ZEITKRITISCHES INFOTAINMENT


Aus der Feder von Jacqueline Wastensteiner

 

Der Club der elektronischen Liebhaber

Verzweiflung statt Vernunft

Der 5-Minuten-Anrufbeantworter Crashkurs

Der innerliche Tod

"Das Leben ist ein Geschenk"

Der Mensch und seine große Schwäche

Short News - Wussten Sie, dass…

Ein Schandfleck der weiblichen Gesellschaft

Heidi´s niedliche Puppensammlung

Die Differenzierung der Gesellschaft

Stoppt endlich BRAVO

Der Weg zur Mitte

Der Freiheitskünstler

Der überhörte Hilferuf - Nur die eigene Sicherheit zählt

Der Coolness-Faktor

Der ehrgeizige Egomane im ständigen Vergleichsraster

Meine Satirenlesung am 31.07.2009 in Maintal

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Mein Praktikum bei den Nürnberger Nachrichten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: M. Gros


   

 

Die Leser meiner Homepage DAS KLEEBLATT werden sich sicher fragen, wer diese Jacqueline Wastensteiner ist, weil sie in unserer Region bisher nicht bekannt ist. Das sollte sich bald ändern, wenn sich diese Seite füllt. Erste Leseproben sind vielversprechend, weil sie ihre Feder bereits druckreif verlassen. Das Jonglieren mit der Sprache ist ihre besondere Stärke. Mit ihren Artikeln will sie ganz unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Hierzu stelle ich gern meine Homepage als Podium zur Verfügung. Ich überlasse es der jungen Dame, deren Berufswunsch "Journalistin" ist, ob und wann sie sich auf dieser Seite den Lesern vorstellt. 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit den folgenden Artikeln, in denen Jacqueline Wastensteiner verschiedene Themen in einer erfrischenden Art aufbereitete. 

 

Klaus Klee

 

                                             

                    

 

 

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

 

Sie werden sich fragen, wie jemand wie ich auf die Idee kommt, Artikel für eine Internetseite zu schreiben, ja, was ich dadurch erreichen möchte.  

Die Idee zum Schreiben

 

Die Idee zum Schreiben hatte ich bereits im Alter von 11 Jahren. Dort fing ich an, selbst Gedichte über das Leben und die Probleme auf der Welt und Prosa (Kurzgeschichten, unvollendete Romane) zu schreiben, wobei ich die Protagonisten meist selbst erfunden habe. Vielleicht kennen Sie das Gefühl, etwas tun zu müssen, um die Gedanken in Ihrem Kopf zu entleeren. Genauso erging es mir in der Zeit mit dem Schreiben. Abends schwirrten oftmals so viele Ideen in meinem Kopf herum, dass ich diese vor dem Einschlafen unbedingt niederschreiben musste. Nicht selten widmete ich mich viele Stunden am Tag dem Schreiben literarischer Texte. Bis dahin leider unveröffentlicht.

 

Rasch meldete ich mich bei einigen Internetseiten für literarische Textsorten an, wobei www.fanfiction.de  wohl diejenige der Seiten war, die mir am meisten gebracht hat. Zu merken, dass man nicht die einzige in dem Alter war, die gerne "schreibt", war ein schönes Gefühl, nicht alleine deswegen, weil das Erzählen darüber oftmals sehr unterschiedliche Reaktionen mit sich brachte.

 

Mit der Zeit widmete ich mich dann auch den journalistischen Texten und bewarb mich bei den Nürnberger Nachrichten in der Extra-Redaktion (für die Sommerferien 2009) für ein Praktikum, um in den Bereich mal hineinzuschnuppern.

 

Von neuer Motivation angetrieben begann ich Artikel zu schreiben. Längere Zeit suchte ich nach einer Online-Zeitung oder nach einem Online-Magazin, für das ich schreiben konnte. Nach einigen Enttäuschungen traf ich schließlich auf die Internetseite von Klaus Klee. Er bot mir seine Hilfe an und richtete mir diese Seite ein. Was daraus geworden ist, können Sie hier auf dieser Seite sehen.

 

Was möchte ich erreichen?

 

Was ich durch meine Artikel erreichen möchte ist ganz einfach: Ich möchte, dass Sie sich Gedanken machen, über das nachdenken, was Sie lesen. Ich will, dass Sie nicht leichtgläubig sind, das überprüfen, was Sie von anderen hören und in Ihr Denken aufnehmen. Andererseits möchte ich Sie amüsieren, Sie zum Lachen bringen. All das tun, was ein Leser braucht, um "dranzubleiben". Wenn Ihnen etwas fehlt, meiden Sie es nicht, mir Ihre Vorschläge per E-Mail zuzusenden. ( Jacqueline.Wastensteiner@web.de )

 

Auch wenn ich seit längerer Zeit keine neuen Artikel mehr eingebracht habe, bedeutet mir diese Seite sehr viel. Den Weg in Richtung Journalismus möchte ich zwar nicht mehr beschreiten, aber der Spaß am Schreiben als Hobby bleibt. Und bekanntlich sind vernachlässigte Hobbys ja dazu da, um wieder aufzutauen.

 

Nun aber wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen der Artikel!

 

Jacqueline Wastensteiner


 

"Das Leben ist ein Geschenk"

 

Es gibt da so einen Satz, der mich momentan beschäftigt. Ein Satz, der überall aufzuschnappen - aber leider auch zu missverstehen - ist. Ein Satz, der zwar viel Wahrheit in sich trägt, andere Menschen aber auch dazu verleitet, handlungslos zu bleiben. Egal, ob in der Kirche, im Religionsunterricht oder bei Gleichgesinnten: "Das Leben ist ein Geschenk", hören wir zur Genüge.

 

Dass man dieses Geschenk auch positiv nutzen sollte, wird bei dieser Aussage leider allzu oft weggelassen. Dass man in diesem geschenkten Leben von sich aus auch manchmal etwas geben muss, um etwas zu bekommen, bleibt oft unbeachtet. (Und damit meine ich jetzt nicht diese egoistische Grundeinstellung eines Teiles der Gesellschaft, die besagt, Mitmenschen nur wegen der Anerkennung oder des eigenen Nutzens zu helfen. Ich rede von den Aufgaben im Leben, die zu überwinden sind. Aufgaben, bei denen man zwar von außen hin unterstützt werden kann, die man im Endeffekt dann aber selbst meistern muss und nach deren Bestehen man in verschiedenen Bereichen des Lebens weiterkommt.) Viel mehr verlässt man sich auf den Schenker, lässt ihn ewig Schenker bleiben. Ist doch auch viel simpler, als selbst einen Finger zu krümmen.

 

"Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen", so Jean Anouilh, ein französischer Dramatiker.

 

Doch wer nicht imstande oder gewillt ist, sich zu beugen, um die vielen kleinen Münzen aufzuheben, der wird nie ein sogenanntes "Vermögen" besitzen.

 

Wer nicht bereit ist, sich anzustrengen, um etwas zu erreichen, etwas aus sich zu machen, der wird auch sonst nicht weit in seinem Leben kommen.

 

Und wer sich immer auf andere und nie auf sich selbst verlässt, wird immer Beschenkter bleiben, ohne etwas zurückzugeben. Und irgendwann wird er merken, dass die Geschenke immer weniger werden - bis er schließlich alleine dasteht, ohne Hilfen.

 

Erst in diesem Moment wird ihm klar, dass er das größte Geschenk, das er jemals bekommen hat, nicht angenommen hat: Das Leben. Denn wenn man im Leben nie aktiv handelt und nur durch Passivität glänzt, dann hat man es von Anfang an nicht richtig angenommen.

 


 

Der ehrgeizige Egomane im ständigen Vergleichsraster 

Leitspruch: "Zeigt der andere eine schlechte Leistung, so habe ich bessere Karten."

 

Wer kennt es nicht, dieses Triumphgefühl, besser zu sein, als der andere - die Bestätigung, nicht zu den Schlechtesten unter den Schlechten zu gehören. Ein, wie so mancher möglicherweise denkt, ganz und gar normales Gedankengut des Humanismus, das ausgesprochen nur allzu rasch zu einem in Unbeliebtheit verfallenden Charakterkennzeichen mutiert.

 

Dass sich die meisten Personen solcher Denk- und Verhaltensweise nur in Kauf von anderen mit Schwächen besser fühlen oder vorkommen können, müsste den meisten eigentlich auch einleuchten. Allerdings haben sich manche schon so sehr in jenes Verhaltensmuster eingelebt, sodass sie dieses weder wahrnehmen noch ablegen können, selbst wenn ein Außenstehender sie darauf hinweist und alle Alarmglocken schrillen lässt.

 

Jene von exzessivem Ehrgeiz gekennzeichneten Personen wollen oftmals nur die Menschen sehen, die eine schlechtere Leistung als sie erbracht haben, während die Erfolge Besserer an ihnen vorbeizugehen scheinen, sie diese nicht beachten. Sollte ihnen dann ungewollt doch einmal ein Fortschritt des Gegenübers zu Ohren kommen, so machen sie diesen mit einer gelangweilten Handbewegung herunter.

