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Maintal ist eine Wohn-/Schlafstadt zwischen Frankfurt am Main und Hanau. Was hier passiert, wird von den Medien kaum wahrgenommen. Was nicht passiert, auch nicht! Maintal hat viel Natur, liegt am Fluss und ist verkehrsgünstig gelegen. Der Wohnraum ist jedoch knapp und die Mieten sind hoch. Die Kommunalpolitik hat hier noch provinziellen Charme. Die Vereine sorgen für das kulturelle Leben und das sportliche Angebot. Viele Bewohner haben ihren Lebensmittelpunkt allerdings dort, wo sie arbeiten und haben mit Maintal nicht viel am Hut. Senioren gestalten vorwiegend das, was Senioren interessiert. Menschen bewegen viele Dinge, die ich aufgreife und auf meinen verschiedenen Websites thematisiere. Die neue Seite "Blickwinkel" ist eine dieser Websites.


 

Gedanken zum Start dieser Website

Wenn es auf den Jahreswechsel zu geht, befassen sich viele Menschen mit dem Gedanken der Erneuerung, mit Veränderungen und fassen Entschlüsse, die denen des vergangenen Jahreswechsels irgendwie ähneln. Mit den alten Vorsätzen passierte das, was den neuen Vorsätzen noch bevor steht - wahrscheinlich wird wieder nichts draus. Die Bürgermeisterin, der Stadtverordnetenvorsteher und die Vorsitzenden der Parteien schnitzen wieder an ihren nachdenklichen Jahreswechsel-Statements, die der Maintal TAGESANZEIGER abdrucken darf. In den Vereinen werden die Weihnachtsfeiern vorbereitet und auch hier haben die Vorsitzenden wieder eine Rede zu halten. Doch zunächst steht der 11.11. vor der Tür und die Maintaler Narren übernehmen die Macht im Rathaus. Und ich beginne wieder eine neue Website, weil die alten voll sind.

 


Solche Rituale sind sinnbildlich für unsere Wohn- und Schlafstadt. Alles geht seinen gewohnten Gang. Ein neues Jahr, ein neuer Anfang und die Hoffnung auf ein harmonisches Leben ohne Neid und Missgunst, Ärger und Verdruss bereitet auch bei mir den Weg. Ein Segen für Patienten mit Bluthochdruck. Doch so einfach wird das nicht, das ahnen sicher alle Veränderungswilligen bereits in der Silvesternacht. Es genügt, wenn nur wenige Menschen in ihrer Lethargie und Andere in ihrem Starrsinn verharren und alles bleibt wieder, wie es war.

Nur wenn wir weiterhin das Leben aus jedem Blickwinkel beobachten und bereit sind, Veränderungen ins Auge zu fassen, werden wir eine bessere Zeit erleben und unser Leben lebenswerter machen.

Gutes Gelingen!

10.12.2017

Bedenkliche Kehrtwenden

Jeder Mensch hat schon Kehrtwenden hinter sich, also die Umkehr auf einem als falsch erkannten Weg. Selbst das Navi im Auto rät gelegentlich "Bitte wenden, bei nächster Gelegenheit bitte wenden!" Doch hier stellen wir immer wieder fest, dass dies gar nicht stimmt, weil das Navi nicht mehr aktuell ist. Ein Update ist erforderlich. So ist es auch bei vielen Kehrtwenden, die uns unser menschliches Navi vorschlägt. Müssen wir immer exakt unserer inneren Stimme folgen? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.  

Der Jahreswechsel ist mal wieder so ein Zeitpunkt für Kehrtwenden. Wenn sich über eine längere Zeit bestimmte Erwartungen nicht mehr erfüllen und das Maß voll zu sein scheint, ist die Versuchung groß, sich abzuwenden, im schlimmsten Fall ist eine Kehrtwende vorzunehmen. Was bis gestern noch erstrebenswert, interessant oder sinnvoll erschien, ist heute plötzlich das genaue Gegenteil. Woran liegt das? Irgendwie hat das was mit Enttäuschung zu tun.   >>>mehr

            
06.12.2017 Seniorenpower
In wenigen Jahren wird ein Drittel der Maintaler Bevölkerung über 60 Jahre alt sein und man registriert die Senioren auch heute schon sehr stark, wenn alle Jüngeren auf der Arbeit sind. Dann bevölkern sie die Einkaufszentren, den fußläufig erreichbaren Einzelhandel  und die Arztpraxen. Viele von ihnen sind ehrenamtlich tätig und übernehmen seit vielen Jahren Pflichten, wie sie es gewohnt sind. Banken verkünden immer wieder, dass gerade Senioren die fleißigsten Sparer sind und über satte Reserven verfügen. Sie finanzieren ihren Kindern und Enkeln viele Dinge des Lebens, die sie sich sonst nur schwer leisten könnten. Selbst gönnen sie sich dagegen nicht viel, weil sie nicht wissen, was noch kommt. Viele Senioren pflegen die Gemeinschaft, um einen festen Platz in ihr einzunehmen, denn auf die Kinder ist im Alter vielfach kein Verlass. Die Bürgerhilfe Maintal ist ein Modell mit vielen Tausend Mitgliedern, die sich einbringen, um später selbst Hilfe zu erhalten. Seniorenpower versus Unterstützung, so heißt die Devise. Bei ihrem ehrenamtlichen Engagement lernen sie täglich aber auch die Kehrseite der Medaille kennen - die Altersarmut!  >>>mehr
    
27.11.2017

Zwischen den Welten

Maintal leistet sich seit vielen Jahren eine Bürgerbeteiligung, die nach außen hin lebhaft und den Interessen der Bürger angemessen erscheint. Taucht man etwas tiefer in die Welt des ehrenamtlichen Engagements ein, so gehen mehrere Welten auf, die recht unterschiedlich sind. Im Gespräch mit den Protagonisten dieser Welten oder im Zusammenhang mit eigenen Aktivitäten wird der tatsächliche Wert der Bürgerbeteiligung deutlich.

 Die Redaktion der Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS recherchiert regelmäßig  in diesen ehrenamtlichen Welten, weil sich nun mal auch viele Senioren unentgeltlich zum Wohl der Allgemeinheit einbringen. Was die Redakteure dabei aufwirbeln, finden viele Leser gut, weil es endlich einmal offen angesprochen wird. Andere wiederum betrachten es als Nörgelei, wie sie angeblich typisch für Senioren ist. Dinge, die einseitig hochgeschätzt sind, werden negiert, Dinge, die sich Senioren und viele andere Menschen wünschen, als Zumutungen empfunden. Es sind die unterschiedlichen Welten, die solche Reaktionen hervorrufen.   >>>mehr

    
10.11.2017 Befürchtungen werden Gewissheit
Mit dem vorangegangenen Artikel "Erfahrungen im neuen Wohnumfeld" ging es um die gegenseitige Rücksichtnahme und um die soziale Integration in den nachbarschaftlichen Bereich. In diesem Artikel möchte ich das Thema auf ganz Maintal ausweiten, im Grund genommen auf alle vom heutigen Zeitgeist erfassten Bereiche. Der größte den Zeitgeist formende Einfluss ist derzeit offensichtlich das Verhalten zu den Mitbürgern nach dem Motto "Was nicht verboten ist und was verboten ist, aber nicht überprüft wird, ist erlaubt!" So werden Verhaltensweisen bis zur Grenze und darüber hinaus ausgereizt. Beispielhaft dafür steht die Situation am Dörnigheimer Mainufer. Das Leben am Fluss ist für viele an Flüssen gelegenen Städte und Gemeinden ein interessanter Aspekt der Naherholung. Dies zu nutzen und für diesen Zweck aufzuwerten, ist ein wichtiges Projekt der Stadtentwicklung. Doch hier bereitet die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Besuchern und Anwohnern eine bedeutende, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. >>>mehr
    
