politisch tendenziös sind.

 

Veröffentlicht am 20.01.2010  © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Muss es immer erst Tote geben?

 

Es hat mal wieder einen Radfahrer erwischt! Am Samstag, dem 2. Januar 2010 wurde auf der Verbindungsstraße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ein Radfahrer erfasst und verstarb an den Unfallfolgen. Der in den Unfall verwickelte Autofahrer dürfte sein ganzes Leben lang unter diesem Eindruck leiden. Wie auch immer der Unfall geschah, die Bischofsheimer Straße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ist grundsätzlich für Radfahrer gesperrt. Viele Radfahrer ignorieren das und bringen sich und andere damit in Gefahr. Mitleid ist wohl nicht angebracht!

 

Unabhängig vom aktuellen Fall kann festgestellt werden, dass nicht nur auf dieser Strecke zahlreiche Radfahrer die Verkehrsregeln ignorieren. Sie fahren mit Rädern, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, auf Straßen, die für Radfahrer gesperrt sind, ignorieren Ampelanlagen, fahren nach Anbruch der Dämmerung ohne Licht und rasen über Bürgersteige. Dabei können sie sich in Maintal auch ganz sicher sein, denn kein Polizist und keine Ordnungspolizei unternimmt gezielt etwas dagegen. 

 

Möglicherweise ändert sich das jetzt für einen kurzen Zeitraum, denn es muss immer erst ein Mensch ums Leben kommen, damit ein Problem ernst genommen wird. 

 

Maintaler Parteien mit bekannter Fahrradnähe sprechen sich immer wieder für den Ausbau des Maintaler Radwegenetzes aus. Hochstadt und Bischofsheim verbindet aus gutem Grund ein exzellenter Radweg. Radfahrer mit bunten Trikots und Rennrädern  ignorieren das jedoch generell. Es ist nicht cool, mit Rennrädern auf Radfahrwegen zu fahren. Zwischen Hochstadt und Hohe Tanne kann man das gleiche beobachten. Sind Radfahrwege deshalb unsinnige Investitionen? Natürlich nicht! Vielleicht müsste man deren Nutzung zwingend vorschreiben und die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung stärker kontrollieren. Man könnte ja auch an die Vernunft appellieren - aber welcher Radfahrer hat das schon?

 

Veröffentlicht am 03.01.2010  © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

Vielseitige HMV-Talente werben für das Sitzungsprogramm

 

Auch wenn im Artikel des Maintal TAGESANZEIGER vom 2. Januar 2010 nicht direkt davon die Rede ist, so dürfte klar sein, dass man während der Karnevalszeit die beiden Ausnahmetalente Pia Jost und Silvia Koffler der Hochstädter Humoristen nur live erleben kann, wenn man eine der drei bevorstehenden  Fastnachtssitzungen des HMV besucht. So wird es wieder ein interessanter Augenblick sein, wenn sie auf der Bühne präsentieren, was sie sich für dieses Programm haben einfallen lassen. Wer das verpasst, hat erst wieder während der Programme des lokalen Kabaretts MIKROKOSMOS die Freude, die beiden live zu erleben. Dort prägen sie mit ihren Auftritten ebenfalls das Programm in ganz hervorragender Weise.

 

Ihr besonderes Talent  besteht darin, dass sie keine Rollen spielen, sondern wirkliche Typen verkörpern - ohne Wenn und Aber. Wenn der zu verkörpernde Typ "steht", wachsen um sie herum automatisch Text und Handlung. Das gibt ihren Auftritten das Besondere. Es spricht für ihre Bescheidenheit, dass sie im Interview zum nachstehenden Artikel nicht mit diesen Pfunden wuchern. Für sie ist das scheinbar selbstverständlich, weil sie halt eben so sind. Gerade beim Kabarett sind diese Fähigkeiten gefragt, weil dort die kleinste Irritation bereits zum Misslingen von Programmpunkten führen kann. So sind ihre Auftritte während der Fastnachtssitzungen - wie für die restlichen Mitglieder des Ensembles - pikante Sahnehäubchen, die den Fastnachtsprogrammen das Besondere verleihen. Sie stellen fast komplett die Crew der Vortragenden und der Verein weiß das zu schätzen. Dennoch kennen sie keine Starallüren und nehmen für sich keine Rechte in Anspruch, die teamkritisch wären. Damit gehören sie zum Tafelsilber der Humoristen.

 

Wer also neben dem üblichen Standard-Menü zur Karnevalszeit auch das Dessert genießen will, sollte noch eine der wenigen Restkarten für den 30. Januar und den 5. Februar in der Vorverkaufsstelle Lotto/Toto Cercas in der Bischofsheimer Straße in Hochstadt ergattern. Mein Tipp: Es lohnt sich!

 

 

 

 

Veröffentlicht am 02.01.2010  © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Kalle

 

Rückblick und Blick nach vorn

 

Es gibt Jahre, die einem in vorwiegend schlechter Erinnerung bleiben. Das Jahr 2009 ist so ein Jahr, auch wenn es einige positiv empfundene Ereignisse gab. Unser Lokalblatt beleuchtete alljährlich nochmals das Wesentliche und die Fraktionsvorsitzenden sowie der Bürgermeister verkünden ihre Sicht der Dinge. Natürlich gäbe es dazu einiges zu sagen, doch zu diesem Jahreswechsel verkneife ich mir das. Die ureigenen Highlights und Tiefpunkte, die uns Bürger persönlich betreffen, gehen tiefer, auch wenn davon die Öffentlichkeit nichts erfährt. Alles zusammengenommen ergibt sich ein eher düsteres Bild, das sich auch im Jahr 2010 nicht wesentlich erhellen wird.

 

 

Ich möchte mit den Dingen beginnen, die ich persönlich positiv empfand und dann erst so langsam zum Unangenehmen übergehen. 

 

 

Ich blieb von schweren Krankheiten verschont und finde immer noch genügend Motivation, mein Leben zufriedenstellend zu meistern.

 

Das Kabarett MIKROKOSMOS lieferte auch in diesem Jahr vier respektable Veranstaltungen ab und festigte seinen Platz im kulturellen Programm Maintals. Daraus schöpfe ich Kraft und Freude.

 

Im Mai und Juli fanden erfolgreich vor jeweils ausverkauftem Haus meine Graukopf-Lesungen statt, an der auch Jacqueline Wastensteiner teilnahm. Das ermutigte mich zu weiteren Satire-Lesungen, die kommen werden.

 

Sämtliche Ausgaben der Seniorenzeitungen 60 AUFWÄRTS fanden großen Anklang und die Zeitung entwickelte sich prächtig. Das ehrenamtliche Engagement hat sich gelohnt.

 

Karla Köllner bekam das Bundesverdienstkreuz, womit ihre politischen und sozialen Leistungen gewürdigt wurden. Ich habe mich für sie sehr gefreut.

 

In meinem direkten persönlichen Umfeld bin ich von Menschen umgeben, mit denen ich sehr gut harmoniere und auf die ich mich verlassen kann. Der Kreis ist klein aber fein. Das gibt Kraft und Zuversicht.

 

Die Kunstfigur Horst Schlämmer wurde zur besten Politikerpersiflage 2009 und das bewies, dass man mit Humor und Satire schlimme Zustände erträglich formulieren kann.. 

 

Die Straßenbeitragssatzung wurde nach heftigen Protesten der Bürgerschaft wieder abgeschafft. Erfolglos wurde die Erhöhung der Grundsteuer thematisiert. Das benötigte Geld wird aber wegen der maroden Straßen benötigt.

 

Das Gelände des ehemaligen Bischofsheimer Rathauses wird gedrittelt, Europäisches Recht umgangen und das Thema mit anderen Projekten so verwoben, dass es zumindest voran geht, wenn auch auf fragwürdige Weise.

 

In der zweiten Jahrshälfte stellte ich nach 7 Jahren meine intensive kommunale Berichterstattung ein, weil die Qualität der Kommunalpolitik den Aufwand der Berichterstattung nicht mehr rechtfertigte. Der Gewinn: Weniger Frust.

 

Erhard Rohrbach wird wieder zum Bürgermeister gewählt, weil erneut keine mehrheitsfähige Alternative zur Wahl stand. Noch nicht einmal die linken Parteien konnten sich wirkungsvoll verständigen. Die Rathausführung hat sich dadurch allerdings zumindest nicht verschlechtert.

 

Die Welt wurde von einer Finanz- und Wirtschaftskrise erfasst. In der Finanzkrise wurde in erster Line den Banken geholfen, welche die Krise erzeugten. Infolge der Wirtschaftskrise lief eine Verschuldungsmaschinerie an, deren Profite ebenfalls in die falschen Taschen fließen, während die Lasten den Bürgern aufgebürdet werden.

 

Hessen erlebte mit der politischen Demontage und dem inszenierten Sturz von Andrea Ypsilanti, die ein Korrektiv zur verfehlten SPD-Politik darstellte, das Scheitern der Erneuerung und den bundesweiten Fall der SPD. Hessen bekam dadurch eine Regierung, die das Wahlergebnis völlig auf den Kopf stellt.

 

In Berlin regiert eine schwarz/gelbe Koalition mit teilweise fragwürdigen Ministern. Es ist zwar gut, dass die große Koalition beendet ist. Ein derartiges Fiasko, wie in den den ersten 100 Tagen, lässt für die Zukunft jedoch Schlimmes befürchten.

 

Mit der Schweinegrippe stopft sich die Pharmaindustrie die Taschen mit Steuergeldern voll, nachdem völlig überzogen Ängste geschürt wurden.

 

Die politischen Konstellationen in Maintal entsprechen absolut nicht mehr meinen Vorstellungen, denn deren Protagonisten agieren völlig an den Bedürfnissen der Bürger vorbei. Ihr Vorgehen ist nur wegen des mangelnden politischen Interesses der Bürger möglich.

 

Die Maintaler SPD folgt dem Landes- und Bundestrend und verliert kräftig Federn. Bar jeder Erneuerungskraft ist bisher auch keine Besserung in Sicht.

 

FDP und Grüne sind derzeit die größten Gewinner der Politikverdrossenheit und legten prozentual zu, was nicht unbedingt vom Sachverstand der wenigen Wähler zeugt, die überhaupt noch zur Wahl gingen.

 

Die Lokale Agenda wird inoffiziell zu Grabe getragen und ein angeblich neuer Stadtleitbildprozess auf dem Fundament der jahrelang nicht umgesetzten Ideen mit genau den Strukturen ins Leben gerufen, die die Lokale Agenda benötigt hätte. Noch steht nicht fest, wie erfolgreich der neue Prozess sein wird, weil Politiker  darüber entscheiden, was aus den Ergebnissen wird.

 

Meine private Situation ist infolge gesundheitlicher Probleme und unnatürlichen Betreuungsstresses äußerst angespannt und zwingt mich, etliche ausgleichende Aktivitäten zu reduzieren, die mir bisher gefielen.

 

Natürlich stellt die Aufzählung keine Rangfolge dar. Dafür sind die Problemfelder viel zu verschieden. In der Magengrube grummelt es bei mir jedoch noch zu vielen anderen Themen. 

  • So stört mich gewaltig die Passivität vieler Bürger, wenn es um Politik und  Sicherheit geht, wie zum Beispiel bei den Themen Soziale Gerechtigkeit oder Strahlenbelastung in Wohngebieten. 

  • Auch missfällt mir, dass einige Maintaler Investoren permanent begünstigt oder bevorteilt werden ohne Gegenleistungen zu erbringen, die den städtischen Finanzen dienlich sind. 

  • Ich verstehe auf Landesebene nicht, dass man fähige Steuerbeamte, die  prominente Steuerbetrüger am Haken hatten, für nicht zurechnungsfähig erklären ließ. Das und andere Details im Hessischen Finanzministerium deutet auf fragwürdige Strukturen in Ämtern und personelle Fehlbesetzungen hin.

  • Ich verspüre in Summe eine gewisse Ohnmacht gegenüber politischer Willkür.

Zum Jahreswechsel sehe ich keinen einzigen Lichtblick, der mich beflügeln könnte. Die Politikerverdrossenheit sitzt bei mir tiefer als je zuvor. Im privaten Bereich zeichnet sich ebenfalls nicht ab, die sich meine stressige Situation wirklich verbessert. Somit erscheint vieles leider sehr trostlos.

 

Die positiven Dinge des letzten Jahres werde ich weiter pflegen, um daraus Kraft zu schöpfen. Mich hält nur die bisherige Erkenntnis in Schwung, dass auf sieben magere sieben fette Jahre folgen. Ich will hoffen, dass ich das noch erlebe.

 

Ich wünsche allen meinen Lesern ein erfolgreiches Jahr 2010.

 

Veröffentlicht am 31.12.2009  © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

Berichterstattung eingestellt

 

 

 

 

 

 

Roland Koch wieder im Sattel

 

Stadtleitbildprozess

löst Lokale Agenda ab

 

 

Neues von "Trompeter L."

 

Weihnachten in Hochstadt und die lautesten Misstöne kommen aus der Kirche. Das ist ein wahrhaft interessanter Augenblick, zu dem sich die  Frankfurter Rundschau  erneut über die Disharmonien in der Evangelischen Kirchengemeinde Hochstadt äußert. Noch immer schwelt der Konflikt zwischen Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich und der Kirchengemeinde sowie Pfarrer Uwe Rau. Der Hochstädter Posaunenchor ließ sich sogar für die Interessen von Hermann Langheinrich instrumentalisieren und sagte die Teilnahme an der Christmette an Heiligabend ab. Das dürfte der vorerst absonderlichste Höhepunkt der Konfrontation sein. Die Angelegenheit hat jedoch weitaus dunklere Facetten als die, mit der die Frankfurter Rundschau aufwartet.

 

Die subversiven Umtriebe des Pfarrers im Ruhestand werden bisher in der Öffentlichkeit nur an der Affäre um den ehemaligen Hausmeister des Gemeindezentrums festgemacht, die das Fass erst zum Überlaufen brachte. Nach Aussagen höchstengagierter Mitglieder der Gemeinde und anderer Insiderquellen bauten sich die Disharmonien zwischen dem alten und dem neuen Pfarrer schon längere Zeit auf, weil die versuchte Einflussnahme auf Abläufe der Gottesdienste und anderer Bereiche sehr stringent waren. Selbst das Gemeindebüro wurde weit über das verträgliche Maß hinaus weiterhin in Anspruch genommen. Als die offene Konfrontation ausbrach, initiierte Hermann Langheinrich mit einigen Getreuen eine Satzungsänderung des Posaunenchores, um der Entlassung als Chorleiter durch den Kirchenvorstand entgegen zu treten*. Diese Satzungsänderung ist bis heute äußerst strittig und spaltete zudem die Gemeinde. Der traurige Höhepunkt ist die Absage der Teilnahme des Posaunenchors an der Christmette und die Ankündigung des Rücktritts des inzwischen vom Posaunenchor ernannten Chorleiters im Jahr 2010.

 

Mit dem gegen sich selbst eingeleiteten Disziplinarverfahren erhoffte sich Hermann Langheinrich eine Stützung seiner strittigen Handlungsweisen seitens der Kirchenaufsicht. Inzwischen wiegen aber die Behinderungen gegenüber dem amtierenden Pfarrer wesentlich schwerer und er muss womöglich mit Folgen rechnen. Inwieweit auch Vorgänge um die Hochstädter Kirchenkonzerte eine Rolle spielen, die Hermann Langheinrich aktiv hintertrieben haben soll, ist noch unklar. Bei vielen Gemeindemitgliedern ist seine über viele Jahre gewachsene Autorität erheblich gesunken und teilweise restlos aufgebraucht, weil man von einem Kirchenmann andere Verhaltensweisen erwartet. 

 

Das Kabarett MIKROKOSMOS, das alljährlich Veranstaltung im Ev. Gemeindezentrum Hochstadt aufführt, brachte die wahre Ursache des Konflikts mit dem Sketch "Trompeter L." auf den Punkt. Es geht nach Meinung der Kabarettisten ausschließlich um Autorität und um das Nicht-loslassen-können, um verletzten Stolz und um Macht. 

 

Für viele Menschen, die in ihrem Berufsleben viel geleistet haben, ist der Übergang in den Ruhestand und die Wiedereingliederung in das Heer der ganz normalen Menschen schwierig. Dass es aber einem ehemaligen Seelsorger, der von Berufs wegen verständnisvoll, einfühlsam und ausgleichend sein sollte, genauso geht, ist schon eine auffällige Besonderheit, die heftig diskutiert wird.

 

*Nachtrag vom 31.12.2009

 

In einem Brief des Vorstands des Evangelischen Posaunenchors Hochstadt vom 31.12.2009 erfolgte folgende Stellungnahme (Auszug):

 

 

"Der Posaunenchorvorstand hat im März diesen Jahres dem Kirchenvorstand die Ergebnisse unserer Jahreshauptversammlung berichtet. Dabei wurde dem Kirchen- vorstand selbstverständlich angeboten, dass der Posaunenchor wie immer an allen hohen kirchlichen Feiertagen in der Kirche spielen werde. Der Posaunenchorvorstand hatte im März d.J. den bisherigen Leiter und Gründer, Herrn Pfarrer Langheinrich erneut zum Chorleiter ernannt.

