Satirische Rasur
Tipp: Sie sind nie gemeint, immer nur die Anderen...

Die Seite für hintergründigen Humor und das Thematisieren von Auffälligkeiten


Das Jahr 2019 ist reif für eine neue Website. Es gibt genügend Dinge, Personen und Sachverhalte, die unter "Nicht mehr ganz dicht" oder unter anderen Oberbegriffen hier erscheinen, jedoch gibt es auch andere Oberbegriffe, um Ungewöhnliches von Personen, die sich selbst ganz normal fühlen, zu thematisieren. Hier wird der Versuch einer gründlichen Rasur unternommen, ehe die Ziele noch auffälliger werden oder gar einen Bart bekommen. Grundsätzlich richtet sich die Gründlichkeit dieser Rasuren nach der empfundenen Notwendigkeit. Dennoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich dadurch etwas ändert. Man muss es mit Humor nehmen...


 

20.03.2019 Maintal macht (nicht) mit
Nun hat auch die regionale Presse festgestellt, dass Maintal beim städtischen Projekt "Maintal macht mit" gar nicht mitmacht, was in Facebook ebenfalls kritisch thematisiert wurde. Vor geraumer Zeit griff ich den Sachverhalt bereits auf dieser Homepage auf, es war Thema in der Maintaler Seniorenzeitung und im Kabarettprogramm der Gruppe MIKROKOSMOS. Das Fell der Protagonisten dieser Art kontrollierter und gelenkter Bürgerbeteiligung ist jedoch dicker, als man es erwarten dürfte. Die Bürgermeinungsabwehr funktioniert nach wie vor perfekt und das Rathaus mimt die besagte Eiche, an der sich empfundene Säue wirkungslos reiben. Die Politiker und die Verwaltung machen sich ihre Welt, wie sie ihnen gefällt und die Fachabteilungen machen geduldig mit. Inzwischen kommt die Frage auf, ob Verwaltungsangestelle keine eigene Meinung zu ihrem Handeln haben (dürfen) und deshalb ihre Anwesenheitszeit stoisch mit Nutzlosem verbringen. Mich erinnert das an eine satirisch erfolgte Anweisung an Mitarbeiter einer Abteilung meiner alten Firma, sie möchten einen Ordner anlegen, in den sie täglich ein Blatt Papier mit dem Abdruck des Tagesstempels einheften, um nachzuweisen, dass sie dessen Umstellung ordnungsgemäß durchführten. Nach mehreren Jahren genüsslichen Amüsementes der Täter wurden die Ordner vernichtet und die vermeintliche Anweisung aufgehoben. Wie man sieht, bedarf es in Maintals Verwaltung keiner solchen Scherzanweisung, vieles funktioniert absolut von selbst oder gar nícht. >>>mehr
27.01.2019 Kotzbrocken
"Amerika first!"
heißt die Devise des Mannes, der nun seine Rasur bekommt. Die USA sind gespalten in Schwarz und Weiß, in Arm und Reich, in Demokraten und Republikaner und in Wähler unterschiedlicher Vernunft. Als Präsident haben sie momentan Donald Trump, einen dubiosen Milliardär mit der Aura eines stehengebliebenen pubertären Schulhofschlägers, der als wahrer Prahlhans auftritt, mit Vorliebe den Pussy-Kontakt mit Frauen sucht und sich damit sogar brüstet. Seine Amtszeit verbringt er vorwiegend auf dem Golfplatz oder vor dem Fernseher. Soziale Medien sind sein amtliches Bekanntmachungsorgan, Diplomatie lehnt er ab und mit Vorliebe bereist er seine rustikalen Anhänger in ländlichen Gebieten, um sich von ihnen feiern zu lassen. Für die Menschen an der Ost-, der Westküste und in den großen Metropolen der USA, in denen man weltoffen denkt, ist er der falsche Präsident. Für die Vermögenden, die Börse, die Energieproduzenten, die Stahlbosse, die Rüstungsindustrie und radikale Nationalisten sowie die Waffenlobby ist er ein wichtiger Mann, der für sie Weichen stellt und gerade den Welthandel im Sinne von "Amerika first" durcheinander bringt.
Trump beruft und verschleißt Funktionsträger, wie es ihm gefällt und er hat viele Positionen bereits mehrfach ausgetauscht. Entlassene oder Zurückgetretene lassen kein gutes Haar an ihm, aber es ändert sich nichts. Seine dümmlich verblendete Anhängerschaft auf dem Land und Gebieten, in denen Rassisten den Ton angeben wollen, meint tatsächlich, er sei ein Mann von ihnen, weil er ausdrückt, was sie denken, ihre schnörkellose Sprache benutzt und Hass sät, wo es nur geht. Die amerikanische Presse listete kürzlich über 1000 Lügen seiner Amtszeit auf, aber es interessiert niemand. Die Demokratie der USA ist momentan zu schwach, um die Situation zu bereinigen. Die USA und der Rest der Welt muss den blondgefärbten Wirrkopf so lang ertragen, bis sich wieder die Vernunft durchsetzt. >>>mehr
23.01.2019

Erleuchtet und berufen

"Es gibt üble Gerüche und penetrante Dinge, die nur schwer zu entfernen sind", sagte kürzlich ein Tatortreiniger. Das sei halt so, wenn gestorben werde, meinte er. Da musste ich unwillkürlich an Theresa May, den Brexit und seine Folgen denken. Während unserer Unterhaltung lief nämlich gerade die Unterhausdebatte, bei der Theresa May den angekündigten Plan B zuhause vergessen hatte und deshalb einfach über den längst abgelehnten Plan A und ihre angenommene Verpflichtung gegenüber den britischen Bürgerinnenn und Bürgern schwadronierte. Die Briten hatte man mit falschen Behauptungen und Erwartungen zu einer Zustimmung zum Austritt aus der EU überredet. Nur 1,2 Prozent mehr Wähler gaben der Regierung dann den Auftrag zum Brexit, der Rest entschied sich intelligenter. Es war für die Konservativen angesichts der permanenten Verjüngung der Wähler und deren zukunftsfähiger Weltoffenheit die letzte Möglichkeit, die Interessen der Ewig-Gestrigen in politisches Handeln münden zu lassen. Die Pfarrerstochter May fühlte sich erleuchtet und berufen, eine dubios erzeugte Meinung als Auftrag des Volkes zwei Jahre lang in Brüssel durchzukauen, ohne die Briten jemals gefragt zu haben, was sie von all den Möglichkeiten, Verpflichtungen und Veränderungen haben wollen, die aus einem EU-Austritt resultieren. Mit ihrer Sturheit, die von ihren Anhängern als "Beharrlichkeit" gefeiert wird, ignorierte sie sogar einen großen Teil der Abgeordneten des Parlaments, so dass sie in Brüssel bis heute nicht sagen konnte, was die Briten genau wollen. Sie vertrat permanent nur, was sie und die hinter ihr stehenden EU-Skeptiker nicht wollen. >>>mehr