08.11.2017 Einstimmung für NeubürgerDie neue Website möchte ich mit einigen Fragen eröffnen, die Sie sich stellen sollten. Was wird Neubürger erwarten, die sich für Maintal entschieden? Wo ist eigentlich der Ortsmittelpunkt? Wie funktioniert der Nahverkehr? Welche Kindergärten und Schulen gibt es? Wo kann man einkaufen und welche Lokale sind empfehlenswert? Welche Ärzte sind ansässig? Viele Fragen, die sich im direkten Kontakt mit Einheimischen und neuen Nachbarn am besten klären lassen. Doch zunächst merken Neubürger, dass es in Maintal recht ruhig zugeht. Das liegt daran, dass Maintal eine Wohn-/Schlafstadt ist und tagsüber die meisten Menschen zur Arbeit pendeln und nur die Senioren und die aus irgendwelchen Gründen Daheimgebliebenen zu sehen sind. Und noch eine Frage kommt auf: Warum nur geht es in anderen Kommunen von der Wahrnehmung her quirliger zu? Ganz einfach - weil sie es mit dem, was dort an Interessantem passiert, bis in die Tagespresse oder andere Medien schaffen. Maintal schafft es meistens nicht. Das Gute ist, dass dadurch der Eindruck entsteht, in Maintal im Tal der Glückseligen zu leben. >>>mehr    


 

Bedenkliche Kehrtwenden  

 

Jeder Mensch hat schon Kehrtwenden hinter sich, also die Umkehr auf einem als falsch erkannten Weg. Selbst das Navi im Auto rät gelegentlich "Bitte wenden, bei nächster Gelegenheit bitte wenden!" Doch hier stellen wir immer wieder fest, dass dies gar nicht stimmt, weil das Navi nicht mehr aktuell ist. Ein Update ist erforderlich. So ist es auch bei vielen Kehrtwenden, die uns unser menschliches Navi vorschlägt. Müssen wir immer exakt unserer inneren Stimme folgen? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.  

 

Der Jahreswechsel ist mal wieder so ein Zeitpunkt für Kehrtwenden. Wenn sich über eine längere Zeit bestimmte Erwartungen nicht mehr erfüllen und das Maß voll zu sein scheint, ist die Versuchung groß, sich abzuwenden, im schlimmsten Fall ist eine Kehrtwende vorzunehmen. Was bis gestern noch erstrebenswert, interessant oder sinnvoll erschien, ist heute plötzlich das genaue Gegenteil. Woran liegt das? Irgendwie hat das was mit Enttäuschung zu tun.  

 

Die Auslöser  

 

Als Auslöser gelten plötzliche oder unerwartete Erfahrungen, die bisherige Verhaltensweisen auf den Prüfstand stellen. War man Personen oder einer Sache gegenüber bisher vorwiegend positiv eingestellt, bedeutet sie einem plötzlich nahezu nichts mehr. Auch der umgekehrte Fall tritt häufig ein. Dies umso stärker, desto intensiver man sich einbrachte und womöglich sogar ein starker Erfolgsgarant einer Sache war. Immer wieder fällt dabei der Satz: "Ich bin auch nicht mehr so blöd...", der fast jede Endung haben kann. Es steckt meist eine große Enttäuschung dahinter. Wer Enttäuschungen infolge seiner Heftigkeit nicht optimal verarbeiten kann, der wendet sich abrupt ab. Oftmals sind es jedoch eigene  falsche Erwartungen, die Andere nicht erfüllen konnten, weil sie nicht dazu in der Lage sind. Vielleicht hat man sich nur mit den falschen Menschen abgegeben. Das nun viel zu spät zu erkennen, löst die Erkenntnis einer Fehleinschätzung aus, die ihrerseits starke Reaktionen generiert. Der Auslöser ist meist eine Bagatelle.  

 

Wo Kehrtwenden hinführen können  

 

Selbstlos engagierte Menschen wähnen sich gern im Kreis Gleichgesinnter. Das gibt ihnen die Stärke für all die Mühe, der ein adäquater Lohn gegenüber stehen sollte. Menschen, die keine oder nur geringe Leistungen erbringen, kennen diesen kausalen Zusammenhang gar nicht. Genau sie sind aber oft diejenigen, die Kehrtwenden bei ihren Mitmenschen auslösen. Ihre unbedachte Art, mit Leistungsträgern umzugehen und deren Leistung leichtfertig zu negieren, aber gleichzeitig den Nutzen ihrer Arbeit mitzunehmen, löst bei den Leistungsträgern ein gefährliches Nachdenken aus. Man fragt sich, ob es diese Menschen überhaupt wert sind, dass man sie am Erfolg teilhaben lässt.  

 

Im privaten und sogar im familiären Bereich spielen Lebensgewohnheiten eine Rolle, die man selbst nie annahm oder aus gutem Grund ablegte. Wenn man mitverfolgt, wie Menschen ohne entsprechende Erfahrung(en) in Situationen laufen, die der eigenen Erfahrung widersprechen und dass sie keinen Rat annehmen, kommt es vielfach zu wahren Kehrtwenden im Umgang miteinander. Man lässt diese Menschen an die Wand laufen, weil sie ihre Verhaltensweisen nicht überdenken und korrigieren, was der Ablehnung des Ratgebenden  gleich kommt. Warum soll man dann Auswirkungen und seltsame Verhaltensweisen mittragen? Man nimmt sich nun ebenfalls wichtiger als den Anderen.  

 

Wem oder was eine Kehrtwende auch immer gilt, sie ist eine totale Abkehr. Meist ist sie damit verbunden, dass es nun kein Zurück mehr gibt. Allzu prägend war die Erfahrung, die zur Kehrtwende führte. Das soll einem nie wieder passieren. Damit verbunden ist allerdings auch eine völlige Umkehr in der Achtung und im Wertgefühl von Beziehungen. Das sollte man vor der nächsten Kehrtwende beachten.

 

10.12.2017

 






  

                              Wende gut, alles gut...

 

In Abwandlung des Sprichwortes könnte diese Erkenntnis so manchen Konflikt lösen, wenn die Wende ehrlich gemeint ist. Umzukehren, wenn man auf einem als falsch erkannten Weg ist, ist keine ehrenrührige Sache. Es zeugt vielmehr von geistiger Beweglichkeit und Erfahrung, der man Raum gewährt. Hat man sich allerdings in eine Sackgasse manövriert und ist bereits dem Gespött von Mitmenschen ausgesetzt, weil man sich zum problemlosen Wenden zu breit machte, ist man umso stärker unter Beobachtung. Das Wenden erfordert nun einen Salto rückwärts, der zur grotesken Nummer werden kann.

 

 

Besonders schwierig wird das Wendemanöver oder gar der Salto rückwärts, wenn man seinen Mitmenschen über längere Zeit ein X für ein U vormachte und betonte, aufrecht und integer zu sein. Hier ist das Vertrauen irreparabel zerstört. In einer solchen Situation schließt sich eine Umkehr natürlich aus. Weil sich alle Mitmenschen an genau diese Eigenschaften gewöhnt haben und eine Kehrtwende niemals glaubhaft wäre, muss man so weitermachen. Das ist nicht intelligent aber passend zum Wesen dieser Menschen.