 

Der Kirchenvorstand nahm unser Angebot dankend an, allerdings nur, wenn der Chorleiter nicht Hermann Langheinrich heißt. Er heißt aber so und deshalb konnten wir im ganzen Jahr 2009 nicht im Gottesdienst spielen. Auch am Heiligen Abend nicht. Wir bedauern dies sehr. Wir hätten gern am Heiligen Abend, am 1. Weihnachtsfeiertag und auch an Silvester im Gottesdienst gespielt.

 

Die von Ihnen angesprochene Satzungsänderung ist nicht durch Herrn Langheinrich "und einige Getreuen" initiiert, sondern vom Rechtsamt der Landeskirche angeregt worden. Sie stellt klar, dass der Hochstädter Posaunenchor ein rechtlich selbständiger Verein innerhalb der Ev. Kirchengemeinde ist und auch bleiben will."

 

 

Es folgen übliche Kritiken wegen Unausgewogenheit und die Aufforderung, zukünftig mit dem Vorstand des Posaunenchors Kontakt aufzunehmen, damit korrekt berichtet würde.

 

Interessant ist, dass es nur um die eine rot markierte Textpassage ging und nicht um die Kernaussage meines Artikels, obwohl der Posaunenchor das wichtigste Bein ist, auf dem Pfarrer Langheinrich derzeit steht und ihm eine gewichtige Position verschafft. Die Presse sprach sogar von der Spaltung der Gemeinde.

 

Zum Zeitpunkt der Kündigung als Chorleiter muss die rechtliche Handhabe seitens des Kirchenvorstands wohl schlüssig und die Satzungsänderung des Posaunenchors eine Folge zur Abwehr der Kündigung gewesen sein. Eine andere Deutung gibt es nicht.

 

Ob hier das Rechtsamt der Landeskirche eine gangbare Lösung aufzeichnete, ist ohne Belang, weil das Rechtsamt nicht antragstellend war, sondern der Posaunenchor selbst - dort wiederum spezielle Protagonisten. Man kann vorgeschlagene Wege wählen, man muss es aber nicht, wenn wichtige Gründe dagegen sprechen. Für diesen Sachverhalt bedurfte es übrigens keiner zusätzlichen Recherche, wie vom Posaunenchorvorstand moniert wurde. 

 

Dem Vorstand des Posaunenchors und dessen Mitgliedern muss klar gewesen sein, dass die getroffene Entscheidung, die eher einer Art (Chor-)Korpsgeist folgt, zu Konsequenzen führen musste, wenn sie den Beschluss des Kirchenvorstands aushebelt. So werte ich die Rechtfertigung hinsichtlich der Kirchenauftritte auch eher pharisäerhaft.

 

Wenn der Posaunenchor ein Verein innerhalb der Kirchengemeinde ist und die Kirchengemeinde kein Verein innerhalb des Posaunenchors, so haben doch wohl die Entscheidungen des Kirchenvorstands Vorrang. So sehe ich das als Gemeindemitglied.

 

Der obige Artikel kommentierte außerdem lediglich den Artikel der Frankfurter Rundschau und ergänzte ihn um eine Sicht, die sich aus den andauernden Querelen ergibt. Sie muss nicht für jeden voll und ganz akzeptabel sein, das räume ich gern ein. 

 

Als Gebot der Fairness veröffentliche ich die obige Stellungnahme des Posaunenchors, kann jedoch nicht erkennen, dass dies zur Lösung des eigentlichen Zielkonflikts beiträgt.

 

 

Maintal 

Kirchenmusik mit Misstönen 

Von Jörg Andersson

 

Der evangelische Posaunenchor Hochstadt zählt zu den größten der Landeskirche Kurhessen- Waldeck und ist bis heute mit seinem Initiator verbunden: Hermann Langheinrich hat ihn vor 42 Jahren gegründet und schwingt weiter den Taktstock. Doch zwischen dem Pfarrer im Ruhestand und der Kirche schwelt ein Streit, und so wird die Christmette am Heiligabend erstmals ohne Posaunenchor zelebriert.

 

Langheinrich, der 45 Jahre als Seelsorger in Maintal wirkte und von Landeskirche und Stadt für seine Verdienste geehrt wurde, hatte bereits im Februar - aus für ihn nicht einsichtigen Gründen - vom Kirchenvorstand die Kündigung als Chorleiter erhalten. Hinter der Demission stecken Vorfälle um einen noch von Langheinrich eingestellten Küster. Diesem wurde im August 2008 ein Auflösungsvertrag nahegelegt, nachdem bekannt worden war, dass er mehrere Frauen sexuell belästigt haben soll. Für den Kirchenvorstand und Pfarrer Uwe Rau "sehr eindeutige Fälle".

 

Langheinrich hingegen "sah die Vorwürfe als zu hoch angesetzt". Vier Anzeigen seien anonym gewesen, ein Strafverfahren gegen den Küster sei gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. Das Verhältnis zwischen Kirchenvorstand und Langheinrich, der dem Ex-Küster zur Seite stand, ist seither zerrüttet. Denn es heißt, Langheinrich habe eine Zeugin beeinflusst, die Vorwürfe der sexuellen Übergriffe zu entkräften.

 

Im Juli 2010 will Langheinrich zurücktreten

 

Über das unangenehme Küster-Kapitel würde vermutlich längst geschwiegen, wäre nicht der Posaunenchor, den Langheinrich weiter führt, nachdem über eine Satzungsänderung die Chorleitung ohne Mitspracherecht des Kirchenvorstandes geregelt wurde.

 

Trotz Kündigung und nun ohne Aufwandsentschädigung der Kirche widmet sich Langheinrich fleißig der Jugendlichen-Ausbildung. Einen Nachfolger zu finden, sei schwer, sagt der 71-Jährige und kündigt nun an, das Amt nach der Kerb im Juli 2010 niederlegen zu wollen.

Im evangelisch geprägten Hochstadt mit 2400 Gemeindemitgliedern war es trotz der verfahrenen Situation zuletzt auch deshalb ruhig, weil der Kirchenvorstand "maßgeblich zur Deeskalation beigetragen hat", wie das Landeskirchenamt betont.

 

De facto hat Langheinrich Hausverbot in seiner Kirche

 

Unter anderem duldete dieser weitere Auftritte Langheinrichs in der Kirche, obgleich de facto ein Hausverbot gilt. Pfarrer Karl Waldeck stellte nun klar, dass man die Auseinandersetzung zügig beilegen wolle und jetzt auch juristische Schritte erwäge. Denn bedauerlicherweise habe Langheinrich einen Vergleich abgelehnt, bei dem ihm angeboten worden sei, noch bis Ende Dezember Chorleiter zu bleiben, sofern der Kirchenvorstand bei der Neubesetzung wieder zu hören sei.

 

"Ich will wissen, was man mir vorwirft", sagt Langheinrich, der selbst das Disziplinarverfahren beantragt hatte. Kirchenamtssprecher Waldeck deutet jetzt auf § 26 des Pfarrerdienstgesetzes, wonach zu vermeiden sei, was den Dienst des Nachfolgers erschwert. Andernfalls drohe auch Pfarrern im Ruhestand ein Verweis oder gar härtere Sanktionen.

 

Posaunenchor und Kirchengemeinde belaste das Thema, sagt Hochstadts Pfarrer Rau (46). Zu Weihnachten gebe es "Sehnsucht nach Frieden und Klarheit".

 

FR 21.12.2009

 

 

Veröffentlicht am 22.12.2009  und ergänzt am 31.12.2009 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

Fiktives Interview

 

zum Spannungsverhältnis innerhalb der 

Evangelischen Kirchengemeinde Hochstadt

und dem Pfarrer i.R. Hermann Langheinrich

 

Programmpunkt 

der Kabarett-Gruppe MIKROKOSMOS 

aus dem Programm 2009

 

"Trompeter L."

 

Journalistin

Guten Tag Herr Trompeter, vielen Dank, dass Sie sich nun doch die Zeit nehmen, dazu Stellung zu nehmen, warum Sie jetzt nur noch in der zweiten Reihe trompeten sollen. Unsere Leser interessiert natürlich, was sie dazu herauszuposaunen haben, wie man so schön sagt.

 

Trompeter L. 

Bei dem Thema kenne ich keinen Spaß!

Sehen Sie, seit vielen Jahren bin ich hier der erste Trompeter und habe vielen jungen Leuten erst die Flöten- und dann die Trompetentöne beigebracht. Dabei hielt ich mich stets an die Noten und ließ niemals Misstöne zu. Harmonie ist nämlich alles! 

Apropos Harmonie... 

Die jungen Leute hören aufs Wort und folgen mir inzwischen - egal wohin - durch Dick und Dünn! 

Nun habe ich ein einziges Mal abseits meines ruheständlerischen Trompeterlebens ein Thema eigenwillig interpretiert und es wurde prompt von Moralisten als falsches Spiel empfunden. Dabei braucht doch ein vielseitiger Virtuose wie ich die Freiheit der Interpretation.

 

Journalistin 

Wie gewagt war denn ihre Interpretation? 

Sie lösten ja eine gewaltige Unruhe aus und nicht Wenige meinten, Sie seien weit übers Ziel hinausgeschossen. Was sagen Sie denn zu den Vorwürfen?

 

Trompeter L. 

Das hängt immer von der Sichtweise ab! Mein Gott! - 

Was gilt schon die spießige Meinung Einzelner? 

Man muss die Entrüsteten einfach von der Harmlosigkeit gewisser Flirttechniken überzeugen und dabei natürlich seine ganze Autorität in die Waagschale werfen....

 

Journalistin 

Und wenn diese Waagschale bereits voll ist?

 

Trompeter L. 

Ist sie das schon? 

Ich ignoriere das zumindest und blase einfach in der ersten Reihe weiter. Verstehen Sie? 

Ich bestimme ja auch, ob meine Mitbläser und Bläserinnen in rauchfreien Räumen rauchen oder nicht. 

Selbst auswärtige Bläser hören auf mein Wort!

Wo ich bin, ist das gefühlte Gesetz 

und die wirkliche Moral! 

Wo ich bin, spielt deshalb im doppelten Sinn die Musik!

 

Journalistin 

Wie würden Sie denn ihr Verhalten beschreiben?

 

Trompeter L. 

Meinen sie jetzt, wie ich mich sehe oder wie mich andere sehen oder wie ich möchte, dass man mich sieht?

 

Journalistin 

Meinetwegen alle drei Versionen, wenn sie wirklich voneinander abweichen sollten.

 

Trompeter L. 

Wie heißt es so schön: "Am Anfang war die Erde wüst und leer..." So auch in dieser Gemeinde. 

Was heute Trompeten und Posaunen, Basstuben, Flöten und Querflöten, Hörner und was sonst noch alles spielt, habe ich getauft, konfirmiert und manche sogar verheiratet. Das soll alles vergessen sein? 

Guut - ich möchte deshalb für mich nicht gleich das erste Gebot in Anspruch nehmen, aber...

 

Journalistin 

Meinen Sie nicht, dass das etwas überzogen ist?

 

Trompeter L. 

Wer zweifelt, klagt an! 

Meine Autorität ist mit kleinen Ausreißern unangefochten! Wer mich vertreiben will, muss mich und meine wackeren Mitbläser regelrecht nieder blasen.

 

Journalistin 

Und wenn ein Teil der Menschen eher die leisen Töne bevorzugt?

 

Trompeter L. 

Denen empfehle ich den Besuch der Kirche. 

Dort gehören die leisen Töne zum Ritual. 

Meine Leidenschaften waren schon immer Organisation, Finanzen, Vereinsarbeit, die Kerb, Konzerte, Blasmusik und gelegentlich auch mal eine freie Interpretation. 

Da sind leise Töne eher selten. 

Nun muss ich aber wieder zur Übungsstunde.

Sie wollen doch nicht, dass auch noch mein Apfelwein warm wird.

 

Journalistin 

Ich bedanke mich für das Gespräch. 

Wir berichten dann in der Montagsausgabe.

 

 

Maintaler Senioren sind on-line

 

Am Montag dem 14. Dezember knallten die Sektkorken, als die Homepage der aktiven Maintaler Senioren im Internet feierlich gestartet wurde. Mit der sehr ansprechend und übersichtlich gestalteten Homepage steht allen Maintaler Senioren nun eine Informations- quelle zur Verfügung, die alle Aktivitäten umfasst, welche vom SeniorenOffice betreut werden. Vereinzelten sparwütigen Politikern, welche die Funktion des SeniorenOffice infrage stellten und meinten, man könne sie problemlos auf Maintaler Vereine übertragen, werden beim Studium der Vielfalt der Aktivitäten und der Kernproblematik erkennen, welchen  Stellenwert das SeniorenOffice besitzt.

 

DAS TEAM

stehend: (v.l.n.r.) Eberhard Seipp, Hans-Joachim Bogasch, Werner Zahn

sitzend: (v.l.n.r.) Gerhard Fink, Rainer Moselewski

 

"Maintaler Senioren sind aktiv 

und deshalb immer auf der Suche nach Betätigungsfeldern." 

 

Das ist die Botschaft der neuen Maintaler Homepage, die ausschließlich von aktiven Senioren betrieben und gestaltet wird. Sie haben damit ein Ehrenamt, eine Betätigung gefunden, die sie voll und ganz ausfüllt. Das wünschen sich auch viele andere Senioren. Doch was kann man tun, wo soll man suchen, wen kann man fragen? Man erinnert sich zwar, dass in der Zeitung der vergangenen Woche ein Hinweis zu finden war. Aber diese Zeitung ist in der Zwischenzeit schon in der Papiertonne gelandet. 

 

Aufgrund dieser Situation kamen einige Maintaler Senioren, die sich ehrenamtlich beim Maintaler SeniorenOffice engagieren, auf die Idee, eine Website zu entwickeln, die kompakt und tagesaktuell alle Aktivitäten und Hilfsangebote des SeniorenOffice enthält. Es gab noch ein weiteres Ziel: der Web-Auftritt soll individuell und persönlich sein, also nicht nur die Aktivitäten spartanisch auflisten. Er soll "Aktiven" die Möglichkeit bieten, Aktivitäten der einzelnen Gruppen selbst in Wort und Bild zu beschreiben. Bebilderte Berichte von zurückliegenden Veranstaltungen laden zum gemeinsamen Erinnern ein. Kurz: eine Web-Seite von Senioren für Senioren. 

 

Dieser Aufgabe stellten sich Gerhard Fink, Werner Zahn, Rainer Moselewski, Hans-Joachim Bogasch und Eberhard Seipp. Das Ziel war gefunden und die Herkulesaufgabe konnte in Angriff genommen werden. Die Internet-Arbeitsgruppe kreierte zunächst drei Layout-Vorschläge und den Slogan des Web-Auftritts "Senioren in Maintal, …freiwillig aktiv" sowie die Internetadresse, unter der die Seite im Web zu erreichen ist. Damit sich die Internet-Seiten mit Leben füllen, einigte man sich während der ersten gemeinsamen Diskussion im Kreis der Gruppen auf eine sinnvolle Arbeitsteilung. Die Internet-Arbeitsgruppe ist für die technische Umsetzung, Koordination und Pflege verantwortlich, die einzelnen Senioren-Gruppen liefern die Inhalte. Die IT-Abteilung der Stadt Maintal stellte die entsprechenden Ressourcen zum Betrieb des Web-Angebots bereit. 

 

In der Internet-Arbeitsgruppe ist 

  • Gerhard Fink für das Konzept, das Webdesign und die technische Realisierung verantwortlich. 

  • Werner Zahn koordiniert die Beiträge der Gruppen Städtetouren, Seniorengymnastik Dörnigheim, Fröhliche Senioren, Heimatmuseum und der Vogelschutzgruppe. 

  • Rainer Moselewski ist der Ansprechpartner für die Fremdsprachencafés, den Tanztee, die Gruppe Jung & Alt sowie die Hausaufgabenhilfe. 

  • Hans-Joachim Bogasch nahm sich der Gruppen Rad- und Wandertouren sowie der Seniorengymnastik an und 

  • Eberhard Seipp hält den Kontakt zur Seniorenzeitung und dem Kulturtreff. 

Mit großem Eifer wurden von den Seniorengruppen Inhalte geschaffen und die Webseite war schon während der Entwicklungsphase für die Eingeweihten zugänglich. Jeder, der Inhalte und Bilder abgeliefert hatte, konnte sich direkt von der Internet-Umsetzung überzeugen. In einem interaktiven Prozess wurde dann so lange geändert und gefeilt, bis alle zufrieden mit "ihrem" Internet-Auftritt waren. Die Website wird zwar von Beginn an nicht perfekt sein und alle Informationen enthalten, aber sie wird wachsen und immer besser werden. 

 

An dieser Stelle muss der lobenswerte Einsatz aller Senioren hervorgehoben werden, die dafür sorgten, dass ein attraktiver Webauftritt in einer in diesem Metier "weltmeisterlichen" Zeit von nur ca. sechs Wochen entstand. Ein ganz besonderes Lob verdient dabei das Team um Gerhard Fink

 

Es gab natürlich auch kritische Stimmen, die meinten, das brauche man nicht und "wer hat schon einen Internetanschluss". Aber der Medienwandel beschleunigt sich und das Internet setzt sich auch bei älteren Menschen immer stärker als Informationsmedium durch. In der Gruppe der Menschen über 60 Jahre möchten inzwischen 30% nicht mehr auf das Internet als tägliche Informationsquelle verzichten; Tendenz steigend. Wenn Sie Zeit und Lust haben, dann schauen Sie einmal bei www.seniorenaktiv.maintal.de  vorbei und teilen der Redaktion Ihren Eindruck mit. Das Team wird die Anregungen aufgreifen.