21.01.2019 Satire als Lebenshilfe
In jedem Menschen wabern immer wieder Empfindungen, die ein Ventil suchen. Es soll irgendwie raus, was im Kopf rumort, damit man wieder frei denken kann. Humor und Satire sind Formen der Entlastung, die mit einem Augenzwinkern verbunden sind und dabei helfen. Für den Spender von Satiren ist es jedoch oft eine Gratwanderung, weil er damit auch seine eigene Position darlegt, von der aus die Kritik startet. Diese Position kann manchmal als nicht adäquat für spezielle Kritik angesehen werden, wodurch Satire und Humor verpuffen können. Der Kritisierte fühlt sich dann meist nicht angesprochen. Von Satire wirklich Betroffene täuschen unter Beobachtung stehend allerdings oft Nichtbetroffenheit vor, indem sie heftig über eine Satire lachen. In Kabarettvorstellungen kann man das z.B. beobachten. Das wiederum löst bei Mitmenschen, die das Täuschungsmanöver erkennen, eine noch nachhaltigere Wirkung aus und es folgt ein leichtes Einschwenken des Betroffenen, damit es nicht zu peinlich wird. Satire muss sich stets innerhalb der Grenzen solidarischer Empfindungen bewegen, um als wirkliche Lebenshilfe angenommen zu werden. >>>mehr
19.01.2019

Rasur der Selbstinszenierung

Die erste Rasur auf dieser Seite werde ich an mir selbst vornehmen. Was gäbe es also zu rasieren - Haare? Gar einen Bart? Einen solchen hatte ich mal vor über 40 Jahren (rechts). Es war die kurze Zeit, in der ich rauchte und gern feucht-fröhlich feierte. Dabei stellte ich fest, dass Bärte und andere Haarprachtvarianten nur den Blick ins offene Gesicht verstellen und dass ein Bart trotz Pflege auch alles aufnahm, was mit ihm in Berührung kam. Der Schaum von Bier, Zigarettenrauch, Schlagsahne, Puderzucker, Senf und andere Dinge waren stets im Nasenbereich präsent, bis ich ihn konsequent entfernte und seitdem nie mehr einen Bart trug. Natürlich musste ich mich mit meinem naturreinen Gesicht arrangieren, wie es Millionen Männer tun. Mit Ausnahme der kurzen Phase, in der ich einen Bart als Verschönerung empfand oder der Mode folgte, ging ich stets rasiert und mit offenem Gesicht durchs Leben, wie die kleine Collage (rechts) zeigt. Was sich eher für eine sanfte Rasur eignet, ist meine Selbstinszenierung, also mein in vielen Jahren entstandenes Image und der Ruf, der mir bis heute vorauseilt. Manchmal eilt mir allerdings mehr voraus, als es der Wirklichkeit entspricht, weil manches hinzuinterpretiert wird. Einige Personen meines Umfelds interpretieren einige Facetten - ihrer Abneigung folgend - bewusst falsch. Der überwiegende Personenkreis befasst sich jedoch etwas offener mit meinem Wesen und er weiß bestimmte Eigenschaften zu schätzen und sogar zu nutzen. Mir selbst gefällt es jedoch, wenn ich absolut richtig eingeschätzt werde. Ich pflege meinen Gemeinschaftsgeist und Gerechtigkeitssinn weiterhin ganz intensiv im Rahmen meines Selbstverständnisses und meiner Selbstinsenierung.

>>>mehr
 


 

Maintal macht (nicht) mit

Nun hat auch die regionale Presse festgestellt, dass Maintal beim städtischen Projekt "Maintal macht mit" gar nicht mitmacht, was in Facebook ebenfalls kritisch thematisiert wurde. Vor geraumer Zeit griff ich den Sachverhalt bereits auf dieser Homepage auf, es war Thema in der Maintaler Seniorenzeitung und im Kabarettprogramm der Gruppe MIKROKOSMOS. Das Fell der Protagonisten dieser Art kontrollierter und gelenkter Bürgerbeteiligung ist jedoch dicker, als man es erwarten dürfte. Die Bürgermeinungsabwehr funktioniert nach wie vor perfekt und das Rathaus mimt die besagte Eiche, an der sich empfundene Säue wirkungslos reiben. Die Politiker und die Verwaltung machen sich ihre Welt, wie sie ihnen gefällt und die Fachabteilungen machen geduldig mit. Inzwischen kommt die Frage auf, ob Verwaltungsangestelle keine eigene Meinung zu ihrem Handeln haben (dürfen) und deshalb ihre Anwesenheitszeit stoisch mit Nutzlosem verbringen. Mich erinnert das an eine satirisch erfolgte Anweisung an Mitarbeiter einer Abteilung meiner alten Firma, sie möchten einen Ordner anlegen, in den sie täglich ein Blatt Papier mit dem Abdruck des Tagesstempels einheften, um nachzuweisen, dass sie dessen Umstellung ordnungsgemäß durchführten. Nach mehreren Jahren genüsslichen Amüsementes der Täter wurden die Ordner vernichtet und die vermeintliche Anweisung aufgehoben. Wie man sieht, bedarf es in Maintals Verwaltung keiner solchen Scherzanweisung, vieles funktioniert absolut von selbst oder gar nícht.

 

Ideen nach Vorgaben sind problematisch

 

Beratungsfirmen fungieren oft als Ausführungsgehilfen für inhaltlich vorgegebene Ideen, damit die eigentlichen Ideenvorgeber nicht direkt in Erscheinung treten. So kommt es manchmal vor, dass am Esstisch eines abgehobenen Stadtverordneten im Kollegenkreis Dinge ausgeheckt werden, die höchst fragwürdig sind. So wurde vor der letzten Wahl zum Bürgermeister und zur Kommunalwahl das Maintal-Forum als störend empfunden und der gerade erst unter Fachberatung gestartete Bürgerhaushalt als Element der Bürgerbeteiligung  missbraucht und an den Baum gefahren bzw. aufgelöst. Der  Ideengenerator des Bürgerhaushalts sollte angeblich in anderer Form fortgeführt werden, um vom Haushalt abgekoppelt ganzjährig dynamisch wirken zu können. Eine neue städtische Internetplattform sollte dies und ein neu gestaltetes Forum aufnehmen.