 

Menschen, die den richtigen Zeitpunkt zur Umkehr verpassten, haben viel mehr verloren, als eine gerade Richtung. Sie irren weiterhin in ihrem Leben und dem Leben anderer herum, weil sie nur ihre Spielregeln kennen. Ihr X ist immer wieder eín U. Wenn sie dabei glücklich sind, mag es für sie gut ein. Für den Rest ist das ein Ausschlusskriterium.

 

 

Seniorenpower

In wenigen Jahren wird ein Drittel der Maintaler Bevölkerung über 60 Jahre alt sein und man registriert die Senioren auch heute schon sehr stark, wenn alle Jüngeren auf der Arbeit sind. Dann bevölkern sie die Einkaufszentren, den fußläufig erreichbaren Einzelhandel  und die Arztpraxen. Viele von ihnen sind ehrenamtlich tätig und übernehmen seit vielen Jahren Pflichten, wie sie es gewohnt sind. Banken verkünden immer wieder, dass gerade Senioren die fleißigsten Sparer sind und über satte Reserven verfügen. Sie finanzieren ihren Kindern und Enkeln viele Dinge des Lebens, die sie sich sonst nur schwer leisten könnten. Selbst gönnen sie sich dagegen nicht viel, weil sie nicht wissen, was noch kommt. Viele Senioren pflegen die Gemeinschaft, um einen festen Platz in ihr einzunehmen, denn auf die Kinder ist im Alter vielfach kein Verlass. Die Bürgerhilfe Maintal ist ein Modell mit vielen Tausend Mitgliedern, die sich einbringen, um später selbst Hilfe zu erhalten. Seniorenpower versus Unterstützung, so heißt die Devise. Bei ihrem ehrenamtlichen Engagement lernen sie täglich aber auch die Kehrseite der Medaille kennen - die Altersarmut!

 

Der Maintaler Seniorenbeirat

 

Als Gast der kürzlichen Sitzung des Maintaler Seniorenbeirats, den ich als Redakteur der Maintaler Seniorenzeitung besuchte, erlebte ich, wie es um Maintaler Seniorenpower bestellt ist. Das Gremium könnte gewaltiges reißen, wenn sich Seniorenpower richtig entfalten würde. Im neuen Seniorenbeirat versuchen gerade einige Beiräte mit Power den Rest der eher passiven "Berufenen" zu einer wirksamen Mitarbeit zu bewegen. Leider mit wenig Erfolg. Die Hälfte des Beirats war zur Sitzung erst gar nicht erschienen. Meist handelt es sich um Personen, die von ihren sozial tätigen Gruppierungen als Kandidaten gemeldet und vom Magistrat "berufen" werden. Nur hat der Begriff "Berufung" in kirchlichen Organisationen einen anderen Klang als bei anderen Gruppierungen. So fühlen sich einige offensichtlich zum Amt berufen, ohne als Aktivistin oder Aktivist wirklich geeignet zu sein. Sie berichten in ihren Organisationen nur über das, "was so läuft", mehr aber nicht. Vielleicht ist bei einigen die drohende Mitarbeit sogar ein Grund der Abwesenheit.

 

Der den Seniorenbeirat betreuende und bisher leitende Fachbereich der Stadt Maintal räumte in dieser Sitzung erstmals den Vorsitz und überließ ihn den beiden Sprechern, die fortan die Sitzungen vorbereiten und leiten werden. Der Fachbereich setzte damit ein deutliches Zeichen zur Eigeninitiative bei unveränderter Unterstützung des Gremiums. Nun liegt es am Beirat selbst, ob er weiterhin den Weg der harmlosen Betätigung gehen wird, oder ob er mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen viele Maintaler Senioren und deren Umfeld zur Beteiligung begeistern will.

 

Ein gutes Beispiel hierfür war in dieser Sitzung die Diskussion um eine Ausstellung zum Thema Altersarmut. Hierzu gibt es eine Wanderausstellung, die landauf landab absolut bevölkerungsneutral alle Facetten der Altersarmut zeigt. Die damit verbundene Arbeit würde sich auf die Terminfindung, die Verpflichtung des Ausstellers und das Buchen der Ausstellungsflächen und die Öffentlichkeitsarbeit reduzieren. Die Alternative wäre die Einbindung des gesamten Maintaler Sozialproporzes, der über Beiratsmitglieder im Gremium vertreten ist. Dazu müssten diese Beiräte allerdings in ihren Organisationen aktiv werden, damit Lokalbezug und damit mehr Interesse erzeugt wird. Außerdem wäre es sinnvoller, nicht direkt die Altersarmut, sondern die vielfach zur Altersarmut führende Lebensplanung in den Fokus zu rücken. Der Nachdenkprozess läuft jetzt.

 

Obwohl der Maintaler Seniorenbeirat schon viele Jahre existiert, ist nicht erkennbar, dass sich die Maintaler Senioren der Chancen bewusst sind, die der Seniorenbeirat hätte, wenn sich dort Seniorenpower entwickeln und verbreiten würde. Das wäre umso wichtiger, weil Senioren keine Lobby haben.

 

Soziales Engagement der Senioren

 

Wie zuvor bereits erwähnt, rekrutiert sich der Seniorenbeirat aus "Berufenen" des Maintaler Sozialproporzes. Die wirkliche Seniorenarbeit findet momentan jedoch in ganz anderen Regelkreisen statt. Im Rahmen von "Senioren in Maintal freiwillig aktiv" organisieren Senioren für Senioren sehr viele Möglichkeiten der Betätigung und des Erlebens. Besuchen Sie die Informationsplattform über obigen Link. Darunter sind auch sehr viele Aktivitäten, die unter den Oberbegriff "Seniorenbespaßung" passen, der eher unterhält als zum Mitmachen anregt.

Eine der Aktivitäten - die Maintaler Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS - versorgt im vierteljährlichen Rhytmus Maintals Seniorenhaushalte kostenlos mit 2800 vierzigseitigen Zeitungen, in denen neben wichtigen Informationen auch viele interessante Artikel zu finden sind, die sich mit dem zweiten Leben befassen. Die Zeitung findet in der gesamten Rhein-Main Region große Beachtung.

 

Maintals Senioren sind ein schlafender Riese, der erst noch geweckt werden muss, damit sich Seniorenpower flächendeckend entfalten kann. Diejenigen, die sich darum bemühen, opfern sehr viel Freizeit. Ihnen sollte jede nur möglich Unterestützung gewährt werden.

 

06.12.2017

 

 














 

Zwischen den Welten  

 

Maintal leistet sich seit vielen Jahren eine Bürgerbeteiligung, die nach außen hin lebhaft und den Interessen der Bürger angemessen erscheint. Taucht man etwas tiefer in die Welt des ehrenamtlichen Engagements ein, so gehen mehrere Welten auf, die recht unterschiedlich sind. Im Gespräch mit den Protagonisten dieser Welten oder im Zusammenhang mit eigenen Aktivitäten wird der tatsächliche Wert der Bürgerbeteiligung deutlich.

 

Die Redaktion der Seniorenzeitung 60 AUFWÄRTS recherchiert regelmäßig  in diesen ehrenamtlichen Welten, weil sich nun mal auch viele Senioren unentgeltlich zum Wohl der Allgemeinheit einbringen. Was die Redakteure dabei aufwirbeln, finden viele Leser gut, weil es endlich einmal offen angesprochen wird. Andere wiederum betrachten es als Nörgelei, wie sie angeblich typisch für Senioren ist. Dinge, die einseitig hochgeschätzt sind, werden negiert, Dinge, die sich Senioren und viele andere Menschen wünschen, als Zumutungen empfunden. Es sind die unterschiedlichen Welten, die solche Reaktionen hervorrufen.  