 

Veröffentlicht am 19.12.2009  © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

www.seniorenaktiv.maintal.de

 

Schreiben versus Depression

 

Die interessanten Augenblicke werden für mich immer seltener. Befasste ich mich bis vor wenigen Wochen noch mit der Maintaler Kommunalpolitik, so nehme ich sie heute nur noch am Rande wahr. In meinem Garten, der ein zentraler Punkt meines Lebens war, war ich seit mehreren Wochen schon nicht mehr. Pflege, Krankheiten und Verletzungen der Menschen innerhalb meines engsten Umfeldes bestimmen mein Leben. Momentan lebe ich nur noch im Heute und im Jetzt. Was mich noch einigermaßen zusammenhält, ist die Vermutung, dass es vielen Menschen so oder so ähnlich geht und irgendwann diese Phase des Lebens beendet ist. Man muss sich gegen die schleichend daher kommende Depression wehren - so, wie es vielen Menschen abverlangt wird. 

 

Ein Blick ins weitere Umfeld bringt zusätzliche unerfreuliche Eindrücke. Ja, gibt es denn gar nichts mehr, was noch einigermaßen normal ist? Ehekrisen und absonderliche Verhaltensweisen signalisieren, dass wieder einmal eine Midlife-Krise im näheren Umfeld stattfindet, bei der Betroffene moralisch und ethisch  betreut werden müssen, während suchtähnliche Verhaltensweisen die Situation immer mehr eskalieren lassen. Der Erfolg des Beistandes hat jedoch nur eine extrem kurze Halbwertzeit. Während sich auf der einen Seite Menschen bewusst oder unbewusst ausleben, leiden andere Menschen und vergeuden ihre ganze Kraft, die sie eigentlich für sich bräuchten. Eine solch kräftezehrende Person ist meine Mutter.

 

Kann man mit dem Schreiben Depressionen verhindern?

 

Zur Bewältigung meiner speziellen Situation habe ich das Schreiben als Ventil für meine Empfindungen entdeckt. Die "Graukopf-Satiren" und die "gereimten Ungereimtheiten" auf meiner Homepage sind ein Teil dieser Schriften. Hinzu kommen kleine Bücher, wie das neben stehende Buch "Zuerst komme ICH", die bisher nur als unveröffentlichte Dateien vorliegen. All diese Texte entstehen unmittelbar nach Erlebnissen, die ich alleine verarbeiten musste, weil ich mich wie in einem Teufelskreis fühle. Starke Emotionen führen bei meiner Frau zu schweren Psoriasis-Schüben, die inzwischen fast vollständig ihren Körper bedecken. Die Ursachen sind die vielen kleinen Dinge, die sie im Zusammenhang mit der Pflege meiner hochbetagten Mutter mitbekommt. Wäre ihr das gesamte Ausmaß dessen, was ich erleide, bekannt, wären die Folgen gar nicht auszudenken. Sie scheidet als Gesprächspartner aus. Mir bleibt nur die Möglichkeit, mich über Texte zu entlasten, damit ich andere Menschen nicht zusätzlich belaste. Nach jedem dieser Texte ertrage ich die mich umgebenden dunklen Wolken etwas besser und entrinne so aufkommenden depressiven Zuständen.

 

Tabus sind erdrückende Schneckenhäuser

 

Wir Menschen ziehen uns gern in Schneckenhäuser zurück, weil wir glauben, dort sicher zu sein. So befinden sich meine wirklich schwerwiegenden Texte zusammen mit meinen Empfindungen auch in der hintersten Ecke meines Schneckenhauses. Ich habe aber immer wieder das Bedürfnis, diesen Texten ein wenig Tageslicht zu gönnen. Doch es halten mich Tabus unserer Gesellschaft davon ab. Eines dieser Tabus ist, dass man familiäre Angelegenheiten nicht nach außen trägt. So etwas macht man nicht! 

Warum eigentlich? Ist es nicht das Abweichen von der Norm, von den gesellschaftlichen Spielregeln, was uns wirklich bewegt? Ist es uns peinlich, das anderen Menschen anzuvertrauen? In den letzten Tagen und Wochen ließ ich den Text von "Zuerst komme ICH" einigen handverlesenen Personen zukommen. Einige suchten daraufhin zumindest das Gespräch. Andere, denen ich sehr viel Zuwendung bei ihren eigenen Problemen zukommen ließ, lasen es noch nicht einmal. Für die wenigen kurzen Gespräche bin ich dankbar, auch  wenn mich das Schweigen und das Desinteresse der restlichen Personen mehr beschäftigt. Es hängt wohl mit dem Tabubruch zusammen, den ich damit begehe.

 

Ein egomainsches Protokoll und seine weitere Zukunft

 

Das kleine Buch "Zuerst komme ICH" protokolliert einen kompletten Betreuungs-Tagesablauf und bettet ihn in kurze Gedichte und Verse ein, die alle aufkommenden Empfindungen beim Lesen auf das Wesentliche lenken. So vermittelt das kleine Buch - wenn man es an einem Stück liest - einen Eindruck vom tagtäglich wiederkehrenden Ablauf und von den sich dabei aufbauenden Spannungen. Wäre bei meiner Mutter Demenz gegeben, würde dieses kleine Buch nicht existieren. Es ist die vollbewusste Handlungsweise einer Person, die sich über ihr ganzes Leben hinweg als Mittelpunkt verstand und für die alle Menschen mehr oder weniger zu ihrem Personal gehören. Wer irgend etwas von ihr annimmt, hat bereits verloren. Da ich bewusst absolut nichts annehme, kann ich mich meiner Versklavung entziehen. Das zieht deswegen natürlich ihre Wut und ihren Zorn auf mich. 

Es ist jetzt eine Frage des bekundeten Interesses meiner Leser, welche Zukunft das kleine Buch haben wird. Vielleicht lasse ich es in einer begrenzten Auflage drucken. Im Internet ist es unter diesem Link bereits zu finden. 

 

Veröffentlicht am 15.12.2009, geändert am 25.12.2009  © Klaus Klee

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Stadtleitbildprozess braucht unbedingt ein Logo

 

Selten hat ein Projekt die Maintaler Stadtverwaltung so intensiv beansprucht, wie der Aufguss der Lokalen Agenda 21, der jetzt unter dem Begriff "Stadtleitbildprozess" verkauft wird. Wochenlang wird schon darüber in der örtlichen Presse ausführlich berichtet, ohne dass etwas nennenswert Neues dabei zu lesen ist. Als besonders interessanter Augenblick wird nun die Ausschreibung eines Wettbewerbs gefeiert, um ein Logo für den Prozess zu finden. Ohne ein Logo geht nämlich in Maintal gar nichts. Man hat dafür sogar eine spezielle Arbeitsgruppe im Rathaus gebildet und hielt die Auszubildenden für das adäquate Gremium. Nun können die Bürger endlich ihren Ideen freien Lauf lassen. Die Sache ist in guten Händen.

 

Das Logo soll den Prozess des Stadtleitbildes in künstlerisch gestalteter Form widerspiegeln und eine Verbindung zum Logo "Maintal Stadt Land Fluss" aufweisen. Angesprochen sind alle Bürger, frei schaffende Künstler, Kindertagesstätten und Schulen. Als Einsendeschluss wird voraussichtlich der 15. Januar 2010 gelten. Näheres gibt die Stadtverwaltung noch bekannt. An die Spitze der Kampagne stellte sich Bürgermeister Erhard Rohrbach, der sich nach eigenen Angaben bereits riesig auf die Einsendungen freut, auch wenn die Auswahl wieder viele Stunden seiner kostbaren Zeit verschlingen wird. 

 

Als Anregung entwarf ich vorab schon mal ein Logo, das eigentlich alle Kriterien der Ausschreibung erfüllt. Der neben stehende Entwurf "Alter Wein" zeigt den Prozess beziehungsweise das fertige Ergebnis des Stadtleitbildes: die umgefüllten Ideen von 1998-2001, welche mit neuen Aspekten verschnitten wurden und somit den neuen Jahrgang 2009 repräsentieren. Während es sich beim alten Jahrgang eher um eine natürlich getrocknete Flaschengärung handelte, soll der neue Verschnitt spritzig und kurios im Abgang sein. Auch am Flaschendrehverschluss erkennt man, wie sicher zumindest der Verschluss des Inhalts ist. Das garantiert eine gute jahrelange Lagerung bis zur Spitzeneife. 

 

Nun kann man wirklich gespannt sein, welch tolle Ideen noch im Rathaus eintrudeln, damit endlich mal die Protokolle und die Ergebnisse veröffentlicht werden können. Das fehlende Logo gilt inzwischen als Ausrede dafür, dass noch nicht einmal im Maintal Forum etwas offiziell darüber zu lesen ist.

 

Veröffentlicht am 28.11.2009  © Klaus Klee

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Entwurf "Alter Wein ®" 

 

Die Auswirkungen der Bundespolitik kommen in den Gemeinden an

 

Während der Stadtverordnetenversammlung vom 16. November 2009 brachte Bürgermeister und Kämmerer Erhard Rohrbach den Maintaler Haushalt 2010 ein. Dieser schließt erstmals mit einem Rekorddefizit von 8,6 Millionen € ab. Kurz zuvor hatte er seine Ernennungsurkunde für die nächsten sechs Amtsjahre erhalten. Angesichts der Aussichten für Maintal kam nur verhaltener Applaus auf. Einen ersten Vorgeschmack bekamen die Anwesenden durch die Ankündigung, dass sich die Grundsteuer um 70 Prozentpunkte von 350 auf 420% erhöht. Das trifft die Nutzer von Wohneigentum und deren Mieter. Die Vermieter - also die kommerziellen Nutzer - bleiben außen vor. Ein erstes Zeichen ungerechter Lastenverteilung und die Retourkutsche für die erzwungene Rücknahme der Straßenbeitragssatzung ist also bereits gegeben.

 

Zunächst beraten die Gremien und dann die Fraktionen über den Haushalt 2010. Auf der Haben-Seite bleibt nicht mehr viel übrig, denn knapp die Hälfte des Haushalts muss als Kreis- und Schulumlage an den Main-Kinzig-Kreis abgeführt werden, der sich zudem aus der Verantwortung für soziale Einrichtungen zurückzog. Dem MKK steht das Wasser genauso am Hals, wie der Hessischen Landesregierung, denn die Politik, die in Berlin "gemacht" wird, schlägt voll durch. In der neuen Konstellation wird sich das noch gravierender entwickeln, denn man muss sich das Kabinett nur ansehen. Auf der Einnahmenseite agiert ein Wirtschaftsminister, der wohl von nur wenigen Bundesbürgern ernst genommen wird. Die Finanzen verwaltet ein bissiger Schwabe, der möglicherweise lediglich die Aufgabe hat, den Koalitionsvertrag mit Sachargumenten auszuhebeln. Der Aufstand der Regierungschefs der etwas reicheren (bzw. weniger verschuldeten) Länder ist im Bundesrat vorprogrammiert. Politik wird so zum Tollhaus, in dem sich die Lobbyisten tummeln. 

 

Auf allen Ebenen der Finanznot fehlt der Mut, sich das Geld dort zu holen, wo es im Überfluss vorhanden ist. So gibt man immer neue Forderungen kaskadenartig nach unten weiter - dorthin, wo die Auswirkungen am gravierendsten sind. Doch es regt sich bereits Widerstand in den Gemeinden und der Städte- und Gemeindebund nimmt sich zunehmend des Themas an. Aber auch in den Gemeinden selbst ist Mut zum Widerstand gefragt. Es wird Zeit, dass sich die Gemeinden den Landkreisen verweigern, diese den Landesregierungen und diese sollten sich wiederum dem Bund widersetzen. Der Widerstand muss bei den Berliner Herrenreitern und den klientelpolitisch tätigen Parteien ankommen. Es kann nicht mehr hingenommen werden, dass von Berlin aus Dinge versprochen und beschlossen werden, die letztendlich in den Gemeinden mit leeren Händen umgesetzt werden sollen. Abgesehen davon, dass eine derartige Politik realitätsfremd ist, stellt sie auch eine Gefahr für die parlamentarische Demokratie dar.

 

Wir Deutschen neigen zu radikalen Kehrtwenden. Zuletzt bewiesen das im Jahr 1989 17 Millionen unserer Landsleute. Die derzeitig Regierenden laufen Gefahr, nicht länger "verstanden" zu werden und sorgen für eine Stimmung des Widerstands und der Verweigerung. Kleine Steuergeschenke werden nicht ausreichen, um den fortschreitenden Staatsbankrott zu kaschieren. So hoffnungslos, wie sich die finanzielle Lage der Kommunen in Maintal darstellt, ist sie im ganzen Land. Gemeinden werden zunehmend zahlungs- und handlungsunfähig werden. Noch wird die Last bei denjenigen abgeladen, deren Leistung sich angeblich lohnen soll, aber nicht mehr lange. Die derzeitige Politik wird generell und zunehmend zum Grundübel unseres Landes und läuft Gefahr, hinweggefegt zu werden! 

 

Ob viele Wähler merken, was sie langfristig angerichtet haben?

 

Veröffentlicht am 17.11.2009  © Klaus Klee

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Narren sind nur mit Humor zu ertragen

 

Seit dem 11.11. sind wieder die offiziellen Narren unterwegs und verbreiten notorisch ihren Frohsinn unter dem Rest der Nation. Es regnet erneut Vliese und Orden und "verdiente Narren" werden zu Rittern geschlagen. Tollitäten der letzten Kampagne treten ab und neue Prinzenpaare werden inthronisiert. Dazu wird getanzt, getrunken und allerlei Gesprochenem und Gesungenem zugehört, das eigentlich dem Schwachsinn bedenklich nahe kommt. Es ist halt die Zeit der Karnevalisten und der Narren. Hier kommen sich auch Menschen näher, die sich ansonsten aus dem Weg gehen.

 

Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede, denn ich war über zwei Jahrzehnte Teil dieses Frohsinns und habe den Quatsch äußerst aktiv mitgestaltet. Es war halt ein Teil meiner Vereinsaktivitäten und es war für mich eine Selbstverständlichkeit, diesen Teil des Vereinsgeschehens mit zu begleiten. Im Herzen war ich jedoch immer ein Humorist und ertrug die Karnevalisten so gut es ging. Über zwei Jahre war ich sogar als  Sitzungspräsident äußerst erfolgreich und habe während dieser Zeit neue Weichen gestellt. Es ist mir jedoch nicht gelungen, die Fastnachtssitzungen in humoristische Veranstaltungen mit durchgängigem  Niveau umzuwandeln. Dafür waren die notorischen Karnevalisten einfach zu stark und der Wille, traditionelle Fastnachtssitzungen abzuhalten, zu groß. Auch das muss man mit Humor ertragen!

 

Dabei ist echter Karneval eine Sache, die einen handfesten Hintergrund hat. In der Zeit Napoleons, in der die Franzosen das Rheinland besetzt hatten, waren die Fastnachtssitzungen mit ihren Elferräten, Garden und Tollitäten ein provokantes Abbild der politischen Gegebenheiten. Die Büttenredner trugen - Parlamentariern gleich - Missstände und Forderungen an die Obrigkeit vor und persiflierten des Volkes Stimme, ohne dafür belangt zu werden. Sie schlüpften in die Rolle des Narren, der straffrei ausging.  Politische Vorträge sind heute eher eine Seltenheit und im Kölner Raum ist die musikalisch dominierte  Fastnacht etabliert. In unseren Breitengraden neigt man ebenfalls eher zur leichten Kost, weil man die Obrigkeit nicht mehr fürchtet. Heute steigen sogar Politiker in die Bütt und stellen die Tradition vollends auf den Kopf.

 

Die Markenzeichen der waschechten Karnevalisten sind hierzulande überall die gleichen. Sie "stehen" auf klassischen Nonsensvorträgen, geleierten gereimten Plattitüden, gesammelten Witzvorträgen, einfältigen Liedchen zu bekannten Melodien und Tanzorgien verschiedenster Jahrgangsgruppen. Die Ausstattung muss vielfach den Mangel an wirklicher Originalität und Klasse kompensieren. Dementsprechend ist bereits der Rahmen aufgemotzt. "Mehr scheinen als sein" ist die Devise und so mancher Karnevalist erhebt sich selbst während der Kampagne in den Adelsstand, um endlich mal eine wichtige Rolle zu spielen. Das alles verfolgen wirkliche Humoristen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

 

Im Grund genommen will man den Menschen nur noch Freude bringen und Gesellschaftsvereine mit Substanz sollten das eigentlich aus eigener Kraft können. Peinlich wird es, wenn sich zu den eigenen Beiträgen auswärtige Leistungen hinzugesellen, die sich kaum von der Qualität eigener Darbietungen unterscheiden. Die Eintrittspreise runden das Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit ab. Dennoch werden diese Veranstaltungen gut besucht und man feiert sich als Besucher dabei selbst. Die Vereine liefern nur noch den passenden geselligen Rahmen. 