 

Da viele Verwaltungsstellen in die Prüfung von Ideen eingebunden sind und Kapazitäten gebunden werden, entwickelte die Verwaltung eigene Ideen der Entlastung. Die Politik war dagegen daran interessiert, dass freie finanzielle Mittel, die ohnehin knapp sind, von den Fraktionen selbst verbraten werden, um vollmundige Wahlversprechen einzulösen. Dem Wunsch, diese Mittel mit den Wünschen von Bürgern zu teilen, musste ein Riegel vorgeschoben werden. Im neu geschaffenen Modul "Maintal macht mit" wurde also ein Ideenmodul integriert, das nur dann erfolgreich sein sollte, wenn Ideen mindestens 100 Likes von Personen bekommen, die sich im Modul anmelden. Wie sich sofort herausstellte, war die Vorgabe aberwitzig und eine zu groß empfundene Hürde für mögliche Teilnehmer. In Frankfurt mit 730.000 Einwohnern liegt die Hürde bei 200 Likes. Aber auch dort werden Ideen mit 600-800 Likes nicht ernsthaft aufgegriffen. Schuld daran sind keineswegs die Bürger.

 

Sagen Likes etwas über den Wert von Ideen aus?

 

Ideen haben es so an sich, dass sie Gedankengängen entspringen, die Ursachen haben, oft jedoch nur selten öffentlich geäußert und/oder sofort begriffen werden. So gehen sie als Anstoß für sinnvolle Veränderungen verloren. Ideen haben mehrere Facetten, die auch zu anderen Problemkreisen passen, sodass die umfängliche Ablehnung falsch ist. Wenn eine Institution dies dennoch macht, nur weil zu wenige Unterstützer das Potential in einem vorgegebenen kurzen Zeitrahmen erkennen, so handelt sie grob fahrlässig. Viele Ideen hätten eine breitere öffentliche Diskussion verdient, schon wegen der Glaubwürdigkeit eines echten Bürgerdialogs. So ist das Ignorieren des Moduls die logische Reaktion der Bürger. Das Modul wird als Scheininitiative der Macher gesehen.

 

Forum wurde endgültig begraben

 

Auf der Suche nach dem Forum, in dem u.A. auch Ideen diskutiert werden könnten, wie im Modul des Bürgerhaushalts und auch andere Themen zu Wort kämen, gibt es eine Stellungnahme der Verwaltung, die doch viele Fragen aufwirft. Der städtische Facebook-Auftritt bindet - wie man sieht - bis hin zur Bürgermeisterin viel Kapazität und wird sogar zur persönlichen Selbstdarstellung genutzt. Fragen und Antworten in Facebook müssen genauso betreut werden, wie in einem Forum. Vor dieser Entscheidung lag der gleiche Sachstand vor, führte in der Verwaltung jedoch nicht zu Bedenken. Es handelt sich also um bestellte Bedenken und die Auskünfte von Dritten die nicht belastbar sind, also die Absonderungen von Bedenkenträgern, die der Verwaltung ins Konzept passen.

Es ist nun köstlich, dass Diskussionen in Facebook geführt werden, die nahezu jede Vermutung und Behauptungen ermöglichen, die  - würde man darauf eingehen - bei der Stadt die gleichen Ressourcen binden würde, wie in einem Forum. Es erfolgt aber nicht. Besser kann man die Haltung "Was juckt uns denn das?" nicht ausdrücken. Die Hauptgründe werden wohl Ignoranz und Feigheit vor den Bürgern sein. Da hilft auch kein öffentlicher Chat der Bürgermeisterin in Facebook, der nur der persönlichen Imagepflege dient. Ehrlicher Bürgerdialog geht irgendwie anders!

 

Ignoranz fußt auf Hoffnungslosigkeit und mangelnder Glaubwürdigkeit

 

Wenn man die bisherigen Maintaler Bürgerbeteiligungsprozesse kritisch unter die Lupe nimmt, so sind viele Gemeinsamkeiten auffällig:

  • Lokale Agenda: Sie wurde mit viel Energie aufgebaut, führte zum ersten Leitbild, zu vielen guten Ideen und Umsetzungsvorschlägen, scheiterte aber an unsinnigen Hürden, die zwar erkannt und thematisiert, aber nicht beseitigt wurden. Heute ist die Lokale Agenda noch nicht einmal mehr im Internet zu finden. Man hat sie gelöscht!

  • Stadtleitbildprozess: Er wurde unter Fremdmoderation aufgebaut, indem viele Arbeitsergebnisse der Lokalen Agenda in neue Flaschen umgefüllt und ergänzt wurden. Das Thema "Maintal Entree" wurde sofort mit der Umbuchung von Haushaltsmitteln zum Busbahnhof optisch geschönt, um Ernsthaftigkeit vorzutäuschen. In der Folge tobten sich vornehmlich die Radfahrer aus und Maintal glänzt durch das Befahren von Einbahnstraßen in falscher Richtung. "Wachenbuchener kaufen in Wachenbuchen ein" war an Einfältigkeit nicht zu überbieten. Der Rest dümpelt vor sich hin oder tobt sich am Mainufer aus. Zulauf verzeichnet der Prozess nur durch Neubürger und Unbedarfte ohne Kenntnis, was mit Prozessen wirklich geschieht.

  • Bürgerhaushalt: Mit dem ersten Bürgerhaushalt ging Maintal mit der Zeit und die Beratungsfirma leistete eine gute Arbeit. Erstmals war sogar für Stadtverordnete einiges transparenter. Transparenz war ein Schlagwort, offenbarte jedoch, dass viele Ideen und deren Bewertung erstmals dazu führten, dass sich Fachabteilungen Gedanken über ihr Tun und Handeln machten. So brillierte die Abwehr von Ideen vor der  Bereitschaft der Umsetzung, damit Versäumnisse nicht zu deutlich sichtbar wurden. Angebotenes Wissen und Engagement von Bürgern wurde gezielt ausgebootet oder falsch eingesetzt.

  • Zweiter Bürgerhaushalt: Alles, was die Beratungsfirma aus den Ergebnissen anderer Kommunen weiterentwickeln wollte, wurde abgeschnitten und der Fokus auf die Erhöhung der Grundsteuer B gesetzt. Nun waren nur geldwerte und keine substanziellen Ideen zugelassen und mit der möglichen Reduzierung der Grundsteuererhöhung gekoppelt. So standen plötzlich der Stadtverkehr, das Schwimmbad, Sportplätze und vieles mehr zur Disposition, nur, um über die gewünschte Beibehaltung die Erhöhung der Grundsteuer B zu begründen. Nach erfolgter Erhöhung wurde der Prozess ersatzlos eingestellt.

  • Bürgergutachten: Die Krönung war das Verfahren "Bürgergutachten", bei dem völlig unberdarfte Bürger, die noch nie an Bürgerbeteiligungsprozessen teilnahmen, gegen finanzielle Vergütung angeworben wurden, die nach moderierter Information gewünschte Aussagen machten, die ebenso unverbindliche Empfehlungen waren, wie alle anderen wesentlich fundamentierteren Arbeitsergebnisse fach- und sachkundiger Bürger.