 

Die Welt der Einheimischen  

 

Bürgerinnen und Bürger aus Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen, die schon sehr lang hier zuhause sind, fühlen sich zwar immer noch nicht als Maintaler, haben sich an dieses Gebilde aber bereits gewöhnt. Das ist nicht einfach, weil es keinen Maintaler Ortsmittelpunkt und kein Zentrum für die wichtigen  Einkäufe gibt, das fußläufig erreichbar ist. Das seltsame Gebilde wirkt wie zusammengeklebte Schuhkartons unterschiedlicher Größen - vier zusammenhanglose Welten mit teilweise individuell ausgeprägten Kulturen. Einheimische brauchen einfach ihren Kirchturm, ihren Verein, ihren Bäcker, ihren Friseur, ihren Arzt und ihre Apotheke und natürlich ihren Friedhof, auf dem all die liegen, die es geschafft haben, dieser Welt zu entfliehen.  

 

Wer diese Welt kritisch anpackt, kann sein blaues Wunder erleben. Fast jeder Gedanke der Erneuerung löst bei Einheimischen Proteste aus, die Neubürger oft gar nicht nachvollziehen können. Einheimische finden dagegen Neubürger durchaus interessant und sie geben ihnen eine echte Chance zur Integration, aber oft auch nur eine einzige. Wird diese nicht genutzt, kommt ein entsprechender Stempel drauf und der Neubürger wird in eine passende Schublade gelegt. Dort bleibt er, bis es ihm aus eigener Kraft gelingt, den Stempel abzuwaschen. Ehrenamtliches Engagement ist dabei ein möglicher Weg.

 

Die Welt der Neubürger  

 

In Zeiten der modernen Völkerwanderung verschlägt oder zieht es viele Menschen nach Maintal, weil die Patchwork-Stadt am Fluss im Speckgürtel Rhein-Main liegt, viel Natur und den Charme einer Wohn-/Schlafstadt hat. Hinzu kommt das Glück, hier wirklich eine passende Wohnung oder eine Immobilie gefunden zu haben. Da musste man einfach zugreifen. Neue Menschen bringen teilweise andere Kulturen mit, mit denen sich ihrer Meinung nach die Einheimischen abfinden sollten. Höchst selten orientieren sich Neubürger an dem, was in ihrer neuen Umgebung so Usus ist. Schließlich sind sie es, die nach ihrer Meinung verkrustete Strukturen aufbrechen und veredeln - eine weitverbreitete Sicht.

 

Deren Kinder integrieren sich wesentlich schneller, worin eine gewisse Hoffnung liegt. Mobilität ist für Neubürger eminent wichtig, was sich auf die Anzahl der Automobile pro Haushalt und die Parksituation in der ganzen Stadt auswirkt. Mobil ist auch die Versorgung für Neubürger kein Problem, zumindest nicht in jungen Jahren. Kultur eröffnet sich für sie in der gesamten Rhein-Main-Region und nur zögerlich werden lokale kulturelle Veranstaltungen erkundet. Erst neu geknüpfte Kontakte und gewonnene Freunde eröffnen den Neubürgern diese Welt. Sich zu integrieren, ist eine ganz wichtige Voraussetzung, dauerhaft hier anzukommen. Ehrenamtliches Engagement kann Brücken bauen.

 

Die Welt der ehrenamtlich Tätigen  

 

Wer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens dazugehören will, wählt den Weg der ehrenamtlichen Betätigung. Die dazu passenden Motivationen sind recht unterschiedlich. Gutmenschen wollen Gutes vollbringen und der Gemeinschaft zeigen, dass sie bereit sind, zu dienen. Eigennützig Denkende dagegen wählen den ehrenamtlichen Mantel, um in Organisationen tragende Rollen zu übernehmen, die ihrem Selbstverständnis und ihren Neigungen entsprechen.

 

Alles was dazwischen liegt, muss sich in Hierarchien einordnen und seinen Platz finden. Ach ja, da gibt es noch die Edelmütigen, deren Aktivitäten ein wahrer Segen sein sollen und den sie deutlich sichtbar wie aus einem Füllhorn ausschütten. Zum Schluss sollten noch diejenigen erwähnt werden, die gern an Erfolgen teilhaben wollen und die Gruppe, die aus reiner Panik vor Isolation und dem Vergessen-werden bis zum Umfallen aktiv sind. Ehrenamtliches Engagement hat also viele Gesichter. Die Summe aller damit erbrachten Leistungen haben allerdings in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Die Kommune greift vorwiegend aus eigenem Interesse und dem der Politik lenkend ein.

 

Die Welt der Betreuer ehrenamtlicher Tätigkeit  

 

Die Stadt Maintal unterhält im Rahmen des Fachdienstes Maintal Aktiv eine Freiwilligenagentur mit vier engagierten Mitarbeiterinnen, die ehrenamtliche Potenziale heben sollen und einem Mitarbeiter, der speziell die Senioren-Aktivitäten betreut. Sie setzen die Vorgaben des Magistrats und der Kommunalpolitik zum Thema ehrenamtliche Tätigkeit um, damit ehrenamtliche Tätigkeiten übergeordneten Interessen an Beiräten und Bürgerbeteiligungsprozessen entsprechen. Wo externe Moderation erforderlich erscheint, werden keine Kosten gescheut, um die kommunal ins Auge gefassten Ziele zu erreichen. Wichtige Dinge kann man schließlich nicht den Launen der Bürger und dem Zufall überlassen.

 

Speziell die Senioren, die sich mit Erfahrung überdurchschnittlich stark einbringen, gilt es zu führen. Ihre aus der Lebenserfahrung gefühlte Überlegenheit würde sonst unangenehme Folgen für diejenigen haben, die eigentlich dafür zuständig sind. Eine Möglichkeit der Strategie ist deshalb die reine Seniorenbespaßung und kontrollierte Beschäftigung. Wissenschaftliche Betreuung ist dabei natürlich gefragt.

 

Leider misst der Fachdienst Maintal Aktiv seinen Erfolg nur am Erfüllen der Vorgaben von Politik und Magistrat. Kritisches und fachkundiges Hinterfragen der Vorgaben sowie das Aufzeigen von für Bürger wesentlich interessanteren Alternativen kommt zugunsten verwaltungstypischer Denkart nicht zum Tragen. Visionen werden ausgeblendet. Diskussionen zwischen Bürgern und dem Fachdienst stoßen dabei leider an die Grenzen der partnerschaftlichen Kommunikation.

 

Die Welt der negativen Beeinflusser erfolgreicher Bürgerbeteiligung

 

Den vielen ehrenamtlich Aktiven und speziell den substanziell starken Querdenkern unter ihnen stehen Protagonisten der Kommunalpolitik und Strategen der städtischen Verwaltung gegenüber, die sich hauptverantwortlich für alle Entwicklungen in Maintal fühlen. Sie sind gewählt und haben ihrer Meinung nach einen weitgehenden Auftrag erhalten. Im Versuch der Erfüllung dieses Auftrages fahren sie die Ellenbogen aus und halten viele bürgerlichen Einflüsse auf Abstand - so auch die Bürgerbeteiligung.