 

Eine wichtige Rolle spielt die Presse, die nach dem Motto "jedem wohl und niemandem weh" berichtet. Sie hält den Quervergleich zwischen den Anbietern in der Schwebe, damit sich alle Narren freuen dürfen. Ein Narr ist, wer dabei seine Leistung in der Presse im rechten Licht sieht. Die Leute von der Presse haben dafür ihre eigenen Sprache und sind froh, wenn die Kampagne wieder herum ist, denn sie lieben Karneval so wie Weihnachtsfeiern und Nikoläuse. Nur die Narren merken das nicht, denn für sie ist Karneval die wichtigste Sache der Welt. So klein kann eine Welt sein!

 

Der gesamte Rest an Humor geht bei mir drauf, wenn ich so manche Karnevalisten in ihrer demonstrierten Wichtigkeit beobachte. Im Privatleben ist mancher ein echter Kotzbrocken, zur Karnevalszeit aber ein ausgelassener Mensch, der mit allen Mitmenschen gut können will. Die eigene kampagnenbedingte Wichtigkeit wird mitunter zu allerlei zwischenmenschlichen Neigungen genutzt. Unter Prinzenpaaren ist die Trennungsrate auffallend hoch und in Folgejahren sind sie oft erneut Tollitäten - nur in anderer Besetzung. Moral scheint unter Karnevalisten keinen hohen Stellenwert zu haben. Es findet halt eben im Saal und auf der Bühne zusammen, was zusammen passt. 

 

Als wirklicher Humorist sollte man sich von den Karnevalisten nicht zum Narren machen lassen, auch wenn man im Verein den Karneval mitträgt. Erfreulicherweise lebt die Vereinsjugend die tollen Tage aus und bringt sich mit eigenen Leistungen auf den Veranstaltungen ein. Geist und Witz sind gefragt, Talent und Können die Voraussetzung. Leider kann nur eine begrenzte Anzahl von Aktiven mithalten und so mancher Verein muss auch seine weniger talentierten Mitglieder auftreten lassen. Diese Karnevalisten sind zu bedauern und ihr Auftreten ist eigentlich nur mit Humor zu ertragen.

 

Veröffentlicht am 15.11.2009  © Klaus Klee

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Kabarett kann ein richtiger Jungbrunnen sein

 

Die vier Kabarettveranstaltungen der Gruppe MIKROKOSMOS waren für die Akteure und für das Publikum im wahrsten Sinne interessante Augenblicke. Das bestätigen die vielen Gespräche und die uns erreichenden Informationen. Als Senior und Mitbegründer des lokalen Kabaretts in Hochstadt fühlte ich den Stress in der Vorbereitungsphase besonders deutlich und trug mich deshalb mit dem Gedanken, dass dies meine letzte Teilnahme sein sollte. Vielleicht schaute ich deshalb auch so ernst, wie auf neben stehendem Bild während des Programmbeginns. Während der vier Abende begeisterte mich jedoch die Leistung jedes einzelnen Ensemblemitglieds sowie die tolle Reaktion des Publikums so sehr, dass der Gedanke ans Aufhören nun wie weggeblasen ist. Lokales Kabarett kann ein richtiger Jungbrunnen sein.

 

Als ich im Jahr 2003 das Thema Kabarett ins Spiel brachte, waren viele Vereinsmitglieder skeptisch. Man befürchtete, dass darunter die Fastnachtssitzungen leiden könnten. Schon damals betrachtete ich Kabarett als ein Betätigungsfeld, auf dem der Nachwuchs viele Fertigkeiten erproben und ausprägen könne, die den Fastnachtssitzungen zugute kämen. Es dauerte noch zwei Jahre, bis es zum ersten Programm kam, das dann 2005 während des Hochstädter Altstadtfestes Open Air präsentiert wurde. Da die Sketche gut ankamen, glaubte man, man könne damit das Programm der Kampagneneröffnung anreichern. Dies fand auch statt, jedoch mit einem Ergebnis, das bis heute prägend ist: Fastnacht und Kabarett in einem Programm vertragen sich nicht! Hier stoßen tatsächlich zwei verschiedene Welten und Grundeinstellungen aufeinander. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Maintaler Karnevalisten nicht zu unseren Kabarett-Besuchern gehören. 

 

Seit 2006 finden die Kabarettveranstaltungen im Evangelischen Gemeindezentrum Hochstadt statt. Dort wurde eine Kleinkunstatmosphäre geschaffen, die nahezu perfekt ist. Mit jedem Jahr steigerte sich die Truppe, die von Frank Walzer geführt wird, um in diesem Jahr die wohl beste Leistung seit ihrem Bestehen abzuliefern. Maintal verfügt nun über ein etabliertes lokales Kabarett, das ein Novum darstellt. Mit dem Kabarett unterstreichen die Humoristen eindrucksvoll ihre exponierte Stellung unter den Maintaler  Gesellschaftsvereinen. Geist und Humor, Talent und Können, jugendlicher Schwung und betagte Lebenserfahrung verbanden sich zu einer tollen Sache, die viele Besucher begeistert.

 

Maintals politische Prominenz hat inzwischen ebenfalls das Lokale Kabarett entdeckt und lernte es zu schätzen. Fast alle Parteien sind unter den Besuchern vertreten - zumindest diejenigen, die Satiren und Kabarett unbeschadet vertragen. Die Mischung der Besucher ist vielschichtig, was wahrscheinlich ebenfalls zum dynamischen Gruppenerlebnis beiträgt. Im lokalen Kabarett ist man während des Genusses von Satiren locker und gelöst vereint.

 

Für Frank Walzer, Colin Stein und mich als Autoren der Sketche ist es immer wieder ein besonderer Augenblick, wenn die Texte zünden und Freude im Saal aufkommt. Das spornt an und garantiert auch im nächsten Jahr wieder den interessanten Augenblick, wenn es auf die Frage, wann es denn nun losgehe, wieder heißt: "Genau Jetzt!"

 

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Veröffentlicht am 05.11.2009  © Klaus Klee

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Foto: Kalle

 

Premiere in Hochstadt

 

Da erlebt man einen der interessantesten Augenblicke des Jahres und kann doch nicht so schreiben, wie man will. Schließlich sollen die Besucher der drei anderen Veranstaltungen nicht zu viel erfahren, denn die Spannung wäre womöglich weg. Dennoch möchte ich einige Worte über das Wechselbad der Gefühle los werden, das die Kabarett-Truppe hinter und auf der Bühne durchlebt. Zunächst sei noch ein Hinweis erlaubt. Auch heute verwende ich den winzigen Hinweis auf mögliche Restkarten, weil auch gestern in einem Fall zwei Karten  wegen Krankheit zurück gegeben wurden, die an der Abendkasse sofort wieder verkauft werden konnten. Wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

Bis auf den allerletzten Platz war der Saal besetzt, als wir Mikrokosmonauten pünktlich begannen. Eine halbe Stunde vor Beginn hatten die Besucher bereits ihre eroberten Plätze eingenommen und die Erwartungshaltung war auch hinter der Bühne deutlich spürbar. Was dann auf der Bühne und im Saal ablief, war einfach grandios, denn an diesem Tag passten Publikum und Ensemble exakt zusammen. Als die Eröffnungsnummer lief, rückten sich viele Besucher noch einmal genüsslich zurecht, denn sie genossen das Thema sichtlich. Dieser Moment war für die Mikrokosmonauten enorm wichtig, denn es nahm den Akteuren die respektvolle Anspannung, die sich in eine grenzenlose Spiellaune verwandelte. Davon profitieren Besucher und Akteure natürlich gleichermaßen.

 

Für die Autoren der insgesamt 32 Programmpunkte war der Moment gekommen, an dem es sich zeigte, welche Textpassagen auch in den nächsten Tagen wie aufgenommen werden. Umso mehr Gags ankommen, umso besser wird dabei die Stimmung. In einem Wechselbad zwischen Anspannung und erlösenden Momenten vergehen die zweimal 60 Minuten wie im Flug, wobei jeder noch so kleine Verbesserungspunkt genauestens registriert wird. 

 

Natürlich kommen die Besucher der folgenden Veranstaltungen in den Genuss der Perfektion, die sich Zug um Zug einstellt. Dennoch hängt es ganz wesentlich vom Publikum ab, wie eine Veranstaltung läuft und zu welcher Form die Akteure auflaufen. Die Premiere verlief äußerst erfolgreich und einige Besucher meinten, es sei das bisher beste Programm der Gruppe MIKROKOSMOS gewesen. Wir wollen das gern glauben und setzen alles daran, dass es die Besucher der drei weiteren Veranstaltungen ebenso empfinden.

 

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Veröffentlicht am 31.10.2009  © Klaus Klee

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Wenn wegen knapper Kassen die Tradition dem Fortschritt weichen muss

 

Die momentane Wirtschaftslage bringt es mit sich, dass an allen Ecken und Enden gespart werden muss. So auch in Vereinen, die jetzt häufig mit einem veränderten Konsumverhalten der Bürger konfrontiert werden. Der Euro rollt auf der Ausgabenseite stärker als auf der Einnahmenseite. Die Folge ist, dass man einspart, wo es nur geht. Das hat aber so seine Tücken. Auch wenn es gelingt, die Qualität von Veranstaltungen und deren Ausstattungen zu halten, die Folgen sind in anderen Bereichen spürbar. 

 

Welcher Handlungsspielraum bleibt den Vereinen?

 

Dazu muss man wissen, dass sich Vereine steuerrechtlich in den Ideellen Bereich, die Vermögens- verwaltung, den Zweckbetrieb und den Wirtschaftsbetrieb aufteilen. Während der Ideelle Bereich auf der Einnahmenseite von der Steuer befreit ist, fallen im Zweckbetrieb 7% und dem Wirtschaftsbetrieb 19% Umsatzsteuer an. Übersteigen die Einnahmen des Wirtschaftbetriebes eine bestimmte Höhe, so fallen  zusätzlich Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer an. Da heißt es: Vorsichtig agieren und gewissenhaft verbuchen. 

  • Zum Ideellen Bereich gehört die Mitgliederverwaltung mit den Mitgliedsbeiträgen, die  Aufnahmegebühren und die Spenden. Dafür sind Ausgaben in diesem Bereich nicht vorsteuerabzugsberechtigt. Einnahmen und Ausgaben unterliegen den satzungsgemäßen Richtlinien.

  • Zweckbetriebe sind alle, dem satzungsgemäßen Zweck dienende Veranstaltungen, wie Sportveranstaltungen, Konzerte, Fastnachtssitzungen etc., die mit eigenen Mitgliedern bestritten werden. Darunter fallen jedoch nur die Eintrittsgelder, die mit 7% zu versteuern sind. Dafür sind alle Ausgaben mit dem vollen Mehrwertsteuersatz vorsteuerabzugsberechtigt.

  • Zum Wirtschaftsbetrieb rechnet man alle Veranstaltungen, die nicht dem satzungsgemäßen Vereinszweck gehören oder nicht von Vereinsmitgliedern bestritten werden sowie alle Umsätze, die mit Speisen und Getränken zu tun haben. Auch hier sind natürlich alle Ausgaben in voller Höhe  vorsteuerabzugsberechtigt.

Daraus ergibt sich die Handlungsweise der Vereine, die je nach Größe und Umfang ihrer Aktivitäten einen gewissen Finanzbedarf haben. Besitzt ein Verein die Gemeinnützigkeit, so darf er streng genommen keinen Jahresüberschuss erwirtschaften und muss dies in den Zweckbetrieb oder den ideellen Bereich einfließen lassen. Das schränkt die Handlungsweise der Vereine nochmals ein. 

 

Eine große Unbekannte ist in vielen Vereinen der geldwerte Nutzen der Arbeitsleistung seiner Mitglieder. Da in den Vereinen fast alle Berufe vertreten sind, ist das Sparpotenzial bei fremden  Handwerkerleistungen und anderen Bedarfen der Vereine enorm. Auch die vielen Dienste während der Feste werden kostenlos erbracht, von den permanenten Leistungen der Vorstandsmitglieder ganz zu schweigen. Das steht und fällt jedoch mit der Motivation der Leistungsträger der Vereine. Mit dem Generationenwechsel gehen diesbezüglich Veränderungen der bisher traditionellen Gewohnheiten einher, denn jede Leistung wird von ihren Erbringern nach Mühe und Lohn bewertet. Die Alten und ein Teil der Jungen stellen den Verein über Alles und bringen sich nach besten Kräften ein. Erst ab einem bestimmten Alter gönnt man sich den Vorzug, sich zurückziehen zu können. Der Rest versucht, um Diensteinsätze herum zu kommen.

 

Punktesystem als Sozialisierungsmaßnahme

 

In vielen Vereinen wird bemängelt, dass sich nur eine handvoll Mitglieder abrackern und sich die restlichen Mitglieder passiv verhalten. Das führt dazu, dass auch die Leistungsträger so langsam die Nase voll haben und vom "Ich-bin-auch-nicht-mehr-so-blöd-Bazillus" befallen werden.

 

Ein großer Maintaler Verein führte daraufhin ein Punktesystem ein, das vorsieht, dass Gruppen des Vereins für ihre Etats Arbeitsleistungen vollbringen müssen. Alle Feste und Veranstaltungen wurden nach Arbeitspaketen und Diensten aufgeteilt und die Gruppen übernahmen komplette Dienste und Schichten während der Veranstaltungen. Die Etatmittel richten sich nach den erarbeiteten Punkten der Gruppe. Das sollte für eine begrenzte Zeit den Sinn der Mitglieder für die Notwendigkeit einer gerechten Übernahme von Aufgaben fördern. Kurioserweise wird das System bis heute weitergeführt, obwohl das Ziel bereits erreicht ist. Vielleicht traut man dem Frieden nicht...!?

 

Mühe und Lohn

 

Natürlich stieg im Laufe der Zeit der Anspruch auf eine adäquate Gegenleistung, die man gern mit Geselligkeit verbunden haben möchte. Dem neuen Zusammengehörigkeitsgefühl bestimmter Gruppen trug der Verein Rechnung und so gestalteten die Gruppen jährlich einen geselligen Abend, in dessen Mittelpunkt ein Essen stand. Diese Idee hatte eine Gruppe des Verein traditionell bereits seit über 40 Jahren und hatte einen Weg der Finanzierung gefunden, der den Verein nicht belastete. Das weckte bei den anderen Gruppen Begehrlichkeiten, die allerdings die Vereinskasse belasteten. 

 

Im Zug der Bewältigung der Finanzlage des Vereins legte man alle Gruppenveranstaltungen zusammen und hob damit alte Traditionen auf, die Jahrzehnte lang ganz wesentlich zur Motivation der Gruppe gehörte. Man kann froh sein, dass so ein gemeinschaftliches Essen von der jungen Generation nicht mehr hoch bewertet wird. Die Maßnahme berührt traditionsbewusste Gruppenmitglieder aber umso mehr. 

 

In Vereinen haben besonders die Leistungsträger ein bestimmtes Wertigkeitsgefühl, das gepflegt werden will. So können sinnvoll erscheinende Maßnahmen, die nach rationalen Gesichtspunkten getroffen werden, durchaus Auswirkungen auf das Empfinden von Mühe und Lohn haben. Eine Facette des "Lohns" kann ein empfundener Vorzug sein, der traditionell gepflegt wird. Jeder möchte doch, dass sein Teil der Arbeit im Verein eine besondere Wertigkeit hat und dass Veränderungen nur im Einvernehmen stattfinden.

 

Tradition und Fortschritt gehören zusammen. Nur wer seine Wurzeln kennt und pflegt, wird Erfolg haben.

 

Veröffentlicht am 23.10.2009  © Klaus Klee

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Redaktion der HOCHSTÄDTER KREPPELZEITUNG ist traurig

 

Es gibt interessante Augenblicke im Leben, die einem unter die Haut gehen. Einer dieser Augenblicke fand in dieser Woche statt, als Berthold Böhm nach über 30-jähriger Zugehörigkeit zur Redaktion der HOCHSTÄDTER KREPPELZEITUNG seinen Rückzug aus dem "Kreppelgericht" bekannt gab, wie sich die Redaktion seit ihrer Gründung im Jahr 1902 nennt. Mit ihm verliert die Kreppelzeitung einen unglaublich vielseitigen humoristischen Redakteur, der es über Jahrzehnte verstand, die vielfältigsten Themen in seiner ureigenen Art zu glossieren. Nur allzu gern würde ich an dieser Stelle das eine oder andere Geheimnis lüften. Die Statuten der Kreppelzeitung verbieten es jedoch, den Zusammenhang zwischen Autoren und Texten herzustellen. Dahinter steht in jedem Fall das gesamte "Kreppelgericht".

 

Seit dem Neuanfang der Kreppelzeitung im Jahr 1948 bestand das "Kreppelgericht" aus sechs bis acht Männern, die alte Traditionen wieder aufleben ließen und mit Neuerungen kombinierten. Die Zeitung hatte das handliche DIN A4-Format und zeitweise war auf der Titelseite sogar die Micky Maus zu finden. In den 50er Jahren begann Philipp Mankel die Zeitung mit Werbung zu kombinieren, damit sich die Druckkosten amortisierten. Damit wurde die Anzeigenwerbung zu einem wichtigen Baustein der Kreppelzeitung und ist heute eine der wichtigsten Einnahmequellen des Vereins. 