 

Sobald jene Menschen jedoch selbst ein Erfolgsergebnis vorzuweisen haben, erwarten sie Lob und Anerkennung und versuchen, sich diese durch euphorische Verhaltensweisen und Hindeuten auf ihr Ergebnis zu verschaffen. Die ihnen gegebene Aufmerksamkeit führt zu einer weiteren Bestätigung ihrer selbst, welche sie von alleine, ohne Lob und ohne Vergleichsverfahren erst gar nicht erlangen würden. Während ihrer "euphorischen Phase" ist ihnen auch der Misserfolg ihrer Mitmenschen gleichgültig, da nur das eigene Vorankommen zählt. Das Versagen wird dem Gegenüber dann regelrecht auf die Nase gebunden, um sich persönlich noch ein besseres Selbstwertgefühl zu verschaffen und den anderen indirekt als "Dummerchen" und "Blödmann" darzustellen.

 

Jenes Verhalten ist nur schwer einzuordnen, eine Begrifflichkeit für dieses Benehmen ist schwer zu finden. Unter Ehrgeiz versteht man die Gier einer Person nach Ehre, oft verbunden mit dem Streben nach Macht und Ruhm. Wer ehrgeizig ist, ist eifrig bestrebt, andere zu übertreffen. Synonyme für den Ehrgeiz sind Bestrebung, Ehrsucht, Eifer, Geltungsdrang, Ruhmsucht, Strebsamkeit und Ambition.

 

Aber reicht Ehrgeiz überhaupt aus, um diesen Vorgang zu beschreiben? Ist vielleicht nicht ein etwas härterer Begriff von Nöten? Zwar ist ein ehrgeiziger Mensch gewillt, andere zu übertreffen, aber geschieht dies auch auf deren Kosten? Bekommen diejenigen dann einen Schlag in die Magengrube, wenn sie schlechter sind oder bedauert man gemeinsam mit ihnen den Misserfolg?

 

Egoismus bedeutet so viel wie Eigennützigkeit, Ichbezogenheit, Narzissmus, Selbstliebe oder Autophilie. Dieser ist eine fast ausschließlich auf den eigenen Vorteil bezogene Betrachtungs- und Handlungsweise. So lässt sich die Denk- und Verhaltensweise schon eher auf eine Kreuzung aus Ehrgeiz und Egoismus schließen.

 

 

Egoismus besteht nicht darin, dass man sein Leben nach seinen Wünschen lebt, sondern darin, dass man von anderen verlangt, dass sie so leben, wie man es wünscht. (Oscar Wilde)

 

 

Aber wie ist das sogenannte Vergleichsraster, das vom Ehrgeiz geprägte "Egomanentum" entstanden? Die Betroffenen versuchen, an öffentlichen Orten wie am Arbeitsplatz oder in der Schule Aufmerksamkeit zu erlangen, was daraufhin schließen lässt, dass sie zu Hause bzw. in ihrem Privatleben keine oder nur wenig bekommen. Möglich wäre auch, dass z. B. in der Familie der Person nicht die Charaktereigenschaften von Wert sind, sondern vor allem die Leistungen zählen. Tägliche Vergleiche mit Gleichaltrigen und deren Verdienste können dazu führen, dass der Verglichene sich eines Tages von sich aus mit anderen misst, da er dies für vollkommen normal hält. Und so wie er früher mit Personen größerer Fortschritte verglichen wurde, so vergleicht er sich jetzt mit Menschen, die kleinere Schritte nach vorne machen als er. Dass er sich durch sein unangepasstes Verhalten gegenüber Personen mit Misserfolgen unbeliebt macht, ist ihm dabei nicht bewusst. Denn schließlich zählt ja die Leistung und nicht der Charakter eines Menschen.

 


 

Der überhörte Hilferuf - Nur die eigene Sicherheit zählt

 

"Die heutige Jugend hat überhaupt keinen Respekt mehr vor dem Alter", heißt es und die ältere Generation denkt an ihre Jugendzeit in strenger Erziehung zurück. Was für Eltern und Großeltern vor 50 Jahren undenkbar gewesen wäre, wird jetzt immer deutlicher: Die Jugend hat sich verändert. Sie hilft den gebrechlichen Alten nicht über die Straße, schnauzt je nach Laune ihre Mitmenschen in unverschämtem Tonfall an und denkt in erster Linie nur an sich selbst.

 

Eigentlich dürfte der Vorfall vom 12. September in München dann ja nicht mehr überraschen, an dem zwei 17 und 18-jährige junge Männer den 50-jährigen S-Bahn-Fahrgast Dominik Brunner zu Tode prügelten. Dieser hatte sich schützend vor vier Kinder gestellt, die von den Tätern bedroht und geschlagen wurden. Gemeinsam mit den vier Kindern stieg Brunner am Bahnhof Solln aus der S-Bahn. Auf dem Bahnsteig wurde er dann von den Angreifern mit Fußtritten und Fäusten zu Tode geprügelt.

 

Trotz aller vorherigen Vorwürfe waren viele Menschen geschockt und im ersten Moment während des Verzehrens der Nachricht sprachlos. Beim Gedanken an die Jugend rechnet man jetzt schon mit allem. Warum auch nicht bei den momentan im Vergleich zu früher oft auftretenden Amokläufen an Schulen. Stellte da sich nicht schon die Frage: "Was kommt denn als nächstes?" Nun, die Frage ließ nicht lange auf sich warten. Und auch wenn an jenem Tag "nur" ein Mensch ums Leben kam, und nicht wie in Winnenden eine zweistellige Zahl von Menschenleben brutal beendet wurde, so ist dieser Tag durchaus bedeutend. Bedeutend für diejenigen, die daraus gelernt, eine Erfahrung gemacht haben.

 

Es ist sehr bedenklich, dass nur ein Mensch in einer randvollen S-Bahn aufsteht und zu Hilfe kommt, wenn vier Kinder von Jugendlichen gleicher Anzahl bedroht und geschlagen werden, sie lauthals nach Hilfe rufen. Ist dieser Mann dann mutig und tapfer, weil er nicht an dem Hilferuf vorbeihört? Ist er stupide, weil er etwas riskiert und nicht ichsüchtig an seine eigene Sicherheit denkt? Oder erfüllt er einfach nur seine bürgerliche Pflicht, ist zwischenmenschlich und zeigt soziales Verhalten? Weiß er, dass er es sich niemals verzeihen könnte, wenn genau diesen Kindern etwas zustößt, er abends nicht mehr ruhig einschlafen könnte, weil das schlechte Gewissen ihn zerreißt? Denn ständig würde ihn der Gedanke plagen: "Hätte ich damals doch gehandelt!"

Was wäre passiert, wenn alle Menschen in dieser S-Bahn mutig aufgestanden wären, um den Tätern zu zeigen, dass sie nicht daran vorbeischauen? Sie weniger an ihre eigene Sicherheit, sondern mehr an die der Kinder gedacht hätten? Hätten sich die Jugendlichen dann trotzdem ein Opfer für ihre Rache ausgesucht, in dem Wissen, dass alle Fahrgäste der S-Bahn zusammenhelfen würden? Oder hätten sich die Täter bei der nächsten Haltestelle aus dem Staub gemacht und wären ausgestiegen? Ich tendiere zu Letzterem.

 

Und selbst, wenn Ersteres zugetroffen wäre, hätten an der S-Bahn Station am Bahnhof Solln Menschen einschreiten können. Aber stattdessen erst einmal zusehen. Vielleicht ist die Sache ja halb so wild. Nur - wenn man zu lange abwartet, und das egal in welcher Lebenssituation, kann es ab einem bestimmten Zeitpunkt schon zu spät sein.

 

Doch was hat dies jetzt alles mit den Vorurteilen gegenüber der heutigen Jugend zu tun?

 

Diese beiden Sätze sind in der Einleitung zu lesen:

 

Die Jugend hat sich verändert. Sie hilft den gebrechlichen Alten nicht über die Straße, schnauzt je nach Laune ihre Mitmenschen in unverschämtem Tonfall an und denkt in erster Linie nur an sich selbst.

 

Und so könnte man sie in die allgemeine Form der Menschheit transformieren:

 

Die Menschen haben sich verändert. Sie setzen sich in Situationen hilfloser Personen nicht ein, wohl in dem Gedanken, dass es ihnen genauso ergehen könnte. Sofort einschreiten wollen sie sowieso nicht. Erst einmal wollen sie abwarten, nach dem Prinzip: "Nicht unnötig die Finger dreckig machen."

 

Es gibt Ausnahmen, wie es immer welche gibt, aber um diese zu vermehren, muss gehandelt werden! 

 

Erst, wenn bei einem ähnlichen Geschehen mehrere Leute stark sind, sich zusammentun, kann den Betroffenen geholfen werden. Woher wollen Sie wissen, dass nicht Sie das nächste Mal das Opfer sind? Oder Ihr/e Bekannte/r, Ihre Eltern, Ihre Kinder? Wie würden Sie reagieren, wenn in einer solchen Situation niemand einschreiten würde und sie allein deswegen jemanden verlieren, der Ihnen lieb und teuer ist?