 

Sie zertörten in den vergangenen Jahren damit Glaubwürdigkeit und sehr viel Vertrauen, was heute zum Beispiel das städtische Internet-Modul  Maintal  macht mit.  zu spüren bekommt. Es erfüllt seinen Zweck nicht so, wie sich das die Gestalter erhofften. Leider sperren sie sich gegen die Bewussmachung der Gründe. Die Mitarbeiterinnen von Maintal Aktiv wurden somit ebenfalls Opfer zahlreicher demotivierender Aktionen der Kommunalpolitik und Teilen der Verwaltung, die in den letzten Jahren Engagierte vergraulten.

 

Gern wird der freie Blick nach vorn bemüht, wenn es darum geht, Neuanfänge zu wagen. Die Vergangenheit holen solche Neuanfänge infolge mangelnden Vertrauens immer wieder ein. Deshalb sollten sich Magistrat und Kommunalpolitik schweren Fehlern der Vergangenheit stellen. Erst wenn verdeutlicht wird, dass diese Fehler erkannt sind und in Zukunft nicht mehr gemacht werden sollen, kann sich Vertrauen wieder aufbauen. Es ist eine gute Portion Feigheit im Spiel, nicht zu Taktiken zu stehen, mit denen man Bürgerbeteiligung missbraucht und deren Erfolg ausbremst.

 

Sich in den Welten positionieren

 

Alle Maintaler Bürger müssen sich irgendwann in der Gemeinschaft der Bürger positionieren. Sie können natürlich abseits stehen und alles geschehen lassen, wie es Interessengruppen betreiben. Wer sich etwas intensiver mit den verschiedenen Welten Maintals befasst, wird sich zumindest irgendwo wiederfinden. Entscheidend ist, dass man als Bürger nicht nur an dem schuld ist, was passiert, sondern auch an dem, was man nicht verhindert. Dazu muss man sich bemerkbar machen und positionieren. Gelenkte Bürgerbeteiligung muss dabei aufgebrochen werden und einer von Bürgern gelenkten Bürgerbeteiligung weichen. Zumindest können engagierte Bürger in eigenständigen Bereichen der Bürgerbeteiligung ihre Interessen besser wiederfinden, als es in den von der Stadt initiierten und gesteuerten Projekten möglich ist. Auch diese Bereiche werden für bürgerschaftliches Engagement wieder attraktiv, wenn die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in eine faire Umsetzung wiederhergestellt ist. Dazu müssen sich der Magistrat und die Kommunalpolitik ebenfalls richtig positionieren.

 

27.11.2017

 









Peinlichen Erkenntnissen...


...müssen die Verantwortlichen auf den Grund gehen...



...anstelle die Bürger am Nasenring
zu Ergebnissen führen zu wollen,




...und endlich wieder damit anfangen,
Bürgerbeteiligung fair zu praktizieren.




Mit solchen Spielchen wurde mehr Vertrauen zerstört,
als man in mehreren Jahren wieder aufbauen kann!

 

Befürchtungen werden Gewissheiten

Mit dem vorangegangenen Artikel "Erfahrungen im neuen Wohnumfeld" ging es um die gegenseitige Rücksichtnahme und um die soziale Integration in den nachbarschaftlichen Bereich. In diesem Artikel möchte ich das Thema auf ganz Maintal ausweiten, im Grund genommen auf alle vom heutigen Zeitgeist erfassten Bereiche. Der größte den Zeitgeist formende Einfluss ist derzeit offensichtlich das Verhalten zu den Mitbürgern nach dem Motto "Was nicht verboten ist und was verboten ist, aber nicht überprüft wird, ist erlaubt!" So werden Verhaltensweisen bis zur Grenze und darüber hinaus ausgereizt. Beispielhaft dafür steht die Situation am Dörnigheimer Mainufer. Das Leben am Fluss ist für viele an Flüssen gelegenen Städte und Gemeinden ein interessanter Aspekt der Naherholung. Dies zu nutzen und für diesen Zweck aufzuwerten, ist ein wichtiges Projekt der Stadtentwicklung. Doch hier bereitet die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Besuchern und Anwohnern eine bedeutende, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle.

 

Konflikte am Dörnigheimer Mainufer

 

Das Stadtleitbildprojekt "Mainufer" erarbeitete über mehrere Jahre hinweg ein Konzept, das nun Zug um Zug umgesetzt werden soll. Details und die Entwicklung der Meinungsbildung können auf der städtischen Website eingesehen werden. In die Beratungen waren viele Anwohner des Bereichs eingebunden und es kamen alle Aspekte auf den Tisch. Von Anfang an war klar, dass die Interessen der Anwohner und deren Bedenken auf negativen Erfahrungen mit dem Zeitgeist aufbauen. Wie würden die Bürger die neuen Möglichkeiten nutzen? "Eine Badewanne zu besitzen ist Zivilisation, eine Badewanne richtig zu nutzen, das ist Kultur!" Und mit der ist es offensichtlich nicht allzu gut bestellt.

 

Die Art der Nutzung und die zu erwartenden Begleiterscheinungen sind es, die eher Befürchtungen als Gewissheiten erzeugten. Nun sind aus den Befürchtungen tatsächlich Gewissheiten geworden und die Reaktionen sind heftig. Wo die gegenseitige Rücksichtnahme einseitig missachtet wird, geht sie meistens insgesamt verloren. Die Anwohner bewerten ihre Interessen absolut gleichrangig mit den städteplanerischen Interessen. So wurde die Idee der Gastronomie am Fluss zunächst von einem Anlieger torpediert.

 

 

Inzwischen kam es zu einer Übereinkunft und der Event wird gut angenommen. An anderen Orten beruhigen sich die Gemüter etwas schwerer. Die Stadt muss auch dort etwas unternehmen.  In der kalten Jahreszeit wird das Problem der unzumutbaren Ruhestörung naturgemäß etwas in den Hintergrund treten. Spätestens im Frühjahr lebt der Konflikt wieder auf. Bis dahin müssen Lösungen gefunden werden.

 

Nun gilt ja im Recht das Verursacherprinzip. Also ist die Stadt Maintal in der Pflicht, die bei den Planungen und deren Umsetzung federführend ist. Es liegt nicht an der Gruppe der Bürger, die umfassend planten und auch dem Aspekt der Lärmbelästigung einen breiten Planungsraum einräumten, sondern an der Umsetzung durch das Ordnungsamt und die örtliche Polizei. In der Wahrnehmung der Anwohner findet die Aufsicht angeblich nicht statt. Die Stadt behauptet jedoch das Gegenteil.

 

Es ist ja eine weit verbreitete Ansicht von Verwaltungen, dass diejenigen, für die man kommunal etwas, zu was man gar nicht verpflichtet ist,  einrichtet, dafür sorgen sollen, dass es auch richtig genutzt wird und dass die Bürger die auftretenden Probleme selbst lösen sollen. Schließlich entstehen die Probleme ja durch Bürger. Betroffene Bürger, die sich mit Zivilcourage einzelnen Unvernünftigen oder ganzen Personengruppen entsprechend entgegen stellen, sind dem Pöbeln des Mobs ausgesetzt, wie der nebenstehende Leserbrief verdeutlicht. Ordnungskräfte wurden in solchen Situationen nach Aussage der genervten Anwohner dabei noch nie gesehen.

 

Maintal TAGESANZEIGER verwirrte die Leser

 

Die Lokalpresse nahm sich in einem Artikel des Problems an. Grundlage war ein Telefon-Interview mit Herrn Huwer. Was dort aber zu lesen war, war verworren und der Rest war die bekannte Rechtfertigungsrhetorik aus dem Rathaus, bei der Maßnahmen genannt werden, die die Anwohner im Bereich zwischen der Turnerschaft FTD und der Dietesheimer Straße absolut nicht nachvollziehen können. So war von Kontrollen des Ordnungsamts in den Abend- und Nachtstunden die Rede.