 

In den 70er Jahren stieß Berthold Böhm zur Kreppelzeitung, weil der Pressewart des Vereins stets Mitglied des "Kreppelgerichts" war. Von da an drückte er der Zeitung ganz wesentlich seinen Stempel auf und schon bald waren seine Beiträge nicht mehr aus der Zeitung wegzudenken.

 

Der damalige Erste Vorsitzende des HMV Manfred Birkenstock trug wesentlich dazu bei, dass die Zeitung ein Format bekam, das zeitgemäßen Tageszeitungen entsprach. Berthold Böhm lieferte hierfür die neuen Titelseiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Maintal TAGESANZEIGER entstand das Layout und am letzten Samstag vor dem Fastnachtswochenende kam es zum großen "Showdown" an den Lichttischen in der Kennedystraße, als die Seiten Gestalt annahmen. Zu gleicher Zeit wurden die letzen Überschriften hergestellt und die Artikel zugeschnitten. In der Dunkelkammer wurden die Bilder produziert und "spaltig" geschnitten, ehe alle Elemente aufgeklebt wurden. Berthold Böhm gestaltete die Seiten, während sich andere Kreppelzeitungsredakteure um die Werbeanzeigen kümmerten. Letzte Instanz war stets Norbert Albrecht vom TAGESANZEIGER, vor dessen kritischem Auge die Seiten bestehen mussten. Nach Fertigstellung kamen alle Seiten unter die Reprokamera und die Filme waren druckfertig. Anschließend fand das Abschlussessen aller Teilnehmer statt, das die Gesamtleistung abrundete.

 

Diese Prozedur wiederholte sich alljährlich und mittendrin stets Berthold Böhm, auf den immer Verlass war, auch wenn andere Kräfte oftmals nicht so ganz bei der Sache waren. Er war einer der Männer im HMV, die neben allem Fortschritt die Tradition hoch hielten.

 

Ende der 90er Jahre kam dann der harte Schnitt, als der Maintal TAGESANZEIGER auf Computer umstellte und die alten Lichttische verschwanden. Inzwischen stellte auch Berthold Böhm - wie die übrigen Redaktionsmitglieder - seine Beiträge im Datenformat her. Gleichzeitig fand ein kleiner Aderlass in der Redaktion statt, als einige Mitglieder den Sprung in die neue Zeit nicht mehr adäquat fanden. So kam es zu einer Neuformierung des Kreppelgerichts, in dem auch Frauen Einzug hielten. Die Verjüngung war gravierend und der Wandel der Zeitung deutlich spürbar. Pia Jost stellt seitdem das fertige Produkt am PC her und liefert die Zeitung als CD in der Druckerei ab. Ein Stück Tradition war damit gestorben.

 

In dieser Phase war es wieder Berthold Böhm, der sich des Nachwuchses annahm und weiterhin mit seinen typischen Beiträgen den Wandel abfederte. Fotogeschichten und andere Elemente hielten Einzug und er war an allen Schauplätzen präsent, wenn es darum ging, eine gute Story zu schreiben und zu gestalten.

 

Nun soll das alles nicht mehr sein!? 

 

Berthold Böhm meint, dass er sich zurückziehen will und er hat den Schritt bereits vollzogen. Die Redaktion stimmt das sehr traurig, denn sie verliert auch einen Mann, der stets ausgleichend wirkte. Er war der dienstälteste Kreppelrichter und wird wohl weiterhin Ehrenkreppelrichter bleiben, der vielleicht doch ab und zu als freier Mitarbeiter seinen Schalk aufblitzen lassen wird. 

 

Als äußerst rühriger Vereinsmensch, der Jahrzehnte in den Fastnachtssitzungen des HMV Glanzlichter setzte, dass die Säle tobten, als Gestalter aufwändiger Bühnenshows und als Musiker hat er ebenfalls stets einen Platz in der ersten Reihe des Vereins. Schade, dass er sich nun zurückzieht.

Von dieser Stelle aus wünsche ich ihm mit einer Träne im Knopfloch alles Gute.

 

Veröffentlicht am 22.10.2009  © Klaus Klee

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Kabarett und Satire muss man verstehen können

 

Nur noch zwei Wochen stehen der Kabarettgruppe MIKROKOSMOS für den letzten Schliff am Programm zur Verfügung. Dann wird es ernst. Die fast 500 Eintrittskarten haben ihre Besitzer innerhalb weniger Tage gefunden und das Motto des Programms 2009 lautet "Bis aaner weint!" Das ist natürlich nicht sprichwörtlich so zu verstehen, sondern trägt der Tatsache Rechnung, dass das geflügelte Hochstädter Wort "Bis aaner flennt" von Neubürgern etwas hochdeutscher ausgesprochen wird. Es soll einfach als gutgemeinter Beitrag zur Integration verstanden werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass "aaner weint", wird das Verständnis des Publikums für Kabarett und Satire zeigen. 

 

Man freut sich als Zuschauer, wenn Andere von Programminhalten betroffen sind. Ist man selbst betroffen und man merkt auch genau, dass man gemeint ist, können die Empfindungen schon mal besondere Reaktionen hervor rufen. Genau hier ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob man als Zuschauer kabarett- oder satiretauglich ist. In diesem Metier werden Sachverhalte bewusst verbogen und überzeichnet, um das herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, was sich bei vielen Menschen nur im Unterbewusstsein abspielt. Dabei kann es zu gewaltigen Irritationen kommen.

 

Geht es zum Beispiel um Rechtsextremismus oder die Nazi-Vergangenheit und fallen auf der Bühne Parolen und Sätze, die verdammt echt klingen, so gibt es immer wieder Zuschauer, die den Akteuren solches Gedankengut zurechnen. Das Kabarett "Die Schmiere" erhielt in früheren Jahren immer wieder Verbote für einige Programme, weil das Wesen des Kabaretts und damit die Stücke falsch verstanden wurden. Heute sind es Themen wie Ausländerfeindlichkeit, die allzu gern falsch verstanden werden. Kirche und Religion als Thema führen ebenfalls zu gewaltigen Reaktionen, wenn satirisch gestellte Fragen total falsch verstanden werden, wie es kürzlich zur Segnung des tegut-Marktes in Dörnigheim der Fall war.

 

Bliebe noch die Politik - im Programm des MIKROKOSMOS vorrangig die Kommunalpolitik -, die natürlich an nur wenigen Personen festgemacht wird. Deren Empfindsamkeit wird besonders auf die Probe gestellt, denn die Mikrokosmonauten werden von Jahr zu Jahr etwas bissiger. Hier wird das thematisiert, was in Maintal immer weniger Bürger von der Intention her verstehen. Man sieht nur die Ergebnisse und nicht, wie sie zustande kommen. Auch diese Lücke schließt MIKROKOSMOS immer nachhaltiger. 

 

Ein weiterer Trend setzt sich in diesem Jahr fort: Die Einbeziehung des Publikums. Mit der Auktion im letzten Programm war ein hoffnungsvoller Anfang gemacht worden, weswegen sich die Interaktion 2009 fortsetzt. Einige Besucher werden hinterher sagen können: "Ich habe im Programm mitgewirkt!" 

 

Mit einem Grinsen stellen die Mikrokosmonauten fest, dass sich die vorderste Stuhlreihe immer erst ganz zuletzt füllt, weil Besucher befürchten, in Handlungen einbezogen zu werden. Deshalb wird in diesem Jahr eine andere Stuhlreihe bevorzugt, die von Auftritt zu Auftritt wechselt. So können die Kabarettisten auch ganz geheime Zuschauerwünsche erfüllen.

 

Das diesjährige Programm wartet mit Neuerungen und ungewöhnlichen Szenen auf, die erneut zeigen, wie kreativ die Truppe ist. Dennoch muss vor dem Programm gewarnt werden. Man muss etwas von Kabarett und Satire verstehen, um die Inhalte zu begreifen. Beispiele in der jüngsten Vergangenheit auf anderem Gebiet zeigen, dass die Warnung angebracht ist. Manche hören vielfach, was sie hören oder lesen wollen und bemühen immer seltener ihren Denkapparat. Der ist beim Kabarett aber absolut gefragt.

 

Veröffentlicht am 18.10.2009  © Klaus Klee

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Kleinstädtische Inquisition

 

Interessante Augenblicke erlebe ich gerade in einer ungewollten Konfrontation mit aufgeschreckten Katholiken und pikierten Protestanten Maintals. Ich erlaubte mir, öffentlich einige Aspekte der Ökumenischen Segnung eines Einkaufsmarktes zu hinterfragen. Wohlgemerkt: Ich stellte lediglich Fragen. Diese waren allerdings sehr hintergründig und spitz formuliert, wie etwa: 

  • Befinden sich die Kunden jetzt auf geweihtem christlichem Boden?

  • Was bedeutet diese Handlung für die Kunden?

  • Ist dies nun ein christlicher Einkaufmarkt oder folgen die anderen Konfessionen noch?

  • Dürfen auch andere Glaubensrichtungen dort einkaufen?

  • Bekommen Kirchenmitglieder Prozente oder die Gemeinden eine saftige Spende?

  • Warum werden nicht alle neu eröffneten Geschäfte gesegnet?

Am Ende gab ich zu verstehen, dass die Kirche auch Waffen segnet, weswegen ich zu solchen  Handlungen eine spezielle Meinung habe. 

 

Jesus trieb die Händler aus dem Tempel und die Händler lassen heute ihre Tempel segnen 

 

Das war der ungeschriebene satirische Ansatz des Leserbriefs, der dahinter stand. Für Theologen war das eigentlich eine leicht nachzuvollziehende Sache. Nicht aber für viele Gemeindemitglieder, die nicht einmal im Ansatz den Sinn verstanden. Sie waren wohl überfordert.

 

Unsere Welt besteht nun mal aus vielen Konfessionen und einer nicht unerheblichen Anzahl konfessionsloser Menschen. Diesem Umstand sollten Geschäftsleute bei religiösen Handlungen Rechnung tragen. In unserer Zeit ist man misstrauisch und wittert natürlich auch verkaufsfördernde Maßnahmen hinter solchen Handlungen. Doch Preisnachlässe für Christen übersteigen dann doch das religiöse Empfinden der Besitzer des Marktes, die das lediglich aus guter alter Tradition machen. Sie kommen nämlich aus Fulda... . Inzwischen glaube ich, dass damit keine weiteren Interessen verbunden waren.

 

Zwei amtierende und ein Pfarrer im Ruhestand haben inzwischen sachlich aber nicht ganz wertfrei erläutert, was überhaupt gesegnet wurde. Der Segen galt "allen Menschen, die den Markt besuchen und sich dort unter der Menschenfreundlichkeit Gottes begegnen". Auch sei der Markt nicht geweiht sondern gesegnet worden. Für alle anderen Fragen erübrigte sich die Erläuterung, weil die Ernsthaftigkeit der Fragen klar erkennbar war. Sie dienten nur der Verdeutlichung der Bandbreite Andersdenkender. Das wird aber leichtfertig ignoriert.

 

Der Ketzer hängt am Pranger

 

Nun hänge ich am Pranger und werde von aufgebrachten Katholikinnen und aufgekratzten Protestantinnen angegriffen, denen sich der intellektuelle Ansatz der Provokation nicht erschloss. Es ging hier um eine Tabuzone, denn kritischen Fragen geht man aus dem Weg, wenn sie die Kirche betreffen. Mit dem Leserbrief kam jedoch eine Diskussion in Gang, die recht heftig geführt wird. Das konnte ich am eigenen Leib erfahren. Auffällig ist dabei die Kombination von unkritischer Hörigkeit und religiöser Erfülltheit, wie sie mehrheitlich eigentlich nur Frauen zelebrieren können. Die Herren Pfarrer hat man vermutlich genötigt, die Ehre des christlichen Abendlands zu retten. Ihren Auftrag erfüllten sie mit Haltung und Anstand, wie man es von ihnen gewohnt ist. Als gläubiger Christ fühle ich mich allerdings in die Zeiten der Inquisition zurückversetzt. Man muss auch solche Fragen stellen können, selbst wenn sie als unpassend empfunden werden. Das Recht auf freie Meinungsäußerung stufe ich höher ein als scheinreligiöse Gefühle. Außerdem gibt es keine dummen Fragen sondern meistens nur dumme Antworten.

 

Siehe auch: Neues vom Ketzer

 

Veröffentlicht am 07.10.2009  © Klaus Klee

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Am Pranger

 

Achten Sie auf Emanzen!

 

Nun werden Sie fragen, was der Unterschied zwischen einer emanzipierten Frau und einer "Emanze" ist. Emanzipierte Frauen sind Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen, die sich für Frauenthemen und Frauenprobleme intelligent und wirkungsvoll einsetzen. Diese Bewegung entstand in den 60er und 70er Jahren und schon damals wurde für eine gewisse Art von Frauenrechtlerinnen die Kurzform EMANZE geprägt. 

 

Für Menschen, die gern ethisch und moralisch zweifelsfreie Quellen benutzen, lesen Sie hier die Definition der Organisation "BASISRELIGION":

 

"EMANZE ist die eher spöttische Bezeichnung für eine Frau, die sich zwar aufgeschlossen und emanzipiert gibt und die alles das auch macht, was Männer machen, und die aber trotzdem an dem vorbeigeht, was wirkliche Emanzipation bedeutet. 

Typische Emanzen betonen zwar ihre angebliche Befreiung von der Unterdrückung und Bevormundung durch Männer wo immer nur möglich, doch haben alle ihre Beteuerungen etwas Oberflächliches, Irrationales und irgendwie nicht den Kern der Sache Treffendes an sich: Sie doktern immer nur an Äußerlichkeiten herum, von der eigentlichen, der inneren Emanzipation, scheinen sie keine Ahnung zu haben. Wenn Emanzen beispielsweise auf den weiblichen Formen der Berufsbezeichnungen bestehen, wenn sie also statt einfach von Lehrern stets von Lehrern und Lehrerinnen reden, sofern beide gemeint sind, so ist das eine solche belanglose Aufwertung.

Emanzen machen den Männern genau das nach, was schon bei ihnen oft genug falsch und witzig ist.

Kennzeichen echter Emanzipation ist erst einmal, unterscheiden zu können, was unproblematisch ist und was problematisch ist und das eine zu tun und das andere zu lassen."

http://basisreligion.reliprojekt.de/emanze.htm 

 

Viele Gemeinden leisten sich berechtigterweise einen Frauenbeirat oder ähnliche Gremien, um Frauen- rechtlerinnen und Feministinnen eine solide Basis für eine erfolgreiche Frauenarbeit zu bieten. 

Erfreulicherweise sind diese Gremien auch so besetzt, dass sie ihrem wirklichen Auftrag gerecht werden. Sie sind aber oft auch von EMANZEN durchsetzt, deren Zielrichtung grundlegend der Mann selbst ist, der sich ihrer Meinung nicht so verhält, wie sie es erwarten. Besonders schlecht ist es, wenn sie mit überzogenen Aktionen gegen die Männer zu Feld ziehen und damit die ehrenamtliche Tätigkeit des ganzen Gremiums in Misskredit bringen.

Toleranz, Meinungsfreiheit und Presserecht sollten für Frauenrechtlerinnen und Feministinnen tabu sein, wenn die Regeln von Sitte, Anstand und Moral gewahrt sind. Frauenbeiräte sollten sich gelegentlich selbst von ihren EMANZEN reinigen, wenn dies nicht mehr gewahrt ist. Den Zeitpunkt sollten sie jedoch selbst bestimmen, auch wenn er manchmal längst überfällig ist.

 

 

 

 

 

Denkmuster der EMANZEN

 

 

Kabarettveranstaltungen nach knapp 2 Stunden ausverkauft

 

An dieser Stelle wurde bereits über die Vorbereitungen zum diesjährigen Kabarettprogramm der Gruppe MIKROKOSMOS berichtet. Ein interessanter Augenblick war für das gesamte Ensemble natürlich der Beginn des Kartenverkaufs am heutigen 1. Oktober 2009. Drei mal 120 Karten standen zum Verkauf und innerhalb von zwei Stunden waren alle drei Veranstaltungen ausverkauft.

 

In der Kartenverkaufsstelle LOTTO/TOTO Cercas in der Bischofsheimer Straße in Hochstadt spielten sich hektische Szenen ab und ab 10 Uhr überwogen die langen Gesichter. Mit einer derartigen Nachfrage hatten die Feierabend-Kabarettisten des HMV im fünften Jahr nicht gerechnet. Gut - zufriedene Besucher signalisierten bereits, dass sie wieder kommen würden. Dass aber darüber hinaus nochmals mehr Besucher zu erwarten waren, das überstieg doch alle Erwartungen.

 

Die Ensemblemitglieder Angela Cercas und Gisela Jeske hatten alle Hände voll zu tun, die leer ausgegangen Interessenten zu besänftigen und innerhalb des Ensembles liefen die Telefone heiß, wie man der Nachfrage gerecht werden könne. 

 

Letzte Meldung:

 

Inzwischen steht fest, dass eine Zusatzveranstaltung 

am Montag, dem 2. November 09 um 20 Uhr an gleicher Stelle stattfindet.

 

Interessenten können sich bei 

LOTTO/TOTO Cercas  

in der Bischofsheimer Straße 

vorsorglich in eine Liste eintragen lassen. 

 

Den aktuellen Stand der Vormerkungen entnehmen Sie bitte der neben stehenden Grafik. 