 


 

Mein Praktikum  bei den...

 

 

 

Die Nürnberger Nachrichten (NN) waren ursprünglich eine lokale Tageszeitung im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen. Heute versorgen sie ganz Mittelfranken sowie Teile Oberfrankens und der Oberpfalz mit den nordbayerischen regionalen Teilausgaben. Die Nürnberger Nachrichten zählen mit einer Gesamtauflage von rund 300.000 Exemplaren zu den größten Regionalzeitungen Deutschlands. 

 

Vor einem halben Jahr bewarb ich mich bei den Nürnberger Nachrichten für eine einwöchige journalistische Hospitanz in der Jugendredaktion. Nürnberg ist zwar 80 Kilometer von meinem Wohnort Polsingen entfernt, aber da meine Schwester in Nürnberg wohnt, bot sich mir eine Übernachtungsmöglichkeit. Bereits ein paar Tage nach meiner schriftlichen Bewerbung bekam ich eine telefonische Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Diesem folgte eine Woche später eine Zusage.

 

Montag, 24.8.2009: 

Der erste Tag war eher eine Art Einweisung. Ich habe die Nürnberger Nachrichten im Allgemeinen besser kennen gelernt, mich mit den Jugend-, Schüler-, Kinder- und Campusseiten näher auseinandergesetzt und erfuhr etwas über das Layouten einer Zeitung mit einer speziellen Software. 

Das interessanteste an diesem Tag war allerdings die Konferenz kurz vor der Mittagspause. An dieser nimmt immer ein Mitarbeiter aus einer jeden Redaktion wie Sport, Wirtschaft oder Politik teil. Dort gibt der Chefredakteur zu den gestrigen Artikeln stets seinen Kommentar ab. Anschließend tragen die einzelnen Redaktionen ihre Seiten für den nächsten Tag vor.

 

Dienstag, 25.8.2009: 

An diesem Tag durfte ich das erste Mal einen Artikel in Form einer Verlosung für Tickets von "Asaf Avidan" schreiben. ( http://szene-extra.de/index.php/verlosungen/472-tickets-fuer-asaf-avidan

Ansonsten verlief es ähnlich wie am Montag. Jedoch merkte ich, dass bei der Zeitung sehr viel Selbständigkeit von mir erwartet wurde. Bis zum heutigen Tag habe ich auf eine Erlaubnis gewartet, meine Ideen für Artikel umsetzen zu können, bis ich dann doch mal nachgefragt und erfahren habe, dass ich überhaupt keine Erlaubnis bräuchte und einfach loslegen sollte. Als ich dann loslegen wollte, war es leider schon zu spät.

 

Mittwoch, 26.8.2009: 

Kaum in der Redaktion angekommen, machte ich mich ans Eingemachte und schrieb einen Erfahrungsbericht über T'ai Chi Ch'uan, der im Laufe der nächsten Wochen dann entweder auf der Jugend- oder Schülerseite als Aufmacher in die Zeitung kommt. Für einen Artikel über klassische Musik habe ich schon mal nachrecherchiert, außerdem habe ich eine Buchverlosung per Telefonat mit dem Verlag und ein Buch für mich zur Rezension klargemacht. Die Sache fing an, mir richtig Spaß zu machen. Die Zeit ging viel schneller vorbei, weil ich nun wirklich Arbeit hatte und ich konnte mir ab jenem Moment richtig gut vorstellen, später bei einer Zeitung zu arbeiten.

 

Donnerstag, 27.8.2009: 

Heute ging es zusammen mit einer Volontärin auf zum Goldschmiede-Kurs. Dort lernten zehn 12-14 Jährige, wie sie sich Armbändchen, Ketten oder gar Ohrringe aus Silber selbst machen konnten. Zurück in der Redaktion schrieb ich zu dem Armbändchen eine kurze Anleitung, die gemeinsam mit einer Reportage über den Goldschmiede-Kurs in der Zeitung stehen wird. Da ich für den T'ai Chi Artikel noch Fotos benötigte, rief ich beim T'ai Chi Zentrum in Nürnberg an, um mir einen Anzug für die Fotos auszuleihen.

 

Freitag, 28.8.2009: 

Bevor ich zu meiner Praktikumstelle ging, fuhr ich mit der U-Bahn zum Eberhardshof und holte den T'ai Chi Anzug für die Fotos ab. Nachmittags machte dann ein Fotograf in einem Park Fotos von mir, während ich die erste Form des T'ai Chi ausübte. Als ich zurück in die Redaktion kam, war es bereits 16:00 Uhr. Voller Stolz nahm ich das Paket mit dem Rezensionsbuch, adressiert an Extra-Redaktion, Frau Wastensteiner, Nürnberger Nachrichten, entgegen. Ich beschriftete die T'ai Chi Fotos nach der jeweiligen Bewegung einer Form und schrieb einen Artikel über die klassische Musik - und schon war die Zeit vorbei. Ich verabschiedete mich bei der Extra-Redaktion, brachte den T'ai Chi Anzug zurück, packte meine Sachen und fuhr mit dem Zug nach Hause.

 

Dieses Praktikum war das beste und auch lehrreichste, das ich bis jetzt gemacht habe. Viele Dinge, die ich dort gelernt habe, habe ich auch mit nach Hause genommen. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, sondern waren genau richtig. Und seit ich dieses Praktikum gemacht habe, schwirren mir nur noch viel mehr Ideen für Artikel in meinem Kopf herum…

 

Hier einige meiner Artikel:

 

Zackiger Rock dank Cello

Der Kranich kämpft mit der Schlange

 


 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

 

Hoffnung ist der Zukunftsglaube, der Wunsch nach einer Veränderung oder eines Ausweges. Eine Erwartung an einen anderen Menschen oder ein Verhalten, der oder das, wie er/es momentan ist, nicht auf die Anforderung des Einzelnen zutrifft. Man hofft auf einen Lichtblick, das Eintreten des Vorgefühls und wirft den Hoffnungsanker aus.

 

Hoffnung kann beruhigend sein. Sie kann einem Menschen Mut zusprechen, ihm den größten Teil seiner Ängste nehmen. Sie kann ihn motivieren, ihn zum Aufstehen nach einem großen Sturz bewegen. Und sie kann Enttäuschung, Trauer und Frust überwinden - zumindest für einen kurz anhaltenden Zeitpunkt.

Selbst wenn alles im Leben schief geht, das Pech einen zu verfolgen scheint, wird immer noch dieser eine kleine Funken Hoffnung in unserem Herzen sein und uns nicht verlassen wollen.

 

Hoffnung ist wichtig, denn ohne sie hätten wir, die Menschen, uns schon längst aufgegeben.

 

Doch Hoffnung kann auch wahnsinnig verletzend sein, wenn sie die Realität und die Vernunft auf grauenvolle Weise ersetzt.

 

Hoffnung erhält uns am Leben, und doch darf sie nicht unendlich lange andauern, wenn sie unsere Seele nicht zerfressen soll.

 

 

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. 

Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. 

Und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. 

(Reinhold Niebuhr) 

 

 

Denn in hoffnungslosen Dingen zu hoffen, auf eine Veränderung zu warten, verlängert nur den Zeitpunkt, diesen Zustand zu akzeptieren und macht uns selbst immer mehr kaputt.

 

 

"Das Warten ist die grausamste Vermengung von Hoffnung und Verzweiflung

durch die eine Seele gefoltert werden kann.

(Sully Prudhomme)

 

 

Solange wir hoffen, können wir einen Zustand nicht vollends verarbeiten. Solange wir etwas nicht ganz verarbeitet haben, trägt unsere Seele den Schaden davon. Solange es unserer Seele nicht gut geht, wird dies uns auch physisch und bei der Arbeit beeinträchtigen.

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Bei Armut, unheilbaren Krankheiten, schweren Schicksalsschlägen oder Ähnlichem, wird die Hoffnung schnell von der Hoffnungslosigkeit ersetzt.

 

Jedoch trägt das Verhalten mancher Menschen auch zu Hoffnung und - irgendwann auch - zu Hoffnungslosigkeit bei.

 

Speziell möchte ich auf die Hoffnung einer Veränderung des Charakters von Menschen eingehen. Es gibt Personen, die sich niemals ändern werden. Man kann sich noch so anstrengen, doch diese Menschen werden nie eine Hilfe annehmen, um ihre Schwächen abzulegen. Trotz ihrer großen Schwächen und ihrer Fehler möchten wir ihnen noch einmal eine Chance geben. Doch der Wunsch, die Hoffnung beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Dies merken wir wohl oft nicht im rechten Zeitpunkt und meist immer zu spät.

 

Diese Menschen haben andere Interessen und Kontakt wollen sie keinen - es sei denn, sie könnten sich dabei ein paar Euro Standardtaschengeld pro Besuch dazuverdienen.

 

Ich rede von Menschen, die ihr ganzes Leben von Geld abhängig machen und nicht von Sympathie. Leute, die herzliche Menschen besonders hohen Alters ausnutzen, die anderen gerne und guten Gefühls Geld geben, keine Ahnung von dem Grund ihres Besuches haben.