 

Geradezu dümmlich mutet im Artikel die Verwechslung des Spielplatzes an der Fähre mit dem unterhalb der Residenz an der Mainpromenade an.  Kein Wunder, dass die Situationen an beiden Spielplätzen zu irreführenden Angaben führten. Das führte wiederum zu einem irreführenden Leserbrief. Den korrigierenden Leserbrief von Herrn Huwer abzudrucken, verweigert bis heute der Maintal TAGESANZEIGER.

 

Eigentlich eine tolle Sache

 

Sieht man sich die Ausarbeitungen der bürgerschaftlichen Planungsgruppe genau an, so ist der große Nutzen für Maintals Bürger klar zu erkennen, wenn alle Aktivitäten richtig dosiert und platziert werden und die Bürger die Möglichkeiten rücksichtsvoll nutzen. Rücksicht heißt generell natürlich Rücksicht auf die Einrichtungen, die Rasenflächen, die Sauberkeit und natürlich auch die erforderliche Ruhe, weil die Anwohner sich nicht den negativen Einflüssen entziehen können. Ist das gegeben, kann die Umgestaltung des Naherholungsgeländes eine Erfolgsstory sein. Die Nutzer selbst gefährden diesen Erfolg jedoch mit ihrer Unvernunft!

 

Verantwortlich für die gravierendsten Missstände sind in erster Linie sozial unangepasste Jugendliche, die vorwiegend in den Abend- und Nachtstunden Orte auswählen, die Möglichkeiten zu Exzessen bieten. Im Extremfall werden sogar auf Friedhöfen Saufgelage durchgeführt. Nun ist es das Mainufer, das die Horden anzieht. Zwar wurde anderenortes Möglichkeiten für die Jugendlichen geschaffen, doch sie werden sich wohl kaum nach Hochstadt verirren. Nicht überall scheint die Jugendarbeit erfolgreich zu sein und die Einflüsse von Migrantengruppen sind heftig.

 

Die vom Projekt geradezu offerierten Familienfeste im Mainuferbereich, die vorwiegend von Migrantenfamilien genutzt werden, die ihre heimatliche Lautstärke und Sitten an das Mainufer tragen. Auch das unbefugte Grillen auf den Grünflächen wird praktiziert. Man merkt, die neue Durchmischung verändert auch die Lebensumstände der einheimischen Bevölkerung, denn die zeigen jetzt ein ähnliches Verhalten.

 

Aber auch die Verhaltensweisen von Betreuern großer Kindergruppen sind oft nicht akzeptabel, wenn sie - wie ein Anwohner schildert - mit der Aufforderung an die Kinder einher geht "nun könnt ihr schreien und toben, hier stören wir niemand...". Wie sich das anhört, müssen die Anwohner ertragen.

 

Dreh- und Angelpunkt ist die soziale Integration

 

Auch hier - wie im direkten Wohnbereich - entscheidet der Grad sozialer Integration und gegenseitiger Rücksichtnahme, wie Bürger zusammenleben. Wo sich Einsicht und Vernunft nicht einstellen, müssen Regelungen getroffen und Verbote  erlassen werden, die für klare Verhältnisse sorgen. Sind diese erstellt, müssen sie auch um- und durchgesetzt werden. Das ist Aufgabe des Ordnungsamts und der Polizei. Ge- oder Verbote ohne deren Kontrolle sind jedoch leere Anweisungen, die locker missachtet werden.

 

10.11.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Leserbrief zum Thema Mainufer

 

Die Aussage der Stadt Maintal, man habe die Belange der Anwohner berücksichtigt, klingt wie Hohn in den Ohren der unmittelbar Betroffenen. Das Gegenteil ist der Fall. Schon  der Begriff „Naherholungsgebiet“ sagt aus, dass eine solche Anlage in der Nähe einer Ortschaft und nicht mittendrin in den Wohngebieten sein soll. Schon seit mehreren  Jahren sind die Anlieger speziell zwischen der Turnerschaft FTD und der Dietesheimer Straße einer erheblichen und unzumutbaren Dauerbelästigung durch die erweiterte Einrichtung der Spiel- und Freizeitanlage mit den vielen Spielgeräten am Mainufer ausgesetzt. 

 

Der Spielplatz in seiner ursprünglichen Form hatte nie ein Problem dargestellt. Die Behauptung der Stadt, die Anlage sei seit Jahrzehnten unverändert, trifft in keiner Weise zu. Bei der jetzigen  Anlage handelt es sich nicht mehr um einen  herkömmlichen Kinderspielplatz, der ohne Einhaltung bestimmter Lärmwerte zulässig ist  sondern um eine mehrere Tausend Quadratmeter große Freizeitanlage  inkl. Abenteuerspielplatz mit zahlreichen Spielgeräten, für die Lärmrichtwerte von Freizeitanlagen gelten. Diese Lärmrichtlinien – gültig für Wohngebiete - finden hier keine  Berücksichtigung!

 

Ob für diese Anlage  evtl. erforderliche Baugenehmigungen des Main-Kinzig-Kreises und des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg vorliegen, ist noch zu prüfen. Das Schutzbedürfnis der Anwohner wird weder durch zeitliche Beschränkungen, Kontrollmaßnahmen (oder ähnliche) in irgendeiner  Weise beachtet.

 

Die von den Anliegern geforderte Mittagsruhe und die Nutzung bis max. 20 Uhr wurden nicht berücksichtigt. Ohne Rücksicht auf  die Anlieger zu nehmen,  soll dem  Vernehmen nach die Mainwiese zwischen Fähre und Schöne Aussicht  noch mehr vermeintliche Attraktionen erhalten. Richterliche Urteile in ähnlich gelagerten Fällen gaben den Anwohner recht, die gegen diese Lärmbelästigung geklagt hatten. Eine Petition gegen die Dauerbelästigung – unterschrieben von 59 Anwohnern – wurde von der Stadt einfach ignoriert und blieb unbeantwortet.

 

Das Mainufer hat sich mittlerweile zu einem hochfrequentierten Licht- und Luftbad mit ständig  steigender  Lärmbelästigung entwickelt. Hier werden u. a. Großfamilienfeste abgehalten, an mehreren Stellen verbotenerweise Fußball gespielt, einhergehend mit einem hohen Verletzungsrisiko für Radfahrer, die sich auf dem ebenso hochfrequentierten nationalen Radweg R3 befinden.

 

Bei allem Verständnis für den Spieltrieb der Kinder, diese permanente Lärmbelästigung bis in die späten Abendstunden, die durch die missbräuchliche Nutzung der  Jugendlichen in den Nachtstunden noch fortgesetzt wird, stellt eine schädliche Umwelteinwirkung dar und bedeutet eine Gesundheitsgefährdung für die Anwohner. Nächtliche Anrufe bei der Polizei wegen Ruhestörung konnten bisher keine Abhilfe schaffen. Die von der Stadt aufgestellten Schilder sind sinnlos platziert (das Fußballverbotsschild steht oben auf der Straße, anstatt auf der Wiese) und nicht dazu geeignet, die darauf geforderte Rücksichtnahme für die  Anwohner einzufordern.

 

Anwohner, die Benutzer um Rücksichtnahme bitten, werden als Kinderhasser, Ausländerfeinde und Nazi beschimpft, teilweise sogar bedroht.  Anlieger können ihre Terrassen und Balkone nicht mehr nutzen und müssen, um Ruhe zu finden, Fenster und Türen schließen bzw. die  Wohnungen verlassen und geeignete Ruheplätze aufsuchen.