  • Diverse Ideenwerkstätten: Zur Entwicklung einiger städtischer Flächen und Bereiche wurden Ideenwerkstätten abgehalten, deren Ergebnisse jedoch gefaket, wie zum Beispiel in der Grünen Mitte. Andere Ergebnisse, wie die an der Eichenheege, verschwanden im Schrank und nur bestimmte Aussagen, die zu heutigen Ansinnen passen, fließen in Überlegungen ein, auch wenn sich inwischen die Gegebenheiten völlig änderten.  Hier soll nur die vorgeschriebene Bürgerbeteiligung belegt werden.

Auch wenn ich mich wiederhole: Das ist Pippi-Langstrumpf-Niveau und entspricht dem Ansinnen "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt". Es ist logisch, dass die vielen verprellten ehrenamtlich Aktiven der Vergangenheit Bürgerbeteiligung nun kritisch sehen und sich verweigern. Das juckt die bekannte Eiche jedoch nicht. Maintal Aktiv hat weiterhin den Auftrag, ein totes Pferd zu reiten und es den Bürgern anzubieten. Zumindest gibt Maintal Aktiv ganz ehrlich zu, keine Ideen - auch keine eigenen - gefunden zu haben. Schade!

 

20.03.2019

 




Kotzbrocken

"Amerika first!" heißt die Devise des Mannes, der nun seine Rasur bekommt. Die USA sind gespalten in Schwarz und Weiß, in Arm und Reich, in Demokraten und Republikaner und in Wähler unterschiedlicher Vernunft. Als Präsident haben sie momentan Donald Trump, einen dubiosen Milliardär mit der Aura eines stehengebliebenen pubertären Schulhofschlägers, der als wahrer Prahlhans auftritt, mit Vorliebe den Pussy-Kontakt mit Frauen sucht und sich damit sogar brüstet. Seine Amtszeit verbringt er vorwiegend auf dem Golfplatz oder vor dem Fernseher. Soziale Medien sind sein amtliches Bekanntmachungsorgan, Diplomatie lehnt er ab und mit Vorliebe bereist er seine rustikalen Anhänger in ländlichen Gebieten, um sich von ihnen feiern zu lassen. Für die Menschen an der Ost-, der Westküste und in den großen Metropolen der USA, in denen man weltoffen denkt, ist er der falsche Präsident. Für die Vermögenden, die Börse, die Energieproduzenten, die Stahlbosse, die Rüstungsindustrie und radikale Nationalisten sowie die Waffenlobby ist er ein wichtiger Mann, der für sie Weichen stellt und gerade den Welthandel im Sinne von "Amerika first" durcheinander bringt.

 

Trump beruft und verschleißt Funktionsträger, wie es ihm gefällt und er hat viele Positionen bereits mehrfach ausgetauscht. Entlassene oder Zurückgetretene lassen kein gutes Haar an ihm, aber es ändert sich nichts. Seine dümmlich verblendete Anhängerschaft auf dem Land und Gebieten, in denen Rassisten den Ton angeben wollen, meint tatsächlich, er sei ein Mann von ihnen, weil er ausdrückt, was sie denken, ihre schnörkellose Sprache benutzt und Hass sät, wo es nur geht. Die amerikanische Presse listete kürzlich über 1000 Lügen seiner Amtszeit auf, aber es interessiert niemand. Die Demokratie der USA ist momentan zu schwach, um die Situation zu bereinigen. Die USA und der Rest der Welt muss den blondgefärbten Wirrkopf so lang ertragen, bis sich wieder die Vernunft durchsetzt.

 

 

Trumps Gegenspielerin heißt Nancy Pelosi

 

Es ist wenig hilfreich, das Auftreten, das Benehmen und die Intelligenz von Donald Trump näher zu durchleuchten, denn er würde gar nicht verstehen, was gemeint und daran so unakzeptabel ist. Viel interessanter ist die Taktik, mit welchen Mitteln die Demokratin und Chefin des Repräsentantenhauses Trump Paroli bietet.

Nachdem die Republikaner ihre Stärke im Repräsentantenhaus verloren hatten, begrüßten die vorwärts gewandten US-Bürger die taffe Nancy Pelosi und knüpften an sie große Erwartungen. Es riecht bereits förmlich nach einem Impeachment-Verfahren, das als vorzeitiges Ende der Herrschaft von Trump notwendig wäre. Mit dem längsten jemals dagewesenen Shutdown, der über 800.000 Regierungsbediensteten 2 Monate ohne Bezüge und viele Ämter und staatliche Dienstleistungen ruhen ließ, versuchte sich Trump wegen seiner gewünschten Mauer zwischen den USA und Mexico durchzusetzen. Als er deswegen sogar den Notstand ausrufen lassen wollte, geriet er auf die Verliererstraße. Trump strich Pelosi eine Dienstreise wegen des nicht verabschiedeten Haushalts und Pelosi machte von ihrem Hausrecht Gebrauch und lässt ihn im Repräsentantenhaus nicht zur Nation sprechen, solang der Shutdown andauert. Trump knickte ein und beendete den Shutdown. Nun merken auch die treuesten Hinterwäldler, dass er nur ein Prahlhans ist. Aus den eigenen Reihen wird er als Looser beschimpft, wie er es gewöhnlich mit politischen Gegnern auf Twitter macht. Die Zeit ist reif, dass die USA endlich aufwacht.

 

Bildung, Wissen und Macht

 

Trumps Mangel an Bildung und Wissen ist erschreckend. Ein Mensch, der Wetter nicht von Klima unterscheiden kann, tritt aus dem Klima-Abkommen aus, das die Erderwärmung stopppen soll. Erderwärmung hält er für eine Erfindung der Chinesen, um der amerikanische Wirtschaft zu schaden. Die starke globale Vernetzung von Finanzen und Wirtschaft hat er bis heute nicht begriffen, woraus pausenlos neue Verwirrungen und Verunsicherungen resultieren. Besonders gefährlich wird es beim Militär. Er sitzt an den Knöpfen, mit denen er die Vernichtung des Erdballs auslösen könnte, zockt und kokettiert mit Despoten, die ähnliche Knöpfe besitzen und lässt seine Muskeln nach Belieben mit großmäuligen Sprüchen spielen. Mal will er Weltpolizist sein, dann wieder stellt er die Nato als Schlüssel zu seinem Revier infrage. Verteidigung ist für ihn nur eine Geldfrage und Rüstung muss vor allen Dingen der amerikanischen Wirtschaft dienlich sein. Die ganze Welt ist von den ihn beherrschenden organischen Botenstoffen abhängig, die Trumps Gehirn steuern. Jeden Tag lässt er über Twitter wissen, was er wieder mal nicht verstanden hat und irre und unhaltbare Ankündigungen werden am Folgetag wieder zurückgenommen. Diplomatie, auf deren Parkett sich alle kultivierten Nationen zur Konfliktbewältigung bewegen, lehnt er ab und benimmt sich bei seinen willkürlichen Heimsuchungen, wie ein Elefant im Porzellanladen. Und das alles nur, weil ihm Hinderwäldler, Ewiggestrige und gefährliche Interessengruppen zur Macht verhalfen.