 

Es ist schrecklich, dabei zuzusehen, wie Nahestehende sich durch Geld verderben. Doch die Hoffnung, dass diese sich wieder ändern werden, wird schnell verklingen. 

Es ist schrecklich, dabei zuzusehen, wie eine Person von solchen Leuten ausgebeutet wird, es aber nicht merkt. 

Es ist schrecklich, zuzusehen, wie die Welt von Geld regiert wird und man weiß, dass man nichts dagegen machen kann.

 

Doch eines sollten wir uns merken:

 

 

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, 

dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft. 

(Jean-Jacques Rousseau, Bekenntnisse)

 

 


 

Der Weg zur Mitte

 

"Die Außenwelt verführt uns zu allerlei Extremen, weil wir auf diese Weise leicht zu manipulieren sind. Ohne Mitte aber sind wir wie ein Vogel ohne Körper, ohne Steuerungssystem. 

Das ewige Hin und Her zerreißt uns und macht uns schließlich krank." 

(Peter K. Keller, Das kleine Buch der Lebensweisheit)

 

Die ästhetische Orientierung wird als die Wahrnehmung des Menschen bezeichnet, die etwas auf emotionaler intuitiver Ebene auslöst bzw. bewirkt.

 

Frühere Kulturen waren durch ästhetische Orientierungen wie Bilder, Inszenierungen, Rituale und religiöse Weltbedeutungen strukturiert. Durch die Reduzierung der Vernunft auf den Verstand entwickelten sich in unserer Kultur neue Formen der Abhängigkeit im Rahmen gesellschaftlicher Machtsysteme.

 

Ästhetische Produkte werden dort gezielt eingesetzt, um Macht zu bekommen. Doch dies geschieht nicht nur in der Politik, sondern auch in der Werbung. So wird zum Beispiel in einer Autowerbung eine gutaussehende Frau vor den Wagen gestellt, was den Fernsehkonsumenten emotional berührt. Er findet die Frau toll - und so auch das Auto.

 

Menschen können durch Ästhetik manipuliert werden. Zur gelingenden Gestaltung des eigenen Lebens muss der Menschen aber auch erkennen, was ihm durch die Manipulationen der Systeme zweckrationalen Handels "untergeschoben" wird.


 

Besonders in der heutigen Zeit des zweckrationalen Handels, der Intrigen und der großen Konkurrenz ist es wichtig, ein Lebensziel vor Augen zu haben und stets eine eigene, ehrliche Meinung zu vertreten, zu der man steht.

 

Wenn man ein Lebensziel vor Augen hat, dann gibt es kein Aufgeben mehr. Selbst, wenn man scheitert, steht man wieder auf, versucht es von Neuem. Manchmal ist auch eine kleine Umleitung notwendig, die uns dann zu unserem eigentlichen Ziel führt. Manches geht eben nicht auf Knopfdruck - man muss hart dafür arbeiten, sich stufenweise etwas aufbauen.

 

Die Herausforderung darin besteht schlicht und einfach, solange durchzuhalten, bis man seinen Traum und auch sich selbst verwirklicht hat und seine Pläne nicht vorher fallen zu lassen.

 

Wir leben in einer Welt, in welcher der Konkurrenzkampf immer größer zu werden scheint, man muss sich gegenüber von anderen Mitstreitern behaupten können. Nur allzu leicht kann man in dieser Welt auch wieder untergehen - wenn man nicht mehr an sich selbst glaubt, die Verzweiflung einen übermannt. Doch wer sein Lebensziel verliert, verliert gleichzeitig auch den Sinn des Lebens, die Aufgabe, die man auf dieser Welt zu bewältigen hat, für die man ausersehen ist.

 

Erst wenn das Lebensziel und somit der Sinn des eigenen Lebens vorhanden ist, zeigt sich auch der Weg zur Mitte, zu Ruhe und Zufriedenheit.

 

"Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, 

als wir selber ihm zu geben imstande sind." 

(Hermann Hesse)

 

Es gibt Menschen, die eigentlich ein Ziel haben, sich aber für einen einfacheren Weg entscheiden, weil sie kein Risiko eingehen möchten. Diese Menschen werden ihre Entscheidung im Nachhinein wohl bereuen. Ihnen wird sich immer die Frage stellen: "Was wäre gewesen, wenn ich es nicht einfach versucht hätte?" Zweifel kommen auf. Doch dann ist es zu spät…

 

"Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben."

(Christian Fürchtegott Gellert)

 

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie den Weg zur Mitte, den Sinn des eigenen Lebens finden und später nicht zu jenen gehören, die sich tagein, tagaus fragen: "Was wäre gewesen, wenn…?"

 

 


 

Die Differenzierung der Gesellschaft

 


Gesellschaft - Was ist das?


  • Eine durch unterschiedliche Merkmale zusammengefasste und abgegrenzte Anzahl von Personen, die direkt oder indirekt interagieren?

  • Die Gesamtheit der Verhältnisse zwischen den Menschen?

  • Oder doch die Akteure, die nicht der Obrigkeit zuzurechnen sind?


Ich sehe in der Gesellschaft schlicht und einfach die gesamte Weltbevölkerung:


 

Den einen geht es blendend, haben alles Gute im Überschuss, die anderen haben unter Krankheiten ohne medizinische Versorgung, Sklaverei, und mangelnden Menschenrechten zu leiden.

 

Während die einen an einer normalen Grippe sterben, nehmen die anderen bereits Schmerztabletten, wenn sie sich am Vortag mit einer Flasche Schnaps die Kante geben und ihnen das Köpfchen ein kleines bisschen weh tut.

 


Dennoch können die Menschen der Weltbevölkerung, denen es gut geht, 

noch einmal in drei Teile differenziert werden:


 

Die einen lassen es sich so richtig gut gehen, schmeißen die Hälfte des Essens weg, wenn dieses ihren Geschmack nicht vollstens trifft und sind undankbar, die nächste Gehalts- oder Lohnabrechnung abwarten zu müssen, um sich eine neue Stereoanlage mit mehr Watt oder einen Flachbildschirm mit All-Surround- System kaufen zu können.

 

Sie denken nur an sich selbst und die Personen in ihrem Umfeld, eben an das was sie kennen und was sie gewöhnt sind. Bei Reportagen über das Leid in anderen Ländern wird im Fernsehen nur allzu schnell umgeschaltet. Davon möchten sie nun wirklich nichts wissen. Sie wollen stets nur das Gute sehen, das Schlechte schieben sie wortlos beiseite und vor sich hin. Schließlich betrifft es sie nicht.

 

Eine Steigerung dieser Sorte stellen die Menschen dar, die genauestens über den Missstand Bescheid wissen und sich nichtsdestotrotz all das nehmen, was ihnen nicht gehört, nur um ihren eigenen Profit daraus zu machen. Seien es Spenden oder sonstige Dinge, diese Leute wissen immer, wie sie durch die Armut und das Leid anderer bei den Menschen Mitleid erregen und so Geld machen können. Dass hierbei den Menschen, die wirklich Hilfe und Geld benötigen, nicht geholfen wird und diese weiter leiden müssen, ist ihnen herzlich egal.

 

Wieder andere genießen ebenfalls ihr Leben - doch sind sie dankbar für alles, was ihnen gegeben wurde. Sie sind dankbar dafür, dass sie stets etwas zu Essen haben und keinen Hunger leiden müssen, es in ihrem Land gute und faire Bildungsmöglichkeiten gibt. Sie sind froh, einen Vater und eine Mutter zu haben, die sich um sie gekümmert und sie versorgt haben und sie nicht obdachlos auf der Straße schlafen und betteln gehen mussten, wie in so manchen Ländern von einer Todesschwadron deshalb getötet wurden. Sie sind einfach dankbar dafür, so ein sorgenloses Leben bekommen zu haben und denken auch an die anderen Menschen, die es nicht so gut haben.

 


So sind es jetzt drei Gruppierungen der Gesellschaft:


 

Zum einen bilden die Armen, Hoffnungslosen, Hungernden, sozial Vernachlässigten eine Gruppe. Zum anderen sind da noch die Reichen, gut und abwechslungsreich Ernährten, die sich noch einmal in die undankbaren Realitätsleugner, die inhumanen Geldausbeuter und in die Dankbaren, Weltbewussten unterteilen.

 

Im Endeffekt sollten wir uns nur klar darüber sein, dass, egal aus welcher Sicht, die Gesellschaft als eine Gesamtheit bezeichnet und betrachtet wird. Eine Gesamtheit, die sich gegenseitig helfen sollte.

 

Denn selbst, wenn es uns gerade gut geht, die Zeiten können sich ändern. Wenn jenes Problem nicht uns betrifft, dann könnten es unsere Nachfolger sein. Wenn es nicht unsere Nachfolger betrifft, dann könnten es deren Nachfolger sein. Selbst wenn es gar keinen dieser betrifft, wird es uns trotzdem betreffen. Denn wir sehen dabei zu. Entscheidend ist nur, ob wir es auch sehen wollen. Erst, wenn wir sehen wollen, werden sich erst wirklich unsere Augen öffnen. Erst wenn wir sagen können "Ich handle heute mit der Macht der Liebe und Weisheit", werden wir wirklich aus unserer wahren Natur heraus handeln.