Stand 06.10.09 um 15 Uhr

 

Veröffentlicht am 01.10.2009, geändert am 02.10.2009 © Klaus Klee

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Fotos: Kalle

 

Wieder allein in der Mitte?

 

Die Bundestagswahl ist gelaufen und Deutschlands politische Mitte kann sich darüber freuen, dass sie wieder unter sich ist. Linke und rechte Parteien konnten aus der Wirtschafts- und Bankenkrise unverständlicherweise argumentativ keinen Nutzen ziehen. Die wahren Gewinner waren die neoliberalen Kräfte, deren Politik diese Krise stark begünstigte. Die CDU konnte ebenfalls von der Schwäche der SPD profitieren, aber auch von deren Stärken. So, wie die SPD unter Gerhard Schröder mit Mitteln der CDU die Mitte zu erobern versuchte und dies auch teilweise schaffte, so verschafften sich nun die CDU in der großen Koalition verstärkt soziale Kompetenzen und konnte damit die SPD wieder aus der Mitte vertreiben. Die FDP hingegen setzte ungeniert komplett auf den Konflikt zwischen Arbeitenden und Erwerbslosen, um die Kluft weiter zu vergrößern. 

 

Nach diesem Ergebnis wird bei bestimmten Wählern der wesentliche Unterschied zwischen Mensch und Tier offensichtlich: Kein Schwein würde seinen Metzger selbst wählen und bestellen.

 

Das kann allerdings auch für die Wähler der damaligen Regierung Schröder gelten. Damals zählten zwar viele Wähler auf Oskar Lafontaine, der ihr Garant für Soziale Gerechtigkeit war. Schröder und Steinmeier schlüpften jedoch vor der Wahl in eine Art politische Tarnkleidung, um nach der Wahl ihre wahren Absichten zu offenbaren. Oskar Lafontaine trug das nicht mit und ging. Damit war der Weg für die Metzger der Sozialsysteme frei. Der Seeheimer Kreis erstarkte gewaltig und die Netzwerker forcierten ebenfalls die neue Politik. Schröder/Steinmeier gingen dabei wesentlich weiter als sich das Helmut Kohl jemals getraut hätte. 

 

Eine direkte Folge der Politik Steinmeiers und Schröders war die Abkehr vieler Gewerkschaftler und sozialbewusster Wähler von der SPD. Die SPD verlor eine Million Mitglieder und viele ihrer Wähler. Beim Zusammenschluss der WASG und der PDS zur LINKSPARTEI war die SPD bereits so geschwächt, dass sich für CDU und FDP langfristig neue Möglichkeiten boten. Die SPD zerstörte freudig ihre bisherige Kernkompetenz.

 

Dass Steinmeier und Schröder das vor vier Jahren bei der knapp verlorenen Wahl nicht wahrhaben wollten, sah man am legendären Auftritt Schröders in der Berliner "Elefantenrunde" Die Folgen des Schmusekurses mit den Reichen, den Besserverdienenden und der rechten Mitte auf Kosten der durch Hartz IV aus der Mitte abgerutschten Wähler hatte zum enttäuschenden Wahlergebnis geführt.

 

Gerhard Schröder verschwand flugs in der politischen Versenkung. Mit Frank Walter Steinmeier rettete sich der Architekt des Rechtsruckes in die große Koalition als idealer Partner für Angela Merkel. Dort konnte er den Kurs ungehindert weiter fahren. Als Andrea Ypsilanti in Hessen erstmals mutig die Kurskorrektur anging, wurde sie trickreich mit Hilfe des rechten Flügels ausgebremst und die Umstände des Scheitern erscheinen heute noch fragwürdiger als damals. 

 

Auch nach der Pleite in Hessen dachte die SPD-Führung nicht an eine Kurskorrektur, weshalb Steinmeiers und Münteferings schwach klassenkämpferisch klingenden Töne im Wahlkampf auch nicht ernst genommen wurden. Die Quittung folgte prompt bei der Bundestagswahl. Die mit Eigennutz motivierte Mitte gilt für die SPD vorübergehend als verloren und das ist gut so.

 

Wer ist denn nun "die Mitte"?

  • Sind es all die, die in Arbeit und Brot stehen und ihren Arbeitsplatz sowie den damit verbundenen relativen Wohlstand gegenüber den Verlierern unserer Gesellschaft verteidigen?

  • Fällt man automatisch aus der Mitte heraus, wenn man nicht mehr zu den Leistungsträgern gehört?

  • Gilt das Gleiche auch für Arbeitslose nach einem arbeitsreichen Leben?

  • Gehören die gut Abgesicherten, die bereits im Ruhestand sind, noch zum Mittelstand?

  • Entsteht in der Mitte gerade ein Bollwerk gegen die da unten?

  • Trägt die Mitte verstärkt die weitere Umverteilung von Unten nach Oben mit, um eventuell davon selbst zu profitieren?

  • Wie steht eigentlich die Intelligenzschicht unseres Landes dazu?

In den Parteien - bis auf die FDP - ist man sich da nicht so ganz sicher, denn mit linken und rechten Flügeln verwirrt und verunsichert man eher die Wähler, anstelle mit ihrer Hilfe und sozialer Gerechtigkeit die drängenden Probleme wirklich  auszudiskutieren. Man möchte halt jede politische Richtung vertreten, um als Volkspartei von einem breiten Spektrum gewählt zu werden.

 

Innerhalb der SPD tobt jetzt der Machtkampf

 

Die Auflösung der alten SPD-Spitze vollzog sich rasch und nur bedingt konsequent, damit zumindest der Weg sowohl personell als auch programmatisch geöffnet werden kann. Frank Walter Steinmeier übernahm als grandios gescheiterter Kanzlerkandidat den Fraktionsvorsitz. Den Parteivorsitz wird wohl Sigmar Gabriel übernehmen und Andrea Nahles dürfte Generalsekretärin werden. 

Eine eigenartige Troika, die eher auf zukünftiges Konsensgehampel als auf Erneuerung hindeutet. 

 

Die SPD soll sich nach dem Willen der Parteilinken gegenüber der Linkspartei öffnen. Schon unken Journalisten und Politikkenner, am Ende könnte sogar ein Zusammenschluss der SPD mit der Linkspartei zu einer "Sozialen Demokratischen Einheitspartei", der SDE stehen. So weit wird es sicher nicht kommen - noch nicht. Dazu ist der rechte Flügel noch zu stark. Die SPD braucht nun starke soziale Kräfte, die den richtigen Weg finden, auf den alle Schichten der Gesellschaft verantwortlich mitgenommen werden.

 

Drei-Klassen-Gesellschaft manifestiert sich derweil weiter

 

Die neuen Machtstrukturen unseres Landes lassen noch klarer erkennen, dass auch zukünftig die finanzkräftige Oberschicht, Banken und Konzerne die Politik bestimmen. Ihre politischen Mehrheiten erhalten sie von der arbeitsabhängigen Mitte, die wiederum in abhängiger Hörigkeit die Verlierer der Gesellschaft noch weiter aus dem Arbeitsprozess drängen. Die Gewerkschaften werden zunehmend gemieden. Die Gewerkschaften haben die  Besserverdienenden schon lange verloren.

 

So wird sehr deutlich, warum die Mitte wichtig für Regierende und die Oberschicht ist. Leider merkt die gefühlte Mitte nicht, wie hoch der Preis sein wird. Arbeit wird zunehmend zur Belohnung für Wohlverhalten - auch in der Wahlkabine.

 

Nun ist die sozialbewusste Intelligenzschicht gefragt, um den fortschreitenden Zerfall der Gesellschaft zu verhindern. Nur sie kann erfolgreich die Zivilcourage der Mittelschicht beeinflussen, soziale Kompetenz zu praktizieren und all jene wieder mitzunehmen, die sich frustriert ins Nichtwählerlager flüchteten. 

Die nächsten Wochen und Monate werden spannend werden!

 

Veröffentlicht am 30.09.2009 © Klaus Klee

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Die Sieger...

 

 

...und der große Verlierer

 

Die Zeit ist das Maß aller Dinge

 

Recht bekannt sind die zerfließenden Uhren von Salvatore Dahli. Sie sollen verdeutlichen, wie uns die Zeit unter den Händen zerrinnt. Der ganz persönliche Zeitrahmen eines jeden Menschen ist seine Lebenszeit, die in Jahren recht überschaubar, in Monaten ausgedrückt üppiger und in Tagen und Stunden gerechnet schier gewaltig zu sein scheint. Und doch kann im nächsten Moment schon alles vorbei sein. Dennoch planen viele Menschen in recht großen Zeiträumen, wenn es zum Beispiel um Zinsen und Tilgung geht. Eine Ehe soll gar ein Leben lang halten. Sieht man sich jedoch genauer an, wie wir mit der Zeit umgehen, kommt man ins Grübeln.

 

Für viele Dinge müssen sich Menschen verabreden, wenn sie etwas gemeinsam erreichen wollen. So, wie fahrplanmäßig Verkehrsmittel starten und ankommen, so werden sie auch erwartet. Ist ein Liefertermin zugesagt, so verlässt man sich darauf, dass er pünktlich eingehalten wird. Selbst beim Rendezvous kennen wir keinen Spaß, wenn der Zeitpunkt nicht eingehalten wird. Mannschaftsspieler sind auf den Spielbeginn fixiert und auch Einzelkämpfer dürfen ihren Starttermin nicht verpassen. Unser Leben ist verplant und eingeteilt. 

 

Terminmuffel stören gewaltig

 

Nun gibt es aber auch Zeitgenossen, auf die man sich nur sehr schwer verlassen kann. Sie feilschen um die Termine, nach denen sich alle Anderen richten müssen, um dann selbst unpünktlich oder gar nicht zu erscheinen. Sie fürchten auch keine Sanktionen, denn sie halten sich für unentbehrlich. Dabei gibt es aber auch Termine, die sie exakt einhalten, nämlich, wenn es um die Wurst geht. Daraus leiten aber die sonst so vernachlässigten anderen Terminpartner ab, dass sie bei dieser Person in der Priorität ganz weit hinten anstehen. Das hat oft Folgen, die bis zum Ausschluss aus der Gruppe gehen können.

 

Teamplayer wissen, wie wichtig Terminabsprachen sind. Damit ist nicht nur die Einhaltung, sondern auch das bevorzugte Gewähren von Terminen gemeint. Ein Team sollte sich deshalb nicht scheuen, Mitglieder kurzerhand aus dem Team zu entfernen, wenn sie andere Prioritäten setzen als das restliche Team. Die geschlossene Teamleistung rangiert schließlich vor Einzelegoismen.

 

Wie kommen akzeptable Prioritäten zustande? 

 

Die probatesten Mittel sind Druck oder strenge Regeln, bei deren wiederholten Nichteinhaltung der sofortige  Ausschluss erfolgt. Ein anderes Mittel ist, den unbedingten Wunsch zu erzeugen, zum Team gehören zu dürfen. Das macht man am besten, bevor man eine Person ins Team aufnimmt.

 

Veröffentlicht am 02.09.2009 © Klaus Klee

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Vom Saulus zum Paulus - die Erinnerungslücke des Dr. Tauber

 

Vor einigen Tagen warnte unser Bürgermeister noch vor den Gefahren, die "in der Scheinwelt des Internets" lauern. Es wäre für ihn möglicherweise ein interessanter Augenblick, zu erleben, dass diese "Scheinwelt des Internets" auf Anfrage nahezu jede Erinnerungslücke schließt, die offensichtlich momentan beim  Bundestagskandidaten Dr. Peter Tauber (CDU) auftritt. Er wurde - möglicherweise zum unpassenden Zeitpunkt - an seine Äußerungen erinnert, dass auch er es richtig fände, dass über 85-Jährige ihre Hüftgelenke selbst bezahlen müssten. Das passt nun so gar nicht mehr zu seiner Wahlkampfstrategie.

 

Neuer Anlauf mit korrigierten Argumenten

 

Am 2. September 2009 diskutiert Dr. Peter Tauber mit Philipp Mißfelder und Prof. Dr. Otto Wulff, dem Vorsitzenden der Senioren-Union, im Bischofsheimer Bürgerhaus erneut über die Generationen- gerechtigkeit in ähnlicher Besetzung wie Anfang Mai 2005, bei der jener Dr. Peter Tauber die gewaltig in die Kritik geratene Forderung von Philipp Mißfelder aus dem Jahr 2003 unterstützte, über 85-Jährige sollten zukünftig ihre neuen Hüftgelenke selbst bezahlen. Otto Wulff beurteilte die damalige Idee Mißfelders entsprechend einem Artikel vom 7.8.2003 im Hamburger Abendblatt als "politisch unsinnig und ethisch einfach nicht hinnehmbar". Heute hilft er scheinbar, die gemäßigte Variante unter die Leute zu bringen.

 

Späte Jugendsünden passen nicht zum angestrebten Amt

 

Freilich - damals war Tauber noch Landesvorsitzender der Hessischen Jungen Union, Missfelder ein Parteifreund der gleichen Organisation und beide noch etwas jünger. Als politisch Agierende mussten sie allerdings auch damals gewusst haben, was sie so provokant von sich gaben. Aus allen Ecken der CDU und besonders aus der CSU wurden sie deswegen massiv kritisiert und es blieb ihnen nur die eine Ausrede, dass sie derartige Visionen nur deshalb bemühten, um das Interesse am Thema zu wecken. Die Folge war eine Neid-Debatte, die nur schwer einzudämmen war und die den aufrichtigen Dialog zwischen den Generationen gehörig versalzte. Nun soll es nicht mehr "Jung gegen Alt" heißen sondern "Jung und Alt gemeinsam". Da hat aber ein gehöriger Umdenkprozess stattgefunden, auf den jetzt Brigitta Trunski aus Dörnigheim in einem Leserbrief an den Maintal TAGESANZEIGER aufmerksam machte.

 

Dr. Tauber fordert den Beweis für die Leserbrief-Behauptung

 

Der Blackout des Bundestagskandidaten scheint sehr umfassend zu sein, denn im Interview mit dem TAGESANZEIGER wurde er bereits auf diese Äußerungen angesprochen, die am 14. Mai 2005 in der Lokalzeitung zu lesen waren und er hatte darauf ausweichend geantwortet. Das Internet spuckt die damaligen Information auf Abfrage natürlich sofort aus, egal ob 2003 oder 2005. Wie aus dem damaligen Zeitungsartikel des Maintal TAGESANZEIGER zu erkennen ist, basiert er auf einer Pressemitteilung der Maintaler CDU im Anschluss an die damalige Diskussionsveranstaltung. Brigitta Trunski hatte sich natürlich genauestens informiert, ehe sie ihren Leserbrief schrieb.

 

Umso verwunderlicher ist es, dass Dr. Peter Tauber jetzt in einem Brief die Auskunft einfordert, wo er den nun von ihm geleugneten Satz gesagt habe. Gleichzeitig verwies er auf seine heute angeblich vorherrschende Meinung zu diesem Thema und jene Veranstaltung, bei der sich Tauber und Mißfelder - zumindest in Maintal - endgültig die Absolution für ihre dummdreisten Provokationen von 2005 erhoffen. Inzwischen dürfte bei Dr. Tauber der damalige Zeitungsartikel die Erinnerungslücke geschlossen haben.

 

Erzählen, was der Wähler hören will

 

Das Beispiel zeigt, wie sehr Bewerber um ein politisches Mandat darauf fixiert sind, den Wählern nur das zu erzählen, was sie hören wollen und was im Trend liegt. Da spielen plötzlich die bisherigen Überzeugungen keine Rolle mehr. Vom Saulus zum Paulus geläutert werden sie wahrscheinlich die Meinung vertreten, die Dr. Peter Tauber per Brief Brigitta Trunski zukommen ließ:

 

"Ich bin der Überzeugung, dass wir die Herausforderungen, vor denen unser Land steht, nur bewältigen können, wenn Jung und Alt gemeinsam anpacken. Dies bedeutet auch, dass wir die Lasten zwischen den Generationen gerecht aufteilen und die sozialen Sicherungssysteme zukünftig reformieren müssen."

 

Wie sehr sich die Ansichten gewandelt haben, kann man im Artikel des SPIEGEL vom 8.8.2003 unter dem Titel "Das ist unter aller Sau - Stoiber rüffelt Mißfelder" nachvollziehen, in dem es heißt:

 

"Volle Rückendeckung erhielt er von der Jungen Union Hessen. Deren Landesvorsitzender Peter Tauber sagte der 'Wetzlaer Neuen Zeitung' zufolge, Mißfelders teils extreme Vorschläge seien eine 'bewusste Provokation gewesen, um das Thema der Generationengerechtigkeit in den Mittelpunkt zu rücken". Auch Tauber kritisierte die Belastung der jüngeren Generation und forderte von den Älteren Verzicht."

 

Sie sehen, die inneren Überzeugungen haben sich nicht geändert sondern nur der Sprachgebrauch. Damit sind wir wieder bei Horst Schlämmer. Er ist eine ehrliche Haut ohne Gedächtnislücken. Ihn könnte man bedenkenlos wählen, wenn er kandidieren würde. Das ist zwar auch ein Trugschluss, allerdings ist er kleiner als der, einen Dr. Peter Tauber ruhigen Gewissens wählen zu können.