 

Die USA als Selbstbedierungsladen

 

Sieht man sich an, wen er in wichtige und hochdotierte Positionen hebt, erkennt man, dass er den Staat als Selbstbedienungsladen versteht und für seine Gefolgschaft nutzt. Er erkauft sich auf Staatskosten Loyalität, bis die Opfer erkennen, zu welchem Werkzeug sie damit mutierten und erschrocken und angewidert den Dienst quittieren. Die Liste ist lang. Parallel knallen bei den Superreichen die Sektkorken und bei den Nutznießern seines eigenen Firmengeflechts, weil das normale Volk so dumm war, Trump ihn als einer von ihnen zu sehen, zu wählen und zu feiern. Sie sind Opfer einer besonders primitiven Art von Populismus, weil ihre Interessen, wie das Gesundheitssystem, der Umweltschutz, Armut und Sicherheit verlogen dargestellt und  missbraucht werden.

 

Ein Impeachment-Verfahren zur Absetzung Trumps rückt näher

 

Die USA kennen verschiedene Formen des Endes einer Präsidentschaft und Trump kann froh sein, wenn es bei dieser friedlichen Form bleibt. Einigen Präsidenten kostete es das Leben. Noch ist er  gewalttätigen Gruppierungen nicht in die Quere gekommen und es besteht Hoffnung, dass sein Wirken demokratisch und friedlich und nicht tödlich endet. In einem Land, in dem alle Bürger das Recht haben, Waffen zu tragen, ist die Zeit des wilden Westens heute noch präsent und viele Amerikaner meinen immer noch, dass sie viele Probleme mit der Waffe lösen könnten. Es wäre grotesk, wenn ausgerechnet der stärkste Vertreter dieser Denkweise selbst Opfer werden würde.

 

Ein in der US-Verfassung klar geregeltes Impeachment-Verfahren wäre die kultivierte Art, diesen dümmlichen Haudrauf los zu werden und in der US-Politik wieder in normales Fahrwasser zu kommen.

 

27.01.2019

 







Wenn Selbstbewusstsein peinlich wird

 

Grundsätzlich ist Selbstbewusstsein eine gute Sache, wenn sie mit einer realistischen Selbsteinschätzung einher geht. Selbstbewusste Erfolge kann man allerdings in saubere und unanständige Erfolge trennen. Beruht Selbstbewusstsein auf darauf, dass man momentan am längeren Hebel sitzt und Dinge fordert, die normalerweise nicht zu erreichen sind, so ist das mehr als unanständig. Schutzgelderpresser z.B. stellen bestimmten Restaurants den Schutz infrage, wenn man fürs dortige Aquarium keine Fische beim Erpresser kauft. Man sollte deshalb auf Aquarien in Lokalen achten. Eine Reihe von Politikern neigen dazu, Spender zu belohnen, wenn sie ihnen ermöglichen, Macht auszuüben. "Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich sing", heißt die Devise.

 

Die Anhänger von Schulhofschlägern tanzen nach deren Pfeife, damit es ihen nicht genauso geht, wie dessen Opfer. Sie vergessen allerdings - wie bei Trump - dass sie noch an die Reihe kommen, wenn sie sich nicht so verhalten, wie es gewünscht ist. Einige der von Trump entlassenen einstigen Mitstreiter werden sich revanchieren, wenn Trumps Lage noch schlechter wird. Dann werden sie über ihn herfallen, wie über ein waidwundes Tier.

 

Die große internationale diplomatische Familie wird das mit übersteigertem Selbstbewusstsein geleitete Wirken - wie ein Elefant im Porzellanladen - ebenfalls im richtigen Zeitpunkt kontern, ihn als die peinlichste politische Figur der Nachkriegszeit brandmarken und alle Nationen davor warnen, noch einmal einen solchen Menschen an ihre Spitze zu wählen. Die Welt ist schließlich kein Tollhaus!

 

Wenn überzogenes Selbsbewusstsein aus einer verhätschelten Kindheit, einer schlechten Bildung und auf dubiose Weise reich gewordenen Eltern, aus zu früh an deren Pfründe gekommen und ebenfalls dubios und nicht kontrollierter Weiterentwicklung resultiert, ist nahezu alles möglich. Mit Geld und rigoroser Vorgehensweise, mit Lügen und Diffamierungen kann diese Fehleinschätzung wahrer Größe peinlich werden. Trump macht es vor.



Erleuchtet und berufen

"Es gibt üble Gerüche und penetrante Dinge, die nur schwer zu entfernen sind", sagte kürzlich ein Tatortreiniger. Das sei halt so, wenn gestorben werde, meinte er. Da musste ich unwillkürlich an Theresa May, den Brexit und seine Folgen denken. Während unserer Unterhaltung lief nämlich gerade die Unterhausdebatte, bei der Theresa May den angekündigten Plan B zuhause vergessen hatte und deshalb einfach über den längst abgelehnten Plan A und ihre angenommene Verpflichtung gegenüber den britischen Bürgerinnenn und Bürgern schwadronierte. Die Briten hatte man mit falschen Behauptungen und Erwartungen zu einer Zustimmung zum Austritt aus der EU überredet. Nur 1,2 Prozent mehr Wähler gaben der Regierung dann den Auftrag zum Brexit, der Rest entschied sich intelligenter. Es war für die Konservativen angesichts der permanenten Verjüngung der Wähler und deren zukunftsfähiger Weltoffenheit die letzte Möglichkeit, die Interessen der Ewig-Gestrigen in politisches Handeln münden zu lassen. Die Pfarrerstochter May fühlte sich erleuchtet und berufen, eine dubios erzeugte Meinung als Auftrag des Volkes zwei Jahre lang in Brüssel durchzukauen, ohne die Briten jemals gefragt zu haben, was sie von all den Möglichkeiten, Verpflichtungen und Veränderungen haben wollen, die aus einem EU-Austritt resultieren. Mit ihrer Sturheit, die von ihren Anhängern als "Beharrlichkeit" gefeiert wird, ignorierte sie sogar einen großen Teil der Abgeordneten des Parlaments, so dass sie in Brüssel bis heute nicht sagen konnte, was die Briten genau wollen. Sie vertrat permanent nur, was sie und die hinter ihr stehenden EU-Skeptiker nicht wollen.

 

Diese Haltung nannte sie "Plan A", obwohl bis heute gar kein Plan besteht, der vom britischen Parlament getragen wird, sondern nur ein Entwurf eines mit der EU ausgehandelten Deals, der in Großbritannien keine Zustimmung findet. Demzufolge konnte es auch keinen "Plan B" geben. Also kam sie erneut mit dem nicht existenten Plan A. Das erinnert doch sehr an die Behauptung eines Sparers, er arbeite gerade an der zweiten Million, weil es mit der ersten Million nicht geklappt habe.