 

 


Meine Lesung

               31.07.2009

16-jährige Schülerin erkundet mit Klaus Klee die "Graukopf-Welt

 

         

 

 

Siehe auch den Bericht aus der Sicht von Klaus Klee

 


 

Der Coolness-Faktor

 

Sicherlich haben Sie schon von diesem kleinen Quälgeist gehört. Er treibt allerorts sein Unwesen, bewegt vor allem Jugendliche zum Kauf von Markenwaren, um bei Gleichgesinnten gut anzukommen, von diesen "akzeptiert" zu werden.

 

Allerdings ist dieser Störenfried der Individualität nicht nur bei dem Kauf von Kleidungsstücken vorzufinden. Er beeinflusst ebenfalls das Verhalten des Einzelnen in einer Gruppe.

 

Hinterlistig nistet sich dieser während der Pubertät in das Denken des Jugendlichen ein. In dieser Phase muss der Jugendliche sich erst selbst finden und erkennt so langsam, aber sicher, wo er hingehört. Daher ist sein Denken ein wenig geschwächt, wodurch es sich leichter beeinflussen lässt. Dies nutzt der Coolness-Faktor gnadenlos aus und stellt sich über die eigentlichen Gefühle des Jugendlichen, unterdrückt diese erbarmungslos.

 

 

Nun wissen wir zwar einiges über den Coolness-Faktor und seine Absichten, allerdings fragen wir uns weiterhin, woher er seinen Ursprung hat.

 

Dies lässt sich ganz einfach erklären:

 

Täter = Opfer

 

Es benötigt nur eine kleine Gruppe von Gleichaltrigen oder Älteren, die sich gegenseitig mit dem "Cool-sein" anstacheln und Dinge tun, die der Betroffene für "erwachsen" hält. Er selbst möchte natürlich ebenfalls erwachsen wirken, und sich deswegen von Eltern und anderen "uncoolen Leuten" isolieren. Der Jugendliche versucht sich im Rauchen, Alkohol und ersten, anfangs kindlichen bis immer ernster werdenden Beziehungen, um sich der Gruppe einfügen und "mitreden" zu können. Ich selbst nenne es einen letzten Ausfall vor der Selbstfindung, der Entwicklung zu einem Individuum.

 

 

So möchte die 13-jährige Tochter Cool nicht mit ihrer 45-jährigen faltigen Mama Uncool gesehen werden und verlangt bei einem Gang zur Party, dass Mama Uncool schon einige Meter vor dem Eingang parkt und nicht mit aussteigt, um sie vor Freunden und Bekannten nicht zu blamieren.

 

Der Coolness-Faktor ist meist nur eine Übergangsphase. Der Jugendliche wird früher oder später merken, in welchem Umkreis er sich wohl fühlt und welcher Umgang gut oder schlecht für ihn ist. Er macht seinen Schulabschluss, wird erwachsen, beginnt zu arbeiten oder zu studieren und bekommt 10 Jahre später selbst Kinder, welche die gleiche Phase durchmachen müssen wie er.

 

Doch was ist, wenn der Coolness-Faktor sich so sehr an dem Denken des Jugendlichen festgegriffen hat, dass er dauerhaft bzw. länger als normal bleibt?

 

Was ist, wenn die Freunde vom 19-jährigen Jugendlichen X den uncoolen Mitschüler Y verprügeln und der Jugendliche X nichts dagegen tut, obwohl er diesen eigentlich sehr gerne hat? Aber da er nicht uncool sein möchte, lässt er die Dinge einfach geschehen, verpasst dem Mitschüler womöglich selbst noch einen schmerzhaften Tritt. Sein Image und seine Coolness sind ihm wichtiger, als sein Sozialverhalten.

 

Diesem Menschen wird es wahrscheinlich immer wichtiger sein, vor seiner Clique oder seinem Bekanntenkreis gut dazustehen, als sich sozial seinem Gegenüber zu verhalten oder einfach er selbst zu sein. Ihm wird es egal sein, was andere von ihm denken, solange seine "Freunde" zu ihm halten, die selbst bereits erwachsen und schon von seinem Verhalten genervt sind, ihn loshaben möchten.

 

Als Erwachsener wird er keine eigene Meinung haben, ohne Bedenken der Meinung anderer zustimmen. Schließlich will er ja dazugehören. Er wird das Glas heben, wenn andere das Glas heben, er wird seine Zigarette anzünden, wenn sich andere eine genehmigen und wenn er alleine ist, fühlt er sich einsam und verlassen. 

 

Er wird bis zu seinem Ende der dauerhaften Rezession erliegen, nie eine eigene Meinung gehabt bzw. vertreten haben…

 


 

Und zuletzt:

 

Würde die allgemeine Gesellschaft wissen, dass auch Jugendliche aus Saudi-Arabien, Iran, Jemen, Pakistan, Nigeria, USA und aus der Demokratischen Republik Kongo Opfer dieser furchtbaren Grausamkeiten sind oder waren?

 

Iran inszeniert Hinrichtung Jugendlicher als Spektakel:

 

2005 sind im Iran zwei Jugendliche - zur Tatzeit 16 und 18 Jahre alt - nach vierzehnmonatiger Haft wegen Raubes, Alkoholkonsums und homosexueller Übergriffe vor großer Zuschauermenge gehängt worden. Vor der Exekution mussten die beiden Delinquenten vor johlendem Publikum 228 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen. Die Berufung gegen die Vollstreckung der Todesstrafe von Mahmoud Asgari im Alter von 17 Jahren konnte nichts bewirken, da im Iran männliche Straftäter im Alter von 15 Jahren, und Mädchen sogar schon ab 9 Jahren als strafmündig gelten.

 

Ein Anfang ist bereits getan, ein Ende ist jedoch noch nicht gesetzt: 

  • 63 Länder haben die Todesstrafe komplett abgeschafft. 

  • Kasongo, ein 14-jähriger Kindersoldat aus der DR Kongo wurde 2000 nur kurze Zeit nach dem Prozess von einem Sondermilitärgericht hingerichtet. Die Sondermilitärgerichte wurden 2003 abgeschafft. 

  • Das philippinische Recht schloss die Verhängung der Todesstrafe gegen Personen, die während der Tat unter 18 Jahren sind, aus. 

Trotzdem wurden 2003 mindestens 19 minderjährige Straftäter zum Tode verurteilt. Helfen Sie mit und unterzeichnen Sie eine Online-Petition zur Abschaffung der Todesstrafe gegen Minderjährige im Iran unter www.amnesty.de/internet/formulare.nsf/UnterschriftAktion_Iran?OpenForm  

 

Denn:

 

"Einen Menschen für ein Verbrechen zum Tode zu verurteilen und hinzurichten, bei dessen Begehung er ein Jugendlicher war, bedeutet, ihm die Möglichkeit der Rehabilitierung zu verweigern und widerspricht dem heutigen Verständnis von Gerechtigkeit und menschlicher Behandlung." (amnesty international)

 

"Die Todesstrafe ist eine besonders grausame und ungewöhnliche Strafe, die abgeschafft werden sollte. Sie ist besonders ungerecht, wenn sie gegen Kinder verhängt wird." (Abschlusserklärung des Vierten Weltgipfels der Nobelpreisträger)

 

"Die Menschheit verurteilt den Einzelnen zur Todesstrafe und begeht dadurch gegen ihn ein größeres Verbrechen, als er gegen sie begangen hat, indem sie ihm die Besserung unmöglich macht." (Friedrich Hebbel)

 

"Mord und Todesstrafe sind nicht Gegensätze, die einander aufheben, sondern Ebenbilder, die ihre Art fortpflanzen." (George Bernard Shaw)

 


 

 

Stoppt endlich BRAVO!

 

Sicherlich haben Sie schon von der "Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e. V." gehört! Nein? Dann werde ich Ihnen diese jetzt einmal vorstellen:

 

Die "Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e. V." versucht seit 1993 gegen den Einfluss von Gewalt, Sex und Pornografie auf Kinder sowie gegen die Zersetzung der moralischen Werte in Familie und Gesellschaft anzukämpfen. Sie selbst bezeichnet sich als "private Initiative ohne offizielle Bindung an Kirchen oder politische Parteien."

 

Natürlich muss eine solche Organisation auch Gegner haben. Die "DVCK e. V." macht es sich bei der Auswahl ganz einfach. Da lange Recherche Zeit erfordert und Zeit ja bekanntlich Geld ist, sucht sie sich den nächstbesten Gegner aus, den sie finden kann:

 

Die BRAVO, die meistverbreitete Jugendzeitschrift in Deutschland, Schuldträger aller sexueller Perversionen, Wirtschaftskrisen und Amokläufen.

 

Um den "Feind Nr. 1 der Kinder" zu bekämpfen, appelliert sie schließlich an Bundesministerin Frau Ursula von der Leyen, Bundespräsidenten Köhler und Bundeskanzlerin Merkel.