 

Einst bezeichnete der ehemalige Stadtrat Schächer das im Bau befindliche Projekt Residenz Mainpromenade in der Mainstraße 16 als „Sahnestückchen“ der Stadt Maintal, präsentiert als ruhige Wohngegend. Von der Mainpromenade (per Definition eine attraktive Region für Spaziergänger) und der ruhigen Wohngegend am Mainufer ist nichts mehr übrig geblieben. Einige Anwohner befassen sich mittlerweile wegen der Lärmbelästigung mit einem Wohnungswechsel.

 

Zu allem Überfluss hat man  noch die Blumenwiese beim Test der verschiedenen Rasenmäher zu einem großen Teil  abgemäht und somit weitere Freizeitflächen geschaffen. Dies bedeutet noch mehr Lärm. Diese permanente Lärmbelästigung und Ruhestörung der Anlieger kann  und darf nicht so bleiben. Auch die Anwohner haben Rechte. Der Frauenhain westlich der Fähre wäre der geeignete Platz für diese Einrichtung gewesen. „Die Freiheit des einen hört da auf, wo das Recht des anderen beginnt“  

 

Gerhard Huwer

Dietesheimer Straße 23

63477 Maintal

gerhard.huwer@arcor.de

 

 

 

 

Was eine Wohn-/Schlafstadt ausmacht

Einstimmung auf Maintal für Neubürger


Die neue Website möchte ich mit einigen Fragen eröffnen, die Sie sich stellen sollten. Was wird Neubürger erwarten, die sich für Maintal entschieden? Wo ist eigentlich der Ortsmittelpunkt? Wie funktioniert der Nahverkehr? Welche Kindergärten und Schulen gibt es? Wo kann man einkaufen und welche Lokale sind empfehlenswert? Welche Ärzte sind ansässig? Viele Fragen, die sich im direkten Kontakt mit Einheimischen und neuen Nachbarn am besten klären lassen. Doch zunächst merken Neubürger, dass es in Maintal recht ruhig zugeht. Das liegt daran, dass Maintal eine Wohn-/Schlafstadt ist und tagsüber die meisten Menschen zur Arbeit pendeln und nur die Senioren und die aus irgendwelchen Gründen Daheimgebliebenen zu sehen sind.

 

Und noch eine Frage kommt auf: Warum nur geht es in anderen Kommunen von der Wahrnehmung her quirliger zu? Ganz einfach - weil sie es mit dem, was dort an Interessantem passiert, bis in die Tagespresse oder andere Medien schaffen. Maintal schafft es meistens nicht. Das Gute ist, dass dadurch der Eindruck entsteht, in Maintal im Tal der Glückseligen zu leben.

 

Die Möglichkeiten, sich über Maintal zu informieren, sind allerdings vielfältig. Auf der Homepage der Stadt findet man bereits eine ganze Menge. Was politisch so läuft, ist auf dem Bürgerinformationsportal zusammengefasst. Senioren können sich auf der Seite Seniorenaktiv über das Angebot für Senioren informieren. Darüber hinaus stellen die meisten Vereine ihre Aktivitäten im Internet vor. Hier alle Informationsquellen zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Es gehört schon eine Portion Entdeckergeist dazu, Maintals Facetten zu ergründen.

 

                

 

Maßgeschneiderte Öffentlichkeitsarbeit

 

Auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit hat die Stadtverwaltung in den letzten Jahren zugelegt und bietet eine Art vorgefertigte journalistische "Haute Couture" für Tageszeitungen, kostenlose Wochenzeitungen und Werbepostillen an. Es handelt sich dabei um textliche Maßschneiderei von Sachverhalten und nicht - wie spöttisch gemunkelt wird - um Maßaufschneiderei. Dieser Eindruck entstünde nur, weil immer nur positive Aspekte thematisiert und ausgeschmückt würden und Kritisches ausgeblendet wird. Die öffentlichen Presseorgane, die von der Stadt Maintal versorgt werden, gewichten natürlich diese Pressemitteilungen und wägen ab, ob aus der informativen Haute Couture über zusätzliche Recherchen journalistische Prêt-à-porter-Artikel werden könnten. Im Hinblick auf die eher thematisch gelangweilte Leserschaft bleibt es oftmals bei der übersandten Version oder sie wandert gar in den Papierkorb. Wer will schon immer die gleichen Socken mit dem gleichen Muster!? Wenn Öffentlichkeitsarbeit weichgespült daher kommt und keinerlei Emotionen weckt, kann man Leser damit nicht hinter dem Ofen vorlocken. Darum ist auch in den großen Tageszeitungen der Region so wenig über Maintal zu lesen.

 

 

Politischer Dissens wird nicht mehr öffentlich ausgetragen

 

Maintals politisches Kleingruppen-Schunkeln in friedlichem Konsens ist schlichtweg unattraktiv. Von Politikern erwarten Bürger das hör- und sichtbare Ringen um die besten Entscheidungen. Hinterzimmer und Kellerbars sind da nicht gerade die passenden Rückzugsräume. Wähler wollen teilhaben am Ringen um die besten Lösungen. Bei den Stadtverordnetenversammlungen findet der aublauftechnische Vorcheck im Fojer statt, wenn die an diesem Tag zu erwartenden Mehrheiten gedanklich durchgespielt werden. Dort entscheidet sich, ob ein Tagesordnungspunkt mangels Mehrheit bis zur nächsten Sitzung geschoben oder durchgezogen wird, oder ob man andere TOPs so lang auswalzt, bis die 22 Uhr-Grenze erreicht ist. Auch was ohne öffentliches Aufsehen zu erregen in die Blockabstimmung soll, wird vorskizziert. Da die meisten Entscheidungen praktisch schon feststehen, ist am Rednerpult nur noch heiße Luft zu hören, denn es geht gar nicht mehr ums Überzeugen. Dissense werden zwar erörtert, jedoch auf dem Diskussionsweg nicht wirklich gelöst. Deshalb sind auch immer weniger Besucher des Parlaments zu verzeichnen. Wer sich dennoch informieren möchte, kann dies aktuell und als spätere Konserve im Maintaler Parlamentsfernsehen. In der Tagespresse und in (nicht mehr existenten) Foren könnte lebhaft diskutiert werden, um zumindest des Volkes Meinungen zu ergründen. Doch auch dort findet nichts (mehr) statt. Maintal ist nun mal eine Schlafstadt. Politik wird während der Legislaturperiode zur einfachen Vereinsarbeit heruntergestuft.

 

 

Beiräte wie anderswo

 

Eines muss man  Maintal lassen: Maintal hat Beiräte, wie viele andere Kommunen, die fortschrittlich und bürgernah denken. So gibt es den Behindertenbeirat, den Ausländerbeirat, den Frauenbeirat, den Seniorenbeirat, den Beirat kinderfreundliche Stadt und den Fahrgastbeirat. Besser so, als völlig (bei)ratlos! Schaut man genauer hin, handelt es sich um bestellte Personengruppen, die weitestgehend den Maintaler Sozialproporz abbilden und von der Verwaltung "berufen" und wie Abteilungen geführt werden. Eine Wahl haben Maintals Bürger für diese Gremien leider nicht.