 

Das eigentliche Problem heißt "May"

 

So langsam gleiten viele britischen Politiker in die Dekadenz elitärer britischer Oberschichten ab. An ihrer Spitze steht Premierministerin Theresa May, die sich offensichtlich erleuchtet und berufen fühlt, Verhaltensweisen der Kolonialzeit und des einstigen Commonwealth in einer völlig veränderten Welt wieder salonfähig zu machen. Sie arbeitet natürlich daran, als große Politikerin in die britische Geschichte einzugehen, praktiziert jedoch Feigheit vor der Realität. Noch sucht sie nach einem passenden Vorbild, kommt aber über den schlechten Teil des Rufes von Margaret Thatcher nicht hinaus. Sie will aber mehr und sie klebt an ihrem Amt, obwohl sie nur eine kleine Minderheit wirklich mag und für fähig hält. Theresa May profitiert in Wirklichkeit von der Schwäche ihrer Partei. Sie profitiert auch von der Führungssschwäche der Opposition, die keinen adäquaten Kandidaten zu bieten hat, dessen Ideen mehrheitsfähig wären. May ist momentan zwischen allen Alternativen nur das kleinere Übel. Nur so ist es zu erklären, dass ihr Brexit-Deal mit überwältigender Mehrheit durchfiel, das Misstrauensvotum jedoch scheiterte.

 

Politiker mit Profil hätten längs Konsequenzen gezogen

 

Es kommt vor, dass Politiker, die wie Trump und May vor aller Augen in ihren Funktionen  scheitern und dennoch an ihrem Amt kleben, weil es an Alternativen fehlt oder diese nicht stark genug sind, die Wähler zu überzeugen. Sie schaden damit ihrer Nation, weil die nationale Unfähigkeit und das nicht mehr Funktionieren der Demokratie in ihrem Land offensichtlich wird. Anstatt dem Volk mit Anstand und Würde die Entscheidung zu überlassen und nicht bewältigte Probleme an den Souverän zurück zu geben, wird das Volk permanent mit dem einstigen fragwürdigen Votum konfrontiert, für das man sich angeblich absolut in der Verantwortung sieht und damit sogar seinen Verbleib im Amt rechtfertigt. Theresa May ist schlichtweg überfordert und Europas Politiker sehen sich einer Zockerin mit schlechten Karten gegenüber, die zwar das gemeinsame Großprojekt verlassen, aber den Einsatz als Gewinn mitnehmen will. Ihr größter Fehler ist, dass sie sich das sogar zutraut, also ein Akt reiner Selbstüberschätzung.

 

Fehlverhalten haben stets schwere Folgen

 

Politisches Fehlverhalten und die Folgen treffen eine ganze Nation und schädigen äußerst nachhaltig ihren Ruf. Deutschland bekam das überdeutlich durch die Auswirkungen der Politik im Nationalsozialismus zu spüren. So trägt die BRD als Konsequenz und als Wiedergutmachung in Europa  die Friedensbemühungen und wird dennoch immer noch mit der Vergangeheit konfrontiert. Der spätere Bankrott der DDR und dessen Spätfolgen wirken innenpolitisch ebenfalls noch nach. Deutschland steht zu seiner politischen Verantwortung und Frankreich zeigt ebenfalls sehr deutlich, dass die Bewältigung der Vergangenheit Vorrang hat. Weltweite nationale Egoismen sind jedoch wieder auf dem Vormarsch und bringen das politische Gleichgewicht in Gefahr.

Seit zwei Jahren demontiert sich die USA mit "Amerika first" selbst und gleicht inzwischen einer bis an die Zähne bewaffneten unberechenbaren politischen Geisterbahn. Die Briten setzen mit ihrem Brexit ebenfalls ein klares Zeichen für "Britannien first" und den Ausstieg aus dem friedenstiftenden Verbund europäischer Staaten, weil ihnen der Preis für Frieden, friedlicher Koexistenz und Solidarität zu hoch ist. Wie zu Zeiten von Margaret Thatcher spielen die Wirtschaft und die Oberklasse die Musik. Das britische Volk - besonders in Irland und in Schottland - wird mehrheitlich ignoriert. Großbritannien droht auseinander zu fallen.

 

Wenn aus Patriotismus Nationalismus wird

 

Jedes Volk hat eine Bindung an das eigene Land und die Liebe zur Nation drückt sich im Patriotismus aus. Leider schlägt dieses Gefühl in vielen Ländern in Nationalismus um, dem Gefühl, alles Fremde zu hassen und abzulehnen. Dabei wird Selbstbestimmung und die Bevorzugung der eigenen Interessen über gemeinschaftsdienliches Verhalten, gemeinschaftliche Verantwortung und Solidarität gestellt. Gerade die Briten, die ohne die Hilfe anderer Nationen im letzten Weltkrieg unter gegangen wären, hätten allen grund zu weittragender Solidarität. Theresa May, die Konservativen und die Ewig-Gestrigen Britanniens fühlen sich wieder stark genug, alle Konsequenzen eines Brexits tragen zu können. Sie verkennen jedoch die große wirtschaftliche Verzahnung, die keine Einbahnstraße ist. Ihre Politik ist reine Rosinenpickerei. Europa sollte geschlossen Härte zeigen, auch wenn es teuer werden kann. Der Kampf gegen Nationalismus ist jeden Preis wert, denn Nationalismus wirft uns alle in die Vergangenheit zurück und erhöht weltweit die Kriegsgefahr. Reife Menschen lernen aus der Vergangenheit.

 

23.01.2019








Regierungschefin mit Papageiensyndrom

 

Es gibt Menschen, deren Körpersprache und Erscheinung absolut ihrem Verhalten gleichen. Sind solche Personen in führenden Positionen und repräsentieren sie ein Land, prägen sie Ansehen, Urteile und Vorurteile gegenüber einer ganzen Nation. Was für "typisch deutsch" oder "typisch österreichisch" oder als typisch für andere Nationen gehalten wird, hängt vom Verhalten der Menschen ab, die uns auffallen und in Erinnerung bleiben. Dummerweise sind es eher die negativen Eigenschaften, die man dazu heranzieht. Bei Theresa May kommen sehr viele negative Aspekte zusammen, die dazu geeignet sind, das Erscheinungsbild der Briten zu prägen oder zu verstärken.

 

So richtige Europäer waren die Briten bisher sowieso nicht. Sie führten den Euro nicht ein und verschafften sich einige Sonderregelungen, um in der EU besser abzuschneiden. Sie waren stets dabei, wenn es um deren Vorteil ging. Dieser war so groß, dass sie als Gegengewicht stärker zur Kasse gebeten wurden als die Schuldenländer. Gegen viele Regelungen der EU waren sie stets in der Opposition und reklamierten spezielle Sonderregelungen für sich. Sie vergaßen ganz, dass sie damit permanent von der Normallinie abwichen, für die es unter allen EU-Ländern Konsens gab.