Denn es gilt: "Jede Woche werden ein Junge und ein Mädchen splitternackt abgebildet, die dabei über ihre Sexualabenteuer berichten." So gut, wie in jeder Ausgabe werden Jugendliche beim Geschlechtsverkehr gezeigt.

 

In jeder Ausgabe gibt es Berichte über Themen wie "Kamasutra", "Erotische Ausstrahlung", "Oralsex" usw. usf., natürlich mit den dazugehörigen Erotik- und Nacktfotos, abgesehen von sexuellen Perversionen, wie beispielsweise Fesseln und Sadomasochismus.

 

Bizarres wird als "cool" und "toll" dargestellt, wie beispielsweise die "Rock-Party" der Punk-Gruppe "Tokio Hotel", die zu einer Zerstörungsorgie wurde. 

Die Liste solcher Beispiele könnte man beliebig erweitern." 

( http://www.aktion-kig.de/kampagne/stop_bravo.html )

 

Deswegen:

 

Helfen Sie mit!

Wehren Sie sich gegen dieses "wahre Massaker an der Kindheit", gegen die "Flut von Pornografie, Blasphemie und Unmoral!"

 

Spenden Sie unverzüglich an die "DVCK e. V." und unterstützen Sie ihr Anliegen!

 

Denn welche andere Organisation schafft es, einer Jugendzeitung die Schuld an der Weltwirtschaftskrise zu geben? Nicht zu sprechen von der Kreativität, die vorhanden sein muss, wenn man denkt, dass die Punk-Gruppe (!) Tokio Hotel neben Ohrenschmerzen auch zu Zerstörungsorgien führen könnte!

 


 

 

Verzweiflung statt Vernunft?

 

Politiker und Angehörige treffen sich zur Trauerfeier um die Opfer des Amoklaufs von Winnenden. Mit Tim K. ' s Gräueltat beginnt von Neuem die erzwungene Suche nach dem Grund; der Funken der Verzweiflung, der in den Augenpaaren der Betroffenen, aber auch in denen der Politiker aufleuchtet. Beiden Seiten ist klar: Es muss etwas geschehen. Aber was?

Nur gerne schiebt der Mensch die Schuld auf andere. 

 

Tim K. beschäftigte sich in seiner Freizeit mit gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen. Also warum den Amoklauf nicht den Shooterspielen in die Schuhe schieben? Dass fast jeder männliche Jugendliche sich schon einmal in seinem Leben mit einem solchen Spiel beschäftigt hat, erscheint in dieser Lage mehr oder weniger als nebensächlich. Auch wissen wir, dass unsere Welt, wenn jeder dieser Jugendlichen so wie Tim K. handeln würde, nur so vor Amokläufen und Mordschlag strotzen würde.

 

Die Absicht der Politiker ist klar: Sie wollen für Ruhe und Ordnung sorgen, die Menschen beruhigen. Um Beschwerden zuvorzukommen, ihr Gewissen zu stillen, möchten sie ähnliche Vorfälle im Voraus vermeiden. Stirnrunzelnd überlegen sie, was zu tun ist. Und wieder einmal ergreifen die Computerspiele Besitz ihrer Gedanken. Warum auch nicht?

 

 

Die Tatwaffe von Winnenden

 

Zu beschweren brauchen wir uns allerdings nicht. Manche Situationen lassen sich einfach besser verkraften, wenn man einen Sündenbock gefunden hat. Jedoch sollten wir diesen Sündenbock eher in uns selbst suchen und uns fragen, ob wir stets fair gegenüber unseren Mitmenschen gehandelt haben. 

 

Dass Tim K. ' s Psyche nicht ganz in Ordnung war, das wissen wir alle. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb? Haben Sie schon einmal überlegt, was Unfairness und Mobbing alles bewirken können, wenn das Opfer sich erst einmal von seiner Umwelt distanziert hat? Dann fangen Sie jetzt damit an - denn wenn Ihnen die Pistole gegen die Kehle gedrückt, die Waffe entsichert wird, ist es bereits zu spät.

 

Jacqueline Wastensteiner                                                                                    

 


Bevor Sie beginnen, diesen Artikel zu lesen, möchte ich noch eines klären: Sie werden bemerken, dass ich zum Einen unterhaltende Satiren schreibe, andererseits aber auch ernsthafte Themen anspreche, um meine Leser zum Nachdenken zu animieren. Dieser Artikel ist sehr emotional, bewegend geschrieben. Dies liegt daran, dass ich eine solche Person wirklich kenne. 

 

Jedoch glaube ich keinesfalls, dass einer meiner Leser dieser ähnelt. Meine Absicht ist es nicht, jemanden mit diesem Text zu verletzten, sondern ein solches Verhalten schon im Voraus zu vermeiden. Ich finde es schade, schon vor dem Tod das Leben aufzugeben, da ich es wirklich jedem Menschen vergönne, bis zum allerletzten Tag sein Leben zu 100% genießen zu können.

 

Der innerliche Tod

Ein Blick zurück

 

"Ich liebe dich", sagte ich zu dir und vergaß längst, was Liebe zu einem anderen Menschen bedeutet.

 

"Ich bin stolz auf dich", sagte ich und vergaß völlig, was Stolz ist, wenn er nichts mit meiner eigenen Person zu tun hat.

 

"Ich vergönne es dir", sagte ich, obwohl ich niemandem außer mir die Perfektion, den Genuss des Lebens vergönnte.

 

"Ich freue mich für dich", sagte ich, obwohl ich dich um alles auf der Welt beneidete.
 

Meine Seele war voller Intrigen und Hass. Ich zagte nicht, alles vor meinem Gegenüber auszuspucken, meine böse Art vor den Beneideten preiszugeben.

 

 

 

 

 

 

Ich hatte viel Geld. Doch das konnte das, was ich war, nicht verstecken. Denn ich war unzufrieden mit mir selbst, mit meinem Leben.

 

Ich konnte nie genug kriegen. Ich sah nicht das, was ich hatte, sondern das, was andere besaßen. Ich teilte nicht aus, sondern ich sparte - trotz hohen Alters - für mich selbst

 

Ich erzählte von meinem großen Leid, doch war es ganz klein.
 

Ich jammerte, obwohl ich für das hätte dankbar sein können, was mich in meinem Leben soweit gebracht hatte, bevor ich es innerlich aufgab.

 

Ich bemitleidete mich selbst, obwohl es mir finanziell und gesundheitlich nie schlecht ging.

 

Jetzt bin ich allein in der Dunkelheit. Ohne Liebe. Ohne Stolz auf das, was ich getan habe. Das schlechte Gewissen plagt mich. Niemand steht mir zur Seite, um es mir wieder zu nehmen. Ich bekenne meine Schuld - nach so vielen Jahren.

 

Doch jetzt ist es zu spät. Niemand hört mir zu. Niemand klopft mir auf die Schulter. Niemand drückt mir fest die Hand, während die Schwärze des Todes nach mir zerrt. Niemand will mein lang erspartes Geld, nur um mich als guter Mensch in Erinnerung zu behalten.

 

Ich schließe meine Augen - für immer. Ich weiß, innerlich war ich schon längst tot. Es war nur eine Frage der Zeit, bis mein Körper von dieser unendlichen Plage erlöst wird.

 


 

 

Der Mensch - und seine große Schwäche

 

"Was bist du?", fragtest Du mich. Ich schüttelte nur lächelnd den Kopf.

 

"Welcher Gruppe gehörst du an?", wolltest Du wissen. "Keiner", so antwortete ich. "Ich gehöre mir selbst an."

 

Verwirrt beäugtest du mich. Hattest einen Menschen vor dir, den Du nicht einordnen konntest. Noch nie zuvor war dir dies passiert. Doch in jenem Moment warst du hilflos wie ein kleines Kind.

 

Du wusstest nicht, mit wem du es zu tun hattest, suchtest nach einem Begriff, der passend für mich und meine Person war. Nur, dass dieser eine Begriff nicht existierte.

 

Deswegen fingst du an zu vergleichen. 

Wem ähnelte ich, wie sah ich aus, wie kleidete ich mich, wie verhielt ich mich, wie war meine soziale Lage und mit wem gab ich mich ab.

 

Noch immer warst du unzufrieden.

Du hattest so viele Begriffe gesammelt, dass Du nicht einen daraus machen konntest. 

Du warst sauer. Sehr sauer sogar.

 

Von da an begannen die Vorurteile durch die Luft zu peitschen. Ich war nicht wie die anderen. Ich war ich selbst. Und diejenigen, die sich selbst angehörten, konnten sich nicht anpassen. Die, die sich nicht anpassen konnten, waren Feiglinge.

 

Doch eines Tages fragte ich Dich: "Was bist du?"

 

Verdutzt meintest du, ich solle die anderen fragen.

 

"Aber wer sind denn die anderen?"

 

"Die, die meinen Dich zu kennen."

 

"Du meinst diejenigen, die andere in Schubladen zu stecken versuchen?"

 

"Nun ja…" Die Blässe auf Deinem Gesicht verfärbte sich in Purpurrot.

 

Ich lächelte. "Dann habe ich genau den Richtigen gefragt."

 

Von diesem Moment an verstandest du. Nicht ich war der Feigling, sondern Du.