 

Die Sitzungen der Beiräte sind öffentlich. Besucher verirren sich jedoch nur selten dort hin. Ohne öffentliche Wahrnehmung bleiben die Beiräte deshalb soziale Placebos, eigentlich Subkulturen, obwohl in ihren Satzungen markige Sinnbeschreibungen zu finden sind. Parteimitglieder und Kirchenaktivisten garantieren in den Sitzungen satzungsgemäß die überparteiliche und die überkonfessionsionelle Arbeit der Beiratstätigkeit. Wer hier nun einen Widerspruch wittert, sollte auf die Satzungstexte vertrauen. Es ist halt so und die Verfasser der Verfassungen glauben selbst daran. Dennoch fallen einige besonders engagierte Beiratsmitglieder immer wieder durch eigenmotivierte Einzelleistungen auf, die durchaus beachtenswert sind. Man könnte daraus noch mehr machen.

 

 

Leben und Sterben wie Betuchte

 

Wer sich Maintal freudig als neuen Lebensmittelpunkt aussucht, muss sich auf die Immobilienpreise, die Mieten und die laufenden Daseinskosten einstellen. Die Immobilienpreise legten in den letzten 10 Jahren bis zu 40% zu. Mit anderen Worten: Sich Maintal leisten zu können, um "da zu sein", hat seinen Preis. Im Speckgürtel des Rhein-Main-Gebietes liegen die Mieten 10% über dem gültigen Mietspiegel und meistens 30% höher als nur wenige Kilometer weiter. Von der Mietpreisbremse keine Spur! Wir sind ja hier in Maintal! Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Das Angebot regelt nun mal die Nachfrage. Immobiliengesellschaften sorgten rmit großzügiger kommunaler Unterstützung rechtzeitig für sich vor. Maintal befasst sich wegen dieser Schieflage gerade mit einer eigenen Immobiliengesellschaft, um irgendwann in der Lage zu sein, gegenzusteuern. Bis dahin gilt es für Bürger, tief in die Tasche zu greifen. Wer das locker verkraften kann, kann in Maintal ruhig und zufrieden leben und schlafen.

 

Arbeit ist in Maintal weniger zu finden, denn Maintal hat keine signifikanten großen Arbeitgeber wie andere Städte. Hier gibt es nur saubere Technologien, Handel und Dienstleistungen. Wer hier lebt, arbeitet wegen seiner Qualifikation vorwiegend in Frankfurt, Offenbach oder Hanau. Soweit zum Leben und Arbeiten.

 

Spätestens beim Sterben zeigt sich an den Friedhofsgebühren, dass es ein Privileg war, in Maintal gelebt zu haben. Dafür wird eine naturnahe Piatät geboten, bei der der Pflanzenwuchs auf natürlichem Weg niedrig gehalten oder sogar entsorgt wird, wenn Kenner einen für die Pflanzen günstigeren Platz entdecken.

 

Fazit

 

Solange man Maintal genießen kann, sollte man es tun. Die Lage und die Möglichkeiten zur Entspannung sind sehr gut. Auf das reduziert sich das Leben mit fortschreitendem Alter. Und das steht uns allen bevor.

 

In einer Welt, in der Berufstätige täglich mit dem unternehmerischen Zeitgeist und den von der Politik geschaffenen Beschäftigungsregelungen leben müssen, Arme täglich um ein Leben in Würde kämpfen und Reiche dabei auf sie herabsehen, viele Kinder in Armut die Markenschau der Kleidung und Ausstattung Besserverdienender ertragen müssen, Senioren sich nach einer neuen Bleibe umsehen müssen, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen können, etc., trifft man passendes in entsprechenden Wohnquartieren an. Man sollte also wohnen, wo es persönlich passt.

 

Auch in Maintal gibt es eine Tafel und Sozialleistungen, was die allgegenwärtigen Probleme unserer Gesellschaft verdeutlicht. Licht und Schatten wie überall! Um diese Welt dreht sich das, was auf diesen Webseiten zu lesen ist.

 

08.11.2017

 



Kleiner Bilderbogen 
Fotos: Roland Hahn




            

 

 

                  Erfahrungen im neuen Wohnumfeld

Jahreswechsel, Neuanfang, Umzug in ein neues Wohnumfeld, das sind Dinge, die gelegentlich zusammenkommen. Dann ist es interessant, wie sich Neubürger oder Ankommende im neuen Wohnumfeld einfügen. Hier liegen Erwartungen und Wirklichkeit bei Alt- und Neubürgern oft weit auseinander. Bei der Entscheidung zum Umzug spielten zunächst die Lage, Infrastruktur,  Internetanschluss, Immobilienpreise, Mieten, Umlagen, Gebühren und Abgaben die entscheidende Rolle. Nun rücken allerdings die zwischenmenschlichen Themen in den Fokus.

 

Beurteilte man bis zum Ein- oder Umzug im neuen Umfeld nur die Klingelschilder, Briefkästenzustände, Satelitenschüsseln, nicht oder unorthodox genutze Gemeinschaftsbereiche etc., um Rückschlüsse auf die Wohnkultur vor Ort zu ziehen, jetzt lernt man die Menschen der neuen Umgebung persönlich kennen und wie sie zu einem passen. Nicht immer ziehen sich Gegensätze an, wie der Volksmund gern behauptet. Soziale Integration ist nun gefragt.

 

Dazu muss man erst ergründen, ob man selbst über oder unter dem vor Ort anzutreffenden Niveau liegt. Ist das Niveau der meisten neuen Nachbarn deutlich unter dem eigenen Niveau, hat man die gleiche ungünstige Wahl getroffen, als wenn es umgekehrt ist. Die soziale Integration von unten kommend fällt schwer. Das wird man Zug um Zug feststellen. Die soziale Abwärtsintegration dagegen ist eine wahre Zumutung. Die radikale Lösung sind klare Spielregeln, an die sich alle halten müssen, obwohl sie normalen Menschen selbstverständlich erscheinen.

 

Einer der Gründe, warum Eigentumsobjekte so stark sozial durchmischt sind, ist die Emanzipation vom Mieter zum Eigentümer ohne die entsprechende Reife, die Eigentümer besitzen müssen, um Eigentum und Verantwortung gerecht zu werden. Es ist eine völlig falsche Annahme, dass man sich als Eigentümer anders als ein Mieter verhalten dürfe. Spätestens beim harmonischen Zusammenleben und der gegenseitigen Rücksichtnahme wird klar, wer welche Defizite besitzt.

 

Wer sich nicht wohl fühlt und sich nicht integrieren kann, dem bleibt nur ein erneuter Wechsel - am Besten ohne Nachbarn. Menschen mit einem Lebensstil, der Interessen Anderer nicht zulässt, wohnen meist in den neu gebauten identitätslosen Siedlungen im Schuhkastenstil ohne jede Nachbarschaftsbindung. Soziale Isolation als Lebensstil - wer's mag!?

 

Nach einiger Zeit wird klar, wie ruhig die neue Wohnlage wirklich ist. Wenn man sich damit vertraut gemacht hat, wie stark Geräusche des Verkehrs, des Leerens von Mülltonnen und Flaschencontainern, der Bahnline und der nahen Autobahn, des Nachbarn, der um 5 Uhr morgens mit seinem knatterden Motorroller auf die Arbeit fährt, der überall und allgegenwärtigen Laubsauger und die Glocken des nahen Kirchturms sind, er kann  seine Umzugsentscheidung besser einordnen.

 

Allen Neubürgern und lokal Umgezogenen kann man nur einen guten Start in einen neuen Lebensabschnitt wünschen, sowie, dass sich all ihre Erwartungen erfüllen. Das Gleiche gilt aber auch für Bürger, die im neuen Jahr neue Nachbarn bekommen.