 

Solidarität und Fairness scheint Briten weitestgehend unbekannt zu sein. Niemand steht für diese Einschätzung stärker als diese Theresa May, die nicht davor zurückschreckte, Europa bei Donald Trump für britische Vorteile verkaufen zu wollen, als dieser mit seiner zerstörerischen Handelspolitik begann. Seitdem steckt man sie in der EU vom Wesen her mit Trump in einen Sack.

 

 

In für sie nicht zu bewältigenden Situationen versucht sie beharrlich, weiterhin Lösungskompetenz vorzutäuschen, um vom Versagen abzulenken. Als unglaublich feige wird die Unart empfunden, Probleme so lang auszusitzen, bis ihr Personen oder Personengruppen das Handeln abnehmen, damit sie behaupten kann, Andere seien nun schuld an Entwicklungen. Sie habe das ja nie gewollt.

 

Wenn sie mit etwas in die Geschichte eingeht, so wird es die Sturheit und die Unfähigkeit sein, sensibel vorzugehen. Sie verfügt über eine Art Papageiensyndrom, das geisitg bewegliche Menschen unentwegt nervt, weil das, was sie von sich gibt, längst abgehandelt und meist bereits abgelehnt wurde. Leider haben viele britische Politiker ein Herz für bunte Papageien und deren Physiognomie im ereiferten Zustand.

 

Was man bei May am meisten vermisst, sind Lernprozesse aus der europäischen Geschichte und entsprechendes Handeln. Sie ist das traurige Abbild ihrer Partei, deren Geist aus jedem Abgeordneten sprach, der zum Brexit zu Wort kam. Englands Konservative erinnern erschreckend an unsere CSU und ihre politischen Haflinger.

 

 

Satire als Lebenshilfe

In jedem Menschen wabern immer wieder Empfindungen, die ein Ventil suchen. Es soll irgendwie raus, was im Kopf rumort, damit man wieder frei denken kann. Humor und Satire sind Formen der Entlastung, die mit einem Augenzwinkern verbunden sind und dabei helfen. Für den Spender von Satiren ist es jedoch oft eine Gratwanderung, weil er damit auch seine eigene Position darlegt, von der aus die Kritik startet. Diese Position kann manchmal als nicht adäquat für spezielle Kritik angesehen werden, wodurch Satire und Humor verpuffen können. Der Kritisierte fühlt sich dann meist nicht angesprochen. Von Satire wirklich Betroffene täuschen unter Beobachtung stehend allerdings oft Nichtbetroffenheit vor, indem sie heftig über eine Satire lachen.  In Kabarettvorstellungen kann man das z.B. beobachten. Das wiederum löst bei Mitmenschen, die das Täuschungsmanöver erkennen, eine noch nachhaltigere Wirkung aus und es folgt ein leichtes Einschwenken des Betroffenen, damit es nicht zu peinlich wird. Satire muss sich stets innerhalb der Grenzen solidarischer Empfindungen bewegen, um als wirkliche Lebenshilfe angenommen zu werden.

 

Eine andere Form stellt die beißende Satire dar, die bei Normenverletzungen zur Anwendung kommt. Sie grenzt ab und stellt bewusst ins Abseits. Der Aufbau einer starken Satire folgt grundsätzlich dem Gedanken "Was wäre, wenn man das mit Dir machen würde?" oder "Was wäre, wenn das jeder so machen würde?" So gesehen können Satiren und Humor praktische Lebenshilfen sein, wenn sie einer Enttarnung gleich kommen.

 

Für Senioren, die nach einer anspruchsvollen beruflichen Arbeit in den Ruhestand wechseln, kann das neben stehende Foto Erinnerungen wecken und gleichzeitig verdeutlichen, wie man in seiner Postition einst ausgestattet war. Hier ist es dem Betrachter überlassen, welche Details satirisch welche Assoziationen wecken.

 

Betagten Senioren, die sich über jeden Tag freuen, der ihnen noch vergönnt ist, kann der neben abgebildete Katalog mitunter ein Lächeln abtrotzen und die Möglichkeiten der Planung des Ablebens auf satirisch-humoristische Art näher bringen. Wird eine solche Satire bewusst in einem Trauerfall verabreicht, kann sie jedoch zu einem absoluten No Go werden und keineswegs eine Lebenshilfe sein. Für Mitarbeiter einer Pietät kann es eine herrliche Satire über den Berufsstand sein, wenn mal wieder mal vom "bügelfreien Totenhemd" oder von "exklusivem Liegemöbel" die Rede ist, während die nicht trauernde Witwe des untreuen Gatten eher an eine kostengünstige Bestattung denkt. Besonders gut kommen solche Satiren jedoch bei Menschen an, die sich davon (noch) nicht betroffen fühlen.

 

Lebenshilfe in Tabuzonen

 

Für Kenner des Liebeslebens können spezielle Satiren Lebenshilfen, aber auch Spiegel des eigenen Handelns und Empfindens sein, wie man an der neben stehenden Abbildung und Erläuterungen des weiblichen und des männlichen Körpers sehen kann. Als Parabel empfunden, würde man damit auch viele Eigenschaften der Geschlechter charakterisieren können, ohne sofort einen direkten aktuellen Bezug herzustellen. Mit dem Anonymisieren öffnet man die Tür zum diskreten Selbstbezug und über die Banalität der Abbildung die Chance, leichter vergleichende Bezüge herzustellen. Interessant ist die Tatsache, dass sexuelle Besonderheiten und religiöses Fehlverhalten nur selten Gegenstand von Satiren sind. Das mag daran liegen, dass dies dem absoluten Intimbereich zugeordnet wird. Kommen beide Dinge sogar zusammen, wie beim Missbrauch von Knaben durch Priester oder religiösen Funktionsträgern, werden die Grenzen von Humor und Satire besonders schnell errreicht. Hier wirken nicht nur Satiriker gehemmt, auch Kirchenfüsten bis hin zum Papst wirken unfähig zu klaren Worten. Erfolgt es doch, ist die Betroffenheit auf allen Seiten groß.

 

Die Angst vor der enttarnenden Bewussmachung

 

Eine der größten Ängste ist die, dass man sehenden Auges verteidigungsunfähig ist. Satiren können diese Angst erzeugen. Da wir alle stets um unseren guten Ruf fürchten, versuchen wir, zumindest den schönen Schein zu wahren. Im Bemühen, so zu erscheinen, wie es das momentane Umfeld erwartet, werden persönliche Abgründe getarnt. Wie gut die Tarnung gelingt, kann man in Gegenwart anderer Personen testen, wenn sich eine Satire konkret adressieren lässt. Betroffenheit erzeugt Erklärungsnot oder die Verstärkung der Tarnung. Solchen Personen ist manchmal nicht bewusst, wie weitreichend eine satirische Bloßstellung ist, weil sie immer wieder exemplarisch Verwendung findet und damit immer wieder die Erinnerung erneuert wird. Oft ist das auch dann noch der Fall, wenn sich Dinge längst verändert haben. So eine Satire klebt wie ein feuchtes Bonbon. Aus diesem Grund trägt der Satiriker eine enorme Verantwortung für seine Ergüsse. In Zeiten totalitärer Systeme können Satiren schlimme Folgen haben, denn Machthaber kennen keinen Humor. Sie reagieren mit übertriebener Härte und Stärke, um jeden weiteren Versuch im Keim zu ersticken. Umso wichtiger ist eine gute und durchdachte Satire.