 

Ich war derjenige, der sich zu stolz war, sich in ein genau kalkuliertes Schema einzufügen.

 

Du warst derjenige, der einerseits in dem Schema lebte, es andererseits aber auch erstellte. 

So warst du Opfer und Täter gleichzeitig.

 


 

Liebe Leser, 

auch diesmal dürfte Ihnen mein Artikel etwas gewöhnungsbedürftig vorkommen. Ich bitte Sie trotzdem, nicht während des Lesens abzubrechen und verrate Ihnen deswegen die Strategie der Glosse: Diesmal kritisiere ich nicht einfach von Anfang an ein Verhalten, sondern schreibe aus der Sicht einer solchen Person falschen Verhaltens und decke am Schluss einen Widerspruch ihrer Denkweise auf. Mein Denken ist keinesfalls männerfeindlich, auch vertrete ich keinesfalls die Meinung der Protagonistin.

 

Ein Schandfleck der weiblichen Gesellschaft 

Doppelte Erregung einer Frauenkämpferin

 

"Wenn mich etwas aufregt, dann das: Frauen so in Misskredit zu bringen!" 

Ungläubig schüttelte ich den Kopf. Kränkend, geradezu beleidigend war dies gegenüber dem Menschenverstand. Ein Schandfleck, sich rasant über dem Asphalt verbreitend; solch eine Niedertracht, die das gesamte weibliche Geschlecht ohne Bedenken verriet.

 

Eine Frau, wie Sie und ich. Und doch konnte sie nicht wie wir sein. Sie war eine Verräterin unter uns, eine Abtrünnige, Ehrlose. Sie hatte es nicht verdient, Frau zu sein und sich so nennen zu dürfen.

 

Sie, die sich von einem hinterlistigen Mann, einem Casanova ausbeuten ließ, diesem inhumanen, geldgierigen Monster mit Naivität und Untergebenheit begegnete, obwohl jede andere vernünftige Frau mit äußerster Vorsicht gehandelt hätte.

 

Sie, die sich ihm vollstens unterwarf, mit dem Gedanken, sie würde sich selbst dabei etwas Gutes tun. Einen verdammten Dreck tat sie; sie machte sich damit nur selbst kaputt! 

Wie erbärmlich das alles nur war. Wo blieb nur ihre und unsere Ehre als Frau!?

 

Sie würde schon noch sehen, zu was dies alles führen würde. 

Am Ende würde sie zu uns zurückwatscheln wie ein verlorenes Entlein und verbissen um Gnade flehen.

 

Ich atmete tief ein. Lachte grausam, erfüllt voller Hass.

 

Am Ende jedoch besitzen all diese Verräterinnen nichts mehr. 

Kein Geld, keinen Mann, keine Liebe, kein gar nichts. Ich dagegen habe viel Geld, einen Mann…

 

Ich vernahm ein Geräusch. 

Das Öffnen eines Garagentores, der laufende Motor eines Autos. 

Lauschte in die Stille - hörte Schritte. 

Ich bekam Panik. Doch da war es bereits zu spät.

 

Der Schlüssel drehte sich im Schloss und vor mir stand mein Mann - schief grinsend. 

Kein Hallo, kein Kuss. Nur dieser eine Satz:

"Was gibt' s zum Essen?" 

 

Ich verfluchte mich selbst. Wie hatte ich nur vergessen können, das Essen vorzubereiten? 

 

"Ich frage dich ein letztes Mal. Was gibt es heute verdammt nochmal zum Essen?" 

 

"Ich… tut mir Leid…"

 

Verzweifelt sah ich, wie sein Gesicht immer roter wurde. 

Ich schloss die Augen, ließ die Schmerzen wehrlos über mich ergehen, bis die Schläge ein Ende hatten und ich verloren in der Ecke kauerte.

 

Für einen kurzen Moment jammerte ich. Dann dachte ich wieder an die Ehrlosen der weiblichen Gesellschaft, die unseren Ruf verletzen und uns als sensible, wehrlose Wesen darstellen...

 


 

Der Club der elektronischen Liebhaber

Nach einer SMS-Kurznachricht von Jacqueline Wastensteiner

 

Handyliebe. Das stärkste Gefühl der Zuneigung Jugendlicher? Zumindest bestätigt dies eine Umfrage: 

Das Handy ist für den Teenager mittlerweile wichtiger als die Liebe.

 

Da fragt man sich doch, wie solch eine Einstellung zustande kommt.

Eine Rezeptur hierfür:

 

Man nehme eine Prise Naivität und Unerfahrenheit und mische dem einen Hauch von Opportunismus bei. Natürlich darf der Extrakt nach Neugier, das immense Verlangen nach mehr und mehr „Know How“, was wie und wo „steigt“ und der Bedarf nach 24 Stunden „Kummerkasten“ am Tag durch den Freund oder die Freundin nicht fehlen.

 

Sie schütteln den Kopf? 

Können sich nicht in das komisch tickende Köpfchen der Pubertierenden hineinversetzen? 

Dann sehen Sie es mal so:

 

Ihre Freundin ruft auf Ihrem Handy an. Schluchzend. Sie hören, wie sie im Hintergrund in ihr zerrissenes Taschentuch rotzt. Sie krächzt in hysterischem Tonfall: „Wie konnte dieser Bastard nur mit mir Schluss machen?“ Der Tonfall Ihrer Freundin gleicht dem Gelalle eines Besoffenen. Sie trösten sie und hoffen insgeheim, dass sie bald darüber hinwegkommt; Ihnen mit ihrem nervigen Geheule nicht mehr länger auf die Nerven geht. Deswegen geben Sie ihr gleich einmal die Rufnummer einer Flirthotline, um sich abzulenken. Und, was passiert? Bingo – sie lässt Sie in zufrieden und sie können sich in aller Ruhe ihrer Handyliebe per Kurznachricht widmen.

 

Das, was eine Vielzahl der Jugendlichen tut, nennt sich also Rückzug vor einer Niederlage. Einer Niederlage, der sie mental nicht gewachsen sind.

 

Warum einen Freund oder eine Freundin suchen, wenn es einen Traumtyp/eine Traumfrau gibt, den/die sie sich aufs Handy herunterladen können? Warum sich schon im frühen Alter an jemanden binden, wenn sie doch tagtäglich von den Medien mit Werbung für sogenannte Flirthotlines bombardiert werden, um Spaß zu haben, sich jeden Moment aus der Verantwortung ziehen zu können? Warum real, wenn es doch gerade das Virtuelle ist, das so viel Geheimnisvolles mit sich bringt und Spaß macht. Warum einen Partner aus Fleisch und Blut, wenn die Elektronik doch viel länger mitmacht, nicht so problematisch ist?

 

Ach, warum sich nicht einfach nur noch per SMS verständigen, der Realität aus dem Wege gehen und die wahre Kommunikation verlernen? Wenn wir uns die Frage stellen, was uns am simpelsten erscheint, wird es wohl dieses Mittel sein:  

Der Club der elektronischen Liebhaber.

 


 

Der 5-Minuten-Anrufbeantworter Crashkurs

 

Sie liegen auf Ihrer Couch. Entspannen die müden Knochen. Genießen den ruhigen Klang der Musik, der leise durch die Lautsprecher dringt und Ihnen beruhigende Worte in die Ohren wispert. Und dann passiert es.

 

Rrrring… Rrrring…

 

Sie stöhnen. Oh nein. Nicht das verdammte Telefon! 

Und wieder:

 

Rrrring… Rrrring…

 

Sie erinnern sich an ein Zitat. Wie hieß es noch gleich? Ach ja…

Es gehört nur ein wenig Mut dazu, nicht das zu tun, was alle tun…

 

Sie versuchen, das Zitat auf diese Situation zu beziehen. Natürlich – sie gehen einfach nicht an den Apparat. Somit tun Sie genau das, was andere nicht tun, bzw. wovon sie denken, dass diese es nicht tun.

 

Bei ein paar Anrufen mag dies zwar nicht auffallen, aber sollte sich Ihre Antipathie zu diesem enormen Störfaktor nicht ändern, so müssen sie andere Maßnahmen ergreifen.

 

Darf ich Ihnen den 5-Minuten-Anrufbeantworter Crashkurs vorstellen?

 

Die Sache geht ganz einfach: Sie suchen sich einfach einen Spruch aus meiner Top 10 Liste der besten Anrufbeantworter Ausreden aus, nehmen die Worte auf und lassen die Aufnahme ab sofort bei jedem Anruf als Bandansage abspielen. Und schwuppdiwupp – das Telefon hört auf zu klingeln, sie haben Ihre Ruhe und können entspannen.

 

Machen Sie sich gefasst auf die 10 besten Anrufbeantworter-Ausreden 

und werden sie innerhalb von 5 Minuten vom Amateur zum Experten. 

  1. „Sie sind verbunden mit dem Feuerleitzentrum für nukleare Mittelstreckenraketen des strategischen Luftkommandos. Momentan ist leider niemand erreichbar. Bitte hinterlassen Sie Ihre Codenummer und eine Liste von taktischen Angriffszielen. Wir werden dann so schnell wie möglich eine Mittelstreckenrakete darauf abfeuern. Vielen Dank!"