 

Veröffentlicht am 29.08.2009 © Klaus Klee

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Ich bewahre Euch vor dem bösen Internet

 

Viele Internet-Anwender und -nutzer sind heute sehr stark auf schnelle Übertragungszeiten angewiesen, weil sie das Internet beruflich nutzen. Sie mussten aus Einsparungsgründen ihren Arbeitsplatz teilweise nach Hause verlegen und teilen sich ihren voll aufgerüsteten Firmenarbeitsplatz mit mehreren Kolleginnen und Kollegen. Sie fahren nur noch zur Abstimmung und zu Meetings in die Firma. Wenn man sich in den Firmenserver einwählt, Arbeitspakete downloadet und die Ergebnisse wieder uploadet oder gar online arbeitet, ist man auf hohe Datenübertragungsraten angewiesen. 

 

Einige Branchen und kommunale Stellen wickeln ihre Ausschreibungen nur noch übers Internet ab und beim Downloaden der Unterlagen sind bei Maintaler Verhältnissen mehrere Stunden Übertragungszeit keine Seltenheit. Das Gleiche gilt für datentechnische Einkäufe übers Internet, wie Softwarekäufe, Filme etc., die direkt per Download abgewickelt werden. Versandhäuser und Servicefirmen wickeln ihre Geschäfte überwiegend im Internet ab und die Post wird früher oder später die Briefkästen abmontieren, weil Nachrichten nur noch übers Internet ausgetauscht werden. Die meisten Erzeugnisse der Druckindustrie werden heute datentechnisch übermittelt. Alles geht heute schneller und effizienter, weil es die Technik möglich macht.

 

Daneben gibt es aber auch den reinen Unterhaltungswert des Internets, den viele Menschen nutzen. Hier kann man chatten, sich in Foren austauschen, eigene Homepages gestalten und telefonieren, Filme, TV-Programme und Nachrichten in Echtzeit sehen und vieles mehr - wenn man einen leistungsfähigen Anschluss besitzt.

 

Maintal verfügt allerdings über einen Moralisten, der das anders sieht

 

Ausgerechnet der Bürgermeister der 37.000-Seelen-Gemeinde Maintal vor den Toren Frankfurts präsentiert sich als Fels in der Brandung der Internetnutzung und erklärt folgendes im Maintal-Forum, das er übrigens - trotz aller Bedenken - ebenfalls nutzt:

 

 

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

 

bitte bedenken Sie aber auch, dass der Mensch in erster Linie von persönlichen Kontakten in Familien, Gruppen, Vereinen und sonstigen Netzwerken abhängig ist. Die Scheinwelt des Internets und die Loslösung von sozialen Bindungen bringt große Gefahren mit sich. Mittlerweile ist auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass eine starke Internetnutzung zur Sucht werden kann.

 

Viele Grüße

Erhard Rohrbach

 

 

Potzblitz! Das ist mal eine ganz andere Sicht, die deshalb auch unsere Aufmerksamkeit verdient. Moral gegen Fortschritt. Diese Sicht ist wahrhaft konservativ, wenn das wirklich das Gegenteil von Fortschritt sein sollte. Da diskutieren Bürger über ihre Probleme mit der Datengeschwindigkeit der örtlichen Netze und bekommen ausgerechnet vom Bürgermeister anstelle aktiver Unterstützung solche Sprechblasen serviert. Inzwischen griff sogar die Lokalzeitung das Thema sehr kritisch auf und die etwas deplazierte Botschaft  könnte bald auch die  BLÖD -Zeitung interessieren. 

 

Das hätte er mal vor der Bürgermeisterwahl loslassen sollen! 

 

Im Maintal-Forum geht man mit seinen Äußerungen allerdings relativ sachlich und verständnisvoll um und es werden sogar Bedenken geäußert, eine allzu heftige Kritik könne dem Ansehen der Stadt, dem Erdkreis und der Person des Moralisierenden schaden, weil dadurch allzu offensichtlich wäre, welches Gedankengut hinter allzu laschen Verhandlungen mit Kommunikationsfirmen stehen könnte. Erfolgreich verhandeln kann man schließlich nur, wenn man von einer Sache überzeugt ist. Nun muss man nicht gleich an die Einstellung der  Mormonen denken, wenn der erhobene Zeigefinger auf allzu fortschrittliche Errungenschaften deutet. In diesem Fall langt die bloße Skepsis gegenüber der zeitgemäßen Informationswelt, um das Verhalten zu erklären.

 

Möglicherweise wird sich obiges Statement sogar im neuen Stadtleitbild wiederfinden, obwohl sich gerade Fachleute zeitgemäßer Informationstechniken der Lokalen Agenda anschicken, den Stadtleitbild-Prozess mittragen zu wollen. Das schreckt natürlich ab und weckt neue Zweifel an der Qualität neuer Erkenntnisse.

 

Eine ganz persönliche Abschreckung?

 

Maintals Stadtoberhaupt vermittelt dem Umland und ganz besonders Zuzugswilligen, dass sie hinsichtlich des Internets langfristig auf seinen moralischen Widerstand gegen die Sucht und die Abhängigkeit zählen können - auch wenn es um die berufliche Abhängigkeit vom Internet gehen sollte. Maintal und schnelles Internet - man kann nicht alles haben! 

Wenn sich diese erzkonservative Sicht durchsetzen würde, böte das Neubürgern viel Zeit und Raum für persönliche Kontakte in Familien, Gruppen, Vereinen und sonstigen Netzwerken Maintals, wie zum Beispiel der Maintaler Kommunalpolitik. Hier treffen Sie dann auch den Bürgermeister persönlich, wenn er nicht moralisch angewidert vor seinem PC sitzt. Und das trotz seiner ganz persönlichen Abschreckung...

 

Veröffentlicht am 22.08.2009 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

"Internet macht süchtig und abhängig!"

 

 

Vier "Geburten" pro Jahr 

Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS im Aufwind

 

Zeitungsleute erleben in regelmäßigen Abständen Interessante Augenblicke, wenn aus ihrer Stoffsammlung das fertige Produkt entsteht. Bis zur letzten Minute wird geschrieben, korrigiert, gestaltet und am Satz gefeilt. Ist eine wirklich schön gestaltete und lesenswerte Zeitung "geboren", dann ist das gesamte Team zufrieden. Doch bis dahin ist ein gewaltiges Stück Arbeit zu bewältigen. 

 

 

Die Rede ist von der Maintaler Seniorenzeitung "60 AUFWÄRTS". Am 1. September 2009 erscheint die dritte und letzte diesjährige Ausgabe. Ab Januar 2010 wird sie sogar vierteljährlich erscheinen. Herausgeber ist der Seniorenbeirat der Stadt Maintal und die Federführung liegt beim SeniorenOffice

 

Die Redaktion besteht ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern, die diese erstaunlich interessante Zeitung unter der Leitung von Eberhard Seipp produzieren. Die Redakteure tragen die Themen zusammen, recherchieren, verfassen Artikel, fotografieren, illustrieren und stellen den kompletten Satz per Computer her. In die Druckerei wandert zum Schluss eine CD, deren Inhalt sofort kostengünstig farbig gedruckt werden kann. Die Zeitung finanziert sich durch Anzeigen und der verbleibende geringe Fehlbetrag wird über den Etat des SeniorenOffice abgedeckt.

 

 

Der Maintaler Redakteur i.R. Nils C. Nagel schulte kürzlich die Redaktionsmitglieder und begleitete die neue Ausgabe bis zu deren Fertigstellung. Das Ergebnis stellt erneut eine starke Verbesserung dar, nachdem sich die Zeitung im letzten Jahr bereits äußerst positiv weiterentwickelte. Hatte die Zeitung in den ersten 10 Jahren ihres  Erscheinens eine eher schlicht anmutende Aufmachung, so hält man heute ein farbiges Hochglanzprodukt mit vielseitigem Inhalt in Händen, was dort, wo die Zeitung ausliegt, spontan zum Zugreifen animiert. 

 

Bei der Schulung ging es aber nicht nur um solide handwerkliche Dinge, sondern vornehmlich um das, was beim Lesen als angenehm oder mitunter auch als störend empfunden wird. Das hatte natürlich Auswirkungen auf den Schreibstil der Autoren, die sich bisher oft recht blumig und frei artikulierten. Aus der Sicht des erfahrenen Redakteurs löste Nils C. Nagel so manche Doppelformulierung auf und er schulte das Team in korrekter Ausdrucksweise. Die Artikel wurden dadurch kompakter und lesen sich plötzlich wesentlich interessanter. Artikel mit besonderem Charakter beziehungsweise Schreibstil, wie Satiren oder kleine Erzählungen, verloren dadurch natürlich nicht ihre persönliche Note. Die Autoren sind sich nun aber darüber im Klaren, wie ein interessant zu lesender Text aufgebaut sein muss und wenden ihr neues Wissen verstärkt an. Das kommt natürlich den Lesern zugute. 

 

Inhalt und Aufmachung allein 

machen aber noch keine gute Zeitung aus

 

Es gibt viele kleine handwerkliche Störfaktoren, die beim Lesen irgendwie auffallen oder zumindest vom Lesestoff ablenken. Dazu gehören "Schusterjungen" und "Hurenkinder" - in der Sprache der  Drucker sind das Restworte von Absätzen, die beim Umbruch noch in getrennten Spalten stehen. Auch nicht höhengleiche Zeilen mehrerer nebeneinander liegender Spalten oder Bilder und sonstige Illustrationselemente, die nicht höhengleich mit den Nachbarzeilen positioniert sind, können irritieren und den Lesegenuss beeinträchtigen. 

 

Letztendlich spielt sogar die Schrift eine große Rolle. Obwohl Druckerzeugnisse durch "Serifen" generell lesefreundlicher werden, entschied sich die Redaktion mehrheitlich dafür, die bisherige Schrift beizubehalten, änderte jedoch den Zeilenabstand zugunsten der Lesefreundlichkeit, was viele Senioren begrüßen werden. 

 

Sollten einige durch diesen Artikel sensibilisierte Leser nun doch noch kleine Verbesserungspotenziale in der neuesten Ausgabe entdecken, so liegt das nicht an Nils C. Nagel, der den Redakteuren noch genügend Spielraum zur Weiterentwicklung ließ. Man soll durchaus merken, dass es sich um eine Zeitung handelt, die ehrenamtlich von kundigen Laien hergestellt wird.

 

Nun kennen Sie bereits die in der rechten Spalte zu sehenden Gesichter der Redakteure. Sie sollten aber auch wissen, welche Aufgabenbereiche sie übernommen haben. 

  • Eberhard Seipp leitet die Redaktion und ist für die Anzeigenakquisition zuständig. 

  • Antje Baumgart absolviert ein Praktikum im SeniorenOffice und unterstützt Eberhard Seipp

  • Für Satz und Druck ist Karl Trauden der richtige Mann, der zusätzlich auch noch Kolumnen schreibt. 

  • Ursula Pohl bereitet als Fachfrau für die gesamte Seniorenproblematik einschlägige Informationen auf und schreibt dementsprechende Artikel. 

  • Angelika Geyer, Brigitte Rosanowitsch und Klaus Klee sind ausschließlich redaktionell tätig und gestalten den unterhaltsamen und wissenswerten Teil der Zeitung. 

  • Renate Gundert-Buch und Kathleen Wendler  steuern in jeder Ausgabe wichtige Informationen und Artikel aus ihrem Fachbereich bei. 

  • Hinter der Redaktion steht noch ein weiteres Team, das für die Verteilung der Zeitungen sorgt.

Gerade fiel das Wort "Team". Äußerst bemerkenswert finde ich, wie stark das gesamte Redaktionsteam gemeinsam an einem Strang in die richtige Richtung zieht. Das ist auf keinen Fall selbstverständlich. Man merkt, dass der Weg das Ziel ist, dem sich alle auftretenden Probleme unterordnen. Irgendwie spürt man diese Harmonie sogar beim Lesen, denn richtig entspannt schreibt es sich einfach lockerer.

 

Wenn Sie ab September eine der 2.500 kostenlosen Exemplare der Maintaler Seniorenzeitung sehen, so greifen Sie zu. Sie finden darin sehr viel Wissenswertes und Unterhaltsames, sind bis zum Jahresende mit allen wichtigen Terminen versorgt und auch die Rätselfreunde kommen auf ihre Kosten. Wer glaubt, die Zeitung sei nur für betagte Senioren interessant, irrt gewaltig. Nehmen Sie das Angebot des Seniorenbeirats der Stadt Maintal an, denn die Zeitung 60 AUFWÄRTS erregte auch überregional bereits großes Aufsehen.

 

Veröffentlicht am 10.08.2009 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

Die Redaktion 60 AUFWÄRTS

 

  

Eberhard Seipp und Antje Baumgart

 

Ursula Pohl

 

Brigitte Rosanowitsch-Galinski

 

  

Angelika Geyer und Klaus Klee

 

Karl Trauden

 

 

Nils C. Nagel

 

Redaktionsseminar "Journalistik"

 

Fotos: Nils C. Nagel

 

 

 

Ärztlicher Notdienst Bruchköbel - Lebenshilfe mit Krankenhauseinweisung

 

Viele Maintaler beschweren sich immer wieder über den Ärztlichen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung für den Raum Maintal. Man behauptet, Ärzte jeder erdenklichen Fachrichtung würden den Dienst versehen und die Hilfe sei oft nicht passend. Eine ganz andere Erfahrung machte ich im häuslichen Umfeld. Ein Bereitschaftsarzt bestach mit gut dosierter ärztlicher Kunst und mit sehr großer Lebenserfahrung. Nun möchte ich auf dieser Seite die altenpflegerischen Themen nicht überhand nehmen lassen, aber die nachfolgende Geschichte gehört zu einem der interessantesten Augenblicke meiner Pflegetätigkeit, die ich erleben durfte.

 

Es gibt Seniorinnen und Senioren, die ihren körperlichen Zustand nicht mehr mit Hilfe ihrer Lebenserfahrung im Griff behalten, weil ihr Eigensinn Stilblüten treibt. Eine der Folgen ist, dass sie dehydrieren. Trotz bester Versorgung umgehen sie die Vorgaben, weil eine übermäßige Flüssigkeits- aufnahme das oft lästige Wasserlassen beeinflusst. Selbst die Werbung suggeriert, dass das "nicht mehr so oft Müssen müssen" eine gute Sache sei. Die Folgen sind Beinkrämpfe, Störungen im Gehirn und erhöhte Sturzgefahr. Genau diese Symptome wurden meiner Mutter in einer Samstagsnacht zum Problem und der lange Rest des Wochenendes stand bevor. 

 

Gegen 1 Uhr 30 waren die empfundenen Beschwerden so groß, dass sie mich über unseren Notruf um Hilfe bat. Der Statusbericht war eine einzige Jammerorgie und die Bettruhe - nach der Versorgung mit Flüssigkeit - wurde vehement abgelehnt. Ein Arzt sollte unbedingt kommen und die Ursachen vor Ort beheben. Als pflegender Angehöriger hatte mein Beruhigungsversuch gegen den von wüsten Beschimpfungen begleiteten Wutausbruch keine Chance.

 

Über den DRK-Hausnotruf nahm ich Kontakt mit der Leitstelle auf, die mir drei Alternativen anbot: 

  • Ein Krankentransportwagen kommt und bringt meine Mutter zur Untersuchung ins Krankenhaus

  • Der ärztliche Notdienst in Bruchköbel schickt einen Arzt zur Begutachtung der Situation

  • Es besteht akute Lebensgefahr und ein Notarztwagen setzt sich in Bewegung

Ich wählte die zweite Variante, weil sie mir angemessen erschien, konnte jedoch nicht ahnen, dass ich eine perfekte Lektion in praktischer Lebenshilfe erhalten würde. 

 

Nachdem die Ankunft des Bereitschaftsarztes bevor stand, begab ich mich zur Hofeinfahrt, um diesen einzuweisen. Als er nach fünfzehn Minuten noch nicht da war, begab ich mich zurück in die Wohnung um nach dem Befinden meiner Mutter zu sehen, die ich im Sessel sitzend zurückgelassen hatte. Nun lag sie auf dem Teppich direkt vor dem Wohnzimmerschrank inmitten einer Menge Hartgeld. Sie war mal wieder gestürzt. Das Geldversteck war mal wieder wichtiger! Den darauf folgenden Dialog erspare ich Ihnen, liebe Leser. 

 

Nachdem sie wieder im Sessel saß, ging ich zurück zur Einfahrt. Nach wenigen Minuten kam der Bereitschaftsarzt, der mit herrlichem böhmisch/mährischem Akzent sprach. In der Wohnung angekommen, fanden wir meine Mutter erneut vor dem Wohnzimmerschrank liegend vor. Der Eigensinn hatte sie erneut stürzen lassen. Nach einer kurzen Untersuchung und dem Studium des Medikamentenplans meiner Mutter entspann sich folgender Dialog, den ich bestmöglich wiedergeben möchte:

 

"Liebe Frau Klä, haben Sie Parkinson - ich säähe, muss ich Sie einweisen in Kraankenhaus!"

 

"Ach bitte, Herr Dokter, net ins Krankehaus, da will ich net hin!"

 

"In Wohnung bleiben - zuu gefährrlich, missen uunbedingt in Kraankenhaus!"

 

"Awwer - so schlimm isses doch garnet, ich fühl mich schon viel besser un morje krie ich Besuch..."

 

"Gnädige Frau! Sind wir hier nicht auf türrkische Basar! 