 

21.01.2019

 








Erogne Zonen

 



Rasur der Selbstinszenierung

 

Die erste Rasur auf dieser Seite werde ich an mir selbst vornehmen. Was gäbe es also zu rasieren - Haare? Gar einen Bart? Einen solchen hatte ich mal vor über 40 Jahren (rechts). Es war die kurze Zeit, in der ich rauchte und gern feucht-fröhlich feierte. Dabei stellte ich fest, dass Bärte und andere Haarprachtvarianten nur den Blick ins offene Gesicht verstellen und dass ein Bart trotz Pflege auch alles aufnahm, was mit ihm in Berührung kam. Der Schaum von Bier, Zigarettenrauch, Schlagsahne, Puderzucker, Senf und andere Dinge waren stets im Nasenbereich präsent, bis ich ihn konsequent entfernte und seitdem nie mehr einen Bart trug. Natürlich musste ich mich mit meinem naturreinen Gesicht arrangieren, wie es Millionen Männer tun. Mit Ausnahme der kurzen Phase, in der ich einen Bart als Verschönerung empfand oder der Mode folgte, ging ich stets rasiert und mit offenem Gesicht durchs Leben, wie die kleine Collage (rechts) zeigt.

 

Was sich eher für eine sanfte Rasur eignet, ist meine Selbstinszenierung, also mein in vielen Jahren entstandenes Image und der Ruf, der mir bis heute vorauseilt. Manchmal eilt mir allerdings mehr voraus, als es der Wirklichkeit entspricht, weil manches hinzuinterpretiert wird. Einige Personen meines Umfelds interpretieren einige Facetten - ihrer Abneigung folgend - bewusst falsch. Der überwiegende Personenkreis befasst sich jedoch etwas offener mit meinem Wesen und er weiß bestimmte Eigenschaften zu schätzen und sogar zu nutzen. Mir selbst gefällt es jedoch, wenn ich absolut richtig eingeschätzt werde. Ich pflege meinen Gemeinschaftsgeist und Gerechtigkeitssinn weiterhin ganz intensiv im Rahmen meines Selbstverständnisses und meiner Selbstinsenierung.

 

Wie entsteht ein Ruf beziehungsweise ein Image?

 

Wenn sich das, was Menschen sagen, auch in ihren Handlungen wiederfindet, prägen sich Kompetenz und Achtung zu einem Image aus. Ist das Gegenteil der Fall, schwindet die gegeseitige Achtung und das Image leidet. Das ist das, worauf wir selbst Einfluss haben und was keiner bewussten Selbstinszenierung bedarf.

 

Menschen, die verschlossen sind und Leistungsbeweisen aus dem Weg gehen, haben  Defizite. Wenn sie jedoch mit lautstarken Ankündigungen im Sinn einer Selbstinszenierung etwas an sich reißen und dann versagen, legen sie sich ein Image zu, das sich nur noch schwer verändern lässt. Man sollte also den Mund immer nur so voll nehmen, wie man es verantworten und halten kann. Menschen, die versuchen, kompetentes Wirken Anderer zu diskreditieren, haben oft  Defizite, die ihnen erst bewusst werden, wenn sie erkennen, was ihnen selbst zu einem positiven Image fehlt.

 

Reaktionen auf den Versuch der Rufschädigung

 

Wenn ich Versuche der Rufschädigung erkenne, lernen mich Täter von meiner unangenehmen Seite kennen. Je nachdem, wie flach ihre Vorgehensweisen sind, werden sie von mir mit speziellen Erfahrungen versorgt, was mitunter schmerzlich ausfallen kann. Dabei geht es mir neben Genugtuung primär darum, sie auf ihre angestammten Plätze zu verweisen, von denen aus sie jedoch stets eine neue Chance bekommen. Dadurch entsteht natürlich schnell der Eindruck der Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit, was mitunter je nach Situation sogar richtig sein kann. Das ist jedoch der Preis für von mir vermittelte Erfahrung.

 

Eine lange Geschichte hat meine Eigenart, gute Leistungen innerhalb meines Umfelds angemessen zu vermitteln. Viele Jahre lang war ich der irrigen Meinung, dass gute Leistungen automatisch registriert werden. Irgendwann stellte ich den Irrtum fest und begann damit, Erfolg angemessen und im richtigen Moment den richtigen Personen zu verkaufen. Man muss Leistungen allerdings erkennen wollen. Da Meinungen auch über Dritte gebildet und deren Meinung gern übernommen werden, verbreiten sich solche Informationen in einem größeren Kreis. So entsteht ein Image und man setzt damit Maßstäbe für Nachahmer.

 

Bewusste Selbstinszenierung produziert natürlich auch Neid und Ablehnung, obwohl ja jeder Mensch starke und schwache Seiten hat. Manche nutzen jedoch die eigenen Stärken nicht. Sie können auch nicht verstehen, dass man Anderen bereitwillig Stärken anbietet. Mein dabei eingesetzter Filter, wer meine Stärken nutzen darf, setzt bewusst ein Signal für das Verhältnis zu Anderen. Ich kann verstehen, dass das manchmal als unangenehm empfunden wird. Das soll es ja auch!

 

Epilieren ohne Tiefgang

 

Eine Rasur mit dauerhafter Enthaarung kann mit einer vollständigen Glättung der Haut und der Verletzung tieferer Schichten einher gehen. Bei der satirischen Rasur ist deshalb Vorsicht geboten. Bei sich selbst und bei Anderen sollten tiefer gelegene Schichten nicht verletzt, sondern nur der hässliche Schorf an der Oberfläche angegriffen werden. So gesehen bin ich jetzt bereits fertig mit meiner eigenen Rasur und einen Tiefgang, der voyeuristische Einblicke zulässt, möchte ich gar nicht zulassen. Das ist nur Mitmenschen vorbehalten, zu denen sich eine positive Beziehung aufgebaut hat und Menschen, denen man vertraut.

 

Wer mich dagegen unbedingt rasieren möchte, sollte dabei erst all meine Facetten studieren und dann erst resümieren. Ich bin sicher, dabei erfährt man mehr, als ich hier gebündelt wiedergeben kann. Alles hat nun mal seinen Preis!

 

20.01.2019