  2. „Sie sind verbunden mit dem Anschluss von XXX XXX. Aus datenschutzrechtlichen Gründen mache ich Sie darauf aufmerksam, dass das Sprechen nach dem Pfeifton die Aufzeichnung einer Mitteilung zur Folge haben kann! Alles, was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden"

  3. „Guten Tag, hier ist der interkonfessionelle Schnellbeichtservice. Nach dem Signal haben Sie unbegrenzte Zeit, sich Ihre Sünden von der Seele zu reden und Ihren Frieden mit Gott zu machen. 
    Der Herr vergibt Ihnen…“

  4. Klick ... Rausch... „AT&T global sattelite link established, please hold the line...” rausch ... fiep ... (japanisch) „majat sing ho a vota tangoa, Tokyo sammas gori masseng, vango tassa mori ... klacker... Hier spricht der mobile Anrufbeantworter von XXXX, ich befinde mich zur Zeit in Japan. Sie zahlen im Moment exakt 3,94DM für 10 Sekunden Gesprächsdauer. Falls Sie mir trotzdem eine Nachricht hinterlassen wollen, vergessen Sie's oder sprechen Sie nach dem Gong...“

  5. „Guten Tag, hier spricht der intergalaktische Anrufbeantworter der Raumschiff Enterprise. Die Crew befindet sich zurzeit auf Expeditionsreise auf dem Planeten Xenon. Bitte beamen sie Ihre Nachricht auf das Raumschiff, damit die Crew sie schnellstmöglich erreichen kann.“

  6. „Hier ist der Anschluss North Cothelstone Hall XXXXXX, hier spricht der Butler. Die Herrschaften Lord und Lady Hescoth-Thortescue sind momentan leider nicht zugegen. Wenn Sie zurückgerufen werden möchten, haben Sie bitte die Güte, eine Nachricht auf das Band zu sprechen."

  7. „Ihr Anruf wurde registriert, bitte legen Sie auf."

  8. „Hallo, wir sitzen gerade in der Badewanne, wenn das Wasser kalt ist, rufen wir gern zurück.“

  9. [Musik dudelt, am Besten mittendrin anfangen, dann ausblenden] „Wir unterbrechen unser Programm für eine Suchmeldung: gesucht wird Herr/Frau zurzeit unterwegs in… besondere Kennzeichen <...>. Sachdienliche Hinweise nehmen wir nach dem Pfeifton entgegen.

  10. „Hier spricht die Kundendienstbetreuung von Microsoft Deutschland GmbH. Unsere 99 Annahmeplätze sowie die Anschlüsse der internen Firmenseelsorge sind zurzeit alle von weinenden Anrufern belegt. Bitte sprechen Sie ihren Kummer nach dem Pfeifton auf Band, wir lachen dann später darüber."

Weitere Anrufbeantwortersprüche finden Sie auf der Internetseite: www.andinet.de

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht Jacqueline Wastensteiner.

 

Kleingedrucktes: Die Schreiberin übernimmt keinerlei Haftung für böse Überraschungen oder verärgerte Anrufer!

 


 

Short News - Wussten Sie, dass…

 

... es im Weißen Haus 13.092 Messer, Gabeln und Löffel gibt?

 

… Rechtshänder im Durchschnitt neun Jahre länger leben als Linkshänder?

 

… Marilyn Monroe sechs Zehen hatte?

 

… es in Hartford/Connecticut den Männern verboten ist, ihre Frauen an einem Sonntag zu küssen?

 

… das Feuerzeug vor dem Streichholz erfunden wurde?

 

... in Northcarolina die Masturbation gesetzlich verboten ist?

 

… der Durchschnittsmensch in seinem gesamten Leben 10 Spinnen und 70 Insekten während der Nacht isst?

 

… Menschen im Durchschnitt mehr Angst vor Spinnen als vor dem Tod haben?

 

… es unmöglich ist, mit offenen Augen zu niesen?

 

… man jedes Mal beim Lecken an einer Briefmarke 1/10 einer Kalorie zu sich nimmt?

 

… das Auge eines Straußes größer ist als sein Gehirn?

 

… 50% der Weltbevölkerung noch nie ein Telefonanruf gemacht oder erhalten haben?

 

… 23% aller Fotokopiererschäden weltweit von Leuten erzeugt werden, die darauf sitzen, 

    um ihren Hintern zu   kopieren?

 

 


 

Heidi' s niedliche Puppensammlung 

Wenn eine der Puppen plötzlich wieder zu Atmen beginnt

 

Germanys Next Topmodel. Fünfte Staffel

Die letzten Staffeln über herrschte gähnende Langeweile. Und plötzlich das hier: 

Ein "Mädchen", das sprechen kann. Heidi ist erschüttert und droht mit dem Rauswurf. Dass eines ihrer Puppen doch eines Tages aufwachen würde, daran hat sie wohl nicht gedacht. Eigentlich sollte sie Larissa für die Wieder belebung der Sendung danken. Stattdessen überprüft sie lieber Zehen- und Fingernägel der Models nach Makeln.

 

 

"Du brauchst nur eine Extrawurst!"

 

"Du brauchst nur eine Extrawurst", sagt Heidi Klum, dauergrinsendes Maskottchen von Germanys Next Topmodel, als sich Larissa weigert, die Haare färben zu lassen. Schließlich, so die 16-jährige, wäre sie keine Puppe. 

Heidi begegnet dieser Reaktion mit Verständnislosigkeit. In jener Berufsbranche ist das eben so. An den Haaren wird nach Lust und Laune ihrerseits herumgebastelt und gefärbt. 

Das Endergebnis dürfen die Kandidatinnen jedoch erst nach der Tortur im Spiegel erblicken - und schreien.

 

"Entweder du vertraust uns, oder du nimmst den nächsten Flieger"

 

Da Klum offenbar nicht der Typus Mensch ist, der gut argumentieren kann, genügt dieser eine Satz: "Entweder du vertraust uns, oder du nimmst den nächsten Flieger". Wie sich im Nachhinein herausstellt, hält sich der Mut des "Mädchens" wohl doch in Grenzen - Die Haare fallen zu Boden; Heidi darf weiterhin mit ihr als Puppe spielen. 

 

Der Anfang aber ist getan.

 


 

Der Freiheitskünstler

 

Haben Sie stets auf das Innerste Ihres Herzens gehört, dementsprechend gehandelt? 

 

Oder haben Sie sich von den Gedanken anderer beeinflussen lassen, 

Ihre eigenen in einer dunklen Schublade eingesperrt? 

 

Bereuen Sie im Nachhinein Ihre Taten und Entscheidungen? 

 

Haben Sie Ihre Flügel ausgebreitet, oder hatten Sie zu große Angst vor einem Absturz, einer Niederlage?

 

 

Der Freiheitskünstler wird diese Fragen nicht haben. Er wird allgemein nicht viel nachdenken. Er wird das tun, was er für richtig hält - was er für immer richtig halten wird, nicht nur für einen kurzen Moment. Er wird dieses Gefühl der Freiheit, seiner eigenen Entscheidung genießen, dem Tag mit Optimismus begegnen. Er wird sein Leben lieben, jeden einzelnen Tag, jede Stunde, jede Minute. Er wird seine Augen schließen, den Worten seiner Umwelt lauschen. Doch - und das ist entscheidend - wird er im richtigen Moment wieder seine Lider öffnen, eigenständig denken.

 

Er ist kein Träumer, nur weil er etwas erreichen, bewirken möchte. Er ist nicht naiv, nur weil er für etwas kämpft, das noch nicht verloren ist. Er ist nicht feige, nur weil er nicht so denkt wie die Stärkeren und sich für Schwächere einsetzt.

 

Er ist stark, weil er den Mut hat, zu boykottieren. Er ist tapfer, weil er kämpft. Und er ist klug, weil er frei von Gedanken der Ungerechtigkeit und des Hasses ist.

 

Der Freiheitskünstler liebt das Risiko. Er steht zu sich selbst. Deshalb wird er niemals abstürzen, wenn er seine Flügel ausbreitet. Die Luft wird ihn immer nach oben tragen und anschließend wieder behutsam auf der Erde absetzen. Diejenigen aber, die sich selbst nicht vertrauen, die werden gnadenlos abstürzen. Der einzige Sinn für sie, wieder aufzustehen, ist, diesen Zyklus unendliche Male zu wiederholen, bis der Mut und die Kraft sie vollständig verlassen haben und sie auf der Strecke liegen bleiben.

 

Der Freiheitskünstler weiß, dass viele ihn hassen, weil er anders ist. Er aber wird von Herzen lachen. Er wird schnell merken, dass die anderen alle gleich sind, ihn größtenteils wegen seiner Einzigartigkeit beneiden. Denn er handelt niemals, nur um seinem Gegenüber etwas zu beweisen. Er - und das fehlt vielen - bleibt für jeden Augenblick in seinem Leben er selbst.

 

Ich hoffe, eines Tages so wie der Freiheitskünstler sein zu können.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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HUMOR - SATIRE - INFOTAINMENT

 

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