Ich Arzt - ich entscheiden: Krankenhaus!"

 

"Lasse se mich doch deheim, ich leech mich auch ins Bett und bleib ganz ruhich liche..."

 

"Gnädige Frau, Sie häären nicht auf Ihre Sohn und fallen deshalb - sind unverfnienftig..."

 

"Ich bin jetzt sofort ganz vernünftich, Herr Dokter..."

 

"Wenn ich lasse Sie zuhause, gehe fort und Sie stähen auf, fallen hiiin, jäderr sagt: 

Was hat Arzt getaan?"

 

"Also - auch wenn Sie mich einweise, ich geh net ins Krankehaus!"

 

"Gnädige Frau! Schreibe ich jetzt Einweisung und Transportschein. 

Wenn nicht mitfahren, missen selbst bäzahlen Krankentransport - am Wochenende seeehr teuer!"

 

"Es geht mir doch schon viel besser..."

 

"Guuut, gnädige Frau, stehen jetzt auf, gähen ohne Hilfe zur Tür und wieder zurick. 

Wenn alles gut, dann zuhause bleiben..."

 

"Wenn ich aufsteh, dann fall ich doch sofort hin!"

 

"Deshalb gehen in Kraankenhaus!"

 

"Gut! Ich will awwer ein Zweibettzimmer!"

 

"Missen mit Krankenhaus besprechen, ist nicht meine Saache..."

 

Als er ging, meinte er mit einem Augenzwinkern:

 

"Haben wir doch guut gemacht!?"

 

So kam meine Mutter noch in der gleichen Nacht ins Krankenhaus, wo sie sofort mit Kochsalzlösungen aufgepäppelt wurde. Nach einigen Tagen war sie wieder soweit hergestellt, dass sich bei ihr wieder der alte Umgangston mit Angehörigen einstellte - ein klares Zeichen für relatives Wohlbefinden.

 

Warum betrachte ich diese "Behandlungsart" als gute praktische Lebenshilfe?

 

Dieser Arzt erkannte nach wenigen Minuten, um welchen Patiententyp es sich handelte und verordnete das, was über die medizinische Notwendigkeit hinaus als praktische Lebenshilfe anzusehen war. Jeder Mensch hat das Recht, absolut ernst genommen zu werden. So auch im Umgang mit dem gesamten Spektrum vom Unwohlsein bis zur akuten Lebensbedrohung. Viele Patienten neigen dazu, ärztliche Dienste als Mittel zur Erlangung erhöhter Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen, obwohl die Ursachen der Beschwerden und deren Behandlung auf der Hand liegen. Genau das hatte der Bereitschaftsarzt erkannt und die Radikalmaßnahme verordnet. Er trug damit auch den pflegenden Angehörigen Rechnung, die für die alternative Lösung gewaltigen Stress in Kauf hätten nehmen müssen. So war der gesamten Familie geholfen.

 

Veröffentlicht am 08.08.2009 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

Pflegende  Angehörige - eine Aufgabe mit vielen unliebsamen Facetten

 

Wenn man pflegender Angehöriger ist, kann es passieren, dass viele Dinge vor der übernommenen Aufgabe in den Hintergrund treten. Je nach Belastung treten beim Pflegenden zunehmend Abnutzungserscheinungen auf, die mitunter bedenkliche Formen annehmen können. Dabei ist es nicht der Arbeitsanteil der Aufgabe, der pflegenden Angehörigen zu schaffen macht, sondern die psychische Belastung infolge des Verhaltens der Zielperson. Die Rede ist hier nicht von schwerkranken Angehörigen, die noch mitten im Leben stehen, sondern von betagten Senioren, deren Lebensumfeld die Angehörigen so lange es geht erhalten möchten. 

 

Die geistige Beweglichkeit - Chance und Handicap zugleich

 

Der Alterungsprozess bringt vielfältige Begleiterscheinungen mit sich. Manche Organe funktionieren nicht mehr so, wie sie sollen und eine Reihe von Beschwerden kommen hinzu, die ebenfalls medikamentös behandelt werden müssen. Kommt ein Parkinson-Syndrom hinzu, so verschlechtern sich obendrein auch die motorischen Eigenschaften. Ganz wesentlich ist in diesem Zusammenhang allerdings, wie gut die geistigen Kräfte noch ausgeprägt sind. Sie richten sich jedoch meist gegen die Pflegebedürftigen, anstelle ihnen den richtigen Weg zu weisen und werden eher zum Handicap als zur Chance.

 

Pflegebedürftige(r) versus Pfleger(in)

 

Für pflegende Angehörige ist ein interessanter Augenblick gekommen, wenn sich die Stimmung gegen sie wendet, weil sie als beherrschende Faktoren und als bevormundende Personen empfunden werden. Jede fürsorgliche Handlung stößt dann auf Widerstand, weil sie als Eingriff in die persönliche Freiheit empfunden wird. Ist dabei die Zielperson noch absolut klar im Kopf, so ist für Pflegende keine Möglichkeit gegeben, das Verhalten zu entschuldigen, wie es bei Demenz der Fall wäre. Jede Abwehrreaktion trifft voll ins Herz und geht enorm auf die Psyche. Dass man nur besorgt ist und Schaden abwenden will, wird einfach nicht gesehen. Extrem wird es, wenn die pflegebedürftige Person kratzt, beißt, tritt oder gar zuschlägt. Dann ist es besonders schwer für die Pflegeperson, Ruhe zu bewahren. Pflegebedürftige scheuen auch nicht davor zurück, die Pflegeperson bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor anderen Menschen zu diskreditieren und regelrecht zu verleumden. Handelt es sich um mehrere Pflegepersonen, so werden diese nicht selten sogar  gegeneinander ausgespielt. 

 

Das Festhalten am Status quo ist übermächtig

 

Viele betagte Menschen entwickeln in diesem Zusammenhang ein immer stärker werdendes Misstrauen. Sie haben Angst davor, von den pflegenden Angehörigen in ein Pflegeheim abgeschoben zu werden. Sie wissen genau, dass damit ein sehr heftiger Schnitt verbunden ist, der sie bis zu einem gewissen Grad von Hab und Gut trennt - dem Hab und Gut, das anschließend ganz wesentlich zur Finanzierung des Pflegeplatzes herangezogen wird. Es bedeutet die Trennung von lebenslang Erschaffenem und Zusammengetragenem. Es muss auf die Personen oder Institutionen übertragen werden, die den Lebensabend des Angehörigen gestalten und finanzieren. Dazu fehlt vielfach die Kraft und auch der Wille. Wer etwas besitzt, kann noch gestalten, solange der Geist mitspielt. So auch, welche Art der Pflege persönlich angemessen erscheint. Das will der geistig noch fitte Pflegebedürftige nur ungern aus der Hand geben.

 

Verantwortungsgefühl und Fürsorge

 

Finden sich Familienangehörige, die die Pflege als Aufgabe auf sich nehmen, so entwickelt sich ein ganz anderes Verhältnis als gegenüber fremden Personen, die dafür entlohnt werden. Familienangehörige handeln in der Mehrzahl aus einem tiefen Verantwortungsgefühl und aus Fürsorge. Es soll aber auch pflegende Angehörige geben, die andere Absichten verfolgen. Leider richtet das sich in diesem Fall wirklich berechtigte Misstrauen meist generell gegen alle nächsten Angehörigen, die darunter sehr leiden. 

Fremde Personen genießen die Gunst, dass der Pflegebedürftige um ihre Sympathie bemüht ist. Kleine Geschenke begünstigen das wohlgefällige Verhalten der Pflegepersonen, in die konstruierte Scheinwelt einzusteigen und das Gefühl der Verbundenheit zu erzeugen. Das kippt jedoch ganz schnell, wenn die Pflegeperson die gleichen Meinungen wie die Angehörigen vertritt. Das wird dann nicht mehr als Fürsorge sondern als Allianz empfunden, die sich gegen einem richtet.

 

Eigensinn macht eine richtige Pflege nahezu unmöglich

 

Mit dem Alterungsprozess müsste eigentlich bei klarem Verstand ein Prozess einher gehen, bei dem die Verhaltensweisen den physischen Möglichkeiten angepasst werden. Beim Parkinson-Syndrom kämpft der Pflegebedürftige mit einer immer stärker werdenden Verzögerung zwischen Wollen und Können. Trägt er dem nicht Rechnung und setzt sich spontan in Bewegung, ist der Sturz vorprogrammiert. Die Folgen eines Sturzes sind in jedem Fall gravierend. Sind es keine Knochenbrüche, so leidet er unter Prellungen und Blutergüssen, die sehr schmerzhaft sind und die Bewegungsfähigkeit weiter einschränken. Ist der Eigensinn übermächtig, so hat die pflegende Person nahezu keine Möglichkeit der effektiven Betreuung, denn immer neue Situationen sorgen für die Erweiterung des Problemkreises. Helfen könnte man nur effektiv, wenn sich Einsicht oder Demenz einstellen würde. Letzteres ist allerdings ein viel zu hoher Preis.

 

Wenn der Partner nicht mehr mitspielt

 

Unzählige pflegende Ehepaare kennen die Situation, wenn der psychische Stress die physische Belastung übersteigt und irgendwann das Maß der Unzumutbarkeiten voll ist. Meistens stellen sich dann Eheprobleme ein, die in ein "Entweder - Oder?" münden. Der blutsverwandte Partner kommt in arge Bedrängnis, wenn er immer noch starkes Verständnis und ein hohes Pflichtbewusstsein für den pflegebedürftigen Elternteil empfindet. Ehen sind bereits nach vielen Ehejahren an solchen Konstellationen gescheitert. Um das zu verhindern, bedarf es der finalen Einsicht der sich außergewöhnlich verhaltenden pflegebedürftigen Person.

Ist das nicht der Fall, so gibt es nur den Weg, dass man die Pflege und Fürsorge aufkündigt, wodurch die  Person zum Handeln gezwungen wird. Gegen den Willen des pflegebedürftigen Angehörigen kann nämlich keine Einweisung in eine Seniorenbetreuungsstelle erfolgen. Als Alternative bietet sich an, eine Pflegekraft ganztägig einzustellen. Das scheitert jedoch meistens an der Bezahlbarkeit und an der Unterbringung der Pflegekraft. 

 

Das Ende wird oft als Erlösung empfunden

 

Zwischen pflegenden Angehörigen und deren Umfeld kann es zu starken Irritationen kommen, wenn der natürliche Tod die Pflegesituation auflöst, die inzwischen als tonnenschwere Last empfunden wird. Ehepartner sehen wieder eine Hoffnung in ihrer stark angespannten Beziehung. Auch sind wieder Urlaube und andere Gemeinsamkeiten möglich, die man über eine lange Zeit - wenn überhaupt - nur noch getrennt wahrnehmen konnte. So reduziert sich die Trauer im Verhältnis zur emotionalen Entfremdung gegenüber der gepflegten Person. Ja - es stellt sich sogar ein Gefühl der Erlösung ein.

 

Wohl gemerkt: So kann sich eine Pflegesituation entwickeln, sie muss es aber nicht.

Die Lebensgeschichte, die Erziehung und die Charaktereigenschaften einer zu pflegenden Person prägen das Verhalten und das macht auch vor den nächsten Verwandten nicht Halt. Eigentlich schade!

 

Veröffentlicht am 02.08.2009 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

Ein ganz außerordentliches Erlebnis

 

Acht Wochen lang hingen die Plakate für die beiden Graukopf-Satirelesungen. Jetzt haben sie ausgedient. Am Mittwoch, dem 29. Juli 2009 fand die zweite Lesung statt, die erneut restlos ausverkauft war. Am Ende der zweiten Lesung konstatierten Gaby Rieth und Herbert Begemann vom Kulturamt der Stadt Maintal, dass mit diesen Lesungen eine neue Phase der Maintaler Lesungsreihen eingeläutet wurde. Es wurde der eindeutige Beweis dafür geliefert, dass es für bestimmte Lesungsarten ein besonders großes Interesse in Maintal gibt. Es ist nicht immer die ganz große Literatur, die begeistert, sondern die emotionale Ansprache mit Themen, die Zuhörer aus eigenem Erleben sehr gut nachvollziehen können. So war auch zu vernehmen, dass sich das Kulturamt weitere Events wünscht, die ebenso begeistern.

 

                   Collage                                  Phasen der Zufriedenheit              Fotos: M. Gros

 

Im Mittelpunkt der zweiten Lesung stand die 16-jährige Schülerin Jacqueline Wastensteiner, die ihre Satire "Der innerliche Tod" vortrug. Gut eingebettet ins Programm war ihr die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher. Mit sicherer Stimme und klassischer musikalischer Untermalung überwand sie ihre Anfangsnervosität. Diese Satire und eine ganze Reihe von Artikeln und Kolumnen sind auf ihrer WASTENSTEINER-Satire-Website einzusehen. Dort stellt sie sich selbst auch ausführlich vor, weshalb ich an dieser Stelle hierauf nicht weiter  eingehe.

 

Erfreuliche Begegnung

 

Vor einem halben Jahr führte mich das Internet mit dem jungen Talent zusammen und nun war der Moment der ersten persönlichen Begegnung gekommen. Zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester war sie aus Mittelfranken angereist, um an ihrer ersten Lesung teilzunehmen. Nur so konnte sie Auge in Auge die Reaktion auf ihre gelungene Alters-Satire erleben. 

 

Katja und Jacqueline Wastensteiner (rechts)

 

Am frühen Nachmittag kamen die Familie in Maintal an und sie wurden freudig empfangen. Selten stimmte die "Chemie" zwischen Besuchern und Besuchten so, wie an diesem Nachmittag, der überaus herzlich verlief. Dabei wusste auch Katja Wastensteiner zu begeistern - die ältere Schwester, die bereits ein Studium begonnen hat. Beide Schwestern sind hochmusikalisch und man merkt förmlich, dass sie in mehrfacher Hinsicht in sich ruhen und daraus ihre Kraft schöpfen. Die Eltern sind berechtigterweise auch sehr stolz auf ihre Töchter, deren Natürlichkeit so erfrischend wirkt. 

 

Am späten Nachmittag stand noch ein kleiner Spaziergang auf die Hartig, der Anhöhe über Hochstadt, auf dem Programm, von wo man einen herrlichen Blick auf den Spessart, den Odenwald und den Taunus hat. Mittendrin immer wieder das Panorama mit der Skyline von Frankfurt, für die sich die Gäste begeisterten.. Um die Mittagszeit hatte die Familie bereits einen Rundgang durch den historischen Ortskern Hochstadts absolviert und war nun bestens im Bild.

 

Blick vom Weinberg in der Hartig

 

Zur Lesung wurde es dann ernst für Jacqueline Wastensteiner, die sich gut auf ihren Auftritt vorbereitet hatte. Als Höhepunkt vor der Pause las sie ihren Text "Der innerliche Tod", der aus einem klaren eigenen Bezug zu Erlebtem entstanden war. Mit einer zuvor gut platzierten kleinen Ansprache hatte sie bereits die Herzen des Publikums erobert. So war ihr am Ende der Ausführungen anzumerken, dass sie sich während des Lesens erneut in die sie anrührende Situation hatte fallen lassen, die beim Schreiben ihre Hand geführt hatte. Ein Teil der Besucher konnte Parallelen zum eigenen Erleben feststellen und alle Anwesenden spendeten ihr anerkennenden Beifall, der ihr noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Leistungen sollten beachtet und Talente gefördert werden

 

Was nutzt die beste Leistung, wenn sie nicht bemerkt wird? Das hat Jacqueline Wastensteiner gut erkannt und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Plattform für ihre Werke zu finden. Ihrer Website wird immer stärker frequentiert und die Zahl ihrer Leser wächst. 

Recherchiert man im Internet unter http://fanfiction.de/u/Jacki93 , so finden sich weitere Schriften, die sie speziell für eine junge Klientel schrieb. Sie nutzt also alle Möglichkeiten, die erfolgversprechend sind, was ihre Zielstrebigkeit unterstreicht. 

 

Resümee

 

Es gibt sie also doch noch, diese außerordentlichen Erlebnisse, die wir so oft vergeblich suchen. Wenn es etwas gibt, was für Akteure und Publikum gleichermaßen bedeutsam ist, dann sind es die Momente, in denen beide merken, dass sie auf gleicher Wellenlänge liegen und gemeinsam Dinge erleben, die man nicht so schnell vergisst. Das ist an diesem Mittwoch, dem 29. Juli 2009 in Hochstadt geschehen und die Akteure sind dem Publikum dankbar für die große Aufmerksamkeit, mit der sie bedacht wurden.

 

Während der Pause führte Redakteurin Martina Faust vom Maintal TAGESANZEIGER ein Pressegespräch mit ihr. Den Artikel können Sie am Ende des Berichtes lesen.

 

Veröffentlicht am 30.07.2009 © Klaus Klee

Internetzeitung DAS KLEEBLATT www.klee-klaus.de

 

 

 

 

 

 

Jacqueline Wastensteiner

Foto: M. Gros

 

Das Ehepaar Wastensteiner

 

Unterwegs auf der Hartig

 

Hintergrund

 

In meinem Umfeld schätze ich Mitmenschen jeden Alters sehr, wenn sie natürlich und sozial kompetent sind. Jede Art von Affektiertheit und überzogenes Ego verdirbt mir die gute Laune. Dazu gehören auch die heute so beliebten Auffälli